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Full text of "Acten und Correspondenzen zur Geschichte der Gegenreformation in Innerösterreich unter Erzherzog ..."

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FONTES RERIl AUSTRIACARUM. 
OSTERBSIGHISGin! 6BSGHIGIITS QUELLBH. 

HERAUSGEGEBEN 

VON DKR 

HISTORISCHEN COMMISSION 

DEK 

KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN. 
ZWEITE ABTHEILUNG. 

DIPI^OMATARIA ET ACTTA. 

L. BAND. 






Sljl^-«^^ 



WIEN, 1898. 



IN COMMISSION BEI CARL GEROLD'S SOHN 

BUCUHJlHOLIB DIB XUS. AKAOIWI DU WISDIMSCHAmM. 



ACTEN UND COMESFONDBNZEN 

ZUR 

GESCHICHTE 

DER 

GEGENREFORMATION 

IN 

INNERÖSTERRBICH 

UNTER 

ERZHERZOG KARL IL 

(1578—1590). 

GESAMMELT UND HERAUSGEGEBEN 

VON 



J J. LOSERTH, 



COkKEAF. MITULIKDE DEB KAIK. AKADEMIE DEa WISSENSCHAFTEN. 



'^^(^'^^^^ 



WIEN, 1898. 



IN COMMISSION BEI CARL GEROLD'S SOHN 

BUCHBiaDLIB DER KAW. AKADEMII DU WIlSEKHCBAmN. 



J?iiS 205. 1.3 




(so) t 



Druck von Adolf Hulzhansen, 
k- nad k. Hof- and UBivtnit&t«>Bvchdruek«r in Wien. 



VORWORT, 




Als ich im Frühjahre 1893 als Mitglied der historischen 
Landescommission flir Steiermiirk die Aufgabe übernahm, eine 
Geschichte der Verfassung und Verwaltung Steiermarks in den 
Zeiten Karls II. und Ferdinands IL (1564^1619) zu achreiben, 
&nd ich bald, dass an eine durchgreifende Bearbeitung dieses 
Themas nicht gedacht werden konnte, ehe nicht die Bearbeitimg 
der kirchlichen Fragen dieser Zeiten und dieser Länder, die 
dem Forscher auf Schritt und Tritt hemmend in den Weg 
treten, erfolgt ist. Es war somit die Geschichte der Gegen- 
reformation, zunächst unter Erzherzoci;' Karl FI., deren Studium 
ich die verflossenen vier Jahre gewidmet habe. Eine Fnieht 
dieser Studien liegt in der unten folgenden Sammlung von 
Acten und Correapondenzen zur Geschichte der Gegen- 
reformation in Innerüsterrcich unter Erzherzog Karl IL 
(1578 — 1590) vor. InncrOsterreich — diese umfassendere Be- 
zeichnung konnte und musste gewählt werden, weil die drei 
Länder Steiermark, Kärnten und Krain seit der Brucker Paci- 
fieation niclit blos theoretisch, wie sie das durch ihre Ver- 
ordneten mehrfach und bei feierlichen Anlässen ausgesprochen 
haben, »ondeni auch thatßächlich in kirchlichen Fragen ein 
»Corpus* bilden. Trotz der ungeheuren Masse des StofleSj der 
sich nun in allen drei Landern über diesen Gegenstand vor- 
findet^ konnte dieser doch in einer solchen Weise vorgelegt 
werden, dass man^ ohne Wesentliches zu übersehen, mit einem 
nicht allzustarkcn Band ücin Auskommen tindet Wie nämlich 
alle drei Länder einerseits seit der Pacification von Brück in 
kirchhchen Fragen einlieitlich vorgehen, so übernimmt anderer- 
seits in dem schweren Kampfe zwischen Regierung und Ständen 
seitens der letzteren die steirische Landschaft die Rolle der 
Vorkämpferin. Alle die Sclilacliten werden im steirischen 
Landtage geschissen, die Verordnungen und Erlässe der Re- 
gierung zunächst auf steirischem Boden wcA vor Allem auf 



VI 

dem der Landeshauptstadt Graz durchgeführt. Gelang die 
Sache in Steiermark, so folgten eben die beiden anderen Länder 
von selbst. Kärnten imd Krain stellten sich so ganz unter die 
Führerschaft Steiermarks, dass sie in dem gewaltigen Ringen 
nur noch die Rolle des Chors in der antiken Tragödie spielen. 
Wenn es ja einmal vorkommt, dass die Vertreter Kärntens 
oder Krains eine abweichende Ansicht vertreten, so werden 
sie wohl, nicht immer rücksichtsvoll, zurückgewiesen und ziehen 
sich scheu und verschüchtert in die zweite Linie zurück. Es 
ist das ein Standpunkt, den man am besten in dem grossen 
Huldigungsstreite in Innerösterreich nach dem Tode Erzherzog 
Karls sehen kann, wo die Landschaften dem vom Kaiser und 
den anderen Gerhaben bestellten Gubemator Erzherzog Ernst 
die Huldigung versagen, wenn er nicht die grosse Pacifi- 
cation von 1578 mit unter die Landesfreiheiten aufnehmen und 
mit diesen beschwören würde. Hiedurch suchten sie sich vor 
jenen Leiden und Verfolgungen zu sichern, von denen die 
unten folgenden Acten erzählen. Aber nicht erst 1590, sondern 
schon seit 1578 nahmen die Steirer die Stellung der Vorkämpfer 
ein. Man sieht es deutlich schon aus den Acten über den Land- 
tag 1580/81. 

Aus dieser Stellung Kärntens und Krains zu der führen- 
den Landschaft ergab sich als Richtschnur für die Zusammen- 
stellung dieser Materialien, dass das Hauptgewicht auf 
Steiermark zu legen und die steirischen Acten mehr oder 
minder vollständig vorgelegt werden mussten. Die Steirer 
kämpfen auch fUr Kärnten und Krain, die Sonderbeschwerden 
dieser beiden Länder erscheinen auch in den steirischen Acten 
und finden überdies noch eine ausreichende Erwähnung in den 
Correspondenzen, die alle die Jahre hindurch zwischen den 
drei Landschaften eifrig gepflogen wurden, in der gemeinsamen 
Anrufung von Kaiser und Reich u. s. w. Es Hess sich somit 
diese Sammlung durchaus einheitlich gestalten, indem eben nur 
das berücksichtigt wurde, was allen drei Ländern gemeinsam 
ist. Damit ist schon gegeben, dass alle die zahlreichen Ver- 
fügungen der Regierungsbehörden nicht einbezogen werden 
konnten, die rein localer Natur sind. Aber auch da musste 
doch wieder unterschieden werden: manche Verordnung geht 
nur auf eine Gemeinde, z. B. auf Graz, aber es unterliegt 
keinem Zweifel, dass das, was Graz heute trifft, morgen in 



VIT 



KJa^enfurt und Laibach seine Anwendung finden wird und 
manche Anordnungen ftir kleine Städte und Märkte von einer 
Jgemeinen Tendenz getragen sind. Das ist z. B, der Fall, 
renn einer kleineren Stadt oder einem Marktflecken aufge* 
tngtn wird, den protentantischen Stadti*ath abzuschaffen und 
einen katholischen zu wählen. Vr>n diesem Gesichtspunkte aus 
beti'Hchtet, kannte doch wieder nicht Alles, was auf den eröten 
Blick als local gelten mag, ausgeschieden werden. 

Die Einheitlichkeit konnte nun auch in den 12 Gruppen 
von Acten, in die das gesammte unten folgende Material ge- 
theilt ist, aufrecht erhalten werden, denn auf aHe drei Länder 
bezog sich die katholische Reaction gegen die Concessionen 
von Brück (L Gruppe), für alle drei Länder galten die Con- 
ferenzen von München (2. Gruppe), die ersten Massnahmen der 
Regierung zu Gunsten der Gegenreformation (3. Gruppe), der 
Kampf gegen den Protestantismus im Decemherlandtag 1580 
(4. Gruppe), die Legation des Bischofs Christoph von Gurk 
nach Rom (5, Gruppe) u. s, w. 

Nach dem Vorhergehenden ist es erklärlich, dass nur die 
Acten des steirischen Landtages und vonielinilich jenes von 
1580/81 einigermassen vollständig, die anderen in mehr oder 
minder knappen Regesten mitgetheilt wurden. Vollinhaltlich 
wurden zeitgenössische Berichte namentlich solclier Personen 
aufgenommen, die an diesen so ausserordentliuh wichtigen 
Actionen Antheil genommen haben. 

Aus den unten folgenden Acten und Correspondenzen 
wird man tindcnj dass es Karl IL war, der die Reformation 
im katholischen Sinne, man nannte sie damals schon die , heil- 
same", zum Siege geführt hat. Alle dio Massnahmen Fer- 
dinands IL, die seinerzeit berechtigtes Aufsehen erregten, wie 
z. B, das Herumziehen von Religionsreformationscoraiuissionen 
in Städten und Märkten und die gewaltsamen Bekehrungen, 
sind schon unter Karl IL angeordnet worden. Schon hatte 
dieser den Arm erhoben, um zum letzten — entscheidenden 
— Schlage auszuholen, als ihn der Tod ereilte. Die Durch- 
ftihning der Gegenreformation wurde hicdurch um aciit Jahre 
verzögert* Das Studium der unten mitgetheilten Acten liefert 
sonach nach mehreren Seiten hin neue Ergebiiissc. Nachträge 
dtlrften nur noch aus dem vaticanischen Archive erwartet 
werden, wie die vorliegenden Acten ja auch die bisher 



XII 

Domini, die am grünen Donnerstag in Rom feierlich verkündigt 
wird, als Freund und Gönner der Ketzer im Kirchenbanne 
befinde. 

In diese Lage der Dinge versetzt uns die erste Gruppe 
der unten folgenden Actenstücke und Correspondenzen. 

Es sind neun Nummern; sie schildern insgesammt die 
grosse Thätigkeit, die dieser Nuntius nun an den Höfen zu 
Graz und Innsbruck, Salzburg und Wien entfaltete. In dem 
Schreiben an Erzherzog Ferdinand legt er in vortrefi^licher, 
lichtvoller Schilderung den Stand der kirchlichen Dinge in den 
innerösterreichischen Ländern dar. Es ist dies Schreiben (Nr. 3) 
mit seinem ganzen Inhalte mit ein Beweis dafür, dass die stän- 
dische Fassung der Religionspacification von Brück weder eine 
Fälschung noch eine Verfälschung der den Ständen gemachten 
Zugeständnisse enthält, sondern durchaus echt ist. Der Nuntius 
verlangt einen Widerruf, und Erzherzog Karl, der übrigens 
wegen des gefürchteten Uebergreifens des Protestantismus nach 
Görz schon beruhigende Zusicherungen zu geben in der Lage 
war, ist vollständig bereit dazu. Da tritt aber doch Erzherzog 
Ferdinand mit seiner kühleren Auflassung der Dinge da- 
zwischen. Da man ihm meldete, die neuen Verleihungen be- 
zögen sich keinesfalls auch auf die Städte und Märkte, so 
findet er das Mehr an Bewilligungen nicht so bedeutend, dass 
man deswegen eine Handlung vornehmen sollte, die nicht ohne 
eine dem Hause Habsburg abträgUche Deutung bleiben könnte. 
Er weist als Politiker auf die gefährdete Lage der Länder Karls 
hin: Indem man in allen finanziellen und Landesvertheidigungs- 
sachen die Stände brauche, — und jetzt mehr als sonst — wäre 
es geflihrlich, sie durch einen solchen Schritt — Widerruf in 
offenem Landtage — zu reizen. Bei den geschehenen Be- 
willigungen könne es ja wohl nicht verbleiben, man werde dem 
Katholicismus die ihm gebührende herrschende Stellung wieder 
einräumen müssen. Wie diese Sache ohne allzuviel Läi*m 
durchgeführt werden könne, darüber werde erst noch ein- 
gehend zu berathen sein. In diesem Sinne wurde Erzherzog 
Karl von seinem Bruder schriftlich und durch den Hofvice- 
kanzler Wolfgang Schranz mündlich berichtet. In welcher 
argen Klemme er sich befand, sieht man aus seinem Schreiben 
vom 18. December, vor Allem aus dem Postscriptum. In der 
Antwort darauf konmit Ferdinand nochmals auf seinen Plan 



xin 



einer gemeinsamen Berathung zurück, ,wie und durch was 
weg das alles mit fueglieher bester gelegenheit ins 
werk zu richten sein möchte^ was namentlich ^auf deo 
Fall der Widerspenstigkeit* der Stände für Mittel vorzukehren 
wären. Ee stand somit Alles bei einer Conferenz der be- 
theiligten Fürsten, beziehungsweise ihrer RiLthe. 

Später, als man nach dem Vorhei*geh enden erwarten 
durfte^ trat die Conferenz, nflnilich erst im October 1579, in 
München zusammen. Hier wurden die Gnindzüge für die 
Qegenreformation in den inner österreichischen LUndern im 
Allgemeinen und in den Einzehilieiten festgesetzt. Diese 
Grundzüge bilden das Programm, das Karl IL durch- 
führte. Er wäre die ganze folgende Zeit seiner Regierung 
nicht mehr einen Schritt davon zurilckgcwichen. In den ent- 
scheidendsten Stunden seiner Regierung hat er Worte in drn 
Mund genommen, die bis aof den Buchstaben mit jenen über- 
einstimmen, die liier in München zusammengestellt wurden. 
An der Berathung dürften Verordnete von Innerösten'cich und 
Tirol, Salzburg und Baiern theilgenomnien und der Nuntius 
das Wort geführt haben. Denn tVie einzelnen Programmpunkte 
decken sieh mit einzelnen Aeusserungen, die er in seinem 
Schreiben an den Erzherzog Ferdinand hatte laut werden 
lassen. Die Conferenz tagte am 13, und 14. October. Ihre 
Ergebnisse liegen in den unten folgenden Nummern 
11 und 12 der zweiten Abtheilung vor. Am ersten Tage 
wurden die den innerösterreichischen Protestanten am Tage zu 
Brück gemachten Zugeständnisse erörtert und betont, dass ,es 
hiebei nicht verbleiben kdnne', die Concession müsste vielmehr 
,mit ehister mtiglielikeit^ widerrufen werden. Dann werden 
Wege und Mittel zur Durchtuhrung der Oegenreformation an- 
gegeben. Der Widerruf dürfe nicht ,t>ffenthch' stattfinden, die 
Concession sei ,indireet, nit verhis sed fftctis\ mv\d mit einem 
Male und fulminnuterf sondern schrittweise (pedetentim et g-ra- 
datimj aufzuheben. Alles das^ was etwa der Ei'zherzog in den 
letzten Zeiten an seinen Regalien eingebüsst habe^ müsse 
wieder an die Regierung gezogen werden: dazu gehöre zu- 
nächst die Bestellung und Ordnung der Druckereien. Man 
müsse betonen, dass die Zugestilndnisse nur den Mitgliedern 
des Herren- und Ritterstandes und den Ihrigen gelten. Schon 
in diesem Satze sind die Bewohner von Städten und Märkten 



XIV 

von den Vergünstigungen ausgeschlossen; aber noch mehr: 
hier wird wieder ein vieldeutiger Ausdruck gebraucht, gegen 
den die Stände sich schon früher einmal verwahrt hatten: für 
die Ihrigen! Ist das die Familie der Herren und Ritter oder 
sind unter ihnen ihre Unterthanen zu verstehen? Jetzt wird 
man sich noch an das Letztere halten, bis man genug ge- 
kräftigt ist, um den anderen ,Ver stand' durchzusetzen. In 
diesem Sinne setzte die Conferenz ja schon jetzt fest: die den 
beiden Ständen gemachten Concessionen müssten ,in ihrem 
rechten Verstand* erfasst und erklärt werden. Schon jetzt 
wird festgesetzt, was erst in den Jahren 1589 und 1590 zur 
Verwirklichung kommt, dass keinem Pfarrer in Märkten und 
Städten seine pfarrlichen Rechte entzogen werden dürfen: kein 
Prädicant darf sich also das Predigtamt, das Taufen mid Copuliren 
anmassen. Dies ist der Punkt, wo nach einer achtjährigen Unter- 
brechung während der Minderjährigkeit und der ersten Regie- 
rungszeit Ferdinands II. die Gegenreformation im Jahre 1598 
wieder einsetzt. Auf Grund dieser Anordnung wurde 1598 dem 
protestantischen Schul- und Kirchenministerium in Graz, Klagen- 
furt, Laibach und Judenburg ein Ende gemacht. 

Man gieng aber jetzt auch darauf aus, den Erzherzog 
finanziell zu kräftigen, um ihn von dem guten Willen der 
Landschaften unabhängiger zu machen. Dazu sollten nicht nur 
eine Erhöhung der landesfiirstlichen Einkünfte, wie z. B. eine 
Steigerung der Salzpreise, sondern auch grössere Beiträge der 
benachbarten oder verwandten Höfe dienen. Die militärische 
Position des Landesftlrsten muss gefestigt, das Schloss zu Graz 
wehrhafter gemacht und ihm ein zuverlässiger Commandant 
vorgesetzt werden. Alle Kanzlei- und Kammerbeamten und 
die Hofbediensteten sollten, sofern sie nicht katholisch oder 
,sonst ganz löthig' waren, zuverlässigen Elementen Platz machen; 
um solche Beamte ftir die Zukunft zu besitzen, sollte man schon 
jetzt junge filhige Leute in ihren Studien unterstützen. Endlich, 
und das ist auch einer der wichtigeren Punkte, sollte Alles 
gethan werden, um das Ansehen und die tief gesunkene Be- 
deutung des geistlichen Standes wieder zu heben. 

Mit diesen Punktationen hatte man wieder einen festen 
Grund unter den Füssen, und wenn man sich genau an sie 
gehalten hätte^ würde der Erfolg wahrscheinlich noch zu Leb- 
zeiten Karls II. ein vollständiger gewesen sein. Aber der Nuntius 



I^K&lB^P^na, der in di<*ser Ei^f^nschaft vou 1580 — 1584 am Grazer 
Hofe verweilte/ verdarb flnri'h seine Hitze viel, was Ilim von 
de« Prälaten der Steiermark ütfen ziuii Vorwurfe gemacht w^m-de. 
Um die Besorgnisse des Papstes wegen eines etwaigen 
Uebergreifens des Protestintismns auf italienisches Sprachgebiet 
zuk zerstreuen, wurden zunächst die dem Herren- und Ritter- 
Stande angehürigen Protestanten aus der Grafschaft irorz in 
rücksichtslusester Weise ausgewiesen (Nr. 12, 13, 14, 18, 20, 
21, 23^ 24, 25), dann erfolgt eine Reihe von Verfiigungen im 
Sinne der Münchner Beschlüsse: Befehle an einzelne Städte 
and Märkte, sieh aller Neuerungen in kirchhchen Dingen zu 
enthalten, Absehaffiing von protestantischen Ocistliclien, Ein- 
stellung protestantischer Kirehenbautenj Sperrung der land- 
ständischen Druckereien in Laibaeh und Graz^ Revindieirnng 
der den cinjselnen Stiften entzogenen Pfarren und der den 
Pfarren genommenen Einkünfte- Die hierüber erlassenen 
Deorete bilden den dritten Theil der unten folgenden 
Acten stücke, Sie umfassen die Zeit vom 2. Februar 1570 
bis zum 13- August 1580. Der Protestantismus im görziselxen 
Herren- und Ritterstande ist mit den hier getroflenen Ver- 
fügungen so gut wie ausgerottet. So sehr ist das der Fall, 
dass man ein Jahrzehnt später aus dem Umstände, dass in der 
Brueker Pacitication von 1578 auch der Görzer gedacht wird, 
geschlossen hat, dass diese Paciiication von den Ständen ver- 
fidscht sei. Man wusste damals nicht mehr, dass an dieser 
allerdings auch Görzer Antheil hatten Wie die Münchner Be- 
schlüsse im Einzelnen schon jetzt durchgeführt wurden^ sieht 
man am deutlichsten aus Nr. 32 (Note). Der Jesuitenpro- 
vincial von Steiermark, Heinrieh Blyssenij meldet am ItJ. April 
1580, dass Erzherzog Karl schon jetzt einen Hauptschlag gegen 
die Protestanten beabsichtigte. Noch waren aber seine Kriifte 
zu schwach, und das waren sie auch noch, als er im Deceniber- 
landtage 1580 zu dem entscheidenden Schlage ausholte. Es 
mochte ihm bitter genug angekommen sein, dass er naeh einem 
äosserst hartnäckigen Kingen, das über zwei Monate dauerte, eine 
Verfiigung zurückziehen musste, durch die er den Protestanten 
einen wesentlichen Theil ihrer Erfolge weggenommen hatte. 
Die Verhandlungen auf diesem Landtage 1580/81 sind von 



» NimtiÄtarbenchto I, 306; lU, 2, 374. 



XVI 

einem ausserordentlichen Interesse. Wir sind hierüber sehr 
gut unterrichtet; es liegen nicht blos die Landtagsschriften in 
zahlreichen Exemplaren (L. A., L. A. und L. H.)^ vor, sondern 
auch die Berichte der salzburgischen Commissäre, die der 
Erzbischof Johann Jakob, auch im Sinne der Münchner Be- 
schlüsse, nach Graz abgesendet hatte, und die nun von allen 
wichtigeren Vorkommnissen ihrem Herrn ausführliche Kunde 
gaben. Der Erzbischof sandte diese Berichte an den Erzherzog 
Ferdinand, und so finden sie sich in Wünschenswerther Voll- 
ständigkeit im k. k. Statthaltereiarchive zu Innsbruck. Im 
Uebrigen wurde der Erzbischof auch durch den Bischof von 
Seckau über alle wichtigeren Ereignisse auf dem Laufenden 
gehalten. Auch auf ständischer Seite folgte man den Ver- 
handlungen mit begreiflichem Interesse: indem die Landschaft 
die Mittel zu versagen geneigt war, deren der Erzherzog zur 
Vertheidigung des Landes bedurfte, hatte sie den Hebel in der 
Hand, um die Pläne ihrer Gegner scheitern zu machen. Was 
aber war der Anschlag gegen die Stände? 

Von den Vorgängen in München hatten diese keine 
Ahnung. Sie hielten die gegen sie gerichteten Verftlgungen 
des Landesfiirsten (unten 3. Abth., Nr. 12 — 41) nicht ftlr zu- 
sammengehörige Acte eines methodischen Vorgehens gegen sie, 
sondern fiir ganz vereinzelte Bedrängnisse, die ihnen ja auch 
früher nicht erspart geblieben waren. Aber seit jener Zeit 
hatten sie die Pacification; diese hielten sie fiir einen Vertrag, 
der nicht blos von ihrer, sondern auch von Seiten des Landes- 
ftirsten eingehalten werden müsse, und so erklärten sie denn 
gleich bei Beginn des Landtags alle die Beschwerden, die sie 
aufzählten, als ebenso viele Verletzungen der Brucker Pacifi- 
cation. Man wusste, dass mit den Jesuiten ein Element in das 
Land gekommen sei, mit dem man rechnen müsse, und so 
begannen jetzt die Beschwerden ,über den neuen unruhigen 
Orden*, der sich vernehmen lasse, ,es werde im Lande nicht 
besser werden', man rotte denn mit Wurzel und Stiel den 
Protestantismus aus, der ,den Tag zu erleben wünsche, wo 
man die protestantische Kirche und Schule gar zu Boden 
schleife, dass kein Stein auf dem anderen bleibet Während 
die Landschaft — die Prälaten sind immer ausgeschlossen — 



» Erklärung der Sielen s. unten 8. XXXV, XXXIX, XLVU u. s. w. 



XVTT 



solchergestalt Über Verfolgungen klagte^ baten der Bischof von 
Seckau iwkI die Prälaten des Landes, die katholische Kirche 
hierzulande doch nicht ganz zu Grunde gehen zn lassen 
(Nr. 45)y und auf beide Eingaben erfolgte eine Erledigung, 
die hier die höchste Freude, dort die tiefste Trauer erregte; 
am 10, Decembcr 1580 erschien ein landcsftlrsthches Decret, 
^daas in allen landesfurstlichen iSiiidten und Märkten auß- 
schliedslich die kaUiolisehc ReÜjL^ion ausgeübt werden dürfe. 
HeiTen und Ritter dürfen, aber nur fllr sich und die Ihrigen, 
in Graz zwei Präclicanten halten , die aber nicht mehr in der 
Stiftskirche sondern im Landhause predigen dürfen. Alles, was 
den Katholiken an Gütern und Hechten entzogen sei, müsse 
binnen zwei Monaten zurückerstattet werdend Ilierliber ent- 
spann sich ein Streit^ der vom 10. Deccmber 1Ö8U bis zum 
3. Februar 1581 dauerte und mit einer eniptindhchen Nieder- 
läge der Regierung abschloss; denn diese sah sich an dem 
letztgenannten Tage genöthigt, das Decret vom 10, December 
zurückzuziehen und zu erklären: in Keligionssachen bleibe Alles 
in dem Stande, in welchem es vor diesem Datum gewesen* 

Das ganze reiche Actenmaterial über diesen ausser- 
ordenthch wichtigen Landtag liegt unten in der vierten Ab- 
theilung vor. Die Landtagsacten, die ein so sprechendes 
Bild von den Zuständen der drei Lande gewähren, konnten 
hier nicht tiberselien werden. Die Mitthcilung dieser Acten 
musste umsomehr eine vollständige sein, weil sie, wie z, B. 
Nr. 50, auf den Stand der kirchlichen Dinge vor 1564 zurück- 
greifen und über die Pacihcationcn von 1572 und 1518 wichtige 
Einzelnheiten bringen. Manches freihch, was zu diesem Land- 
tage gehört, wird erst aus den Acten der folgenden Gruppen 
klar. Im Jahre 1587 erklärte einmal <lem WortftUirer der 
Stände im LandUige von 1580, als er von der Gefahr eines 
Aofstandes sprach^ der Nuntius Malaspma: ,Ein Aufstand 1 Da- 
mit wollten wir wohl unsere Schulden bezahlen.* 

Von grossem Interesse sind die Schreiben der Land- 
schaft an die geheimen Käthe KhevenhüUor und Kobenzl, die, 
wie es scheint, im Jahre lö77 den Ständen mehr versprachen, 
als sie nachher vor dem Landesflirsten verantworten konnten, 
nun aber von der Landschaft in ernstester Weise zur Rechen- 
schaft gezogen wurden. Nicht minder belangreich sind die 
heftigen Schreiben der Landschaft an die in Graz anwesenden 

?•■!«•. U. AbUi. Bd. L b 



XVTII 



salzburgiachen Commissäre, die den Erzherzog , dringen und 
zwingen', die der Landschaft gemachten Zusicherungen zurtlck- 
Äunehmen. Die Stände schreiben schliesslich und schärfer 
noch au den Erzbisehof und selbst au den Nuntius, 

Alle»» was in Graz vorgeht» en^egt in Klageniurt und 
Laibaeh das lebhafteste Interesse; kein Tag^ wo nicht Hoten 
hin- und herziehen» Naehriehten ober die Grazer Vorgänge zu 
bringen, Trost- und Auftminterungsschreiben Kurüekzutragen. 
Den Höhepunkt erreiehen die Verhandlungen mit den beiden 
gehaltvollen Reden Hoffmann "s^ von deren Mittheilung Umgang 
genommen werden musste, weil ihr Inhalt durch die vorher- 
gehenden Erörterungen voll st Und ig bekannt ist. 

Man wird das unter Nr. <i3 mitgetheilte Schreiben ,an 
einen Herrn in Klagenfart' nicht missen wollen, denn mehr 
als ein anderes belehrt es über die kirchlichen Zustände in 
Graz, die Zahl der protestantischen Herren im Lande und die 
Hoffnungen der Stände. Man wird aus Nr. 69 entnehraen^ dass 
die Landschaft ihren Standpunkt mit ebenso viel Geschick als 
Ungestüm vertheidigte, gegen den der Erzherzog seit den ersten 
Januartagen einen geordneten Rückzug antrat Schon am 
17, Januar melden die saizburgischen CommissÄre nach Hause, 
dass sieh die steirischen Herren und I/andleiite ihre Kirche 
und Schule nicht nehmen lassen. Zwar seien, meldet ein 
Anderer, die Aussichten noch gtlnstig, falls dt^r Erzherzog 
festbleibt, doch schon an demselben Tage berichtet der Bisehof 
von Seckau: der Erzherzog habe den Ständen nachgegeben, 
und sechs Tage später: ,Die Confessionisten Avollen nicht blos 
flir jetzt, sondern (\Xr alle Zeit versichert sein/ Der Ansturm, 
der von dem Nuntius Malaspina mit allzu grossem Eifer in An- 
griff genommen wurde» war siegreich zurilckgeschlagen. Es 
lag dann in den Dankes werten Hoffmann's (Nr. 107) an den 
Erzherzog noch ein tiefer Stachel fiir diesen, wenn man ihm 
in offener Rede sagte, nicht ihm gebe man Schuld an diesen 
Dingen, nicht auf ihn lenke sich der Verdacht. Kaum dass der 
Hoikiarschall Ambros von Tburn es erreichte, dass sich der 
ständischen Dankdeputation nicht auch, w^as dem Erzherzoge 
das Verhasafceste gewesen wäre, Bürger ansehloasen. 

Ein Nachklang zu dieser grossen Action — Angriff und 
Abwehr — - ist es, wenn nun nachträghch Verordnungen kommen, 
die das Verspotten der katholischen Geistlichkeit auf das Strengste 



4 




XIX 



bteteD, oder wenn nun die gteirische Landschaft ,die herz- 
liebsten Glückwünsche und den nachbarlichen Dank flir Be- 
mühung und treue Correspondenz* entgegen nahm, Steiermark 
hatte gekämpft, und auch den Kärntnern und Krainern kam 
der Sieg gelegen. Sieg? — Schon am 14. März, also kaum sechs 
Wochen später, schreibt der Jesuitenprov^incial Heinrich Blyssem 
(Nr. 116): Kein FriedCj nur ein Waffenstillstand sei abge- 
schlossen worden. Darüber liessen denn auch die folgenden 
Erlässe des Erzherzogs keinen Zweifel aufkommen. Der Feld- 
zug war ra issglückt, weil man sich nicht genau an die Wei- 
siingen der Münchner Confereuis gehalten hatte: man war nicht 
pedeientim et gradaiim sondern fuhainanitr^ nicht indirecte 
sondern direclH vorgegangen. An diesem missglückten Feld- 
anige erprobte man seine Kraft, und so wird denn der weitere 
Kampf in ganz anderer Weise geführt, aber dafür endete er 
«ucli mit einem ganssen Erfolge. 

Für den kommenden Feldzug mussten zunächst die Hilfs- 
kräfte gesammelt werden. Noch waren die eigenen Kräfte des 
Erzherzogs viel zu ach wach. Es mochte ihm gewiss schwere 
Stunden bereitet haben ^ dass der letzte Landtag ein so kllig- 
lichet» Ende nahm. Man hatte zweifelsohne auch in Rom die 
besten Hoffnungen gehegt und war auch dort nunmehr völlig 
enttäuscht. Da galt es denn, zunächst den Papst über die Vor- 
gänge der letzten Monate in Graz zu unterrichten, über die 
guten Absichten und die festen Vorsätze des Erzherzogs Be- 
rieht zu erstatten und für das Weitere Hath und, was noch 
werth voller war, kräftige Unterstützung einzuholen. Eine Bot* 
Schaft sollte nach Rom gehen; ilir unterzog sich der Bischof 
Christoph von Gurk. Er war die passendste Persönlichkeit^ 
denn der Cardinal Ludwig Madruzzo, der seit 1573 a!s Nach- 
folger des Cardinais Otto Truchsess von Augsburg die Würde 
eines Cardinalprotcctors der deutschen Nation bekleidete, * war 
ein naher Verwandter Christophs von 8paur, des Gurker Bi- 
schofs,* Die Sendung sollte ,in tiefster Geheimb* geschehen, 
damit die Stände nicht Verdacht schöpfen. Ein Anlass bot sich 
dar, da er eben Willens war, eine Wallfahrt nach Loretto zu 
machen. Es konnte da nur als das Natürlichste von der Wott 




' NuiitiÄlurhericbt« Hl, J, *i".)5, 
« S- unten Nr. 126. 



b* 



XX 

erscheinen, wenn er in Rom bei dem Cardinal vorsprach. Durch 
diesen konnte er sodann ohne Aufsehen zu erregen mit dem 
Cardinal von Como, ja dem Papste selbst in Verbindung treten. 
Für seine Mission wurde nun eine ausführliche Instruction aus- 
gearbeitet, die in Nr. 126 vorliegt, lieber diese ganzen 
Verhandlungen verbreitet sich die fünfte Gruppe der 
unten mitgetheilten Briefe und Acten. 

Der Bischof von Gurk ist darnach gehalten, dem Papste 
die Lage des Erzherzogs ausführlich zu schildern. Dass diese 
Schilderung noch dunkler ist, als es der Wirklichkeit entspricht, 
ist begreiflich, denn der Gesandte soll nicht blos eine Ent- 
schuldigung des Misserfolges vorbringen, sondern auch eine 
stattliche Beihilfe aus dem Säckel der Curie zu erlangen suchen. 
Die Farben sind denn so stark aufgetragen, dass die Instruc- 
tion zu ganz falschen Behauptungen kommt, wie z. B. zu der, 
es handle sich den Ständen nicht blos um die Freiheit ihrer 
Confession, sondern auch ihres Gehorsams. Schon wird hier 
den Ständen mit der Schärfe gedroht, für die man die ,Prä- 
paratorien' schon seit dem Münchner Tage in Bereitschaft habe. 

Der Gesandte hat ein Schreiben Karls II. an den Papst 
(s. unten Nr. 127) zu überreichen und die gewünschten Er- 
läuterungen zu geben. Er hatte seine erste Audienz und über- 
reichte hiebei ein Memorandum, in welchem er die Lage des 
Erzherzogs und die Unmöglichkeit darlegt, das den Ständen 
im letzten Landtage erlassene Decret zur Ausführung zu bringen 
(s. unten Nr. 129). Dem Papste schienen die Ausführungen 
des Orators nach zwei Seiten nicht überzeugend zu sein: er 
war der Meinung, der Erzherzog habe dadurch, dass er das 
Decret vom 10. December zurückzog, seine Lage nur noch 
verschlimmert, und zweitens, es sei Mangel an Muth geweseUj 
was ihn bewog, den Ständen nachzugeben. Um nun den Papst 
noch besser über die eigentliche Situation Karls IL aufzu- 
klären, nahm er zum zweiten Male Audienz und überreichte 
hier ein noch viel eingehenderes Memorandum (s. unten Nr. 130)^ 
in welchem er eine ftirmliche Geschichte des Anwachsens des 
Protestantismus in Innerösterreich gibt, eine Schilderung vor 
Land und Leuten, von dem Verhältnisse der beiden Con- 
fessionen, ihrer Stärke und ihrer Machtmittel gibt, die eine 
durchaus zutreffende ist. Sie findet ihre Ergänzung durch 
Nr. 128. In jenen Partien, wo der Nachweis geführt wird 



XXI 



I man in Innerösterreich nicht zum Schwerte grellen dürfe» 
in einer Zeit, wo die 8tiinde die ganze Macht in der Hand 
haben, der Unterstützung der Ober- und Niederösterreicher» 
der Sympathien in Böhmen, Mähren nnd Ungarn gewiss sind, 
wo jeden Augenblick das Aergste von dem Türken zu be- 
sorgen sei, und wo man überdies schon die Erfolglosigkeit der 
Gewaltpolitik Philipps FL vor Augen habe» ist die Üenkschrift 
durchaus überzeugend, Sie wirkte denn auch auf den Papst 
ein, und dieser bedauerte nur, uai'h anderen Seiten hin, in 
Frankreich nnd Flandera, zu stark in Mitleidenschaft gezogen 
fu »ein, als dass er den Erzherzog, für den er das innigste 
Hitleid habe, so unterstützen könnte, wie er es wünsche. Aber 

Liuch die kleinere Hilfe, die dem Erzherzog zu Theil wurde^ 
war diesem hochwillkommen und wirkte ermuthigend auf ihn 
ein. Im nächsten Jahre wurde dann ein anderer Weg der 
Gegenreformation betreten. 

Man gab es auf» den Herren und Landleuten Kirche und 
Schule in Graz und Judenburg — von Klagenfurt und Laibaeh 
wird nichts berichtet — zu nehmen, wiewohl man hiezu, er* 

rklärte Erzherzog Karl am 9, März 1582, nach den Bestim- 

Imungcn des Reichsreligioosfriedens wohl befugt sei; doch sollen 
brtan nur Herren und Ritter das Recht haben, die Stiftskirche 

\m besuchen, kein Bürger darf sich in Zukunft dessen unter- 

f&ngen. 

Mit diesem Erlasse beginnt die Verfolgung der protestan- 
tischen Bürgerschaft, die bis zum Tode Karls H. angehalten 
und nicht selten die beklagenswerthesten Erscheinungen zu 
Page gefördert hat. 

Zunächst trat der Landtag für die Bürgerschaft ein. Er 

^wies auf die Zusagen hin, die ihnen zu wiederholten Malen 
gemacht worden seien, auf den Eifer, mit dem uian sich die 
Secten vom Leibe halte, auf die Noth, die nun entstehen 
müsse, und auf die Worte, die in Brück in Gegenwart der 
Bürger gesprochen wurden: Also will ich die Bürger in 
ihrem Gewissen auch nicht bedrücken. Es blieben alle 

LVorstellungen umsonst. Darin^ dass deiu Bürger der Besuch 
einer Kirche verboten ist, wird keine Bedrückung des Ge- 
iBsens gesehen. Nicht Wankelmuth oder unzeitiger Rath sei 
bei diesem Erlasse massgebend gewesen, schliesslich werde 
hiedurch auch nichts Neues geboten. 



XXII 

Die Städte in Steiermark setzten sich gegen diese Be- 
stimmungen zur Gegenwehr: schon zu Zeiten Ferdinands seien 
sie in allen Fragen und so auch in den kirchlichen mit Herren 
und Rittern zusammengegangen, aber wie die Dinge lagen, 
erreichten sie nicht nur nichts, vielmehr sprach sich der Erz- 
herzog in jedem künftigen Decrete noch schärfer im Sinne der 
erflossenen Kundmachung aus. 

Da dem Verbote zuwider der Besuch der Stiftskirche 
seitens der Bürger nicht aufhörte, sandte der Erzherzog am 
23. April 1582 einen scharfen Befehl an die Stadtgeraeinde, ,des 
Stifts der Landleute und ihres Exercitiums müssig zu gehend 
Alle Bitten der Bürger blieben erfolglos. Die Vertreter der 
Bürgerschaft, Bürgermeister, Stadtrichter und Stadtschreiber, 
die in einem Augenblicke ,des Kleinmuths' nachgegeben hatten, 
nahmen ihre Zusage, das Stift zu meiden, wieder zurück, wo- 
für ihnen ,eine Peen von 1000 Ducaten' aufgelegt wurde, die 
ein Jeder ,aus seinem eigenen Gut ohne Verletzung des ge- 
meinen Gutes zahlen solltet 

Nachdem die Verfolgung des protestantischen Bürger- 
thums solchergestalt eingeleitet war, wurde die Reformation 
des Kammer- und Kanzleipersonals in Angriff genommen. 
Am 25. Mai wurde ihnen verkündigt, dass sie fortan ,sammt 
Weib, Kind und Gesind^ bei der Pflicht, mit der sie dem 
Landesftlrsten zugethan seien, die Stiftskirche und die Exer- 
citien daselbst zu meiden hätten. Das könnten sie, Hessen sie 
sagen, ohne Sünde wider Gott nicht thun, sie bäten um ihren 
Abschied und hoffen, da sie im Dienste ,ausgemergelt' seien, man 
werde ihre lange treue Dienstzeit berücksichtigen. Sie hatten 
sich an ihren obersten Vorgesetzten, den Kammerpräsidenten 
Kobenzl, gewendet und dieser sie getröstet, es gebe ja auch 
sonst viele fi'omme, gottselige Menschen, welche die Stiftskirche 
niemals gesehen, sie möchten sich beruhigen. Auf diesen Stein- 
haufen sind wir, erklärten sie ihm, gewiss nicht gebunden, aber 
auf das Wort und die Predigt, die darin gepredigt wird. Alle 
Verwendung blieb erfolglos. Der Erzherzog wurde in München, 
wo er eben verweilte und von wo er an den Reichstag nach 
Augsburg zog, um daselbst die Angelegenheit der Reichshilfe 
kräftig zu fördern, in seinem Eifer nur noch bestärkt. Man 
sieht aus den von München zu Ende dieses Jahres einlangen- 
den Briefen, wie von hier aus das Feuer, wenn es ja einmal 



xxin 

sehwach werden will, immer von Neuem wieder aDgeblasen 
wird. * 

Aus Augsburg wurden dann Mitte Juli 1582 die ,Capita* 
eingesendet, ,die der Nuntius wider die von Steier im Befehl 
hat*. Eß sind 12 Punkte, die im Wesentlichen mit den in 
München schon 1579 beschlossenen Weisungen iiberemstiromen. 
Als der Erzherzog in die Heimat zurückkehrte, empfing 
er die Glückwünsche des Papstes zu seiner festen Haltung. 
Die Bilrger ihrerseits fuliren fort, Bittgesuche einzureichen oder 
dorch die Verordneten der Landschaft einreichen zu hissen. 
Sehoti müssen sie vernehmen, ,daas der fernere Besuch der 
Stiftskirche für keine Religionssacbe mehr, sondern für eine 
lautere RebelHon gehalten werden nUisste^, schon werden Bürger- 
meister, Stadtrichter und Stadtsehreiber ins Gefängniss ge- 
worfen und, weil auch das nichts helfen will, die Drohung 
angefugt, man werde der 8tadt , einen Anwalt setzend Zu 
Ende des Jahres nimmt ein Theil der reicheren Büi'ger seinen 
Abschied aus dem Lande, Dazmschen geht eine erhebliche 
Anzahl von Mandaten und Erlässen auch an die Bürgei*sc haften 
in anderen Städten. Alle diese Actenstücke (Nr. 133—205) 
sind in der sechsten Abtheilung ,Der Kampf gegen 
den Protestantismus in Städten und Märkten und die 
Rekatholisirung der Hof- und Regierungsämter' ent- 
halten. 

Schon in dieser riruppe fehlt es nicht an gewichtigen 

flötercesaionsschriften zu Gunsten der Bürger. Die folgende 

(nebente) Abtheilung enthält fast ausschliesslich Inter- 

cessionsschreihen, von denen jene, die von den deutschen 

Reichsetänden einlaufen, eine grössere Bedeutung beanspruchen 

und von Karl IL auch wenigstens nach der formellen Seite hin 

mehr berücksichtigt wurden. Diese Gruppe umfasst die Nummern 

I — 276, Zuerst melden sich die Nach barlan fischalten zum 

[Worte. Sie werden so wie die steirischen Körperschaften ab- 

I gewiesen. Da fassten die Stande aller drei Länder den Be- 

sehloBS, eine eigene Jicligionagesandtschaft* nach Augsburg zu 

«chicken. Eine andere Gesandtschaft^ welche sich um eine 



* Di© TOD Hurter mitgetheÜten Briefe t, 641 — GÖ4 und andere sind» weil 
leicht zugHuglicli, in die unten folgende Sammlung nicht aufgenoromen 
worden* 



XXIV 

ausgiebige Reichshilfe zum Türkenkriege' bewarb, war ihr vor- 
ausgegangen und hatte der zweiten die Wege geebnet. EXne 
Reihe von Credenzschreiben wird zu dem Zwecke ausgefertigt: an 
den Kaiser, die KurfüLrsten von der Pfalz, Sachsen und Branden- 
burg, an die der Augsburger Confession angehörigen Reichs- 
forsten und nicht zuletzt an Erzherzog Karl selbst, bei welchem 
noch ein Versuch gemacht werden soll, sein Herz zu erweichen. 
Der Bescheid, den er ihnen nach seiner Heimkehr aus Augs- 
burg, wohin sie jetzt erst zogen, erhielten, war völlig nieder^ 
schmetternd. Er liess den Religionsgesandten in Mitterdorf, wo 
sie ihn trafen, sagen, diese Fürschriften sollen ihnen auch nicht 
das Mindeste helfen. Er habe sich den Landschaften bisher so 
gnädig und willfährig erwiesen, ,dass er anjetzo den dank 
einen anderen auch nicht verdienen lassen wollte, aber es sei 
wider sein gewissen^ Noch machen die Gesandten den Vor- 
schlag, die ,widrigen^ Decrete am nächsten Landtage zurück- 
zunehmen. Darauf gieng Karl IL, dem diese Sendung unan- 
genehm war, nicht ein. 

Die an die protestantischen Reichsstände gerichtete In- 
struction war ihm in hohem Grade zuwider. Sie hatten sie 
vorweisen müssen; sie wussten nicht, dass eine Gegenschrift 
an den Kaiser durch die geheimen Räthe Karls abgesandt 
wurde, welche die Klagen der Landschaft Punkt flir Punkt zu 
widerlegen sucht. Einige Hoffnung schöpften die Landschaften, 
als die noch in Augsburg weilenden Reichshilfsgesandten mit- 
theilten, ,die Kurfürsten und Fürsten wollen die Türkenhilfe 
auf Conditionen zum Theile wegen Eintrag der Religion stellen'. 
Aber diese Hoffnungen zerrannen im Sande. Der Cardinal 
Madruzzo, der sich am Reichstage aufhielt, wusste schon lange 
vor der Ankunft der Gesandten, dass ihr Empfang kein gnädiger 
sein würde. Und so war es auch (Nr. 243). 

In der Erwartung, dass die Fürbitten deutscher Reichs- 
ftlrsten Eindruck machen würden, bewarben sie sich bei den 
protestantischen Fürsten um gnädige Intercession, die ihnen 
auch gewährt wurde (246 u. a.), aber ebenso erfolglos blieb 
wie alles Frühere. Interessant ist die drastische Antwort des 
Erzherzogs in Nr. 250.' Da diese Fürbitten keinen Erfolg 
hatten, wurde eine abermalige Gesandtschaft ins Reich geplant, 



^ Noch yiel drastischer ist die in Nr. 252. 



XXV 

und weun auch diese nichts lUUzeD sollte, eine Le^ation 
deutscher Reichsflirsten nach Steiermark in Aussicht genommen. 
Führer der Protestanten im Reiche war Ludwig von der Pfalz. 
Mit der pßtlzischen Kanzlei steht denn auch die der steirischen 
Landschaft in reger Verbindunp^. Von den Fürbittschreiben der 
deutschen Farsten liess Karl 11. das des Kurfürsten August von 
Sachsen in einer Weise beantworten^ die der Antwort (Nr. 254) 
den Charakter einer Denkschrift gibt,* im Uebrigcn sehr ruhig 
gehalten ist und im Oanzen der Actenlage entspricht. 

Alle diese Sehreiben hatten nicht den gewünschten Er- 
folg. Man sandte nun Schreiben an die Archive in Dresden 
und Heidelberg, um eine genaue Copie der Erklärung Fer- 
dJTiands I, vom 24, September 1555 zu bekommen ^ die den 
protestantischen ,Ritter8chaften, Städten und Comraunen' in 
pei^tliehen Herrschaften gUnstig hiiitety man erhielt die Ab- 
schriften (tir. 263 \ ohne indess den gewünschten Erfolg zu 
ensielen. Bezüglich der Legation nach Steiermark ti'u^ Sachsen 
l^ltaid mit diesem auch Hessen und Brandenburg ihre Bedenken, 
^" Es en-egte die tiefste Trauer in ganz InnerOsterreicb, als 
man aus einem Schreiben des Secretärs Caspar Hirsch den 
Tod ,des frommen christlichen Kurfürsten Ludwig von Heidel- 
^^erg^ erfuhr. Damit war auch die ganze Action wegen der Sen- 
^^ang einer Legation nach Steiermark zu Ende. Vom Reiche und 
seinen Gliedern war keine weitere HiJfe zu gewärtigen. Es war 
^HK»mit ein Erfolge den der Erzherzog durch seine Festigkeit 
^^crrungen hatte^ und in Rom begann man die besten Hoffnungen 
I ftr das Folgende zu hegen, ^ Malaspina hatte nicht unter- 
lassen^ schon von Augs>nirg aus darauf zu verweisen , ;was auf 
I dem Reichstage durch den Cardinal Madruzzo zu Gunsten der 
Gegenreformation in den Gebieten des Erzherzogs Karl eri'eicht 
war*. ^ Die folgenden Actionen bewegen sich ausschliesslich auf 

Iinerösterreichischem Boden. 
Wie fest raun sich auf Seiten der Regiening fühlte, davon 
\gt der Competenzstreit zwischen Regierung und Landschaft 
eugnisa ab^ dem die Acten stücke der achten Abtheilung 
ngehören (Nr. 277^321), 

* Ich habe lie in Fol|^ dessen auch in Capitel zerlegt, wodurch aie ühdr- 
stchtltcher und wirkungtvoller wird. 

• Ätmtijitiirbencht« III, 1, 381. 
' Hansen in den NnutiatnrberichteQ III, 2, 535. 




XXVI 

In den Diensten der Landschaft stand seit nahezu zehn 
Jahren Caspar Hirsch. Er war ein Oesterreicher. Seine Studien 
hatte er in Wien gemacht. Sein MitschtÜer war damals Wolf- 
gang Schranz, derselbe, der nun als Vicekanzler in Graz eine 
grosse Rolle spielte und namentlich bei der Erzherzogin Maria 
eine Art Vertrauensstellung gewann. Stand er im Anfange der 
Regierung Karls II. in kirchenpolitischen Fragen auf einer 
Linie mit so gemässigten Männern, wie es beispielshalber Hans 
Kobenzl war, so schloss er sich seit dem Eintritte der Jesuiten 
ins Land fest an diese an und galt in den letzten Lebens- 
jahren Karls ganz als ihr Werkzeug. Dagegen hatte sich sein 
einstiger Studiengenosse Caspar Hirsch ganz an die Prote- 
stanten angeschlossen. Der Nachfolger Matthes Amman's, 
eines der vornehmsten Urheber der Brucker Pacification, im 
Secretariat der Landschaft, war er 1582 mit den Reichshilfs- 
gesandten nach Augsburg gegangen und hatte nach allen Seiten 
hin wirksame Verbindungen angeknüpft. Er war die Seele der 
ganzen Interventionspolitik der Jahre 1582 und 1583; neben 
ihm, freilich in ganz anderer Art, wirkte im Süden des Reiches 
eine Zeit lang Jeremias Homberger, der die Annahme der 
Concordienformel in Innerösterreich durchsetzte und dadurch 
zur Erhöhung der Sympathien süddeutscher Glaubensgenossen 
wesentlich beitrug. Beide Männer waren der Regierung auf 
das Aeusserste verhasst, und man wartete nur auf eine Ver- 
anlassung, sie als Störenfriede aus den innerösterreichischen 
Erblanden auszuweisen. Der Anlass zum Sturze Hirschens 
fand sich im Jänner 1583. Noch gab es fast täglich Bitt- 
gesuche der Landschaft an den Landesherrn um Einstellung 
der Verfolgung. Hirsch war der Bote, der sie zu Hof be- 
förderte. Am 23. Januar um 1 Uhr Mittags begab er sich zu 
Dr. Schranz, um die Erledigung eines schon vor 12 Tagen 
überreichten Bittschreibens der drei Lande an den Erzherzog 
zu betreiben. Schranz meinte, die geheimen Räthe hätten sich 
wohl grosse Mühe gegeben, aber nichts erreichen können. 
Vielmehr sei der Erzherzog dieses unablässigen Bittens und 
Drängens schon müde, und die geheimen Räthe trauten sich 
kaum mehr davon zu reden. Habe der Erzherzog doch laut 
erklärt, ,er wolle lieber nicht mehr Herr und Landes- 
fürst sein, als der Bürgerschaft in Religionssachen 
eine andere Bewilligung zu thun^ Da erwiderte Hirsch: 



xxm 



,Jä, wenn's Qott nur auch auf die Länge duJdel. Habe ja 
übrigens der Fürst auch früher den Landschaften die Religigo 
gelassen und sei damals doch auch ihr Herr und Landesfilrst 
geblieben. Man verlange ja nicht mehr, als dass den Land- 
schaften gehalten werde, was man ihnen zugesagt habe/ Hirsch 
kannte natürlich diese Zusagen gut. Er war mit Amman 157*:^ 
in Brück und vielleicht auch an der Zusammenstellung der 
Pacification betheiligt Die zuletzt gesprochenen Worte des 
Secretars griff Sehranz aufr beschuhh^te denn Hirsch nicht 
den Landesfürsten des Wortbniches? So fuhr er denn auf: Ob 
er sich getraucj dies der Durchlaucht , unter die Augen zu redend 
»Herr*, erwiderte Hirsch, ,hab* ich^s doch mit meinen eigenen 
Augen selbst gelesen/ Schriinz antwortete heftig und hob in 
seiner Erregung die Hitnde auf, uls wollte er diesem seinem 
einstigen Mitschüler an die Gurgel greifen. Die Regierung 
sQgerte nicht, den kecken Secrct.Hr zu citie.ren Am 24. Januar 
wurde ihm befohlen, sofort vor den geheimen Käthen zu er- 
acheinen. Hirsch wandte dagegen ein, er könne das nicht 
ohne Erlauhniss seiner Herren, der Landes verordneten. Diese 
hatten in der That in allen ihre Beamten betretf enden Fragen 
,die erste Instanz*, und indem nun Hirsch, ohue Rücksicht hier- 
auf, in Verhaftung kam, entwickelte sich ein langwieriger Streit, 
von dem die Nummern 277 — 321 der achten Abtheilung 
Meldung thun. Das Ergebuiss war^ dass Hirsch aus dem Lande 
musste. Er zog nach Esslingen, von wo er im Dienste der inner- 
Österreichischen Landschaften fleissig Stimmungsbilder und poli- 
tische Berichte einsendet. Von Interesse sind seine Nachrichten 
Hber den Aufenthalt des Nuntius Malaspina in KOln, 

So angenehm dem Erzherzoge die Ausweisung dieses 
Uunneg sein musste, so hatte das Vergnügen doch einen üblen 
fieigesehmack: das Land, das schon im Vorjalire die Be- 
willigung nur unter Oonditionen gewUhrt hatte, wurde jetzt nur 
um so schwieriger. Ftir die Landschaft aber ergab sich eine 
peinliche Lage, denn, abgesehen von der Verletzung des 
Instanzrechtes: der Landtag stand bevor, wer sollte die Kanzlei 
besorgen, wenn der einzige Mann, der in alle Verhandlungen 
auf das Genaueste eingeweiht war, fehlte? Mit Mühe erreichten 
die Stände, dass die Ausweisung erst nach Schluss des Land- 
^tages erfolgte. Man meine nicht« dass hier etwa die katho- 
lihen Mitglieder des Landtages auf Seiten Schranzeus standen* 



xxvra 

Um die Stellungnahme der Prälaten des Landes kennen zu 
lernen^ wurde Einiges aus den Landtagsberathungen unten mit 
aufgenommen (Nr. 290). Die Stimmung in Stadt und Land 
darüber, dass man einen Mann, ,der nicht ein geringer sondern 
der geheimste Diener der Landschaft sei, unverhört, unttber- 
wunden, hintangesetzt denen, (so) er ordentlich unterworfen, 
ad carcerem condemnire und aus dem Land weise*, war eine 
ausserordentlich erregte. Selbst der Bischof von Seckau sprach 
sich hierüber in scharfen Worten aus. Es sei so weit ge- 
diehen, dass man die guten Unteii;hanen um Leib und Seligkeit 
bringt, sagt ein Anderer: um die Seligkeit — das bezeuge 
die ganze ReUgionsaction, um den Leib, indem man selbst aus 
jedem geringfilgigen Worte, das etwa ,vertrauUcher Weise 
zwischen den vier Wänden gesprochen wird, ein crimen laeaae 
maiestatis mache*. Schon komme es dahin, dass man die bei 
den Bewilligungen festgestellten ^conditiones' nicht gelten lassen 
und einen etwaigen Schaden an dem Hab und Gut der Landes- 
verordneten einbringen will. Die Landschaft unterliess nicht, 
dem Erzherzoge eben jene Worte, um derentwillen Hirsch aus- 
gewiesen wurde, in weiterer Ausführung einzuhändigen, worauf 
er ihr sagen liess: ,Wenn man mit den Anzügen, als ob er 
seine Zusagen ins Vergessen gestellt habe, nicht aufhöre, werde 
er genöthigt sein, mit Ernst vorzugehen.^ Noch setzten die 
Lande einige Hoffnung auf einen Qenerallandtag, wenn auch 
keine Erfolge mehr wie 1578 zu erwarten waren, aber Karl 11. 
gestattete eine Generalzusammenkunft doch nur unter der Be- 
dingung, dass von den Verhandlungsgegenständen die Religion 
ausgeschieden werde. Dafilr verzichtete die Landschaft dar- 
auf, auf die von ihm gewünschten Neubewilligungen einzu- 
gehen. Kühl machten sie am 27. März bei Hof die Mittheilung, 
dass sie bereits verreist seien. 

An den Bitten und Beschwerden dieser Tage hatten auch 
die beiden Nachbarland schaft;en Kärnten und Krain regen An- 
theil genommen, ohne freilich damit ein günstiges Ergebniss zu 
erzielen. 

In den Münchner Conferenzen war auch darauf hin- 
gewiesen worden, dass das Schloss in Graz werde be- 
festigt, einem sicheren und zuverlässigen Befehlshaber über- 
geben und mit einer stärkeren Besatzung belegt werden müssen. 
Das geschah nun. Die Stimmung der Bevölkerung gab sich 



XXIX 



in Bitt- und Spottschriften kund (Nr. 322 und 323), Mit der 
Durchführung des Decretes gegen die Bürgerschaft wurde un- 
ausgesetzt fortgefahren. 

Der Ausweisung des Secretärs Caspar Hirsch im Frlih- 
tjahre folgte die des Magisters Eigen im Sommer. Auch über 
diesen Fall gab es einen grossen Schriften Wechsel und Gesandt- 
schaften an den in der Sommerfrische weitenden Landesherm. 
Alles Bitten war auch diesmal umsonst. Schon lässt sich einer 
der Wortführer der Protestanten, Matthes Amman, vernehmen 
(Nr. 330): ^Besser wäre es, der Laudesfiirst sagte es 
offen, dass er einen Lutherischen nicht dulden wolle/ 
An Caspar Hirsch wird gemeldet: , Schon nehmen die guten 
Leute ihren Abzug von da* (Nr. 331). Unter Einem kamen 
die merkwürdigsten Gerlichtc über das Verhalten Malaspina's 
ins Land (Nr. 332). Der Schriftenweehsel zwischen den ein- 
zelnen Landschaften und der Regierung wird immer gereizter. 
Den Erzherzog erbitterte namentlich die Verweigerung der 
Dargaben auf die windische Grenze, lieber den Verkehr ein- 
zelner Mitglieder des Landtages mit dem Erzherzoge geben 
die Nummern 335—339 Auskunft. Erst im Herbste 1583 schien 
sich eine geneigtere Stimmung bei Hofe durchzuringen. Man 
sah wohl ein, dass man das suavüer in modo bisber über- 
sehen hatte, Auskunft hierüber gibt Nr. 340. Indem man nun 
einen milderen Ton anschlugt giengen auch die Befehle des 
Erzherzogs in Betreff des neuen Kalenders ohne grosse 
Schwierigkeiten durch. Nachdem di<- Landschaften ein Gut- 
achten aus Tubingen eingeholt hatten, nahmen sie, trotz des 
Widerstrebens des Grazer protestantischen Ministeriums, die 
Einführung des neuen Kalenders an. Der antlingliehc Wider- 
spruch hatte seinen Grund auch in kirchlichen Bedenken: man 
fdrchtete ,das Fürbrechen des Papstes*. Alle die Actenstücke 
tlber die Verfolgung der protestan tischen Bürgerschaft im Jahre 
1583, den Process und die Ausweisung Egen*s und den Ka- 
lenderstreit bilden den Inhalt der unten folgenden 
neunten Abtheilung (Nr. 322—353). 

Wie sehlimm es mit dem Protestantismus in Inneröster- 
reich zu Anfang des Januars 1584 bestellt war^ entnimmt man 
den ^Hathschlägen^ vom 13. Januar (Nr. 354), in denen den 
StiftBpredigem die strengste Vermahnnng zu Theil wird, den 
Gegnern von der Kanzel herab keinen Anlaas zum Streite zu 



XXX 

geben. Schon wird das Briefgeheimniss nicht geachtet (Nr. 357 ;^ 
bis 359), aus dem ,Reiche' kommende Briefe werden mit Be- 
schlag belegt und aufgerissen. Man lässt an den Hof melden, das 
seien Praktiken, die in Wälschland geübt werden mögen, hier 
seien sie bisher ,Gottlob' noch nicht im Brauche. Man antwortet 
den Verordneten: ,Bei diesen gefährlichen, geschwinden Läufen 
sei man, um grösserem Uebel zuvorzukommen, nicht blos dazu 
sondern noch zu viel mehr befugt gewesen.' Die Liste der 
Beschwerden, die, wie vor einem jeden Landtage, auch dieses 
Mal aufgesetzt wurde, wird immer umfangreicher (Nr. 360). 
Jetzt tritt man gegen die Bauernschaften auf, die protestantisch 
waren, entfernt die Prädicanten von den Pfarren, deren Pa- 
tronatsrecht dem Herren- und Ritterstande zusteht, und lässt 
den Kammerprocurator in allen Fällen einschreiten, wo es sich 
um GtÜten und Schulden der Geistlichkeit handelt, statt die Sachen 
beim Land- und Hofrechte auszutragen. In die Aemter bei 
Hof und in der Regierung wird kein Protestant mehr 
aufgenommen. Hatte man sich im Herbste 1583 und während 
der Verhandlungen des sogenannten ,erkie8ten grossen Aus- 
schusses' im April 1584 der Hoffnung hingegeben, es werde 
in dem Verhalten gegen die Bürgerschaften im Lande, soweit 
sie der Augsburger Confession angehörten, grössere Milde ein- 
treten, so erschien anfangs Mai ein neuer Befehl, sich ,der 
Stiftskirche zu enthalten', der die früheren an Schärfe noch 
überbot (Nr. 371) und ein Gefllhl unter den protestantischen 
Herren des Landes hervorrief, das sich in Amman's bezeich- 
nenden Worten (Nr. 372) Luft macht: ,Ich hab' gleich selbst ^'' 
keine Lust mehr zu leben, wollt' Gott, es (cr)gieng heut das Auf- 
both, ich zog' mit Freuden dahin.' Nun werden Verzeichnisse 
jener Bürger begehrt, die die Stiftskirche noch besuchen (Nr. 373), 
und vermögliche Bürger ausgewiesen (Nr. 374—385 ff.). Am 
21. Mai machten an die 5000 Personen, die ganze Bürger- 
schaft sammt Weib und Kind, in der Burg einen Fussfall und 
bat, sie ruhig und unbedrängt bei dem Exercitium ihrer Con- 
fession zu lassen; denen wurde nicht blos durch einen Hof- 
diener angezeigt: ,Und wenn sie Tag und Nacht gar auf 
den Köpfen stünden, so sollen sie dennoch nichts ausrichten', 
es wurde ihnen auch noch der strengste Befehl gegeben, 
solche ,Fussftllle^ in Zukunft zu unterlassen. Alle Intercessionen 
seitens der verordneten Ausschüsse des einen oder des anderen 



oder aller drei Länder fanden keine Beachtung. Was lange 
edroht ward» der Stadt einen eigenen Anwalt zu 
letzen^ wird nun durehgetTihrt (Nr. 397), ja auch die Prädi- 
-canten geßlhrdet, wenn sie in Gewissensnothen ihren (Thmbens- 
genossen, und seien es auch Herren und Landleutc, beispringen. 
Am 5. October 1Ö84 erscheint das Decret, dass ,sich die Prä- 
dicanten des exercitü religioniö bei der Bürgerschaft in und 
ausser der Kirchen enthalten*. Wenn ilies Decret durchge- 
führt wurde, so war den Protestanten in allen Städten des 
Landes Lieht und Luft benommen (Nr. 4ü5). Hier knüpfte 
Ferdinand H. an, als er 1598 die protestantische Schule und 
Kirche aufhob und die Prädicantcn und Professoren aus Graz 
auswies* Wie man sieht, war die Form sclion unter Karl U. 
gefunden, ja auch die Ausfuhrung geboten; doch konnte diese 
bei der Zahl und Bedeutung der protestantiselien Bürgerschaft 
nicht wörtlich vorgenommen werden. Es mussten erst noch 
Massregeln getroften werden, um das kathoHselie Element unter 
den Bürgern zu heben. 

Am 13. Oct4>ber 1584 kündigte Papst Gregor XHL der 
Erzherzogin Maria die Abberufung Malaspina's und dessen Er* 
Setzung durch den Bischof von Britonoria an. Hatte Malaspina 
kdas Interesse der Gegenreformation liberal I auf das Kräftigste 
[ewabrty so scheint sein Charakter nicht frei von Flecken ge- 
esen zu sein, eine Sache, an der selbst die katholische Partei 
Anstoss nahm Sein Naclifolger suchte den katholischen Clerus 
des Landes zu heben und trat, namentlich bei der Besetzung 
von PrUlaturen, in diesem Sinne rathend, mahnend, ja auch 
Strafend auf. * Das war ja auch richtig, was nützten alle die 
Einzeimassregeln gegen die Protestanten (von denen die 
sehnte Abtheilung der unten folgentlen Acten noch 
eine ziemlich grosse Menge bat, Nr. 354 — 425), wenn nicht 
auch flir die Zucht des katboh sehen Clerus in entsprechender 
Weise Vorsorge getrolFcn wurde. In diesem Sinne sollte die 
1586 erstandene Universität in Graz, deren streng kathohscher, 
n alles ketzerische Wesen gerichteter Charakter im Stifts- 
laut betont wird (Nr. 42 Ü), wirken. Um die Bürger 

' 8. Ai« ernste VenuÄljniiug^, die er an Kr/Aier-A^tg Karl soüdot, weil in 
StAtiis und Voran iintanglirhe und tuiwürdigt» Hnlpste ein^penetzt wurden. 
Lö-tTili, Erzher/op Karl II und die Friife der Erriehtun^ eines» Klouter- 
talliie-'^ für Innerö»terrei<:h* Archiv für Österr. ütifluli. 84, 62-- 65. 



XXXII 

vom Herrenstande und der Ritterschaft zu trennen, machte die 
Regierung noch den Versuch, den Bürgern das Exercitium 
ausserhalb der Stadt zu bewilligen. Zu einer festen Abmachung 
kam es aber nicht, und mit einer blossen mündlichen Zusage 
hätten sich die Bürger nicht begnügt. 

Auch die eilfte Abtheilung ,Zur Geschichte der 
Grazer Universität' (Nr. 426—433) enthält noch einige ^2 
wichtige Nachträge zu dem schon bekannten Actenmateriale, 
so namentlich das Schreiben des Jesuitenprovincials Heinrich 
von Blyssem an Papst Sixtus V. über die Absicht Karls II., 
in Graz eine Universität zu errichten (Nr. 430). Das Verbot i^ 
für die einheimische Jugend, soweit sie nicht dem Herren- und 
Ritterstande angehörte, auswärtige Hochschulen oder inlän- 
dische Mittelschulen zu besuchen, steht mit der Gründung der 
Universität in engstem Zusammenhange. Indem sich aber so 
viele Bürger weigerten, ihre Kinder aus der protestantischen 
Stiftsschule, die nun trotz ihres hohen Rufes in den Augen der 
Jesuiten auch zu einer Mittelschule herabsank, zu nehmen, 
kam es zu mehrfachen Verfolgungen und schliesslich sogar zu 
schweren Tumulten in Graz, über welche die einzelnen Nummern 
der zwölften und letzten Actengruppe (Nr. 434 — 514) 
berichten. Die Verfolgung wird in den letzten Jahren Karls II. 
immer methodischer betrieben; es genügt hier, die Hauptphasen 
hervorzuheben. Zunächst wird ein strenges Verbot aller pro- 
testantischen Kirchenbauten selbst auf dem der Landschaft ge- 
hörigen Grund imd Boden erlassen; ebensowenig ist es den 
Landleuten gestattet, Kirchen oder Begräbnisskapellen zu er- 
richten. Als man darauf hinwies, dass diese Erlaubniss nach 
den abgeschlossenen Pacificationen doch nicht zweifelhaft sein 
könne, wurde erwidert, das hätte sich nur auf die damals 
,habenden' Kirchen bezogen, nicht auf die, welche in Zukunft 
erbaut werden sollen. Die ,Sepulturen^ auf den katholischen 
Friedhöfen werden den Protestanten untersagt, dabei wird aber 
strenge darauf gesehen, dass nicht irgendwo im Lande ein pro- 
testantischer Friedhof errichtet wurde. Unter Ferdinand H. 
wurde die Gegenreformation derart durchgeführt, dass eigene 
Religionsreformationscommissionen im Lande umherzogen und 
Städte und Märkte in katholischem Sinne reformierten. Solche 
,heilsame^ Reformationscommissionen waren aber damals nichts 
Neues. Auch hier hat man schon in den Tagen Karls IL die 



XXXIII 




hte Form gefiinden und solche Reformationscommissionen 
Auch arb<5it6D lassen. Nicht alle kamen glücklicli an das Ziel. 
Eine solche Commission, die im Eiinsthale Ordnung mauhen 
sollte, fand bei den Bauern dort nicht mir lebliaften Wider- 
spruch, sondern Widerstand mit gewalfneter Hand (a. unten die 
Nummern 455^ 456, 4G1^ — 463 und 468). Solche Commissionen 
finden wir in Veldes in Krain (Nr. 465 — 467 und 484), wo über 
dus gewaltthätige Vorgehen der Räthe und Commissäre von 
Brixeu und Freiaing Klage erhoben wird, in Radkersburg, 
Feldbaeb^ Marburg und anderen Orten (Nr. 479). Alle diese 
Cammissionen hatten die Autgabe, .sectische' Prediger und 
Sebulmeister auszuweisen, einen katholisch eji Stadtrath einzn* 
äetsen und die Stadtordnungen in katliohschem Sinne zu re- 
Tidiren. Das , Auslaufen* zu benachbarten Prädicanten, die 
sich etwa auf den Ilüfeo oder in den Schlössern des Adels 
fanden, wurde verboten und flir die Durchführung des Ver- 
tes der betreÖende Herr oder Lundmann verantwortlich ge- 
EDAchL Eine letzte Anordnung wollte endlich den Protestan- 
us in den Städten und Märkten fortan unrauglieb machen. 
an jedem Manne^ der in irgend einer Stadt Innerosterrcichs 
das Bürgerrecht erwerben wollte, wurde nunmehr der so- 
genannte katboliache Bürgereid (Nr. 493 und 498) verlangt. 
Jeder angehende Bürger sollte scliwören, ,sieh vor allen Dingen 
keiner Terfuhrerischen, sectischen Lehr' und < *pinion, sondera 
des allein seligmaclienden, uh ristliehen, katlioUseben Glaubens 
imd Keligion iheillmftig zu machen und die Stiftskirche all hier 
and alle anderen Zusammenkünfte^ tbiriuncn wider die katho- 
Bsche römische Religion gebandelt und tractirt wird, zu meiden.* 
TT -durch wui'de nicht blos den Frotestimten der Zutritt In die 
:!'Uidtt; und Märkte unmüglicb gcmuehty sondern auch den pro- 
testantiscbeQ Bürgern daselbst der Aufenthalt durchaus ver- 
leidet. Schon fielen die schwächeren Elemente ab: im Kampfe 
dAgegeo hatte der bewälirte Pastor des Landes Jeremias Hom- 
berger, me einstens Kratzer, dann Egen und Caspar Hirsch, 
tu die Fremde ziehen miissen^ jetzt gab es unter den prote- 
ttantischen Theologen im Lande nicht einen, der ihn ersetzte. 
In Folge der unaufhörlichen Drangsale grilf der Abfall um 
äicli, and dies gab den Predigern in der Stittskirche den An- 
lasa zu bitteren Erörterungen, die wieder den Grund zu De- 
ounctatiüueo boten. Schon hatten es die Jesuiten auf die Zer- 

F«al*>. fl. Ablh. Bd L. C 




XXXIV 

Störung des protestantischen Kirchen- und Schulwesens abgesehen^ 
schon wurden die Anginffe auf die protestantische Geistlichkeit 
im Lande immer wuchtiger, schon finden die Verordneten 
(Nr. 502), dass durch die jüngsten Erlässe (Nr. 501) dem 
evangelischen Bekenntnisse die Axt angelegt werde, schon gibt 
es Mitglieder des Herren- und Ritterstandes (Nr. 507, 508), 
die sich zum offenen Widerstände rüsten, und Bürger, welche 
die Drohung einer Parisianischen Bluthochzeit ausstossen 
(Nr. 510 — 512), schon drängt Alles einer Katastrophe zu, als 
der Tod des Erzherzogs der gespannten Lage ein Ende 
bereitet. 

Wer alle die Massnahmen gegen den innerösterreichischen 
Protestantismus in der ersten Hälfte des Jahres 1590 genau 
erwägt, dem ist es nicht zweifelhaft, dass ihm das Schicksal, 
das ihn acht Jahre später getroffen, schon jetzt zugedacht war. 



*2. Die Quellen zur Geschichte der Gegenreformation 
in InnerSsterreich. 

a) Die Materialien des steiermärkisohen Landesarohivs und der 
Registratur der steiermärkisohen Statthalterei. 

Die Materialien zur Geschichte der Gegenreformation in 
Innerösterreich konnten in der ersten Hälfte dieses Jahr- 
hunderts noch ziemlich vollständig in Graz gefunden werden. 
Die von der Regierung ausgegangenen Erlässe und Ver- 
fügungen und ihre ganze amtliche Correspondenz befanden 
sich in der Registratur der Statthalterei, über die Actionen der 
Stände fand und findet sich noch heute Alles im steiermär- 
kischen Landesarchive. Die Materialien der Registratur, die 
auf die Gegenreformation Bezug haben, sind neben manchen 
anderen im Jahre 1846 an das k. k. Haus-, Hof- und Staats- 
archiv abgegeben worden : es sind dies die innerösterreichischen 
Acten, die heute daselbst noch aufbewahrt sind. Von ihnen 
ist in der Grazer Registratur nichts zurückgeblieben als höch- 
stens das vage, in Graz verbreitete, Gerücht von noch reicheren 
archivalischen Schätzen über diese Periode, die daselbst irgend- 
wo — Niemand weiss es, wo — verwahrt sein sollen. Der 



XXXV 

Zustand dieses Archivs gestattet keine Untersuchung über die 
Stichhältigkeit dieses Gerüchtes. Es dürfte keinen reellen 
Hintergrund haben. Jetzt beginnen die hieher gehörigen Acten 
in der Registratur erst mit dem Jahre 1609, beziehungsweise 
1615. Bedeutend wird wohl bei einer noch so genauen Unter- 
suchung die Nachlese für eine frühere Zeit nicht sein. 

Um so reichhaltiger ist das Material fUr die Geschichte 
der Gegenreformation im steiermärkischen Landesarchive; es 
in Ordnung gebracht und den Forschem zur Ausnützung zu- 
rechtgelegt zu haben, ist eines der vielen Verdienste des Vor- 
standes dieses Archivs. Die betreffenden Schriftstücke finden 
sich in so vielen eigenen Reihen, dass es nothwendig ist, auf 
diese Bestände des Näheren einzugehen; das ist auch aus dem 
Grunde erwünscht, weil man erst dann über die Natur und 
Bedeutung des unten mitgetheilten Stoffes zu einem völlig 
sicheren Urtheile gelangen kann. 

1. Die Verordnetenprotokolle (V.-P.). 

In der schwierigsten Lage der Welt befanden sich in 
Innerösterreich in den schweren Jahren der Gegenreformation 
jene Landschafbsausschüsse, die man in Steiermark die Ver- 
ordneten schlechtweg, in Kärnten die verordneten Ausschüsse 
genannt hat, wogegen man sich in Krain an die Sprechweise 
der Steirer hielt. Sie hatten die sämmtlichen geschäftlichen 
Beziehungen der Landschaft in der Zeit zu unterhalten, da die 
Landschaft nicht tagte. Ausser ihren allgemeinen politischen 
Aufgaben oblag ihnen die Finanzverwaltung, die Handhabung 
der Ordnung und Polizei im Lande; seit 1578 waren auch die 
militärischen Agenden grösser geworden als früher. Ent- 
sprechend den vier Vierteln des Landes Steiermark hat man 
hier — und nur die steirischen Verordneten mögen hier aus- 
führlicher behandelt werden, weil die Nachbarländer Kärnten 
und Krain auch nicht im Entferntesten eine solche bedeutende 
Rolle gespielt haben als diese — vier Abgeordnete, bei deren 
Wahl auf die einzelnen Viertel: Judenburg, Ennsthal, zwischen 
Drau und Mur und Voran Rücksicht genommen • wurde. Mit 
Cilli kam der fünfte Abgeordnete hinzu ^ und als man in der 

* Die alte Eintheilung nach Vierteln ist aus den Steuer-, Wart- und Rüst- 
geldanschlagsbüchern am besten zu ersehen. 

c» 



XXXVI 

Kriegsnoth des Jahres 1578 das Begehren stellte, dass der 
Hof kriegszahlmeister stets ein Verordneter sein solle, wurde die 
Zahl auf sechs erhöht;^ anfänglich nur fllr den augenblick- 
lichen Bedarf,* später, seit 1583, flir die Dauer. 1583 finden 
wir Gera, Rindsmaul, Rathmannsdorf, Praunfalk, Saurau und 
Amman, 1584 Saurau, Gera, Rindsmaul, Praunfalk, Leng- 
haim und Seifried von Eggenberg. Die Verordneten hatten 
das Recht, bei wichtigen Fragen, die zur Erörterung kamen, 
sich durch Mitglieder des Herren- und Ritterstandes zu ver- 
stärken. Meist nahmen dann jene an der Berathung Theil, 
die in Graz selbst oder in der Nachbarschaft wohnten, wie die 
Khainach, Pranckh und Andere. Sonst aber wurde doch auch 
auf die Natur und Wichtigkeit des Verhandlungsgegenstandes 
gesehen und die geschäftskundigsten Mitglieder des Herren- 
und Ritterstandes herbeigerufen. Das sind in den Jahren der 
Gegenreformation unter Erzherzog Karl vornehmlich Hans 
Friedrich HofFmann und der ehemalige Landschaftssecretär 
Amman, der sich durch Besitz und Verdienste um die Land- 
schaft im kritischen Jahre 1578 selbst einen Sitz in der Land- 
schaft erobert hatte und lange Jahre neben Homberger die 
Seele der protestantischen Bewegung im Lande war. War das 
Amt eines Verordneten schwierig, so war es doch ein höchst 
ehrenvolles und darum sehr gesucht. ' Erst als die Verfolgung 
begann und die Lasten und die Verantwortung eines Verord- 
neten schier unerträglich wurden, hatte man Mühe, die Stellen 
in der gewtlnschten Weise zu besetzen. Die Sitzungen fanden 
wohl regelmässig statt; die Gegenstände der Verhandlung waren 
genau bekannt, und ,der Aelteste im Dienste hielt die Um- 



» L. A., L. H. 30, fol. 16üb. 

* ,noch dies Jahr und allein desswegen.' Nach L. H. 34, fol. 204 ist an- 
zunehmen, dass erst der sechste Verordnete Cilli entnommen wurde. 

' Die Stellen waren als Ehrenämter in der Regel unbesoldet Qleichwohl 
wurden den Verordneten die Kosten, die sie in ihrem Amte ausgelegt 
hatten, reich vergütet. Einzelne erhalten auch feste Bezüge, und werden 
ihnen Ehrengaben oft von bedeutendem Werthe zuerkannt: z. B. 1578 
L. H. 30, fol. 160 ab: ,und weil herr Erasam von Saurau nun etlich iar 
her in solcliem dienst und an jetzo die umfrag treulich und fleissig ver- 
richt hat, aber kein sonder ergötzlichkeit destowegen niemalen em- 
pfangen, ist berathschlagt, dass sein eltister sun, welcher zum studiem 
geschickt und tauglich, ein drei oder vier iar auf einer universitet mit 
E. E. L. Verlag als iarlich 200 fl. underhalten solle werden . . .' 



XXXVII 

fraget Wurde der Ausschuss verstärkt, so fanden sich wohl 
an die 10 — 15 Mitglieder ein, die dann tiber die vorgelegten 
Fragen ihre Meinung abgaben und von dem Secretär proto- 
kolliren liessen. In den Tagen, als die reformatorische Be- 
wegung begann, war unter den Verordneten stets noch ein 
Vertreter des Prälatenstandes ; ^ in den Tagen Karls 11. wäre 
das nicht möglich gewesen, und die Versuche, die Karl IL 
machte, dies alte Verhältniss wieder einzuflihren, waren um- 
sonst, während man doch in Niederösterreich noch 1565 ein 
Mitglied des Prälatenstandes in die Zahl der Verordneten auf- 
nimmt; und als dies Mitglied die Aufnahme nicht erlangt, dies 
damit begründet wird, das sei geschehen, nicht um den Prä- 
latenstand zu kränken, sondern ,um die Prälaten zu einem 
gleichmässigen Zwangsverfahren bei der Einbringung der Steuer- 
rückstände zu verhalten'. ^ Bei der Wichtigkeit und dem grossen 
XTmfange der Geschäfte der Verordneten ist es nun von grosser 
Bedeutung, dass sich die Protokolle Über ihre Sitzungen wenigstens 
aus jener Zeit, die hier zu behandeln ist, vollständig erhalten 
haben. 

Diese Verordnetenprotokolle beginnen mit 1558. Für 
die Zeit der Gegenreformation unter Erzherzog Karl 11. ent- 
halten sie eine Fülle wichtigen StoflPes. Vom Jahre 1583 an- 
gefangen sind einzelne Worte und Satztheile ausgestrichen, 
doch zumeist nicht derart, dass sie nicht zu lesen wären; zu- 
nächst sind es die Namen der Redner in den auf die Ver- 
treibung des Secretärs der Landschaft Caspar Hirsch bezüg- 
lichen Partien. Die Feder wurde im Zickzack oder in Wellen- 
linien durch das zu streichende Wort gezogen und dann ein 
feiner weisser Streusand darüber geworfen. Das ist eine Art, 
die mit der sonstigen Weise, Correcturen anzubringen, nichts 
zu thun hat, denn sonst wird einfach ein Strich durch das be- 
treffende Wort gezogen und von einer Benützung des Streu- 
sandes abgesehen. In der Berathung vom 22. April ist zum 
ersten Male ein grösserer Satztheil ausgestrichen, es handelt 
sich, soweit man sehen kann, um die Uebernahme der dem 
Secretär gehörenden Bücherei durch die Landschaft. Die 
nächsten Tilgungen betreffen die Berathungen über die Ver- 



* 1528 ist noch der Propst von Voran unter den Verordneten. 

* N. Ö. L. A. Präl. Arch. 7. 2. 



XXXVIII 

bannung des Magisters Egen (17. Juli); dann werden die 
Namen aller landschaftlichen Prediger unterdrückt: Namen 
wie Egen, Tonner und Hornberger finden sich fast nirgends 
in leserlicher Gestalt wieder. Diese Tilgungen reichen bis 
1590 und darüber hinaus und betreffen ausschUesslich Dinge, 
die auf die protestantische Kirche und Schule oder die prote- 
stantischen Lehrer und Geistlichen Bezug haben. ^ Es wurde 
somit ein grosser Theil dessen, was in den Sitzungen ver- 
handelt und der auch aufgezeichnet wurde, vernichtet, und es 
stünde schlecht um unsere Kenntniss von diesen Dingen, wenn 
sich nicht zum Glücke die meisten Acten noch in der Gestalt 
von Concepten unter den Landtagsacten fanden oder in der 
Registratur vermerkt würden. Schade ist es freilich, dass in 
solcher Weise aus den im Landesausschusse stattgefundenen 
Debatten die schärfsten Stellen ausgemerzt wurden. 

Man begegnet diesen eigenthümUchen Tilgungen des 
Textes noch 1598 und darüber hinaus. Da der Landessecretär 
Stephan Speidel, in dessen Händen nach der Vertreibung des 
Secretärs Caspar Hirsch die Leitung der Kanzlei lag, am 
22. Juni 1597 starb, so ist ersichtlich, dass diese Streichungen 
— sie wurden, wie man aus der Tinte, dem gleichen Streu- 
sande und anderen Merkmalen sieht, zu einer Zeit vorge- 



* z. B. zu 1584, Juni 28: »sein filr die Herrn Verordneten kommen drei 
hiesige Bürger, welche auch von denen persecutoribus Jesuiticis ausser 
Land verschafft, und haben erzählt, was ihrethalben beschehen.' Es 
wird ihnen von Herrn von Saurau die Antwort gegeben: ,MUs8en der 
weltlichen Obrigkeit Gehorsam leisten, geschieht ihnen was Wider- 
wärtiges . . .* die folgenden Worte sind getilgt. Ebenso ist von den 
Berathungen über die Frage, ob der Bürgerschaft zu empfehlen sei, das 
Exercitium religionis ausserhalb der Stadt zu suchen und sich des Be- 
suches der Stiftskirche zu begeben, ein grosser Theil nicht mehr su 
lesen. Aber die wichtigsten Reden haben sich doch noch erhalten. 
Zum 11. Juli 1585 stand der Titel: ,Das besch warlich Decret in Re- 
ligionssachen zu . . .* Hier sind die Worte ,beschwerlich, Religions* 
und das letzte jetzt nicht mehr erkennbare Wort getilgt. In den Ver- 
handlungen selbst ist jede Spur verloscht, die darauf hindeuten möchte, 
dass es sich um kirchliche Dinge handelt. In der Rede des Herrn von 
Trauttmansdorff stand: ,Ist ein Sach\ die trifft unserer Seelen Seligkeit 
an*, hier sind die drei letzten Worte getilgt. Zum 16. October stand: 
,Herr d. Homberger's Ausschaffung.* Der Name ist getilgt. So auch, 
was in der Correspondenz mit Tübingen sich auf Homberger oder einen 
anderen Prädicanten bezieht. 



XXXIX 

nommen — dessen Nachfolgern zur Last fallen. Die letzten 
gehören in den März 1600; d. fa. in die Zeit der Ausweisung 
sämmtlicher protestantischer Kirchen- und Schuldiener. Man 
^rd schon daraus entnehmen dürfen, dass der Zweck dieser 
Tilgungen der war, dass sich die Verordneten vor einer Ueber- 
raschong und den durch eine etwaige Beschlagnahme der Ver- 
ordnetenprotokolle sich ergebenden Gefahren sicherstellen 
wollten. Die letzte Streichung ist zum 15. März 1600 gemacht. 
Da liest man: ,Herr Petter Christoph Praunfalkh und Herr von 
Stainach haben die . . . der . . . verriebt. Herr Hoffmann hat 
ein gült zum Spital zu Schladming gestifft, ist durch die fürst- 
liche commissari eingezogen und dem perkrichter übergeben 
worden/ * 

2. Die Landtagsprotokolle (L.-P.). 

Die Verordneten hatten die Pflicht, über ihre Geschäfts- 
gebarung seit dem letzten Landtagsschlusse dem neu zu- 
sammentretenden Landtage Rechenschaft abzugeben. In be- 
wegten Zeiten, wie zum Beispiele im Jahre 1591, wurden solche 
Rechenschaftsberichte zu ft)rmlichen Staatsschriften, denen eine 
grosse Bedeutung zukommt und auf die hier insbesondere auf- 
merksam zu machen ist. Von den Verordneten hing es auch 
oft ab, ob der Landtag in kürzerer oder längerer Frist be- 
rufen wurde, je nachdem sie selbst ihren Competenzkreis weiter 
oder enger zogen und in diesem letzteren Falle auf den Land- 
tag als die competente Stelle verwiesen, an der die Geschäfte 
erledigt werden könnten. Am Landtage nahmen Antheil die 
Prälaten, die Herren und Ritter und die Vertreter der Städte 
und Märkte. Die Betheiligung ist stets eine lebhafte gewesen. 
In den Tagen der Gegenreformation unter Karl II. halten sich 
die Prälaten von allen Berathungen, beziehungsweise Beschlüssen, 



Wie in Öteiermark, war in der HauptMache die Einrichtung auch in 
Klagenfurt und Laibach. Aus den Klagenfurter Verordnetenprotokollen 
hat Lebinger, Geschichte der Reformation und Gegenreformation in 
KUgenfurt II, 13, einige bezeichnende SteUen aus den Landtagsproto- 
kollen mitgetheilt; aus den Noten 223 auf S. 12 ist ersichtlich, dass von 
ihnen die Ausschussprotokolle (in Steiermark heissen sie Verordneten- 
protokolle) geschieden waren. Für Krain ergibt es sicli aus Dimitz 

m, 215. 



XL 

fern, in denen kirchliche Fragen zur Behandlung kommen. Es 
ist nur ein seltener Fall und geht meist auf eine Anregung der 
Regierung zurück, wenn in solchen Fällen die Prälaten mit- 
reden. Von den Herren und Rittern gibt jeder mit näherer 
oder auch ohne Motivirung seine Stimme ab. In letzterem Falle 
schliesst er sich meist einem bedeutenderen Redner an. Und 
an solchen fehlt es nicht. Die Reden Hans Friedrich Hoflf- 
mann's hatten eine ergreifende Wirkung, der sich auch Gegner, 
zu denen der LandesfUrst selbst gehörte, nicht entziehen konnten. 
Allerdings war freilich nur die Art des Vortrages — sie moss 
eine besonders lebendige gewesen sein — Eigenthum des Redners; 
sonst waren die Motive insgesammt, die zutreffendsten Schlage 
Worte u. s. w. schon in den Vorverhandlungen im Landtage 
selbst und in den meisten Fällen von anderen Rednern ge- 
fallen als jenem, dem dann die Aufgabe zufiel, vor dem 
Landesherrn zu sprechen. Von den Städten und Märkten 
wurden über die dreissig Deputierte an den Landtag gesendet. 
Im Jahre 1591 fanden sich ein: von Graz 4, von Leoben 1, 
Brück 2, Judenburg 1,^ Radkersburg 2, Marburg 2, Knittel- 
feld 1, Windisch-Feistritz 1, von den Märkten: Fronleiten 2, 
Vordernberg 1, Trofayach 1, Neumarkt 1, Mürzzuschlag 1, 
Aussee 2, Kindberg 1, Obdach 1, Weissenkirchen 2, Schlad- 
ming 1, Wildon 2 und Feldbach 2, zusammen 31 Abgeordnete 
aus 20 Orten. Aber sie Alle hatten, wie sie zuletzt stimmten, 
auch nur eine Stimme. Und selbst diese sollten sie, den 
Wünschen der Regierung entsprechend, in gewissen Fällen 
nicht abgeben dürfen. Im Jahre 1587 wurde von ihnen be- 
gehrt, abzutreten, wenn die Religionsangelegenheiten berathen 
würden; sie beschweren sich dagegen und erklären, sie seien 
nunmehr von diesen Berathungen schon durch 21 Jahre nicht 
abgeschafft worden. In den ersten Stürmen der Gegenrefor- 
mation wurde von der Regierung wiederholt der Versuch ge- 
macht, ihre Interessen von denen des Herren- und Ritter- 
standes zu sondern. 

Bevor es zu den Berathungen im Landtage kam, wurde 
ein ,Generalextract' des früheren Landtages auf den Tisch des 
Hauses gelegt, so z. B. 1578 in zwei Exemplaren, ,damit die 
Herren und Landleut sich darin allzeit ersehen könnend 



^ In dem Actenstücke steht: ^dise 4 stOt haben bargermeiBter\ 



XLI 

In diesem Generalcxtraiitc fehlt es nieht selten an hissigen 
Bemerkungen, z. B,: Im Keligionsextracte entschuldigt sich die 
F. D* hoch, viel höher aber die Jesuit er, ,wclche nie kein 
Wässerlein getrübt habend In späterer Zeit wurden ausser den 
Bxtracten der früheren Sitzung auch die Gegenstände der 
Tagesordnung in so vielen Exemplaren auf den Tisch des 
Hauses niedergelegt, als Mitglieder anwesend waren» 

Die Freiheit der Rede wurde vollständig gewahrt.* Eines 
der wichtigsten Erfordernisse fUr jeden Land boten war, dass 
er verschwiegen sei, als zweites kam hinzu, dass er per- 
säuliche Antiistungen vermeide; die .Offieiere^, d, h, die Leute, 
die im landesfürstlichen Dienste standen, durften im Land- 
tage nicht bei ihrem Amtstite! angesprochen werden. Wenn 
ein Redner da» Wort erlangt hatte, durfte ihm Niemand dar- 
ein reden. 

Bei der dem Katholieismus so feindliehen Strömung ist 

es OÄtUrlieh, dass der Regierung daran gelegen war, so viel 

katholischen Mitgliedern als nur möglich die Landsmannschaft 

ani ▼erschaffen. Aber eben den Käthe! iken machte die Landschaft 

die grösste Schwierigkeit, und, nm nur einen Fall anzuführen, 

die Verhandlungen wegen der Aufnahme des Camillo Suardo 

in die steirische Landsmannschaft zogen sich Jahre lang hin. 

Ke Landschaft wollte hie von ebenso wenig wissen, als der 

Begienmg die Aufnahme Amman's angenehm war. Nicht den 

ernten Besten wollte man an der Spitze des Landes als Landes- 

, Hauptmann sehen. So lange es möglich war, schlug die Land- 

p%ehaft selbst dem LandesfUrsten die ihr geeignetsten Person- 

liebkeiten vor; seit dem Beginne der Gegenreformation wiu*dQ 

aber auf diese Vorschläge um so weniger Rücksicht genommen, 

je mehr die Landöchaft daran dachte, nur Angehörige der Augs- 

bui^erConfession in die Liste der Vorssusc Wagenden aufzunehmen. 

Nur so ist es zu erklären, dass unter den Landeshauptleuten 

dieser Zeit einer aus der Familie der Montfort erscheint, die im 

Lande damals wenig Ansehen hatte; aber andere katholische 

Adelfifamilien gab es nur wenige, und selbst unter den wenigen 

' L. A. 1683, Mär« Hi, ,Dieweil vuti altera bem in ixbUcheiu ^uetem 
gebmuch erhalten worden, «lukhe« aucli die laudeiHfreihBiteii mit sieb 
Magen, dtta& ein jeder horr und laiidmann in denen offnen landtä^n 
mit seiner stimm frei aein utid diLruiider von nieiumiden ime ein- 
gesprengt werden solle . , / 



XLII 

gab es wenigstens keine geeigneten Anwärter fUr die Stelle. 
Welche Qualitäten ein Landeshauptmann haben soU^ darüber 
war man sich im Klaren.^ Ueber ihre Rechte wachte die 
Landschaft in eifersüchtigster Weise. Stets hielt sie sich den 
Satz vor Augen: Ein jeder LandesfLlrst muss^ ehe ihm ge- 
huldigt wird, den körperlichen Eid ablegen^ sie bei ihren 
Rechten, Freiheiten und guten Gebräuchen und Gewohnheiten 
bleiben zu lassen. Die Freiheitsbriefe des Landes waren genau 
verzeichnet und wurden in verschiedenen festen Schlössern 
adeliger Herren aufbewahrt. 

Es ist ja begreiflich, dass die Landtage im 16. Jahr- 
hunderte in ganz Innerösterreich ein viel höheres Ansehen ge- 
nossen als jemals früher oder später. Hier wurden eben nicht 
nur die politischen, sondern, was in diesem Jahrhunderte noch 
mehr galt, auch die kirchlichen Freiheiten des Landes ener- 
gisch vertheidigt, und kein Landmann hätte es unterlassen, 
seine Beschwerden am Landtage anzubringen. Diese wurden 
gesammelt, und erst wenn die Regierung sie in entsprechen- 
der Weise erledigt hatte, wurde in die Berathung über neue 
Forderungen der Regierung eingegangen. Dem Landtage 
wurde am Tage, an dem er zusammentrat, die landesfürst- 
liche Proposition, der ,Fürtrag' vorgelesen; darin waren alle 
Wünsche und Begehren des LandesfUrsten verzeichnet. In 
offener Landtagssitzung wurde hierüber berathen und dem 
Landesfürsten eine schriftliche Beantwortung der Proposition 
eingesandt. Wurden die Wünsche der Regierung anfangs ab- 
gelehnt, so entspann sich darüber ein Federkrieg, der zu Re- 
pliken, Dupliken, Tripliken bis zu Novempliken führte und 
nicht immer mit dem Siege der Regierung schloss. Was ja 
für das 16. Jahrhundert so bezeichnend ist, in den politischen 
und finanziellen Fragen hielt auch der Prälatenstand zu den 
anderen Ständen, es kam vor, dass die politischen Rücksichten 
und wohl auch die finanziellen die kirchlichen überwogen, und 
wer heute die Landschaftsprotokolle von Steiermark etwa aus 
den letzten Achtziger- oder ersten Neunzigerjahren Uest, wird 
manche Aeusserung von den Wortführern der katholischen 
Partei, etwa von einem Martin Brenner, finden, die ihn in 
Verwunderung setzen mag. Aus alledem ist ersichtlich, dass 



1 L. H. 1584, 3. März, 5. März. 



XLIIT 

diese Landtagsprotokolle zu den wichtigsten Quellen der inner- 
österreichiseheii Geschiebte im XVL Jahrhundert gehörten. Sie 
9Uid wie in Graz, so auch in Klagen fürt und Laibach geflÜirt 
^worden^ haben sich aber nicht überall so gut erhalten wie in 
Graz, wo sie von 1575 an fortlaufen. Sie wurden ja auch in 
Steiermark viel früher schon geführt, auch haben sich Reste 
von Protokollen aus älterer Zeit noch erhalten, aber erst im 
Anfange der Siebzigerjahre wurde in dem ständischen Kaiizlei- 
vresen grllndlieh Ordnung gemacht. Es war das namentlich 
ein Verdienst Hans Fried rieb Hotfiuann's und des damaligen 
landschaftlichen Seeretärs Matthes Amman.* 

Die Protokolle des Landtages bieten nun ein wahrheits- 
getreues Bild der Vorgänge. An der Spitze jedes Protokolls 
steht ein knapper Bericht^ wann, wo und unter welchen Ver- 
hältnissen die landesfürstliche Proposition, wir würden heute 
sagen — die Thronrede verlesen wurde. Die Worte, die etwa 
von dem Landesfilrsten selbst noch angefugt wurden, sind ge- 
nan vermerkt* Die hiebei anwesenden Mitglieder des Land- 



• Am 13. Juli 1612 richtet H. (t. Hotfmann» ©in Sobo Hau» Friedrichs, 
ein Sehreibeo an den oberston Erbsehenk der Steiermark Georg von 
Stabenbergf darin er 8t cb Über gewisse falsche Nachrichten, die Hans 
und Stamm der Ploffmann betrefeti, beklagt nnd unter den Verdieiasteu 
fleines Vaters auch Folgendes berausbebt: 4. ,Mein Vater selig^er sollt' 
bei E. E. L. weg^en seiner Verdienste mehr Dank haben, denn er ist 
dier Ordnung, die man jetxt hältf Autor, und das» man vorher i^ der 
lAiidituben, wie ich oft gehört, ohne grosses Gepräng' nur s&UAammeu^ 
geaeaaen, nur Schreibtafel gebraucht, souderliche Secretarios uicbt gehabt, 
die negoHa relipimi» auch erst hei Cr, 8cbranzeu fürkommen, hat dieses 
alles^ was jetiBt in esse ist, mein Vater seh eomponirt und in formam 
gebracht, wie er daneben, als er »ngleich Verordneter und Verweser ge- 
wetl, sammt Secretar Amman an der Landrecht- Reformation, das meiste 
gegehuUedt and gethaii, welch eft ich mit fUrnuhmlicheu brietlicheu Do- 
euaaentis zu dociem hEtte, wie er hernach von E. L umb^ogen, ge- 
Vraucht und in alle Winkel und Lrjcher zum Auskochten gesteckt, endlich 
in Ungnaden seines LandsHirsten gebracht, stecken gelassen, verfolgt, 
verachl, verarmt etc. « . .* L. x\. Archiv Stubeuherg. 

' Ich will ein drastisches Hüispiel aus dem Jahre 1575 an fügen : ,d6n 
XXV UL Novembris 76 haben l, F. I>^ iiiorgena frue die proposition in 
der purgkh thuen lassen und selbst daneben v er meldt, daaa 
1. D* glaubwürdig erindert, wie etlicli landleut in derselben abwesen 
betten zu ier verklienerimg ier maul gewaschen gehabt, als solte 
I. D*' iinr ierem lust daussen abgewart und iero das gemain wesen und 
obligen des laudes nicht angelegen sein lassen. Dardtirch dann 



XLIV 

tages werden aufgezählt, in der Weise, dass der Landeshaupt- 
mann an erster Stelle steht, dann folgt der Bischof von Seckau, 
hierauf, soweit die Zahl der Prälaten reicht, abwechselnd ein 
geistliches und ein weltliches Mitglied; Städte und Märkte 
werden, wie sie nur eine Stimme haben, so auch nur einmal 
angefilhrt. Bei der LandtagseröfFnung am 28. November 1576 
sind ausser den Vertretern der Städte und Märkte 59 Mit- 
glieder anwesend, darunter sechs Vertreter des Prälatenstandes: 
der Bischof von Seckau, die Aebte, beziehungsweise Pröpste 
von Renn, St. Lambrecht, Admont, Seckau imd Voran. Die 
Verlesung der Proposition erfolgt ein zweites Mal im Sitzungs- 
saale selbst, während die erste in der Burg stattfindet. Die 
zweite Verlesung geschieht noch denselben Tag, und zwar 
Nachmittags. Den Tag darauf beginnen die Berathungen, wo- 
bei, wie in dem vorliegenden Falle, auch ein Zusammentreffen 
mit den eben tagenden Land- und Hofrechten stattfinden kann; 
diese werden dann, falls am Landtage besonders wichtige Dinge 
zur Berathung kommen, verschoben. Die Tagesordnung umfasst 
oft mehrere Punkte, z. B. in dieser Sitzung ,1. den Pruckheri- 
schen Auszug der Beschwerung, 2. Jägerei, 3. Hegung des 
Wildprets, 4. Neuerung im Viertel Cilli und 5. Lehenssachen. 
Jedes Mitglied des Landtages spricht dann gleich unter Einem 
zu allen flinf Punkten der Tagesordnung. Das Wort nimmt 
zuerst der Bischof, dann die Anderen, meist in der oben an- 
geführten Reihe. Nachher erfolgt der Ausspruch mit der 
Formel: ,die Hennen schliessen mit der meisten Stimm' u. s. w. 
Am folgenden Tage wird die in Gemässheit dieses Ausspruches 
abgefasste Schrift — in diesem Falle eine Beschwerdeschrift — 
,abgehört' und, da es sich um kirchliche Dinge handelt, von 
dem Bischöfe in seinem und im Namen der Prälaten der An- 



I. D^ unrecht und ungüetlich beschechen und denen woll erlassen 
sein mechte; denn zudem dass I. D^ aus wissentlichen ursacheti 
daussen aufgehalten worden, so betten sie auch anheimbs merers nicht 
richten können als sie daussen gericht und iero, wie sies mit gott zu 
bezeugen, hoch gnueg angelegen sein lassen und wol nicht so vil ge- 
richt were worden, da I. D^ anhejmbs gewest, wie sie den vill lieber 
alda bey ieren gehorsamen underthanen gewest weren. Wolten also die 
landleut ermant haben, dass sie sich dessen und I. F. D^ also im maul 
zu tragen, massen und enthalten wollten. Ich (Landeshauptmann?) hab 
communiter geantwort, dass mans angehert und verstanden und weHter 
ersehen und beraihschlagen werde. . . .* 



XLV 



gestellt, bei dem Artikel ^betreffend die Religion und 
Jesuiter* hinzuzusetzen ,außser des henn biachofs und der 
prelattenV. 

Aus den Reden einzelner Mitglieder werden die wich- 
tigsteu Sätze aufgezeichnet. Es können, da manche Redner 
rasch gesprochen habeTi wcrdeiij nur Sehla^worte sein; da 
ii&ngt es ja wohl davon ab, falls etwa ein und der andere 
Secretä^r rasch und auch entsprechend deutlich schrieb, ob 
diese Aufzeichnungen noch zu lesen sind oder nicht Nicht 
jeder Schriftführer hat einen so deutlichen Zug wie Stephan 
Speidel; die Schrift seines Nachfolgers Viechter ist nicht mehr 
60 deutlich. Es wurde streng darauf gesehen, dass von den 
Debatten nichts aus dem Hause hinausgetragen werde, und da 
dies nicht immer verhütet werden konnte und vielleicht gerade 
ADxQgliche Reden gern ausgebeutet wurden, so gab es hier- 
über einige scharfe Erlasse, ja es kommt vor, daas ein Stadt- 
vertreter von der Session ausgeschlossen wird. Bei der grossen 
Freiheit der Rede, die in den Versammlungen des Landtages 
gebräuchlich war, Hessen sich die Redner of^ in Discussiouen 
ein, die sie unter anderen Umsüinden vielleicht vermieden 
hätten. Andererseits waren die Redner immer genöthigt, den 
gegnerischen Standpunkt zu berücksichtigen. Man ist erstaunt, 
«u sehen, wie rücksichlövoll sich der Bischof Martin Brenner 
gegen die protestantische Majorität im Landtage zu halten 
weiss, und wie oft er ihnen entgegenkommt oder ihr Vorhaben 
begreiflich findet, ja selbst durchblicken lilsst, dass er ftir seine 
Person nicht den extremsten Forderungen seiner eigenen Partei 
zustimme, aber auf Verhältnisse und Personen Rücksicht nehmen 
müsse. Das thun gelegentlich auch einzelne Prälaten, denen 
die Dazwischenkunft des Nuntius und der Jesuiten oft genug 
unerwilnscht war. Aus den hier gehaltenen Reden werden 
dann der Hauptsache nach die meisten Landtagsschriften^ so 
weit sie eben vom Landtage selbst ausgehen, zusammengestellt. 
Man sieht somit aus diesen Protokollen oft mehr als aus 
anderen Schriftstücken, wie sich die Thatsachen entwickeln 
und vollziehen, man lernt die Absichten der Parteien kennen 
und kann über die einzelnen Persönlichkeiten ein sicheres 
ürtheil gewinnen. In dieser Beziehung sind die Landtags- 
protokolle eine Quelle von unvergleichlichem Werthe, Freilieh 
darf bei ihrem Umfange nicht dai-an gedacht werden, dase sie 




XLVI 

etwa vollinhaltlich gedruckt würden; dem stünde auch der 
Umstand im Wege, dass sie in manchen Partien einfach un- 
leserlich sind. Für die Zeiten von 1598 an müssen sie stets 
zu den Actenstücken zum Vergleichen herangezogen werden, 
bis dahin ist es bei der Menge eigentlicher Protestantenacten, 
die uns das Verständniss der landesftirstlichen Erlässe wesent- 
lich erleichtem, minder nothwendig. 

3. Die Protokolle der Land- und Hofrechte. Die Aus- 

gabebticher. 

Da auch die Hofthaidinge sich mit Fragen kirchlicher 
Natur abgabeuy^ z. B. die Aufnahme von protestantischen Geist- 
lichen in ihre Verhandlungen zogen, in die sie gewiss nicht ge- 
hörten, und ebenso Schulangelegenheiten hier mitunter erörtert 
wurden, so müssen auch die Protokolle der Land- und Hof- 
rechte genannt werden. An die in den Land- und Hofrechten 
versammelten Herren und Landleute wandten sich in den 
Zeiten der Verfolgung, namentlich in der Zeit, wo man die 
Bürger nöthigte, den katholischen Bürgereid abzulegen, die 
bedrängten Bürger und fanden auch hier die gewünschte, 
freilich niemals erfolgreiche Hilfe. Die Bücher, in denen diese 
Protokolle enthalten sind, beginnen, soweit man dermalen er- 
sehen kann, mit dem Jahre 1565. Am 19. Februar d. J. tritt 
der Wortführer des steirischen Protestantismus Matthes Amman 
auch hier als Protokollführer ein. Nach ihm wurden die Pro- 
tokolle von Caspar Hirsch und Stephan Speidel geführt; der 
Letztere liebt es, in den LandschaftsprotokoUen und so auch 
hier bezeichnende Verse an die Spitze der ProtokoUe zu setzen. 
Aus demselben Grunde, aus dem hier die Protokolle der Land- 
und Hofrechtsverordnungen genannt werden, dürfen auch die 
, Ausgabebücher' nicht tibersehen werden. Sie beginnen mit 
1577 und laufen mit geringfügigen Unterbrechungen regel- 
mässig weiter. Wichtig sind sie hier wegen der Angaben über 
die Bezüge der 1. Barchen- und Schuldiener u. s. w. 



^ P. L. H. R. 1565, fol. 34: ,der geistlichen Ausstände betreffend.* fol. 35: 
ylnstniction puncto reUgicnU,*^ fol. 36: ,Scliaelordnung.* Wegen eines 
Platzes für eine (protestantische) Schule. — Die Sitzungen der Land- und 
Hofrechte fanden wohl nicht immer zu ein und derselben Zeit statt 
1687 tagen sie am 24. Juni und 8. December, im folgenden Jahre am 
1> Juli und 4. Noyember. 



XL VII 



4. Die Laridtagsacteti (L. A,). 

Leihe beginnt schon 1457. Hier koraraen aber nur die 
I>aiidtagsaeteii seit 1578 in Betracht; die von 1457 können Land- 
tagsacten eigentlich nicht genannt werden, denn sie enthalten 
nur eine Zusamnienstetlung der Bewilligungen der Landtage 
unter Friedrich III. (1457, 1461, 1470J, Maximilian L (1496, 
1500, 1503, 1504, 1506, 1509, 1511, 1514, 1516, 1518), Fer- 
dinand L und den folgenden Regenten bis 1615. Die eigent- 
lichen Acten — aber auch da hat man es anfiinglich nur mit 
einzelnen Stücken, oft auch nur fragraen tarischer Art, zu thun 
— fangen mit 1458 an. Sicheren Weg hat man erst mit 1467, 
Wie geringfügig ist aber dies Actenmaterial noch, wenn man 
es mit dem aus den letzten 12 Jahren der Regierung Karls II. 
vergleicht. Ich will von dem Landtage des Jahres 1578 ab- 
sehen, welcher eine ungeheure Masse von ActenstUcken um- 
fasst, da auf ihm so grundlegende Fragen wie die Landes- 
defension und die Religionspacification zur Verhandlung kamen. 
Aber auch für die folgenden Jahre bieten die Verhandlungen 
ausgerordentlieh viel wichtige iluuiente und ist demnach das 
Actenmaterial ein ungeheures. Und in allen diesen Verhand- 
lungen nimmt die kirchliche Frage den ersten Platz ein. In 
den Landtagsacten finden sich die Concepte der grossen, an 
den Landesfürsten gerichteten Eingitben in den kirchhehen 
Beschwerden und, da von 1578 an Kärnten und Krain mit 
Steiermark in kirchlichen Fragen ,cin einziges Corpus* bilden, 
aueh die Conccpte aller BluHcIUc, die von Graz aus nach 
Klagenfiirt und Laibach abgefertigt wurden. Die eigentlichen 
Acten des Landtages sind somit meistens in doppelter oder 
dreifacher Anzahl vorhanden; oft in noch grösserer Zahl, wenn 
man z. B. die Absicht hatte, von dem Vorgehen in kirchlichen 
Fragen nicht blos die zwei anderen inneröslerreichischon, dann 
die beiden Länder Nieder- und Oberosterreich zu verständigen, 
»ondem auch an auswärtige Persönlichkeiten, namentlich an 
Reichsatände zu berichten. 

In den Acten erscheinen, wenn sie vollständig sind: 
1. Die Beruf ungssch reiben durch den Landesfürsten. 2, Das 
dem Landtage vorzulegende Referat über die Vorgänge im 
Lande seit dem letzten Landtage; dies Referat wird in der 
Regel mit den hiezu gehörigen Beweijaätlickeu, als Urkunden, 



XLvni 

Correspondenzen u. s. w. belegt. 3. Die vom Landesausschusse 
zusammengestellten Beschwerden und 4. die Proposition niit 
den vielen daran anknüpfenden Antworten und Qegenantworten, 
Rechnungsbelegen, Defensionsangelegenheiten u. s. w. 

Was nun die ReUgionsangclegenheiten betrifft, so werden 
von den Verordneten die Beschwerden zusammengestellt und 
die dem Landtage hierüber vorgelegten Schriften berathen. Aus 
der Berathung ergibt sich dann die ,Religionsschrift^, die fast 
in jedem Landtage der letzten zehn Jahre dem Landesfbrsten 
vorgetragen und von ihm meist mit einer Resolution beant- 
wortet wird. Da in die kirchlichen Streitigkeiten auf einzelnen 
Landtagen, wie z. B. auf dem grossen Landtage 1580/81, auch 
Salzburg und Tirol eingreifen, so fllhrt dies zu einer Corre- 
spondenz auch mit diesen Ländern, beziehungsweise mit ihren 
Landesherren. Sehr stark ausgebreitet ist diese Correspondenz 
in den Jahren 1582 — 1583, wo man gegen die kirchlichen 
Verfügungen des Erzherzogs die Zwischenkunft des Kaisers 
und der protestantischen Reichsstände anruft; diese Corre- 
spondenz dauert, wenn auch nicht in demselben Umfange, bis 
1590 fort. 

5. Die Landtagshandlungen (L. H.) und Landtagsrath- 
schlage (L. R.). 

Zum ewigen Gedächtnisse wurden die Landtagsacten seit 
1525 in eigene starke Folianten eingetragen; nicht blos die 
Schriften und Gegenschriften, die zwischen dem Landesftirsten. 
und dem Landtage gewechselt werden, auch von der Corre- 
spondenz mit den benachbarten Ländern und den deutschea 
Fürsten wird in der Zeit der Gegenreformation das Wichtigste 
aufgenommen; dazu die auf dem Landtage beschlossenen Ord- 
nungen etc. Während demnach die eigentlichen Schriften des 
Landtages an den Landesfürsten u. s. w. in Form von Concepten 
in der Actenreihe liegen, als Reinschrift in die Kanzleien der 
verschiedenen Adressaten, beziehungsweise Stellen kamen, finden 
sie sich als Copien in den Landtagshandlungen. Mit ihnen sind 
in älterer Zeit die Landtagsrathschläge (L. R.) noch verbunden, 
d. h. die auf den einzelnen Landtagen gefassten Beschlüsse, 
mochten sich diese auf das gesammte Land oder auf einzelne 
Körperschaften oder Personen beziehen. Wichtige Gesetze und 



XLIX 

Statuten von grossem Umfange wurden daneben noch in eigene 
Folianten eingetragen. In den Landtagsrathsclilägen liegt ein 
reichen Material zur Geschichte der Gegenreformation in Inner- 
Österreich; ihre eigene Keihe beginnt oiit 15G7 und reicht mit 
eimgen Lücken bis 1640, filngt aber mit 1709 wiederum an. 
Für die Zeit der Gegenreformation sind sie somit so vollständig, 
Blä man dies nur wiinachen kann. Auch hier ist es das Ein- 
^wirken des landschaftlichen Secretärs Amman, das man in 
der Anlage dieser Band er ei he bemerkt, wie es auch seine 
Hand ist, die uns gleich auf dem ersten Blatte begegnet; der 
ganze Band, der die Landtagsschluase bis inclusive 1576 ent- 
hältj ist von seiner Hand geschrieben, im folgenden Bande, der 
"bis 1578 reicht, finden sich neben verschiedenen Correcturen 
Jtuch längere Stücke aus seiner Feder. ^ In der That ist er als 
Rather and Helfer in schwierigen Fragen noch über ein ganzes 
Jalirzehent thätig, und wenn es sich um die Behandlimg einer 
Ije^onders heiklen Frage handelte, war es immer Animan^ der 
in dem benachbarten Sparbersbaeh oder Grottenhof aufgesucht 
mid um ein Concept gebeten wurde. Daneben hatte er sosu- 



* Auf dem Bmcker Qener&üandtAge ist er die Seele der gunsen Be- 
we^iug. Er namentitch ©rh»U die Verwahrung ^der neuen Ein lag-* 
s. L. H. 1578: ,Uiid weil sonderlich von nutten^ daiuit diu c^aehen mit 
lauter riehtigkeit in ordntiug g:ebrttcht, gestellt und verrichtet werden und 
mjiti zn disem eines treuen vleiswigen und gehaiinen secretari, welcliem 
düorts alle« wol zu vertr&nen, der äucU allerhandt ^elegenhait und 
der alten auacbleg und aits^tandtbuecber gnete erfarnhait und erinnerung 
hat, hoch und va^t bedarftLg-, i^nt Matt he» Amman E, E. L. Mecretari 
darRue fÜrgeuocamen, welcher obLp6m.olten beiden herrn zuegeordnet 
und destwegen mit ime gchandlet solle werden . . .* Die beiden , Herren* 
und Amman erhielten beide im Lsndhaiw ,ein sonderbares Zimmer mit 
5 starken wolhe^cblagenen Truhen wegen der 5 unterschiedlichen Gezirk 
und Viertel mit nnterschiedltchen SchlüHHoln gemacht, eingeantwortete 
An demaelbeu Landtage hatte Amman nicht nur ^aeine ergite verdingte 
Xeit, die 10 Jahr Ausgestanden, sondürn auch an den zum andereumal ver- 
dingten 10 Jahren sdion das 4. Jahr da^ ßecretäri^amt versehen j darum 
bat er, ihm die übrigen 6 Jahre zu erlassen*. Wenn man im Secretärs- 
dieu9te ihn brauche, werde er immer bereit sein. Die Landschaft Hess 
ihn nicht ziehen^ sondern nahm ihn ,zum Landmaüu* an und widmete 
ihm 200 Thaler zu einer Kette. Zugeordnet wurde ihm Caspar Hirsth. 
Die 200 Thaler wurden alsbald ,bei »einer hocltzeitlichen Freud* in 
200 Ducaten umgewandelt; ein Landmaun sollte sie ihm prilaentireu ; 
1684 sollte «r Verordneter werden. Bei der Ungnade, in der er bei Hof 
ud, liat er, davon Abstand zu nehmen. 



sagen die oberste Leitung in den (protestantischen) Schul- und 
Kirchenangelegenheiten in seinen Händen. 

Die Landtagsrathschläge werden mit den Achtzigerjahren 
immer umfangreicher. Während der erste Band flir die Jahre 
1576 — 1578, trotzdem der so wichtige Brucker Landtag darin 
vorkommt, verhältnissmässig dünn ist, hat der Band, welcher 
die Jahre 1583 — 1588 fasst, den dreifachen Umfang, wiewohl 
hier Jahrgänge enthalten sind, wo die Geschäfte geringfügiger 
waren. Es nehmen eben die kirchlichen Fragen auch hier 
einen sehr breiten Raum ein. 

6. Die Expedit- und Registraturbticher (Exp. Reg.). 

Die an die Landschaft ein- und von ihr ausgehenden 
Schreiben wurden ursprünglich für jedes Jahr in einem einzigen 
Bande registrirt. Auch hier dürfte die Anlage dieser Bücher 
auf Matthes Amman zurückzuführen sein. Für beide Arten 
von Schreiben, beziehungsweise für die Auszüge aus ihnen, 
hatte man einen einzigen Index, den man an die Spitze des 
Bandes stellte; dann folgen die Auszüge aus den ein- und hier- 
auf die aus den ausgehenden Schreiben, nach Monaten und 
Tagen geordnet. Der Inhalt der Briefe ist in den meisten 
Fällen sehr genau vermerkt. ^ Wahrscheinlich ist es der wach- 
sende Geschäftsverkehr der Landschaft gewesen, der sie nö- 
thigte, für die beiden Seiten des Verkehrs eigene Bücher an- 
zulegen. Das ist 1595 erfolgt. In der Registratur finden sich, 
mancherlei Notizen, die auf kirchliche Sachen Bezug nehmen. 
Der Inhalt vieler jetzt verlorener Schreiben, der sich auf solche 
Fragen bezog, ist auf diese Weise bekannt; namentlich kennen 
wir die Correspondenz, die Seitens der Landschaft mit den 
auswärtigen Universitäten Wittenberg, Rostock, Tübingen und 
Heidelberg gepflogen wurde, um tüchtige Kräfte ftir Kirche 
und Schule zu gewinnen. Besonders wichtige Briefe, bei denen 
es nöthig schien, förmliche Duplicate zurückzuhalten, wurden 
ihrem vollen Wortlaute nach in die Registratur eingetragen. 



* Z. B. 16. Februar 1596: ,An I. F. D* E. E. L. in Steyr gehorsÄmistes an- 
bringen und be^cbwär wider die viechborter und den zanberer genannt 
Pockb zu Witscbein, dass auch zu bestrafung solcher hochschedlichen 
leith dem landtprofoseu durch die landtgericht die gebürlich hilf nit 
glai.st werden/ 



LI 



Bei andereii wird bemerkt^ wo etwa die ganze Correspondenz 
aber eine Angeiegenlieit zu finden sei. ^ 



7. Landschaftliche Urkunden. 

In diese Reihe sind jene nieht mit inbep^riffen, die sieb 
rsL in Specialarchiven finden; es sind die Urkunden, die im 
16, Jahrhunderte ihrer Wichtigkeit wegen meist in den festen 
Schlössern des Herrenstandes verwahrt wurden. Nicht wenige 
von ihnen betreften die Religion, da finden sich die Äugs- 
fcurger und Innsbrueker Libelle, vor Allem aber die beiden 
eehönen Originalexeraplare der steirischen Reügionspueification 
(vom Jahre 1578, bczichnngsweise 20, Januar 1580), von der 
JA strenge genommen die Gegenreformation im Lande ihren 
Ausgang nimmt. Auch aus der Abtheilung , Besitz' dieser Reihe 
betreffen mehrere* die kirchliehen Verhältnisse der Gegen- 
reformation 

_ 8, Die Protestantenacten. 

Eine grosse Serie von Fascikelo enthält Actenstüeke, die 
auf die Reformation und G-egenreformation in Hteiermarkj zum 
Theile auch auf die der Nachbarländer Bezug nehmen. Die 
Actenreihe bildet keinen stehenden alten Bestandtheil des 



' Z. B, 1590 vom 11. Jtili an die Herren vom Au^sclmsso in Krirnten: 
/r^miDunieieren die Vt?rordneten den tOdtlichon Äbg;aijg der F. D*, so 
sich den 10, Juli begeben. In BiraiU an die in KrÄin,* Dnzu die An- 
merkung': ,Wa« in dieser Satilien geschrieben worden, liegt all©« unter 
dem Buchstaben L wegen der Lande Zu.sammenkunft/ 

• Drei von ibnen nifigen wenigstens in den Noten eine kurze ErwJihnung 
finden: a) 158S Febrmir 16, Grazt Die Verordneten der stetermjtr- 
kinchen Landscbaft bekunden die Abreclmnng' über die von den Ver- 
wandten der A. C. der .Stiftskirche und Schnle zn Ornss seit dem Jabre 
1563 gewidmeten Schenkungen. Orig. Perg., fünf anliangende Siegel. 
h) 1589 Januar 1 . . Wolf Wilhelm eu llerberstein schenkt der stei- 
rischen Landschaft A, C. ein Stück Grund seiner Herrschaft Windenau 
EQ einem Gottesacker. Orig^ Perg, anhangendes Siegel, cj 1590 Ja- 
nuar 1, Graz: Wolfgang, Herr von Stiibenberg u. e. w,, Erzherxog KarU 
geheimer Rath, bestimmt, dan^i xnr Unter^ttlUnng dm evaiigelis<;heti 
Predigeramte« in Steiermark jährlich 100 6. von ihm und seinen Nach- 
kommen zu Händen der uteiriäcben Verürduoten bezahlt werden üoUen. 
Orig. Perg., anhangende-* Siegel, Einige Stücke gehören erst der Zeit 
nach I59U an. 



LH 

Landesarchivs, sondern wurde erst in neuester Zeit angelegt, 
indem aus mehreren Gruppen des ständischen Archivs Acten- 
stücke, welche diese grosse Bewegung des 16. Jahrhunderts 
behandeln, ausgeschieden und unter die Gruppe Religion, Re- 
formation (= Protestantenacten) eingereiht wurden. Die wich- 
tigste Unterabtheilung darin ist die sogenannte ,Chronologische 
Reihe', die vom Jahre 1528 anhebt und bis tief in das 18. Jahr- 
hundert herabreicht, oder besser herabreichen wird, denn so 
weit ist die Neuaufstellung noch nicht gediehen. Für die Zeit 
der Reformation sind die Fascikel noch recht schmal, ]der In- 
halt mager; seit dem Regierungsantritte Karls 11. schwellen sie 
an, und in der Zeit der Gegenreformation sind fUr manches 
Jahr förmliche Actenstösse vorhanden. Darin finden sich wich- 
tige Correspondenzen, wie die mit Chyträus, die interessanten 
Schreiben des Secretärs Caspar Hirsch aus dem Reiche in den 
Achtzigerjahren u. s. w. 

Neben der chronologischen Reihe seien hier die wich- 
tigsten Unterabtheilungen der Protestantenacten angefUhrt: 

1. Religion, Reformation. Allgemeine Angelegenheiten 1548 
bis 1580 (enthält unter Anderem die Pacificationen). 

2. Dasselbe 1581 — 1584 (darin Briefe Kobenzrs, dann ein 
Protokoll der Rathschläge in geistlichen Sachen). 

3. Dasselbe von 1585-1590. 

4. Actenstticke der Salzburger Synode von 1549. 

5. Actenstücke zur Visitation des Bisthums Seckau 1569. 

6. Ansuchen der Landschaft nach auswärts um Belehrung 
in Glaubenssachen 1576 — 1589. 

7. Berichte an den Papst. Instruction für den Bischof von 
Gurk nach Rom, dessen Bericht und andere Acten an die Re- 
gierung von 1581. 

8. Acten über die Anrufung des deutschen Reiches und 
seiner Fürsten. 194 Bll. (darin Briefe Hoffmann's und Amman's). 

9. Acten, betreflfend die Windische Bibel 1578—1588. 

10. Verbreitung der neuen Lehre im Lande. Allgemeines. 
1578—1581. 

11. Desgleichen. Die einzelnen Viertel. Viertel Juden- 
burg 1576—1585. Ennsthal 1575—1580. CiUi 1572 ff. 

12. Beziehungen zu den Nachbarländern: aJNiederöster- 
reich 1566—1582, b) Kärnten 1578—1584, c) Krain 1579 bis 
1584, d) Görz 1566—1579. 



LIII 

13. Bibeldruckc und andere Schriften der neuen Lehre 1582. 

14. Angelegenheiten, betreflfend die Concordienformel 1580 
bis 1582. 

15. Stiftsgebäude. Kosten seiner Errichtung und Ver- 
grösserung. Mehrere Fascikel. 

16. Landschaftsschule. Personalien a) 1538—1562, b) 1565 
1574 (darin Stücke, betreflfend Schelchinus, Lilko, Khuen, La- 
schitz, Hornberger, Marbach, Osius, Chyträus, Mylius und La- 
tomus), c) 1575 — 1584, betreflfend Caelestinus, Kratzer, Leyser 
und Andere, d) desgleichen Besoldungen 1580, e) Quittungen 
(viele Fascikel), Gegenbücher etc. 1574 — 1590, f) Schule im 
Landhaus 1556 — 1557, g) Disputationen 1581, h) Instructionen, 
t) Kirchenrath, k) Bibliothek, l) Theater, m) Kirchenordnung, 
n) Inspectoren. 

17. Landschaftsschule. Eidesformeln. 

18. Desgleichen. Ansuchen um Zusendung von Lehrern 
1565—1590. 

19. Desgleichen. Anstellungen. Seit 1553. 

20. Stiftungen. Oberndorfer Stiftung. Eckhenberger Stift. 
Vermächtnisse und Stipendien. 

21. Verkauf von Kirchengütern 1524, 1552. 

22. Schmähschriften von beiden Seiten. 

23. Beschwerden von beiden Seiten 1579 — 1584. 

24. Reformation. Einzelne Orte (jeder hat mindestens 
einen Fascikel): Cilli, Ernhausen, Feldbach, Fürstenfeld, Gleiss- 
dorf, Gnas, Graz, Knittelfeld, Leibnitz, Leoben, Marburg, 
Mürzthal, Neumarkt, Pols (darin Schreiben Hoflfmann's und 
Anmian's), Radkersburg, Rantcn, Reifenstein, Rottenmann, 
Seharfenau, Strassgang, Strcchau (Briefe Hoflfmann's), Weiz, 
Windenau, Oberzeiring. 

25. Kirchen und Kapellen in einzelnen Orten, vornehm- 
lich Cilli, Graz, Judenburg und Radkersburg. 

9. Die protestantischen Tauf- und Trauungsregister 
(Cod. 1268 und 1285). 

1. Ein Band in kl. Folio, in braunem Ledercinband, mit 
den aufgepressten Bildnissen der Evangelisten, Erasmus', Lu- 
ther's und Melanchthon's, angelegt von dem Pastor Georg 



UV 

Khuen 1567—1574. Zur Kirche erst 1572 gestiftet. Im Besitze 
des Landesarchivs seit 1884. 

2. Ein Taufregister von 1576—1593. Dabei das Todten- 
buch von 1595 — 1598 und ein erst nach 1593 angelegtes 
Trauungsregister mit dem Motto: ,Haus und Güter erben die 
Kinder, aber ein vernünftig Weib kommt vom Herm.^ 

10. Die Sammlung des Andreas Sötzinger. 

Das Steiermark ische Landesarchiv verwahrt unter seinen 
Handschriften zwei Codices jRefomiationsacten*, die von dem 
stcirischen Emigranten Andreas Sötzinger zusammengestellt 
sind. Sein Vater Stephan Sötzinger war ,Einer löblichen Land- 
schaft in Steier in die 20 Jar Weinhüter und der Herrn Ver- 
ordneten Rathsthürhüter*. Der Sohn Andreas war über sechs 
Jahre bei dem landschaftlichen Einnehmer Sebastian Speidl 
bedienstet. Hierüber erbat er sich von der Landschaft im 
Jahre 1630 ein Zeugniss. Dies wird ihm am 23. Februar 
ausgefolgt.^ Er lebte in Nürnberg, wo er seine Sammlung zu- 
sammenstellte und am 1. März 1652 abschloss. Er selbst sagt 
hierüber: ,Acta und Handlungen in Sachen die Religionsrefor- 
mation betrefFendt, so (sich) zwischen I. F. D* weil, herm herm 
Ferdinandi des andern erzherzogen zu Osterreich als jüngst 
verstorbener K. M* hochs. ged. an einem und dann am andern 
der dreier hochlöbl. Landschaften des hörzogthumbs 
Steyer und Ertzhörtzogthumbs Khärndten und Erain herm 
und landleuth A. C. zugethan, im 1598 und hernach volgenden 
Jahren begeben und zugetragen, durch mich Andream 
Sötzingern, derzeit im Exilio zu Nürnberg mit sonderm 
grossen vleiss vermittels theils dreier hoch- und vornehmer 
herrn Emigranten aus Steycrmarch, davon zween kurz ver- 
schiner zeit in Gott seliglich verschiden sein, der dritte noch 
allhier in Nürmberg im Leben übrig, grossen Vorschub ge- 
geben, theils von andern orten überkommen, zusammengetragen 
hab (sie). Actum Nürmberg den 1. tag Martii anno 1652.' Wie 
eine Note des Archivdirectors J. v. Zahn, dem wir die erste 
Kunde von dem Werke und seinem Autor danken,* sagt, ist 



^ L. A. Verwaltangfsacten. 

' Steiermärkische Geschichtsblätter II, 72. 



LV 

dritte überlebende Emigrant, von dem Sötzingcr unterstützt 
rdc, Gall von Rii^nitz. Von deo beiden Bünden lunfasst der 
erste die Ereignisse von 1572—1627, Er beginnt mit der 
steirisclien Religionspacification, geht dann auf die Kratzer- 
acten über u. s. w. Der erste Band enthält 632 Blätter, der 
zweite (Et 633—726) Nachträge voo 1555 — 1585, meistens 
Stücke über die grosse Verfolgung der protestnntischcn Bürger- 
schaft in Steiermark in den Jahren 1582 — 1585. Man könnte 
geneigt sein, der Sammlung Sötzingers einen sehr bedeutenden 
Werth beizumessen ; ich bemerke aber, dass man sieh darin 
irren würde, denn fast von alF den zahlreichen Actenstückeu, 
die er bringt, Iiaben s^ich entweder die Coneeptc oder Rcin- 
&ehriften oder Abseliril'ten im Grazer oder in Wiener Arcliiven 
gefunden. Es sind im Ganzen doch nur wenig Nummern, die 
einzig and allein in den beiden Bünden vorliegen. 



!• Das CoUectaneum seil diplomatariura Runense.* 

Der Reuner Stiftspriester Alaniis Lehr (f 1775) legte eine 
Sammlung des Renner Urkunden materials unter dem oben- 
genannten Titel an, die in fünf stiirken Folfobänden bis zum 
Schlüsse des 16. Jahrhunderts reicht Eine Copie hievon be- 
findet sieh im steierniärkischen Landesarchive, Die Urkunden 
betreflPen natürlich auch die Gegenreformation. So findet sich 
schon im 4, Bande ( pars 11, S- 142) die Bitte der steinschen 
Priilaten, in ihrer Religion ebenso veröicbert zu werden wie 
die jConfessionisten* (1578, März U). Allerdings betreffen die 
meisten Stücke im Alanus nur solche Dinge, die sich auf Renn 
selbst beziehen, doch ivird auch von Visitationen in den ver- 
wandten Klöstern gehandelt, und dies gewährt einen guten Ein- 
blick in die Zustände der Klostergeistlieb keit in den letzten 
Jahren Karls IL 

12. Speeialarehive. 

Die Reihe besteht aus 105V> Nummern (uiimlich Eiuzel- 
archiven der Städte, Märkte, Kltister, llerrsebaften und Fa- 
milicB etc.). Daraus wurde Einzelnes, wie z» B. die Protokolle 



^ B. hierttber A. Weis, Das Archiv des CidtersieiiBenttiiltea Reun, im 2. Bd. 
d^r Beiträge attr Kunde steienniürkiseher Geschtehtaqiielle», S. 11. 



LVI 

von Leoben, Mürzzuschlag u. s. w. eingesehen. In den Special- 
archiven sind es die Chroniken von Neuberg und Pöllau, die 
einzekie Daten liefern. 

13. Die Patentensammlung. 

Soweit sie geordnet ist, reicht sie von 1488 — 1799. Dabei 
sind die Stücke, welche die Gegenreformation betreffen, reich 
vertreten. Sie gehören aber doch erst der Zeit Ferdinands II. an. 

b) Das k. k. Hans-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 

Die von Graz nach Wien llberführten Acten werden unter 
den sogenannten innerösten'cichischen Acten geführt und sind 
in den Gruppen Steiermark, Kärnten und Krain enthalten. Die 
Abtheilung Steiermark enthält 34 Fascikel. Acten zur Ge- 
schichte der Reformation und Gegenreformation finden sich in 
den Fascikeln 1, 2, 14, 15, 17, 21, 23, 25, 30—33. Aber 
auch in anderen Fascikeln finden sich vereinzelte Notizen zur 
Geschichte dieser Zeit und dieser Bewegung, so z. B. Fascikel 5, 
wo von der Einrichtung der landesfürstlichen Kanzlei fiir Inner- 
österreich gehandelt wird, Fascikel 13: Acten, betreffend die 
Bewilligung der Hälfte des geistlichen Einkommens auf fünf 
Jahre. Sehr wichtig ist Fascikel 15, wo sich die Acten be- 
finden, die auf die Pacificationen von 1572 und 1578, und was 
damit zusammenhängt, Bezug nehmen, desgleichen Fascikel 21, 
wo sich namentlich eine Anzahl von Gutachten der katho- 
lischen Regimentsräthe und sonstige kirchliche Angelegenheiten 
aus der Zeit von 1587 — 1610 vorfinden. Die meisten Nummern 
gehören den Jahren 1586 — 1590 an. Fascikel 23 enthält Land- 
tagsacten von 1593 — 1642, darunter höchst wichtige Acten, die 
auf die unter Ferdinand IT. eintretende Gegenreformation Bezug 
nehmen. Wichtig ist Maier* s Discurs, wie die Ketzerei im 
Ennsthale abzuthun sei. Auch Fascikel 24 enthält eine Reihe 
wichtiger Nummern zur Geschichte der Gegenreformation, sie 
betreffen aber bereits die Zeiten der Regentschaft und die 
Ferdinands 11. Fascikel 31 enthält die Religionsreformation 
von 1616 — 1634, Einzelnes auch in Fascikel 30. ^ 



^ Eine genaue Uebersicht über das im k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchive 
liegende Material zur Geschichte der Gregenreformation in InnerOster- 



LVII 

Die AbtheiluDg Kärnten enthält gleichfalls eine grosse 
Reihe von Fascikeln; in 12 — 18 finden sich Religionssachen, 
die, soweit sie Millstatt berühren, mit dem JesuitencoUegium 
in Graz zusammenhängen. Fascikel 21 enthält Copien etlicher 
Handlangen zwischen dem Bischöfe Georg von Bamberg und 
Hans Ungnad, Fascikel 24 — 27 Wolfsberger Sachen, Fascikel 
27—31 und 34 Landtagssachen, Fascikel 32 und 33 Briefe 
Hans Friedrich Hoffmann's an den Bischof Georg von Bam- 
berg, Fascikel 35 — 37 enthalten die Religionssachen. 

Ueber Krain finden sich in sechs Fascikeln mehr oder 
minder erhebliche Stücke zur kirchlichen Bewegung in Inner- 
österreich, sie beziehen sich aber, wie die Ungnad- und Trubcr- 
briefe, mehr auf die Reformation als auf die Gegenreformation. 

Die Salzburg betreffenden Fascikel enthalten vornehm- 
lich Religionssachen, wie Fascikel 9 — 12, 24, aber zumeist flir 
eine spätere Zeit. 

c) Die übrigen Archive Wiens 

boten nur wenig Materialien, die nicht schon aus den Grazer 
und den Bestünden des Haus-, Hof- und Staatsarchivs bekannt 
wären. Vereinzelte Landtagsactcn und ganze zusammenhängende 
Stücke finden sich im Hofkammerarchive, wie z. B. Nr. 18384. 
Mehr findet sich im Archive des Ministeriums des Innern: 
Materialien zur Geschichte der Landtage, Briefe Krzherzog 
Karls II. und vornehmlich die Correspondenzen, die mit der 
Einsetzung der Regentschaft nach dem Tode Karls II. zu- 
8ammenhilngen. Aber auch diese Acten sind vollständiger in 
Innsbruck zu finden. 

d) Das Statthaltereiarchiv in Innsbruck. 

Hier finden sich sehr belangi-eiche Actenstiieke und Cor- 
respondenzen zur Geschichte der Gegenreformation in Inner- 
österreich. Wie mit Jlaximilian II. stand Erzherzog Karl na- 
mentlich seit des Kaisers Tode auch mit seinem Bruder Fer- 
dinand in enger Verbindung und Hess sich von ihm in den 
kirchhchen Streitigkeiten Innerösterreichs berathen, bis dieser 



reich habe ich im 5. Berichte der historischen LaDdescommission fiir 
Steiermark, S. 7—10, gegeben. (Bericht vom April 1896 bis Jnni 181)7.) 



LVIII 

tirolische Einfluss seit 1579 durch den bairischen abgelöst 
wurde. Der letztere macht sich in der letzten Zeit Karls seit 
1582 fast ausschliesslich geltend: da tritt die Verbindung mit 
Innsbruck zurück. Von den Stücken des Innsbrucker Archivs, 
die auf die Gegenreformation Bezug nehmen, treten vornehm- 
lich zwei Gruppen von Actenstücken besonders hervor: die 
eine bezieht sich auf den schweren Kampf zwischen Regierung 
und Ständen im Winterlandtage 1580/81. Damals weilte eine 
Gesandtschaft des Erzbischofs Johann Jakob von Salzbui^ in 
Graz, um im Vereine mit dem Nuntius die Stellung und Haltung 
des Erzherzogs den Ständen gegenüber zu festigen. E^ 
handelte sich um den zu früh unternommenen Versuch, die 
Zugeständnisse des Generallandtages von Brück wesentlich zu 
reducieren. Die salzburgischen Gesandten erstatteten fleissig 
Bericht, und diese Berichte giengen nicht blos nach Salzboi^, 
sondern auch nach Innsbruck, wo sie sich in einem Fascikel 
finden, der ausser ihnen selbst auch noch die wichtigsten Acten 
dieses Landtages enthält. Der Fascikel führt jetzt den Titel: 
,Acten über die steirische Reformation de anno 1580 
März 12 bis 1581 December 16' und enthält im Ganzen 
50 Nummern, unter ihnen einige Originale, Schreiben Erz- 
herzog Karls an Ferdinand, Hans Jakobs an diesen. Schreiben 
Kaiser Rudolfs II. an diesen/ ein päpstliches Breve an Erz- 
herzog Ferdinand über die rühmliche Haltung Erzherzog Karls 
in kirchlichen Fragen u. s. w. 

Die zweite Gruppe bezieht sich auf die Ereignisse, die 
unmittelbar vor dem Tode Erzherzog Karls in Graz und Steier- 
mark stattfanden: ,Graz, Tumulte wegen der protestantischen 
Kirchenbauten*, Ambraser Acten I, 1, 51. In dieser Gruppe 
sind es wieder zwei verschiedene Actionen, die eine acten- 
massige Darstellung finden. Als Erzherzog Karl die ,Ein- 
reissung' der neuerbauten protestantischen Kirche des steirischen 
Landmannes Otto von Herberstorff befahl, richtete sich dieser 
zur Gegenwehr, und es drohte hier zu einer Rebellion zu 
kommen, die, darüber ist wohl kaum ein Zweifel möglich, mit 
der Niederlage der Protestanten geendet hätte. Der ,Land- 
mann' blieb in Folge des unverhofften Todes des Erzherzogs, 
wodurch sich die Aussichten der Protestanten besserten, Sieger. 



^ Dieses Stück ist, wie ich nachträglich sehe, eine Copie. 



LIX 

Die Erzherzogin Mai*ia unterliess aber nicht, die bairischen und 
tirolischen Verwandten von der missvergnügten, ja rebellischen 
Gesinnung des steirischen Adels in Kenntniss zu setzen, und 
diesem Umstände danken wir die wichtigen Berichte. Ueber 
die ,rebellische^ Gesinnung der Grazer Bürger wurde unter Einem 
Bericht erstattet: es sind das jene Excesse, zu denen es in Graz 
im Juni 1590 kam, weil das Verbot des Besuches der prote- 
stantischen Stiftsschule immer schärfer gehandhabt und dem 
Bürger, was ihm das Unleidlichste von Allem war, der so- 
genannte katholische Bürgereid aufgezwungen wurde. 

Von den sonstigen Acten zur Geschichte der Gegenrefor- 
mation sind noch zwei Gruppen in hohem Grade belangreich. 
Die eine betrifft die schwierige Action der steirischen Stände 
nach Karls Tode, wo dem von den Gerhaben bestellten Ad- 
ministrator die Huldigung verweigert wurde (der zerstossene 
Landtag 1591). Diese Gruppe, die ein höchst wichtiges Me- 
morandum Erzherzog Ernsts über die Lage der Dinge in 
Steiermark nach dem Tode Karls enthält und in zusammen- 
fassender Weise die ganze Handlung der Regierung einerseits, 
der Stände andererseits schildert, findet sich in einem Fascikel 
,Die steirische Vormundschaft, dann wegen der Augsburgischen 
Confession, auch Landhuldigung in Steyer, Kärnten und Krain^ 
Nr. 93, fol. 300 ad 389 in Ferdinandea. 

Die zweite Gruppe handelt von der befürchteten Rebellion 
der protestantischen Stände Innerösterreichs in den Jahren 1604 
bis 1610. Sie führt den Titel , Erzherzog Ferdinanden zu 
Österreich begerte hülf der religion halber in Steyer, Kärnten 
und Krain de anno 1604-1610.^ Ein starker Fascikel Nr. 364, 
fol. 4t) Leopoldina. 50 Nummern. 

Die Gegenreformation berühren noch einzelne von den 
Briefen Erzherzog Karls an seinen Bruder Ferdinand: Reper- 
torium Schlögl 65. Die übrigen sehr reichhaltigen Materialien 
zur steirischen, kärntnerischen und krainischen Geschichte, die 
sich im Innsbrucker Statthaltereiarchiv finden, betreffen nicht 
mehr die kirchlichen Fragen. Dank der ausserordentlich libe- 
ralen Verwaltung dieses Archivs konnte ich die einschlägigen 
Actenstücke mit der grössten Bequemlichkeit an meinem Wohn- 
orte copieren oder copieren lassen. 



LX 

e) Das landichaftliche Archiv und das Bndolfinnm in Klagenfiurt 

Das landschaftliche Archiv ist leider in keinem guten Zu- 
stande. Viele Fascikel befinden sich nicht an der im Kataloge 
verzeichneten Stelle, andere fehlen ganz, so z. B. die, welche 
die Rehgionsrcformation in den innerösterreichischen Landen 
1570 — 1590 betreffen. Es wird zu untersuchen sein, wohin die 
wichtigen Reformationsacten des 16. Jahrhundert, die Landtags- 
acten und die über die Reformation, beziehungsweise Gegenrefor- 
mation, gepflogenen Correspondenzen gelangten. In Wien be- 
finden sich nur Bruchstücke. Zum Glücke ist wenigstens für 
die in Rede stehende Zeit der Verkehr mit Graz ein so inniger, 
dass auf den Klagenfurter Landtagen kaum ein bedeutsamer 
Beschluss gefasst wurde, der nicht sofort seinem Wortlaute 
nach in Graz bekannt geworden wäre. 

Viele Archivalien sind im Besitze des Rudolfiuums in 
Klagenfart. Dahin gelangten viele Acten aufgehobener Klöster, 
wie Millstatt, Arnoldstein u. s. w. Diese Acten gewähren ein 
anschauliches Bild von der Verbreitung des Protestantismus in 
Kärnten und der Gegenreformation daselbst. 

Aus Millstatt wurden 1577 auf Befehl Erzherzog Karls 
die besten Bücher der dortigen Bibliothek nach Graz über- 
flihrt. Sie bilden den Grundstock der Grazer Universitäts- 
bibliothek. In den Millstätter Acten findet sich noch ein 
genaues Verzeichniss der damals nach Graz abgelieferten 
Bücher, ,der Index praecipuus librorum, qui ex monastcrio 
Millcstadensi pro archiducali societatis Jesu collegio Graetii 
maxime necessarii iudicantur^ 

Für die Geschichte der Gegenreformation sind die Gmünder 
und Obervellacher Acten im Rudolfinum zu Klagenfurt ausser- 
ordentlich lehrreich; sie zeigen nicht nur auf das Genaueste, 
in welcher Art die Gegenreformation daselbst vorgenommen 
wurde, sie belehren uns auch über das in der Stille existirende 
Fortleben der protestantischen Lehre. ^ Die betreffenden Acten 
handeln aber zumeist erst von der Gegenreformation in der 
Zeit Ferdinands IL 

Wenig bieten die Handschriften des kärntnerischen Ge- 
schichtsvereines. Die Geschichte des üniversallandtages von 

* S. meinen Bericht über eine Studienreise nach Kärnten und Tirol, 
historische Landescommission für Steiermark, 4. Bericht, S. 4 ff. 



LXI 

Brück 1578, die sich in Steiermark und anderweitig in so 
vielen Handschriften findet, ist auch hier in einer modernen 
Copie vorhanden. Sonst finden sich noch Materialien über den 
Landtag von 1597 und die (kathoKsche) Reformation von 1600. 
In der Studienbibliothek in Klagenfurt finden sich die 
Annales CoUegii Ciagenf urtensis societatis Jesu 1603 — 1771, die 
demnach auch schon eine jüngere Zeit umfassen, andere, wie 
die Verhandlungen über die Pacification von 1572, gehören 
wieder einer zu frühen Periode an, als dass sie hier in Betracht 
kämen. ^ 



^ 8. das Weitere ebenda, S. 5. lieber die Münchner Archive s. nnten 
anter den Nachträgen S. 695. 



INHALT. 



Allgemeiner^ und besonderer Theil. 

Seite 

I. Bas Einsehreiten des Papstes. Der Nuntias Felieiano 
Ninguarda und die HSfe Ton Graz, Innsbmek, Mtinehen und 

Salzbarg (1578/79) 1 

1. Papst Gregor XIII. an Erzhersog Karl: Macht ihm Vorwürfe wegen 

der seinen Ständen verliehenen Religionspacification. Die Ankunft 
des Nuntius Felieiano Ninguarda, Bischofs von Scala, wird ge- 
meldet. Rom, 1578 Mai 7 1 

2. Antwort Erzherzog Karls auf die ihm durch den Nuntius gemachten 

Vorhaltungen. 1678 Sommer 2 

3. Der Nuntius an Erzherzog Ferdinand: Verbreitet sich über die Be^ 

deutung der Brucker Concessionen. Deren Verwerflichkeit. Kirch- 
liche Zustände in InnerOsterreich 1578 4 

4. Bericht des Nuntius über seine Verrichtung in Innsbruck. Wie die 

den Ständen verliehenen Concessionen ihnen zu nehmen seien. 

1578 vor dem 18. December 22 

6. Bericht des Nuntius über seine Verhandlungen in Bayern. Von glei- 
chem Datum 23 

6. Erzherzog Karl an Ferdinand: Dank für die Weisungen an Schranz. 

Die Cassirung der Pacification sei unvermeidlich. Graz, 1578 
December 18 25 

7. Erzherzog Ferdinand an Erzherzog Karl: Antwort auf das Schreiben 

vom 18. December. Wie mit der Aufhebung der Pacification zu 
verfahren sei. 1579 Januar 11 28 

8. Die steiriBchen Verordneten an Erzherzog Karl: Beschwerde wegen 

einer dem Prädicanten der Stiftskirche durch einen jesuitischen 
Jungen zugefügten Unbill. Graz, 1579 Januar 20 80 

9. Glückwunsch Gregors XIII. an Karl zu seiner Haltung gegen die 

Ketzer. Rom, 1579 März 14 31 



* Der allgemeine Theil ist durch stärkeren Druck hervorgehoben. 



LXIII 



IL Die Mllncliuor C^nteri^iiKi'ii vom 1-J. und 14. October ir>79. 

FesUtelluiig der tirundsEUirü der (»egenreforiaatioii , , 31 

mO. Die (Münchner) Confereox vom 13, Octol>er lö79 ....,.,,, 31 

1.1. Bemthschlagimg vom 14, October 1579 3G 

ITL Die ersten Mas«^ regeln Erzherzog KarlK Im Sinne der 

Cieg'cureforuiatioii 41 

12- Befehlf die Lutherijchen ans Göre aiiBzu weben, G^'Sr?,, 1579 Fe- 

brujir 2 41 

18* AndreüA von Attems' ReligioiiBbekenntnif^s an den Gräften TJiuni. 

GiSrm, 1579 M^rz 12 ........,, 41 

14. Antwort etlicher Landleute auf Nr. 12. Görz, 1679 Mäfä 25 ... . 42 

15. Befehl an FüreFtenfeld, sich aller Neuerangen %n eiithalten, Grae, 

1579 April 11 ..,..,....,....,,, 42 

16. Abweislicher Bescheid an die Krainer Abg^eAandten wegen Aufhebung 

der Einstellung den ReligionHexercitiumB in Kniin. 1579 April 21 42 

17. Jonas von WilfersdoHf an die Verordneten, den Rotten metster Mefwet, 

einen Feind der A, C.^ abzTi»chaffen, Fürsti^nfeld, 1579 April 24 44 

18. Abweisnng der Fürsten fei der BeÄcb werden. 1579 Mai 7 45 

19. Erzherzog Karl an den Verwalter «u Göra: Betielitt die Auswei.'cnng 

von siebeu nameutlicli benannten Laniileuten. GraÄ, 1579 Mai 8 4ß 

20. Die im Krainer Hofthaiding versammelten Herren und Landlente 

klagen ttber den Brach der Bmcker Pacification wegen der Aus- 
treibung des PrÄdicanten Knfipfl und des Medicu« Gentilis. Lii- 
bacb, 1579 Mai 14 4ö 

£r3$berxog Karl belobt den Verwalter %n Q^tjl wegen Aujiweidiing 
der Öectidühen. Gras, 1579 Juni 11 47 

Die ans GOrz Auagewiesenen (n. Nr. 14) bitten um Aufhebung de« 
Befehle» vom 8. Mai. Gttrz, 1679 Juni SO ......... 47 

Beschwerden der Krainer wegen Verletzung der Pacification. Lai- 
bacb, 1579 Jnli '24 ........ 48 

Condolenz der «teirischen Landschaft au die (sechs) G^lrzer Ex- 
ulanten. Graz, 1579 Augn«t l 4Ö 

Leonhard von Orczan bittet den Erxhemogf ihn in der Heimat xn 
lajwen. 1579 August lü ,.,....,.,.,,,,.,. 48 
f6. Die Land.*;chnft GOrz au die steirifielien Verordneten; Bittp, ihrer 

in causa religioui«« nicht »u verges.'^cu. OnrK» 1579 ArifTni^t 31 49 

27. Ervhersng Karl an die Verordneten: Hefelil, den meineidigen Killan 

Freimüller dem Pmfo^en zu übergeben. Grax, 1679 December 21 49 

28. Entwurf einea I. f. Decret« an 8tädt.e und Mürkte, »icli de« Exer- 

eitinms A.C. in Graz und Judeuburg ku enthalten. 16Sn(?) . . 60 

29. Schreiben de» Je.**niteuprovinciala Heinrich Bljssem an den General 

ober den Verlauf des JanuarlandtJiges 16S0. Grass, 1680 Januar 24 51 
Ä(». Resolution Karl« IL wegen der geij*l[iclien Instanz niid d«r Beroch- 

tnng der Gei.'itlirhen. Gra», 1580 Februar 23 , . 53 

31. Eraberzog Karl an die Verordneten von Steiermark t Befehl, den Kir- 
chenbau in iSachttenfeld bei CilH einsn^tellen. Gras, 15H0 Müra 22 54 



22. 



23, 



24. 



»r 



LXIV 

Sttto 

32. Derselbe an die von Radmannsdorf: Befehl, sich alles sectischen 

Wesens zu enthalten. Graz, 1580 März 22 64 

33. Blyssem an den General: lieber die Lage in Graz. Wien, 1680 April 16 66 

34. Die steirischen Verordneten an die von Krain: Antwort auf deren 

Religionsbeschwerden. Graz, IWO Mai 6 68 

36. Befehl an Hans Friedrich nnd Ferdinand v. Hoffmann, sich der zum 
Stifte Rottenmann gehörigen Pfarren Lassing, Liezen und Noppen- 
berg zu enthalten. Graz, 1680 Mai 23 69 

36. Decret wegen Einstellung der Druckerei. 1680 Mai 30 69 

37. Die Kratzerhandlung 60 

38. Mittheilung des Falles Kratzer an die Landschaften Kärnten nnd 

Krain. Graz, 1680 August 25 61 

39. Antwort der Krainer Landschaft. Mittheilung eigener Religions- 

beschwerden. Laibach, 1680 September 16 68 

40. Die Verordneten von Steiermark an die von Kärnten und Krain: 

Bitte um Antwort auf Nr. 38. Die Ankunft der ,bäpstlichen Bot- 
schaft wird gemeldet. Nichts Gutes sei zu erwarten*. Graz, 1680 
October 29 66 

41. L. f. Befehl, wegen der Schmähungen des Prädicanten Frej wider 

das Fest des heil. Nicolaus eine Untersuchung einzuleiten. Gras, 
1680 December 8 66 

42. L. f. Befehl an Otto von Herberstorff, dem Pfarrer von Altenmarkt 

in seinen Rechten keinen Eintrag zu thun. Graz, 1681 Augast 13 67 

IT. Der erste grosse Kampf im Winterlandtag 1580/81. Land- 
tagssehrifteu and den Landtag betreffende Correspondenzen 69 

43. Landtagspropositiou, vorgetragen am 21. November 1680 69 

44. Kaiser Rudolf II. an Erzherzog Karl: Erinnert diesen auf die Mah- 

nung des Nuntius hin, dass er den Landleuten A. C. keine der 
katholischen Religion präjudiclrlicheu Neuerungen zulasse. Prag, 

1680 November 21 69 

46. Religionsbeschwerden der Herren, Ritter und Bürgerschaften von 

Steiermark, vorgetragen 1680 December 2 70 

46. Der Bischof von Seckau und die Prälaten von Steiermark an Erz- 

herzog Karl: Bitte, den Angehörigen der A. C. keine weiteren 
Zugeständnisse zu machen. Graz, 1680 December 4 76 

47. L. f. Decret, dass in Städten und Märkten ausschliesslich 

die katholische Religion ausgeübt werden dürfe. Herren 
und Ritter dürfen in Graz im Landhaus zwei Prädicanten, aber 
nur für sich und die Ihrigen halten. Was den Katholiken an Gut 
und Rechten entzogen ist, muss binnen zwei Monaten zurück- 
gegeben werden. 1680 December 10 78 

48. Die salzburgischen Abgesandten an Erzherzog Karl : Bitte, der Gon- 

fessionisten unzeitiges und unbefugtes Begeliren abzuweisen. Graz, 
1680 December 11 88 

49. Anbringen der Angehörigen der A. C. gegen Nr. 46. Widerlegung 

der wider sie erhobenen Anschuldigungen. Ihr Festhalten an 



LXV 



Seit» 
der PadficAtioti« Bitte^ sie dabei zu iRsaen. Graz, 1580 De- 

cember 15 , 8ö 

50. Antwort de« Erxheraog^», In seiuem Reolit werde Niemand verkUrast. 
Von der Resolution könne er nicht weichen. Ht^ffentUcb werden 
die Bewillljj^ungei) g^eleit^tet werden. 1680 December 18 . . . . UH 
M. Abonnali^ Widerleguni^ der wider die Aii^t^ibaripreu der A. C. er- 
hobenen alleu und netieu Anscbuldigung-en, Bescb worden ^egen 
den Nunthis. Die F'aitißuatiari betreffe aiudi Kärnten und Krain. 
Ihr Inhalt und die Znmgen der g-eheimen Käthe. Utim^Iglichkeit 
der Stünde A. C^ die Padücation preiiisugeben. Gra», 1580 De- 

cember 21 . . 114 

SS. Dia itairiAehe Landachaft an Kobeotsl: Heftige BeDchwerden über 
da« Vorgehen gegen sie. Sie k(.^nne von ibr<3m Exercitttim niclit 
weichen nnd erinnere ihn au die den Verordneten gemachten 

Znsagen. Graz, 15ÖÜ Decemher 22 130 

53. Dä»^leichen an Georg KhevenhÜüer . , . 132 

Ü, Der Erzhensog an die vom Herren- ond Ritterstand: Er künne avis 
Qewissensiiiachen von aeint^r Kenolntion nicht abgehi''n nnd Htdltn 
et darüber alles Zeitliche, ja nelbst da» Leben verlioren. 1&80 

Decemher 23 , . . , .....,..,. i:^H 

»- Bericht für den Kaiser über ErKherstog Karls Vorgehen in kirch> 
liehesi Angelegenheiten. Hilfe des Kaisers in der Form einer 
Zuschrift an die Stande »ei erwünscht, 1580 nach dem 23. De- 

reitiber , . . 134 

SB. Die Ilerren und Landletite von Steiermark an die in Giar* anweaeu- 
deo Salaburger Gesandten: f^prechen ihnen den .schärfHteu Tadel 
dAsa sie den Erzherzug zvvingüm und dringen, daae er der 
X^Afidachaft die gegebenen Znüageu entseiehe. Graz, 1580 De^ 

eetnher «4 137 

I>aB»i»lbe an den Erzbinchof von Salzburg. Graz, 1580 Decpniber 24 139 
Dataaelbe an den Nuntins in Graz. Graz, 1580 Decemher 'J4 , . . 139 
§). Die Herren nnd Landleute berii:bten hierüber an die von Kaniten 
und Krain. Erinnernng an die in Brnck beschlow^sene Gemein- 

nkeit. Grase» 15^0 Dwcember 24 140 

Oea^leiehefi an Oeaterreich ob nnd unter der Ennii. Graz, 1580 

D^cetuber 24 ....... . , 140 

I>ie LfAudÄchaft von Steiermark A. C. an den Füratbiffchof von 
Heckati nnd die geheimen IvRthe: Bitte um Verwendung bei der 

F. D*. Grau, 1680 December 2Ö 140 

Antwort und Bitte der Landschaft an den Landeafilrsten^ sie bei der 

pACification »u lassen. Graz, 1680 Decemher 31 ...... . 143 

^f-9te Re«le des LandmarschalU Hans Friedrich llolfmann bei der 

Ueberreichnng der Landtagsschriften vom 31. Decemher .... 15(* 

M, Sclireiben eines Herrn nach Klagenfnrt Ober die Vorgänge am 
jiiei riachen Landtag« Rede HoifuiMnnV. I>er FnHufall vor dem 
Erzhersog. Abweiaang der Biirgerst:haft, Ankuntt dwr llerzy^in 
MüJcituiiiaim von Bayern, Ihr Protetf tauten hah^. üra^^, lö81 Januar 15U 
jP^atfts. ILlbUi. B4.L. e 



i 



M 



LXVI 

Seite 
65. Die Landschaft A. C. an den Erzherzog: Nicht sie sei Schuld an 

dor Verzögerung der Landtagsverhandlnngen. Graz, 1581 Januar 3 152 
6G. Der Erzbischof Hans Jakob von Salzburg an die Stände der A. C. 
in Steiermark: Widerlegung ihrer Zuschrift vom 24. December 
1580. Salzburg, Januar 4 154 

67. Der Erzherzog an die Landschaft: Weist den Vorwurf des Wort- 

bruches von sich. Hält an seiner liesolution fest. 1584 Januar 4 155 

68. Schreiben der salzburgischen Commissäre an den Erzbischof über 

den Fortgang des Landtages und den jüngsten Fussfall. Graz, 
1581 Januar 5 160 

69. Die in Laibach versammelten Herren und Landleute an die von 

Steiermark : Dank für die Mittheilung. Bereitwilligkeit zur Inter- 
cession. Mit der Verweigerung der Bewilligung sei man nicht 
einvorstanden. Laibacli, 1581 Januar 6 161 

70. Antwort der Landschaft auf Nr. 67. Heftig^ Aeusserungen wider 

die Jesuiten. Hinweis auf das Gutachten Dr. Seld's. Graz, 1581 
Januar 7 162 

71. Zweiter mündlicher Vortrag HoiTmann^s am 7. Januar 172 

72. Kede des Erzherzogs bei Uebemahme von Nr. 70. 1581 Januar 8 172 

73. Der Prälatenstand an Hans Friedrich Hoffmann : Aufforderung, end- 

lich zur Proposition zu greifen. Graz, 1581 Januar 9 . . . . 173 

74. Beschwerde der Prälaten: wie Nr. 73. Ohne Datum 173 

75. Wilhelm von Bayern an den Erzbischof von Salzburg: Lobt ihn 

wegen seines Verhaltens gegenüber der steiermärkischon Land- 
schaft. Vorsicht sei gerathen. München, 1581 Januar 10 . . . 176 

76. Die Verordneten von Steiermark an ihre Gesandten beim Kaiser. 

Antwortschreiben über die Religionshandlungen im Landtag. 
Graz, 1581 Januar 10 175 

77. Die salzburgischen Commissäre au den Erzbischof über den Stand 

des Keligionsstreites. Graz, 1591 Januar 10 177 

78. lutercession Kärntens für E. E. L. in Steier bei Erzherzog Karl. 

Klagenfurt, 1581 Januar 10 178 

79. Die Ausschüsse Kärntens an die geheimen Räthe: lieber dasselbe. 

Klagenfurt, 1581 Januar 10 178 

KO. Dieselben an die Steirer: Empfang des Schreibens vom 24. De- 
cember. Die Protastation wider den Erzbischof hätte etwas ge- 
mildert werden künnen. Klagenfurt, 1581 Januar 10 179 

81. Die geh. Räthe an die Landschaft A. C: Die F. D^ sei zu einer 

Willensänderung nicht zu bewegen, gereizt über die gegen sie 
gewagten Anzüge und den Fussfall. Graz, 1581 Januar 11 . . 179 

82. Schreibon eines Ungenannten an den Erzbischof von Salzburg: 

Freudige Anerkennung seiner Haltung. Graz, 1581 Januar 12 . 181 

83. Schreiben der salzburgischen Commissäre an den Erzbischof über den 

Eindruck seiner Zuschrift au die Landschaft. Graz, 1581 Januar 13 182 

84. Antwort der Landschaft auf Nr. 81. Ablehnung des Vorwurfes der 

Ketzerei. Haltung ihrer Gegner. Instruction des Nuntius. Ihr 
Recht auf Kirche und Schule Graz, 1581 Januar 13 183 



LXVII 



S«jto 



I. bvhemog- KjltI an den EnsbueTtorVon Snlasburg: 8[jricht ihm die 
AnerketiniLiig^ für sein© Antwort au die Stande aius. Graz, 1581 

Jikuuar 14 - * ... .......,,, 

^ KnUenbo^ Kiu*! an die Herren und Lamll^uW: AlJei die auf ilirem 
Sinne rerbjirren, mög^en sich melden. Er werde sich an den 
Kaiser wenden^ dann aber gefrebouotifalU sicli auf den Itelclis- 
r*?U|jiöiiÄfrieden bejsielieu. Inzwischen ni5gt?n sie zur Propositlon 
greifen. 1581 Jantinr 16 , , . ...».,.. 

97. Die Salsburger Comniissäre an den ErzbiecJiof : Herren und Laud- 
lettt« wollen »ich Kirche nnd Schnle nicht nehmen lassen. 

Gms, 1581 Jamiar 17 , . . 

Bericht eines Ungenannten an den Erzhiächuf von Salzburg: Die 
Atifisic.bten im Landtag sind gUnstig, wofern der EryJier^og fe^t 
hXmbl. Grsa, 1581 Januar 17 

it. De«^oichen: Der Erzhencog habe den Ständen nachgegeben. Grn>:, 
1081 Janoar 17 ....... 

iOL Die LAndftchaft an den Erzher^^og: Keiner habe Sehen, sich mi 
miteir^ch reiben, bei dem fremden Anstehen der Sache wäre es 
Aber gerathen, davon abzusehen. Bitte ym klare Verisicherung, 
djteei nichts wider die Paci^cation vorgentimmen werde. Graz, 
1381 Jannar 18 .... 

H. Ditt Salibnrger Commisilre an den Er/.biftchof; Thellen ibni den 
Stand der Dinge mit. Graz, 1581 Januar 10 

9t, DMglekrhen: Theilen ihm die Sorgen der ateirischen Stände tind 
4ie VerhAltnngsmaAsregeln gegen einen feindlichen Einbrnch 
ha» Land mit. Qrajfi, 1591 Jnnuar 19 .... 

ttk Dm Ljuid^chaft Steiermark an die Verordnetc^n von Krain: l^ei^er- 
«Boden alle Landtagssehrifleu nod bitten um ein Giitaeht^ii. 
ÜTÄÄ, 1581 Januar 20 
W. Kathiif II an den Erzbinuhof vf»n Salzburg : Loht deK»en Vorgehen 
gegfcn die ifteiriBchen Stände. Prag^ 15B1 Jaimnr 21 .... . 
fk, l>er Eraherzog an die Herren und Ritter: Si« niögon sit^h 
_ ^ keniliigen, die F. D* lasse e« bei dem Stillütand bewen- 
den bis cfie Uire Sache an Kaiser uml K^)i(;h gebrnclit. 1581 

Januar 21 . 

ML ITorvoJilag' der Stünde znr Erläutemng des Ton £r»her;&og Karl 
bttwiUjgten Stillstandes in der Roligionsaache. Grax, ITiHl .Ta- 
nnnr 22 .................. . 

♦T Per Biachof von Söckan an den Erzbisvbuf von Salzburg: Weitere 

MitÜtcitungen über die Vorgänge in Grn7.. Die vConfettsioutHten* 

wallen für alle Zeit versichert «ein. Ürnz^ 1581 Jannar 23 . . 

!»« IHe L*and«c]iaft an den Erzherzog: Man nehme dic^ Vorschlüge 

Qftter tier Bedingung an, das» die K«1igion.*ipaeiticAtion ketno 

^^^ widrige Anslegnng erfahre. Grax, 1581 Jiinuar 24 

HSl De* F. D* endliche Erläotorang. Graz, 1«81 Jannnr 20 . . . , 
Im. IIaas K^benzl an llolOrmann: Vermittlungsvo räch lüge. Gras, 15B1 
B Jannar. nach dem 28. , ...,...,,. 

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189 



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192 



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115. 



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117 



Derselbe an Hciffmann : Drin^ndes ErsTicbeTi, mit der letzten Er- 
kläruQg des Erzherzoge zufrieden zn sein. 1581 JanuHr 27 
oder 28 , 212 

Der Erzbiachof von Salzburg an den Erxherzog" Ferdinand: Tlieilt 
Ihm alle Schriften mit, die ihm in der »teiriachen Sache von 
Graz, Prag- nnd Müncheti Angekommen. Salzbnrg, 1581 Jiinuar 27 214 

Derselbe an Wilhelm vati Bayern: Tbeilt die letzten NachrichtBii 

aus Steiermark mit. Salzburg, löbl Januar 27 ..... . 216 

Erzherzog Karl an Erzherzog Ferdinand: Dankt für die Mitthei- 
Inngen aus Salzburg; Ueber den Verlauf der Landtagssachen 
werde er ehestens schreiben. Graz, 1581 Jannar 30 ... . 215 

Die Herren und Landlente A.C. in Krain: Antwort auf das Si^hrei- 
ben der Steirer vom 20. Januar: Nächsten Montag (6, Februar) 
werden die Religionsitacben einem Ansseiinss vorgetragen und 
wird hierüber verbandelt werden. Laibaeb, 1581 Januar 31 . 21ß 

Erzherzog Karl befiehlt die Eiuk tellung seines DecreteH 
vom 10> December 1&8Ü. In Eeligioi4^saüben habe Alles in 
dem Stand zu bleiben, wie es vor dem Deere te gewesen. 1581 
Föbrnar 3 . . 216 

Dankrede des Landmarscbatls Han» Friedrich Hoffmann 217 

Antw^irt des Erzherzog 219 

Ueherreichung der letzten Schrift an ihn. Ausschluss der Bürger 

von der Aborduutig^ , . . , 219 

Erzherzog Karl an den Magistrat von Graz: Strengstes Verbot, die 

katholische Geiatlichkeit zu verspotten. Graz, 1581 Febrnar 9 220 

Die Hteirisch© Landschaft an die von Krain: Mittheihing^ wie es 

mit dem Religionswesöu all hie steht. Grast, 1581 Febnmr 13 . S2l 

*ErziiorÄ«g Karl nn Erzherzog Ferdinand: Sendot ihm alh> «wischen 
ihm lind den steiriüchen Standen gewechselten Schriften. Graz, 
1581 Februar 14 221 

GlückwEinsdiH der Krainer an die steirische Landschaft. Laibach, 

1581 Februar lö ...... 222 

Der ErKbiM'hof von Salzburg an Erzherzog Ferdinand: Mitthoilung 
der in Steiermark vorgefallenen beschwerlichen Verhandtungen. 
Salzburg, 1581 Februar 17 228 

Papst Gregor XIII. an Erzherzog Ferdinand: Frende über die 
Haltung und das Vorgehen Erzherzog Karlö. Mahnungen zum 
Beist-atid. Rom, lö8l Februar 18 , 

Der Jesuiten]rrovincial Bl^'sseni an P. Biielem : Kein Friede, nur 
ein Waffenstillstand sei geschlosacn. Ersützung der Protestanten 
in den Aemtern durch Katholiken etc. Graz, 1581 März 14 . 2S 

Erzherzog Karl an Erseherzag Ferdinauil: Theilt ihm die Absicht 
mit, demnächst einen Gesandten an ihn zu schicken, um wegen 
der Beantwortung de« Breves zu berathen. Graz, 1681 MSrz 16 

Erledigung der Beschwerdeartikel durch Erzherzog Karl. 1581 April 2 1 2| 

He.sfdntitiu Ers^Jierzog Karls in der Angelegenheit der krainischen 
Keligionsbßsch werden. Graz, 1581 April 21 ... 



LXIX 

Seite 

120. Erzherzog Karl an die Gesandten aus Kärnten: Die Beschwerde- 
punkte in Religionssachen seien erledigt Graz, 1581 April 21 230 

1^1. Die Verordneten von Steiermark an den Hofmarschall Amhros 
Freiherm von Thurn über die angeblichen Schmähungen der 
Pradicanten gegen Papst und Jesuiten. Graz, 1581 Juli 21 . 230 

1^2. Erzherzog Karl an Erzherzog Ferdinand: Bittet ihn, die zuge- 
sagten Gutachten in negotio religionis um so gewisser zu über- 
senden, als die Abhaltung des Landtages von Steiermark be- 
vorsteht. Graz, 1581 September 18 232 

1 2-3. Erzherzog Karl an Ferdinand: Sendet ihm die nach seinen Wün- 
schen gebesserte Instruction zurück und bittet um Absendung 
von Commissären und Käthen. Graz, 1581 September 28 . . 232 

^^4. Erzherzog Ferdinand an Erzherzog Karl: Beurtheilung der strit- 
tigen Religionsangelegenheiten in Steiermark. Innsbruck, 1581 
November 26 232 

1^5. Antwort darauf. Graz, 1581 December 16 234 

y* Die Legation des Bisehofs Christopli Ton Gark nach Rom 

1581 235 

' 26. Instruction für den Gurker Bischof Christoph von Spaur bezüglich 
seiner Sendung an Gregor XIII. Erzherzog Karl verlangt aus- 
giebige Hilfe im Kampf gegen seine ,secti8chen* Unterthaiien. 
Graz, 1581 März 18 235 

1 ^7. Schreiben Erzherzog Karls an Gregor XIII. : Er sei genOthigt, das 
Decret wegen Einstellung des (öffentlichen Gottesdienstes der 
A. C. zu suspendiren. Graz, ohne Datum 241 

128. Motivirtes Gutachten über die in Bezug auf die Gegenreformation 

in Innerösterreich einzuschlagenden Wege. 1581 243 

1 29. Bericht des Gesandten Christoph von Gurk an den Papst über die 

politische Lage Inneröslerreichs. 1581 April 20 257 

130. Zweites Memorandum des Biscliofs von Gurk über die Haltung 

Erzherzog Karls, erstattet in Rom 1581 April 27 260 

131. Gregor XIII. an Erzherzog Karl: Er habe den Bischof von Gurk 

empfangen und sichere ihm alle Unterstützung zu. Rom, 1581 

Mai 9 267 

132. Relation des Bischofs Christoph von Gurk über seine Sendung nach 

Rom, erstattet 1581 Juli 20 268 

Tl. Der Kampf gegen den Protestantismus in StUdten und 
MSrkten. Rekatholisirung in Hof- und Regierungsämtern 271 

133. Erasmus von Saurau an die Verordneten wegen der Unbescheiden- 

heit der Pradicanten, namentlich Homberger's. Laubeck, 1581 

Juli 15 271 

IS4. Hans Friedrich Hoffmann an den Erzherzog: Wiederholte Bitte, 
ihn bei seinem Rechte betreffend die Besetzung der Pfarre Pols 
zu belassen. Wolfsberg, 1581 Juli »0 271 



LXX 

deir.» 
135. Erzhurzog Karl au Sigisinund vou Haiwruck: Verbut, in Windisch- 
graz Prädicaiiten einzuführen. 1581 August 3 27"^ 

13G. Die Verordneten von Steiermark an Erzherzog Karl: Intercession 
für Hans Friedrich Hoffmann in Sachen der Pfarre Pols. Gras, 

1581 August 30 27r ^ 

137. Erzherzog Karl an Hans Friedrich Hoffmann: Befehl, den Landes- 

gerichtsverwalter Gabler nach Graz zu verschaffen. Gras, 1581 
September 4 27^ 

138. Bürgermeister, Richter und Rath von St. Veit in Kärnten an Erz- 

herzog Karl: Es sei ihnen befohlen, ihren Prädicanten abza- 
schaffen. Bitte, sie bei ihren bisherigen Rechten zu lassen. 

St. Veit, 1582 Februar 28 27fc== 

131). Die Religionsangelegenheit im MHrzlandtag 1582. L. f. Befehl, in 
Städten und Märkten dürfe nur die katholische Religion aus- 
geübt werden, in Graz und Judenburg nur Herren und Ritter 
diu protestantische Stiftskirche besuchen. Den Katholischen 
darf in Lohenschaften kein Eintrag geschehen. Graz, 1582 März 9 274^ 

140. Antwort und Bencht der Landschaft auf Nr. 139. Graz, 1582 M&rs 12 279 

141. I. D' verrer Erläuterung. Graz, 1582 März 14 287 

142. Papst Gregor XIII. an Erzherzog Karl: Benachrichtigt ihn von der 

Sendung des Cardinais Madrutz; er habe Befehl, ihm die ge- 
sunkene 1. f. Autorität heben zu helfen. Rom, 1582 März 15 . 288 

143. Die Vertreter von 19 Städten und Märkten in Steiermark an die 

Herren und Ritter: Bitte um Fürsprache bei Erzherzog Karl, 
dass sie im Roligionswesen von Herren und Rittern nicht ge- 
schieden werdon. 1582 März 17 288 

144. Aus der Schrift der steirischen Landschaft A. C. auf Nr. 141. Graz, 

1582 März 17 291 

145. Aus I. F. D* endlichem Beschluss auf die Schrift der Herren und 

Ritter. Graz, 1582 März 18 294 

146. Die Landschaft an die geh. Räthe: Bitte, dem Erzherzog treulich 

zu rathen, dass diese beschwerliche, dem Lande verderbliche 
Widerwärtigkeit beigelegt werde. Graz, 1582 März 20 ... . 294 

147. Aus der Landtagssitzung vom 18. März. Stimmung der Geistlichkeit 294 

148. Aus der Eingabe der Landschaft vom 23. März 1582 295 

149. L. f. Befehl an den Bürgermeister, Richter und Rath von Graz, 

,des Stiftes der Landschaft und ihres Religionsexercitiums 
müssig zu gehen und solches auch bei der Bürgerschaft einzu- 
stellen. In seinem Gewissen werde Niemand beschwert werden*. 
Graz, 1582 April 23 296 

150. L. f. Decret bezüglich der Sonderung von Städten und Märkten. 

Der Erzherzog werde hiovon nicht weichen. Graz, 1582 April 27 297 

151. Die Gemeinde Graz bittet in tiefster Demuth um Abstellung des 

1. f. Befehls vom 23. April. Graz, 1582 April 27 297 

152. Abweisung. Graz, 1582 April 28 299 

153. Die Gemeinde Graz an Statthalter, Kanzler, Regiments- und Kammer- 

räthe: Bitte um Intercession. Ohne Datum 299 



LXXI 

deitti 

154. Enhensog Karl macht die Verorduetou für dio aus ihrem Yorgeheu 

erwachsenden Schäden verantwortlich. Graz, 1582 April 28 . 299 

155. Autwort der Verordneten auf das Decret vom 27. April. Graz, 1582 

April 28 300 

156. Michael Strassberger, Bürgermeister, Melchior Holzer, Stadtrichter, 

und Martin PangrQsser, Stadtschreiber, an die n. ö. Regierung : 
Widerrufen ihre Zusage, sich der Stiftskirche zu enthalten. 
Graz, 1582 Mai 5 300 

157. Abermaliger Befehl an die Grazer Bürgerschaft, die Stiftskirche zu 

meiden. Graz, 1582 Mai 7 302 

158. Die Regierung an den Bürgermeister, Richter und Stadtschreibor 

zu Graz: Aufforderung, ihrem GelObniss vom 5. Mai nachzu- 
kommen. Graz, 1582 Mai 7 302 

159. Bürgermeister, Richter und Stadtschreiber an die n. 0. Regierung : 

Sie können sich ihres Exercitiums nicht begeben. Im Zeitlichen 
wollen sie allen Befehlen nachkommen. Graz, 1582 Mai 9 . . 303 

160. Die Regierung an dieselben: Läset es bei ihrer Anordnung ver- 

bleiben. Graz, 1582 Mai 10 304 

161. Die Regierung an dieselben. Desgleichen. 1582 Mai 10 ... . 304 

162. Homberger's Antwort auf die Frage des auferlegten Eides wogen. 

1582 Mai 10 305 

163. Die Regierung an den Bürgermeister: Citirt ihn, den Rath, Richter 

und Stadtschreiber. 1582 Mai 21 308 

164. Verbot aller Zusammenkünfte der Städter. Graz, 1582 Mai 21 . . 308 

165. Bürgermeister, Richter und Rath von Graz: Bitten um Zurücknahme 

der unerhörten Straffalle. Graz, 1582 Mai 23 309 

166. Abweisung dieser Bitte. Graz, 1582 Mai 23 309 

167. Bürgermeister, Richter und Rath von Graz an dio Verordneten und 

die in Graz versammelten Herren und Landleuto: Bitten um 
Verwendung, damit die unerhörten Straffällo ein Ende nehmen. 
Ohne Datum 310 

168. Ch. Praunfalk an die übrigen Verordneten: Sich wegöii der Ver- 

folgung der Bürgerschaft sofort nach Graz zu verfügen. Graz, 
1582 Mai 25 310 

169. Dio Regierung an die Kammerräthe : Befehl, mit ihrem Personal 

bei Hof zu erscheinen. Graz, 1582 Mai 25 310 

170. Rathschlag der Kammerräthe 311 

171. Kammer- und Kanzlei verwandte an dio Regierung: Ohne Sünde 

wider Gott könnten sie dem Befehl nicht Folge leisten; kün- 
digen ihren Dienst und bitten um gn. Abfertigung. 1582 Mai 25 312 

172. Die Kanzlei- und Kammerverwandten an Kobenzl: Bitten um seine 

Verwendung. Graz, 1582 Mai 26 313 

173. Erzherzog Karl an den Landesverwalter, Kamnierrath und die Ver- 

ordneten von Steiermark: Befehl, die Ungebühr dem Pfarrer 

von Strassgang gegenüber abzustellen. München, 1582 Mai 28 314 

174. Die in Graz versammelten Herren und Landleute an den Erz- 

herzog: Beschweren sich über die der Bürgerschaft in Graz 



Lxxn 

Seit« 
und der Familie Hoffinanii in PoIr gegen die Pacification zu- 
gefügten Bedrängnisse. Qraz, 1582 Juni 1 316 

175. Dieselben an die Regierung. Desgleichen. Graz, 1582 Juni 2 . . 315 

176. Erzherzog Karl an Bürgermeister, Richter und Rath zu Graz: 

Befehl, den gegebenen Erlässen nachzukommen. München, 
Juni 2 315 

177. Hans Kobonzl au Kanzlei- und Kammerverwandte : Sei leider nicht 

in der Lage, für sie etwas zu thnn. Man denke nicht daran, 

sie von ihrer Confession zu dringen. München, Juni 8 ... 316 

178. Erzherzog Karl an die in Graz versammelten Herren und Land- 

leute: Abweisende Antwort auf Nr. 174. Dachau, 1582 Juni 8 317 

179. Antwort der Kammerbeamten an Kobenzl: Unm()glichkeit, dem 

1. f. Befehl wegen Enthaltung vom Exercitium der A. C. nach- 
zukommen. Graz, 1582 Juni 11 318 

180. Sendschreiben das Bürgermeisters, Richters und Rathes an die 

F. D^: Sie müssten bei ihrem Widerruf verbleiben. Graz, 1582 
Juni 12 320 

181. Aus Kobenzrs Schreiben an Leyb: Condolenz weg^n der Wider- 

wärtigkeiten der Kammorverwandten. München, 1582 Juni 15 320 

182. Religionsbeschwerden von Steiermark, Kärnten und Krain. Graz, 

Klagenfurt und Laibach, 1582 Juni 20 321 

183. Erzherzog Karl an Bürgermeister, Richter und Rath von Graz: 

Bezüglich des Religionsexercitiums bleibe es bei seiner früheren 
Entscheidung. München, 1582 Juni 23 322 

1 84. Erzherzog Karl an die Verordneten : Weist den Anspruch der Land- 

schaft zurück, ihren Dienern gegenüber die erste Instanz zu 
sein. München, 1582 Juni 24 822 

185. Vermerk, was der Nuntius wider die von Steier im Befehl hat. 

1582 Juli 323 

186. W. Bonnhom an dio Verordneten Steiermarks: Bittet um Fürsprache 

für seinen zum Protestantismus übergetretenen Vetter Bartlmo 
Tefin. Laibach, 1582 August 6 326 

187. Bürgermeister, Richter und Rath bitten ,nebon gethanem FussfalP 

nochmals, sie bei ihrem Exercitium zu la.ssen. Graz, 1582 Sep- 
tember 7 326 

188. Abweislicher Bescheid auf den geschehenen Fussfall. Graz, 1582 

September 9 326 

189. Befehl an Bürgermeister, Richter und Rath, sich bei einer Strafe 

von 100 Ducaten der Stiftskirche zu enthalten. Graz, 1582 
September 16 328 

190. Einberufung von Herren und Landleuten durch die Verordneten 

wegen Berathung der kirchlichen Wirren. Graz, 1582 Sep- 
tember 16 328 

191. Beschwerden derer von Neumarkt gegen St. Lamprecht und den 

Erzpriester von Friesach. Neumarkt, 1582 September 24 . . . 328 

192. Papst Gregor XIII. beglückwünscht Erzherzog Karl zu seinem Vor- 

gehen. Rom, 1582 September 29 829 



LXXIII 

Seite 

193. Bürgermeister, Richter und Rath von Graz an die Verordneten: 

Bitten unter Vorlag der Brucker ,ErklHrung' des Erzherzogs 

um Intercession. Graz, 1582 October 8 (oder vor dem 8.) . . 329 

194. Notiz über die Verhaftung des Grazer Bürgermeisters, Stadtrichters 

und Stadtschreibers. 1582 October 329 

195. Intercessionsschreiben der Verordneten für die Grazer Bürgerschaft. 

Graz, 1682 October 9 329 

196. Bürgermeister, Richter und Rath bitten ,abermalen um Einstellung 

des beschwerlichen Decrets*. 1582 October 11 (sie) 330 

107. Christoph Praunfalk an die übrigen Verordneten: Theilt ihnen 
mit, ,was ihm heut' für Decret zugekommen'. Sie mOgon sich 
sofort in Graz einfinden. Graz, 1582 October 12 330 

198. Erzherzog Karl an Frau Manisch Pöglin: Ihr Prädicant dürfe sich 

nicht das Predigtamt und die Seelsorge in Pols anmassen. Graz, 
1582 October 18 330 

199. yDer geh. Räthe mündlicher Bescheid, so sie dem Bürgermeister, 

Richter und dem Rath zu Graz den 19. October 1582 angezeigt* 330 

200. Praunfalk an die übrigen Verordneten: Sich sofort nach Graz zu 

verfügen. Die D* habe den ganzen Rath ,hinauf erfordertS 
Graz, 1682 October 19 331 

201. Derselbe an die Verordneten: Eile thue noth. Graz, 1582 October 21 331 

202. Erzherzog Karl an die Verordneten: Befehl, den Kirchenbau in 

Cilli einzustellen. Graz, 1582 October 21 332 

203. Trostschreiben der Verordneten an die Bürgerschaft in Graz. Graz, 

1582 November 16 333 

204. Bürgermeister, Richter und Rath der Stadt Graz bitten abermals 

um Aufhebung der Vorordnungen in der Kirchensache. Graz, 
1582 December 2 333 

205. L. f. Befehl an diese: Jene namhaft zu machen, die zu Weih- 

nachten ihren Abzug von hier nehmen wollen. Graz, 1582 De> 
cember 2 333 

206. Schreiben KobenzFs an den Bürgermeister von Graz: Mahnungen, 

sich in die Befehle des Landesfürsten zu schicken. Sie würden 

ja in ihrem Gewissen nicht betrübt. Am Lee, 1582 December 4 333 

207. Die Bürgerschaft von Graz an Erzherzog Karl : Bitte, sie mit dem 

Abzug zu verschonen oder ihnen eine längere Frist zu ge- 
währen. Graz, 1582 December 6 336 

208. Abweisung. Graz, 1582 December 7 336 

209. Abermalige Bitte der Bürgerschaft. Graz, 1582 December 9 . . . 336 

210. Neuer Befehl, die Namen der Abziehenden zu nennen. Graz, 1582 

December 17 336 

211. Bitte der Bürgerschaft um Einstellung der Strafen. Graz, 1582 De- 

cember 26 337 

212. L. f. Decret: Dass sich Bürgermeister, Richter und Rath »des Stifts* 

enthalten, nehme er an. Das Abziehen ist nicht verwehrt, 
doch müsse man sich ein halbes Jahr zuvor melden. Graz, 
1582 December 29 337 



LXXIV 

Seit« 

213. Erklärung vou Grazer Btirgeru, ibreti Abzug nehmeu zu wollen, 

wenn ihnen nicht ihr Exercitium in der Stiftskirche gelassen 
werde. Graz, 1583 Februar 14 337 

VII. Die Intercession KSrntens, Krains und der protestan- 
tischen Reichsstande 1582—1583 337 

214. Die Verordneten von Steiermark an die von Krain: Melden, woran 

sich der steirische Landtag bisher gesperrt habe. Graz, 1682 
Januar 17 337 

215. Dieselben an die Verordneten von Kärnten und Krain: Melden, 

wie sich die F. D^ in Keligionssachen erklärt. Graz, 1582 
März 20 338 

216. Dasselbe an Herrn von Khainach und Gleispach 338 

217. Dieselben an die von NiederOsterreich Über den Religionsstreit. 

Graz, 1582 März 23 338 

218. Die Verordneten von Krain an die von Steiermark: Mitleiden über 

die eingetretenen Religionshandlungen. Laibach, 1582 März 27 338 

219. Intercession der Ausschüsse und einzelner Herren Kärntens für 

die ihres Glaubens wegen verfolgte Bürgerschaft von Graz. 
Bitte, die Bürger in Gemässheit der Pacification von 1578 zu 
behandeln. Klagenfurt, 1582 April 2 338 

220. Dieselben an die steiermärkischo Landschaft: Auch in Kärnten sei 

es nicht anders, namentlich in St. Veit und V{)lkermarkt. Klagen- 
furt, 1582 April 2 389 

221. Die Herreu und Landleute von Krain an den Erzherzog: Wie 

Nr. 219. Laibach, 1582 April 3 339 

222. Dieselben an die geh. Räthe. Dasselbe. Laibach, 1582 April 3 . 339 

223. Dieselben an Thurn: Um Verwendung in derselben Sache. Lai- 

bach, 1582 April 3 339 

224. Begleitschreiben zu Nr. 221 — 223 an die steirische Landschaft. 

Hoffnung auf Erfolg, da auch Kärnten einschreitet. Laibach, 
1582 April 3 339 

225. Wolf von Stubenberg an die Verordneten von Steiermark: Meldet 

die Ueberreichung der kärntnerischen Intercession. Brück, 1582 
April 10 340 

226. Ablehnende Resolution Karls II. auf die Fürbitte der Krainer. 

Graz, 1582 April 24 340 

227. Die Vorordneten von Krain an die von Steiermark: Demnächst 

werden Herren und Landleute über die Lage beratheu. Lai- 
bach, 1582 Mai 18 341 

228. Die Verordneten von Kärnten an die von Steiermark: Bedauern 

diese unerhörten undeutschen Processo. Auch hier werde näch- 
stens ein Ausschuss berathen. Klagenfurt, 1582 Mai 20 . . . 341 

229. Dieselben an die Regierung: Bitten um Beendigung der Verfolgung 

in St Veit, Volkermarkt, Kleining, im Lavantthal, Altenhofen 
und Hüttenberg in Kärnten und auch in Steiermark. Klagen- 
furt, 1582 Mai 25 341 



LXXV 

Seite 
230. Dieselben an die Verordneten von Steiermark: Mau wisse nicht 
weiter zu rathen. Eine gremeinsame Vorstellung aller drei Lande 

thue noth. Klagenfurt, 1582 Mai 26 341 

331. Ankündigung der Sendung Galleuberg^s wegen einer gemeinsamen 
Action aller drei Länder um die Intorcession des Reiches. Lai- 
bach, 1682 Mai 28 342 

232. Die Verordneten von Steiermark an jene Kärntens: Dankbrief 

wegen der übersandten ,FürschriftS Graz, 1682 Mai 29 . . . 342 

233. Dieselben an die von Kärnten und Krain: Theilen das Resultat 

der jüngsten Versammlung der Herren und Landleute in Sachen 

der Religionsirmng mit. Graz, 1582 Juni 2 342 

234. Die Ausschüsse Kärntens an die von Krain : Die gemeinsame Action 

sei noch verfrüht. Die 1. f. Resolution an sie ist mit der an 

Krain gleichlautend. Klagenfurt, 1682 Juni 4 342 

236. Die Verordneten von Krain au die von Kärnten in Sachen 
der Unterzeichnung der Coucordienformel. Laibach, 1682 
Juni 13 343 

236. Dieselben an die von Steiermark: Berichten, was sie ihren Reichs- 

tagsabgesandten zugeschrieben. Laibach, 1682 Juni 19 . . . 343 

237. Instruction der Religionsgesandten über ihre Verrichtung bei Erz- 

herzog Karl. Graz, Klagenfurt und Laibach, 1682 Juni 20 . . 343 

238. Credenzsch reiben für die Religions^esandten an den Kaiser. Graz, 

Klagenfurt und Laibach, 1582 Juni 20 345 

239. Credenzschreiben an Sachsen, Brandenburg, Pfalz. 1582 Juni 20 345 

240. Credenzschreiben an Khevenhüller, Kobenzl und Stubenberg. 1582 

Juni 20 345 

241. Credenzschreiben an die HoichsfUrsten. 1582 Juni 20 345 

242. Credenzschreiben an Erzherzog Karl. 1582 Juni 22 345 

243. Dio Verordneton von Steiermark au die von Krain wegen Ferti- 

gung der Religionsinstruction. Graz, 1582 Juni 27 347 

*iU. Die Vorordneten von Krain an dio von Steiermark in Sachen der 
Coucordienformel. Ein dritter Gesandter nach Augsburg sei 
überflüssig. Laibach, 1582 Juni 29 347 

245. Die Vorordneten von Steiermark an die von Krain wegen Absen- 

dung eines dritten Gesandten. Graz, 1582 Juli 5 347 

246. Die Verordneten von Krain an die von Steiermark: Ihr Gesandter 

sei Kiesel. Laibach, 1582 Juli 10 347 

247. Die Verordneten von Steiermark und die Gesandten aus Kärnten 

und Krain bitten die geh. Räthe KhevenhüUor, Stubenberg und 
Thurn, zum Zwecke der Förderung der Aufgaben der Religions- 
gesandten noch so lange bei dem Erzherzog zu verweilen, bis 
diese ihr Anliegen vorgebracht haben. Graz, 1582 Juli 22 . . 348 

248. Die Verordneten von Steiermark an die von Krain: Bestätigenden 

Empfang der Religionsinstrnction sammt dem Credenzschreiben. 
Graz, 1582 Juli 23 348 

249. L. f. Resolution auf die Bitten der Abgesandten in Religionssachen. 

Mitterudorf, 1582 August 5 349 



LXXVI 

Seito 

250. Dio Verordneten von Krain an die von Steiermark: Die Ver- 

zögemng in der Religionsbeschwerde sei ihnen anlieb. Lai- 
bach, 1582 August 5 350 

251. Bericht Wagn*s über ihre Sendung an den Erzherzog. Mittemdorf, 

1582 August 6 850 

252. Dio Verordneten an Wagn: Er möge sich seiner Instruction ge- 

mäss halten. Graz, 1582 August 11 352 

233. Dieselben an den Erzherzog: Bitte, der Pacification zuwider keine 

Neuerungen vorzunehmen. Graz, 1582 August 11 353 

254. Die Verordneten von Krain an die von Steiermark: Ihre Gesandten 

seien angewiesen, sich nach denen von Steiermark zu richten. 

Laibach, 1582 August 16 353 

256. Antwort darauf. Es hat bei dem früheren Bescheid zu verbleiben. 

Rottenmann, 1582 August 18 353 

256. Aus der Replik der Religionsgesandten. Ohne Datum 355 

257. Dio steirischen ,Roichshilfsgesandten* begehren einen Auszug aus 

der Erbhuldigung, desgleichen die Freiheiten des Landes. Augs- 
burg, 1582 August 23 356 

258. DioVerordnetenandieReiohshilfsgesandten: Die Religionsgesandten 

hätten eine klare Instmction. Graz, 1582 August 31 .... 356 

259. Christoph Praunfalk an Saurau: lieber die Ankunft dos Erzherzogs. 

Graz, 1582 September 1 356 

260. Saurau und Hollonegg an die Verordneten: ,Die Kur- und Fürsten 

wollen die Tttrkenhilfe auf Conditionen zum Theil wegen Ein- 
trag der Religion stellen.' Augsburg, 1582 September 5 . . . 357 

261. Das Intercessionsschreiben der in Augsburg versammelten kur- 

fürstlichen und ständischen Rätho und Botschaften an Erzherzog 
Karl zu Gunsten der Angehörigen der A. C. in Innerösterreich. 
Augsburg, 1582 September 12 367 

262. Ueberreichung dieser Intercession an den Erzherzog. Graz, 1582 

November 22 36Q 

263. Memorial Zettel des kurpfälzischen Kanzlers Gerhard Pastor, wie 

es mit der Intercession zu halten sei. Augsburg, 1582 Sep- 
tember 12 360 

264. Ansuchen der Angehörigen der A. C. in Steiermark, Kärnten und 

Krain an Kaiser Rudolf II. um gnädige Intercession bei Erz- 
herzog Karl. Augsburg, September 21 361 

265. Abweisende Resolution des Kaisers. Die Bittsteller werden an ihren 

Landesherrn gewiesen. Augsburg, 1582 September 21 ... . 362 

266. Replik auf Nr. 265. Ohne Datum 362 

267. Die Religionsgesandten an die Reichsstände der A. C: Bitte um 

Intercession. Ohne Datum 362 

268. Matthes Amman an Erasmus von Saurau über die Unterschrift der 

Concordienformel. Radkersburg, 1582 October 11 362 

269. Die Verordneten von Krain an die von Steier: Eines oder zwei 

ihrer Mitglieder werden bei Ueberreichung der Fürschrift an- 
wesend sein. L&ibach, 1582 October 11 363 



LXXVII 

Seite 

270. Dieselben an dieselben: Die Herren von Haller und von Gallen- • 

berg werden bei der Ueberreichung zugegen sein. Laibach, 
1682 October 21 364 

271. Der Pfalzgraf Ludwig an Erzherzog Karl: Uebersendet sein Inter- 

cessionssch reiben für die innerösterreichischen Angehörigen der 

A. C. Heidelberg, 1582 October 26 3G4 

272. Die Verordneten von Steiermark an die von Krain : I. F. D* habe 

den allhiesigen Stadtratli aus dem Lande geschafft Graz, 1682 
October 28 364 

273. Die Verordneten von Kärnten an die von Steiermark: Zur Ueber- 

reichung der Intercession bestimmen sie Ludwig von Dietrich- 
stein, Wolf Mager von Fuchsstat und Georg Wucherer. Klagen- 
furt, 1682 October 28 366 

274. Die Verordneten von Krain an die von Steiermark: Berichten, dass 

man die erlangte Intercession noch vor der Abreise I. F. D^ 
überreichen möge. Laibach, 1682 October 28 365 

275. Der zur Ueberreichung der Intercessionsschreiben verordnete Aus- 

schus.s an Erzherzog Karl : Bitte um Einstellung der Verfolgung. 
Graz, 1582 November 4 366 

276. Abweisende Antwort. 1582 December 2 366 

277. Die steirischen Verordneten an den pfälzischen Kauzler: Theilen 

das Ergebniss der Intercession mit. Fernere Intercession und 
Legation ist erwünscht. Graz, 1682 December 4 367 

278. Abweisende Antwort Erzherzog Karls auf ein Bittgesuch der stei- 

rischen Verordneten in Angelegenheiten der Intercession. 1582 
December 16 369 

279. Die Verordneten an Gerhard Pastor. Inhalt wie Nr. 277. Neue Ver- 

folgung in St. Veit in Kärnten. Graz, 1582 December 17 . . 370 
2H0. Wolfgang Schranz an AnibroH von Thurn : Ueber die Sendung der 
Stände an das Reich ; ob deren Vorhabeu zu ahnden sei. Graz, 
1582 December 24 370 

281. Erzherzog Karl an Ambros von Thurn: Die Landschaften haben 

die Absicht, sich abermals ins Reich zu begeben. Sie ^Yerdon 
nichts erreichen. Könnte er weiter gehen, würde er es gethan 
haben. Graz, 1583 Januar 14 372 

282. Erzherzog Karl an Kurfürst August von Sachsen: Uebersendet ihm 

eine summarische Beschreibung aller zwischen ihm und seinen 
Unterthanen eingefallenen Handlungen. Er habe Herren und 
Rittern mehr bewilligt, als der Religionsfriede enthalte. Weiter 
könne er nicht gehen. Graz, 1583 Januar 16 372 

283. Summarischer Bericht an den Kurfürsten. Graz, 1583 Januar 10 374 

284. Schreibon eines Ungenannten an Herrn von Saurau über den 

Brief des Erzherzogs an den Pfalzgrafen bei Rhein. Ohne 
Datum 384 

285. Gerhard Pastor übersendet die kureächsische Intercession und ein 

Verzetchniss jener Stände, die noch ersucht werden. Ohne Ort, 
1683 Januar 17 384 



LXXVIII 

Seiie 
28G. Die Verordneten von Öteierinark an die von Kärnten und Krain: 
Senden das Schreiben des pfälzischen Kanzlers. Graz, 1583 
Januar 17 385 

287. Die steirischeu Verordneten an Gerhard Pastor: Zunahme der Ver- 

folgung. Bitte, im dortigen Archiv das Original der Declaration 
Ferdinands I. vom 24. September 1555 nachzusuchen. Graz, 
1583 Januar 17 38^ 

288. Knrffirst August von Sachsen an Erzherzog Karl: Appellirt an seine 

Sanftmuth in Angelegenheit der Angehörigen der A. C. Dresden, 
1583 Januar 31 38ft 

289. Die Verordneten von Steiermark an Micyllus : Hoffnung auf einen 

Generallaudtag, sonst müsse man abermals ans Reich gehen. 
Graz, 1583 Mai 27 386 

290. Die steirischeu Verordneten an den Kurfürsten von Sachsen: Bitten 

um eine Copie der Declaration Ferdinands I. (s. Nr. 287). Graz, 

1583 Mai 28 386 

201. Die steirischen Verordneten an die von Kärnten und Krain: In 
Angelegenheiten der Declaration Ferdinands I. (Nr. 287). Graz, 
. 1583 Mai 28 388 

292. Declaration Ferdinands I. vom 24. September 1555 388 

293. Pfalzgraf Ludwig an die Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg: 

Bitte, sich wegen einer Legation an Erzherzog Karl zu er- 
klären. Heidelberg, 1583 Mai 30 390 

294. Pfalzgraf Ludwig an die Verordneten von Steiermark: Sachsen, 

Brandenburg und Hessen tragen Bedenken wegen einer Lega- 
tion. Heidelberg, 1583 Juli 19 391 

295. Die steiermärkischen Verordneten an Gerhard Pastor: Bestätigen 

den Empfang der Declaration Ferdinands I. Nachrichten von der 
Keichslegation und dem Nuntius Malaspina. Graz, 1583 August 8 392 

296. Die Verordneten von Steiermark an den Pfalzgrafen Ludwig: Wegen 

der Legation. Graz, 1583 August 28 393 

297. Dieselben an Gerhard Pastor: Empfang der letzten Schreiben. 

Treiben des Nuntius und der Jesuiten. Graz, 1583 August 28 394 

298. Dieselben an Micyllus: Bitte, sich der Landschaft auch ferner an- 

zunehmen. Graz, 1583 August 28 394 

299. Der pfälzische Kanzler Gerhard Pastor übersendet das Ausschreiben 

Herzog Johann Casimirs. Nachrichten über die Eroberung von 
Deutz. Ohne Ort, 1583 August 28 394 

300. Schreiben Caspar Hirschens: Berichte vom Pfalzgrafen und dem 

Nuntius Malaspina. Es.^lingen, 1583 Sei>tember 17 394 

301. Derselbe an die steirischen Verordneten : Betrübiüss über die Re- 

ligionsverfolgung. Intercession der protestantischen Reichsstände. 
1583 September 20 396 

302. Derselbe an dieselben: Audi die Oesterreicher wollen um Inter- 

cession einschreiten. 1583 September 24 397 

303. Derselbe an dieselben: Meldet den Tod des frommen Pfalzgrafen 

Ludwig. Esslingen, 1583 Octx)ber 16 397 



Seite 
^^^^. Postscriptum aus einem Schreiben Hirachens vom 24. October be- 
treffend die Einstellung des Farstentages von Mülhausen . . . 398 
^05. Derselbe an die steirischen Verordneten: ,Ueber den verfluchten 

päpstlichen Kalender/ Esslingen, 1583 December 22 .... 398 

Till. Der Februar- und MSrzlandtag 1583. Die Ausweisung 
des 1. SeeretSrs Caspar Hirsch und der Competenzstreit 

zwischen Landschaft und Regierung 399 

^06. Die Action zu Gunsten des ausgewiesenen 1. Secretärs Caspar 

Hirsch. 23. Januar bis 28. Februar 1583 399 

307. Einleitung zum Actenfascikel betreffend die Sache Hirschens. Von 

ihm selbst verfasst 400 

308. Die steirischen Verordneten fordern Hoffmaiin auf, sein Land- 

marschallsamt zu versehen. Graz, 1583 Januar 24 401 

809. Die Verordneten von Krain berichten, dass sie ,conditionaliter* zu 

der Bewilligung gegriffen. Laibach, 1583 Januar 23 402 

310. Zur Ausweisung Hirschens. 1583 Januar 23 403 

311. Die Verordneten von Steiermark an Erasmus von Saurau und 

Matthes Amman: Den Fall Hirsch betreffend. Graz, 1583 Ja- 
nuar 24 405 

312. Dieselben an die von Kärnten und Krain: Berichten die Citirung 

und Strafe des Rathsbürgers Wolf GrUnbeck. Graz, 1583 Ja- 
nuar 24 406 

313. Des l. Secretärs Caspar Hirsch ,Erforderung vor den geh. Kath'. 

1583 Januar 24 406 

314. L. f. Befehl an Hirsch: Den Bericht über seine Reden gegenüber 

dem Vicekanzler Schranz schriftlich zu übergeben. Graz, 1583 

Februar 11 409 

315. Hirschens erster Bericht. Graz, 1583 Februar 11 410 

316. Strafe Hirschens. Seine Ausweisung. Graz, 1583 Februar 14 . . 416 

317. Beschwerdeartikel im Landtag 1583 417 

318. Die steirischen Verordneten an die von Kärnten: Berichten über 

die letzten Vorfälle. Graz, 1583 Februar 18 422 

319. Landschaftsbeschluss in Sachen des Hirsch. 1583 Februar 19 . . 424 

320. Desgleichen. 1583 Februar 20 420 

321. Desgleichen. 1583 Februar 22 429 

322. Gutachten in der Angelegenheit des 1. Secretärs Caspar Hirsch . . 431 

323. Hirsch äussert sich über seine Ausweisung. Graz, 1583 Februar 23 433 

324. Rathschläge vom 24. Februar 437 

325. Kathschläge vom 26. Februar 437 

326. Rathschläge vom 28. Februar 441 

327. L. f. Befehl an die von Krainburg, ihr nnkatholisches Exercitium 

einzustellen. Graz, 1583 März 1 442 

328. Die steirische Landschaft überreicht dem Erzherzog ihre Besehwerde- 

schriften wegen der kirchlichen Sachen, der Ersetzung der 
Landes- und Schlosshauptmannsstelle und wegen Caspar Hirsch. 
Graz, 1583 März 1 442 



LXXX 

Seite 

329. Beschwerdeartikel des Landtages vom 2. März 1583 i54 

330. Die Verordneten von Krain an die von Steiermark: Mittheilungen 

aus Kärnten über die Reichslegation etc. Laibach, 1588 

März 2 466 

331. Koplik der F. D^ auf Nr. 329. Graz, 1583 März 2 456 

332. Aus den Landtagsprotokollen von 1583 461 

333. Antwort der Stände auf Nr. 331. 1583 März 5 461 

334. Antwort der F. D* auf Nr. 333. 1583 März 7 465 

335. Antwort der Stände auf Nr. 334. 1583 März 9 466 

336. Anniahnung des Erzherzogs auf Nr. 335. 1583 März 11 466 

337. Die steirischen Verordneten au die von Kärnten und Krain: Senden 

die aus der Pfalz gekommenen Vertröstungen und den Bescheid 

in Religionssachen. Graz, 1583 März 10 467 

338. Antwort der Landschaft auf Nr. 336. 1583 März 14 468 

339. Schliessliche ,Nothdurft* des Erzherzogs auf Nr. 338. 1583 März 18 468 

340. Antwort der steirischen Landschaft auf Nr. 339. Graz, 1583 März 19 468 

341. Bitte der drei Lande um einen Generallandtag. Graz, Klagenfurt 

und Laibach, 1583 März 20 469 

342. Der F. D' Schluss auf Nr. 340. Graz, 1583 März 21 470 

343. Antwort der Stände darauf. 1583 März 22 470 

344. Antwort des Erzherzogs auf Nr. 343. Graz, 1583 März 23 ... 471 

345. Die Herren und Landleute an den Erzherzog: Die meisten Land- 

tagsmitglieder seien schon verreist. Die Zurückgebliebenen dürfen 

aus dem Beschluss E. E. L. nicht schreiten. Graz, 1583 März 25 471 

346. Der Erzherzog an die Landschaft: Er müsse unter diesen Um- 

ständen die Administration der windischen Grenze aufgeben. 
Graz, 1583 März 26 472 

347. Mittheilung an den Erzherzog: Die Landtagsmitglieder seien be- 

reits vorreist. 1583 März 27 ^72 

348. Die steirischen Verordneten an die von Kärnten und Krain : Theilen 

ihre Beschwerden mit. Die Legation ins Reich ist unerlässlich. 
Graz, 1583 März 27 472 

349. Erzherzog Karl an die vom Herren- und Ritterstand in Kärnten: 

Resolution über die von ihnen begehrte Generalversammlung. 
Graz, 1583 März 31 476 

IX. Die Verfolgung der protestantiseheu Bttrgersehaft im 
Jahre 1583. Die Ausweisung Egen's. Der Kalenderstreit 477 

.'{50. Erzherzog Karl an die Bürgerschaft von Leoben: Verbot, ,nach 
Eisenerz auszulaufen* und dort die Sacramente zu nehmen. 
Graz, 1583 März 23 477 

351. L. f. Befehl an Bürgermeister, Richter und Rath der Stadt Graz: 

Die F. D* beharre auf ihrer Resolution. Die Bürger haben zu 
berichten, wer seinen Besitz verkaufe, an wen und zu welchem 
Preise. Graz, 1583 April 13 478 

352. Die steirischen Verordneten an den Bürgermeister von Graz: ,Ueber 

das Einschleifen fremder Nationen in Graz.* 1583 April 15 . 478 



LXXXI 

Seite 
Z=%bi. Rargermeister, Richter und Rath an den Erzherzog: Für ihre 
Häuser haben sich bei diesen ängpstlichen Zeiten keine Känfer 

gefunden. Graz, 1683 April 24 479 

— S54. Die verordneten AusHchiUse von Kärnten an die steirischen Ver- 
ordneten : Wegen der Legation ins Reich und des Generalland- 
tages. Klagenfurt, 1583 Mai 21 479 

w:3.>5. Die in Land- und Hofrechten versammelten Herren und Land- 
leute an den Erzherzog: Melden den aus den kirchlichen Wirren 
zu erwartenden Schaden. Der Generallandtag sei zu Bartholomäi 

einznrnfen. Graz, 1583 Mai 30 480 

3&6. Erzherzog Karl au die steirischen Verordneten : Bezüglich der Städte 
und Märkte bleibe es bei seiner Anordnung. Laxenburg, 1583 

Juni 4 481 

^7. Erzherzog Karl an Hans und Christoph Stadler: Die Gleisdorfer 

Pfarre an Nicolaus Pernhold auszufolgen. Graz, 1583 Juni 14 481 

358. Derselbe an die vom Herren- und Ritterstand in Kärnten: Reso- 

lution über ihre jüngst eingebrachte Beschwerdeschrift. Graz, 
1583 Juni 28 481 

359. Derselbe an die steirischen Verordneten: Gibt ihnen einen Ver- 

weis wegen der Predigten Egen*s und Tonner'«. 1583 Juni 28 483 

360. Matthes Amman an die steirischen Verordneten: Scharfe Anmahnung 

zum Widerstand. Besser wäre, der Landesfttrst sagte 
offen, er wolle die Lutherischen nicht dulden. Grotten- 
hof, 1583 Juli 26 485 

361. Antwort der steirischen Verordneten an Hirsch wegen der empfan- 

genen Zeitungen; die ,guten Leut' suchen bereits ihren Abzug*. 
Graz, 1583 Juli 26 488 

362. Christoph Praunfalk an die steirischen Verordneten: Ueber die 

Koligionsverfolgung in Judenburg. Verhalten des Nuntius. Juden- 
burg, 1583 August 2 488 

363. Schreiben der verordneten Ausschüsse und der beim Hofthaiding 

anwesenden Herren und Landleute au deu Erzherzog über 
dessen letzte Resolutionen. Bitte um den Generallandtag. Klagen- 
furt, 1583 August 10 489 

364. Dieselben an die von Steiermark: Rathen, die Dargaben auf die 

windische Grenze zu verordnen. Man werde dann den General- 
landtag um so leichter erhalten. Klagenfurt, 1583 August 17 493 

365. Mathias von Khainach und Adam von Lenghai nib erstatten den 

Verordneten Bericht über ihre Sendung an den Erzherzog in 

der Angelegenheit des M. Egen. Leonrodt, 1583 August 27 . . 493 

366. Erzherzog Karl an die steirischen Verordneten : Befehl, Egen aus- 

zuschaffen. Werde das Kriegsvolk befriedigt, so lasse er sich 

den Generallandtag gefallen. Knittolfeld, 1583 September 2 495 

367. Aus einem Schreiben an Hirsch: Die Verfolgung greift immer 

schmerzlicher um sich. Graz, 1583 September 3 496 

368. Erzherzog Karl an die steirischen Verordneten : Da sie Egon nicht 

abschaffen, müsse er es nun selbst thun. 1583 September 8 . 496 
Fontes. II. Abth. Bd. L. f 



LXXXTI 

Seh« 

369. L. f. Decret: Egen muss binnen acht Tagen aus dem Land. 1583 

September 8 497 

370. Praunfalk an Erasmus von Saurau: Theilt ihm eine vertrauliche * 

Rede Ambros von Thurn's und Christoph von Teuffenbacb*8 
wegen des General Landtages mit. Graz, 1683 September 28 497 

371. Bericht (an den Cardinal Madrutz?) für den Papst über die Lage 

des Erzherzogs und dessen Haltung. Die Stände versagen die 
Steuern und begehren einen Generallandtag. Graz, 1588 No- 
vember 11 499 

372. Generale wegen des neuen Kalenders. Graz, 1583 September 25 . 501 

373. Befehl an die von Graz ,wegen Haltung des neuen Kalenders*. 

Graz, 1583 November 3 502 

374. Bedenken der Herren und Landleute wegen des neuen Kalenders. 

Graz, 1583 November 5/15 508 

375. Die Verordneten an Gerhard Pastor: Condolenz über den Abgang 

des frommen Kurfürsten von Heidelberg. Die Verfolgung nehme 
nicht ab; jetzt komme noch der Kalendcrstreit dazu. Graz, 1583 
November 15 505 

376. L. f. Bescheid, dass kein schriftliches Anbringen erledigt werde, 

das nicht nach dem neuen Kalender datirt sei. Graz, 1583 No- 
vember 19 505 

377. Die Verordneten bitten um Erledigung ihrer Beschwerdeartikel. 

1583 December 8 506 

378. L. f. Decret, den neuen Kalender bei 1000 Duoaten Strafe zu halten. 

Graz, 1583 December 12 507 

379. Homberger^s und der anderen Stiftsprediger Entschuldigung, das.s 

sie ohne Gewissensbodenkeu den neuen Kalender nicht an- 
nehmen können. Graz, 1583 December 13/23 507 

380. Relation der Verordneten für den Decemberlandtag 1583 .... 509 

381. Antwort auf das 1. f. Decret vom 12. December. Protest dagegen. 

Graz, 1588 December 22 511 

382. Die Landschaft an das Kirchenmiuisterium etc.: sich nach dem 

neuen Kalender zu richten. Graz, 1583 December 23 . . . . 515 

383. Resolution Erzherzog Karls: Nimmt mit Gnaden zur Kenntoiss, 

dass die Landschaft den neuen Kalender angenommen; aber 
er h&tte erwartet, dass der Papst nicht so verächtlich ange- 
zogen würde. Graz, 1583 December 27 515 

X. Die Verfolgung der protestantischen Bürgerschaft in den 

Jahren 1584 und 1585 516 

384. Zur Lage des Protestantismus zu Anfang 1584 516 

385. Die stelrischen Verordneten an die von Kärnten und Krain : (Jeber- 

senden die jüngsten Landtagsschriften. Zusammenkunft der Ge- 
sandten aller Länder für den 26. Februar beantragt. Graz, 1584 
Januar 16 517 

386. Die Verordneten von Steiermark an deu Stadtrichter von Leoben 

und den Postverwalter zu Brück: Begehren Bericht über die 



LXXXIII 

Seite 
dem Boten g^waltthätiger Weise abgenommenen Briefe. Graz, 
16S4 Februar 26 518 

387. Bericht des Stadtrichters. Er habe auf 1. f. Befehl gehandelt. Leoben, 

1584, Februar 27 519 

388. Die Verordneten an den Erzherzog: Bitte, die dem Fussboten ab- 

genommenen Briefe wieder auszufolgen. Graz, 1584 Februar 29 519 

389. L. f. Resolution hierüber. 1584 Mftrz 2 519 

390. Beschwerdeartikel des von der steirischen Landschaft erkiesten 

grossen Ausschusses. Graz, 1584 März 3 , . 521 

391. Mflndlicher Bescheid des Landesfürsten auf die Religionsbeschwerden . 

1584 März 5 523 

392. Resolution des Erzherzogs auf die Keligionsbeschwerden. Wenn er 

weiter gehen könnte, hätte er es auf die vielen FussfKlle und 

Intercessionen hin gethan. Graz, 1584 März 18 524 

S93. Die steirischen Verordneten an die von Kärnten und Krain über 

die letzten Bescheide in Religionssacheu. Graz, 1584 März 19 524 

394. Antwort der Landschaft auf Nr. 392. Graz, 1584 März 19 .... 525 

395. L. f. Decret an die Verordneten von Steiermark : wie Nr. 392. Hie- 

bei werde er ,bis in die Grube' verbleiben. Graz, 1584 März 21 527 

396. Klage des erkiesten Ausschusses, dass ihre Klagen den Gegnern 

zur Begutachtung zugewiesen werden. Graz, 1584 April 5 . . 527 

397. Unterthänigstes Anbringen des Ausschusses : Bitte, die Bürgerschaft 

nach dem Wortlaut der Pacification unbedrängt zu lassen. Ohne 
Datum 529 

398. Klage der Gemeinde Feldbach Über die Vertreibung des Pfarrers 

von Riegersburg. Feldbach, 1584 April 6 531 

399. Klage der Gemeinde Neumarkt: Man sei Willens, ihren Pfarrer abzu- 

schaffen. Bitte um Verwendung. Neumarkt, 1584 April (ohne Tag) 532 

400. L. f. Decret an den erkiesten Aiisschuss: Es bleibt bei der im März 

1582 erüossenen Resolution. Graz, 1584 April 17 532 

401. Erneuter Befehl an Bürgermeister, Richter, Rath und die Bürger- 

schaft zu Graz, die Stiftskirche zu meiden. 1584 Mai 1 . . . 538 

402. Matthes Amman an die Verordneten : Heber den schlimmen Stand 

des Religions- und Kirchenweseus. Grottenhof, 1584 Mai 5 . . ö34 

403. L. f. Befehl an den Bürgermeister, Richter und Rath zu Graz, ein 

Verzeichniss jener Bürger einzusenden, welche die Stiftskirche 
besuchen. Graz, 1584 Mai 6 536 

404. Die Verordneten von Steiermark an Erzherzog Karl: Beschwerde 

über das ,Einschleifen* unbekannter Nationen. Graz, 1584 Mai 14 537 

405. Antwort darauf: Daran sei nur die Nachlässigkeit des Stadtmagi- 

strates Schuld. Graz, 1584 Mai 15 538 

406. L. f. Befehl an den Grazer Bürger Martin Messmayr, binnen drei 

Tagen aus Graz, binnen acht Tagen aus allen Landen der F. D^ 

zu ziehen. Graz, 1584 Mai 15 588 

407. L. f. Befehl an Bürgermeister, Richter und Rath zu Graz, das 

Eigenthum des ausgewiesenen Bürgers Schlioror zu beschreiben. 

1584 Mai 15 539 

f» 



LXXXIV 

408. Jene, die de» Glaubens wegen das Land räumen, müssen dies 

sechs Monate früher anmelden. 1584 Mai 17 o40 

409. Landesverwalter, Verordnete und Herreu nnd Landleute an den 

Erzherzog: Bei solcher Verfolgung der Bürgerschaft kOnnen die 
Bewilligungen nicht geleistet werden. Angriffe auf die Land- 
leute durch Diener des Nuntius. Graz, 1584 Mai 17 .... 541 

410. Erzherzog Karl an die Verordneten von Steiermark: Ihr Vorhaben, 

eine Wache aufzunehmen, darf nicht ausgeführt werden. Gras, 
1584 Mai 18 542 

411. Die steirischen Verordneten an die von Kärnten und Krain: Theilen 

ihnen die unerhörte Verfolgung der Grazer Bürger mit. Graz, 

1584 Mai 21 542 

.412. L. f. Befehl an Bürgermeister, Richter und Kath zu Graz: die 
Rädelsführer des letzten ,Fu88falls^ in der Burg zu nennen. 
Graz, 1584 Mai 21 648 

413. L. f. Decrut: Jene, die aus dem Laude ziehen, müssen dies ein 

halbes Jahr früher anmelden, ihre Rechnungen richtig machen, 
ihre Häuser nur an wirkliche Besitzer verkaufen und sich von 
der Stiftskirclie fernhalten. Graz, 1584 Mai 24 544 

414. Laudesverwalter, Landesverweser, Verordnete, Herren und Ritter 

bitten den Erzherzog um Einstellung der Verfolgung. Graz, 
1584 Mai 29 546 

415. Wolf V. Stubenberg an Erasmu» v. Saurau: Die von den Herren 

und Landleuten erbetene Audienz wird nur bewilligt, wenn sie 
nicht die Religionssacheu betrifft. Graz, 1584 Juni 1 . . . . 546 

416. Landesverwalter, Verordnete etc. an Bürgermeister, Richter nnd 

Rath et<',. : Uebersenden ein ,Tro8tbriefel'. Graz, 1584 Juni 2 546 

417. Die steirischen Verordneten an die von Kärnten und Krain: Theilen 

mit, was in Land- und Hofrechten für die Bürgerschaft ge- 
schehen sei. Graz, 1584 Juni 2 547 

418. Aus den Verordnetenprotokollen 1584 über die Verfolgung der 

Bürger 547 

419. Die Grazer Bürgerschaft dankt für die Intercession und bittet die 

Herren und Landleute um eine Fürschrift an den Erzherzog, 

den Statthalter und die geh. Räthe. Graz, 1584 Juni 15 . . . 547 

420. Landesverwalter etc. (wie Nr. 414, 416) bitten den Erzherzog, die 

schwere Verfolgung der Bürger einzustellen und namentlich 
Adam Sallay zu seinem Recht gelangen zu lassen. 1584, nach 
dem 15. Juni 648 

421. Dieselben an die Bürgerschaft: Uebersenden ein neues Trostbriefel 

und theilen das Schreiben an die geh. Räthe mit. Graz, 1584 
Juni 16 550 

422. Dieselben an die geh. Rätlie: Intercession für die Bürger. 1584 

Juni 16 550 

428. Die geh. Räthe an Bürgermeister, Richter und Rath zu Graz: Es 
stünde nicht in ihrer Macht, die 1. f. Decrete einzuziehen. Graz, 
1584 Juni 24 560 



LXXXV 

Seit« 
^24. Die in Land- und Hofrechten versammelten Herren und Landleute 
an die geh. Räthe: Neuerliche Bitte für die yerfolgte Bürger- 
schaft; es sei ein Tumult zu besorgen. Graz, 1584 Juni 30 . 551 

425. Dieselben theilendie Fürschrift der Bürgerschaft mit. Graz, 1684 Juni 30 551 

426. Die geh. Räthe an Herren und Landleute: Es wäre besser, wenn 

sie sich der Bürger nicht annehmen würden. Graz, 1584 Juli 6 551 

427. Die Herren und Landlente an die geh. Räthe: Man beschuldige 

sie solcher Dinge, um derentwillen man vor dem Landesfürsten 
klagen müsse. Graz, 1584 Juli 7 551 

428. Diese an die Herren und Landleute: Sie möchten jene benennen, 

welche die Bürgerschaft abhalten, vor der Regierung zu er- 
scheinen. Graz, 1584 Juli 8 551 

429. Aus den VerordnetenprotokoUen vom 20. Juli 1584 über die Ver- 

folgfung der Grazer Bürgerschaft 552 

430. L. f. Decret: Julius von Sara wird zum Anwalt der Stadt Graz 

ernannt. Graz, 1584 Juli 22 554 

431. Wiederholter Befehl an 13 (namentlich benannte) Grazer Bürger, 

abzuziehen. Graz, 1584 Juli 27 555 

432. Christoph Holzapfel aq die steirischen Verordneten: Klage gegen 

den Pfarrer zu Graz. 1584 August, nach dem 15 556 

433. Erzherzog Karl an die Verordneten : Abschaffung des Panzermachers 

Pleischle. Dass man das Kriegsvolk seit 17 Monaten nicht aus- 
zahle, sei um so verwunderlicher, als das Kriegswesen mit dem 
Religionswesen nichts zu thun habe. Eisenerz, 1584 August 18 557 

434. Aus der Instruction der krainischen Abgeordneten an Erzherzog 

Karl: Bitte um die Genoralznsamnienkunft niler drei Länder. 
Laibach, 1584 September lU 557 

435. Die .steirischen Verordneten au die von Oesterreich ob der Enns: 

Theilen die greuliche Verfolgung der Bürgerschaft mit. Graz, 
1584 September 21 560 

436. L. f. Befehl an die Prädicanten, bei den Bürgern weder in noch 

ausser der Kirche ihr Exercitiuni zu gebrauchen. Graz, 1584 
Octobcr 5 561 

437. Papst Gregor XIU. zeigt der Erzherzogin Maria die RUckberufung 

des Nuntius Malaspiua an und empfiehlt dessen Nachfolger, 

den Bischof von Britonoria. Rom, 1584 October 13 563 

43><. Resolution Erzherzog Karls: Bewilligt eine Generalzusanimenkunft, 
falls nur vom Kriegs- oder Grenzwesen gehandelt wird. Graz, 
1584 October 18 563 

431». Der Prädicant Latomus an Hornberger: Klage wider das Benohmen 

des katholischen Pfarrers. Graz, 1584 October 23 563 

440. Zurückweisung der Bitte der Verordneten, dem zum Tode verur- 

theilten Karl Fritsch einen evangelischen Seelsorger zuzulassen. 
1584 November 5 564 

441. Beschwerde der Verordneten über den Grazer Pfarrer, der die 

Leichen der Gestorbenen A. C. auf dem Grazer Gottesacker 
nicht begraben lassen will. Graz, 1584 December 4 566 



LXXXVI 

Seite 

442. Erzherzog Karl au Moriz JUstl : Befehl, sich aller Eingriffe in die 

Rechte des Pfarrers von St. Marein und Neumarkt zu enthalten. 
Graz, 1584 December 16 566 

443. Mündliche Erklärung der geh. Räthe an die Grazer Bürgerschaft. 

1684 December 24 667 

444. Matthes Amman an Erasmus von Saurau: Uebersendet ihm das 

Concept des an Kärnten wegen Abhaltung eines Generalland- 
tages abzusendenden Schreibens. Auch an Krain soll geschrieben 
werden. Radkersburg, 1584 December 27 568 

445. Schreiben der steirischen Verordneten an die von Kärnten (s. 

Nr. 444). Graz, 1584 December 29 669 

446. Bitte der Grazer Bürgerschaft, ,ihr wenigstens hier in einem Hof 

oder einem geraumen Platz das Exercitium ihrer Religion aus- 
üben zu lassen*. Graz, 1584 December 30 571 

447. Erzherzog Karl gestattet, dass die Bürger ihr Religionsexercitium 

ausserhalb der Stadt und der Stiftskirche suchen. Jeder könne, 
wenn ,er der Stiftskirche sich enthalte, bleiben oder ziehen, 
wohin er wolle*. 1685 Januar 22 671 

448. L. f. Befehl an den Stadtmagistrat von Graz wegen Niederlegung 

seiner Aemter. Graz, 1586 Januar 25 572 

449. Bürgermeister, Richter und Rath von Graz an Erzherzog Karl : Es 

sei altes Herkommen, dass der Stadtrichter sein Amt dem Rath 
und der ganzen Gemeinde jährlich aufsage und durch beide 
die Neuwahl erfolge. Die übrigen Aemter würden durch den 
Rath allein besetzt. Ohne Datum 672 

450. Aus den Landtagsverhandlungeu vom 7.— 9. Februar 1685 über die 

Frage, ob den Bürgern gegen das Zugeständniss, ihr Exercitium 
ausserhalb der Stadt suchen zu dürfen, zu rathen sei, sich des 
Exercitiums bei den Ständen zu begeben 672 

451. Bericht der Verordneten für den Märzlandtag 1586 über Religions-, 

politische und allgemeine Beschwerden seit 1. Mai 1584. Graz, 
1585 Februar 16 676 

452. Die ausgewiesenen Grazer Bürger an den Landtag: Bitte, sich ihrer 

anzunehmen, damit sie wieder zu Weib und Kind kommen 

könnten. 1585 März 580 

463. Wiederholung des 1. f. Befehles vom 5. October 1584. Graz, 1686 Juli 9 583 
454—458. Bitten um Einstellung dieses Befehles und Abweissung. 1686 

Juli 11, 17, 26, 26, 31 583 

459. Hofmarschall Hans Ambros von Thum an die Verordneten von 

Steiermark : Ueber das unbescheidene Predigen der Prädicanten. 
Graz, 1686 Juli 26 684 

460. Martin Brenner, Bischof von Seckau, befiehlt die Wiederaufrich- 

tung des katholischen Gottesdienstes in Radkersburg. Seckau 

ob Leibnitz, 1686 August 7 584 

461. Valentin Vierecker, Schulmeister zu Oberwölz, über das Vorgehen 

des Salzburger Erzbischofs gegen die Protestanten daselbst. 
Graz, 1585 December 29 585 



LXXXVII 

Seite 

XL Zar Stiftunir der Grazer UniYersitftt 1585 (1573) bis 1587 586 

462. Enheraog Karl stiftet das Grazer Jesaitencollegium. Graz, 1573 

November 12 586 

463. Das Stift Seckaa lässt anf Ersuchen Erzherzog Karls dem Stifte 

Millstatt in Kärnten die schuldigen Summen nach. Seckau, 
1573 December 10 686 

464. Der Rector des Jesuitencollegiums an den Rector der protestanti- 

schen Landesschule: Antwortet auf die verlangte Auslieferung 
eines zu den Jesuiten übergetretenen Studirenden. Graz, 1677 
April 30 586 

465. Erzherzog Karl stiftet die Universität in Graz. Graz, 1585 Januar 1 687 

466. Schreiben Blyssem's an Sixtus V. über Karls II. Absicht, in Graz 

eine Universität zu stiften. Bitte, den Jesuiten die Stadtpfarr- 
kirche zu übergeben, die Pfarre in das Dominikanerkloster 
Heiligenblut zu verlegen. 1686, vor 1. Januar 687 

467. Papst Sixtus V. bestätigt die Stiftung der Universität Graz. Rom, 

1686 Januar 1 589 

468. Kaiser Rudolf II. bestätigt die Stiftung der Grazer Universität. 

Prag, 1586 April 29 590 

469. L. f. Befehl: Die einheimische Jugend dürfe fortan nicht mehr an 

auswärtige lateinische Schulen oder Universitäten geschickt 
oder an fremden oder Winkelschulen gelassen werden. Graz, 

1687 Januar 1 590 

XIL RellglonsbeHchwerden der Landtage von 1586—1590* 
Die Religionsreformationscommissionen und die Unralieii in 

Graz vor dem Tode Erzherzog Karls 591 

-470. Aus der Relation der Verordneten, erstattet am Landtag am 24. Fe- 
bruar 1580. Religionsbeschwerden 591 

471. Religionsbeschwerden, zusammengestellt am 1. März 158G .... 594 

472. L. f. Resolution darauf. 1586 März 7 597 

473. Artikel aus den Beschwerden wegen der ,Sepultur^ 1586 .... 599 
474 und 475. Erledigung und Replik 600 

476. Bitte der Verordneten, das Religionswesen bei der Pacification zu 

lassen. Graz, 1586 April 12 600 

477. L. f. Befehl an die Verordneten, den Prädicanten aufzutragen, sich 

der Seelsorge bei den zur Richtstätte gefilhrten Malefizpersoneu 

zu entschlagen. Graz, 1586 Juli 11 601 

47)5. Replik darauf. Diese Handlung wäre gegen die Paciücation, weil 

eine Gewissens Verletzung. Graz, 1586 Juli 15 601 

479. Antwort des Landesfürsten: Den Verbrechern werde der letzte 

Trost nicht versagt, nur die Prädicanten mUssten sicli aller Ein- 
griffe in die fremde Seelsorge enthalten. Graz, 1586 Juli 21 . 601 

480. Die steirischen Verordneten an die Regierung: Beschwerde über 

den Grazer Stadtpfarrer, ,der sich mit Gewalt dem Begräbniss 
der Evangelischen auf dem Friedliof bei St. Andre widersetzt'. 
Graz, 1586 August 9 601 



LXXXVIII 



481. Xws den ReUgionBbesch werden am Februarlandta^ t587. Craz, 1;>87 

Februar 21 ,...., *i02 

4H2. Beschwerden 4es Jahres 1587 (äih Landtfi^) 604 

483. All» den LandUgHi-nthschlfig^eii 1587 über die Zu rück Weisung der 

Äeligiotiabesch werden. 16H7 Märic 6 , . . . 004 

4S4, Gutachten des kathol beben Uegirnent^ratbes auf Primus WauzVs 
Relation über da^ Bittgesuch de» Bergrichters «u Schladming 
und der Gemeinde Oeblarn, betreffend die WegBvhaffung des 
dortigen Prädieanton. Der Prädicant muss hinnen vier Tagen 
hinweg. lh%l März 9 . «i05 

486. Verweis an Urwula Grilnbeck für ihr nngereimte» 8n|jpUctreu. 1587 

Mär« 9 ,...,. . 605 

486. Verhör de» lUdmannsdcirl'er BOrgera Vastran. I6fi7 MSrss W. . ß{)ö 

487. Antwort deä ErKherxogs auf dm Replik der Stände vom 21. März: 

Der Anzugf als sei die A. C. erst IdSO ent«itanden« sei nicht zu 
deren Verkleinerung, sondern nur rtarrative geschehen. Die 
Paeilicatiöii müsse in ihrem rechten Verstand erfjis^t wer- 
den. Wegen der Se]iulttiren örwartö er Vorsidilft^e. Graz, 1587 
Marx 24 «06 

488. Die Herren und LandleiUe im Mürzthat au die Landschaft t Nolb- 

wendige;« SujjpUciren, weil die katholischen Pfarrer den in Gott 
Verstorbenen das Erdreich ,nit vergunnen*. 1587 Miirz . . 6ü8 

48Ö, Primus Wantzl» Landptleger auf Wwlkeuisteiu^ nn den Viertelprädi- 
canten Wi^jdemann im Knnsthal : Verbietet ihm, Sacramente 
zu sjieiiden ete, WolkenBteiu, lö87 Marx tl4 *jOy 

490, EriherÄog Karl an die 8chmeher und Gewerke »u OberOblarn: 
Befehl, den PrSdicanten ku Oeblarn ungesäumt abzuschad'eu. 
Erste ErwÄhuiingder Religionftrefurmations-Commissionen. Graz, 
1587 Mai 21 ..,,..,...... *n l 

4111. Er/.hür20g Karl an Hoffmann: Mtssbilligung seines Verhaltens in 
der Angelegenheit der Einantwortung der drei Pfarren XJesen, 
Laasing and Noppenberg. (Jrnt^ 1687 Mai *iJ , . . . , . . . 613 

492. UanM Friedrich Hoffmann nn Erzherzog Karh Hechtferttgt sein 

Verbalten in der jtlngsteu Angelegenheit wider die Protestanten 
im Ennstbal. Absicht, au» Steiermark auszuwandern. 1587, nach 
dem 21. Mai . , ■ , , t>l6 

493. Gutachten der katholischen Regiuientsräthe an Erzherzog Karl : 

Er m6g^ die Sache wegen des Begräbnisses Liebold Preger« 
AU geweihter Stätte nuniuehr auf sich bernheu^ aber eine Ver- 
ordnung publiciren lassen, da/^s hinfort kein Secttacber in ge- 
weihter Erde begraben werden dürfe* 1587 Juni 19 621 

41*4. L. f. Decret an den Landesherrn von Krain zur Vermeidung von 
Competenzfitreitigkeiten zwischen den briäneriscbeu uud frei- 
.«iingischen Käthen einer- nud der Landesobrigkeit andererseits: 
Geistliche Angelegenheiten sind hinfort nicht vor das weltliche 
Gericht su ziehen, sondern direct nn den Landt»«fUreten au 
weisen. Ohne Ort» Juli 18 , 62 1 



4 



i 



LXXXIX 

Seito 
495. Wolfgang Grüiibeck an die steirischen Verordneten : Bitte um Inter- 
cession, dass ihm die Strafe von 200 Tlialern uachgesebeii werde, 
die er deswegen zahlen solle, weil seine vier Söhne noch die 
Stiftsschule besuchen. 1687 Juli 18 022 

496. Erzherzog Karl an Adam Schratt zu Kindberg: Verbietet ihm 

strengstens die Errichtung eines Gottesackers sammt einer Ka- 
pelle. Eisenerz, 1687 August 28 622 

497. Hans Friedrich Hoifmann^s des Aelteren Bericht an die Verord- 

neten, ,wie es anjetzo mit Ausschnffung seiner Pfarrer zu Liezen, 
Lassing und Noppenberg geschaffen*. Strechau, 1587 August 29 623 

498. Derselbe an dieselben: Schildert die Lage der A. C. in Obersteier, 

die Absichten der Jesuiten und bittot ihn, in Anbetracht seiner 
bedrängten Verhältnif«se die Pfändung einzustf^llen. Strechau, 

1587 August 29 628 

^99. Die Gemeinden Liezen, Lassing und Noppenberg an Hoftmann: 

Ueber das Vorgehen gegen Kletzl und M Uliner, die nach Graz 
citirt sind. Bitte, bei der Landschaft dahin zu wirken, dass sie 
bei ihrem Glauben gelassen werden. 1587 August 31 .... 631 

500. Dieselben an die steirische Landschaft. Dasselbe. Ohne Datum . 631 

^1. Adam Rauber an den Landesverwalter in Krain: Nachrichten über 

das Vorgehen der brixnerischen Käthe. Veldes, 1587 September 3 632 

&02. Der Landesverwalter an den Landeshauptmann : Die brixnerischen 
Räthe lassen sich vernehmen, man werde die wieder einge- 
setzten Unterthanen ausjagen. Laibach, 1587 September 4 . . 033 

o03. Die Verordneten von Krain an die von Steier: Berichten über die 

schweren Religionshändel in Krain. Laibach, 1587 Sejitember 8 633 

SO 4. Gutachten der katholischen Regimen tsräthe auf das Schreiben der 
lieznerischen Commissftre und jenes Hoflfmann's. 1587 Sep- 
tember 5 037 

^>05. Gutachten derselben über die gegen den Erzpriester von Graz der 

Begräbnisse wegen vorgebrachten Beschwerden. 1587 October 22 638 

o06. L. f. Befehl an die Verordneten von Steiermark, den Judenburger 
Prädicanten das Exercitium bei den Bürgern zu verbieten. (Graz), 

1588 Januar 19 640 

d07. Religionsbeschwerden der steirischen Landschaft am Februarland- 
tag 1588. 4. Februar 641 

508. Antwort des Erzherzogs. Graz, 1588 Februar 15 646 

509. Antwort auf die Proposition. Religionsbeschwerden. 1588 Februar 15 046 

510. Erzherzog Karl an die von Marburg: Befehl, sich der verführeri- 

schen Prädicanten Lehre und Administration der Sacramente 

zu enthalten. Graz, 1588 Februar 24 647 

511. Religionsaction zwischen I. F. D^ und denen von Itedkersburg. 1588 

Februar bis Juni 048 

512. Die Herren und Landleute im Draufeld an die Verordneten : Bitten 

um eine Wohnung für ihren Prädicanten. 1588 049 

513. Erzherzog Karl an die von Marburg: Alle Befehle, die Stadtäiiiter 

mit Katholiken zu besetzen, liätteu nichts genützt. Ketzerlieder 



xc 

wiirdeu beim Pfarrhof g^Kiingen etc. Das müsse aufhören. Gras, 

1689 Januar 12 652^ 

514. Die kirchlichen Beschwerden am Landtag 1589. ZoBammengestellt 

am 23. Febmar 652 

515. Bitte der Grazer Stadtgemeinde au die Verordneten, ihr in der 

schweren Verfolgung zu helfen. Ohne Datum (1589 MSn) . . 656 

516. Dieselbe in derselben Sache 657 

517. Die Landschaft an Erzherzog Karl: Bitte, keine Seligionsrefor- 

mationscommissionen in die Städte abzusenden. Graz, 1589 

März 19 658 

Ö18. Zweite Beschwerdeschrift des steirischen Landtages in kirchlichen 

Sachen. 1589 März 20 659 

519. Bericht derer von Radkersburg über die Religionsverfolguug in 

Radkersburg. Radkersburg, 1689 März 27 662 

520. Postscriptum zu einem Schreiben Clemens Welzer*s an die Ver- 

ordneten über die Verfolgung der Bürger in Marburg. Marburg, 
1589 März 663 

521. Derselbe über dasselbe. Marburg, 1589 April 8 664 

522. Die von Aussee werden gezwungen, dem neuen (katholischen) 

Hallamttverweser die Spitalskirche einzuräumen. 1589 Juni 23 664 

523. Der Marburger Bürger Franz Lang wird seines Glaubensbekennt- 

nisses wegen an den Hof citirt. Graz, 1589 November 3 . . . 664 
524 L. f. Befehl au den Grafen Sigmund von Thum: Die durch die 
Religionsreforniationscommission in Veldes abgeschafften und 
wieder eingeschlichenen Prädic^nten gefänglich einzuziehen. 
Graz, 1589 November 3 664 

525. Erzherzog Karl an die von Radkersburg: Den im Burgfrieden der 

Stadt wohnenden Prädicanten unverzüglich abzuschaffen. Graz, 
1589 December 23 666 

526. (Abweisende) Resolution Erzherzog Karls auf die Religionsbeschwer- 

den der steirischen Stände A. C. vom 20. März 1589. Gras, 1589 
December 31 666 

527. Eingabe der Landschaft um Einstellung der Religionsbeschwerden. 

Graz, 1590 Januar 12 666 

528. Antwort auf die Landschaftsproposition. Bitte wie Nr. 527 . . . 666 

529. Die Erklärung des Propstes Muchitsch auf seine Ausschaffung aus 

dem Landtag. 1590 Januar, vor dem 18 667 

530. Aus dem Bescheid auf Nr. 529. Graz, 1590 Januar 18 667 

531. Resolution Erzherzog Karls auf die Religionsbeschwerden vom 

12. Januar 1590. Graz, 1590 Januar 31 669 

532. Herren und Landleute überreichen ihre Beschwerden in Religions- 

und politischen Angelegenheiten. 1590 April 10 670 

533. Dieselben: Bitte, den Bürgern den beschwerlichen Bürgereid zu 

erlassen. Graz, 1590 April 6 671 

634. Vorgehen der steirischen Landschaft gegen Propst Muchitsch wegen 
«eineB Libells gegen die württembergischen Theologen. 1590 
Jannar 671 



XCI 



1^44. 



&I5, 



W7. 



9«ili 

Die Nachbarschaft der Hurren und L^udleiite auf dem Wmdisch- 
fritser Boden ao die Yerordueten : Bittet um Erlaubnis, einen 
FViedfiof uad eiue Kanzel aulziirichteu. Ohne Datum ... 673 

Gutdünken der katholUcben Regiments rat he auf die von dem Pfarrer 
in Gras gegen die Frädicauten eing'ebrai^bten Beecb werden, d&sn 
man ihm in Spendung- der Sacramente, Kindertanfen etc. Ein- 
trag thue. loÖO B'^ebraar 20 ....,,.,. . 675 

Ensheraog Karl an Richter und Rath ssu Kadkerübnrgr Erneuert 

seine Befehle vom 23, Decembör 1589 (Nr. 525) 676 

Sechen ndvie neig namentlich benannte Bürger von Gray, au die iti 
Land und Hofrechten versammelten Herren und Laiidleute: 
Bitten um Für8|jracho hei dem Lau des fH raten, damit ihnen der 
beschwerliübe BUrgereid erlasj^on werde. Gra^, l&DQ April . , 67H 

Bericht, die Einreissung der Herberstorff'achen Kirche betreffend. 

Ihm 680 

Eraheraog Karl betielili die ,Einwerfung der Herber»torff'«cheD 

KircheS Graz, lölMJ April 17 682 

L, f. Decret an die Verordneten, die Prädicanten ansiiweiseu, sich 
des Kxercitiums g^gen die Bürger! i<3hen fallerdings^ xu enthalten 
und nicht zum Eintrag der katholischen Seelnorge inner- und 
aupserhalb der Stiffwkirche die 8acramente zu «penden etc. Üra«, 
15^0 April 18 6M2 

Eingabe der Verordneten gegen Kn 04 K Grae, 1690 April 21 683 

Die Verordneten an das (Kirchen-) Miniiiterium: Thetlen Nr, 541 

und 542 mit. firaz, 1590 Apnl 21 . . tiöS 

Die in Land- und Uöfre€hten versammeilen Herren und Landlente 
an Ershersog Karl: Interceasion für die Qrazer Bürger wegen 
de» be»c h Werl ich en Bürgereidea. Graz, t.'i90 April 3ü 6*43 

Die Verordneten an die von Pettau: Ersuchen, den LandMchafts- 
a[M>theker Sebastian Grflbner in der Religion im betrübt zu 
laasen, Gra«, 1S9U Mai 7 683 

Ershersckg Karl weiet die Intercession der Verordneten zu Gunsten 

Gr&bner's ah, Laxenburg, 1590 Mai l:^ 683 

Otio ron Herberstorff an Richter und Eath zu FUrstenfeld; Sie 
mOgen es nicht versuchen, ihn zu verderben, Hensi würde er 
ihnen in gleicher Münze beimzahteu. Khaktorff, 1590 Mai 15 684 

Derselbe an Bartlroe Wagn: wie Nr. 547 ....... 684 

Die in Graz versammelten Herren und Landleute an die geh. 
Halbe: Bitte um Verwendung für die de« katlioUfichen Bürger- 
eidas wegen geängstigten Bürger. Onus, 1590 Juni 1 I$85 

Snramarischer Begriff* des Grätzerisehen Tumulte am 4., 5. und 

6. Juni 1590 (die parisianische Bluthochzeit in Graz) 68ö 

Berioht des Bürger meistens hierüber an den Statthalter, Htüch^f 

Johann von Laibach. Graz, 1590 Juni 6 (?) 687 

Bericht dett Btadtrichterä au denselben . . 6H9 

Herzog Wilhelm von Bayern sendet die auf die H?rbcr»tuiö*ht:hc 
Kirche and den ü rasser Tumult bezUgUcheu Actenatücke, die 



XCII 

Seite 
ihm Erzherzogin Maria zugesandt, zur Kenntnissnah me an den 
Erzherzog Ferdinand nach Innsbruck. Landshut, 1690 August 10 603 

554. Clemens Welzer von Ebenstein an die Verordneten: Fragt an, 

wie sich der Prediger in der jetzigen Verfolgung, da man seiner 

in Todesuöthen bedürfe, verhalten solle. Marburg, 1690 August 21 693 

Nachtrage 696 

555. Herzog Wilhelm von Bayern an Erzherzog Karl: Bestätigt den 

Empfang betrüblicher Nachrichten über das Religionswesen in 
dessen Ländern durch Schranz. München, 1578 October 6 . . 696 

556. Herzog Wilhelm an Erzherzog Karl: Bestätigt den Empfang des 

Schreibens vom 12. Februar 1579. Die beabsichtigte Visitation 
und Reform der Klöster sei zu loben, doch nur wenn sie im 
Einverständnis» mit den Ordinarien erfolgt. München, 1579 
Februar 24 696 

557. Erzherzog Karl an Herzog Wilhelm : Er werde am 15. oder 16. Sep- 

tember gegen München verrücken. Graz, 1579 August 30 . . 696 

558. Herzog Wilhelm an einen Ungenannten: Bestätigt den Empfang 

der Nachrichten aus Graz. Will wissen, wie die Stände sich 
zur Resolution des Erzherzogs verhalten. Er freue sich, dass 
in diesen Dingen ein Anfang gemacht sei. München, 1580 
Januar 13 696 

559. Wolfgang Schranz an Herzog Wilhelm: Berichtet über den Fort- 

schritt der Gegenreformation in Innerösterreich seit dem Ab- 
schluss der Münchner Conferenzcn. Graz, 1580 November 28 097 

560. Erzbischof Johann Jakob von Salzburg an Herzog Wilhelm: Be- 

richtet über die Fortschritte und das unbefugte Auftreten der 
Confessionisten in Graz. Salzburg, 1581 Januar 4 698 

561. Derselbe an denselben: Credenzschreiben für Achaz von Thurn, 

den Ueberbringer von Nachrichten aus der Steiermark. Salz- 
burg, 1581 Januar 4 699 

562. Hans Kobenzl von Prossegg an Kaiser Rudolf IL: Erstattet Namens 

des Erzherzogs Karl Bericht, wie die Gesandtschaft der inner- 
österreichischen Stände vom Kaiser zu bescheiden wäre. Ohne 
Datum 699 

563. Erzherzog Ferdinand an den Erzbischof von Salzburg: Bestätigt 

den Empfang eines Schreibens durch Dr. Hofinger, tadelt das 
Vorgehen der Confessionisten und lobt die diesen gegebene 
Antwort. Innsbruck, 1581 Januar 12 700 

564. Erzbischof Johann Jakob von Salzburg an Wilhelm von Bayern: 

Bestätigt den Empfang der Nachrichten durch Achaz von Thurn, 
theilt die Antworten der Erzherzoge Ferdinand und Karl und 
die neuesten Nachrichten aus Graz mit. Salzburg, 1581 Januar 26 700 

565. Herzog Wilhelm an den Erzbischof von Salzburg: Theilt mit, dass 

die Confessionisten durch ihr ungestümes Drängen die Zurück- 
nahme des Decretes vom 10. December bewirkt haben. München, 
lASl Februar 7 700 



XCIII 

Seite 
566. Wilhelm von Bayern an Schranz: Erzherzog Karl dürfte wohl 
triftige Gründe zur Einstellung seines Decretes gehabt haben; 
es ist aber zu besorgen, dass den Ketzern hiedurch der Muth 
wachse und die Katholiken kleinmUthig werden. Vorsicht sei 
uothwendig. München, 1581 Februar 28 700 

567. In demselben Sinne au Erzherzog Karl. München, 1581 Februar 28 701 

568. Erzherzog Karl an Herzog Wilhelm: Credenzschreiben für Dr. 

Schranz. Graz, 1581 März Hl 701 

5i)9. Haos Jakob, Erzbischof von Salzburg, au Herzog Wilhelm : Sendet 
die Antwort der steirischen Landschaft und theilt mit, dass 
demnächst aus den Erblauden des Erzherzogs ein Ausschuss 
zusammentreten werde, um wegen der vom Papste und An- 
deren zu erbittenden Grenzhilfe zu berathen. Salzburg, 1581 

April 14 701 

570. Extract eines Gutachtens Herzog Wilhelms an Erzherzog Karl, ob 
sie das jüngst erlassene Decret exequiren oder ersitzen lassen 
sollen. 1581 August 701 

571. Mein Dr. Schranzens Rathschlag in negotio rdigionw im Monat Oc- 

tobris 1581 überreicht 704 

572. Erzherzogin Maria an Herzog Wilhelm: Freude über die baldige 

Zusammenkunft. Graz, 1582 April 20 718 

573. Herzog Wilhelm an den Hof kanzler Dr. Elsenhamer: Verlangt ein 

Gutachten in der Grazer Sache. Wasserburg, 1582 September 16 718 

1>74. Schranz an Herzog Wilhelm: Sendet die gewünschten Schriften 
mit dem Versprechen, auch fernerhin Berichte einzusenden. 
1582 October 3 719 

iilb. Derselbe an denselben: Lieber die Reinigung des Grazer Hofes 

von protestantirichen J^enniten und Dienern. Ohne Datum . . 719 

o76. Herzog Wilhelm an Erzherzog Ernst: Bittet um werkthätigere 
Unterstützung der kirchlichen Sache in Oesterreich. Graz, 1582 
October 12 720 

Ö77. Wolfgang Schranz an Herzog Wilhelm von Bayern: Berichtet über 
die drei im Schlosse gefangenen Grazer Bürger. Graz, 1582 
October 19 720 

Ö78. Malaspina an Herzog Wilhelm : Bedauert das schwachmüthige Vor- 
gehen des Grazer Hofes gegen die Bürgerschaft. (1582 October) 721 

579. Derselbe an denselben: Ueber die Grazer Religionssache. Ohne 

Datum 722 

580. Herzog Wilhelm an Dr. Elsenhamer: Er möge das Memorial über 

die Grazer Religionssachen überlesen, damit er dann sein (Elsen- 
hamer's) und der Räthe Gutachten vernehme. Ohne Datum 723 

581. Extract aus I. F. D^ gestelltem Memorial. Ohne Datum 723 

582. Schranz an Herzog Wilhelm: Ueber den gebesserten Stand der 

kirchlichen Dinge in Graz. Graz, 1682 November 3 727 

583. Herzog Wilhelm an Schranz: Freude darüber. Besser wäre es, 

nicht den ganzen Rath, sondern nur die Verstockten auszu- 
weisen. München, 1582 November 6 727 



XCIV 

Seite 
684. Schranz an Herzog Wilhelm: Ueber das Verhalten der Graser 
Bürger and der innerOsterreichischen Landstände. Graz, 1582 
November 27 727 

585. Derselbe an denselben : Sendet die Acten über die letzten Yoiglnge. 

Graz, 1582 December 12 728 

586. Derselbe an denselben: Die Intercessionen der protestantischen 

Reichsstände seien überreicht, haben aber nichts gewirkt Graz, 
1583 Januar 12 728 

587. Herzog Wilhelm an Schranz: Freade, dass sich die Bürger zu f&gen 

begannen. Auf den Reichsreligionsfrieden dürfen sie sich nicht 
beziehen. München, 1583 Januar 15 729 

588. Derselbe an denselben: Hört gern, dass die Fürsprache der pro- 

testantischen Reichsstände nichts genützt Verweisliche Haltung 
des Adels. Bedenken gegen die Gesandtschaft nach Sachsen. 
München, 1583 Januar 27 780 

589. Gutachten (Herzog Wilhelms) an Erzherzog Karl, das Religions- 

wesen der Erblande betreffend. München, 1584 Juli 10 . . . 730 

590. Herzog Wilhelm an Erzherzog Ferdinand : Erzherzog Karl beweise 

zu wenig Muth gegen die Ketzer. München, 1584 Juli 10 . . 731 

591. Wolfgaug Schranz an Herzog Wilhelm: Berichtet über den Stand 

der kirchlichen Dinge in Graz und bittet um Fürsprache in 
seiner Werbung um Margaretha Marschalkin. Graz, 1584 
August 14 782 



Berichtigangen. 

Noch während des Druckes der obigen Actenstücke ist eine erhebliche 
Anzahl von Nummern in die ganze Reihe eingeschoben worden, solche, die 
dem Herausgeber erst spät bekannt wurden. Ist hiednrch die Actenreihe 
eine vollständigere geworden, so ergab sich doch andererseits der Uebelstand, 
dass die in der damals schon ausgedruckten Einleitung angegebenen Bezugs- 
ziffem nicht mehr stimmen. Ich bitte demnach, zunächst in der Einleitung 
folgende Nummern zu ändern: 
Seite Xm, Z. 16 v. u. lies 10 und 11. 

XV, „ 8 und 9 v. o. und Z. 11 v. u. lies 11, 13, 14, 19, 21, 22, 24, 

25, 26 und 36. 
XVI, „ 21 V. o. lies 42. 
„ XVII, „ 4 V. o. und Z. 16 v. u. lies 46 und 51. 
„ XVHI, „ 13 und 17 v. o. lies 64 und 70. 
„ XXin, „ 20 V. o. und Z. 5 v. u. lies 133—213 und 214—305. 
„ XXIV, „ 9, ö, 3 V. u. lies 264, 271, 278. 

„ XXV, „ 7, 16 V. o. und Z. 1 v. u. lies 283, 292 und 306—349. 
„ XXVII, „ 18 V. u. lies 306—349. 
„ XX Vm, „ 3 V. o. lies 319. 



xcv 



ILIX, Z. 1, 10, 13, 15, 20 und 23 ▼. o, und Z. 6 uud 3 v. u. lies 351, 
852, 860, 861, 362, 865—869, 370, 850—383 aud 384. 






XXXI, 



, xxxu, 
,xxxm. 



1, 10, 26, 27, 30, 81 v.o. lies 387—889, 300, 401, 402» 408, 



404_4H 



3, lü V. 



und Z. 1 und ti v, n. Um 430, 43C, 46ö, 384 



XXXIV, 



bifl 461. 
7, 11, 21 V. o, lies 462-469, 466, 470— 6M, 
6, 7, 10 und 22 v.o. lie« 491, 492, 497—500, 604, 601 bw 

503, 624, 617, 533 und 638. 
4, 6, 9 V. o. lies 542, 541, 547, 548, 550^552. 
3 V. u. lies 64. 



36, „ 20 V, o, lies bohäirigo. 

&4, „ 7 ▼. o. lies 9. und 21. October. 

61, , 4 T. o. lies August 25. 

63, „ 2 T. n, (Nota) lies 18S. 



Zum vierteil Abschnitt (S. 69—234). GleicIifAlla erat wäbreuil des 
Druckes stie^s ich auf di© Orij^inale der Laiidtagsschriften im Wi uteri an dtag- 
1580/81. Der Wortlaut .stimmt mit den Copien, die sdcb sonst in den L.-A., 
L.-H. und in Söt^inger finden. Hie und da ist eine Sprach form (kumen: 
komeu^ die Nmchsilbe katt: chait u, A.) eine andere, leb meinte aber nicbt, 
daswegiaii einen Wust von Varianten anfügen ku sollen. Wichtiger ist der 
Umatfttid, dftBS in allen diesen Ortghmlen die Persönlichkeiten vermerkt sind, 
die entweder an einer Berathung theilgennmmen oder ein Si-hriftstück unter- 
fertigt haben. Bei Nr. 45 nehmen 22 Herren und Ritter an der Beratbung 
theil, auch von den Prälaten wird angemerkt: »Die pralaten sein gleich wol 
bey der abhOrung gewesen/ Zu dem ursprünglichen Entwurf hnden sich 
zahlreiche Verbesserungen am Rande, und alle rühren von Ämman^a Hand 
her, der auch hier wie am Tag© von Brück einer der treibenden Männer 
g«we«en. 

Von Nr, 47 Uetrt das Original vor; Nr. 4S^> hat dte Unterschriften aller 
HefMti und Ritter. Ich fi^gG sie, da von mancher Seite darauf Gewicht ge- 
legt werden dürfte, hier an: 1. Gabriel frejherr von Teuffenpach ... Ver- 
walter der landtabaubmanscbaft, 2. H. Friedrich Ilofman frejherr erhland- 
mar^cbalck in Steyr, 3. Andre von Methnitz . . . biudtjivitztuuib in Schteier 
. ., 4, G. von Trüebeuegk, Inndtverweser in Steyr, 5. Christoph frejherr »u 
Righnitz, 6. Balthasar zu Raghuitz, 7. Maximilian Kliienburg, 8. Matthias 
von Kbainacb, 9. Era^m von Baurau, 10. Wilhelm von Gera auf Amfels, 
lt. Jacob von und zu Stainach, 12. MtcbaeU Kindsmaull . , ,, 13. Andre 
Praunfalckh, 14. Georg von Eybisswaldt, 15. Wilhalbm von Rattraanatorff 
zum Weyer, 16. Philipp Dräxler von Neuhaus (?), 17. Wilhelbm von Glois- 
pacb, 19, Hans Friedrich von Trantmansdorff, 19, Oth von UerheratorflF, 20. 
W. Oaller, 21. Baltbasar Wagn, 22. Davidt. von Lenghatmb, 23. Christoph 
Stadler, 24. Seyfried von Eggenperg, 25. Hans Stadler, 26. Adam von Leng^ 
haimb, 27. Wolflf Stayger, 28. Christoph von MindorfT »u Feistrits, 29. Hat- 
tbes Amman sram rotten hoflF, 30. Adam von Gallenberg, 31, Walthas&r von 
Pranckh, 32. Ernst von Prauckh, 33. Hector von Trüebeneckh, 34. II. Stü- 
bich, 35, Wolff Zwickhl, 36. Carl von Horboratorff, 37. Ühri»topb Prauitfalckh, 
3S. Christoph üällerT 39. Christoph 8targk, 40. Georg Ktmudienst, 41. Hanns 



XCVI 

Chri«toph Rindschadt, 42. Hanna Pninner . . ., 43. Polycarp Stürckh, 44. Wolff 
Jacob Pninner . ., 45. H. StUbLch (dieselbe Schrift wie schon oben; ob irr- 
thümlich ein zweites Mal?), 46..Dietr. von Wildenstaiu, 47. Pern. von Stadler, 
48. Carl von Herberstorff, 49. Jacob Freyherr von Teuffenpach . . ., 50. Fe- 
lician fr. zu Herberstaiu, 51. Conrad fr. von Thannhausen, 52. Sigmundt 
Rindtschadt, 53. Sigmundt von Saurau . . ., 54. Franz Färber . . ., 55. Niclas 
von Windischgratz, 56. Servacj Teuflf(enpach) . . ., 57. Jonas von Wilffers- 
torff, 58. Wilhalm von Rottall der elter . . ., 59. Hans Jacob Färber, 60. Sig- 
mund Wältzer, 61. Sigmundt Khlaindienst . . ., 62. Adam von Pranckb, 
63. Christoph Holtzapfel, 64. Franz von Kholenburg, 05. Sigmundt von Spang- 
stain, 66. Veit von St«inach, 67. Wolf von Stainach zu Püchlern, 68. Bene- 
dict Moshaimb, 69. Hanns Adam Schratt, 70. W. Leysser, 71. Adam Müerzer, 
72. Hans Carl von Pranckh, 73. Leonhard von Saurau, 74. Victor von 
Pranckh . . ., 75. Tobias von Mosshaim, 76. Jacob Zack), 77. Hanns Fried- 
rich von Gloyach, 78. Erasam von Rattmanstarff von Sturmberg. 

Nr. 50 liegt ebenfalls im Original vor. Auch da finden sich knappe 
Randnoten von Amman's Hand. Nr. 51 zählt 62 Originaluuterschriften. Von 
Nr. 62 befindet sich das Original in den L.-A., es zählt 93 Unterschriften, 
auch die von Vertretern der Bürgerschaft. Nr. 63 liegt daselbst im Concept 
von Amman's Hand vor, das Original von Nr. 70 zählt 71, jenes von Nr. 84 
hat 62 Unterschriften. Nr. 90 liegt noch mit den Correcturen von der Hand 
Amman's vor, im Originalconcept hat es 69 Unterschriften; in der Reinschrift 
kam somit noch eine dazu. An der Berathung von Nr. 96 haben theilgenommen, 
wie das Concept von Amman\s Hand ausweist: ^Landesverwalter, Landes- 
verweser, V. Saurau, Vitzdom, Gera, Servatius von Teuffenbach, Stainach, 
Ragnitz, Lenghaim, Wagn. Stürckh, Khienberg (sie), C. Praunfalk, Wilden- 
stein, Eggenberg, Träxl, Casp. von Herberstain (oder Herberstorff?), Rint- 
schaid, Tahy, Mindorf, Herberstein (sie, kann auch Herberstorff sein: Her- 
berst), W. Gäller, Saurau, Staiger, Laisser, Ferber, Einnemer.* Bemerkung 
zu den einzelnen Namen: ,Placet omnibus.* Der Text in den L.-A. bietet 
jenem Sötzinger's gegenüber nur leise lautliche Abänderungen. 

S. 66, Z. 1 V. u. lies 437. 

„ 80, „ 1 V. u. lies getreuer. 

„ 301, „ 5 V. o. lies 20. 

„ 535, „ 18 V. u. lies stochern statt stochem. 

„ 670 und 671 sind die Nummern durch ein Versehen nicht au der 
richtigen Stelle eingereiht. Dem entsprechend ist aucii die Einreihung im 
Inhaltsverzeichniss nicht am richtigen Platze. 

Zu S. Vni der Vorrede möchte, um keinen Zweifel aufkommen zu 
lassen, hier noch angemerkt werden, dass sich die Bemerkung bezüglich der 
Editionsgrundsätze vornehmlich auf die Kürzungen bezieht. In Bezug auf 
die Orthographie musste auf die Provenienz der einzelnen Schriftstücke, be- 
ziehungsweise der einzelnen Schreiben Rücksicht genommen werden. 



I. 

Das Einschreiten des Papstes. Der Nuntius Felieiano 

Xin^arda und die HSfe ron Graz, Innsbruck, Mflnchen 

und Salzburg. 

1. 

Papst Gregor XIII , an Erzherzog Karl: ^ macht ihm ernste Vor- 
würfe darüber, dass er nicht blos dem Add in seinen Städten 
und auf seinen Schlössern, sondern auch den landesfürstlichen 
Städten und namentlich Graz das Exercitium der Augsburgischen 
ConfessUyn gestattet hohe. Er räth ihm dringend ab, auf diesem 
Wege weiterzugehen. Weiteres werde ihm der Nuntius Fdi- 
ciofio^ Bischof von Scaia, mittJheHen, Rom^ St, Peter, 1578 Mai 7, 

(Orig. im steierm. L.-A. Abg^edruckt in den Steierm. Geschichtsblättem I, 
71-73.) 

* Die Nachricht von den grossen Zugeständnissen Karls an die Protestanten 
gelangte im Frühlinge 1678 nach Rom. Wenn in Nr. 2 von dem Nuntius 
gesagt wird: Superiori aestate fnit 8. S" perlatum etc. . . ., so ergibt 
sich schon ans dem obigen Datum, dass nicht der Sommer gemeint sein 
kann. Spätestens anfangs Mai wird die Kunde von den Ereignissen in 
InnerOsterreich in Rom verbreitet gewesen sein, wie sich aus folgendem 
Schreiben deutlich ergibt: Rom, 1578 Mai 3. Gregor XIII. zeigt dem 
Gnrker Bisthum den Besuch seines nach Deutschland abgesandten Le- 
gaten, dos Bischofs Felician von Scala, an. Orig. im Rudolfinum zu 
Klagenfurt. D. C. Gurk 347. Ueber den Dominikaner Felieiano Nin- 
guarda s. W. E. Schwarz, Zehn Gutachten über die Lage der katho- 
lischen Kirche in Deutschland 1573—1576, S. XXIX ff.; Nuntiatur- 
berichte aus Deutschland 1572-1585, lU, 2, 374 u. III, 3, 15. I, 723, 
729. Er kannte die Verhältnisse im Lande wohl sehr genau, da er sich 
von 1573—1576 als päpstlicher Commissär in Salzburg aufgehalten hatte. 
Ueber seine Thätigkeit 1576 s. Nuntiaturberichte III, 2, 124, 125 (die 
Ausgabe der Informatio, die vielleicht auch noch für die spätere Zeit 
Manches bieten möchte — sie wird von Schellhass besorgt — liegt mir leider 
noch nicht vor). Seit dem Jahre 1578 verwaltete er die süddeutsche 
Nuntiatur. Ebenda III, 2, 472. 
Fontes. II. Abth. Bd. L. 1 * 



Antwort des Erzherzogs Karl IL auf die ihm im Namen Papst 
Gregors XIIL durch den Nuntius Fdiciano Ninguarda, Bischof 
von Scala, gemachten Vorhaltungen: Dank für des Papstes Für- 
sorge, Das Aufsichtsrecht der Ordinarien und Bischöfe sei in 
seinen Ländern nie verlcihnmett worden. Die A, C, habe er bei 
seinem Regierungsantritte vorgefunden, seine Versuche einer Re- 
stauration des Katholicismus seien bisher vergeblich gewesen. Die 
Concession in Graz, Judenhurg, Klagenfurt und Laibach gelte 
nur für den Herren- und Bitterstand u>wJ d^sen Angehörige, 
Götz, Triest und Fiume drohen keine Gefahren für den katho- 
lischen Glauben. Grosse Hoffnungen gewähre das in Graz er- 
richtete Jesuitenseminar, 1578 Sommer. 

Summarium responsi domini Caroli archiducis Austriae ad ea, 
quae nomine S. D. N. rev. dominus episcopus Scalensis cum 

S. Ser*« egit. 

(H.- H.- u. St.-A. Steierm. XV.) 

Primum agit Ser*" S. maximas gratias S"® D. N. in genere 
pro sua cura, studio ac soUicitudine, quam erga provincias Ser*" 
S. gerit; suam vicissim filialem obedientiam et obsequium offerens. 

Quoad officium ordinariorum et episcoporum suarum pro- 
vinciarum in catholica religione et ecclesiastica disciplina reti- 
nenda^ eius quidem rei praeeipuam curam S** S. ut ipsi propriam 
relinquit, se vero ipsorum Studium numquam impedivisse minus- 
que praefectos suos suo iussu ac scitu id ipsum attentasse, 
immo se iam inde a principio sui regiminis nihil magis exoptasse 
quam ut gregi sibi commisso diligencius invigilarent, idemque 
se in postenim facturum protitetur. 

Quod vero ad illud caput attinet, quo S*" S. scribit multa 
per nobiles quosdam provinciales adversus normam catholicae 
religionis fieri, Ser** S. connivente et permittente, respondet, 
Augustanam confessionem in sua civitate Graecensi multisque 
aliis locis vivente adhuc d. q. fei. rec. genitore suo viguisse, 
a se vero frustra diu laboratum fuisse, ut catholicam reli- 
gionem restituere posset, se vero post variam concertationem 
coactum fuisse ipsis spem facere* se ipsos^ pro sua parte 

* Ursprünglich: ipsis permittere, was ausgestrichen und durch: spem fa- 
cere ersetzt wurde. 



»i qoidem ita mduxermt animmn et nullo pacto ab 
eoram opJQione recedere vellent, in dict^ eorum confessione 
non molestaturum sed pro sua ac maiorum suoruni erga ipsos 
beni^tate clementer eatenus toleraturum, qiiatenus sese mo- 
deste et debite gesserint, Deusquc optimus maximus de alio me- 
dio non prospexerit Ita deiiique et hae cxpressa cum con- 
ditione, ut ab oa re omnes S, Ser^^* civitatis, omnia oppida, 
eastra et villc, deuipta hac urbe Graeceiisi, Jiideiiburgo, Clagen- 
(urt et Labaco qiioad ipsos proviiieiales et Dobiles eoriimque 
attinentes ibidem morantes^ taotum imoiunes^ sibique in ipsis re- 
ligioniö suae catholicae, in qua a dominis suis maioribus pro- 
genitus, baptizatus et educatua esset in eaque ad extremum 
ttsque spirituiii constanter permanere vellet, omnimoda dis- 
positio competcret ac salva reuiaoeat Sigeanter itidem exci- 
piens ac sibi adiungens oraiies spirituales et seeulares suae 
religioni addictos^ ita ut ipsis similiter ab adversariis deinceps 
aihil oninino negotii tieret. In primis %^ero concionaturum ipso* 
ruju convitia ftituris temporibus omnino contieescerent. Qua 
quidem re tan tum Del optimi maximi adiutorio profectum est, 
ut civitates^ oppida ae aHa loca quecueque ipsius archidueis 
ac eorum qui eandem orthodoxam catholieam religionem secum 
pie profitentur, quorom numerus centuplo alioa excedit/ dein- 
ceps sine omni contradictione ac exceptione catholieam reli- 
gionem professura et se connivente seu pcrraittente in aetenmm 
aliorum* concessura non ait, Sperare item se S*** S. consilio, 
ordinariorum fideli opera et maxime raedio seminarü in civitate 
Graecensi erecti saluüires raanus malo illi, quod propter raaius 
indulgendum fiiit, adhibiturum atque in eum finem se rem al- 
cius deliberatunim et maxime cum Sac. Caes. M^ ac alÜs suis 
propinquis principibui* catliolieis communicaturum ac tandera 
omnia ea facturum, quae sibi salutaria ac possibilia fore edoc- 
tus fuerit. 




• t^ relig^ionem. 

* Die»e Berechnung- dUrfte wolil nicht »tiinmen. In ien StHdten htildigte 
ftchoD die Mehrheit der neuen Lehre, auf das Latidvolk aber hatte der 
Adel den grössten Einfttüiä. Wto ausgebreitet aber der ProtestantisimuB 
unter diesem war, darüber, sowie auch über die Z^ihl der protes^tantlschen 
BOrirer, findet sich imten Nr. fiH ein draMischer Belep:. Im Landtage sind 
nur noch yfüwf' kiithohsrht^ LiiiuiUivite^ au die &000 Penoneu he^ruchen 
dj« |>roteiitai]li»che 8tiftökiribe, 



Denique quod comitatus Goriciensis ac speciatim civitates 
Tergestina ac Fluminensis in periculo haeresis versari dicitur, 
asserit Ser*" S. rem se longe alitcr habere et praedicto comitatai 
non modo nullam innovationem religionis indultam sed nee 
qnidquam tale hactenus attentatum fuisse^ quin immo^ ut in 
eatholica religione inviolabiliter conser\^entur, a Ser** S. nuper 
expresse petitum fuit. 

In dorso: De responso R. d. ep. Scalensi a Ser"** d. archi- 
duce Austriae Carolo praesentato. 

3. 

Der päpstliche Nuntius Feliciano Ninguarda an den Erzherzog 
Ferdinand: Bericht über die Brucker Concessionen an die Äugs- 
burgischen Confessionsverivandten in Innerösterreich. Inhalt der 
Concessionen und deren Vertverflichkeit. Erzherzog Karl im Banne, 
Auslegung der Concessionen. Kirchliche Zustände in Intieröster- 
reich. Nothwendigkeit einer Reformation in katholischem Sinne 
(Graz 1578 . . .). 

(H.-, H.- u. St-A. Steierm.) 

Ad Ser"^°* prineipem dominum Ferdinandum archiducem Au- 
striae etc. 

Cum S. D. N. dominus Gregorius P. M. Rev°^" Purtilia- 
rum (sie) comitem b. m. apud S. Cacs. M^^ Rev"® Delphino^ 
nuncio apostolico suffecisset, ipsius loco me ad Ser*®°* V., Ser'"*'' 
archiducem Carohim et Albertum ducem Bavariae nee non 
ßßymum Qi uiraurn dominum archiepiscopum Salisburgensem nun- 
cium destinavit, ad 8er'®" V., ut etiam ad praedictos principes, 
dedit mihi literas ac mandata oretenus exponenda et confi- 
cienda, quae duplici capite comprehenduntur. 

Quaedam enim ad Ser*" V. proprium dominium pertinent^ 
alia ad Ser"* (archi)ducis Caroli ditionem spectant. Quod se- 
cundum caput concernit, rei totius summa haec est: 



^ Johannes Delphinus (Delfinus) bekleidete von ld71 — 1578 das Amt eines 
ständigen Nuntius am kaiserlichen Hofe. S. Nuntiaturberichte III, 2, 4. 
Der obengenannte Graf ist Bartholomäus Portia, päpstlicher Nuntins in 
Deutschland 1573—1578. Er starb 1578. S. NantUturberichte III, 1, 9. 



Superiori aestate^ fuit S. S*' jierlntum. in coraitiis Miirae- 
pontants Ser""*" archiducem OaroliMii nobilibus et quibusdam 
civitatibus Styriae, Carinthiae et Cnrniülae concessisse rcligionis 
libertatem« ac periculura esse, ut comitiitui Goriciensi eadem 
tieret concessio; imde etiam tines Italiae Imeresis scintillae 
parvo tempore invadere possent, 
^^ Que cum S. S**''" nierito premerent, me statim expedivit 
^■.recto itinere ad praedictum Ser"*^"* archidiicera Carolum pro- 
ncisci iussit ad impedieodaTii averteiidaiiique huiusmodi pestem, 
qae catholicam ecclesiam plurimum labefactura et raiiltis locis 
pemiciera magnara illatiira procul dubio existimatur. Itaque 
via celeriter confecta Graetium perveni ac Ser'^*' archidoei 
literas apostolicas^ reddidi et quae babebain in mandatis diu- 
genter exposiii. Ubi cum certo eornperisseni eomitatui Gori- 
ciensi nihil proi'sus imminori perieuli, niaxiiiie quod eos in fide 
Ijptfaolica et avita religiotie, in qua se persjstere ae uiori velle sua 
Hpbiite constanter protitentur, etiani Ser™"'' areliidiix egregie con- 
ürmasset et antmum ad retinend um bonum ac pium propoeitum 
addidiöset, de coneessione libertatis in reltgione in comitiis 
Muraepontanis facta pturibus egi. Circa quam, licet S. Ser*»^ se 
excusasset idqiiö non sua sed provincialium suorum culpa factum 
dixissef* qui eius vcrba maiori ex parte aliter interpretati, secus 
etiam quam senserat in vulgus siiars^^rint ac scripto suis }>ro- 
priis signis ratificato huc iilucque proinulgaverint.^ Quo factum 
Sit, ut aliquibus in locis homines data occasione utentcs rebus 
in religione novis stiidere coeperiotj ad quorum tamen aliquos 
^, Ser*** literas dederit, nt abatinere ac desisten- vcllent,* 
^B Nichilominus ostendi necessarium esse, ut S. Ser^ quid- 
qnid provinciales sui in lucera emiserint, id ipsum aperte ac 
palam revocet et rescindat, presertim cum üli ex vcrbis S. 
Ser*" supradicti scripti occasionem acceperint, piamque mentem 



* Dass der Papst echuij im Frülijahre 1578 von den ConcesÄiotien Kiirls 
^K Kuude erhalten hatte, siebt mAQ aus Nr. t, 
^V Kr* 

^^K Das isl die «rtetrixuhe Religioimpacification ed. Lo.serth, Verüjfeiitlichung'eii 
1^" d»t liintorischeii Landesccnnmiiision flir Steiermark I, Graz 1896- Die 

mflndU^^he Zuaage des Err.hor^ogH B. 89 — 92. 
^Hp Die ernten Erlsi^^f«« ^^g^en den Protefitiintisniii?* in Städten und Märkten 
^^g fallen auch wirklich tu dAA Jalir iri78. Um die Bemjr^iiisfle wegen G^irz 

EU serBtreoen, wurden Ktrenge Verfügungen getroffen, s. unten Nr. 12, 

Ift, 2*^ *2.^, 25. 




6 

suam erga religionem catholicara omnibus declaret et testetur 
et haeresibus erroribusque ex conniventia in dies serpentibos 
mature oceurrat, si divinae gloriae, ecciesiae honori, conscien- 
tiae suae, nominiB ac familiae splendori consultum velit. 

Quod S. S^ qua est in Deum et in eeclesiam pietate ac 
propenso zelo facere omnino constituit, inito prias consilio de 
modo et racione agendi absque ullo tumultu ac periculo et re 
ipsa cum Ser*® V. et Ser"® duce Bavariae^ in quibus plurimum 
confidit, opportune communicata. 

Id ego valde commendavi et ut quam primum faceret, 
etiam suasi, tantisper supersedens adventu meo quoad can- 
cellarium suum aulicum dominum Woifgangum Schranz ad 
Ser*®" V. et Ser™^°* Bavariae ducem eins rei causa misisset. 
Quarc cum is nunc apud Ser**™ V. fuerit ac rei totius seriem 
et necessitatem procul dubio explicaverit, mihi hoc tantum 
restat, ut Ser*«™ V. nomine S°*^ (D. N.) etiam atque etiam regem, 
ut pro suo singulari in religionem catholicam studio et ardenti 
zelo, sapientia, longa rerum experientia et usu Ser°® archiduci 
Carole fratri suo clarissimo in tanti momenti negotio non solum 
necessarium et opportunum consilium praebeat sed etiam hor- 
tetur, studeat et animum addat, ut id viriliter suscipere et in- 
trepide constanterque exequi non intermittat. 

Hoc etiam facere debet, non solum ut maculam illam 
quam nomini suo ac Ser"*® domui Austriacae tali concessione 
gravem contraxit, eluat, sed multo magis etiam ut scandalum 
tollat quod universae ecciesiae intuHt. Quod si tremenda sunt 
illa aeterni iudicis verba, qui scandalizaverit unum de pusillis 
istisj qui in me credunt^ expedit ei, ut suspendatur mala asi- 
naria in collo eius et demergatur in profundum maris: ^ quid 
de eo sentiendum videtur, qui non unum sed multos immo uni- 
versam eeclesiam scandalizavit? Nam anno 1572 in comitiis 
Graetii habitis* scandalizavit S. Ser*** univcrsam eeclesiam, cum 
provincialibus concessit in Styria quidem, ut Gratii, in Carinthia, 
utro Clagenfurdii et in omnibus arcibus ac locis propriae illo- 
rum iurisdiccioni subicctis et in ecclesiis, quarum illi advocatiam 



» Matth. XVIII, 6. 

' Auch hier ein Beweis, dass der Landtag 1572 in Graz und nicht, wie 
F. M. Mayer (Archiv für österr. Gesch. 73, 369) behauptete, in Brück 
tagte. S. meine Ausgabe der steirischen Pacification, S. 64. 



habent, libere possiui Augiistüiiam eonfessionem profiteri et suos 
habere praedicantes. 

Id scandali auxit etiara hoe anno in comitiis Muraepon- 
taniSf cum non solum praedicta confirmavit, sed etiam de novo 
coucessit^ ut idem Labaci et Judenburgi fieret, Insuper con- 
tirmavit illis ca oraiiia, quae per se vel per consibarios suos ali- 
qiiando iUis concessit et qiiaecuiiqoc inter pro%^ineiales et con- 
sUiarios S. Ser*^* tractata et conclusa fuenint. Quid? quod etiaiii 
promisitt quod illorum conscientias aggravare nolit et illos in 
exercitio novae religionis illoniin non solum non molestare aut 
impedire sed etiam defendere ac ttieri velit. 

Quae sane vera esse ac certa et publica vox et quoti- 
i4üuia exempla docent. 

Hoc quoque causam maxime a^^gravat, quod cum Ser***"** 
arclndnx in dictjs comitiis Muraepontanis ordini ecclesiastico 
fUiobus scriptis sancte pollicitus fuisset, ^ quod nihil esset pro- 
mcialibus concessuius in ecclesiae catliolicae et ecciesiasticae 
iurisdiccionis detrimenlum, hoc tarnen non obstante supradictam 
eoncessionem provineialibus seereto fccerit remotis omnibus prae- 
latis et cnnctis niinu.s uno seciilarihus catholicis exciusis. 

Ixnmo etiam priusquam eo adduceretury ut provineialibus 
flopradicta eoneederet, protestatus ütis fuerat (ut dicitur)^ quod 
nihil omnino concederc posset aut vellct et quod ita sub iura- 
mento constituisset. Quod tarnen postea non servavit, sed im- 
mutatu» fidem et constantiam suam ita leviter obscuravit. 

Huc acceditj quod etiam siraouiae ootiim sibi ipse inussit, 
ciun vulgus hominura dicat, S, Ser'*''' vtndidisse religionem^ ac 
peeunia haeroticis prostituisse. IJbid item omnes in magnam 
adm^irationem adduxitj quod falcera suam in alienam messem 
cam gravi iactura fidei eatholicae miserit ac de reÜgione, quod 
ipbius non est decernere, nihil veritus sit. 

In quo nescio quomodo se ab excommunicationibus in 
bulla Co*ma Domhn'^ eximere possit, quae sunt contra omnes 



' S. Horter, G«8cliitvbte Ferdiiifimls II., I, 027* 

^ Er babe um die Heligri^^^i ,g^ekralIlt^ 

* Die BalJe In c^tena Dmnini wird au jedem OHiadij»QneratAge in Rom 
vorgelesen, unci zwbt »eit Martin V. (I41S). Sie entlitlt Flüche gegen 
die, welche KetKer nnd Feinde der rOmiHdieii Kirche sitid. L'ijier den 
Pipfiten Piu» V, \tnd Urban Vlll. erst-hien sie m einer neuen Gestalt 
ami vielfach erweitert, nn <{ann ^ie »ich anf alle Beschützer der Akathn- 




8 

laedentes aut violantes aut impedientes archiepiscopos^ episcopos 
aliosque superiores vel inferiores praelatos, quominus sua iuris- 
dictione ecciesiastica contra quoscunque utantur et contra usur- 
pantes iurisdictiones ad quasciinque personas ecclesiasticas ra- 
tione ecclesiarum pcrtinentes et eis quomodocunque auxilium 
vel favorcui praestantes; contra quae oninia supradictam con- 
cessionem tendere nemini obscurum est. Quid? Nonne eam 
quoque apertissime eandem ob causam incurrit excommunica- 
tioneni, quae in bulla Coena Domini primo loco ponitur contra 
oranes et singulos haereticos, eorum credentes ipsorumque re- 
ccptatores et fautores et generaliter quoslibet defensores? A 
quibus excoramunicationum vinculis nullo pacto absolvi potest, 
nisi causac satisfeeerit, saepedictam concessionem rescindendo 
et abrogando. 

Ad haec ponamus: nulla intercederet excommunicatio, con- 
scientiam tarnen suam in medium vocet, eam introspiciat et 
alcius rem perpendat, multarum animarum interitum cogitet, 
pro quibus aeternus Dei filius sanguinem suum vitamque acer- 
bissimo supplicio profudit, ecciesiae catholicae iacturam et Hdei 
religionisque multis in locis eversionem consideret. Quorum 
malorum omnium ipsi in primo reddenda ratio erit, si quidem 
connivendo immo concedendo causam praebet. Memor etiam 
sit Deum O. M. hunc errorem severissime vindicaturum, nisi 
emendetur. Sempcr enim gravissime ultus est hominum impie- 
tatcm, a vcra religione ad falsam desciscentiam nee modo multas 
civitates sed etiam integra regna perdidit, naciones ipsas, reges, 
principes et raagistratus durissimae hostium suorum servituti 
subiecit, afflixit ac delevit. Plena excmplorum sunt tarn ve- 
tusta quam reccntia terapora nostra; vercndum autem est, nisi 
opportune ac mature prospiciatur, ut tandem illae provinciae 
ad merum paganismum deveniant. Quod Dens O. M. pro sua 
in nos dementia longissime avertat. 

Sed excusabit se Ser"*"* archidux, quod non ita senserit, 
ut provinciales scripto publicarunt, vcluti superius dictum est. 
Admitto provinciales aliter esse interpretatos et evulgasse quam 

lischen and deren Bundesgenossen ausdehnt. S. Nendecker, Allgem. 
Lexikon der Religions- und Kirchengesch. III, 212. Sie wurde aber in 
anderer Form auch schon fHiher am Gründonnerstage feierlich ver- 
kündigt, 8. meine ^Beiträge zur Gesch. der husitischen Bewegung V*, 
Archiv für österr. Geach. 82, 38—41. 



(uerit intentio S. Ser^**; quam etiara excusationem S. D. N. ea 
de re a ine instructus accepit ac probavit. Scd non satis id 
esse respondit, nisi etäam Ser""* arcbidux ipse alio scripto pu- 
blico piam intentionem suam omnibus palam evulget ac pro- 
vincialium sparsam concessionis scripturam revoeet. 

At alii longe secus sentiunt: Aiunt enim, quod si S. Ser**" 
non eoncessisset provincialium petitionibus, ipsi nunquam tarn 
diligentes egissent gratias nee ita gloriati fuissent abunde suis 
petitionibus esse satisfactum neque in gratiarum actione dixissent 
suas petitiones fuisse a Sua Sev^ ratificatas.^ Quod S. Ser*** 
non negaverit nee postea etiam revocaverit, ut qui taceat^ con- 
sentire videatur. 

Sed esto, quod S. Ser*" non ea omnia concesserit, quae pro- 
vineiales sc iinpetrasse gloriati sunt, non potest tarnen omnino 
infitias ire, quin multa concesserit. Verum dicit Ser""' arcbidux, 
ita sibi a consiliariis suis fuisse persuasum. Petitur, a quibus? 
Non certe a catholicis, ergo ab haereticis. An igitur ad re- 
ligionis consultationem ac tractationem ipsius bestes adbiberi 
consentaneum erat, a quibus nibil illis dissimile poterat ex- 
pectari? 

Cur non consuluit viros catholicos, praesertim ecclesia- 
sticas personas, praelatos et ecclesiarum ordinarios, quorum 
partes sunt de religione cognoscere ac tractare? Quod si ali- 
qua incidisset difficultas, Romanus dcinde pontifex domini 
nostri Jesu Christi verus in terris viearius et in ccclesia sum- 
mus arbiter consulendus fuisset. Ita enim doccnt sacre litterae, 
si difticile et ambiguum apud te iudicium esse prospcxeris 
inier sangtune.m et sanguinem^ causam et causam^ lepram et 
lepram et iudicum int er portaa Inas videris verba variariy 
surge . . .* 

Ex quibus omnibus Scr'"^" V. facile colligere potest, Ser™"™ 
archiducem coram Dco et hominibus non posse excusari, ncc 
quidquam aliud restare quam ut errorem suum cognoscat, 
emendet et illam coneessionem revoeet ac plane rescindat. 
Quod libenter facturura non dubito, cum timens Deum sit ac 
religionera eins cordi habeat, et id mihi etiam promiserit, ma- 



* S. hierüber meinen Aufsatz ,Eine Fälschung des Vicekanzlers Schranz* im 
XVII. Bd. der Mittheilunpen des Instituts flir JJsterr. Geschichtsf., S. 348 ff. 

• Deuter. 17, 8. 



xinie LHun id non sua sponte ac volimtiite fecerit sed ex timi- 
ditatc ac provincialium traportunitate adactus, qui non sohim 
S. Scr''* rcligioiii sed etiam dominio insidiantm*. Ita emm sibi 
principem simm obstringere vel pocius subicere coiiantur, ut 
ab illonim luitu pendere debeat, nee se quandoqiie absqiie ilKs , 
explieare possit^ ut Ser*** V. procul dubio habet cxploratum et a j 
me paullo post intelliget. 

NoB desunt auiem opportunae rationes, quibus revoeatia] 
praedictae coBcessionis absque strepitu ac legitime fieri possit, 
quanim paueas hie numcrabo: 

Primum enim ex illa permissione et eonniventia habet 
provinciales suos panim oboedientes, ut qui tantiiiBmodo pareant, 
cum illis videtur; quorum exemplo et auctoritate etiam ceteri 
S* Ser*** imperitim uegliguut ac raissa mandata conterapnunt et 
reiciunt» privilegia ueseio quae praetendentes. 

De in de cum provinciales ipsi in comitiis Muraepontanis 
scriptum illud confecerint et publicaverint mscio Ser"* archi- 
duce et S. Ser^'"" verba et senteneiam detorserint, non modo me- 
rentur ca privari coucessione quam pretendunt verum etiam 
puniri. Et m quid S. Ser*** illis permisit vel pocius importuuis 
illorum postukciouibus connivit, hanc tarnen etiam conditionem 
interposuit, ut civitates suas et oppida oinnia, castra et villas 
ab re imraunes et omnes cathob'cos taiu ecclesiasticos quam secu- 
lares ab illorum vexationibus aalvos esse voluerit, Quod Uli non 
observant, cum in civitates et oppida S. Ser*" praedicantes hae- 
rctieos introduxerint, qui non solura illis et illorum attineniibxis 
coneionantur ac pestifenim virus infundunt sed etiam civibus^ 
et catholicoa sacerdotes quotidie molestent, iniuriis afficiant 
atque ab exercendo officio deterreant ac vi prohibeant et pau- 
peres ac «implices rusticos catbolicos partim blandiciis ac per- 
suasionibus ad suas sectas inducant, partim etiam minis cogant 

Huc accedit, quod ex eadem re magna rumorum oritur 
varictas et opinionura eoufusio» quae ut aninios ita etiam volun- 
tates in diversas partes distrabit et publicum statum parum tutum 
reddit. Omne ^nim rtfpiiim in »e dtmaum . . »^ Quae in re- 
ligione longe periculosior videtur quam in rebus civilibus, euius 
rei exemplorum penuria sane non laboramus. Utinam autoni 
si tempori non prospicietur, etiam peiora illis provincils non 



^ Mattli. 12, 25. 



11 






6tUI 



eveniant et ad pagauismum tündem omnia tendant. Qtiod ma- 
lom cL Deus prohibeat. 

Postremo posset Ser^»** archidux hoc praecipue Ulis in 

Medium adducere nimia et molesUi illonim importunitate factum, 

ttt Ulis per inconsiderutioiiera aliquid eoncesserit, cuius statira 

se reversum penituprity tum quod suum non sit de religione 

Jecernere, et multo minus fiüid(|uaiii concedere, tum etiam quia 

grave onus imponeret animae suae, si aliam religioiiem a ca- 

Iholica, in qua natus, baptizatus, ediicatus ac mori paratus est, 

et quam defendere ac tueri totis viribus debet, in ditionem 

etiam introduci pateretiiTy et multo magis, si id ipse concederet 

assentiretur, cuius certe mali et errons racionem nesci- 

bt, quomodo coram Deo praestare et animam suam salvare 

possit, pro qua ipse et non alius pro ipso Dei iudicium subi- 

turus sit. Persuasum autem habere provinciales non ita male 

crga principem suum esse animatos, at eins non solum infamiam 

sed etiam animae pemicieni et exitium aliqua in re expetere 

nedum quaerere veJint, sibi vero ita constitutum esse» ut omnia 

alia malit, quam propriae animae periculum facere, quae sibi 

{[Omnibus mundi ihesauris carior sit. 

Ut autem 8er*' V. ob oculos ponatur, provinciales ditio- 

num Ser*"' archiducis Caroli praesertim Styriae et Carinthiae 

ihil aliud habere propositum, cogitationes, sensus et actiones 

mes illonim non alio tendere ac dirigi, quam nt religionem 

catholicam inprimis e medio tollant, tum etiam ut principem 

^mmrn sibi subiciant omni libera potestate et imperio privent, 

itque ita paulatim astringant vinculis et nexibus^ ut sese quo* 

quam vertere ac flectere absque illorum nutu ac perraissu non 

^Bossit et demum perdant, ut ipsi quoque sempiterno interitui 

^Hbnoxii sunt, hie pauca qnaedam id generis exempla enume- 

^Bkl»o, ex quibus Ser^ V. colliget^, quo animo pravinciales Uli 

' in principem suum affecti sint et quam ei bene ctipiant ac quo 

eum duccre intendant; qui ea etiam astutia et calliditate utuii- 

tur, ut cum aliquid a S. Ser^® extorquere volunt, quod prima 

fronte se posse impetrare ant penitus diffidant vel cum dilfi- 

cultate credant pro aliqua parte tantum instcnt et laborent. 

_Qua tandem obtenta sibi viam faciunt aperiuntque aditumj ut 

iam reliquum a S, Ser^* paulatim extorqueant vel ipsimet id 

psum Ufiurpent, ita ut voti sui compotes fiant, quam artem 

im in rebus temporalibus quam etiam spiritualibus impetrandis 







12 

seu obtinendis adhibent. Id ut ad eflectum absqae ullo ob- 
staciüo adducere possent, saepe contcnderunt, ut S. Ser*" patres 
S. J., quos, si quidem ecclesiae catholicae maltom fractos af- 
ferunt concionando, iuventutera bene instituendo et alia chri- 
stiana opera diligenter exercendo, exosos habent tLbire iuberet 

Conati sunt etiam efficere, ut ex utroque consilio tum 
aulae quam regiminis doctores qui catholici cum sint et Ser"* 
arcliiduci fidi ac sinceri consiliarii improbis illorum ausis et 
conatibus viriJiter resistunt, ammoveret, ita ut consilia in poste- 
rum fierent absque hominibus, qui recte consulere scirent et 
doctrina atque experientia valerent. Cum autem in consilio 
aulico S. Ser*** paucissimos habeat consiliarios catholicos sed 
fere oranes haereticos, hinc fit, ut secreta consilii aliis haere- 
ticis maxime provincialibus quandoque revelentur; ex quo Ser""** 
archidux in rebus suis tutus non est. * 

Tentarunt quoque persuadere S. Ser**, ut civitatibus^ op- 
pidis, arcibus^ propugnaculis non alius deinceps praeficeretur 
quam quos ipsi proponerent, ita ut omnes provinciae in poste- 
rum non principem, quem ipsi instar statuae esse vellent, sed 
provinciales rerum dorainos agnoscerent. Ideo laborarunt hac- 
tenus et adhuc valde laborant, ut S. Ser*" praefectum arcis 
Graecensis munitissiraae, quae omnium aliarum caput est, quia 
strenuum catholicura se ostendit ac verum et fortem cum Christi 
tum etiam principis sui militem praebet, deponeret. Quod si 
ita per suos, quos solos promoverent, omnia loca mimita^ arces 
ac propugnacula omnium provincianun occupare ac teuere 
possent, nonne principi suo occulte intentatum frenum iam in- 
iecissent? 

Quid enim aliud restaret Ser"'° archiduei, quam ut se totum 
ad nutum ipsorum componeret et omnia, vellet nollet, ex ipso- 
rum praescriptione et decretis gereret aut, si huiusmodi servi- 
tutem recusaret, imperio ipso cederet. 



* Der Nuntius ist hier über die Dinge vortrefflich unterrichtet. Schon seit 
der Berufung der Jesuiten bestürmten die Stände den Erzherzog, sie 
wieder abzoschaffen; die Häufung ,der Doctoren' im Regimente and die 
damit verknüpfte Minderung der Zahl der Regimentsräthe, die zugleich 
Landleute waren, wird gleichfalls in den Siebzigerjahren auf den meisten 
Landtagen beklagt. S. meinen Aufsatz ,Erzherzog Karl II. und die 
Frage der Errichtung eines Klosterrathes für Innerösterreich* Archiv 
für österr. Gesch. 84, 287 ff. und 382—834. 



13 



Cum provinciates in comitiis Graetiensibus anno 72 ha- 

itis a S. Ser^* diu rt^pugnaiitc tandem cxtorsissent, ut ipsi possent 

Graetii ac Ciagen furdii et in propriis arcibus atque ecclesiia, 

quarum suot advocatij eoneioiiatorcs hacreticos habere et exer- 

einum confessionis Aup^ustanae libere profiteri, ut ipsi glorian- 

K, iam postea Hbertatem etiara ad alios homines et alias 
lesias extenderunt et in dies extendunt.^ 
Item in comitiis Muraepontanis anno 75 liabitis cum iidem 
»vinciales a S. Ser*^ impetrassent, ut in oranibus locis etiara 
catholicis, in quibus conventiis habere contigerit, baereticum 
secmn posBint habere concionatorem, hinc factum est^ ut id 
quoque faciant in despectu ecclesiae catholieae, ubi duo vel tres 
conveniunt et aliqnando, ubi unus tantum adesty lU nuper Murao- 
ponti accidit post comitia, ubi quidam provincialis de Neuhaus, 
cum solus mansisset, baereticum coneionatorcm sceum retinuit 
et concionari iussit. Cuius loci parrochus per litteras apud 
Ser"**"» archiducem conquestus cum esset, S. Ser*** praefato 
|irovincial] mandatum misit, ut desisteret, sed iste parroebum 
ipaom accedens et ridens quasi ioco inquit: 

Tu es auctor, quod Ser"'"* accrbissimum mandatum ad me 
dederit: At Deum et operam perdis. Nob enim ex privilegio 
in huismodi rebus parere mandatis S. Ser^ amplius non te- 
Demur. 

Quod autem sit istud privde^um, aliter non constat, nisi 
quod passim dieitur inter consiltarios S, Ser*'* procul dubio fidei 
I fiUBpectae et proviiicialoB ipsos tractatura et conventum esse in 
W %iipradicti5 comitiis, ut pro vinciales mandatis S. Ser**^ aut cuius- 
dam consilii rehgioncm concerncntibu» oboedire non debeant, 
sed dissimulare ac taeere. Proptorea nunc ^loriantur etiam 
provinciales, se hoc anno 78 obtinuisbc in comitiis Muraepontanis 
confirmationem eorum omnium, quae in religionis pacificatione 
per S. Ser**"" et eius consiharios aÜquando proraissa fuerint * 



* Die Mittliöiltingeit des Nuntiua über die Conce^Bionen mif dem Graser 
LandU^e 1572 «ind wehr dankeii*ivyertli, denn ssie erg:änKeu ila» Material, 
das in der g^ro^ftet) PaclBcatioD entljalten iftt. Davon, dan» Graz und 
Klagenfurt aU die Ort« genannt siod, wo das Exercitmm der A. C. er- 
taubt iat, wird dort gar niclit gcaprochen, 

■ Die» gtimmt aiu-h mit der Pacificatirjui : ,Uiici xwoityelt mir iiit, Ir vverdot 
mich, wie it-dia lüevor ^lurli H!i(^c?xnigt, viTiiomben hnbon, nemlitirli, iIhs» 
ich alles dae, was ich und ineiiie rätlie aiii8t etiegettagt . . . daanelbig 




14 

Item, quod in supradictis penultimis comitiis Muraepon- 
tanis idem militibus concessum sit^ Uli etiam id faciunt non in 
lücis modo catholicorum verum etiam in ecclesiis ipsorum vi 
adhibita, ut nuper in oppido Rockespurg (sie) factum est. 

Item^ in comitiis ultimis Muraepontanis supradictis provin- 
ciales sub eo praetextu iam dicto^ quod possint habere apud se 
concionatorem haereticum et confessionem Augustanam exer- 
cere, synagogam suam babuerunt in domo contigua templo par- 
rochiali, in quo Ser™"^ archidux et catholici sacra et conciones 
audiebant et eo audaciae ac temeritatis provecti sunt, ut eo 
ipso tempore, quo Ser™"^ archidux sacris et concionibus inter- 
erat, etiam ipsi caeremonias suas factitarent et haereticas can- 
tiones contenta voce concinerent non solum in contemptum ac 
despectum ecciesiae catholicae verum etiam ad impediendam 
S. Ser**™ et alios catholicos in templo parrochiali astantes, quo- 
minus concionatorem audire possent, cum magna admiratione 
et scandalo populi praesentis.^ 

Immo in iisdem comitiis non contenti supradictis extor- 
sionibus tantum etiam laborarunt, quod a S. Ser** denuo extor- 
serunt ut illis in eorum erronea opinione animis obduratis in- 
mobiliter persistentibus promiserit, quod in dicta eorum con- 
fessione illos molestaturus non sit sed clementer eatenus tolera- 
turus, quatenus sese modeste et debite gesserint Deusque de 
alio modo prospexerit, * ita tamen ut ab ea re omnes S. Ser*" 
civitates, omnia oppida, castra et villae, demptis Gratio, Juden- 
burgo, Ciagenfurt et Labaco quoad ipsos provinciales et no- 
biles eorumque attinentes ibidem morantes tantum immunes 
sint, sibique in ipsis religionis suae catholicae omnimoda dis- 
positio competat ac salva permaneat, signanter itidem excipiens 
ac sibi adiungens omnes spirituales et seculares suae reÜgioni 



alles der rechten gebür nach halten will/ J. Loserth, ,Die steirische 
ReligionspacificationS S. 90. 

^ Während der Tagung anno 1578 hatten die Verordneten von Steiermark — 
sie dankten ilm dem Rathe Amman^s — den Versuch gemacht, auch in 
Brück einen Prädicanten ansässig zu machen. Das war eine der Ur- 
sachen, weshalb eben auf diesem Landtage die kirchliche Frage eine 
so grosse Bedeutung erlangte. 

' Lautet in der Pacification etwas anders. Der Satz: ,quatenu8 sese mo- 
deste et debite gesserint* ist nämlich aus den Verhandlungen von 1572 
genommen. 



addictos^ ita ut ipsis similiter ab adversariis deinceps nihil 
omnino negotii fiat, Quae cum a S. Ser*^ ita oretenus fuissent 
expUcata, ipsi scripto aliter comprehensa sigiiis ac manibus 
propriis conärmatu aiiijiHfiairuDt ac divulgaruat non sine magno 
S- Ser*^ dedecore ac nominis infauiia. 'Aiunt eniin S. Ser**"* 
animum suum hoc modo declarasse, videlicet * quod ea omnia, 
quae S. Ser*"" et consiliarü semel prumiserint in religionis pari* 
iicatione in Styria tractata et conclusa at€|ue ipsam religiouis 
pacificationem, ita ut decet, servare velit erga provinciales et 
omnes, qui Augustanae stmt confessionis, quorum conscientias 
perturbare ac molestare nolit^ praeservaus sibi liberam disposi- 
lianem in suis civitatibus oppiclis ac propriis bonis, ita tarnen 
ut Oratio, Judenburgo^ Clageufurdio ac Labaco praedicantes 
et ßcholas haereticas amoturus non sit. Noile autem, ut ipsi in 
aliis civitatibus et oppidis praedicantes pro libitu auo suscipere 
possLDt^ licet in rebus conscientiae eos aggravaturus non sit. 
Cuiu.8 »ane seripti extensione ac dilatatione factuui mt^ ut pleri- 
que etiam cives sub eo colore ac praetextu huiusmodi Über* 
talem in religione praetendere coeperint et provinciales ac 
nobiles ipsi quotidie catholicorum ccciesias oecupure et haerc- 
tieos concionatores introducere summa vi contcndant Quare 
tis honestas et urgentes causas Iiaberet 8. 8cr'*** rcvocandi, 
'»quiequid illis permissum est. Exempla non desunt. 

Kam ut comitia illa ultima Muraepontana dimissa sunt, 
c^oepit ßtatim nobilis de Neu haus per sectarium concionatorem 
liaereseos ibidem spargere semina, ut supurius dictum est. 

Paulo post etiam civitas Leobens is ad res novas Studium 
applicuit^ disciplinam enim cathoheam subterfugiens^» sectarios 

C~ ipitroduxit ac parrochum catholicum renitentem eontempsit. Qua 
Be re extant litterae S. S"* ad parrochum scriptae in hoc modo: 
Perlatum est ad nos parochiac tuae Leobensis spirituaics filios 
buB inde a provincialibus coraitiis nostris Muraeponti nuper 
babitifi, valde süperbe ac praesumptuose sese in religionis ne- 
gotio gerere et causam nescio cuius ücentiae quam nos iUis 
(ati dictitant) durantibus iisdem comitiis dederimus non modo 
pelalanter et contumaciter efferari verum etiam singulari qua- 



DC4 



* Wa« nnn ^olgt ie^t eine Uoberietsiitng 4Gr PaüiftcaiLon , dio sk-li i^umit in 
•leo Häiitlen das Kant ins befuiulän haben iiuiR»to. S. ,Eiiie FHLtcliun^ 
d» Vicekanslers Sctirauz', L c. S. S5&. 



16 

dam excultatione adhibita gloriari. Quapropter tibi mandamos, 
ut modum et formam rei universam, praesertim vero authores 
huius novitatis accurata inquisitione praemissa quamprimum ad 
nos perscribas* etc. 

Extant etiam aliae ad senatum^ eui mandat^ ut authores 
huius insolentiae puniat. 

Iteni; cum in oppido Schwanberg parrochus resignasset 
et Ser™"* archidux, ad quem ut eins loci dominum immediatum 
coUatio spectat, cum sacerdotem catholicum praesentasset, cum- 
que episcopus Lavantinensis eiusdem loci Ordinarius confir- 
masset, nichilominus parrochia possessionem diu obtinere non 
potuit, resistentibus quodam Galler nobili ac civibus, qui iam 
haereticum concionatorem introduxerant, et licet parrochus ca- 
tholicus ad mandata suae Ser*" tandem ecclesiae possessionem 
adeptus sit, non tarnen potuit redditus obtinere nee efficere, ut 
parrochiani templum ad divina officia et conciones accedant. 
Quam ob rem Sua Ser**" commissarios suos eo miserat, qui usque 
ad meum ex illis partibus discessum parum sane adhuc pro- 
fecerant. 

Item, in oppido Murek cum mortuo parrocho episcopus 
Seccoviensis catholico sacerdoti illam parrochiam sui iuris con- 
tulisset et Rev™" archiepiscopus Salisburgensis Ordinarius con- 
firmationem praebuisset, quidam tamen baro Wolfgangus de 
Stubenberg sub praetextu advocatiae promotum a possessione 
prohibuit nee hucusque haerctico introducto concionatore cessit, 
licet etiam ab episcopo coUatore instanter esset rogatus. 

Item, Wolfspergae, quae civitas, quamvis sit sub dominio 
temporali episcopi Barabergensis, qui habet ibi vicedominum, 
est in ditione tamen Ser™* archiducis, cum quidam mercator 
haereticus Mathias Frail opum vi nobilis factus ex uxore ius- 
patronatus cuiusdam sacelli in templo parrochiali haberet, 
sacerdotem senem catholicum Andream Maflpicgh, qui sacelli 
curam gerebat ac partes catholicas contra ipsum tuebatur, pu- 



^ Ueber Leobon s. Peinlich, ,Religionshandlung in Leoben' in den Mit- 
theilangen des historischen Vereins für Steiermark 26, 58. Erzherzog 
Karl hatte auf die Beschwerden der Leobner erklären lassen, es handle 
sich hier nicht um kirchliche Dinge, sondern um eine Conspiration. 
Ueber die weiteren Fälle, die der Nuntius anführt, lassen uns die Acten 
des steiermärkischeu Landesarchivs im Stich ; richtig dürften die An- 
gaben wohl sein. 



IT 



jsrione confodit neque tarnen a magistratu arlniissae eaedis pu- 
luttis est» quin immo post paiicos dies dnorum rmliiliiiin haere- 
ticorum favore intereedenfe dolieti reniissionem et impuiiitatem 
impetravnt ac supradiftum sacellum, cuius anniii reddttue sunt 
florenoram circiter treeenü)rum cuidam praedicanti Iiaeretico 
contalit contra omnia iura et praeter fiindatonim intentionem. 
Quo nono lulii hoir atiiio 78 luortao alii etiara Imereticü coo- 
cionatori^ quem in anburbio acdificato templo propria auctoritate 
introduxerat, proventus illiiiB sacelli assi^navit; ad quem nunc 
eives confluuDt ac pestifenim virus liaeresura voraentera audiunt, 
ut nihil dubitandum sit, nisi prospieiatnr, quin tota eivitas brevi 
tempore Villacensi similis futura sit, quae tota haeretica 
est, ac sub eodem dominio episcopi Bambergensis regitur. Qui 
etiam concionator haereticus templum parrocUiale (»tc)y quando 
labet ac fiinera haereticonim eo iiiterdum coraitaturj quae vi a 
cjTibus per eum per%^ersis coemiterio parrochialis ecclesiae adhi- 
biti» cantionibus et aliis eereiuoniis haereticis inferuntur, parrocho 
frostra reclamante; sed nunc struunt sibi etiam coemiterium 
extra civitatem» quo suos libcre defercnt. 

IteiD^ Celeiae (quae civitas est immediate Ser"^' archiducis) 

mulier quaedam nobilisj quae aedcs habet cuidam ecclesiae cou- 

tignaSy ecciesiam vi sibi vendicavit sub praetextu, quod ait ius- 

patronatus, cum id tamen certo non conatet. Quam cum deinde 

parrochus recuperasset, cum illa mnlicr ad tribunal provineialium 

citairit, qui cum haeretici wint, contra parrocbura sentenciam tu- 

lenint, ita ut ecciesiam mulieri restituerc vi dcbuerit, quae sta- 

tim baereticum concionatorem introduxit cum dolore jmrrocbi 

el cathoHcorum; qui nisi brevi abigatur, totam civitatem inficiat. 

Item, cum in episcopatu Gurcen&i in quadam parrocbia 

mortuus esset anno praeterito parrochus, praepoaitus Cfurcensis^ 

ad quem provisio illius ecclesiae spcctat. vicanum quendam 

misit, qui ciu-am illius paixochiae habcret, quoad de suceessore 

proöpiceretur. Qui a domina haeretica 3Iargaretha de Feustritz 

non sit admissus, immo cum praepositus ipse de consilio epi- 

»copi sm eo aceessisset, allatis seeum saeris vestibus, calice et 

aliis rebus ad celebrandum necessariis, si sacrarium ecclesiae 

non patuissetj eadem domina, quae templi claves habuerat, 

fores etiam rogata nunquam aperiri voluit. Quare cum iam 

mstici eias loci, qui catholici sunti ad audiendum sacrura ad* 

▼eatssent^ praepositus ingreasus est sacellum apertum templo pro- 



18 

pinquum^ ubi sacellanum suum missam celebrare iossit. Inter 
Offertorium vero repente adveniens illa domina fronte invere- 
cunda ac diabolicum furorem ore spirans altare accessit ac 
mappa manibus apprehensa sacra propbanare et in terram 
deicere conata est; quod certe successisset, nisi sacerdos, qui 
eelebrabat, celeriter manu praevenisset ac mappam retinoisset. 
Unde facto tumultu ac praepositi famolis eo concurrentibus illa 
execranda mulier re tandem infecta abire compulsa est. De- 
lata est querela huiusmodi violentiae iUatae ad S. Ser**", 
nulla tamen adhuc sequuta est animadversio nee Uli ecclesiae 
parrochiali provisum, cum dolore et damno illorum rusticorum, 
qui apud episcopum ac praepositum assidue instant pro aliquo 
parrocho. 

Parrochia in Pels in confinibus Styriae et Carinthiae dioe- 
cesis Salisburgensis habet sub se circa 5000 animarum; cuius 
collatio licet ad Rev. arcbiepiscopum Salisburgensem de iure 
competeret, eam tamen hoc non obstante per male narrata ab 
imperatore Ferdinande sanctissimae memoriae Joannes Hoff- 
man baro pro se suisque posteris virilis sexus impetravit, ita^ 
tamen ut catbolico sacerdoti S. Caes. M^ et eins successoribu» 
praesentato conferant ; super qua licet R™^* arcbiepiscopus Salis- 
burgensis iustam illis litem intenderit aliquamdiu, quia tamen 
postea destitit nee prosecutus est causam suam^ apud ipso» 
collatio adhuc manet. 

Defuncto autem parrocho Joannes Fridericus ^ filius supra- 
dicti loannis Hoffman mortui eam ecclesiam cuidam Georgio* 
haeretico contulit; quo etiam paulo post amoto propter oflfen- 
sionem quandam et alio haeretico vicario eidem substituto^ ipse 
colligit pro se redditus, qui sunt annuatim circiter 1500 (sie) flore- 
norum, ex quibus dat certum annuum Stipendium provisori illi 
haeretico. Quae cum S. Ser*** percepisset, ter ad eum scripsit 
super eo negotio, priusquam responsum acceperit in hunc mo- 
dum: Verum esse quod imperator Ferdinandus felicis recorda- 
tionis parrochiae collationem parenti suo ac filiis virilis sexus 
concesserit, sed adiunctae condicionis nullam fecit mentionem, 

^ Die Familie Hoffmann (Hofman, Hoffman) steht durch Hans Friedrich 
Hoffmann an der Spitze der protestantischen Bewegung. Wie schlecht 
Hoffmann am päpstlichen Hofe beleumundet war (fratello dl quel mal 
huomo), s. Nuntiaturberichte lU, 1, 648. 

' JOrg Khnen. 



cutus loco hoc posuit se eam parroeliiam viro in sua religione, 
hoc est, in confessione Aiigiislana probo cotitulisse» in quo existi- 
met S. Ser**''" nihil offensam, siquidem promiserit provinciaHbus, 
jaod patietur eos vivere iuxta propriae conscientiae prae- 
scriptum. Ad haec S. Ser^* qiiievit cum gravi damno illius 
parrochiae, quae iam tota in haercBim prolapsa eyt. 

Cum ex provinciis Styriacj (Jarintliiac et Carniülae magnae 
quotannis pecuniae capiantui' tum ex steuris tum etiam ex aliis 
apositionJbus, quas prelati nolnles et alii seculares contribnunt^ 
soll proviuciales coUiguul ac pro arbitrio suo dispensant; 
nee ullus adiungitur ex parte Ser^^ archiducis noque ordinis eccle- 
siastiei^ cum tamen {irai'hiti petierint, uniira Ser*"' archiducis 
nomine et altcrum ex ordinc suo ad coli ection ein et dispositio- 
nem praedictarum pecuniarum etiam adhiben, quae maiori ex 
parte ab ordine eeclesiastico et a 8. Öer^** subditia veniunt. Hinc 
provinciales superbam domum Gractii crexerunt et collegium 
ac scholas haereticas u fuudamentis aedihcarunt, aemulatione 
er** archiducis dueti, qui patribus socictatis Jesu coUegiuin et 
Itftcholas catholicas erigi curavifc. ^ Hine praedicantes et ludi- 
'tnagifftros haereticos magniticc alunt ac numerosam iuventutera 
baereai imbuendam ac depravandam multia impensis suatentant. 
Hinc etiam suae farioac bomines cnicritos et quos volunt magnia 
praemiis afticiunt atquc annuis pcnsionibus donant. Quae omnia 
Ser"" archiduce insciü Sunt, ita ut ipse semper pauperior ac 
debilior et illi cum suis in dies ditiores ac potentiores evadant 
Quare essent illis duo alii catholici adiungendi, unus pro Ser"^^ 
archiduce et alter nomine cleri. 

Cum provinciales imposuerint omnibus certam taxani super 
personis, non solum ad omnes etiam praelatos extenderunt, sed 
ad S. Ser'*"* quoque, ita ut etmtüm Hurcnos in singulos nienses 
pro aua persona dare oporteat, Quae pecunia cum in qnadam 
^aroa clausa sub nonnullis clavibns asservetur, fuerunt chives 
omnes inter provinciales distributiLc, Qua in rc cum Ser™''^ archi- 



* Die Errichtung der Stiftsschule (1568) gtjüchah ächoii einige Jahre vor 
der ElnfUhrtiiig der Jüsuit€>ii. Kr» iät gsLUi, falscli, weiiD Rosoiens «agt, 
die Stände hätten die Abwesenheit Er»herxog Karls in Bpanien (I068 bis 
1660) dazu benutzt, um ihre Schule TH&ch aufKuricbten. S. über den 
Ankauf des ^Egkonper^^scheo* Stiftes id einen Anf^atx »Erzherzog: Karl U. 
und die Frage der Errichtung eines Klosterrathe« filr Inneröaterreicb*, 
Archiv für tt^Btarr. Gesch. 84, 57. 



20 

dux, ut publica vox est, conquestus esset, vix tandem post 
longam contentioneui addiicti sunt, ut S. Scr** etiam unam clavem 
tradiderint, hac tarnen conditione, ut in regimine maneat, ubi 
exeeptis doctoribus omnes provinciales sunt sed praelatis nullam 
dederunt. Id quod provincialium suspectam fidem in prin- 
cipem suum arguit. Ad quid mirum, cum Deum et eius eccle- 
siam deseruerint? 

Item, feuda ut moris est a S. Ser*® accipere contemnunt, 
satis esse inquientes, quod iani semel a maioribus ac progeni- 
toribus suis fuerint accepta. 

Item, impetrarunt a sua Ser*®, ut possent ubique venari 
feras exeeptis cervis, quos etiam interdum capiunt, cum iniuria 
aliquando S. Ser**", ut hac aestate accidit. Nam quo tempore 
S. Ser*** Petoviae erat, ut exercitui propinquior esset, insütuerat 
in quadam silva parum remota venari et cum ad eam rem 
vcnatores suos cum necessariis praemisisset, subsequi die se- 
quente volenti nunciatum est, non esse necesse, siquidem pri- 
die ibidem provinciales nonnulli venati essent et omnia ce- 
pissent. 

Item, cum in Styria solvatur vectigal vini, eius maxime 
quod ex Austria adducitur, videlicet octo floreni pro singulis 
doliis, cogunt etiam S. Ser**^ vina eidem vectigali subesse. 

Item, cum domus Austriaca ex vetustissimis privilegiis 
et praerogativ'is habeat, ut ad aliud tribunal venire non de- 
beant, quecunque controversiae et causae inter eam et alios 
vertentur, ac S. Ser*" statuerit, ut in controversiis et causis, quae 
inter ipsam ac subditos suos occurrent, regimen suum definiat, 
id provinciales concedere nullo modo volunt, sed sibi iudicium 
vendicant ac propria vi et auctoritate asserunt. Quo fit, ut si 
S. Ser**^ aliquando subditos suos maxime nobiles citet propter 
arces vel alia bona a camera S. Ser*" illis concessa, non com- 
pareant, sub eo praetextu, quod provinciales tribunal suum 
habeant. 

Item, quod S. Ser*^ ad diversorum provincialium haereti- 
corum petitiones bona camerae suae donet, modo hoc modo 
illud, et iam inter alia donavit aulas suas, quas Judenburgi 
et in oppido Sancti Viti^ habebat, ut nunc, si ad ea loca 
accedat, publicum ingredi hospitium aut in aliena domo ma- 



St. Veit in Kärnten. 



81 



oporteat. Unde paiilatini suis sc bonis ileimdat et alii 
iitcseunt. 

Item, obtiinienint a Sua Scr*'' ciiram et nt'gotiuoi ciideiuli 
monetas. 

Item, sub eo praetcxtii, quod aes alienuin a S. Ser** con- 
tractum dissolvere velint, impctrariiTit etiam vectig'alia raereiuiii, 
quae cum praeter modura auxissent, hierum^ f|Uod pnus inde 
rectpiebatiir, nmltum imiriinuernnt: nam niercatores aucti vecti- 
Lgalis novitate couinioti snas merees per alia kiea riunr con- 
Mocunt. Unde provineiales ronqneruntur s(^ ex hnuismodi vpcti- 
galibim minus recipei'o. 

Haec sunt, quar- in illis partüms a me partim rofrnita et 
partim a diversis audita Ser*' V, per suniina quacdam capita 
propoDenda fuerunt, ut perspoctum babeat, quoniodo Ser'"""' archi- 
dux Carolus a suis provineialibus in utroqiie hominc traetetur et 
simol ei consilium det et aTiimum addat ad res dominii sui tara 
spirittiales quam temporales melius coDSti tuen das ac dirigendas, 
maxime vero ut iuxta mentem 8""* domini nostri ac pro eon- 
scienciae suae debita et necessaria cxigentia pnhUco scripto 
proßtsatur piani inteniitmHm et egregiiim aninmm suum erga 
w^ligionem et ecclesiam catholicam, praesertim etiaro contra ea, 
qoae provinciales pro arbitrio suo aliter quam S. Ser^" senserat 
ac dixerat, publiearunt; alioquin omuia in peiorem statnm rue- 
rcnt, haeretieis audaeia accederet et S. Ser*'* auctoritas pUirimum 
imminueretur. Possit autem a S. Ser^* id praestari sub bis ad- 
iancta fonnala aut alia siniili. Nihil autem vereor, quin archidux 
Carolus Sit libenter faeturus, quicquid Ser*" V. eonsuluerit ant 
soaserit Quod etiam S, Ser^ vehementer sperat, quae in 
»S^r*** \* sapientia ae pietate in ferendo 8er""' archiduci fratri 
consiJium et opera plurimum contidit. 

Ser*" V™* deditissimuB ad omnia 

(eigenhäiMlig) 

I. FeHc. cpißcopus Scalen. 
N(uncius) A(postolicus). 

ns Wl' "> ^f*l') V<^*** dienern StÜeko liegt noch ein Auszug vor, 
S Bog«D ia Quart. 



Bericht des Nuntius über seine Verrichtung in Innsbruck. Ant- 
wort Erzherzog Ferdiruznds auf das mündliche Anbringen des 
Nuntius in der Angelegenheit der Revocation Erzherzog Karls. 
Eine schriftliclie Revocation dürfe, als dem Ansehen des Hauses 
Habsburg abträglich, nicht erfolgen, vielmehr in der Weise, wie 
die Cayicession gegeben wurde: indem man entweder bei passender 
Gelegenheit einigen Herren und Landleuten oder am Landtage 
eine mündliche ErUärung des Inhalts abgibt, der Erzherzog sei 
zu seinem VorgeJien nicht befugt gewesen. Am besten sei es, dem 
Herren- und Ritterstande die Concession zu lassen, die Anderen 
aber unnachsichtig abzuweisen. li)78 vor dem 18. Deceniber. 
(H.- H.- u. SI.-A. Steierm. XV.) 

Responsum domini archiducis Ferdinand! de negotio domini 
arehiducis Caroli. 

Ad negotium Ser™* archiducis Caroli postquam perlegerat 
scripta oblata et formulam revocationis diu consideraverat, ita 
respondit: Primum siquidem constare, quod archidux Carolus 
frater suus gravissime erraverit, siquidem in alienam messem 
falcem suam misit et contra ecclesiae catholicae dignitatem ac 
manutentionem fecit, ac se ita subiecerit provincialium suorum 
volimtati et arbitrio, ut ad illorum nutura (s)e quodammodo gerat. 
Sed revocationem talem in scriptis emittere videtur 
cum domui Austriacae ignominiosam, tum infructuo- 
sam, tum etiam difficilem et lubricam^ siquidem multa 
pericula inde et absque fructu creari possent. Quare consultius 
existimat^ ut res ita relinquatur inpraesentiarum^ sed tamen, 
cum dicta concessio nobilibus tantum facta sit, qui iam antea 
sua sponte libertatem in religione usurpaverant, ^ ut ceteri omnes 
sub religione catholica quibuscumque modis contineantur et inter- 
positae conditiones ad unguem serventur: ita ut nemini parcatur, 
qui eas violaverit. 

Cui cum ego obicerem, non satisfieri conscientiae archi- 
ducis^ adiecit^ quod S. D. N. posset archiducem secreto absol- 
vere et cum hac conditione, ut post nobilitatem, quae glutine 
tenacius in sua cecitate haerebit, ceteri omnes in fide catholica 

1 Erzherzog Ferdinand übersieht hier die Pacification von 1572. Damach 
kann von einer Usurpation nicht die Bede sein. 



23 

retineantur et noientes cogerentur. Nee in posterum archidux 
quiequam in rebus religionis concedat aut conniveat aut se 
intromittat, nisi eam tuende atque defendendo. 

Verum cum adhuc instarem ne sie quidem archiduci con- 
s(nltum) videri, propterea quod S. D. N. archiducem non ab- 
solvet, nisi se poenitentem exhibeat, quod certe praestare non 
possit quam concessa revocando, respondit: eciam revocationem 
fieri posse^ sed eo tarnen modo quo facta est concessio sive po- 
cius extorta permissio, scilicet oretenus: idque duobus modis, 
uno, ut nunc archidux per occasionem provincialibus suis, qui 
eum seorsum saepe conveniunt, mentem suam declaret doceat- 
que id sui iuris non fiiisse, ut concederet, et eam ob rem con- 
cessionem ipsam contra conscientiam suam ab eis precibus 
extortam inanem ac nullam esse, altero ut in primis publicis 
comitiis idem coram omnibus publice protestetur et se et con- 
scientiam suam prorsus liberet. 

Cum vero concernerem, nullam aliam ipsi racionem pla- 
cere, egi, ut ergo archiduci Carole perscribat id consilii sui, 
quatenus primo quoque tempore executioni mandetur, quod se 
libenter ac diligenter facturum promisit, nisi quod prius cupiat 
expectare eius responsum ad illas literas, quas paucis diebus 
super hoc ipso negotio cancellario aulico doctori Woifgango 
Schranz ad eimdcm dederit, ut eius percepto animo melius 
sciat, ad quem scopum hae literae dirigi debeant. ^ 
(Ohne Unterschrift und Datum.) 

5. 

Bericht des Nuntius Feliciano Ninguarda Ober seine Verliand- 
lungen in München und Antwort des Herzogs Alhrecht von 
Baiern auf das Änbringefi des Nuntius in der Sache Erzherzog 



* Die jformula revocationis* scheint sich in einem Schriftstücke (Fase. 16) 
erhalten zu haben. Ich theile daraus nur einen Satz mit, weil sie ja 
doch keine praktische Verwendung gefunden hat. In der Einleitung wird 
gesagt, dass der Erzherzog durch die ungestümen Forderungen der Stände 
gedrängt worden sei, eine Bewilligung zu geben, die in der katholischen 
Welt das grösste Aergemiss verursache. Wieder zur Besinnung ge- 
kommen (Ad se reversam), empfinde er grossen Schmerz darüber: ,«a 
propter . . . declarat S, Ser**" et publice profitetur »e non debuis»e iiec 
potuitMe provincialibus quiequam in religionis libertate permiltere . . . 
iia quod concessiones sive pemiissiones illae invalidae, inanes a^ nuUae 



24 

Karls : Er bäte ihn — den Nuntius — über die beste Art, den Fehler 
gutzumachen, mit Schranz, der eben da sei, und dem Bathe 
AsefiJwimer zu berathen. Der Erzherzog müsse widerrufen. Das 
van ihnen verfasste Formular des Widerrufs schien dem Herzoge 
bedenklich. Am besten sei es, dem Herren- ufid Rüterstande die 
Con^ession zu lassen^ die Anderen unnachsichtig von ihrem Be- 
gehren abzuweisen. Ohne Datum (vor dem 18. December 1578). 

(H.- H.- u. St.-A. Steierm. XV.) 

Responsum domini ducis Bavariac Alberti de negotio domini 
archiducis Caroli. 

Ad negocium concernens dominum arehiducem Carolum^ 
circa quod desideriura et postulationem S™' D. N. exposneram, 
dominus dux primum non satis demirari eoepit, quod archidux 
ita se a provincialibus suis involvi passus sit, ut modo vix se 
posset extricare ac liberare, et quod ab eisdem praeter digni- 
tatem et equitatem tam malis tractetur modis, deinde quam 
aegro eam concessionem tulisset animo, declaravit atque offi- 
cium suum in ducendum arehiducem Carolum ad erroris admissi 
correctionem pollicitus est, me rogato, ut de modo succurrendi 
consultarem una cum cancellario suo aulico Christophoro Asen- 
haymero et cancellario ipsius archiducis Wolfgango Schranz, 
qui adhuc aderat, et ducem de negotii totius serie multis infor- 
maverat; quod nos statim feeimus. Nee modo censemus arehi- 
ducem ea in re graviter errasse, verum etiam necessarium existi- 
mavimus ad conscientiae tutamen, ut facta concessio revocare- 
tur. Cuius revocationis adiunctam formulam nos ipsi 
confecimus; quam cum dux perlegisset, res ei aliquantum peri- 
culosa visa est. Verebatur enim, ne ita provinciales irati pocius 
quam sedati ac pacati non solum arehiducem in magna ne- 

cenMendae 8unt\ Er werde also die Stände aufzufordern haben, zur 
katholiBchen Religion zurückzukehren. Wenn sie auch nicht gehorchen, 
dürfen sie doch unter keinen Umständen Jemanden, weder ihre Unter- 
thanen noch Andere, zu ihrer Religion zwingen. Sie haben kein Recht 
auf Kirchen, die Bürger und Bauern sind der katholischen Religion zu 
erhalten, Besuch der Kirche und der Schule muss ihnen unbedingt ent- 
zogen werden. 

2. Bll. ohne Datum. Hurter I, 635 hält das Stück für ein Schreiben 

Gregors XIII. an den Nuntius in Graz. Es ist wahrscheinlich von diesem 

selbst, von Schranz und Asenheimer verfasst. S. Nr. 5. 



cessitate auxilii adversus hostiles Turcarum impressiones con- 
stitutum desererent; verum eciam se nobilibus Austriae minus 
bene in Caesarem animatis praesertim propter eiectionem Opitii 
adiungerent et elam eollatis viribus novum aliquem tumultum 
cierent^ commotis etiam Saxoniae duce atque aliis principibus 
adversae factionis. Quare satius putavit, ut alio modo res su- 
sciperetur^ etsi quidem difficile seu pocius impossibile nunc 
videtur, ut nobilitas^ quae in malo pertinacissima est, et pocius 
extrema omnia pericula adibit, quam ut se inpraesentiarum ab 
errore abstrahi patiatur, saltem caeteros omnes ab ea re im- 
munes servet et hanc mentem suam omnibus divulget, eoque 
vires ac nervös omnes intendat, ut in posterum res debitum 
effectum habeat . . . ^ 

(Ohne Datum und Unterschrift.) 

6. 

Erzherzog Karl an Erzherzog Ferdinand: Dank für die an 
Dr. Schranz mündlich und schriftlieh ertheüten Weisungen. In 
Folge der vom Papste erhaltenen ernsten Mahnungen ist die 
Cassierung der Padfieation unvermeidlich. Zu besorgender 
Widerstand der Herren und Ritter. Näcliste Massnahmen. 
Dringende Bitte um Rath und Herdnsendung zweier ansehn- 
licher hatlholischer Räthe von Innsbruck und vom Kaiserlwfe. 
Frage der Zusammenkunft mit Ferdinand, dem Herzoge vofi 
Baiern und dem Erzhischofe von Salzburg. Graz, 1578 De- 

ceniber 18. 

(U.- H.- u. 8t. -A. Steierm. XV.) 

Durchleuchtigister fürst . . . Wir haben gleichwoll vor 
diesem dasjenig, so E. L. auf unser briederlich begern in dem 
be wüsten negocio religionis unserm abgesandten Dr. Wolf gang 
Schranzen, unserm geheiraben ratt und hofvicecanzler, sowoll 
mündtlich als schrifftHch angedeittet, nach lengs vernumben, 
wie wir uns dann derowegen und dass E. L. der Sachen Wichtig- 
keit nach so eifrig nachgedacht, also auch derselben freundt- 
liehen erbietens hiemit insonders hoch und vleissig bedanken, 



' Das noch hinzogefUgfte Verlangen, sofort einen Boten an den Erzherzog 
zu schicken, werde er als dessen Verwandter und aus Verehrung für den 
heil. Stuhl gern erfüllen. 



und da wir E. L. hinwider angenemben dienstlichen willen 
erzaigen kanten, soll es gewisslichen jederzeit unsers ettsseristen 
vermügens beschechen und an nichte weniger dann am gueten 
willen erwinden. 

Und nachdem aus sollichen wollmainenden erthailten vätter- 
Hchen guetbedunken, dass es bei der taliter qualiter beschechnen 
concession und daraus ervolgten Verwirrung ie nit besteen künne, 
sonder dass hiedurch unser christlichs gewissen nit wenig ver- 
letzt, auch dass sich rebus sie stantibus keiner besserung sonder 
vil merers des ^wäderspils und noch ergers, ja gäntzlicher aus- 
tilgung zugleich unserer waren catholischen religion als des 
schuldigen gehorsambs in temporalibus zu versehen und dem- 
nach eine hohe notturfftt sein wolle, auf weg und mittl zu ge- 
denken, wie etwo das verwirrt mit böster gelegenhait wider- 
umb zu recht gebracht, unser gewissen sereniert und besorgunder 
unrat mtiglichstes vleiss zeitlich verhiettet werde: aber solliches 
unsers erachtens anderer gestalt nicht dan durch cassierung 
und aufhebung angezogner concession zum sünn zu 
bringen, Wir auch neben dem seithero so vil glaubwirdig be- 
richtet, wassmassen die B. H* selbst angedeitte concession mit 
demhöchstenimprobiernund uns zu unsaumbiger cassierung 
derselben durch ein scharfes breve* mit einverleibter starker 
commination des banns und bedroung der gefahr, so uns 
bevorab durch die anrainende und one das aufsessige herrschaft 
Venedig daraus entstehen möchte, in kürtz ernstlich zu ver- 
manen entlichen Vorhabens sein sollen, so wären demnach Wir 
in gottes namen gleich dahin entschlossen, bemelte concession 
zumal nach empfahung hietzbemeltes I. B. H* Schreibens mit 
fUrwendung hiero bevormelter starken Ursachen widerumb zu 
cassiem und aufzuheben, auch derowegen ainen sondern lantag 
auszuschreiben und uns also hiedurch in unserm christlichen 
gewissen ainsmals ain ruhe zu schaffen. 

Weil aber zu besorgen, dass die zween stänt von herm und 
ritterschafft sich darwider setzen und in raichung der gränitz- 
hülffen spreitzen werden, wir auch solches christliches vorhaben 
desto tapferer ins werk richten und denen widerwärtigen mit 



^ S. oben Nr. 1. Die Drohung des Bannes überbrachte der NuntiuB, 
8. oben Nr. 1 und 3. Hier wird AUes so dargestellt, als ob die Bann- 
androhung erst in der Zukunft läge. 



27 



mehrerm ernst und ansehen begegnen mügenj hielten wir nit 
aus dem weg erspriesslieh zu sein, damit auf soUiehen fnal 
E. L. zween derselben ansehliehe und der eatholischen religion 
zugethone räth uns als eonsulenten und assistenten vor an- 
geuuden lantag (wellicher dann E. L. zeitlich zu wissen ge- 
macht werden solle) herabsenden und also mit derselben ge- 
treuem ratt und assistenz nit allein diss unser ehristliehs vor- 
haben auch ihres thails bruederlieh befurdem helfen, .sonder 
was auf beniertem faa! der zwayer stUndt widerspäni^^kait» zu- 
mall weil wir für uns selbst inen zu begegnen zu 
schwach^ auch damit in der nottwendigen grünitz defension und 
andern kain spürr oder ninThtl ervolge, wir ferner fllrnemben 

Khten, uns ir rattliohiä gnetachten unbeschwärt erthailen wollen. 
Nachdem wir auch in disem wichtigen handl die R. K. M* 
unserm gn. geliebten hen*n und vettern nicht woll fieglich 
den praeterirn ktinnenj so wären wir ferrer dahin be- 
dacht, L K, M* sollieh txnser vorhaben gletchfalls zu com- 
municiem und dieselb umb iren getreuen vetterUchen ratt, 
auch da sie es also belieben wurden, umb derselben zween 
ansehliche catholisehe rätt und assistenten auf berüerten faal 
ebenmässig bittlich anzulangen. Wann aber diss eine solliche 
sach, die noch derzeit in höchster gehaimb zu halten^ auch wo 
dteselb I. M^ obbegriffnermassen also blösslich zucgesehriben 
und durch derselben gehaimbe rätt samentlich gewöndhcher 
Ordnung nach berathschlagt auch volgunds durch die secre- 
tarien expedirt werden solle, da es nit allain vor der zeit 
aussprechen sondern auch allerlay spörr gewinnen möchte, 
weill uns ftirkumbtj dass sy^ die gehaimen rätt und secretarien, 
in rehgione nicht allerdings alle einstimben selten, so ersuechen 
E. L. wir ferner ganz freundheb und bruederlich, uns auch 
ditsfalls gnete weegweis und anleitung zu geben^ was nämblich 
für rätt und assistenten auf berlierten fall an I. K. M'^ zu 
begem, auch wie sunst allenthalben die saehen zu verhiettung 
besorgunder erweiterung L M* zu insinuiren sein möchte. 

Was suDSt die durch E, L. vermelten unsern abgesandten 
ange deute persondliche zusarabenkhunfft betriflFt, lassen 
wir uns dieselb allerdings gefallen, wie wir dann in albeg auf 
gelegenhait bedacht sein wollen, damit dieselb zu gueter be- 
quember zeit und gelegensamben ort, zumal wo nach be- 
ichechner Cassation sy, die zween ständt^ sich der gebUr 




28 

Dach nit weisen lassen weiten^ alspalt angestellt, auch zu der- 
selben der herr ertzbischof zu Saltzburg gleichfalls gezogen 
werde, doch selten wir auch ditsfalls zuvor von E. L. gern ver- 
nemben, wo, auch zu was zeit es derselben, als auch des von 
Salzburg und Baiern L. L. am bequembisten sein möchte, uns 
desto bass darnach zu richten habent, und also hierauf in einem 
und dem andern derselben bruederlichen ratt und guetachten, 
was wir uns allenthalben in diser hochwichtigen schwäm Sachen 
femer zu verhalten, bey disem unserm aignen camerpotten, sobald 
es immer müglich sein wierdet, gewartendt. SoUiches um E. L. 
zu beschulden wir jederzeit brüederlich und zum hosten be- 
flissen sein wollen. Geben in unser statt Grätz den 18. tag 
Decembris im 78. 

E. L. 

(eigenhändig) 

getrewer und guetwilliger brueder 
Carolus. 

Freuntlicher, lieber herr brueder. Ich bitt E. L. zum 
höchsten, sie wolte ier disen handien nit weniger, als wan er 
sich (sie) selbs angieng, angelegen sein lassen und mich verrer 
mit bruederlichem ratt und hilfF nit verlassen, wie dann mein 
vertrauen zu E. L. stehtt. 

In dar 80 : Adresse, Dann: Zu I. L. selbs aignen banden. 

7. 

Erzherzog Ferdinand an Erzherzog Karl: Antwort auf dessen 
Schreiben vom 18. December: billigt seine Absicht y die Brucker 
Pacification aufzuheben, da aber die Stände sich schwierig er- 
weisen dürften, was bei der jetzigen Feindesnoth nicht ohne 
grosse Gefahr ist, so sei es rathsam, die ganze Angelegenheit 
und namentlich den Fall des Widerstandes der Stände noch- 
mals in sorgsamste Berathung zu ziehen. Zuvor ist aber die 
Zusammenkunft der fürstlichen Fersmien anzurathen. Innsbntck, 
1579 Januar 11. 

(Concept. H.- H.- u. St.-A. Steierm. XV.) 

Durchleuchtigister . . . Wir haben E. L. bruederlichs und 
vertreulichs schreiben underm dato des 18. tags negst abge- 
loffhen monats Decembris, das bewust negocium religionis be- 



29 



d, zu ai^nen liaiideti ompfangen, desselben inlialt ah 
leseiidt vernombeii, und wie nun wir Inerinnen mit E. L. ein 
sonders bniederhches getrewes mitiaiden tragen, lüso iat uns 
die Sachen« zugleich uns selbst betreffend^ angelegen. Es were 
uns auch nichts liebers, iih dass wir E. L. zu wirklicher ab- 
Schaffung der oldigenden besehwerliehkeiten wol erspriessljeb 
raten kundten. Und wir betinden berüert E. L sehreiben fiir 
nemblich auf dise punct gestellt^ dass sy tilrliabens, mit Ver- 
leihung güttheber gnaden und der B, IV zuetbuen die cassierung 
and aufbebung der zuvor erfolgten eoncession vermittels aiiies 
sondern Landtags ftlnsunemben^ aber doch solches zuvor auch 
(an) die R. K. M', unsern gn. freundlichen geliebten herrn und 
vettern, gelangen lassen und hierin nen mit derselben gn. vor- 
wissen und guetachten zu handien und E. L. ir die durch 
uns vormals angedoute zusaniraenkunfft und vertreuliche 
auch notwendige unterred bewusster fürsten personen wol ge- 
fallen lasse. 

^m So vil nun gleich die cassierung und aufhebung der eon- 
cession belangt, haben wir in E. L. cbristHebem und eifrigein 
flirhaben und dass dasscibig vermittelst eines landtags ins werkb 
gerichtet werde^ gleichwol kein bedenken^ getröste(r) hoflfnung, 
seine göttliche albnechtigkeit werde biezu allgemainer Christen- 
halt in guctem und erpauung der alten catbolischen religitin 
wol erspriesshche gnad und hilf verleihen und den verfuerten 
und verkerten gemUetern wäre rue und erkann tnus ires irr- 
thurabs eingeben. 

Dannoch aber biebei nach gclegenhaitj was sich bisher 
erzaigt, nit wenig zu besorgen, dass sich hieiinnen bei E. L. 
landstenden zum thail allerband widersetzlicbkait befinden 
mechte und solches, do es denselben weg erraichen und dem 
nit genuegsamblich begegnet werden sollte, E. L. und dero 
landen bei der one das bevorstehenden feindtsgevar in mer 
j»^ *^ verderblichem nachthail^ grosser zeriüttigkait, auch E. L. 
^H uns allen aus lobh haus Osterreich macht zu gros ver- 
Iclainerung komcn wurde, so wil bei uns nochmals in albeg 
j[^Bam und notwendig sein, wie wir dann in vorigem unsern 
^pL. mitgetailten ratlicben bedenken auch dahin gangen, dass 
E, L. vor allen dingen und ehender sie den landtag aus- 
schreiben, vil mer die aufhebung und cassierung ftirnemben, 
den ganzen händig dessen wicbtigkait und erforderter notturfft 




30 

nach stattlich und wol erwegen und berathschlagen^ wie und 
durch was weg das alles mit fueglicher bester gelegenheit ins 
werk zu richten sein mechte, dass man auch neben an*dem 
auf das furnemblich bedacht sei^ wasgestalt E. L. auf den fall 
der widersetzigkait solchen unrath stattUch und genugsamblich 
zu begegnen, dasselbig guetlich, und do es nit statt hette^ mit 
gewalt abzustellen und allerhand gevar und nachtail zu ver- 
hUeten befasst sein wellen; das nun E. L. und denselben räten^ 
die alle gelegenhait in gueter erfarung haben, zum besten be- 
wust sein wirdet. Und wir lassen uns sonderUch wol gefallen, 
dass E. L. der gelegenhait nach wie billig under irem vor- 
haben I. E. M^ . . . diser sachen berichten. So mechten auch 
E. L. von gueter und merer vorberaitung wegen vor der fort- 
setzung ires Vorhabens die obermelt vertreuliche Zusammen- 
kunft der fiirstUchen . . . personen anrichten. In was zeit und 
orth nun solche zusamenkunft anzustellen sein möchte, das 
stehet bei E. L. fernem entschluss . . . Geben Ynnsprugg den 
11. Januarii anno 79. 

An die F. D* erzherzog Carl zu Osterreich. 

8. 

Die Verordneten an die F. D*: Anzeige, was einem Prädicanten 

in der Stiftskirche ,durch einen Jesuiterischen Jungefi' augefügt 

wurde. Graz, 1579 Januar 20. 

(Concept. L.-A., Ref., Person.) 

E. F. D' berichten wir geh., dass an jüngst verschinen 
pfintztag (Januar 15), als E. L. prädicant magister Thomas 
Laschitz in der Stiftskirchen sein predigt verriebt, ein Jhesuite- 
rischer discipl mit namen Agricola mit lauter stimb den er- 
melten praedicanten angeschrien hatt, salvo honore, du leugst, 
du alter blinder schelm. Darauf aber stracks fluchtigs fuess 
aus der kirchen gesetzt, und ob ime wol etliche nach geeilt^ 
damit sie denselben bekumen und ergreifen mochten, ist doch 
der lästerer sambt noch andern Jhesuiterischen iungen in das 
negst parfiiesserkloster entrunnen . . . Graz den 20. Jan. 79. 

Verordente. 



31 



Papst Gregor XIIL beglilckwünscht Erzlicrzog Karl zu seinem 
gegen die Ketzer bekundeten Eifer und hofft , es werde ihm unter 
solchen Umständen gelingen, sein ganzes Land von der verderb- 
liche Ketzerei zu reinigen und sich bei Gott so viel Kronen zu 
erringen, als er Ketzer zur wahren Kirche zurückgeführt liabe, 
Mom, St. Peter 1579 März 14. 

(Orig. im steienn. L.-A. Abgedruckt in den Steierm. Geschichtsblättern I, 73.) 

IL 

Die Hflnchner Conferenzen Tom 13. und 14. Octobcr 1579« 
Feststellung der Orundzflge der Gegenreformation. 

10. 

Die Conferenz vom IS, October 1579. Die Concessionen Karls II. 

an die Protestanten. Nothwendigkeit ihres Widerrufs. Mittel zur 

Durchführung der Gegenreformation. 

(H.- H.- u. St.-A. Steierm. XV.) 

I. Nothwendigkeit des Widerrufs. Eilf Motive. 

Anfilnglich zu wissen, wasmassen die F. D* erzherzog Carl 
zu Osterreich auf starkes iraportuniern und ungestümes anhalten 
der zwayer stände von herrn und rittorschafft derselben flirsten- 
thumbs Steyer in negotio religionis inen gleich woll zwayerlay 
unterschidliche concessiones, aine im 1572, die ander im 1577 
(sie) iar nägstverschinen zu Prugg an der Muer gegeben, des 
Inhalts, wie derselben puechstaben vermag; aber in hernach 
gehaltener berathschlagung lauter befunden worden, dass es 
bei solchen concessionen kaineswegs bestehen: sondern dieselben 
in allweg und mit ehister raüglichkait zu revocieren und aufzu- 
heben seien. Und solches fUrnemlich aus nachvolgenden Ursachen: 

1. dass erstlich solche concessionen zum* abbruch der 
cath. religion und fürnembhch zur beflirder- und erweiterung 
der newen Sectischen schwermerei gestellt seien. 

2. Am andern, das I. F. D* christenliches gewissen hie- 
durch nit wenig laedirt und in allweg zu serenirung desselben 
ad restitutionem honoris et cultus divini verbunden sein. 

• liS.: und. 



32 

3. Fürs dritte, dass es auch in I. F. D* als aines welt- 
lichen fUrstens macht und gewalt nit gestanden, sich in derlei 
höchst schedliche concessiones . . . einzulassen^ sondern dass 
iro . . . vil merers gebüm wollen, sich gegen der ungestiemen 
begerenden partei diser evangelischen antwort: yNeadtiSy quid 
petatis. Meum non est dare vobis^ zu gebrauchen. 

4. Zum vierten, dass die B. H* ein sonderbares misfallen 
tragen, wie sie dann auch I. F. D* zu obbemelter reyocation 
alberait durch zway underschiedliche brevia und mit ernst- 
licher commination stark vermant und angetriben habe. 

Zum fünfften, dass auch die anrainunde herrschaft Ve- 
nedig (als die ohne das dem loblichen hauss Osterreich nit vill 
guetts günnet) zu solcher revocation billiche bewegung geben 
solte, weyl wissend, auch aus denen jungist einkumen berichten 
von Grödisch und derselben ortten lautter abzunemen, dass sy, 
die aufsetzigen Venediger, all ir intent dahin gerichtet, wie sy 
etwo durch derlay schein der verkerten religion I. F. D* an- 
rainunden erblanden, damit dasselbig gift nit auch in ir gebiet 
einschleiche, under die nächst anstossende grafschaffc Görz 
kumen möchten. 

6. Zum sechsten, dass bemelte zween stende sich solcher 
concession gar nit gemäss verhalten, sondern irem einverleibten 
erbieten in mehr weeg zuwider gehandlet und also selbst draus 
gangen sein. 

7. Zum sib enden, dass sie auch solche concessiones ires 
gefallens zu glossiem und zu extendiem Vorhabens, auch nun- 
mehr in ainen solchen stritt under ainander erwachsen, dass 
sy (sich) vil ein anders und mehrers, als inen durch hochermelte 
I. F. D* concedirt worden sein solle, weder I. F. D* selbst ge- 
redt oder jemals gedacht, zuemessen dllrfFen. 

8. Zum achten, dass I. F. D' noch vor publicierung der 
jüngst zu Prugg erfolgten concession vor derselben gehaimen 
rätten iro ausdruckenlich vorbehalten, ermelte concession als- 
bald und mit ehister gelegenhait hinnach bei denen geistlichen, 
auch I. F. D* nächsten befreundten consultieren zu lassen und 
wo ain mangl oder dass dieselben nit pässerlich dabey be- 
funden, dass sy solches wider zu erstatten und zu retractieren 
nit underlassen werden. 

9. Zum neunten, dass es nichts unmenschliches, biss- 
weylen ainen irrthumb zu begehen, aber zwar unlöblich, im 



33 

irrtfaumb zu verharren. Wie dann auch mit . . . Albrechten 
pfalzgraven bey Rheyn . , . in simili zu exemplificieren^ welcher 
gleichwoU auch von des besten wegen kurz verschine iar den 
U9utn calids in seinen landen concedirt, aber hernach^ da kain 
besserung sondern nur mehrere Verwirrung daraus ervolgt und 
gespürt worden, widerumb in ainem öffentlichen landtag auf- 
gebebt hat 

10. Zum zehenden, dass auch I. F. D* vor solcher re- 
vocation und versonung ires gewissens weder zeitliche noch 
ewige wolfart (geschweigend des nagenden wurmbs, so das ge- 
wissen immerdar anficht) nit zu hoffen haben, ja alles ir eusser- 
liches christenliches eocerdtiwm, als fasten, beten, almusen geben 
und dgl. gott dem allmechtigen nit annemblich sein kann. 

11. Zum aylfften und beschliesslich, dass es auch an 
yetzo die gelegenhait mit den Türken und Persianern also gibt, 
dass man sich ainicher sondern gefahr sein des Türkens halben, 
wie etwo sonsten, nit so vast zu besorgen und also diss werch 
geratner revocation nit wenig stimuliem thuet. 

n. Der Weg und. die dreizehn Mittel zur Durchführung 
der Gegenreformation. 

Nachdem aber zu besorgen, auch nichts gewissers, dann 
dass auf solche revocation allerlai ungehorsam bei denen zwayen 
stennden sich erregen und sich darwider mit dem höchsten 
setzen werden, ist ferrer zu berathschlagen, was etwo zu wider- 
stand desselben und zu erhaltung des schuldigen gchorsambs 
flir remedia und mitl zu gebrauchen sein möchten. 

Und ist weniger nit, wo I. F. D* dermassen gefasst und 
die gelegenhait betten, via ordinaria hindurch zu gehen und 
manu regia zu procediem, das es der ordenlich und beste weg 
sein solle, weil es aber wegen des anrainunden erbfeinds der- 
zeit kein solche gelegenhait, so ist es zwar an dem, dass man 
auf andere extraordinaria remedia bedacht sein muess, welche 
da villeicht dise nachvolgenden sein möchten: 

1. Als nämbliehen, da erstlichen I. F. D* sich bei der 
R. K. M*, also auch erzherzog Ferdinanden zu Osterrreich, 
dem ertzbischof zu Salzburg und herzogen in Bayern umb 
assistenz und zueordnung aines oder des andern recht eifrigen 
catholischen raths zu angcundem landtag vorhabender revo- 

Fontei. U. Abth. Bd. L. 3 



34 

cation zeitlich bewürben, damit also I. F. D^ sich in furfallender 
difficultet nit allain derselben getreuen ratts und beystands za 
gebrauchen sondern auch sy, als die consulenten und assistenten 
selbs, die widersponnigen zu der schuldigen gehorsamb zu 
weisen, daneben auch die daraus wachsende gefahr desto statt- 
licher einzubilden ursach betten, und dass sonderlich von 
I. K. M* wegen herr Adam von Dietrichstain L M* obrister 
hofmaister als ain landtman hierzu deputiert, demselben auch 
herr doctor Georg Eder als kaiserlicher hofrath adjungirt 
wurde. 

2. Am andern möchten auf solchen fall des ungehoraambs 
und waigerung der gränitz hüläaistung I. F. D^ die Separation 
der stende fiimemen und nämlich den geistlichen stand sambt 
I. F. D* stetten und markten auch derselben pfandschillunger 
von den andern zwayen stenden absondern und sich derselben 
hülflaistung proportionabiliter nach gebiirlichem anschlag irer gttlt 
gebrauchen, auch den abgang, so die andern zween stende 
dissfalls pro rata zu erlegen schuldig, mittlerweil anderer orten 
hero auf interesse auf ain ior oder zway aufzubringen, mit 
lauterer protestation, solche obgang sambt interesse, cost, zerung 
und schaden bei inen, denen von herrn und ritterstand, auch 
iren hab und güetern künftig zu ersuechen. Zu welcher Se- 
paration und Bonderung dan sy, geistlichen, umb so mehr ursach 
haben, weyl sy, die andern zween stende, den dasigen gar zu 
underdrucken vermögen, indem dass sie dieselben in allen 
landtägen uberstimben, inen kainen verordenten, vil weniger 
in anordnung des vierzigsten thails auch über beschechnes 
protestiern jemandts aus irem mittl zuelassen wollen, zu dem 
dass sy auch sonst und onc das in religione und dann sambt 
den stetten und markten mit iren freihaiten von inen gar ab- 
gesundei*t sein und die landshandvest sich allain auf die andern 
zween stendo erstreckt, wie dann sy die geistliche selbs albe- 
rait durch ir verschincs iar ubcrraichte supplication wegen aus- 
schliessung vom vierzigsten thail ainen gewünschten anfang 
solcher Separation gemacht, durch welches mitü zwar allain 
die andern zween stende nit wenig geschwächt und täsiger* 
gemacht sondern auch die wirkliche ausschaflfung irer ver- 



^ tSsig (heute meist: tasig) = daesig, kleinlaut, demttthig, sahm, Schmeller 
I, 546. 



35 

f&erischer prädicanten bevorab aus der etat Grätz desto 
f&eglicher anzustellen sein würde. 

3. Fürs drit betten sich auch I. F. D* auf solchen fall 
des reichsreligionsfridts so woll als andere reichsfUrsten in iren 
erbUnden zu gebrauchen. 

4. Kundte zu solchem förnemen nit undienlich sein, da 
sich I. F. D^ in den Landtspergischen punt einliessen. 

5. Also auch zum fünften ain püntnuss mit der R. K. M*, 
der F. D* erzherzog Ferdinanden, dem erzbischof von Salzburg 
und herzogen in Bayern macheten. 

6. Item, sich bei der B. H* auf derselben beschechnes 
Yätterliches erbieten umb ain hülff und darlehen bestes fleiss 
bewürben. 

7. Zum sibenden den ungehorsamen und rebellen ainiche 
iusticiam mit nichte zu erthailen, vill weniger denselben ainiche 
Verleihung irer lehen zu thuen, sondern dass I. F. D* die durch 
solche ir erzaigte ungehorsam und rebellion verworchte lehen 
stracks confiscieren und einziehen lassen wolle, gegen inen 
offenlich zu vermelden. 

8. Fürs achte, dass auf solche hehärrige und straff- 
mAssige widerspennigkait derselben ungehorsamen landleut 
underthanen durch offne edikt und berueff die gehorsam, so 
sie sonsten von altershero iren herrn zu laisten schuldig, allent- 
halben so lang inhibiert und verbotten werde, biss sy, ire un- 
gehorsame herrn, sich widerumb der schuldigen gehorsam und 
gebur gegen I. F. D* als herrn und landsfürsten erweisen. 

9. Neben disem zum neunten, damit I. F. D' auch aus 
irem aignen camerguet dem ungehorsam desto stattlicher zu be- 
gegnen und anderer hl'ilff desto leichter zu erwarten haben, ist 
ferrer ftlr guet angesehen worden, die salzsteigerung in alwog 
anzurichten, doch auf ain solche mass, damit der ausgang des- 
selben nit gesperrt werde. Wie dann derwegen sonderbare 
stattliche verfasste berathschlagung vorhanden, die zu solchem 
nützlichen werch guete anleitung geben. 

10. Item dass zu facilitierung diss werks ... ain unver- 
meidenliche notturfft sein wollte, den ganzen hof, bevorab 
I. F. D* gehaime rätte zu reformieren und ad catholicismum zu 
reducieren, darzue dann I. F. D' erzherzog Ferdinand, also auch 
der herzog in Bayern, mit fllrschlagung etlicher taugenlicher 
personen in alweg verhülflich sein werden. 

3* 



36 

11. Zum ajlfften die erzUglung etlicher catholischer 
landleuth und dass zu anrayzung desselben die catholischen 
mehrers mit gnaden bedacht werden sollen. 

12. Über das alles so will auch nit weniger von nötten 
sein, dass I. P. D* die B. H* ersueche, damit sie die Ordinarien 
in I. F. D* landen . . . vermanen, auf dass ire untergebne distriet 
mit ehistem visitirt und reformirt werden. 

13. Wie dann gleichfalls zum dreizehnten und letzten in 
alweg vast ratsam und erspriesslich sein solle, wo I. F. D* sy 
die B. H^ auch dahin bewegen kundten, auf dass sy zu desto 
furderlicher fortsetzung irer also angedeuten haylsamer mitl 
ainen . . . geschickten und erfarnen nuntius ... in I. F. D* haub- 
stat Qrätz underhalten wolte. 

Consultation München, 1579 October 13. 

(Mit unwesentlichen Kürzungen.) 
11. 

Beschluss der Consultation, 1579 October 14. EndgiUige Fegt- 

setsfung der Principien für die Durchßhrung der Gegenrefar- 

mation in Innerösterreich, Ihre Nothwendigkeit, antfuwendende 

Mittel und deren Vorbereitung, 

(H.- H.- u. St.-A., Innerösterr. Acten, Steierm. XV.) 

Verzaichnus desjenigen, worauf an heut dato die F. D* erz- 
herzog Ferdinand zu Osterreich und der durchl. . . . herzog 
Wilhalm in Bayern in gegenwurt der F. D* erzherzogen Cark 
zu Osterreich in dem bewusten negocio religionis S. erzherzog 
Carls erblande Steyer, Kärnten und Krain betreffend ganz 
bruederlich, vetterlich und wolmainend geschlossen haben. 

Erstlieh, dass es bei denen taliter qualiter beschechnen 
concessionen kaineswegs bestehen ktinne noch milge, sondern 
dass die höchst unvermeidenliche notturfflt erfordern wolle, 
solche concessiones mit chister mllglichkait zwar nit offen- 
lich pei' contrariam revocationem, welches dann I. F. D* in 
mehr weg schwärlich fallen wurde, sed cum modis et formitj 
das ist, indirecte, ausser eines landtags, auch nit verbis sed 
ftzctis, item nit undcr ainsten und fulminanter sed pedetentim 
et gradatim zu annullieren und aufzuheben. Also zu versteen: 



37 

Das I. F. D* den ungehorsam in politischen Sachen, also 
aach die Usurpation I. F. D* hohaiten und regalien, als be- 
Stellung und Ordnung der druckereyen und dergleichen 
inen, den zwayen ständen, mit nichte gestatte, sondern solches 
alles auf mittl und weg, wie hernach zu vernemen ernstlich 
und bester mtiglichait nach obstelle. 

Item, das neben dem nichts mer zuegelassen oder ge- 
stattet werde, so ermelten concessionen in ihrem rechten 
verstandt zuwider, 

als da ist: das zuelaufFen der statt und markt zu irer, der 
zwayer stände, sectischen prädicanten sowol in denen vier auss- 
gezaigten stetten Grätz, Judenburg, Ciagenfurt und Laybach, 
als denen andern in gemain, weyl solches exercitium confes- 
sionis allain für die zwen stend und die irigen gemaint 
worden.^ 

Item, die unbeschaidenhait des ofFenlichcn, unverschambten 
scalierens I. F. D* religion auf offner canzl, inssgleichen das 
copulieren, kindertauffen und andere Usurpation der pfärr- 
lichen rechten, also auch ir angemasste unordenKche ver- 
mainte priesterweich und dan die erpauung neuer Sectischen 
kirchen, was auch sonsten des ungereimbten dings mehr sein 
möchte, alles emsts obzustellen. 

Auf welchen fall dan gar nit zu zweiflen, dass sy sich 
stark darwider setzen und ainichen gehorsam nit laisten werden 
wollen. 

Hergegen aber künncn I. F. D* also replicieren: Was- 
massen sy lautter vermerken, dass sy, die zween steende, 
I. F. D* wolgemainten concessionen wider den lauttem puech- 
staben derselben ires gefallens zu extendieren, von und aus 
derselben zu schreitten und under solchem schein nit allein die 
catholische religion zu underdrucken, sondern sich auch gar 
aus dem schuldigen gehorsam zu straiffen in yebung wären; 
weil aber solches aller gebür zuwider und ganz unleidenUch, 
auch allain von iren aufruerischen, unruebigen praedicanten und 
derselben aufwiglerischen lehr beer volgetc, wie dann I. F. D* 
sy, die zween stende, sonsten von natur und irem adeligen 



* Zwischen «(gemeint* und «gegeben worden* ist ein grosser Unterschied. 
Denen, welche an der Consultation Theil haben, ist offenbar die Schrau- 
xische Fassung der Pacification noch nicht bekannt. 



38 

geblüet beer vill aines andern gemüets erkenneten, dass sy 
demnach zu abschneidimg solches einreissenden geferlichen un- 
rotts auch inen, den stenden selbs, von besten wegen dieselben 
lenger nit zuesehen noch gedulden kündten, sondern bemelten 
iren aufrlierischen predicanten bey höchster I. F. D* ungnad 
und straflF auferlegt haben wollten, sich in ainer kurz be- 
stimbten zeit aus allen und jeden I. F. D* stetten und markten 
gewisslich zu heben und sich darin ferrer nit betretten zu 
lassen. 

Wann dann hierauf abermalen nit zu zweiflen, dass man 
sich alda ebenmässig starck darwider setzen und weniger als 
in dem vorigen gehorsamen werde wollen, so haben L F. D* als- 
dan umb so vil mehr ursach, sich darwider zu resentiem und 
sonderiich auf den religionsfriden zu dringen und sich des- 
selben nit weniger als andere reichsfiii-sten zu behelfen und 
also inen, den widerwärtigen noch nachners (sie) zuezusetzen. 

Wie dann auch durch solche gradation ermelte conces- 
sionen fein tacite et per indirectum absorbiert^ casnert und 
aufgebebt sein wurden. 

Auch I. F. D' mit grund und warhait nit ftlrgeworfen 
werden müge, als betten sy ir zuesagen nit gehalten, sondern 
vill mehrers das widerspill, dass nemblich sy, die gegenthail, 
selbs daraus gangen und demnach auch dissfalls ainicher 
ferrem assistenz der kaiserlichen und flirstlichen rätte gar 
unvonnötten sein. Und diss, sovil den modum revocandi 
antrifft. 

Volgen die mitl, so auf den fall des behörigen Unge- 
horsams und widerspennigkait zu gebrauchen sein 

mochten. 

1. Die Separation der stendt wo müglich hievor gerottner- 
massen furzunemen und die erstattung des abgangs auf der 
gränitzen aintweder durch ausbringung so vil darlehens auf 
interesse, wie im vorigen flirtrag angedeutet oder aber von der 
zwayer stände underthanen Steuer und dienstraichung selbs her- 
zunemen und die raichung derselben anderergestalt ernstlich 
zu verbietten. 

2. Ain erbainigung mit den benachbarten fursten, als der 
R. K. M*, erzherzog Ferdinanden und herzogen in Bayrn, wie 
etwo vor iam beschehen, in höchster still aufzurichten. Auch 



Salzburg mit ehister gelegenhait gleichfalls darein zu ziehen 
und darin die hulflich laistung lauter zu speeificieren, auch 
dieselb allain auf aines oder des andern fürsten ungehorsame 
underthanen reciproce hinc inde zu stellen. Dessgleichen zu 
beschluBs und aufrichtung derselben von yedwedern potentaten 
und fbrsten ainen oder zween vertrautiste rätte an ain gewiss 
ort und auf ain bestimbte zeit (so alles I. K. M* zu benennen 
haimbgestellt werden solle) aliud prcietendendo abzufertigen. 

3. Die B. H* durch den herm cardinalen von Trient umb 
ein stattliche hülf^ auch starkes darlehen mit ehistem zu be- 
grissen und derowegen ain vertraute person^ so aller Sachen 
gestaltsam zu berichten habe, zu ime^ herm cardinalen^ mit nott- 
wendigem credenzschreiben auch under ainem andern 
schein secretissime abzufertigen. 

4. In inmili den künig von Hispanien zu ersuechen. 

ö. Die Salzsteigerung hievor gerottnermassen zumal zu an- 
richtung nachvolgunder mitl nit zu underlassen. 

6. In die 100 cath. hartschier^ also auch in die 50 tra- 
banten zu bestellen. 

7. Die besatzung im haubtschloss Grätz mit mehrerm zu 
Sterken. 

8. Dem hofprofosen gleichfalls mehrere leut zu verordnen, 
damit man also sowol der trabanten, hartschier und ine pro- 
fosen im fall der nott wider ainen und den andern ungehor- 
samen gebrauchen müge. 

9. Sich mit munition und kriegrUstung, als ob man's allein 
wider den erbfeind gebrauchen wolle, zeitlich zu bewerben. 

10. Mit den auslendischen fUrsten, so in I. F. D* landen 
begüetct, dahin zu handien, dass sie ire ambter, so sy im land 
zu ersetzen haben, mit lauter catholischcn personen bestellen 
und die Sectischen alsbald abschaffen wollen. 

Volgcn die praeparatoria, so in alweg zu anrieht- und 
continuierung dises werks von nöten. 

1. Dass I. F. D* sich umb cath. rätte, bevorab in dem ge- 
haimcn ratt, bewerbe und die, so ex professo sectisch oder 
sonsten nit lötig, mit bester und ehister gelegenhait hin- 
wegthue. 

2. Dass Tyrol und Bayern hiezu sovil müglich vorholfen 
sein wöUen. 



40 

3. Etlich junge leut^ so gestadiert und mit der zeit ad 
gubemacula reipuhlicae tauglich sein möchten^ zeitlich zu be- 
stellen und inen järlich, bis sy ain merers in praxi auch den 
landsbrauchen erfaren, ain zuepuess oder hüllf zu raichen. 

4. Auf die erzüglung etlicher catholischer landleut in alweg 
bedacht zu sein, welches dann also beschehen möchte, da 
I. F. D* die catholischen vor andern zu dero ambtem be- 
fürderten, dieselben auch sonsten mehrers als die andern mit 
gnaden bedächten. 

5. Die ordinarios vermitelst der B. H* aufzumuntern und 
dass sy ire district ordenlich visitiern und reformiern, auch 
allenthalben woll qualificiertc erzbriester voriger andeuttung 
nach bestellen und neben dem allen die aeminaria vermüg 
des Trienterischen concilii mit ehistem aufrichten. 

6. Das der K. M* vorhabendes werk in Wien, wo es mit 
ehistem seinen glücklichen fortgang (wie man zu Gott hofft) 
erraicht, hochermelter I. F. D* crzherzogen Ferdinanden und 
F. D* in Bayern sonderbares beschechnes mündliches erbieten, 
dass sy nemblich auf den fall der nott I. F. D* erzherzog Carlen 
nit lassen, sondern ires thails iro ganz brüederUch und vetter- 
lich zuesetzen wollen: Dises I. F. D* vorhabendes werch nit 
wenig facilitieren solle. 

Cautela in omnem eventum, 

Dass I. F. D* sich mit ehistem bei der B. H* umb abso- 
lution bewerben wolle, damit sy also in irem gewissen ruebiger 
sein müge, auch alles anders hernach desto glücklichem fort- 
gang habe. 

Actum Mtinichen den 14. Octobris anno 1579. 

In dorso: Beschluss vorgeunder consultation beschechen 
und abgehört den 14. Octobris im 1579. iar. 



41 

in. 

Die ersten Massregeln Im Sinne der pSpstllchen Wei- 
sungen und der Mfinehner Conferenzen. (Ausweisungen 
der protestantischen Herren und Landleute aus &Qrz. 
Beginn der €tegenreformation in StSdten und MSrkten. 
Die Bficliercensur. Die Ausweisung Eratzer^s.) 

12. 

Des Landeshauptmanns Grafen Georg von Thurn mündlicher 
Vortrag. Die F. D' hat von Venedig Kundschaft erhalten und 
dtenso von dem Patriarchen von Aquüeja, dctss sich sectische 
Leute und neue Evangelische in der Grafschaft Götz einschleichen. 
Dem muss gesteuert werden; keine andere als die allein selig- 
machende katholische Lehre darf hinfort geduldet werden. Die 
Lutherischeti sind stracks aus dem Lande zu weisen. Sollte die 
F. D* dies nicht thun, so wären der Papst u/nd Venedig bemüssigt, 
einzuschreiten und die Grafschaft Götz mit Krieg zu überziehen, 
Götz, 1579 Februar 2. 

(L.-A., Prot.-A.) 

13. 

Ändreen von Atthenis (sie) Religionsbekenntniss an den Grafen 
von Thum, Auf l, f Befehl vor Thurn gefordert, der die Pro- 
testanten aus dem Lande zu schaffen habe, erwidert Attems, man 
werde sich erinnern, was 1574 in Religionssachen und nament- 
lich der Communion wegen geschehen sei. Es haben damals die 
vom Adel in dieser Grafschaft erklärt, dass sie der A, C, an- 
gehören, 1675 wurde ihm eine Lvitruction gegeben, sich zu er- 
klären, welcher Religion er sei. Er gehöre der A, C, von Jugend 
auf an, habe Niemanden perturbirt, habe nicht disputirt wad keine 
Conventikel gehalten, er hoffe, der L, F, werde ihn in seinem 
Gewissen nicht bedrängen. Das Exil verdiene er, der dem Hause 
Oesterrejch durch 36 Jahre treu gedient habe, nicht. In Ufigarn 
habe er gegen den Erbfeifid, in Balien gegen den König von 
Frankreich sein Leben gewagt. Es schmerze ihn, nun so be- 
handelt zu werden, Götz, 1579 März 12, 

(L.-A., Prot.-A.) 



42 

14. 

Antwort etlicher Landleute auf des Grafe^i Vortrcy (s. oben 
Nr, 12), Leonhard von Orcjzan, Erasmus von Domberg, Fried- 
rich ran Orczan und Posch von Vigaun erklären, der A, C. anzu- 
gehöreyi; sie hoffen, deswegen nicht exiliert zu iverden, denn sie seien 
getreue Unterthanen des Hauses OeMerreich und mit denen vom 
Adel ,ganz gehorsamlich einverstanden', Görz, 1579 März 25. 

(L..A., Prot.-A.) 

15. 

Erzherzog Karl an die von Fürstenfeld: Befehl, die in ihrer 

Verwahrung gehaltenen Kleinodien der PfarrkircJw nebst Inventar 

dem Pfarrer auszuliefern wnd sich aller Neuerungen in ReHgians- 

Sachen zu enthalten. Graz, 1579 Aprü 11.^ 

(Cop., L.-A., Ref. Fürslenfeld.) 

16. 

Befehl Erzherzog Karls an die in Graz anwesenden Krainer 
Abgesandten: Ihrer Bitte, die Einstellung des Beligiofisexercitii 
,bei etlichen Prädicanten in Krain' (Krainburg und Radmanns- 
dorff) aufzuheben, könne nicht tviUfahrt werden, 1579 Aprü 21. 

(Cop., L.-A., Rel. Krain.) 

... I. F. D* haben solches anbringen nach lengs angehört 
und verstanden, könden sieh aber nit erindern, dass sie iro 
E. E. L. zweyen stenden von herrn und ritterschaft in ange- 
deutem exercitio irer religion der fürgeloflfenen Pruggerischen 
pacification zuwider ichtes fürgenommen oder bevolhen; dass 
sie aber denen von Crainburg und Radmanstorff hinaus 
für die statt zu lauffcn und frembde predicanten zu besuchen 
verpotten, ist solches in crafft des bewüssten Vorbehalts in un- 



* Richter, Rath und Gemeinde senden sofort ,ein hocbnothwendig'es An- 
rufen an die Verordneten' in Graz um Unterstützung, und die in Land- 
und Hofrechten versammelten Herren richten deshalb am 14. April (im 
Concept auf den 12., dann auf den 11. zurückdatiert) eine Bittschrift an 
den Erzherzog, dies gegen die Pacification gerichtete Verfahren abzu- 
stellen. Karl lehnt dies ab. S. über diesen Gegenstand unten Nr. 18 
snm 7. Mai 1079. 



43 



fueglich beschehen. Welclior dann unter anderm lautter ver- 
mag, dass I. F. D' der religion disposition in derselben stetten 
und märkhten^ auch aigenthiimbliehen herrschaften allerdings 
allain zuestehe und gebüre, mit disem verrern ausdruck- 
Ecben zuesatz, dass ermelte stett und inärkt sich insonderheit 
der frembdeD predieanten, so der alten eatholischen religion 
ra wider, gänißlich enthalten sollen, aber sonöten gleich wol nit 
bedacht seien, ainen oder den andern durch ernstliche benöti- 
gong zu diser oder jener religion in seinem gewissen bedrangen 
oder besch wären zu lassen. Wie inin L F. I> von diser gn. 
toleranz und zuelassung wegen der burgerschaft oder den 
andern iren underthanen die auslaufung und besuehung frerab- 
der predicanten nit gestatten könden, aU wurde auch solches 
(wo ea gestattet) anders nielit als aines und des andern thails 
religionsvenvandten verpottne abpracticierung mit sich ziehen 
und letztlich allerhandt besorgender missverstandt und unrath 
daraua volgen, des gn. Versehens, weil I. F. D* mit dem, dass 
qr den herrn und landleuten aus sondern gnaden, auf ir so 
fftarkes beharrliches. anhalten, allberait auf zill und mass, wie 
in der pacitication begriffen, nachgesehen, ir chriatlicheB ge- 
vriBften mt wenig beschwert haben, aueh de ro wegen aller lay 
anhören müssen und je weiter zu beschweren gar nit wissen, 
da ir halt darauf stüende, was iro der alniechtig gott immer 
zneaenden möchte. Dass demnach ermelte E. K. L. die Sachen 
umbalendigUch bedenken^ dieaelb in geblirlichen zimbliehen ter- 
minis bleiben lassen und endlich an dem nachsehen, dass 
LF- D* inen, wie obbemelt, bishero go. gethan, dankbarlich be- 
n&egig »ein und also beschlüsslich L F. D* in derselben stetten, 
n^ürkten und andern aigenthumbüchen herrschaften, wie sie es 
in dem irigen haben wollen, weder directen noch indirecteu 
den wenigisten eintrag thuen, sondern L F. Ü* daselbs so wol 
dfir religion als anderer Sachen gantzhche disposition lassen und 
iro dis£eüls in summa weiter nichts zumuthen, das ir christ- 
lichem gewissen perturbieren oder alterieren möchte, inmassen 
ich dann auch L F. D^ des an haubtmann zu S. Veit am 
Phlatiinb iro der laud tschaft predicanten Matheseu Sititachens 
einxiehung halben ausgaugnen bevelch nit zu ©rindern wissen. 
Utneben sein und bleiben . . , 

Decrntum per archiducem 21. Aprilis anno 79. 

P. Wanzl 




44 



17. 



Jonas von Wüfersdorff an die Verordneten : Bitte, den Rotten- 

meister Dominicus Messoi, der neben dem Pfarrer ein besonderer 

Feind der A. C. und auch sonst ein unbrauchbarer Mensch sei, 

abschaffen zu lassen. Fürsten feld, 1579 Aprü 24, 

(L.-A , Prot.-A. 1579.) 

Wolgebome . . . Wasmassen uns alhie der almechtige gott 
strafft;^ indem er sein hl. evangelium zu alle dem, dass sonsten 
armetey alhie genug, uns entzeucht und anstatt desselben die 
schandtliche abgötterey der mess der leidige satan uns begert 
durch seine glidtmassen einzuräumen, das tragen E. Q. leider 
gott erbarms sunder zweifei gut wissen. Welcher übelgedachter 
abgötterey, in dem ich sarabt richter und rath alhie aus christ- 
lichem eyffer (wie ich dann nun ein zeit lang in meiner 
behausung den vertribncn unsern prädicanten predig 
und communion halten lass) beger zu steuren und zu 
wehren, muss ich mich allerlay Verunglimpfung gegen meinem 
gn. herm besorgen. Wie dann der papistisch pfarrer, so her- 
kommen, nicht allein von im selber zu solchem abgefiihrt und 
meisterlich (sie) ging, sondern auch nur vil wider die evange- 
lischen zu verfaren und gen hoflf zu bringen, bisweilen sein heilig- 
keit an nagl hengt, die wirtsheuser als guter zechbruder besucht 
und an sich hengt gesellen, die solcher seiner fast nicht un- 
gleich. Aus welcher schar ein sonderKcher rädlfüerer (dewegen 
ich am meisten E. G. schreiben thue) einer alhie mit namen 
Dominicus Messei, welcher wie die gemain sag lautet (als 
es dann seiner kuchellatein nach gar glaubwürdig) aus einem 
kloster entsprungen und noch bei uns halbpfafF genannt wird, 
welcher sambt der andern papistischen rott so vil angewiffelt 
und gespunnen und dem herrn Präsidenten der n. ö. camer 
h. Cohen zl in seinem jungst alhie sein in obren gelegen, die 
kirchen visitirt, dass also kürzlich zu melden allerlai zu be- 
sorgen. 

Weil dann E. G. dem lieben evangelio nicht allein zue- 
gethan sondern solchs zu unserer nachkumbling, umb die es 
am meisten zii thuen, fortzupflanzen, jederzeit aus treuherzigem 
gemüet mit allem vermügen befllrdert, langt hierauf an E. G. 
mein sonder fleissig schuldig ansynnen und bitten, die wollen 
noch 80 vil darob sein und gedachten Messei, so bei dem 



45 

gebeü alhie rottmaister, der ohn das vorgemelte stuck der re- 
L'gion ein unnützer mensch, auch vil (mit reverenz zu schreiben) 
mit Zauberleuten zu thuen, von dem alhie gebeu durch gelegen- 
heit fUr sich selbs oder mir befehl geben, abzuschaffen, dann 
man seines gleichen allezeit besser rottmaister findt. Fürsten- 
feldt den 24. tag Aprilis anno im 79*«°. 

E. Q. dienstgeflissener 

Jonas von Wilfersdorff. 

Resolution in margine vom 28. April: Mesei soll ausge- 
schaffl; werden, doch so, dass es nicht der Religion wegen ge- 
schehen sei. 

18. 

Auf die Beschtcerde der l. Verordneten, dass die Abschaffung des 
Prädieanten ai$s Fürstenfeld der Brucker Zusage des Landes- 
fursten tciderspreche, erklärt dieser: die Zusa^gen in Brück be- 
treffen nur die Herren und Ritter, Die Disposition in Städten 
und Märkten habe er sich vorbehalten, (0, 0.) 1579 Mai 7, 

(Orig., L.-A., Ref. Füretenfeld.) 

Von der P. D* . . . N. E. E. L. verordenten alhie auf ir 
bey I. F. D* des ausgeschafften predicantens zu Fürstenfeldt 
halben gethones gehorsames anbringen anzuzeigen: I. F. D* 
haben daraus nach lengs angehört und verstanden, als sollte ir 
der herrn verordenten erachtens, gedachtes predicantens aus- 
schaffung denen zwischen I. F. D* und E. E. L. hievor fui^e- 
loffhen pacificationshandlungen und sonderlich I. F. D* jüngst 
zu Prugg gethanen mündtlichen erclärung zuwider beschehen 
und flirgenommen sein worden, in welchen sich L F. D* dahin er- 
botten haben sollen: an denen orten, da bishero die christ- 
liche predicanten der A. C. gemäss gelert und gottes 
wort verkündiget, (sie) unvertriben bleiben zu lassen. 
Nun wissen I. F. D* sich angezogner irer mündlichen erclärung 
gn. gleichwoU, aber gar nit zu erindern, dass sy also indiffe- 
renter und in gemain beschechen seye, sondern I. F. D* haben 
iro damallen zu Prugg, wie auch hievor ycderzeit die dispo- 
sition des religionwesens in derselben stetten, märkhten und 
aigenthumblichen herrschaften allerdings lautter vorbehalten und 



46 

von denen selben allain den zwayen ständen von herrn und 
ritterschaft zu irer religions exercitio vier statt eingeraumbt 
Bey solchem lautern vorbehält lassen es I. F. D* nochmalen ftLr 
allezeit verbleiben und gedenken darvon nit zu weichen, sondern 
es in alweg also zu erhalten, wie dann auch I. F. D* von dises 
ausgedruckten Vorbehalts wegen dem herrn Furio nit unbillich 
bevolhen, ehebenanten predicanten von Fürstenfeldt wegzu- 
schaflFen, wiewoU er solches als lehensherr der pfarren daselbs 
für sich selbs mit guetem fueg thuen und iUi*nemen mügen des 
gn. Versehens, sy, herrn verordenten, es gleichfalls hiebei be- 
ruehen lassen und bedacht sein werden, I. F. D* mit derlay an- 
bringen hinfUro zu verschonen und sich in disem fall I. F. D* 
stett und märkht weiter nit anzunemen oder iro darwider, an- 
geregter vorbehaltnen disposition zuwider, ainiche mass oder 
Ordnung zu geben. Welches . . . 

Decretum per archiducem 

P. Wantzl. 7 May anno 79. 

19. 

Erzherzog Karl an den Vertvaltcr zu Götz: Da er entschlossen 
sei, keine andere als die allein seligmachende katholische Rdigiün 
in Götz zu dulden, hcbben Andreas von Attems, Scipio Fermentin, 
Leonhard und Friedrich von Orczan, Erasmus voti Dornberg, 
Bartlme Posch und Gregor Comär binnen Monatsfrist das Land 
zu meiden. Fermentin habe auch den Hof zu meiden. Der Erz- 
herzog gedenke, in Zukunft ohne aUe Verschonung gegen nicht- 
katfiolisdw Personen vorzugelum. Der Erzpriester sei atigewiesen, 
auf die Sectischen gute Achtung zu haben uivd sie auszuweisen. 
Sectisclie Dienstleute sind durch kutheliscJie zu ersetzen. Graz, 

1579 Mai S. 

• 

(Gleichzeitige Cop., L.-A., Prot-A.) 



20. 

Die im Krainer Hofthaiding versammelten drei Stände der Herren, 
Ritter und Städte und Märkte an die steirische Landschaft: die 
F. D' habe den Prädicanten Bartholomäus Knäpfl zu Krain- 
burg, der über 11 Jahre daselbst und in Egk bei Krainburg das 
Wart Gottes rein gepredigt, und den berühmten Medicus Mai- 



47 



thntiS Gentilis himvegsch äffen loHset*. Sie theilen ihnru du'se 
der Brueker Paeiftcfitioit zumderlaufmrhm Besch werden mit, 
Laibarh, 1579 Mai 14,' 

(Orier. mit'li* Fiiifirp^lrüoktf^n Siegeln. L -A., FEef. Kraiii.) 

21. 

trzhersog Karl an den Verwalter su Görz: tat mif meiner Vcr- 
'firMung (hetreffetid die Ausm^hutig dt^r Sectmhen) wohl ^u- 
frühen, &rajs!, 1579 Juni 11. 

(L.-A., Ref. KrÄiii.) 

Andreas ron Aitem.% Scipio Fn-merttin, Friedrich vmi Oresmi^ 
Erasmus von Dornherg, B. Posch mid (Tregor Comär erMären, 
sie hätten weder einen Prädieanif'H ins Land geßhrt, noch eitw 
Kirche gebaut, noch in Glauhtmssaehen dispHtiert, Niemanden ge- 
hmäht, auch nichf. wie nmn iikkisehef Weise sie heschiddige, 
mventikd gehaUen: sie bitten daher, den Befehl rom 8. Mai 
wiederum aufzuheben. GörsSj 1579 Juni SO. 

(Orig,, L.-A., ProL'A.») 



* Die flteiii§ciie Landitubafi aiihvortot darauf (ebenda) am 28 Juni : Di<? 
von Kraiu haben Recht daran leretJian, sich rechtzeitig bei den Nachbarn 
um Hilfe uinstnaehen. Man müsse gewahranm vorgehen. Das Heste vväre^ 
daas die hun Krain und Kärnten ihren Gesandten, die a'ie ,zu der Lande 
Raitungen* hioher verordnen, Vollmacht g^eben^ hierin »u handehi. Da 
sich diese Antwort der ateirischeTi JStKude so lan^e hiiiausge»cht>hen halte, 
IK» sandten die von Krain am 12. Jtrtil «?in 2vveit«A »Schreiben nach nnd 
baten« das« mau ihnen ,in Kraft der getroffeneo Relig-ionÄvergleichnng* 
ihr Gutachtetj schriftlich nüttheile. Ziira GegenKtande «. Dimitz, Ge- 
Mchtchte Krain» III, 72 — 76. Beziiglicli dea Gentilia ebenda 8. 77, 

' Uieber gehört noch ein ActenatUck ans dte^^em Jabre : .Landleut, Diener 
und Ünterthanen in der Grafschaft Göra, der A, C. verwandt^ an 8. D^r 
Der Erzherzog von der P. ll\ dem König von Hpanien, dtsn wälschen 
Fürsten« jionderii<;h von den Venedigerui diu ihrerfielis alle van dem Patri- 
archen von Agiei unterrichtet worden seien, ermahait, das.s die Luthe- 
rische Beete in Q^tm um i»ich greife und nach Italien vordringe, habe 
dem Lande^haupt manne Georg von Tlturn befohlen« die NichtkathoLiacben 
absoncliaSen, wozu er auch von den geistlichen Fürsten im Reiclie er- 
muntert worden »ei. Weil wir nnn bei nnserer Keli|rinn verbleiben 
wollen, ist im» befehteu, binnen Monatsfrist abzuziehen. Wir bitten, bei 



M 



48 

23. 

Die Verordneten von Krain an die von Steiermark: Die Rdigians- 
beschwerden mehren sich zuwider der Brucker Pacification, Neue 
Beschwerden der Krainhurger. Der Richter und drei Mit- 
bürger sind na^h Graz citiert, sich dort vor den Hofvicekanzler 
Schranz zu stellen. ,Bitte, diesen guten, ehrlichen Leuten, unseren 
Glaubensgenossen, rathsam zu erscheinen und sie zu beßrdem, 
bis die Sache durch die Landschaft selbst an die F. D* gdangt/ 
Laibach, 1579 Juli 24. 

(Orig., 2 Siegeln aufgedrückt. L.-A., Rel.-A. Krain.») 

24. 

Die steirische Landschaft an die sechs Görzer Exulanten. Mit- 
leid. Das liebe Gotteswort bringt aUem<il ein solches Kreuz mit 
sich. Hoffentlich werden sie in Geduld ausharren. Graz, 1579 

August 1. 

(L.-A., Prot.-A.) 

25. 

Leonhard von Orczan an den Erzherzog: Man möge iÄn in 
seiner Heimat lassen; tvenn nicht in Görz selbst, so doch wenig- 
stens ausserhalb der Stadt auf seinen Höfen und Gründen. 
1579 August 10. 

Antwort: Die F. D* lassen es bei ihrem früheren Be- 
scheide bleiben. Was den Termin betrifft, werde noch dem 
Verwalter in Görz geschrieben werden. 

(L.-A., Prot.-A.) 

der Treue, die wir dem Hause Oesterreich erwiesen, uns in der Heimat 
zu lassen.* (Ebenda.) 
» Am 28. August sandten die steirischen Verordneten an die von Krain 
ein Schreiben, sie machten für den 7. September Gesandte mit einer In- 
struction nach Graz abfertigen, damit die Religionsbeschwerden gemeinsam 
überreicht werden können. Die Krainer antworten am 30., sie wären 
bereit, den Wünschen der Steirer nachzukommen, indess ein 1. f. Befehl 
vom 17. August verbiete den Laibachern, wegen der daselbst herrschen- 
den Infection die Stadt zu verlassen und nach Graz zu kommen. Da 
überdies der Erzherzog demnächst (15. September) nach Bayern ver- 



49 

26. 

Die Landschaft von Görz, der A. C. zugethan, an du van Steter- 
mark: Das Schreiben vom 1. d. M. Jiabe sie empfangen. Sie 
danke ßr das Mitleid. Man tvolle das Kreuz tragen und die 
mü uns armeti Görzern begonnene Verfolgung dem Allmächtigen 
überlassen. Orczan habe (am Hofe) nichts Fruchtbarlitlies aus- 
gerichtet. Weil die Herren von Steiermark, Kärnten und Krain 
demnächst in causa rdigionis zusammenkommen, so möge auch 
unser nicht vergessen werden. Görz, 1579 August 31. ' 

(L.-A., Prot.-A.) 

27. 

Erzherzog Karl an die steiriscJ^en Verordneten: Befehl, den mein- 
eidigen, abtrünnigen Priester Küian Freymiiller, der sicA in dem 
Stifte aufhauen sott, unverzüglich dem Hofprofosen auszuliefern. 
Graz, 1579 December 21. 

(Orig., L.-A., Ref. Person.) 

Freymüller war katholischer Pfarrer zu Vellach. ,Da ich/ 
schreibt er, ,zu allen Zeiten einen herzlichen Abscheu an der 
Pfaffen ärgerlichem Leben und ihrer grossen Unzucht getragen, 
hab' ich mich wegen grosser Hauswirtschaft in den ehelichen 
Stand begeben.' Da erschien der Erzpriester von Gmündt und 
forderte ihn auf, die Frau von sich zu thun : ,ecclesia catholica 
concessit habere concubinaSj non uxores.^ Als Freymüller sich 
weigerte, wurde er abgesetzt und in Wien, wo er seine Wieder- 
einsetzung betrieb, ,im Bischofshof an Ketten an eine Wand 
gelegt^ seine Frau sechs Wochen in das St. Jakobskloster ge- 
geben. Seit jener Zeit habe er dem Worte Gottes fleissig nach- 
geforscht und denke nun, sich zur Augsburger Confession zu 
begeben. Er bittet die Landschaft (25. December) um einen 
Verlag nach Tübingen. Die Landschaft meldete gegen Hof: 
,Freymüller, gewarnt, dass man ihm nachstelle, da man gestern 
(28. December) zwei Jesuiten im Stift gesehen, hat seinen Weg 



reiBe, 8o würde es sich empfehlen, mit den Beschwerden bU zu seiner 
Zurückkunft zn warten. (Beide StUcke im steierm. L.-A.) lieber die 
Beschwerden der Krain ej; im Landtage 1579 s. Dimitz III, 79. 

> 8. hierüber auch Dimitz III, 78—79. 

reBt«s. n.Abth. Bd.L. 4 



50 

hinweg genommen/ Sie bittet, bei der Paeification gelassen zu 
werden. Aus einem Schreiben der Verordneten an Andre 
Praunfalk erfilhrt man, dass Freymüller von Jugend auf bei 
den Jesuiten gewesen. Er habe hier im Stifte eine ,christliche 
Revocation thun wollen' und ziehe nun gegen Tübingen. Er 
erhielt 50 Gulden mit auf den Weg und eine Empfehlung an 
die theologische Facultät in Tübingen. Dort studierte er auf 
Kosten der Landschaft. Eine Empfehlung für ihn ward auch an 
den Herzog Ludwig von Wttrtemberg abgesandt (28. December). 

28. 

Entwurf des Decrets des Lafidesfürsten an die l, f. Städte und 
Märkte bezüglich ihres Verhältnis in den kirchlichen Angelegen- 
heiten: Sie miissten sich des Exercitiums A, C. in den betreffen- 
den Kirchen in Grass und Judenburg enthalten. 1580. (Vid- 
leicht schon in München festgestellt October 1579.) 
(H.- H.- u. 8t..A.) 

Ser™^ dominus archidux nihil addubitat, N. consuli, iudici 
ac senatui huius suae civitatis optime constare, S. Ser**" ab 
initio sui regiminis in omnibus publicis tractationibus religionis 
ipsius oixmimodam dispositionem in suis civitatibus, oppidis et 
propriis dominus expressc et liquido sibi semper reservasse, 
dempto eo, quod Sua Ser*" hac in parte hie in Gratz et su- 
perius in Judenburgh baronibus ac nobilibus ipsis una cum 
illis qui eorum sunt iuris ^ tandem indulsit. Cum igitur id 
S. Ser** vigorc sacri imperii constitucionum sine omni contro- 
versia facere licuerit suaque Ser*" negotii confectionem salva 
conscientia amplius differre non possit: ideo S. Ser*" eam rem 
ipsi consuli, iudici et senatui hisce clementer significare et eis 
simul serio ac pro ea fide, qua S. Ser** obstricti sunt, praeci- 
piendo mandare voluit, ut non solum ipsi ac eorum familiäres 
deinceps ab ipsorum baronum et nobilium ecclesia seu religionis 
exercitio plane abstineant sed id etiam reliquis civibus ac eorum 
familiaribus serio inhibeant, si et in quantum S. Ser^" jndigna- 
tionem et gravissimam animadvei^sionem incurrere voluerint; 
quod ut CO facilius praestare possint, S. Ser*" harum serie cle- 

' Selbst hier sind noch die Unterthanen des Herren- und Ritterstandes 



51 



menter protitetiir, se ülos ac eos, qui eoriim sunt potestatis^ 
alias in conseienciis ipsoruai iion gravatunim sed pociua eos 
omni benigDitate ac mansuetudine complexurum esse. Hec est 
S, Ser**' seria et oiiinimoda vüluntas. 

In doTio H,: Decretura principis in oiateria religionia 
eiviUus et popiikribus directum. 

29. 

Lß/Areiben des Jesuitetiprovineiah Ilmirkh BJys^nn an den Gi*- 
ffwtral P. Efierhard Mercurimtus nh^r dm Verlauf dt'S Jämtfr- 
hmOages 1580. ErMürung der Stände, nicht zu dm Vcrhand' 
hmffen gu greifen, bevor nicht ihre Rrlf(jiousbe!;chwerde7i erledigt 
mm. Vorladung des Lavdtages. Tadel durek den Erzherzog. 
Die Stf'inde nwgeti nicht deni aUgenicinen WoMe dm private vor- 
stehen. Gras, 1580 Januar 24(9). 
^^^ (IL- H.- ti. St.-A.) 

^ Summa dietae Stiriae habitae 24, Januarii 1580 inter serenissi- 
mum archiducem Carolum et proTinciales. 

Dieta indicta fiiit Graetzii pro subsidio contra Turcam, 
Quae res cum valde neeessaria esset nee moram pateretur, 
petiit Ser*** S. a provincialrbiis, nt si quae alia foiie negotia 
haberentj ea in aliud commodius tempus diffeiTent nee cum bac 
propositionc de subsidio Turcico coiifunderent, ne tempus longius 
neu sine aperto periculo extralieretun Verum Ser*"^ S. longe 
atiter evenire sensit. Nam loco responsionis ad dictam propo- 
sitionem principalem provinciales statim ab initio re%ionis et 
lüia quaedam particularia negotia moverunt, comminando, nisi 
8er*** S, ipsis in iis primum satisfaceretj quod nihil ad propo- 
sitionem principalem responsuri essent. Quae contumax responsio 
etsi merito potuisset Ser*^"* S. movere ad procedendum rigide, 
nialuil tarnen adliuc benigniorem viam sequi atque sie iterum 
eos pateme adinonuit, ut inteodere vellent potissimum propo- 
sitioni, propter quam dieta indicta essetj promittendo se tinitis 
comitiis de alüs, quae vellent, acturum et, quacunque ratiuiie 
posset, eontentaturum ipsos. Verum ne sie quidem profuit. Ex- 
pressiv enim verbis et in seriptis respondcnmt^ ita cos decre- 
▼isee^ ut primo loco %adlent sua gravamiua expediri, antequam 

4» 




52 

de propositione principali ageretur. Quare Ser^ S. animad- 
vertens eorum contumaciam in dies augeri sibique tamquam 
principi provinciali^ id minime ferendum existimans iussit eos 
personaliter in castro coram sc comparere ibique hunc in modum 
per cancellarium suum ^ iis exponi iussit, Ser^™ S. nunquam tale 
quicquam a suis expectasse, cum haec res directe sit contra 
fidelitatem ab ipsis debitam et contra bonum publicum, maxime 
cum praetensa gravamina pro maiori parte essent particularia 
et privata. Respicerent exemplum Austriacorum subditorum 
C. W^% qui etsi plus causae allegare potuissent ob eiectionem 
Opitii ex civitate Vicnnae, in sequentibus comitiis sine ulla 
confusione aliorum negociorum et comminatione ita, uti bonos 
subditos decet, subsidia postulata praestiterunt. Rem ipsam 
prodere ipsorum iniquitatem, utpotc qui difKdentes se posse 
aliquid efficere procedendo directo obliquas et indirectas vias 
tentarent. Qui modus agcndi omnino tolerari nequeat, cum 
ea ratione imperatoribus et regibus coronae et sceptra extor- 
queri possent, Ser*®"* S. non spectare in hac dieta commodum 
privatum sed publicum universorum videlicet praesidium et se- 
curitatem patriae. In summa scirent, etsi Ser*~* S. diu multum- 
que dissimulaverit et patienter tulerit, tamen non passuram in 
posterum eiusmodi contumaciam et apertam rebellionem nee 
defuturum (sie) media ad coercendum rebelies. Iterum monendo, 
ut mature resipiscerent et secundum officium eorum proposi- 
tionem principalem aggrederentur. Ad haec necdum responsum 
erat, sed expectabatur in dies eorum resolutio.* 

In dorso: Summa actorum dietae Stiriae die 24. Ja- 
nuarii 1580. 



^ Ihm als Landesftirsteti. 

* Wolfgfang Schranz. 

' Die 1. f. Propositiuii wurde am 11. Januar verlesen. Interessant ist die 
Einleitung: Der Erzherzog hätte gern gesehen, wenn ,die fertig^ (d. h. die 
vorigjährige) Landtagsbewilligung auf mehrere, als wie beschehen nur 
auf ain iar, begertermassen gerichtet und dises sonderlichen dar- 
umben, damit man selbigen fahls des öftern landtaghaltens desto mehr 
überhebt sein und darunter fürnemblich, ihr, E. E. L. selbs, verschonen 
mügen*. Er verlangt aucli ,zu gedachter gfar abwendung, auch der 
Windischen granitzen und dises landts Versicherung, wo nit drew, doch 
zum wenigisten zway jar hinurab 274.102 fl.' . . . Die Antwort der 
Landschaft auf die Propo.sition Hess bis zum 1. Februar auf sich warten. 
L. H., Bd. 33, fol. 28. Der Landtagsschluss war erst Ende Februar. 



30. 



Besdution dm Erzh^zog» wvgm der gdstlidien Imiam und der 
Jierecldutig dtr Gcidlichm : Dir Lamhrhaff mikje sich f/enau an 
die Artikel der Lundrecldsreförmation halten, dass die Gei^Ükh' 
keit in ihren Hechten vor Allrm bpßrdtrt werde, Graz, J580 

Februar 23. 
(Beilage xnr Raiolutioii de.» Erzbersog^ vom 2L März 1584. L.-A., L.-A., C<jp,) 

Von der F, D* . . . N. E. K L- alhie auf den bericht, so 
sy L F. D* der geistltchen Instanz und ihrer is^neten berechtung 
halber^ welche L F. D* ftlr die n. ü, re^iorung zu remittiern 
begem, vom 6, dits übergeben , anzuzaigen, weil sy ye so hohe 
bedeüken und sonderlieh die landtshandtvest, freyheiten und 
alle gebreneh und gewonheiten darwtder anziehen und sy da- 
bey handzuhaben bitten, so lassen es I. F. D* dits orts gleich- 
wol allerdings bey dem alten herkomen verbleiben, doch wellen 
sie sich unzweifenHch versehen, auch E. E. L. hie mit gn. er- 
suecht und Vermont haben^ nachdem in der landtsreehtsrefor- 
tnation lautter begriffen^ dass die geistlichen in iren rechten 
vor andern beftlrdert werden sollen, dass sy, E. E. L., verfliegen 
und darob sein wolle, damit solchem artikl wirklich nachgesetzt 
und also die geistlichen vor nachthail und schaden, so inen 
durch langwieriges rechten ervolgen milchte, so vil immer müg- 
lieh, verhüetet werden. An dem beschicht I. F. D^ gnediger 
willen und meinung , , . 

Decretum per archiducem 23. Febr. anno 80- * 



In den Landt3ig;«raihach]%en (Landtag»be»cbltlB8eD) tindet sich (k4 05) 
«sine iLuf die lange Yerzi^geran^ Beisug' nehmende Btelle. ^^^^^^^i"' 
Artikel: NÄebdeni die bschwärartiül von der F, D^ nit demjasseu 
erledigt, darin E. E, L. content und Kufriden bette ^ein miigeiii und 
siinderHcfaeu, dass L F. D*^ mündtlleh vertnelt: man reiiUcier gleich 
oder halte verrer au, wie man welle» so küone 1. F. D* weiter 
nit ^een, es werde Ira iinch kein erticher mnn nit rüthen, ist beratb- 
■cblii^*: durch einen Anf^si^litnaM mit d«n ^[^ebeimeti Rjlthen &u vor- 
bAndehi, worauf e« am iS.Febrmti" /Äur Vergleicbunjt^ eiueg Concept«* kam. 
* Die« Decret lindet müh auch in den L. H^, toi, 91b, am Kande ein- 
kernigen. Daxu in den Rathschlügen fo%ende Bemerkung: , Nachdem 
eben di«e matori im Iwndtag de» 7V*^ iars E, E, h. furkumen, darauf 
aticb eiu ausfrterliebe eutÄchuldigurig der F. D^ geh. uherraicht, bey 
welober ea, wie auch von alters hero und besonder» vermilg E. E. L, 
ft*eyhiittn bliben, da« demnach die füniämhiMtftu argnment au» jetutge- 




54 

31. 

Erzherzog Karl an die Verordneten von Steiermark: Befehl, den 

Kirchenbau in Sachsenfeld bei CUM einzustellen. 1580 März 22. 

(Cop., L.-A., Ref. Scharfenau.) 

Am 29. März erfolgt ein zweiter Befehl mit dem Bemerken, 
der Erzherzog erinnere sich keiner Specialtractation, womach 
dieser Bau bewilligt worden sei. Weitere Befehle ergehen am 
29. März, 22. AprU, 4. Juli 1580, 26. Juli, 28. September, 9. Oc- 
tober, 12. November, 6. December, 13. December 1585, 17. Jidi, 
27. Juli, 6. August 1586, 28. Juni 1587. 

32. 

Erzlierzog Karl an die Bewohner von Radmannsdorf: BefeU, 
sich alles sectiscJien Wesens zu entltalten. Verbot, den protestan- 
tischen Predigten zu Vigoun beizuwohneti. Graz, 1580 März 22. 

(L.-A., Rel.-A. Krain.) 

Carl . . . Wassmassen wir euch hievor des Sectischen 
Wesens enthaltung und sonderlich der predigen zu Vigaum (sie) 
underlass- und Vermeidung ernstlich untersagt und verbotten, 
dessen werdet Ihr Euch ohne zweiffl gehorsamblich noch woll 
zu berichten haben; hctten uns auch zwar des schuldigen ge- 
horsambs dits orts zu Euch in albeg versehen; nachdem uns 
aber fürkombt, dass soliches gar nit, sondern vilmer das wider- 
spil beschicht, so steht uns demnach bevor, die hievor bedrottc 
straff gegen Euch nunmehr würklich fllrzuncmen. Doch von über- 
fluss wegen bevelchen (wir) Euch hiemit abermalen als sondern 
ernsts und wellen, das Ir Euch voriger unserer Verordnung und 
resolution gemäss hinfiiro katholisch verhaltet und an Euern 
ordenlichen . . .* wie piUich benüeget seyet oder aber Euer ge- 
legcnhait in ander weg suechet. Und sonderlich den krumpen 
menschen, so sich bei der Posmigin wittiben aufhalten solle, 
stracks aus der Stadt hin wegschaffet und keinen Sectischen 
prcdicanten oder andern dergleichen mcr darein kumen, vil 
weniger aber alda wohnen und verbleiben lasset, wie Ir dan 



dachter 74iängeii entschuldigfung gozogeii, in oin coiicept gebracht, 
E. E. L. zum abhöni fürgetragen und der F. D^ übergeben werden 
solle; welches also beschehen. 
» Lücke. 



55 

auch hiemit ainmal ftlr alzeit wissen sollet, dass wir keines- 
wegs gedenken, alda andere als gehorsambe und unserer alten 
wahren catholischen religion verwandte personen zu gedulden. 
An dem beschicht . . . Geben in unser statt Grätz den 22. Martii 
anno 80.^ 

Ad mandatum domini archiducis proprium 

W. Schranz. P. Wanzl. 

33. 

Der JesuUenpravincicU von Steiermark Heinrich Blyssem an den 
General P, Eberhard Mercurianus : Ueher sein Verweilen in Graz 
bis Ostern. Haltung des Erzherzogs, Dieser verlangt Bath von 
den katholisclien Fürsten und durch den Cardinal Madrutz vom 
Papste, wie gegen die steirischen Behellen zu verfahren sei, Än- 
mahnung der geistlicJien Obrigkeiten durch den ErzJierzog, Dessen 
Vorgehen gegen einzelne Protestanten vornehmlich in Städten und 
Märkten, Wien, 1680 April 16, 
(H.- H.- n. St.-A.) 

Admodum reverende in Christo. Pax Christi. Cum ante 
natalem Domini ab archiduce Carole vocatus Graetium venisse(m) 
simulque cum Ser^® S. pleraque traetassem, que partim ipsius 
conscientiam part(im) religionis statum seu bonura pubheum con- 
cernebant, tandem significav(it) mihi Ser^ 8. sibi valde gratum 
ac utile fore, si in collegio Graecensi subsisterem usque ad ferias 
paschalcs, quo melius confirmarentur, quae fueran(t) 
antea per Dei gratiam feliciter inchoata. Ac ne frustra 
illic niansisse videri possim, e multis saltem praecipua, quae 
gesta sunt, putavi R. F. vel obiter esse signilicanda, quo bonum 
animum ac pium zelum tam pii principis facilius intelligeret. 
Est tamquam agnus in mcdio luporuin et nunc a Turcis vicinis 
nunc a subditis haereticis et contumacib(us) multum et fre- 

* In Folge dieses Erlasses richten Bürgermeister, Rath und Bürgerscimft 
Kadinannsdorf eine Beschwerdeschrift an den Landeshauptmann und die 
im Hofthaidiug versammelten Herren und Landlente mit der Bitte um 
Hilfe, und diese vermelden es am 16. April 1580 den Verordneten von 
Steiermark. Sie schliessen eine Beschwerdeschrift der Herren und Frauen 
vom Adel der A. C. in Oberkrain bei, dass der Dompropst ihren ,abge- 
leibten Glaubensgenossen das Begräbniss sperrt*. Steierm. L.-A., Rel.-A. 
Krain. Dimitz HI, 81. Dort auch die übrigen Religionsbeschwerden 
der Krainer. 



56 

quenter infestatur. Ne autem ex parte sua quidquam* . . . 
gere videatur scd faciat^ quantum potest^ a principibus catho- 
licis^ sed nuper etiam a summo pontifice per illastrissimum 
cardinalem Madru(cium) petivit consilium et auxiliani; quo sub- 
ditos rebelles ad obedientiam (revo)care ac religionem collapsam 
restituere possit, sicut ex animo facere desiderat ac forte, sicut 
spero, propediem ex urbe solatiuin aliquod obtinebit. 

Nuper in eomitiis Stiriaeis cum domini provinciales in- 
sinuarent; se non posse de rebus propositis traetare, nisi prios 
ipse archidux ad ipsorum petitio(nem) rcsponderet, tandem eon- 
vocatos omnes non solum ob talcm impudentiam duriter in- 
erepavit sed et sigillatim examinavit singulos publice, a(n) 
in eam rem consensisscnt. Qui cum partim se excosarent, 
hanc vi(deli)cet ipsorum mentem non fuisse, partim rogarent, 
ne sie indignaret(ur), in timorc et tremore bene confiisi disces- 
serunt, verum tamcn cum (vi)deant, ipsum viribus destitutum 
esse, ut quod facere vellet non po(sset), nee multum tales re- 
prehensiones curant aut timcnt. 

Magistrum curiae Luthcranum, qui multorum malorum 
auctor fuerat, iam dimisit et in eins locum rccepit catholicum 
marischallum, per quem aulam suam rectius gubernat; undc fit 
etiam, ut auliei catholici deinceps sicut et consiliarii querantur 
et assumantur. Inter satellites eins et milites plurimi fuerant 
ante Lutherani, sed res co deducta est, ut, qui noiint fieri ca- 
tholici, dimittantur. 

Serie scripsit nuper quatuor ordinariis Salisburgensi, Bam- 
bergensi, Brixicnsi et Frisingcnsi, qui subditos et bona in 
ipsius provinciis habent, ut nimirura tamquam boni pastores 
visitent et pascant oves suas et eis praeficiant catholicos praefectos 
seu capitancos, amotis haercticis, per quos consensu ordinariorum 
subditi misserrime seducuntur, et ut ccclesiis suis de bonis sacer- 
dotibus et archidiaconis providcant. 

Cum nuper in quasdam archiducis civitates a civibus 
Lutherani concionatores introducti fuissent, e vestigio Ser*" S. 
per severa decreta mandavit, ut non solum concionatores illi 
sed et alii, qui cos introduxerant, in carceres conicerentur. 
Unde pleriquc fugisse dicuntur, alii sesc continent intra li- 
mites suos. 

» Lücke. 



57 

Quaedam baronissa Lutherana^ dominorum provincialium 
auxilio fulta, per biennium et amplius impediverat d. praeposi- 
tarn Gurcensem, ne posset quandam parroehiam suam^ de qua 
litigabant^ visitare et ex ea Lutheranum eicere. Quod cum 
archidox cognovisset, per severum decretum adiunetis et minis 
et poenis mandavit, ut domino proposito suam ecelesiasticam 
iurisdictionem relinqueret liberam, at illa videns rem agi serio, 
tandem cessit, ne archiducis indignationem ineurreret. 

Coeperant quidam domini provinciales templum haereti- 
cum in proprio fundo aedificare, ^ ut in eo conciones haereticae 
fierent et ab haereticis sacramenta conferrentur. Et hunc im- 
piom illorum conatum impedivit. 

Graetii domini provinciales motu proprio typographiam in- 
stituerunt^ ut haere(tica) commenta sua^ quando vcUent^ possent 
imprimere. Hanc et prohibuit serioque mandavit, ne quidquam 
absque Ser*" S. consensu possit imprimi. 

Et quamvis sit exhaustus et magnis debitis obaeratus, 
serio tamen nunc animum adiecit ad seminarium ex sua bursa 
foyendum, quo facilius ecclesia iuvetur. 

Omnibus civitatibus suis per decreta mandavit, nc civcs 
possent f(ilios) suos ad haereticorum scholas ablegare sed eos 
Graetium ad archid(u)calem societatis scholam mittant.* 

Catholicos, qui passim ab haereticis irridentur et oppri- 
muntur^ ius(sit) admoneri, ut confidenter proponant gravamina 
sua, quod eos c(ontra) haereticos strenue defendere velit. 

Erga Lutheranos iam ita sc gerit, ut intelligunt sc non 
a . . . esse gratos sed nee facile tolerandos, quando possit 
aliter fieri. Volebat quidem aliquid attentarc, ut Lu- 
therani conciona(torcs) Graetio pellcrcntur, sed fuit illi 
dissuasum, cum vires sufli(cientes) modo non habeat, nc con- 
tingeret aliquid peius. Nam Graetii paucissimi sunt catholici 
et civitas tota corrupta est, et illorum concionatores sunt valde 
seditiosi. Dominus Jesus etc. Vicnnac 16. Aprilis 1580. 

R. P. V. filius indignissimus 

Hcnricus Blyssemius. ^ 



^ S. die Note zu der folgendou Nummer uud oben Nr. 31. 
' Desg^leichen. 

' Nahezu alle Punkte dieses Schreibens finden durch und in Nr. 34—36 
ihre Bestätigung^. 



58 

Admodum Rev. in Christo patri, P. Everardo Mercuriano 
S. J. praeposito generali. 

In dorso: Copia literarum patris provincialis Viennae ad 
generalem ordinis Jesuitarum de Ser"<* archiduce Carolo. 

34. 

Die Verordneten von Steiermark an die von Krain : Antwort auf 
deren Mittheüungen, betreffend die Sperrung der Druckerei und 
die Religiofisbeschwerden, Am besten sei es, gemäss der Drucker 
Uebereinkunft, Ausschüsse der drei Lande jsusammenzuberufen 
und die Sachen ,ganz eifrig' anzubringen; dies könnte am Mon- 
tag nach Trinitatis (Mai 30) am fuglichsten geschehen, Graz, 

1580 Mai 6. ^ 

(Conc, L.-A., Rel.-A. Krain.) 

^ Bei diesem Stücke findet sich eine Liste steirischer Kelig^ionsbesch werden: 
,In Fürstenfeld sei die Predigt der A. C. abgeschafft, die päpstische 
eingeführt/ In CilH habe es schon 1577 Beschwerden gegeben. Die 
F. D^ habe dort den Prädicanten nicht geduldet, ,aber entgegen ausser 
der stat auf der herrn und landleut grünten und güetern solches nit 
verwören wollen*. Nun haben sie auf ihrem Grunde und Boden su 
Sachsenfeld eine Kirche bauen wollen, ,kumbt uns ganz unversehens 
starke einstellung. Gleichfalls will I. F. D^ die truckerey E. E. L. nit 
gestatten, welche sy doch noch bey kaiser Ferdinandi zeiten je und 
allemal ungeirrt gehabt hab. Neben dem die öffentlichen dispntationes 
und schuel exercitien nit zuzulassen. So sein an alle stött und mSrkt 
im ganzen land dise tag gar scharfe bevelch von hoff ausgangen, dar- 
innen denselben auferlegt wirdet, dass sy ihre kinder, so sy aufs Stu- 
dium schicken wollen, nindert anderstwo hin als zu den Jesuitern 
alhie in die schuel thuen, die aber in andere frembde schneien im 
landt alberaith gelassen, dieselben soll man alsobalt abfordern und dort- 
hin schicken. 

,So understeet man sich auch, wann zu hoff und in andern diensten, 
welche durch I. F. D^ zu besetzen, die stöllen durch absterben oder in 
anderweg vacieren, dieselben allein mit römischen religionsverwandten 
personen so vil müglich zu ersetzen. 

,Wie dann am haubtschloss alhie kain ainiger knecht, der A. C. 
zuegethan, gelitten oder aufgenommen wirdet. 

,Und dann ist Doctor Senger eines landmanns prediger aus der 
statt Hotten mann, allda er nur blöslich zu haus oder herberig ge- 
wesen, mit grossem ernst und schärff ausgeschafft worden.* Es ist nicht 
unmöglich, dass diese Beschwerdestücke mit zu jenen gehören, die erst 
am 25. August an die beiden Nachbarländer übermittelt wurden. Aber 
zweifellos gehören sie in dieses Jahr. 



35, 

Erzherzog Karl an Hans Friedrich und Ferdinand van Hoff- 
mann: Befehl, sich der drei zum Stifte Rottenmann gehörigen 
Pfarren Lassing, lAezen und Noppenberg zu entluüten.^ Er sei 
nicht gewillt, diese Pfarren von der Propstei Rottenmann kommen 
zu lassen, Graz, 1580 Mai 23. 
(Cop., L.-A., Ref. Strechau.) 

36. 

Beeret wegen Einstellung der Druckerei, RathscMag in Land- 

und Hofrechten. Motitag fiach Trinitatis (Mai 30) anno 1580. 

(L.-A., L.-A. 1580.) 

Die herren verordenten haben denen Herren und land- 
leuten (das) decret wegen einstellung der truckerey fuerbracht 
and rath begehrt. 

Ist berathsehlagt, dieweil E. E. L. nit allain dieser truckerey 
in possession ist, sondern auch mit der lande Kärnten und Ci'ain 
rath und beysein, also auch mit der F. D* gutem vorwissen, anno 
78 zu Prugg sich einer Ordnung deswegen verglichen, so sollen 
demnach die herren verordenten bei solcher possession ver- 
harren und da ja darwider nochmals etwas sollte fUrgenommen 
werden, nicht allein denen andern landen zu wissen machen 
sondern auch die F. D* in kraft dieses rathschlags von solcher 
meinung geh . . . bitten. 

Daneben ist bedacht, dass in E. E. L. schul die öffent- 
lichen disputationes eingestellt, wie auch ainiche schmachschrift 
zu drucken zugleich verboten sein solle. '^ 



* Der Streit um diese drei Pfarreu, wo die Familie Hoffman Prädicaiiten 
eing^efUhrt hatte, dauerte bis zum Tode Erzherzog Karls. Der nächste 
Befehl ist vom 24. Juli 1583 datiert, dem noch in demselbou Jahre am 
17. September ein weiterer nachfoI§:t. 

' Die feindselige Haltung der Regierung den 1. Druckereien gegenüber 
wird nun erst verständlich, wenn man sie als ein Ergebniss der Münchner 
,Con8ultation* vom 14. October 1579 betrachtet, wo festgestellt wurde, 
,da88 I. F. D^ die bestellung und Ordnung der druckereyen . . . den 
zweien ständen mit nichte gestatte*. Auf Grundlage dieser Bestimmung 
wurde in Laibach die Druckerei des Hans Mannel aufgehoben. (Dimitz, 
Geschichte Krains III, 193 und jetzt Th. Elze, Die slovenisch-protestan- 



60 



37. 



Die yHandlung, die sich im löäO, Jahr wegen Magistern Caspam 
Kratzern der hl. Schrift Candidaten in Gräte jmegetragen'. * 



tischen Druckschriften des XVI. Jahrhunderts, S. 69, 101, 112.) Zahn, 
Buchdruckemöthe in Styriaca II, 155. Vgfl. Mayer, Z. Hornberger, 
S. 214; von älteren Arbeiten Peinlich, Zur Geschichte des Buchdnickn, 
der Büchercensur und des Buchhandels zu Qraz .in den Mittheilungen 
des historischen Vereines für Steiermark 27, 148, und (beschichte des 
Gymnasiums zu Graz II. S. auch unten Nr. 292. 

Der Leiter der Stiftsschule Dr. Philipp Marbach folgte im Jahre 1679 
einem Rufe nach Heidelberg. Die Landschaft wandte sich am 1. Sep- 
tember dieses Jahres an die Universität Tübingen um Namhaftmachung 
,oiner wolqualificierten, gelehrten und tauglichen Person, welche in Lehr 
und nüchternem, eingezognem Leben guete Exempl fürtragen und sonder- 
lich mit embsigem Fleiss und Treu und unverdrossener Arbeit dem 
Schulwesen beiwohne etc. . . .' Die Universität bezeichnete als solche 
Person den Magister Kaspar Kratzer, der zwar vordem ein Jesuit ge- 
wesen, aber seit anderthalb Jahren von ihnen abgefallen sei. Er hmbe 
sich in zwei öffentlichen Disputationen ,contra papatus idolatriam^ her- 
vorgethan und stehe in dem Rufe, ein gewaltiger Dispatator zu sein. 
Da er die Schulung der Jesuiten genossen, ,die ihre discipulos wol ab- 
richten', so würde er sich am meisten empfehlen. Bedenklich sei es, 
dass er vordem Jesuit gewesen, die Regierung also wohl an seiner 
Person Anstoss nehmen würde. Diese Bedenken theilte das Ministerium 
nicht ganz, denn Kratzer sollte nur in der Schule Verwendung finden, 
auch sollte er nicht Rector, sondern Prorector sein. Am 22. Februar 
1580 wurde er eingeladen, nach Graz zu kommen. Nun boten die Je- 
suiten Alles auf, seine Uebersiedlung nach Graz zu hindern. Die Ver- 
ordneten, vertraulich darauf aufmerksam gemacht, dass der Erzherzog 
nicht gesonnen sei, diesen ,entlaufenen Stipendiaten' im Lande zu dulden, 
hätten gut daran gethan, der Meinung des Landeshauptmanns zu folgen 
und Kratzer ausser Landes zu lassen. Kratzer wurde so genöthigt, seine 
Entlassung zu erbitten. Das Actenmaterial über diesen Gegenstand be- 
findet sich in drei Handschriften im steiermärkischen Landesarchive; 
auf zwei von diesen hat schon Luschin, Bilder aus der Reformations- 
geschichte in Steiermark, Zeitschrift für deutsche Culturgeschichte II, 
28, aufmerksam gemacht. Jetzt kommt noch der ,Sötzinger* Band hinzu, 
der diese Materialien gleichfalls enthält. Sie wurden übrigens auch 
schon der Hauptsache nach gedruckt von Kindermann in dessen Bei- 
trägen zur Vater landskunde für Innerüsterreichs Einwohner, Graz 1790, 
II, 279—318. Daher sehen wir von einer Aufnahme dieser Acten an 
dieser Stelle ab, zumal ihr Umfang mit ihrer Bedeutung in keinem 
Verhältnisse steht. Es sind im Ganzen 21 Stücke: 1. Der Herren Ver- 
ordneten Schreiben an die Universität Tübingen, 1579 September 1. 
2. Antwort der Universität 1579 December 18. 8. Rathschlag der Land- 



61 

38. 

An die Verordneten von Kärnten und Krain: MittheUtmg des 
Falles Kratzer, Hornberger und anderer Beschwerdepunkte, Graz, 

1580 August 15. 

(L.-A., Ref. Krain, Conc.) 

. . . (Wir) kunnen den herren in kraft derselben gefer- 
tigten religionsvergleichung nit verhalten, dass ... ein zeithero 
und sider obbemelter generalzusammenkunft . . . unser religions- 
widerwertige . . . allerlay haimliche irrung zu thuen sieh under- 
fangen, die wir so vil muglich . . . mit sanftmuth tiberwunden. 
Es haben aber gemelte widerwärtige sich solches missbraucht 
und als E. E. L. zu ierer schuel einen gelerten mann, welcher 
gleichwol vor der zeit ein Jesuiter gewesen aber von inen ge- 
treten, namens Caspar Kratzer, der hl. schrift licentiat und 
von Ulm gebürtig, auf vorgeunde der Universität zu Tübingen 
ansehenliche commendationes zu ainem prorectore vociert, da 
haben die Jesuiter wider denselben eine solche unerwissliche 
und in disen landen unerhörte Verfolgung und process prac- 
ticiert, furgenommen und vollbracht, darob nit wenige unlust, 
neue arbait und besch warung sich erhebt, und da man nit dar- 
zwischen durch gottUche Schickung allerlay mittel gebraucht 
und zuegelassen, villeicht nichts guetes in disem lande ange- 
richt, gestifFt und erweckt hetten, wie dann die herrn den 
ganzen verloffnen handl aus beiliegunden einschluss nach lengs 
und mit mererm zu vememen haben. 



Schaft, im Landtage ergangen. 4. ,Vocierung* Kratzer's, 1580 Februar 22. 
6. Schreiben an die Universität Tübingen, 1580 Februar 15 (im Drucke 
22. Februar). 6. Schreiben Kratzer's an die Verordneten. 7. Ankunft 
Kratser's und die nächsten Folgen. 8. und 9. Schreiben Kratzer^s an 
die Verordneten und das der Landschaft an die F. D^ 10. Antwort der 
F. DS 1580 Mai 31. 11. Replik, 1580 Juni 4. 12. Kratzer's Wider- 
legung der gegen ihn vorgebrachten Anklagen, 1580 Juni 8. 13. Gut- 
bedünken des Ministeriums. 14. Decret des Erzherzogs, 1580 Juni 7. 
15. Klage der Landschaft gegen den Landeshauptmann an die F. DS 
1580 Juni 9. 16. Decret des Landesfürsten, 1580 Juni 11. 17. Kratzer's 
Erklärung, 1580 Juni 11. 18. und 19. Zwei Eingaben der Landschaft 
vom 18. und 14. Juni. 20. Abschied Kratzer's, 1580 Juni 20, und 
21. dessen Brief aus Kaschau v^m 21. August dieses Jahres. Kinder- 
mann enthält die Actenstücke bis inclusive Juni 4. Das wichtigste Stück, 
Kratxer's Schreiben aus Kaschau, s. bei Luschin, S. 42—48. 



62 

Als nun dise falsche und verbitterte leut sambt ihren an- 
hängern gemerkt^ dass inen dises mit gedachtem Cr atz er nach 
irem wünsch abgangen^ da haben sy alsdann weitter griffen, 
und als doctor Homberger E. E. L. pastor alhie wider das 
abgöttisch fronleichnamsfest genannt etliche predigen getlian, 
darinnen er sein schäfl und zuhörer, wie ers vor gott und 
in seinem gewissen schuldig, underwisen und gewamet, 
inmassen dann andere iar auch beschehen/ haben sj 
auch wider in fast ein ebenmässige Verfolgung vorgenommen- 
Und obwol solches alles in der F. D* namen gehandlet, so 
haben wir doch I. F. D* als einen fridliebunden herm und 
1. fursten . . . entschuldigt, kunnen und wollen auch nit daflir 
halten, dass sy es aus eigener bewegung gethon, one was dise 
verbitterte und falsche unruebige leuth I. F. D* durch allerlay 
tag und nacht erdachte und gesuechte mittl und weg weder 
rast noch rue lassen und wider E. E. L., auch kirchen und 
schuelpersonen, verhötzen und mit importunieren kain aufhören 
haben, bis I. F. D* gleich gezwungener weis was solches thuen 
müessen. 

Was sich nun auch in disem handl hinc inde verloffen 
und wie eifrig sich sowol die herrn und landleuth und wir 
sich der Sachen mit allem glimpfen angenommen, das haben 
die herm ebenfalls aus dem einschluss* weitläufiger zu ver- 
nemen. 

Also und ist die erbauung der kirchen zu Cilly, welche 
doch E. E. L. ebenfalls zu Prugg (1577) zuzurichten gewilligt, 
wider alles verhofTen und über dass sich E. E. L. ihrer in 
der stat Cilli habunden kirchen begeben, eingestellt, wie die 
herrn solches aus einschlüssen hiebeigeschlossen zu versteen 
haben. 



* Die Pastoren waren durch ihre Kirchenordnung verpflichtet, an den 
hohen Festen katholischer Heiliger und anderer Feste die eigene Ge- 
meinde auf die hiebei vorkommenden ^abgöttischen* Gebräuche aufmerksam 
zu machen und vor Betheiligung an solchen Umzügen, wie sie am Frohn- 
leichnamsfeste stattfänden, zu warnen. Es sind die scharfen Predigten 
am Frohnleichnamstage also nicht etwa Ausfluss einer besonders galligen 
Stimmung des einen oder es anderen Pastors, wie man noch gemeinig- 
lich annimmt. 

• 8. hierüber Franz Martin Mayer,« Jeremias Homberger, S. 216 — 226, 
und Kindermann's Beitrüge I, 46-58, 168—178 und 277—297, II, 
272—278. 



63 

Wann dann durch dise und andere furgenumne hand- 
langen und was noch sausten in der federn stocken möchte 
anders nichts gesuecht wirdet als undertruckung der rainen 
lehr des hl. evangelii, verwuestung der alhieigen kirchen und 
schuel sambt derselben exercitiis und aber obangezogene der 
lande religionsvei^leichung expresse dahingestellt, dass ein 
land des andern, welches darunder angefochten oder betrüebt, 
noth und obligen für sein aigne noth und gfar treulich, christ- 
lich, bruederiich und nachparlich halten und erkennen und mit 
christlichem flehen, seufFzen, bitten und beystandt bey unserer 
höchsten obrigkeit, wo es die noth also erfodem wird, ain land 
das ander nit verlassen wolle noch solle: so haben wir in krafft 
vilberuerter religionsvergleichung und sonderlich, dass wir weder 
einem noch dem andern lande nichts vergeben wollen noch 
kunnen, nit umbgeen sollen, die heiTn diser beschwarungen, so 
uns zuwider solcher pacification zuegefuegt, vertreulich ver- 
ständigen, mit freund- und nachparlichem bitten und anlangen, 
die herrn wollen uns über obvermelte(s) erindern, wass diss 
orts durch sie und uns weitter furzunemen, in schrifften ver- 
ständigen . . . Graz, den 25. Augusti 80. 

Am Einbuge sind Anweisungen: 1. An die von Kärnten 
(zu schreiben) : Und nachdem wir verstanden, dass den herren 
ebenmässige beschwarungen zugefügt, wie die selben erledigt, 
uns nebenzu unbeschwart zu verständigen. 

2. An die von Crain diser artikel so zu stellen: Nach- 
dem uns die herrn . . . erinnern, dass ihnen ebenmässige und 
einerlay religionsirrung zugefügt, so bitten wir uns unbeschwart 
zu verständigen, wie dieselben hingelegt und erledigt worden 



39. 

Die Verordneten aus Kr ain an die aus Steiermark: sie haben 
mit Betrühniss die Irrungen wegen Kratzer, Homhei-ger und der 
Einstellung des Kirchenbaues in Sachsen feld vernrnnmen, Gut- 
achten über die zu ergreifenden Massnahmen können sie im 
Augenblicke nicht mittheilen, da die Mehrzahl ihrer Amtsgenossen 



^ ZusammenfaMend sind die Keligionsbeschwerdeii der Krainer Protestanten 
behandelt in Dimitz III, 71—84. VoHständiger noch unten in Nr. 223. 
Dort sind auch die Kärntner Fälle erwähnt, dio oben angedeutet werden. 



64 

nicht anwesend ist. Beim nächsten Hofthaiding (1. October) wotte 

man die Sache erwägen. TJieüen ihre eigenen Beschwerden mü. 

Laibach, 1580 September 16. 

(Orig., L.-A., Ref. Krain.) 

... So vil dises landts Crain vast gleichmässige religions- 
beschwäningen . . . belangt, berichten wir die heim, dass dise 
E. E. L. under jüngst gehaltnem landtag zu Crainburg denen 
gewcsten herrn landtagscommissarien solche beschwäningen 
mit der landtagsantwort tibergeben darüber mit der landtags 
resolution durch ein postscripta gn. beschaidt erfolgt ist, 
wie die herrn ab dem einschluss mit A. zu vememen. 

Hemacher aber haben I. F. D* zween ernstliche bevelch 
vom 22. Martii und 27. Aprilis . . . diss . . . iars N. richter und rath 
der statt Radmansdorff auferlegt, sich diser landschaft predi- 
canten predigen zu Figaun zu enthalten und durch ihren 
rath und vitzdom alhie den druck der transferirten Windischen 
bibel eingestöUt. Nebstdem hat sich der jetzige thumbprobst 
alhie . . . understanden bei seiner pfarr Radmannsdorf und der- 
selben filialkirchen den verstorbenen unsers glaubens genossen 
die begräbnus auf den gewönlichen freud- und kirchhöfen zu 
verwehren . . . 

Wölches wir den herrn . . . nit verhalten . . . Datum Lay- 
bach den 16. tag Septembris anno im 80*®° . . .^ 

Das Postscriptum liegt bei: Sonst haben wir auch die be- 
schwäningen, so die von der A. C. unsem landtagscommissarien 
zuegestellt, empfangen, und weil fürgegeben wirdet, dass solche 
beschwäningen der Pruggischen religionshandlung zuwider, so 
wollen wir den Sachen nachsinnen und dieselben dahin be- 
stellen, damit in einem und dem andern gedachter Pruggischer 
handlung nachgelebt und ichtcs zuwider nit gestattet sondern 
man zu ferrer flieglichen beschwär nit verursacht werden solle. 
Geben . . . Grätz den 17. Februarii anno 80. 

H. Vetter. 



» S. Dimitz III, 76. S. oben Nr. 32 und 34. 



65 

40. 

Die Verordneten von Steiermark an die von Kärnten' und Krain: 

,tregen Begehrung einer Antwort auf die von ihnen überscJmlcte 

Religionsbeschwerung'. Graz, 1680 Octoher 29. 

(Conc, L.-A., Ref. Krain.) 

Und haben sich die heim zu erinnern, wasmassen wir . . . 
jnngstlich inen zuegeschriben und neben Übersendung allerlay 
dits landes religionsbeschwärungen gebetten haben, in krafft 
der Pniggerischen anno 78 einträchtigen vergleichung uns über 
denselben allen ir christliches getreues und nachperliches guet- 
achten mitzuthailen. Wiewol nun die heim, warumben sie das- 
selb nit alsobald in das werk setzen mugen, ir entschuldigung 
ans darauf zuekumen lassen, wir auch auf unser jüngstes 
schreiben noch tägUch einer antwort und des geböttnen guet- 
achtens gewärtig sein, so kumben uns doch hiezwischen allerlay 
Ursachen flier, bevorab dass eben ietzt ein Bäbstische Pot- 
schafft hieher ankhumen^ von deren nichts guetes zu 
gewarten, dass wir umb so vil mer bewegt werden, denen 
herm diss schreiben hinnach zu schicken und sy dameben . . . 
zu erinnern, nachdem anjetzo ein landtag allhie auf den 20. No- 
vember ausgeschriben, sy wollen die Sachen christlich und treu- 
herzig wol erwegen und da sy vileicht selbs aigne und eben- 
massige beschwärartikel haben (inmassen sy dann nit unlängst 
uns etlicher schrifftlichen erinnert), guetherzig berathsch lagen, 
ob es nit ain besondere notturfft, dass inhalt gemelter der lande 
vergleichung dise und andere artikel jetzt in gemeltem landtag 
umb dermalains abhelfung derlay beträngnussen zu guetter 
erledigung durch sondere gesandten an und füergebracht wur- 
den. Was nun der herm mainung darinnen ist, das wollen 
sie uns unbeschwärt auch gunstiglich zukommen lassen. Grätz 
den 29. October 80. ^ 

Verordnete. 



* Die Verordneten von Kräin antworten hierauf am 23. November: Sie 
hätten ein Gutachten über die Relig^ionsbeschwerden nicht senden können, 
denn am jüngsten Hofthaiding konnte man die Sache nicht vorbringen, 
seither war keine Versammlung. Das nächste Hofthaiding ist bis 
zum Beginn des nächsten Landtages (4. December) verschoben. Hätte 
man gewusst, es liege denen von Steiermark an einer besonderen Ge- 

Fontes. II. Abth. Bd. L. 5 



66 



41. 



Landesfürstliclier Befehl an die Landesverordneten: den Land- 

sclmfisprediger Christoph Frey ivegen seiner am Nicolausfeste 

von der Kanzel gethanen Schmähungen gegen die Katholischen 

zu belangen. (Graz) 1580 December 8. 

(Orig., L.-A., Ref. Beschw.) 

Von der F. D' unsers gn. hemi wegen derselben ratt und 
landtshaubtmann, auch N. £. E. L. verordenten, alhie anzuzeigen, 
höchstermelter I. F. D* kumbe glaubwirdig für, wasmassen an 
negstversehinen erchtag in festo divi Nicolai Christoff Frey, ge- 
dachter E. E. L. diener, in einer dazumal gehaltenen predig 
alhie sich allerlai aufwiglerischen und hechst straffmädsigen 
reden laut beiligunder notl mit A. offenlich und ohne scheuch 
gebraucht. Dieweil dann die unvermeidenliche notturfft er- 
fordert, der Sachen grundt und gestaltsam zu haben, so seye 
demnach I. F. D* gn. bevelch, dass er, herr landshaubtman 
und verordente, ime Frey alles dasjenige in obbemelter notl 
begriffen alsbaldt fürhalten, seinen lauttem schriftlichen bericht 
darüber von inen abfordern und denselben I. F. D* volgents 
sambt denjenigen, so inen herrn verordenten selbst oder andern 
iren mitverwandten, die solch predig angehört, bewusst ist, ehist 
so mügUch zuekumen lassen, auch ditsfalls grünt und gestaltsam 
der Sachen, als ehrlichen pidersleuthen gebürt, nit verhalten 
wellen. Inmassen sich dann I. F. D* dessen zu inen unzweifen- 



sandtschaft, so hätte man einen Ausschuss aller drei Stände A. C. 
beschrieben. Was die Subscription der Concordienformel betrifft, höre 
man gern, dass das Ministerium in Graz, die Inspectoren, Prediger und 
Schulmeister im Lande unterzeichnet haben. Man habe die Prädicanten 
und Schulmeister zu dem gleichen Zwecke nach Graz berufen. Die 
unterzeichnete Formel wird an Dr. Andreae gesandt. Hoffentlich werden 
auch die in Kärnten kein Bedenken haben. (Ebenda Orig.) Gemeldet 
wird in dem obigen Schreiben die Ankunft des Nuntius Germanico aus 
dem in Oberitalien weitverzweigten Geschlechte der Markgrafen Mala- 
Spina. Germanico wurde im September 1580 an den Hof des Erzherzogs 
Karl nach Graz abgeordnet. (S. Nuntiaturberichte III, 1, 306, 307.) Am 
G. October 1584 wurde er Nuntius in Wien. Auf den Grazer Posten 
folgte ihm Johann Andreas Caligari, Bischof von Bertinoro; s. unten 
Nr. 406. 



67 

lieh versehen. Und es beschieht daran derselben gefelliger 
gnediger willen und maynung. 

Decretum per archiducem 8. Decembris anno 80. 

P. Wanzl.i 

42. 

Befehl Erzherzog Karls an Otto von Herbersiorff, deni Pfarrer 

van Altenmarkt in seinen pfarrlichen Rechten keinen Eintrag zu 

thun, Graz, 1580 August 13. 

(Cop., L.-A., L.-A. ad 1586.) 

Carl . . . Sich beschwärt Andree Hagn^ pfarrer zu Alten- 
markt, wie du ime den gottesdienst bei St. Ulrich den 7. dits 
nit allain zu verrichten verpotten, sonder sollest noch den ze- 
hend^ so seine vorfordern ye und albeg gefexnet, mit werhafter 
hand alle tag hinweg ftieren lassen. Dieweil nun dise sach 
durch dich bey uns anhengig gemacht worden, so ist unser 
bevelch an dich, dass du mit einfexung des vermelten zehendts 



^ Dem Stücke liegen zwei andere bei: 1. Die Klagepunkte. St. Nicolaus 
sei ein frommer, wohlthätiger Bischof gewesen. Die Papisten erheben 
ihn aber viel zu hoch, da sie in Wassernöthen und bei Schiffbrüchen 
ihn gleichsam wie einen Gott anrufen und damit eine Gotteslästerung 
begehen. Frey habe dann ,den Papst und seinen geschorenen Haufen 
calumnirt, dass er die Erkenntniss des lauteren Evangeliums hindere. 
Er habe von Papisten, Manlchristen, Mameluken etc. gesprochen. Sie 
seien treulose Verfälscher des g{)ttlichen Wortes. Er habe dann die 
schrecklichen Laster der Papisten und Jesuiten behandelt. An Stelle 
der Justification setzen sie die Wallfahrten. Er habe die Herren und 
Landleute gebeten, auf diesem Landtage sich mit allen Kräften einzu- 
setzen, dass das pure, lautere Evangelium in diesem Lande erhalten 
werde. Sie hätten hier solche Privilegien, wie kein Land sie aufweise; 
mit einer Ermahnung an das Volk, dem Evangelium unter allen Um- 
ständen treu zu bleiben, habe er die Predigt geschlossen* (Cop.). 

2. Die Eingabe der Landschaft an den Erzherzog (Conc): Frey 
habe keineswegs, wie sie als Biederleute sagen müssen, in dieser Weise 
gepredigt. Er habe wohl die Landesfreiheiten betont, dabei aber männig- 
lich zu Dank und Geduld gemahnt. Das Vorbringen der Landesfreiheiten 
haben wir ihm gleich nach der Predigt getadelt. 

Dem Frey wurde übrigens verboten, weiter in dem Stifte zu predigen. 
Er gieng als Prediger nach Judenburg, was ihn nicht hinderte, am 
30. November 1581 wieder eine Predigt ,in der Stift* zu halten, die ihm 
eine Rüge der Verordneten eintrug. 

6* 



68 

bis auf unsern ferrern gn. beschaidt ain gentzHchen stillstandt 
haltest, auch gedachten pfarrer im gottsdienst khain Verhin- 
derung thuest, damit du uns nit ursach gebest, andre ernstliche 
weeg und mitl furzunemen. An dem beschicht unser will und 
maynung. Grätz den 13. Augusti im 80. ihar. 

An Otten von HerberstorfF. ^ 



^ Qegen Otto von HerberstorfF liegen hierüber nicht weniger als elf landes- 
fUrstliche Befehle in dieser Sache vor, die ich des Zusammenhanges 
wegen an diäter Stelle folgen lasse. 

1. Graz, 1581 Mai 30* Befehl, dem Pfarrer von Altenmarkt am 
künftigen St. Ulrichstage bei der Feier in St. Ulrich keine Verhinderung 
zu thun. 

2. Graz, 1581 Juni 22: Erzherzog Karl an Karl von Herberstorff: 
Befehl, den ans Fürstenfeld abgeschafften sectischen Prädicanten, den er 
bei sich im Freihofe zu Radkersbnrg beherberge, sofort abzuschaffen. 

3. Graz, 1581 August 11: Befehl, den früheren Weisungen wegen 
Abhaltung des Gottesdienstes in St. Ulrich nachzukommen. 

4. Graz, 1581 October 18: Befehl, dem Pfarrer von Altenmarkt den 
vorbehaltenen Zehent von dem Hofe Laybach auszufolgen. 

5. Graz, 1581 October 28: Befehl, den früheren Weisungen ernstlich 
nach zukomme n. 

6. Graz, 1582 April 25: Befehl, den Pfarrer von Altenmarkt in 
seinen Rechten nicht zu hindern, wie dies leider an den letzten Ostern 
geschehen. 

7. Stainach, 1582 Juli 31: Befehl an den Landesverwalter von Steier- 
mark, den Pfarrer von Altenmarkt gegen Otto von Herberstorff in seinen 
Rechten an der Kirche von St. Ulrich zu schützen. 

8. Graz, 1584 April 14: Befehl an Otto von Herberstorff, dem Pfarrer 
von Altenmarkt in St. Ulrich keinen Eintrag zu thun. 

9. Graz, 1584 December 11: Befehl an Otto von Herberstorff, dem 
Pfarrer von Altenmarkt weder den Zehent noch seine anderen Rechte 
in St Ulrich und Rosendorf vorzuenthalten. 

10. Graz, 1585 April 28: Nochmaliger Befehl, den früheren Wei- 
sungen nachzukommen. 

11. Graz, 1585 Juli 13: Wegen seines Ungehorsams müsse nun die 
angedrohte Strafe gegen Otto von Herberstorff vorgenommen werden. 
Der Erzherzog behalte sich diese bevor. Nochmaliger Befehl, den Wei- 
sungen zu gehorchen. 



69 
IV. 
Der erste grosse Kampf Im Wlnterlandtage 1580—1581. 

(LandtagBschriften und hierauf bezügliche Correspondenzen.) 

43. 

Landtagspropositian, datiert vom 19., vorgetragen am 21. No- 
vember 1580. 

(L.-H. 33 u. L.-A.) 

Auch hier wird (wie in Nr. 29) in der Einleitung dem 
tiefen Bedauern Ausdruck verliehen, dass die Bewilligungen nicht 
gleich auf drei oder mindestens doch auf zwei Jahre erfolgen. 

Auf diese Proposition wird erst am 14. Februar 1581 ein- 
gegangen. Die ganze dazwischen liegende Zeit ist durch den 
Religionsstreit ausgefüllt. Der Landtag nahm gleich im An- 
fang die jBeschwärartikeP Vor und Hess am 29. die ,hinc inde' 
gewechselten Schriften zur Verlesung bringen. An diesem Tage 
,wurde in den Rath gelegt*, ob man ,zur Proposition greifen 
oder die Bosch wärartikel verhandeln solle*. Darüber entstand 
ein Streit. Herren und Ritter waren für das Letztere. Es 
wurde der Antrag gestellt, jedes Landtagsmitglied solle die 
,Beschwärartikel* unterschreiben. Auf das hin traten die Prä- 
laten ab und hielten eine Unterredung. Sie beschwerten sich 
durch ihren Redner, den Bischof von Seckau, über die viel- 
filltigen Antastungen durch die Prädicanten, dass unter diesen 
Flacianer seien u. s. w. Er klagte über die ,Sonderung'. Das 
half nun Alles nichts: man begann nach altem Brauche mit 
den Beschwerden. 

44. 

Kaiser Rudolf IL an Erzherzog Karl: Auf die Mahnmig des 
jH'ipsilicJwn Nuntius hin erinnere er ihn, dass auf dem dem- 
näcJist jzu halteyiden Landtage in Graz den Landleuten A. C. 
Iceine Neuerungen gestattet iverden, die der kutholi^ehen Kirche 
zuwider seien. Prag, 1680 November 21. 

(Coiic, H.- H.- u. St.-A.) 

Durchleuchtigcr . . . Uns hat der P. H* bei uns residie- 
render Nuntius fürgebracht, nachdem E. L. ainen landtag gegen 



70 

ausgang diss laufenden monats gen Grätz ausgeschriben, dass 
derselben landtleuthe allerlai von wegen der religion, sonder- 
lich was durch E. L. unlängst fürgenomen und verordent wor- 
den, zu movim Vorhabens weren, mit begeren, ob er wol gänz- 
lich darfür hielte, E. L. wurde demselben kain statt geben, dass 
wir doch E. L. darzu auch durch unser schreiben zu vermahnen 
nit underlassen wollen. Dahin wir dann £. L. auf solch ge- 
dachts nuntii anhalten hiemit zu erinnern nit wol umbgehn 
mögen und zweifeln nit, E. L. werden sich selbst ob dem, was 
durch I. H* hailsamblich geordnet, zu halten und alle newerung, 
so unserer waren katholischen religion zuwider möchte gesuecht 
werden, so vil möglich zu verhüeten genaigt sein. Bleiben hie- 
neben . . . Datum zu Prag den 21. Novembris 1580. 

Am Rande: Ich hab M* schluss dahin verstanden, man 
solle diss schreiben einstöUen und das ist fürwahr das hoste. 

Viehäuser d. 

Demnach ist es zweifelhaft^ ob dies Schreiben abgeg^angen ist. Für 
die Richtung ist es jedesfalls bezeichnend. 



45. 

I}ie Rdigionsbescliiierden der Herren und Ritter und der Bürger- 

Schäften. 1580 December 2. 

(L.-A., L.-H. 32 u. 33, Sötzinger, fol. 106 flf., Statth.-A. Innsbruck.) 

E. E. L. des herzogthumbs Steyer bei gegenwürtigem landtag 
versamblet der A. C. zuegethan underth. und geh. anbringen. 

Durchletichtigister . . . Als wir an itzo zu disen ausge- 
schribnen landtag gehorsamist erschinen, haben wir aus der 
herrn verordenten relation irer dits iars verrichten handlungen, 
welche sie, alten erhaltnen gebrauch nach, fiirzubringen schuldig, 
unter andern mit betrüebtem gemUet und herzen vernumen und 
nach lengs abgehört die Schriften, was sich mit abschaffung 
M. Khratzers, welcher zu E. E. L. schneien alheer beruefen 
gwesen, dann auch mit einstellung doctor Hombergers pre- 
digten alhie zuegetragen. Wiewol nun dem also, dass er, ma- 
gister Kratzer^ in negst gehaltenem landtag alheer beruefen 

^ Die Kratzer-Angelegenheit s. oben Nr. 37. 



71 

ist worden, gott weiss der mainung nit, wie es etwa ausgelegt 
werden wil, disem oder ienem zu ainichen widerdrus, sondern 
auf vorgeunde der universitet Tübingen commendation, seines 
erbaren und aufrechten lebens und wandls, so betten wir uns 
auch darauf gehorsamist getröstet, E. F. D^ selten ditz orths 
ainiche Verhinderung und abschaffung seiner person nit für- 
nemen haben lassen, sintemal solches der einst vergUchenen 
religionspacification zuwider, und ist auch unser ganz unter- 
thanigistes flehen und bitten, E. F. D^ die wollen hinfüro zu 
verhtietung allerlay erweiterung solches genedigist nit filmemen 
lassen. 

Den doctor Hornberger* betreflFent befinden wir gleich- 
wol die Ursachen seiner predigten einstellung dise, das er von 
dem fest Corporis Christi etwas sterker gepredigt, dieselbig 
predigen aber durch die müsgünner anders E. F. D* fürge- 
bracht als ers gereth und gemeint haben solte. Dardurch er 
bei E. F. D* als ein Calvinist und Sacramentierer beschuldigt: 
er aber nit allain diser, sondern anderer mehr auflagen sich 
ganz unschuldig waiss, und sein Unschuld, da es von nötten, mit 
mehrerm an tag zu geben urbittig, also befinden wir auch aus 
der verordenten schreiben, das man ine sonst seine dits orts ge- 
brauchte und unbeschaidene starke wort hoch verwisen und zu 
solcher beschaidenheit vermant, das verhofl*enUch er, doctor 
Ilomberger, ime dessen ein witzigung sein lassen und hinfliro in 
aller beschaidenhait sein ambt zu verrichten wird wissen. 

Und weil es dann bis zu itzigen landtag alles angestölt 
und wir über das, so hievor durch die verordenten beschechen, 
an itzo abermallen solches mit mehrern fürzuhalten entschlossen, 
so werden verhofFentlich Vj. F. D* an disem starken unsern ein- 
sehen nunmehr genedigist und vätterlich zufriden sein. Doch 
so wissen E. F. D* daneben selbst genedigist und ganz wol, 
mit was verpiterten gemlieth und hertzen E. F. D' prediger und 
seine consorten uns ofl*enlich verketzern, verdammen und in 
abgrundt der höUen vcrfluechen, an dem nit genueg, sonder 
mit pluetdürstigen werten und troungen sich oflFentlich auf der 
canzl und allenthalben vernemen lassen, das es gott im himel 



* Die Acten über Hornberger »iiid gedruckt in Kindermann's Beiträgen I, 
32—58, 154—178, 277—320 und II, 272—278. Ihr Inhalt ist angegeben 
von F. M. Mayer, JereniiaM Hornberger, ö. 215 — 224. 



72 

erbarmen^ do es irem gemüet und mainung nach ein ausgang 
gewinnen solte. 

E. F. D* hochlöblichister christlicher herr und vatter hoch- 
selligister gedächtnuss kaiser Ferdinandus, von dessen zelten 
her unser christenliche A. C. im land sarabt den kirchen- und 
schuelexercitiis E. £. L. allergenedigist zuegelassen^ hat mennig- 
lichen in seinem gewissen unbetrtiebt und unbezwungen ge- 
lassen. Es sind die gehorsamisten landleuth und ander diser 
confession zucgethan, in christlicher gott liebender ainigkait bis 
auf dise stundt gewesen, sich gegen höchstementer K. M* in 
allem gehorsamb finden lassen, E. F. D^ selbst die ganze zeit 
derselben landtsftirstlichen regierung mit solcher treu, lieb und 
gehorsamb zuegethan, das sich E. E. L. über ir vermügen von 
iar zu iar hoch angriffen, dasselbig noch one unterlass mit dar- 
streckung leib, guets und bluets, zu allen fürfallunden nOtten 
noch immerdar treuherzig leisten, das ia in der ganzen Christen- 
heit menniglich sagen muess, dises arme, hochbedrangte und 
gleich in des erbfeindts rächen steckent ländl greife sich zu 
hoch und über ir vermügen an. Dannenher auch E. E. L. und 
die gehorsamisten landleuth selbs und vast menniglichen im 
lande in merkliche und unerschwingliche Schuldenlast einge- 
runnen, und wir wissen auch sonst bei disen geferh'chen leuffen 
und des erbfeinds so gewaltigen fürbrechen bei niemands andern 
ainiche hilf und beistand nach gott auf diser weit mehr zu 
suechen. Es müessen uns der warhait zu Steuer die herrn 
bischove und prelaten im landt kundtschaft geben, dass wir 
sowol unsere liebe vorfam sie, unangesehen der religion unter- 
schiedt, in unserm mitl und versamblungen und allenthalben 
im landt aller ehren gewürdigt, fridlich und schidlich mit ein- 
ander gelebt und die gemaine des geliebten Vaterlands noth be- 
trachtet haben, und da sich ichtes missverstilndigs zuegetragen, 
gebtirliches und gleiches recht einem sowol als dem andern im 
landt bei allen obrigkaiten ergangen und sich dessen ein jeder 
betragen müessen; an itzo aber und ein kurze zeit her, sider 
der neu unruebig orden in das land komen, erwecken 
sich allerlay schwierigkait, die beschwärlichsten reden werden 
öffentlich angehört: Es xoird nit passer im landt, man veriagey 
vertreibe dann und rotte gar aus die Lutterischen (wie sie es 
nennen). Man lässt sich vernemen, es wolls manicher den tag 
erleben^ dass man vom schloss herab E, E, L. kirchen und 



n 



^Ul 



in 



zu boden mll gehiessen. Ein ander will erleben^ dasa 

die Lutherischen tmd ire kirchen nlso zerschlaiffen «olie, 
'ßass kain stain und bain auf dem andern mlU hehiben^ 
E. E. L. predieanten stnn diso tilg die fenster mit allerlay 
ungebür eingeworfen; es kommen frembde nationen und hievor 
unerhörte n u n e i i ins landt, die sicli diser und iener neuerung 
anterötehen, ire leüth mit trutzigeii vermessenen worteu sich 
vil verDemen hissen und allen muetwillen mit der gassen treiben. 

Daneben so wirt den stiltten und markten (welche bisheer 
80 wol als andere E. E. L. mitgUeder^, so sich zu der A, C* be- 
kent, in iren gewissen nnbetrüeht und unbetrangt gelassen) 
durch ganz beachwärliche befelch auferlegt, das sie ire kinder 
mrgent auderstwohin als zun Jesu itcrn schicken sollen; b<ald 
kiunpt etwa ein ander beschwUrung der religionpacification im- 
ediate zuwider, 

Nit minder auch andere gehorsamiste landleüth bei iren 
pfanren und beneficieu merkliche grosse beschwärung gedulden 
müessen^ wie dann t)tto von Herberstorff sieh dessen 
hoch beclagt« hieneben iSigno A, ^ 

Ainer E. L. kirchengebeü yai äachsenfeldt im vieitl 
Cilli ist zuwider der offenthchen landtsfreyliait eingestölt.* 

Wie man dann autdi sonst alle unsere reÜgionsverw^andte 
und raitglieder anfein dt, sie nindert in diensten und sunst zu 
beftlrdern gedenkt, das ist wissenüieh. ■' 

Welches alles zuwider der in religionssaeheu abgehand- 
leten und vergliebencn pucitieation und des gnedigisten zu 
mehnnalen besehehenen landtsflU^tlichen Vertröstung und con- 
station ist. 

Ob nun solchs alles E, E. L. nit billich hoch sehmerzen 
und betrüeben solle, das iro solche widerwärttigkeit so ganz 
unverdienter und un verschalter Sachen zuegeftlegt werden und 
wie beschwärliche erweiterung daraus lesthch ervolgcn, was 
auch andei-sthails fdr lieb und lust zu solchen beschwärlichen 
anlagen nnd daratreckung leibs und pluets kan vorhanden sein, 
as w^ollen E, F. D* als unser genedigister herr und landsfürst 
enedigist und vattertich erwegen. Der ewige gott im himmel. 



^Die HerberBtorflf'jjcLe Atig^eleg-enlieit s. obüii Nr. 42, der ßesacli der 
Aaitl&cheii Schule für die HUrgerssUhue s. oben Nr. 33, 34. 
S. Nr. 31. 
» Ebendft, Nr. 83. 



74 

der ein erkenner ist aller herzen, der weiss es, die werk die 
bezeugens, wie treulich gehorsamist und aufrecht wir es mit 
E. F. D^ als unserm genedigisten herm und landsfürsten und 
unserm geUebten vaterlandt mainen. 

Do entgegen im widerspil die unruebigen leuth sambt der 
frembden nation, welche von natur den teutschen zum 
höchsten aufsässig ist, und durch allerlay practiken sich 
einschlaiffen und anders nichts trachten und gedenken, dann 
feuer anzuztlnden und bluetpadt anzurichten, so wir doch des 
Unglücks und des täglichen, ia stündlichen Verderbens sonst 
vom crbfeindt den Türggen laider mehr als zu vi! schon im 
landt haben und gewärtig sein müesten, es ist denen so etwa 
ir lebenlang nit gelernt haben und nit wissen, was die geliebte 
rhue, ainigkait und gcmainer landsfridt für ain treffliche hohe 
gäbe gottes ist, leicht zu allerlay widerwärtigkait und Zerstörung 
des gemainen fridens zu ratten ; sie denken etwa wenig auf den 
ausgang, sunderlich an disen geßlrUchen orten, da man sunst 
(wie gemeldt) unglück und feindts genueg hat, dann sie haben 
etwa wenig zu verliern, das ir aigen ist; und wann es übel 
zueget, ziehen sie ziun landt hinaus, wir aber, deren liebe vor^ 
eitern mit rhue und ainigkait in unserm geliebten vaterlandt 
sitzen, anders nichts dann lieb treu und allen gehorsamb zu 
E. F. D* als unserm genedigisten herrn und landtsfiirsten tragen 
und anders nichts wissen wollen, dann wo unsere Heben Vor- 
eltern also auch wir und unsere kindskinder, so lang dises ge- 
horsamistes landt vor dem erbfaindt aufrecht verbleibt, dan 
mit beständigen aufrechten gemüet als ehrliche pidersleuth uns 
gegen E. F. D* und derselben geliebten fÜrstÜchen erben in 
allerlay widerwurttigkait redlich und aufrecht zu verhalten, die 
gedenken den Sachen etwas tiefer nach und wissen aus gueter 
erfarenhait, wie ein erbärmblich ding es ist, solchen gemainen 
friden, rhue und ainigkait zu perturbiern. 

Und ist dem allem nach an E. F. D^, unserm genedigisten 
frumen und christlichen herm und landtsfiirsten, unser ganz 
gehorsamistes und unterthenigistes flehen und pitten, E. F. D*, 
die wolle denselben feueranzindern sovil genedigist nit ein- 
räumen, das E. F. D* wider derselben so getreue und gehor- 
samiste landschaft ein ungnedigs gemüet schöpfen und die ge- 
horsamisten landleuth und mitglieder des landts nit mit allen 
genaden der hievor genedigisten beschechcnen Vertröstung und 



75 

contestatioii nach ansehen und bedenken wolten. Also auch 
E. E. L. in gemain und sonders bei hievor zu allenthailen ab- 
gehandleten und verglichenen religionspacification und wissent- 
lichen firejhaitten alle Sachen genedigist und unbetrUebt bleiben 
lassen und fUmamblichen denen herm und landleuth auch andern 
unverhört und unüberwundner nichts ungtietliches und beschwär- 
lichs auferlegen. 

SonderHch aber, dass sich hinftiro wegen E. E. L. kirchen- 
und schueldienem in ainem und dem andern ainiche beschwä- 
rang zuetragen wurde, dass den verordenten ditsorts ir erste 
Instanz, welche sie anstatt E. E. L. über derselben diener haben, 
nit entzogen werde. 

Und nachdem auch die herm verordenten bishero nur 
dasienig, was E. E. L. schluss, befelch und Verordnungen mit 
sich gebracht, dem vertrauen nach, so E. E. L. in ir personen 
gestellt, gehandlet, inmassen inen denn solches in denen land- 
tagsschriften und nit weniger in irer gemessnen instruction auf- 
erlegt worden, so bitten wir ganz gehorsamist, E. F. D* wolle 
inen ditzfals nichts unguetlichs oder ungnädigs zuemessen, dann 
E. E. L. sunsten grosse beisorg tregt, das bei so beschwärlichen 
zuemuetten und Verweisungen, die inen ein zeit hero begegnet, 
sich hinfUran kainer zu solchen onedas mühesäligen diensten 
gebrauchen lassen wurde und also gmaines vatterlands wolfart 
umb so vil weniger betracht und gefiirdert, vil mehr aber be- 
drounde Untergang gleich auf einmal hereinbrechen wurde. 

Und wollen E. F. D* also iederzeit E. E. L. in gemain 
und sonders genedigister hcrr und landsfurst sein und bleiben, 
nit minder als wir E. F. D* als unsers genedigisten herrens und 
erblandtsfiirstens zu ewigen zeiten ganz getreue gehorsamiste 
mit leib guet und pluet zuegethane landleuth und unterthanen 
in rechter, beständiger treu und lieb erfunden sollen werden. 
E. F. D* wir uns hieneben urab genedigisten und vätterlichcn 
beschaidt diemüttiglich und in aller unterthanigkait bevelchent. 

E. F. D* unterthänigist und gehorsamiste 

E. E. L. des herzogthumbs Steyr 
der Augspurgischen Confession zuegethan. 

In Sötzinger steht als Datum: Grätz 2. December 1580. 



76 

46. 

Der Bischof von Seckau und die Prälaten des HerjsogOiu 
Steiermark an Erzherzog Karl: Bitte, den Angehörigen der 
A. C, keine weiteren Concessionen zu manchen, damit nickt die 
katholische Religion hierzulande ganz zu Grunde gehe. Hin- 
weis auf die ungelieuren Fortschritte der A, C. (Grcuf) 1580 

December 4, 

(Cop., St.-A. Innsbruck, Act. über steir. Ref., 1580 M&rz 12 bis 1681 De- 
cember 16.) 

Durchleuchtigster erzherzog. Gnedigister herr vnd landes- 
fürst. An E. F. D* ganz cristenlichem vnd vatterlichem eyfer 
zu befuerderung vnd handthabung vnser waren catholischen 
religion vnd geistlichen iurisdiction tragen wir gehorsamist kain 
zweifei, damit aber dannoch E. F. D* in jetzt werendem land- 
tag, nit weniger als vormalls auch, vnser duemuetigist flehen 
vnd bitten, in derer vorsteenden christlichen vnd fürstlichen 
antwort, auf derjenigen herrn vnd landleüt, so der A. C. an- 
hengig, besonderbar anlangen vmb weiter ihrer neuen religions- 
exercicien sovil mehrer vrsach haben, solch ihr bitt gänzlich 
vnd ernstlich abzulainen: 

so bitten E. F. D* wir sament, auch in namen der abwesen- 
den betrangten cathoKschen, abermals ganz düemuettigist: die 
wellen nun entlich iren gnedigisten vnd cristlichen eyfer noch 
zu herzlichem vnd christlichem gemueth fueren, welchermassen 
die der ermelten confession anhengige mit der irem berüemen 
nach erlangten toUerants oder zucsehung nit allein unser wahren 
catholischen vnd apostolischen religion, Ordnung vnd iurisdiction 
zuwider, sondern auch E. F. D* selbs auf vill weeg ganz schwär- 
lich fiirbrechen, vnd zwar allerhand ir thuen und wesen, also hoch 
vnd weit extendiert, dass nichts anders in kürz, da nicht zeit- 
lich geburliche wendung geschiecht, besorglich zu erwarten, als 
entlicher vndergang vnser seligmachenden religion vnd cristen- 
licher Ordnung, dann mehrer als zu vill augenscheinlich, wie zu 
stetten, marckten vnd dörffern die newen aufgestelten, unge- 
weichten predicanten nit allein die burger- vnd pauerschaft, 
sondern auch die kindcr in schnellen mit vnderweisung, mit 
einschlaifung allerlei vnser wahren religion widerwärtigen bilech- 
lein, haufenweis auf ihr newe religion ziehen, die catholischen 



77 

aus ihrem rath vnd mitl ausschliessen vnd betrangen, denen 
ordenlichen catholischen pfarrherm geweltigclich in ihr seelsorg 
greifen, ir accidentia vnd zueleg abstricken, sie, die herren vnd 
landleut angeregter confession, das ins advocatiae wider alt her- 
komen vnd vnser freyheit im land hin vnd heer also gewaltig 
extendiem vnd exerciem, dass vnser ins patronatiis, lehenschaft, 
confirmation vnd ordinariambt weder stat noch platz hat, ein 
yeder vogt seines gefallens mit pfarr- und kirchengliettem 
handlet^ die katholischen austreibt, ihrer confession unordinierte 
predicanten aufstellen, dieselb stark wider vnser iurisdiction 
aigens gewalts handhaben, bei inen allen gehorsam gegen den 
Ordinarien abstellen, solche unpresentierter vnd unconfirmierter 
ihres gefallens auf- vnd absetzen, mit den geistlichen guettem 
vnd zehenden frei handien, kainem ordinario geburlich ein- 
sehung vnd Wendung zu thuen oder zu visitiem oder reformim 
kaineswegs statt geben, also das wir bei all unsem vleiss vnd 
guetten vorhaben vnser ambt vnd ins der notturft vnd altem 
herkumen nach nit kunen exercirn, noch was fruchtbarlichs 
ausrichten, wie dann E. F. D* hohe beschwärungen villfeltig 
zaekumen. 

Weill dann ye diss zu vndergang der catholischen re- 
ligion, Ordnung vnd iurisdiction geschiecht, vnd der gegentheil 
ye länger ye mehr sich urab mehrer gwalt vnd zuelassung 
bearbeit, so ist vnser ganz düemüettigist vnd gehorsamist an- 
meffen vnd bitten : E. F. D* die wellen, irem von gott erthailten 
hohen vnd cristlichen catholischen verstand vnd eyfer nach, 
all eingerissne neuerung, so vnser uralten wahren catholischen 
religion vnd iurisdiction ganz zuwider, bei dem gegentheil gänz- 
lich ab- vnd einstellen und vns bei der catholischen religion, 
Ordnung vnd gerechtigkeiten gnedigist handhaben; das wird 
gott E. F. D* ewiglich belohnen. Wir wellen auch sambt allen 
catholischen solches umb E. F. D' auch F. gemahel vnd leibs- 
erben mit vnsem andechtigen gebett fleissig verdienen. Vns 
zu gewehrlicher antwort düemuetigist vnd gehorsamist befehlend. 

E. F. D' ganz dücmuetigistc vnd gehorsamiste 

N. bischov vnd preläten im flirstenthumb Steyr. 

Auswärts: Ist mit dem decret, so den 10. diss an die zwcen 
stand der A. C. ervolgt, erledigt. Decr. per arch. 14. Decembris 
15«0. Unten: 4. Decembris 1580. 



78 

47. 

Anordnung, dass in alien landesfürstlichen Stadien und 
Märkten ausschliesslich die katlwlisclie Rdigimi exerciert werden 
dürfe, Herren und Ritter dürfen in Graz für sich und die 
Uirigen zwei Prädicanten Juilten, die auf dem Landhause pre- 
digen. Auf ihren Schlössern huhen sie, doch nur für sich und 
die Ihrigen, ihr Bekemitniss frei. Was den Katholiken entzogen 
ist^ muss bimicii zwn Monaten erstattet sein, 1580 December 10. 

F. D* genedigiste resolution auf dero geistlichen catholischen und 
weltlichen von herrn und ritterschaft landtstände diss löblichen 
fürstenthumbs Steyer . . . der Augspurgischen Conf. . . . iüngist 
überraichte unterschidliche beschwärschriften die religion be- 

treffent. ■ 

(L.A., L.-H. 32, Sötzinger, St.-A. Innsbruck.) 

Von der F. D* . . . N. denen geistlichen catholischen etc. 
(lüie oben) , , . anzuzaigen, wie sie, die ermelten zween stenndt 
von herrn und ritterschaft, I. D* dise tag ire habende beschwä- 
rungen in iren religionssachen übergeben und umb derselben 
crclärung gebeten, also weren auch sie, die prelaten und geist- 
lichen, bei I. F. D* ftlrkomen und sich zum höchsten beclagt, 
dass sy von inen in vil weeg wider die gebtir dermassen be- 
drangt und angefochten werden, dass sie es weiter zu erdulden 
kainsweegs wüssten, mit höchstem flehen und bitten, inen 
solche bedrangnus wUrklich abhelfen und sie noch lenger bei 
iren wolhergebrachten rechten und gerechtigkaiten zu erhalten^ 
wie inen solches I. F. D* in der erbhuldigung genedigist ver- 
sprochen, es sich auch sonsten dem göttlichen und weltlichen 
rechten nach in allweg gebl'u'en und zimen wolte: 

So sein I. F. D* derwegen sonderlich von den herrn Ordi- 
narien und andern geistlichen reichsfürsten, die im landt be- 
güetert, vilmals auch ersuecht und iro lauter angezaigt, da 
I. F. D* weiter die Sachen also durch ainander gehen lassen 
und sie bey (den)ienigen, so von iren vorfam an sy komen, 
nit handthaben, dass sie gedrungen werden, sich solches bey 
der mehrern obrigkait zu beclagen und daselbsten umb gebür- 
liche wendimg und einsehung anzuhalten. 



* Praesentate den 12. December 80, hora 7. 



79 



Über »olches kouden I. F. D* die täglioben clage% io 
hej iro von den pfarrern und armen paiiei'r^Ieutten der nen- 
mngen lialben, die man inen in religionssachen mder ir ge- 
wissen dort und da znemuettet, fürkomen und nit wenig zu 
schaffen gegeben, Iiaufenweis erzöUen^ aber weil sj aonsten 
wissend und landkondig, so wüllens L F. ü' beruhen lassen und 
allain volgents inen, denen von berrn und ritte rschaft mit auch 
nit geringer selbs aigner besehwäning anftiegen^ das nämblieh 
L F. D*, seitheer sie inen in den religionssachen das bewüsste 
nachsehen gethan, bey «r vüeu und vilen die schuldig gebor- 
samb schier durchaus verloren: dann was immer diser oder 
iener lustet^ das darf er unter dem sehein desselben nachsehens 
thuen und sonderlich andern das. irig, des sie und ire vorfaren 
von andenklichen Zeiten mit guetem rechtlichen titl heerge- 
brachty aigens willens gwaltigclich heernemen, usurpiren, und 
was es L F. D', wie sie vor gott zu thuen schuldig, abschaffen 
und den entwerten das irig wider zu lassen mandiern, als- 
paldt nit allain mit denselben ai^en willigen sondern auch mit 
den verordenteu und andern disputiren und sieh gleichsamb 
von inen in irem tluicn sindiciereii lassen müessen^ als wann 
sie ein gemalter oder papierener landtsfürst wären, 
au dem I. F. TF bisheer on unterlass geduldet, dass ire prcdi- 
canten nit allain unsem erlöser und aäligmaelier den herr Jesnm 
selbs in seinem hochwürdigisten sacraraent des altars erschröek- 
lich gelestert und den leibhaften teüfl gescholten, sondern auch 
I. B. H*, die K. M\ L F. D*^ derselben herm brueder und 
vettern sambt allen andern iren religionsverwandten fumenib- 
lich in diser L F. D* hanptstat G r ä t z flir abgotter. mameluken, 
verlaugente, abti'innige Christen und die ergisten, losisten men- 
schen^ so der erdpoden tragen möchte^ öffentlich und one 
scheuch ausgeschriren, verdamet und so uncristenlich beruch- 
tigety das sich zu verwundern^ wie es unser herr gott erleiden 
mögen: das alles wäre nun znvordrist wider S*^ güttliehen 
M* gepot. I. F. D' könden auch nit befinden, das es ainichen 
christenlichen potentaten ye widerfareo, weniger das es derselb 
geduldet und gelitten hette; so ist es wider alle gute polliceyen, 
reichsordnungen und Satzungen^ in welchen solch gottslestorn, 
wie auch der fdrgesetzten obrigkait und des negsten verdamen, 
schelten und bcrüehtigonj zumal aber das gewalttätig nemen, 
Tergwältigen und usurpieru zum höchBten verpotten, und der- 



80 

Iialben ir aller Vernunft nach die unwidersprechenlich warhait, 
welcher potentat oder fürst solches auf dem seinigen und von 
sein landtsassen gedulden mag, das er sich des Schwerts, so 
imc unser heiTgott zu Bestrafung des Übels und zu beschützung 
des gueten gegeben, nit gebraucht und dass derwegen seine 
Sachen in die lenge kain bestandt haben könden, sondern er 
muess seinen unterthanen der gebür nach vorstehn und fllr- 
ziehen oder sein stell andern räumen, wie etwo ir villen dort 
und da begegnet, welches sich zwar I. F. D* zu iren getreuen 
landen, als die noch bisher bei I. D* auch derselben löblichen 
vorfaren, wie fromen redlichen leüten zuestet, in alweg gehandelt, 
gar nit versehen, sie auch darunter im wenigisten verdenken, 
aber I. D* wurde dennoch fürgewäet, weil man sich nnderstee, 
I. D* schier fürzuschreiben, wen sie im landt gedulden oder nit 
gedulden, item was^ sie für diener bestöUen und halten, mer 
welche potschaften sy annemen oder abziehen lassen, so sollten 
I. F. D' billich dergleichen und andere Sachen merers gewar^ 
nemen und nit alles für die obren geen lassen, inmassen dann 
zu solchem I. F. D* mit warhait wol schreiben mögen, wie sie 
von ftimemen leütten, die es mit I. D* zum pösten mainen, ge- 
warnet, wofer sie die neuerungen und änderungen in den re- 
ligionsachen, als ein zgit herumb beschechen, gedulden und nit 
ceist wider einstöUen und abschaffen, dass man dargegen aas 
noth Sachen für und an die handt nemen, die I. F. D* sambt 
iren getreuen landen zum beschwärlichisten fürfallen wurden. 
Darob nun I. F. D* zum höchsten und umb so vil mehr er- 
schrocken, weil sie sambt iren löblichen vorfarem mit irem 
sondern schaden erfaren, was sie sich auf ire nachpern zu ver- 
lassen, die dann vorlengst, da es inen unser herrgott verhengt, 
das ganze löbliche haus Osterreich, also zu schreiben, in ainem 
löfFl gern getrenkt hetten, welches sich itzo bey inen und andern 
mehr desto mehr zu besorgen, weil es an die religionsachen 
komen, die bei unsem zeiten und hievor öfter grossmächtige 
königreich, fürstenthumb und lande in gäntzliches verderben 
gebracht. Das alles haben I. F. D* ain zeit herumb mit sonderer 
bekommernus umständiglich erwogen, zu gemüet gefüert und, 
wiss gott, den weegen und mittein, dadurch es ftlrzukommen, 
alles getreuen vleiss nachgedacht, wie auch sein göttliche güete 
umb iren heiligen geist, der I. F. D* das peste und rathsamiste 
eingab, inniclich gepeten, aber über alles getreuer nachgedenken 



k&in bessern rath finden küHDen, als in Sachen ein solchen ent- 
schlus 2U nemen, damit zugleich die geistlichen und sie, die von 
' herrn und der ritterschaft, sambt andern L D^ Jandtääsaeu nach 
müghchkait zufriden gehalten» wie auch die herra ordinarii und 
fUrnemblich I. B. H* samht andern benachparten und zuvordrist 
I. F. D* selbs in irem christenlichen gwissen und sonsten aufs 
pest beruebigt und contentiert werden möchten, zumal weil 
I. F. D* auf solchen fall statlicher hülfen und darreichungen, da 
etwo der erbfei ndt überhand nemen und fürprechen wolte, 
TertrGstet, und sonsten im widrigen fahl I. F. D^ das ewig elagen^ 
plagen und beschwären nit erwehren, sondern letzlich alles durch 
ainander gehn lassen und sich sambt iren getreuen landen von 
haiden und Christen verderbliehen, unwiderbringlichen Schadens 
und Untergangs unzweifenlich versehen müesten. Weil dann 
I. F, D' solches alles mit der höchsten warhait bezeugen mögen 
und sich ye zu iren getreuen unterthanen kaines andern ver- 
seben^ dann dass sie aus cristenlichem guetem eifer in sachen 
gern ain ubrigs thuen und I. F. D' solch droent gemain ver- 
derben ires eusseristen pesten Vermögens fiirkomen und ver- 
htleten helfen werden, so wollen L F. D* hie mit in gottes nameu 
AHB tragender landtsfUrstlicher macht dises in gemain statuirt^ 
geordent, mandiei*t und gesötzt haben, das in allen iren 
auch derselben reÜgionsverw^ondten haupt- und andern 
filötten, markten, herrschaften, dörfern und flecken, 
kainen ausgenumen, allain die alt catholisch Christen- 
liebe römische religion exerciert und darwider von 
der andern religion verwandten in ainichem schein, 
wie der auch zu erdenken, nichts attentiert oder für- 
^enomen werde, für ains. 

Am andern aber, soll es aus sondern gnaden und vätter- 
liehen nachsehen den herrn und landleuten, so alhie 
hausen werden, un verwert sein, ain oder zween pre- 
dicanten der wahren Augspurgischen confession zue- 
gethan^ zu halten^ die allain inen und irem gesindt im 
laodthaus predigen und iren kirchendienst halten mögen, aber 
sonsten durchaus niemandts zuelassen, weniger sich der pfarr- 
lichen recht mit predigen, taufen, communiciern oder ainicher 
anderer gestalt anmassen. 

Doch sollen zum dritten die andern landleüth sie auf 
ire betlser hinaus beruefen oder andere iresgleichen in den- 



selben iren heüsern allaiii für sich^ ir weib, kindt, gesindt 

unterhalten und also irer erkenten und bekeuteii religiou sich 
gebrauchen, aber ganz ohne dasa sie andei^ benach parte in 
ainich weeg darzue raizen oder^ da sie schon selbs kämen, dar- 
zue körnen lassen mögen, dann es L F. D* kainsweegs zu ge- 
statten wtissten. 

So ist zum vierten I. F. D* endhcher willen und mai- 
nung, daas weder I. F, D*- noch iren verwonten in derselben 
lehensehaften oder iure continnandi in ainich weeg und Booder- 
lieh unterm sehein der vogteien kein eintrag durchaus beschehe, 
sondern wie sie ire lehenschaften und eontirmationes vor hun- 
dert, sechzig, fünfzig, vierzig, dreissig, zwainzig und zehen 
iaren gehabt und sich derselben gebraucht, also wollen I. D* 
auch^ dass sie dieselben noch hinfliro beständiglich haben, sich 
derselben gebrauchen und inen darunter von den vogten kain 
sperr oder irrung beschehen und sieh die vogt bei den kirchen 
nichts mehr, als was inen die geistbchen recht und die kaya. 
policey zuelilsst, annlassen sollenj bey L D* ungnadt und straff. 

Über solches und zora fünften statuiren und decerniren 
L F. D* auch ganz ernstlich^ wer diser oder iener kirchen das 
wenigist entzogen, das er es derselben inner zwayer monnat 
aufs lengist gäntzlicli widerkhere und sich hinfÜro niemandts 
nichts solches understee, als lieb im sey L D^ ungnadt 
straff zu vermeiden. 

So ist auch 1. F. D* entlicher willen und mainung, dass 
man der religion halben gegen einander nindert und nichts 
durchaus unfreunthchs filrnemen, sonder in brüderlicher freunt- 
schaft ainander liebe und guets gunnen und mit I. D' ieder- 
man sich dahin eusserlich bemüen solle, damit man das ge* 
liebte vaterlandt noch lenger vor des Türggen tyranney auch 
anderm verderben verhüeten und man also allenthalben der- 
massen hausen, mit einander höben und legen mög, wie es 
fromer, Christen lieh er obrigkait und iren getreuen gehorsan 
unterthanen gebürt und wol ansteet. 

Dise resolut! on haben L F. D', als sie mit gott be^ 
zeugen künden, allain iren getreuen landen und leuthen, wie 
ungern sie sonaten daran koraen, zu guetem und vei-sieherang 
fllrgenuraen. Wollen sich zu iederman in gemain und sondei^ 
hait der von gott gebottnen gehorsamb in alweg versehen und 
daneben zu denen von herrn und ritterschaft endlich getrosten, 




8S 

weil sie Bambt iren weib^ kindt and gesindt in irem gwissen 
unbekommert bleiben und aller vergwältigung frej sein, sie 
werden die Ursachen, so I. F. D* zu diser erclärung und Ver- 
ordnung unvermeidentlich bewegt, ohne alle affect, der not- 
turft nach erwögen und darauf die getreue sorgfeltigkait, so 
I. F. D^ für sie und das ganze vaterlandt mildiglich trägen, nit 
allain wie billig loben und preisen, sonder auch I. F. D* unter- 
thenigist darumben dankbar sein und sich derselben weder mit 
Worten noch werken im wenigisten widersetzen, dann I. F. D* 
ye der Sachen änderst zu thuen nit gewist und noch nit wissen, 
sy weiten dann landt und leuth in eusseristes verderben setzen 
und wider alle vemunft handien. 

Decretum per archiducem 10. Decembris anno 80**°. 

Wol%ang Schranz D. Primus Wantzl. 

48. 

Die Salzburgischen Abgesandten an Erzherzog Karl: Bitte, der 
,Canfessionisien' unzeitiges und unbefugtes Begehren abzuweisen. 
SoUie num ihnen die Toleranz, deren sie sich rühmen, nach- 
sehen, so könnte die katholische Religion und die geistliche Juris- 
dictum dabei nicht bestehen, Graz, 1560 December 11. 

(St.-A. Innsbruck.) 

Durchleuchtigster . . . Wir setzen gleichwoU in kainen 
zweifei, E. F. D* werden, ihrem flirstlichen auch christlichen 
von anfangs her erzaigten eyfer vnd willen noch, gegen der 
heiligen wahren catholischen religion sich noch fortan des- 
jenigen, was zu der eher gottes vnd seiner allgemainen kürchen 
aufiiemen, dienstUch vnd furderiich, zum bessern befleissen vnd 
mitsein (sie), 

Dieweil wir aber vernemen, dass an E. D* diejenigen 
E. E. L., so der A. C. verwant, ain schriftHch begern gethan, 
welches in eflfectu dahin gesteh sein solle: Da E. F. D* dem- 
selbigen beyfallen vnd bewilHgen wurden, dass solches nit 
allein zu mehrerem undertrucken der katholischen religion, 
sondern auch zu abbrach des hochwirdigisten vnsers gnedi- 
gisten fursten vnd herm von Salzburg sambt der andern herm 
Ordinarien Jurisdiction, nit weniger zum abfall vnd vngehorsam 

6» 



84 

I. F. G. noch öbrigen katholischen vnterthanen in disen E F. D* 
erblanden (welchs doch der allmechtig genediglichen abwenden 
welle) geraichen wurde: solchem allem^ sovil immer muglich, 
zu fUrkomen^ hat vns noch über das, wass E. D* wir kurz ver- 
schienen tag vnterthenigist angefüegt, bei derselbigen in düe- 
muetigister, auch unterthenigister gehorsam nochmalls zu er- 
scheinen, t\Xr ratsam vnd notwendig angesehen, in namen hoch- 
gedachts vnsers gnedigisten herm freundt- vnd nachbarlich an- 
zulangen, für vnsere personen dUemuetigist vnd unterthenigist 
zu bitten, die welle obbemelter herm confessionisten ynzeitlichen 
auch unbefuegten begem im wenigisten nit statt thuen, wie 
dann £. F. D^ solches zu thuen guet fueg, recht vnd statt 
haben, auch woU thuen künen vnd wissen. Im fall auch 
£. F. D* ihnen hievor ainiche toleranz nachsehen oder con- 
cession, alls sie sich beruemen, so vnser allgemainen religion 
vnd geistlichen iurisdiction nachtailig, communicieren vnd zue- 
gestehen, dieselb ohn alles mitl widerumb aufheben, damit die 
vrsach ferreres eintrags in glaubens- vnd geistlichen iurisdic- 
tionssachen, so biss daher zu E. F. D^ selbs aignen auch vnsers 
gn. herm von Salzburg vnd aller katholischen diss E. F. D* 
hochlob. herzogtumb Steyr nachteil gereicht, abgeschnitten 
werde. 

Hieran thuen E. F. D* ain billich, hochnotwendig, gott 
vnd seiner kirchen angenembs werk, welches sein alimacht 
E. F. D* derselben hochgeliebten gemahel, jung herrschaft vnd 
nachkomen mit ewig werenden wollfart ohn allen zweifei ver- 
gelten, auch mer hochgedachter vnser gnedigister herr von 
Salzburg die zeit I. F. G. lebens vnd deren successom vmb 
E. D* vnd deren zuegethonen in alle mugliche weg freund- vnd 
nachbarlich beschulden vnd verdienen werden. 

Diss haben E. F. D^ wir anstatt vnsers gnedigisten ftLrsten 
und herm aus schuldiger pflicht unterthenigist flirbringen soUen, 
im fall die Sachen änderst als obvermeldt (da gott vor sei) aus- 
schlagen wurden, dass S. F. G., als ob die ein solches stil- 
schweigen fürliber geen lassen, genzlich vor gott vnd ihren 
nach gott flirgesetzten obrigkeit entschuldigt. E. F. D* vns in 
allen düemüetigisten, vnterthenigisten gehorsam bevelhend. 

Düemuetigiste caplän vnd unterthenigiste diener 

N. und N., die fürstliche Salzburgische abgesandte. 



85 

Auf der äu9seren Seite: Ist mit der vom 10. diss den 
dreyeo Btänden von prelaten, heiTn und ritterscliaft ervolgten 
resolution erledigt. 11, Decembris 1580. (S. Nr, 47,) 



49. 

Anbringen der Angeftorigeti der A. C, auf die Antwort des Erz- 
hetJBögg vom 10. December 1580: Berufung auf die Landes- 
freiheiten, Sckmerg über die landesßirstliche Remhdimi, Ver- 
trauen auf den Landesfürsten. Widerlegung der Beschtverden 
der Prälaten, Fem solchen hätten sie nie gehört. Es sei un- 
gerecht^ Anklagen in Bausch und Bogen vorsubringen. Die 
Stände hätten sich stets n(M;h der Facification gehalten, IJtre 
JVime gegen den Landesfursten lassen sie nicht verdächtigtm. 
LäBierungeti der Prädieanten würdmi bestraft. Erinnerung an 
die Graser (1572) und Brucker (1678) Pacißcation, Bitte, $ie 
dabei Jtu lassen, GroB, 1580 Deventber 15. 



(L.-A., L,-H., Sötzinger, St,-Ä. Innsbmck wie oben.) 



rDiirchleuchtigister . . , E, F. D^ . . . übergebne resolution 
über ihr ftirgeb rächte beschwänmgen haben wir , . , in unterthenig- 
kait und mit grossem schmerzen angehöii: und veniomben. 
Wir danken aber aniangs dem alhnachtigen gott, dass 
dises gehorsamiste landt Steyr mit solchen ansehenlichen frey- 
halten^ löblichen gewonhaiten und gebreuchen begabtj darinnen 
lauter flii*gesehenj das niemand im land un verhörter und nn- 
tiberwandner condemniert oder auf ainesthaUH blosses anzaigen 
de facto ichtes declarirt kan werden, welches zwar auch die 
christliche veruunft, die natürliche billigkait und alle rechten 
also erfordern, 

Fiirnerabhch aber so danken wir gott, der diäem gehör- 
samiBten landt Steyr und zur zeit^ da's laider schon gar am 
spitz stet und auf die letzten pindtriemen wegen des überlegnen 
grausamen erbfeiudts den Türggeu ist komen, zu trost und irer 
erquickung von dem loblichen haus Osterreich ein solchen 
christlichen und mit aller warhait hochberiiembten herrn und 
erblandtftirsten gegeben hat, welcher «einer hochlöblichen heben 
vorfam exempel nach mit recht teutschem gemiict derselben 
von gott undergebne unterthanen thuet regieren. 



86 

Und obwol ein kurze zeit beer allerlay irmng eingefaUen 
und sich solche widerwertige frembde orden^ nationen und 
personen gefunden, da es nach irem sinn und mainung ans- 
gangen, vielleicht bis auf dato erbärmliche und verwüestliche Ver- 
änderung im landt entstanden weren, so haben doch E. F. D* 
so wol derselben hochlöbliche christliche vorfam mit derselben 
getreuen und gehorsamisten landschaft zu fridens- und un- 
fridenszeiten, also genedigist handien lassen, auf dass E. E. L. 
ire obligen und nott E. F. D* als herm und landsfUrsten frey 
und ohne scheuch gehorsamist fllrbringen dürfen, und sich zu 
E. F. D* änderst nit als einem vatter des vatterlands gehor- 
samblich versehen» und getröstet . . . Also haben wir dise unter- 
thenigiste hoffnung, E. F. D* die werde uns genedigist hören und 
das, so wir des ganzen landts und unserer unvermeidenlichen 
notturft nach auf disen uns an yetzo übergebnen schriftlichen 
beschaid, darinen uns gar zu vil, iedoch hoffentUch ganz un- 
verdienter und unverschuldter Sachen zuegemessen wirdt, zu 
unserer rechtmässigen und billichen Verantwortung gedrungen- 
Uch und gehorsamist fürbringen mit . . . gnaden vememen . . . 

Was nun erstlich belangt der herren prelaten und geist- 
lichen beschwärung, so sie bey E. F. D* wider die gehorsa- 
misten landleuth fürgebracht, als sollen sie in vil weg wider 
die gebUr von uns dermassen bedrangt und angefochten sein^ 
dass sie es weiter zu erdulden keineswegs wüsten, ist uns 
solches ganz frembdt imd schmerzlich fürkomen: dann uns 
umb ainiche dergleichen angedeute beschwerung gar nichts be- 
wusst. Sie haben gleichwol hievor und anietzo generaliter ange- 
meldet und sich iederzeit in religionssachen von uns abgesündert, 
aber von ainicher bedrangnuss, so durch uns inen zuegeftLegt, 
werden sie verhoflFentlich als erliche bidersleuth nit sagen oder 
da sie so gar ein verpittertes und verhasstes gemüet erst an 
ietzo unverschiddter Sachen gegen uns geschöpft und uns also 
hässig bei E. F. D* hinderrucks angeben und ein solche Ver- 
wirrung und hievor in disem landt unerhörte beschwärung und 
unrath dardurch anzurichten gedenken, selten sie doch zum 
wenigisten solche ir beschwärung öffentlich in specie vermeldt, 
inmassen wir es iederzeit in irer gegenwart one scheuch unsern 
thails in gemain und ein ieder in Sonderheit in ofiuen freyen 
landtägen gethan oder bey so gueten rechten und christlicher 
obrigkeit im land zu verhör und rechtlichen entscheid gebracht 



87 



haben, so künde sieh daheim ieder ehrUcher mann der gebur 
Dach verantworten oder die solche angezogne so grosse be- 
drangnusa inen in gemain und sonders xuegeftiegt, davon ab- 
gehalten werden, aber unverhörter auf ainea thails haimliches 
clagen alspaldt deceniiern und statuiem, das ist in der 
ganzen Christenheit ein ungewonlicher und ganz beecJiwär- 
licher process, 

Dass auch die Ordinarien und andere geistliche reichs- 
filraten, die im landt begütert^ E. F. D^ vilmalen angebracht, 
da sie bei demjenigen, so von iren vorfaren an sie körnen^ nit 
gebandhabt, dass sie getrungenlieh sich bey der niehrern obrig- 
kait beclagen mllessen, mit diser auflag besehicht uns durch die 
Ordinarien^ als etwa herra ertzbisehove zu Salzburg oder herm 
bisehove zu Seccaw urid andere, ganz ungüetlich und ist ein 
ganz beschwjirlicher handl, in genere und per pausch gravamina 
zu aceumuliern, ein ganz E. L. die herrn und von der ritter- 
schaft zu verderbliehen schaden und nachtl verhasst zu machen 
und nit anzuzaigen, wo^ wie und durch wen solches beschehen; 
es inöcht Salzburg sieh wo! noch besser bedenken und zu gemUet 
fuereo, wie treuherzig es die gehorsamisten landletUh mit im zu 
allen und ieden fiirgefallnen teindtsnutlien und landtempörungen 
gemaint, da aus Salzburgerlaodt der pauernpundt erstlich ent- 
standen, wie inen die gehorsamisten landleüth mit darsetzung 
leib und gucts seindt zuegesprungcn, darob auch manichea ge- 
schlecht im landt in höchste armueth und verderben gerathen. 
Ervolgt nun an ietzo diser dank darauf, dass Saltzburg auch 
durch ire gesandten zu endtlicliem des landes verderben und 
abfall unbilliche gravamina wider uns attentiern, und wie da- 
von geredt wirdt, ire aigne leüth ietzt verwichne tag in wierts- 
helissem in obern vierteln reden getriben . . ., welche gar baldt 
unrueh und empömng des gemainen mans deren enden er- 
weckben und man alberait allerlay seltsame reden und ge- 
mürmbl unter der gemain muss anhören^ gott wolle genediglich 
allen unrath verhütten, aber hoch zu besorgen bey disen schweren 
Zeiten und theuren iaren und des armen geraainen mans höch- 
«ter beschwäruDg wegen so grossen unerschwinglichen gaben 
und anlagen kan gar halt ein solches feuer im ganzen landt 
entstehen, sonderlich an den Salzburgischen confinen und bei 
den bergwerken, welches so leicht als etwo zuvor nicht ge- 
dempft kundte werden. 



h 



88 



Was der pfarrer und armen pauersleuth clagen antrifft, 
der neuerung halben, die man inen in religionasaehen wider ir 
gewissen zumuetten solle, das künnen sich die gehorsamisteD 
iandleuth kaineswegs erindern, dass einer oder mehr im weni- 
gisten zuwider der ainst verglichenen religionspacifi- 
cation gchandicty und ob auch irgend ainer vorhanden, der 
aich diss oits vergessen hette^ welches uns aber durchaus gans 
und gar unbewusst, dann da kommt in specie nichts für, sollte 
die ganze gemain, die unschuldigen sowol als die schuldigen, 
dessen entgelten^ das were zu erbarmen. 

E, F, DS die melden ferner genedigist, sider dieselbige 
das bewusste nachsehen in rehgionssachen gethan, bey ir vieleu 
und vielen die schuldige gehorsamb schier durchaus verloren, 
und nemen andera das irig mit gewalt und aignes willens, und 
wenn es L F. D* genedigist abschaflFen, alsbald t mit den ver- 
ordenten disputiern und sich sjndiciern müssen lassen, geben 
wir darauf ganz gehorsam ist zu vernemen, dass wir gleich wol 
in specie bei disem anzug auch nichts wissen, dass sieh ichtes 
beschwärliches zuegetragen hette, als was an itzo in gehaltnem 
landtag mit Otten von Herberstorff beschehen, darinnen er aucli 
anders nichts begehrt hat, allain da man de facto wider ine so 
gar ernstlich peenfellige bevelch ausgehn hat lassen^ dass man 
mit ordenlichen rechten gegen ime procediern und wider landts- 
recht und landesfreylmit ime das seinige nit nemen solle lassen, 
wann dann auch in solchen ftlllen die gehorsam isten landleuth 
wider die wisaenthcli landsfreyhaiten beschwart sein und komen 
in unterthenigkait und bitten E. F. D^ auch umb gottes willen, 
dass mau durch so süirke und peenfellige bevelch wider sie 
ausser ordentliclien rechtens nichts wüUc fiVrnemen und sie 
solches nit ktinnco erhalten, volgendts die sachen E. E. L, ver- 
or deuten anbringen, dass sie intercedendo von E. E. L. wegen 
bey E. F, D* gehorsamiste ftlrschrift mittheileUj damit ain thail 
sowol der andere wider die landtsfreyhaiten nit beschwart 
werde^ das ist ie und allezeit von des besten wegen und 
E. F, D* selbs genedigisteh begem und bevelch nach also ge- 
Bchechen. Mit was besch warlich er auslegung aber solches an- 
gezogen, das wolle E. F. D* genedigist erwegen, dass man 
solches unterthenigistes flechen und bitten ein syndicieni thuet 
nennen, nur dass man uns aufs höchst so immer müglich bey 
E. F. D' angeben und verhasst machen will; der almechtige 



gott, der ein erkenner aller herzen ist, der waiss^ dass eolche 
gedanken weit, weit von uns sein^ und wir es in unser sinn 
und geniuet nit nemen düifeUj wie so gar schimpflich und one 
ainichen reepect E. F. D^ landtsfiirstliche resolution durch solche 
Schriften des gemalten und papierenen landtsfUrsten wird an- 
gezogen; und wir wollen anders nichts darzue sagen dann allain, 
dass daa widerspil un widersprechen lieh am tag und solches mit 
der ihat und werken erwisen^ dessen uns die ganxe deutschen 
und andere nationen, sonderlich aber die cron Hungern als 
die nechßten benaehparten^ welches dises gehorsamisten landts 
Steyer treue htiJf und beistand wider den erbfeindt ganz unter- 
thenigistes und gehorsamistes gemüet gegen E. F. D* als unsern 
hochgeliebten herm und landtsfUrsten überflüssig wargenumen, 
Äur noth ausknnft geben werden. Daneben ein solcher ge- 
horsamb E. F. D^ in allen anlagen und gaben gelaist^ das sich 
das heilig römisch reich j da es inen etlichermassen bei dem 
tungst gehaltenen reichstag mit grundt und bestendiger warhait 
erselt worden, darob sich verwundern und bekennen müssteuj 
dass inen selbst solche Hberschwengliche bewilligung one unter- 
lasB und so beharrlich zu laisten zu schwär fallen wurden. 
Sollten nun anitzo, da wir die grosse gnadt verdient zu haben 
verhoflFl, all unser vermügen an guetj dann auch unser leib und 
bluet zu allen und stündlichen fürfallenden feindsnOtten dar- 
strecken^ und inner 1 7 iaren mehr gethan und gelaist als unsere 
lieben voreltem dreycn römischen kayaern, E. F, D* hochlöb- 
lichen vorfaren, iemallen gelaist haben, disen dank davon bringen, 
das uns der babst durch seine nuncios^ herr erzbischove zu 
Salzburg durch seine commissarios, die herm prelaten durch ir 
haimbliehe hinterwertige clagen, darüber wir nit gehört worden, 
ril weniger wissen, wie, wo und wer inen ainiche bedrangnus 
zuegeftiegt, sie entgegen von uns in allen ehren und wierden ge- 
halten und bishero gottlob in gueten friden, ruhe und ainigkait 
bei einander verbliben, sie in irer religion unbctrüebt und un- 
bekumbert gelassen, also auch andere widerw^ärtige personen 
alles das, so wir zum treuiaten mainen, in aller unterthenigkait 
and gehorsamb gegen E. F, D^ uns crzaigen, so unverschampt 
bei E, F, D* uns einbilden dürfen, dass wir E, F. D* unsern ge- 
tiedigisten herm und erblandsfürsten für ain gemalten und pa- 
pieren herm halten, welches sie zu ewigen zeiten nit werden 
ausfilrn können, und sie ir aigen bertz und gemüet dardurch 



90 

am tag geben, was sie von £. F. D* halten und uns aus irem 
gemüet iudiciern wellen, und dardurch sie oberzelte samentlich 
uns so unverschulter Sachen umb unser christlich nun vil lange 
iar beer erhaltene religion bringen, dieselbig ausrotten, uns ans 
unserm geUebten vatterland, allda wir uns und unsere geliebten 
voreitern von undenklichen zeiten guets und pOses, wie es der 
liebe gott geschickt, erlitten, sambt weib und kindt ins elendt, 
iamer und noth füren und verfolgen weiten, das mtU»te gott im 
himmel geclagt sein, wirt sich unser gewisslich erbarmen. 

Dass man unter andern auch thuet vermelden E. E. L. 
predicanten lesterung, dass sie unsern herm Jesum, sein heilig 
sacrament des altars lestem selten, in dem ist doctor Horn- 
berger mit seiner Verantwortung gehört worden und sich durch- 
aus solche gottslesterung nit befunden, vil weniger die obrigkait^ 
kaiser oder fUrsten, angezogenermassen angetast worden^ und 
obgleich aus menschlicher schwachhait ichtes unbeschaidenlichs 
herausgefaren wäre, wie kan dessen ein ganz landt entgelten? 
Es sey nun ime durch dise beschuldigung güetlich oder un- 
güetlich beschehen, so hat er sein straf überstanden. Im wi- 
drigen fall aber, do man uns und unser religion aufs höchste 
verkötzert und verschmacht, soll auch gebiirlichs einsehen be- 
schehen, damit zu allen thaillen mit christlicher beschaidenhait 
fürgangen werde. 

Dass aber darauf angehengt wird, welcher potentat oder 
fürst solches auf den seinigen und von seinen landsassen ge- 
dulden mag, das er sich des Schwerts, so ime unser herr gott 
zu bestrafung des übels gegeben, nit gebraucht: hat unsers 
gehorsamisten erachtens ain beschwärliche auslegung, dann wir 
zwar selbst ob aller unbeschaidenhait sowol der unserigen als 
des gegenthails ain grosses missfallen tragen, und wir unsers- 
thails in allweg solches abzustöllen gänzlich entschlossen und 
alberait beschehen ist, aber do ainer dits orts solcher gotts- 
lesterung wird überwunden, so wäre es aine seltsame conse- 
quenz, dass darumb die unschuldigen dessen in gemain entgelten 
sollen, sondern da ain thail sowol der andere sich ungebür- 
lichen unbeschaidenhait gebraucht, so wird derselbig billig ge- 
straft und umb seiqer unbeschaidenhait willen den Ion empfangen. 

Indem man aber E. F. D^ gehorsamist fürschreiben sollte, 
wen sie im landtag gedulden oder nit gedulden, was sie für 
diener bestöUen und halten, welche potschaften sie annemen 



91 



oder abziehen lassen, ans disem allem wir gehoräamißt und 
leicht ermessen können^ wie acharf und aufs übleste uns die- 
selbigen widerwärtigen alle unsere ganz untertlienigisten reden 
und Schrift anslegen; E. F, D' werden sieli selbst genedigist 
luid vätterlioh zu erinnern wissen, dass solches niemalen be- 
scliehen ist, und was etwa durch E. E. L, zum pesten ange- 
melt wegen deren personen, welche bei I. F. D' aUerlaj wider- 
wertigkait mit verbitterten und ungleichen ftirgeben anbringen 
und die gehorsaraisten landleüth one ursach in ungnad zu bringen 
sieh unterstehn^ also auch welche etwo durch die geistliche obrig- 
kait und ordinarios mit sondern vieiss albero gescliickt werden, 
damit sie E, F. D^ dahin bewegen und persuadiern sollen, solche 
besch wärliehe handln ng, wie laider die äugen scheindliche er- 
Carenhait alberait am tag gehen, wider uns ftirzunemeUj das 
aUes beschiccht nit solcher mainung, I, F. D' ma»s und Ord- 
nung fiirzusch reiben, wie oben angezogen^ sonder weil es über 
die gehorsamisten landleüth und untertlianen im landt wil ge- 
spilt sein, auf dass L F, D' denselben nit zu vil gnedigist nach- 
hengen, sondern derselben getreue landschaft in gncdigiaten und 
yälterlichen beveleh erhalten und wider gnedigstes zuesagen 
nichts besehwärliches handien und t)irnemen w ölten lassen. 

Es siud noch die handlungen vorhanden, was das erzstift 
Salzburg anno 4S wider die n. o. lande zugleich für besehwä- 
nmg aonderlich der vogtei- und lehenschaft, über die pfarren 
&nmas8ung wider die weltlichen gefürt, was auch kayser Fer- 
dinandus hochsilligister gedächtnus darauf den landen aller- 
gnedigist zueschreiben hat lassen neben Übersendung derselben 
beecbwürungen, darin sonderlich mit nachvolgunden wortcn an- 
gezogen: Dieweil aus denselben beschwänmgen und des Salz- 
borgischen synodi entschluss wird befunden, dass die erz- und 
bischove sambt der gemainen klerisey, die geistlich iurisdiction 
verrer und weiter dann sieb gebüren möchte, zu abbruch der 
landtsfursthchen hohait und obrigkait, auch derselben getreuen 
landschaften ersessnen freyhaiten und altem herkommen zu ex- 
tendiem vermainen, L M* auch kainen berichl, wie es umb die 
aogezognen beschwerungen allerdings ein gestalt hab, derwegen 
so bevelchen L W genediglich, das man alspaldt etlich erfahrne 
und geschickte landtleuth zusamen fordern, solche sehriften und 
beschwerungen mit allem vieiss ersehen, darneben auch auf die 
beschwarungcn, so die weltlichen wider die geistlichen bUlicher 



92 

weis haben mügen und was hierinnen der getreuen lande not- 
turft erfordert^ bedacht sein, yolgends lautem bericht und ge- 
horsam guetbedunken überschicken sollen.^ 

Daraus dar zu sehen, wie gnedigist vätterlich und ge- 
warsamb der hochlöbHche frume und christliche kayser Fer 
dinandus mit den gehorsamisten landen umbgangen, wie sehr 
er ime des landts freyheiten und altes herkommen, darauf er 
mit leiblichem aydt so wol E. F. D* verbunden gewesen, in sein 
herz eingebildet und vor äugen gehabt und den landen ob iren 
beschwärungen wUrklich und ganz genedigist gern geholfen, das 
ist aus disen und vil anderen bevelhen zu spüren; wann auch 
die gehorsamisten landschaften als getreue mitglieder des landts 
treuherzig aines und das ander gerathen, wie dann damals die 
landschaften vil sterker als an ietzo beschicht, ire ausftlhrliche 
guetachten in Schriften übergeben, haben die E. M* als ein 
milter herr und landtsfürst mit allen genaden angehört und 
solches nit dahin ausgelegt, als ob man der geistlich und welt- 
lich obrigkait mass und Ordnung fbrschreiben wolte, sondern 
alles dahin gerichtet, damit christUche ainigkait und ruhe er- 
halten und derselben getreuen landen ob ihren beschwärungen 
geholfen werde, da wir es an itzo und bei weitem nit so stark 
sondern durch fussfall und noch diemüetiger fUrbringen selten, 
so müssen wir für aufwiegler ungehorsame, welche mass und 
Ordnung fürschreiben, nach dem scepter greifen und was der- 
gleichen schimpfliche reden mehr sein, bei E. F. D^ angezaigt 
und eingebildet werden; dieienigen so im land wenig zu ver- 
Ueren und durch solchen unzeitigen eüffer allain bey geist- 
licher und weltlicher hohen obrigkait sich gern herfürbrechen, 
gross angesehn sein weiten und herBirzukomen gedenken, die 
haben guet zu rathen: geht es ihnen da nicht nach irem 
willen, so suechen sie ire pfrtindt anderer orten; mit den ge- 
horsamisten landleuthen hat es ein ander mainung, deren liebe 
Voreltern im landt mit ehren gewesen und sie nicht minder 
zu fridens oder imfridens zeiten bei E. F. D* und derselben 
geliebten erben als getreue unterthanen zu verharren gedenken : 
die Stollen ire rathschläg dahin, damit wie bisher herr und 
knecht mit christlichem gleichen verstandt bei einander beiben 



' S. Loserth, Reformation und Gegenreformation in den innerSsterreichi- 
flchen Ländern im 16. Jahrhundert, S. 84. 



93 



I 



und wider E. F. D* feindo, wer die immer seiu^ leib^ ehr, hab 
und guet ritterlich, so wol ire Hebe voreitern gethan, darstrecken 
mügeu und hoflen zu gott dem almechtigen^ das dieselbigen 
benachbarten^ wer die immer sein, so dem löblichen haus Onter- 
reich aufsässig sein, wann nur dise E. D* gehorsamiste lande 
aufrecht bleiben und dieselbigen durch misstranen nicht in 
widerwertigkait gerathen, nicht vil gewinnen sollen. Wann aber 
die ainst zuegesagte religionspacification in zweifl gesteh 
oder retractiert, die leuth in irem gewissen bezwungen und 
betrangt werden, so ist ia laider zu besorgen . , , dass das ver- 
derben alhie in diesen landen . . . muss ervolgen. 

Dass nun auf solche induction wegen der Ordinarien, des 
babets sambt andern benachbarten und E. F, D* selbst clirist- 
liehen gewissens beruhigung und Vertröstung der stattlichen 
hUTe^ da et wo der feindt überhand nemen wurde, dise religions- 
eachen Veränderung auf solchen weg gesteh will werden, dass 
in allen E, F. D\ auch derselbigen religionsverwanten haupt- 
ond andern statten, markten, herrschaften, dörffern und flecken, 
keinen ausgenommen, allain die alt catholische römische religion 
exerciert und darwider von der andern religions verwanten in 
ainichen schein, wie der auch zu erdenken, nicht attentiert 
oder fiii^enomen werde, mehrers inhalts derselben erclärung: 

das alles haben wir mit betrüebtem gemliet ganz schmerz- 
lich angehört und vernommen. Dieweil aber diser entschluss 
nur auf ainesthails ftirgehrachte beschwerung und auf derselben 
80 starkes anhalten also ervolgt ist, so haben E. F, I>' wir dise 
untertfaenigiste und unzweiHiche hoßnung, die werden uns auch 
mit gnaden anhören und sich auf unser gehorsamistes anbringen 
nit minder mit landstürstlichen gnaden resolvieren. 

Und wie wir dits orths den ordinariis und anderen ainiclie 
mass und Ordnung niemalen gegeben, sondern sie sind unter 
E, F. D* genedigsten schütz mit irer religion im ganzen landt 
und an allen orthen bey iren gottsheusern und pfarrkirchen 
irer vogtey- und lehenschaften iinbetrüebt und ungeirrt von 
menniglieh gelassen, also werden E. F. D' verhoffentlich unsers- 
thaiLs auch gnedigist dasienig statuier n und für bilhch erkennen, 
damit wir bey unserer christlichen rehgion an allen orten und 
enden wie bisher und es die religionspacification, E. F. D* 
hochberüerte landsÄrstliche wort mit sich bringen, auch in 
gueter ruhe und siclierhait gelassen werden. 



94 

E. F. D* die haben sich gnedigist und vätterlich wol zu 
erindern, das noch unsere lieben voreitern so wol wir zu diser 
christlichen religion und confession, welche kayser Carole hoch- 
löblichister gedächtnus zu Augspurg anno 1530 durch die 
reichsstände tiberantwort worden, noch bei kayser Ferdinand! 
Zeiten mit mundt und herzen ofFenlich bekennt und die Sachen 
durch gethanen fuessfall dahin erlangt, dass I. Kays. M* uns 
aUergenedigist unverwert zuegelassen, alhie in der stat Gh*ätz 
und an andern orten hin und wider unsere religionsexercitia 
in kirchen und schneien zu halten, also auch die lehens, und 
vogtherrn diser religion zuegethan unbetrüebt gelassen, dann 
sie sambt der gemain die kirchen mit tauglichen lerem ver- 
sehen haben, es ist auch meniglich im landt die gehorsamisten 
landleuth, burger und bauem, reich und arm, welche unbe- 
zwungen und unbenötigt sich darzue bekennt, ein ieder in 
seinem gewissen unbetrüebt gelassen und die beschwärliche 
damals ausgangne general und mandata, so in religionssachen 
publiciert gewesen, wider aufgebebt, kainem menschen gepoten 
oder verpoten, wohin ein ieder seine kinder zur lernung und 
Unterweisung hinschickt. In diser religion sein wir und vil 
ehrliche leüt in statten, markten und auf dem gey erzogen, er- 
wachsen und unterwisen, und sein auch gänzlich dahin ent- 
schlossen, mit hilf und beistandt des almechtigen gottes gehor- 
samist darbei zu leben^ zu genesen und zu sterben. 

Das alles wie obsteet, haben E. F. D* zu derselben ein- 
tretung irer 1. f. regierung also gefunden, E. E. L. hat alles zur 
zeit der erbhuldigung lauter und gehorsamist fürgebracht und 
die erbhuldigung anderer gestalt nit gethan, dann wie E. F. D* 
dem alten löblichen gebrauch nach mit irem leiblichen aydt 
erstlich und anfangs E. E. L. geschworen und zuegesagt, sie 
bey allen iren wolhergebrachten freyhaiten, rechten, gewon- 
haiten, erhaltenen gebrauchen, wie sie es gefunden, zu schützen 
und darwider im wenigisten nit beschwären zu lassen: 

Nun haben E. F. D* uns nichts neues zuegesagt oder 
geben, sondern uns bei demjenigen, so wir vil iar vor E. F. D* 
1. f. regierung gehabt, derselben hochgeliebter herr und vatter 
kaiser Ferdinandus aUergenedigist zuegelassen, bis daher auch 
mit rueh verbleiben lassen: es sind gleichwol zur zeit E. F. D* 
angenumnen 1. f. regierung etliche irrungen wegen der vogteyen 
und lehenschaften, auch der statt und markt eingefallen, aber 



95 



auf gemiegsame erinnerung, was es in diaen landen Steyr für 
aiti mainung mit E. E. L, hat und durch vilfaltige starke und 
emsige K. M^ Maximilian hoclilöbl. gedilchtüuss auBeheniichen 

I eomimssan, dann letzlich durch derselben gehaimen rate ge- 
pflegte unterhandhing so weit alle Sachen komraen, dai^ E. F. D* 
bei L f. hochbeteuerten Worten and starker contestatiou zue- 
gesagt^ und zu Pruekh abermals genedigist widerholet, E. E. L. 
niemandts ausgeschlossen, welche sich frey und guet- 
willig unbezwungen und ungedruogen zu diser con- 
fession bekennen, sarabt den angehorigen religions- 
verwandten in denselben religionssachen wider ir ge- 
wissen nit bekommern, besehwären und vergwitltigen, 
voraus aber ire predieanten unangefochten und unver- 
isgt, also auch ir habende kirchen und schneien unein- 
gestöllt, dergleichen die vogt- als die Iehen,sherrn bei 
iren wolhergebrachten rechten und gerechtigkaiten 
genedigist bleiben lassenj mit verrer genedigister er- 
clArung; wie alles verzaichnet und beschnben ist^ und E, F. Ü* 
L f, wort aus derselben fürstlichen mundt ain ieder in sein herz 
als das heilig evangelinrab tief eingeschriben und pro memoria 
durch vü anseclienliche aller I. F. D^ lande anw^esende lierrn 
und landleüt auch sletten und markten gesandten treulich be- 
schnben und vidimirt. 

Wie küuen und mligen wir nun in unser herz^ sinn und 
gedanken einnemen und fassen, das wir bei demienigen, so uns 
in der erbhuldigung, hernach^ wie ietzt gemclt, zu mehrmalen 
mit höchster contestation zuegesagt, nit gelassen wolten werden? 
Der allmechtig gott wolle es gnädiglich verhuetten, dass es zu 
«olcher besch wärung nit gedeye, wir haben uns aufrecht und 
pidermannisch auf solche fürsthehe wort gehorsamist verlassen 
und noch» Wir kUuen und wollen uns auch ain anderes zu* 
wider derselben L f. cristlichj deutsches und aufrechtes gemüet 
und ainmal zuegesagten und verglichnen religions- 
pacification kaineswegs ainraumen und einbilden lassen^ vil 
weniger ainichen menschen zu gestatten oder zu geduldeuj w^er 
der immer sei, hoches und niders standts, geistlich und welt- 
Kch, freund, feind, untreue nachbam, oder wie sie namen haben, 
zu verschimpfung und verclainerung E, F. DM. f reputation und 



i Bteiarm. Eelig^ooipaeiBcAtioti, S. 54 — 55» 



96 

wort solche reden von unsern cristlichen frumen herm und landts- 
fdrsten auszogiessen, das E. F. D^ vorigen gnedigisten zuesagen 
und contestation ichtes zuwider handien und fumemen weite. 

Und solte es auch dise mainung haben^ darauf wir es 
dann durchaus nit verstehen auch gehorsamist nit annemen 
künnen, dass E. F. D* ietzt tibergebne resolution der hievor 
hoch beteuerten und verglichnen religionspacification zu- 
wider sein, dass dieselbig nit in allen puncten und articlen, 
steiff; fest und war gehalten, sondern aufgebebt sollte werden, 
so wollen E. F. D* genedigist und vätterlich alle umständt wol 
erwegen, was für ein erbärmliches, verderbliches wesen daraus 
ervolgen, fürs erste wurde menniglich im landt handt und fiieas 
fallen lassen und ainiche hoffnung zu E. F. D^ nit mer setzen, 
sintemal dise so starke hoch beteuerte contestationes au^ehebt 
und craftlos gemacht weiten werden, welches alles der allmechtig 
gott gnediglich verhtieten welle. Fürs andere, so beclaget sich 
E. E. L. zum höchsten vor gott und ieder menniglich, dass ir 
ganz unguetlich were beschechen; sie haben bishero als ehr- 
liche bidersleüth treulich und aufrecht gehalten, sich ubers 
vermügen angegriffen, alles nur, wie E. F. D* genedigist wissen 
tragen, steiffer hoffnung der religionspacification gewisser 
haltung und dass sy iren gehorsam auch Heb und treu gegen 
E. F. D* dardurch wurklich an tag geben. 

Es wurden fürs dritte nit allain die ietzigen und werunden 
bewilligung gänzlich ein- und abgestöllt, sondern die gehorsa- 
misten landleuth auch andere ire ansprach zu £. E. L. oder 
derselben verordenten setzen, also auch künftig in ainiche be- 
willigung nit eingehn, sondern sich irer freyhaiten gemäss ver- 
halten, es gehe gleich wie es der almechtig immer schicken 
wirdt, doch daneben ire einkomen dahin richten, dass sie sich 
selbs personlich gegen den erbfeindt ins feldt rüsteten und in 
beraitschaft aufs beste, so sie künten, hielten, und also ire 
lieben voreitern exempl nach iren schuldigen gehorsam mit dar- 
streckung ires leibs und bluets laisten wurden. 

Wir wollen fürs vierte der gränitzen eusseriste gefahr und 
des erbfeindts vor der thür schwebenden gwalts geschweigen; 
aber da die gränitzen sowol die benachbarten Ungern, CSra- 
baten, Windischland und das ordinari kriegsvolk selbs dises 
erfaren und solche zusteunde widerwertigkait erinderten, in 
was klainmuetigkait das ganze wesen gedeyen und was sie 



letzlich in der verzagen weis aDfengen, wie arglistig der erb- 
feindt auch sein vorttl darüber ansteUt, das wollen E. F. D* 
gnedigist und wol erwögen. 

Wie dann zum fünfften deß gemainen mans, welcher in 
diser religion erzogen und erwachsen^ im ganzen landt auf- 
standt sich zum höchsten zu befaren, welcher bisliei- ain starkes 
atig auf die ritterschaft und den adl geworfen, denen etwa bei 
Iren so grossen immer werenden ausgaben und so klainen iaren 
nichts liebers wäre, dann dass sie ainist ain gelegenhait bekumen 
nit allain den adl sondern die gan^e clerisey auszutilgen. 

So wissen E. F. D*^ genedigist, was ftii' ein grobes und 
onhaltigs gesindt das ist, welches sich in grosser anzal in der 
obem Stejermarch bei den perchwerchen thuet aufhalten, dar- 
za die plirgpauern gar leicht zu bewegen, dass bald ein solches 
feuer von allen orten entstuendt^ das gleichsam in kurzer zeit, 
ehe >*irs recht gewar wurden, sonderlich bei disor wachsenden 
bewerung alles über zipf und poden gicnge; und ob wir ia in 
solcher nott das beste thäten, mit leib und bluett bis auf den 
letzten adtem E. F. D^ treulich beiatuenden, so wäre es zu 
spat, und an allen oilen, unten und oben zu wem unmüglieh, 

Gott im himmel der erkennt und waiss wol, wer es mit 
E, F, D^ und dem geliebten vaterlandt treulich niaint, und was 
für ein jämerlich ding es ist, wann aufruhr und mörderey under 
den gemainen pöfel entsteen, es sollen uns ie billich andere 
kiinigreieh und lande mit irem schaden nunmehr so vil erlernet 
haben, das man statum tranqiiülunt in landen mit hilndt und 
fUessen erhalten und sogar one ursach das ganze landt ins ver- 
d^*ben nit setzen solle. Wir mainen es, gott waiss, treulicli 
und woll als gehorsamiste und ganz unterthenigiste landleüth 
und untertbanen mit L F. D* sowol unserra geliebten vatter- 
landt und protestiern auch unsersthails ftli* gott, E. F, DS 
tmsern genedigisten herrn und landtsfürsten, und der ganzen 
Christenheit^ da sich aus solcher unversechiien und ganz scliwär- 
lieben religionsveränderung, zuwider E, F. D' gethanen erb- 
iiuldigong und hernach aufgerichten religionspacification 
und landtfliratliche contestation und wort solcher unverhoffter 
aufstand und empörung an der grainizen und dem ganzen 
landt zuetruege, dass wir daran ainiche schuld oder Verant- 
wortung nit tragen wollen, in omnem Hventum aber sollen 
uns E. F. D* als getreue beständige gehorsamiste landleüth 

föntet. U Abtb IIJ. T.. 7 



erfinden und uns solche gehorsamiste und treue wamung zum 
besten und änderst nit^ dann wie wir es in unterthenigkait E. F. D* 
und derselben landt und leuth zu guetem vermainen, genedigist 
vermerken. 

Es ist nun so vil lange iar dises gehorsamiste landt Steyr 
in solcher christlicher ainigkait gestanden, ungeacht der re- 
ligion unterschidt, dass nichts widerwertiges dits orths im we- 
nigisten gehört worden, E. F. D^ als unserm gnedigisten herm 
und landtfUrsten ist aller schuldiger gehorsamb mit ganz eifrigem 
gemüet zu allen zeiten gelaist worden, wir wollen in specie der 
unerschwinglichen gaben imd immerwährenden bewilligung ge- 
schweigen, wir können nit glauben, dass der babst mitten in seinem 
landt und zu Rom disen gehorsamb bey seinen unterthanen hat. 
E. F. D^ die wissen gnedigist, was dises gehorsamiste landt 
prestiem thut, solte es auf fremder nationen hülfen gerathen, 
ist sich wenig und nichts darauf zu verlassen und trügen bey- 
sorg, ehe dieselbigen unserer nott recht erinderten, so weren wir 
schon verdorbene leuth. Die gehorsamisten landleüth imd andere 
inwoner im landt unserer confession zuegethan, die haben nach 
gott kain grössern trost, bei ihren sogar beschwerlichen und un- 
erschwinglichen ausgaben, als das sie mit irem gewissen gegen 
gott dem allmächtigen frey sein können, und in ansehung des- 
selben thuen sie in allen gehorsamb^ was doch nur getreuen und 
gehorsamisten unterthanen immer menschlich imd müglich ist 

Die herm prelaten und die ganze clerisey müssen mit 
grundt und warhait bekennen, dass sie von uns alle ehr und 
treu, auch solchen beistandt bei uns gefunden, dass ainicher 
Widerwillen der religion halben nie gewesen. Man hat sie in 
iren gottsdiensten unbetrüebt gelassen, gleichs recht ist inen 
und mehrers als unsern religionsverwandten widerfahren; da es 
zum aufpott und anzug kommen ist, hat man treulich und 
brüederlich zusammengesetzt. 

Was ist nun immer die ursach, dass solch ainigkait so 
plötzlich zertrennt und anstatt derselben ain solche verwüstliche 
unainigkait und zerrüttlichkait unnotterdingen angericht will wer> 
den? haben wir dann mit disem grausamen erbfeindt, welcher 
sogar stündlich vor der thür und vor unsern äugen schwebt^ nit 
plags und marter genug? sitzen wir dann so gar im rosengarten 
und in solcher sicherhait, als künde er nit aufwachen und nicht 
allain uns sondern allen benachbarten, wann die noch so stark 



wereo, zu scliafFen genug geben V wie man dann auch durch 
deichen ietzt ftirgeiiomnen weeg^ dass man unser ministerium 
und kirchen aufliehen und doch ein jeder seines gefallens pre- 
diger und Seelsorger zu seinem haus mag aiifnemenj ursach 
geben wurde^ dass sich die Calvinischen und Flaccianischen, 
welche bisher gottlob in disem hmdt kainen platz gefunden, 
emschlaipfen^ und in den gehorsamb als unsere der rechten 
Augspurgerischen Confession zugethane nit künen erhalten, son- 
dern zu aufruer und raeuterei den geraainen raan anfwiglen 
und irer art naeh allerlei unruehe anrichten wurden, welches 
E» E- L. durch ire bisher erhaltene giiete kirchenordnung 
genzUch ein- und abgestölt, das wir, got lob, der waren Augs- 
porgischen Confession ti^eue lehrer bekamen und erhalten. 

Was auch E* F. D' wegen beruebigung ires gewissens an- 
ziehen^ sollen E. F. D* vil mer gnedigist erwegenj was für ubie 
und büse nachreden im ganzen römischen reich teutscher na- 
tion ervolgen, wan das erschallen solte, dasa man dasienige 
welches so ganz treuherzig derselben gehorsamisten landen 
zuegesagt, aufheben weite ^ dardureh etwa ursach gegeben 
möchte werden, das sie dise lande mit iren hülfen gar ver- 
lassen und also aus solcher nachred etwo E. F. D' auch zu 
seiner zeit ain schweres gewissen ervolgen. 

Sonderhch wann etwo gesagt wurde, dass E. F. D^ wegen 
dlses oder ienes benachbarten bedroung aus forcht oder aines 
andern grossen verhaissung und verhoffenden gcwins wegen 
derselben gehorsamistcn lande nun von vitlen iaren her erzaigte 
treu und gelaiste unerschwinghche grosse gaben und was ay 
noch one unterlass so behaiTÜch mit rechten treuen eifer ganz 
gehorsamist laisteUj nit auch bedenken, sogar Verstössen und der- 
selben landtfurstlich mildenreiehs gemüet von inen abwenden 
und zuwider derselben 1. f. wort ichts beschwärhchs und wider- 
wertigs statuiren sollen; wir wissen auch nit, was doch E. F. D* 
tn disem allen entschuldigen kundt sondern viJ mehr mit grossem 
her^enlaid wir^ do anderer orthen davon geredt, solches anhüren 
müesten, dass E. F, D' als unser gnedigster herr und frumer 
landsflirst solicher Sachen beschuldigt mtieste worden. 

Was wolten auch E. F. D* für ain herz auf solche be- 
nachbarte haben^ welche one das dorn löblichen haus Öster- 
reich so spinnefeindt und daselbig E, F. D' gnedigisten ver- 
melden nach in einem leffel gern ertr&nken^ da entgegen dises 

7*^ 



gehoraamiste landt Steyr wider des löblichen haus Österreich 
feinde sich iederzeit so gotiorsamiat treu und ritterlich verhalten, 
dass auch das ganxe Ungcrlaodt, du es noch in flore and auf- 
recht gestanden tempore Mathiae r^^giSj da das ganze Wüllisch 
knd ftlr seiner macht gezittert^ demnach disen land nichts an- 
gewunnen sondern von den abdnmgenen festen zuriick weichen 
mileste? Dessen sich E. F. I*^ zu derselben gehorsaraisten land- 
legten in allweg als vi! immer müglich und menschHch, nach 
gnedigist und gewisslich zu versehen haben, und sonderHch ge- 
nedigist erwegeUj dass solche gefährliche benaehbai-ten vil mehr 
darauf sehen, wann sie durch solche mittel und bedi^oung ain 
unainigkait im landt erwecken können, dass sie hernach ins 
mittel kommen und dardureh den grösten schaden dem haus 
OsteiTcich zueftlegen wurden. 

Dann so statuiem E. F. D* ferner, wer diser oder jener 
kirchen ichtes entzogen, das er bei L F. D^ straff und ungnadt 
inner zwajcr raannot widerkeren solle, welches auch ain ganz 
beschwärlicher handJ. dann meniglichen wissen t, was filr an* 
sehenliclie kirchengueter in vierten thail bei kaiaer Ferdinanda 
hindan komen^ vil ordenhche contraet, keüff, satz, wexl, item 
bstandt sind mit den geistliehen getroffenj ein ieder^ der ein 
geistlichs guet von vilen iaren in rnebiger ordenlicher possess 
inne hat, der verhofft es^ mit ehrUchem redh ehern titl hinturan 
auch zu behalten. Da ist ohne unterschied ain solche erelärung 
statuirt, darin des landt fireyhaiten alt herkomen und löblich 
gebretich immtdiate aufgeh ebl, darin ftlrgesehenj dass ausser 
ordenlichen rechten niemands in seiner possess turbiert und 
wider kainen one genuegsame verhör iehts beachwärlichs sta* 
tnirt werde. Die weil es dann in grundt als wie obstet geschaffen, 
dass wir unBers thails zu solcher übergebnen schrift und reso- 
lution E. F, D* vil weniger den ordinariis, herm erzbischore, 
bischove und prelaten zu ainicher billichen beschwäning im 
wenigisten ainiche iirsach nit gegeben und niemandts unver- 
hörter Sachen condemnirt kan werden, E. F. D^ dise unser crist- 
liehe confession und religion zur zeit der erbhuldigimg in landt 
gefunden, dieselbig uns noch bei kaiser Ferdinandi zeiten in 
unsera kirchen und schulen alhie und anderer orten, desgleichen 
den weltlichen lehens- und vogtherm bei iren pfarren also frey 
und oÜentlich zu exercicren zuegelassen, niemandts im landt in 
seinem gewissen nit beachwart, E. F. D' in der erbhuldigiinff 




101 



tmfl sowol als die prelntcn und geistlichen bei «nsern fi^eyhaiten, 
gewonhaiten und erhaltenen gebrauchen zu handthaben zue- 
gesagt, volgundg in der religionspaeifieation mit l. i\ hocheo 
Worten contestirt, alles das zu halten^ wie oben noch lengs ist 
euigefUrt und uns vermant^ ainieh misstrauen in E. R D* 1. f 
wort nit zue setzen^ daneben auch die eUsseriste höchste ge- 
fiihr und gemainen manns» enipürung im ganzen landt, da wider 
das vertrauen und ainist verglichene pacificatiou gchandlet i^Tirde, 
zu besorgen^ entgegen der unterthenigiste gehorsam, lang er- 
haltener cristiicher find und ainigkait wol zu erwegen : 

so ist demnach an E. F. D* , . . unser . . * flecheuj seüffzen 
und bitten, die wölJcn derselben hoch beteuerten 1. f. wort und 
(TonteatationeB und darüber des landtä ervolgte grosse ausgaben 
gnedlgist und vätterlich woJ erwegen und zu gemilet flireUj 
darwider ainiche resolution, in was weeg und unter welchem 
schein es immer beschecheti mag^ nit kan statt tinden, wir 
es auch zur verschimpfung E. F, D* L f. reputation solches von 
kaineui menschen auf erden nit anhörn mllgen und also uns 
und menniglichj wie die wort solcher pacification lauten, 
bei den pur lauttern buechstaben gnedigist handthaben und 
darwider nit besch wären lassen. Dann wir daraus kaineswegs 
und in wenigisten zu schreiten und zu gehen wissen, sonder 
halten und getrösten uns derselben mit ganz unterthenigiatera 
gehorsam, inmassen dan auch um E* F, D* wir solches alles, 
unsere erben und nacli kommen zu ewigen zeiten, so lang das 
landt aufrecht wirdt erhalten, in aller unterthenigkait und ge- 
horsainist zu verdienen ganz willig und berait sollen erfunden 
werden. E. F. Ü* wir uns hieneben in underthenigkeit und ge- 
liorsamist bevelchend, 

Graz den 15. Decembris anno im 80**". 

E. F. D* unterthenigistc und gchorsamiste 

N, E. E. L. 

der Augspurgischen confession zuegcthan. 



50, 

Aidwitrt dt*n Ersher^oga auf du.^ ÄHbringen df-r Landschaß: 
Ihre Berufung auf die LitndmfretheiUm war iibf'rflmsiff. d^UH 
Niemafhd mrd in seineti Ue^htepi verkürst. Die Beschwerden 



102 

des geistlichen Standes tourden nur aügemein vermerkt, da sie 
landhundig seieti. Dasselbe gilt van den Beschwerden der Bauern. 
Unter den Landleuten selbst ist die gegenseitige Lid>e erloschen 
und Eigennutz an ihre Stelle getreten. Die regierenden Fürsten 
seien in diesen Landen vormalen anders behandelt worden. JeM 
gebe es nichts als Zank und Disputate. Zur Besolutum wegen 
alleiniger Ausübung der katholischen Rdigion sei L D^ durch ihr 
Gewissen gezwungen worden. Unter dem Schulze der Pacificatian 
tmd ihrer vermeinten Kraft baue man unbefugter Weise Kirchen 
und Schulen, setze Ministerien ein u. s. w. So grosse Freiheiten, 
als man melde, habe die Landschaft unter Ferdinand L nicht 
besessen. Von seiner Resolution könne der Erzherzog nicht weichen. 
Die Bewilligungen werden hoffentlich geleistet werden, 1580 De- 

cember 18, 

(L.-A., L.-H., St.-A. Innsbruck, SOtzinger.) 

Die F. D* * . . . haben der . . . von herm und ritterschaft 
. . . gethones . . . anbringen . . . nach lengs abgehört und . . . inen 
volgunden antwvrt darauf erfolgen lassen: 

Des lands freyhaiten, dass niemandts unverhOrter Sachen 
condenmirt werden solle^ seien dem göttlichen^ geistUchen und 
weltlichen rechten, wie auch aller billichait und vemunft ge- 
mäss, darumben es dann billich darbey bleibt, und I. F. D* 
könden mit der warhait bezeugen, das sie ir lebtag nit in sinn 
genommen, wider solche freyheiten und recht zu handien, son- 
dern seien ie und allemal begierig gewest . . . dermassen zu 
regieiTi, wie es die götUch billichait mit sich bringet, I. F. D* 
es auch gegen gott und der weit mit gueten rainen gewissen 
verantworten mugen . . . 

Und da man I. F. D^ beschuldigen wolte, als sie sich von 
den vermainten frembden orten oder nationen im wenigsten 
davon abhalten lassen, geschäche I. F. D^ und andern daran 
Unrechts, sonder es ist die warhait . . . dass sich I. F. D* in 
Sachen bisher der gebür erzaigt und niemandts unverhörter 
geurthailt oder gerichtet, das dann auch I. F. D* in diser ietzigen 
Sachen nit underlassen weiten haben, da I. F. D* umb der pre- 
laten, geistlichen und pauerschaft wie auch der herm Ordinarien 
und anderer reichsfUrsten . . . clagen und beschwärungen one 



* Mit unwesentlichen Kürzungen. 



103 



das Dit gßnuegö;*uiblicli bewiist wäre, in sachen berioLt oinzii- 
zieben^ notwendige Verantwortung clarilber anzuhören . . . Aber 
weil L F, D* aller Sachen beschaffenhait überflüssig bewüst, ir 
auch fielbs darunter unleidenliehe Sachen zuegestanden . . ., 
darumben so ist ietzo davon wenig zu disputiern, sonder allain 
dahin zu bedenken , . ., damit meniglich , . . zufridenges teilt 
und die gemain wolfart und sicherhait noch lenger erhalten 
werden möge. 

Der geistlichen bescliwärungen haben L F. 1)^ . . . nur 
mit gemainen worten angezogen, aber es ist landtköndig, dass 
man inen sehier ire ganze iurisdiction im landt entzogen, mit 
dem dass man inen in iren lehenscbaften und iurl eonßnnmidi 
merklichen eintrag ain zait herumb gethan und derselben sehier 
Hindert gestendig gewest, daraus nun ervolgt, dass sie wider 
recht und ir gewissen, dort und da, solche leut müessen leiden, 
welche sie ftlr abgotter tmd abtringer cristen ausgeschriern, 
die ire von gott anbevolchne pliarrleuth von irem cathoHschen 
christliehen glauben ab- und zue relrgionen gefürt, gedrungen 
und gezwungen^ so denen igen, darinnen sie geborn, getauft 
und erzogen, wie auch ircra gewissen höchlich zuwider gewest, 
Darbei es dann nit verbliben, sonder die Sachen so weit ge- 
raten, das sie von aller irer geistlichen Jurisdiction körnen und 
sich ander ieüth derselben understanden, die weder iueg noch 
macht dazue gehabt. Dergleichen dann vil zu erzellen, aber 
weil sie , , . landkündig, so habens L F. D^ für unnot gehalten 
und hiebei allain so vil vermelden wollen* Da mans ie merers 
J5U wifisen begern, so wirdet hoffentlich den geistlichen nit zu- 
wider sein, derselben ein ganzen häufen zu erzellen und - , . 
zn erkennen zu geben, ob man sie also tractiern und sonder- 
lich mit dem iren, das ist ii'en ansehnlichen dargaben oppugniern 
und trucken, enerviern und bedrangen sollen, wie solches son- 
derUch aus der hieigen stifft bisher beschehen und inen vemer 
zu erdulden nit müglich. 

Der herm Ordinarien und anderer geistlicher reichsfursten 
»ein mit der prelaten beschwärungen ein ding, weil inen auch 
ire von vil hundert iaren wol hergebrachte frejhaitten^ recht und 
gerechtigkaiten ain zeit herumb tlltlieh one allen fueg . . . ent- 
zogen wollen werden; welches L F. D* femer zu gedulden nit 
wüssten, weil sie inen sowol als den andern schütz gelobt , . ., 
da ... L V. U^ den bcvrn Ordinarien und geistlichen ire recht 



104 

und gerechtigkaiten . . . one alles ir verschulden . . . nemen 
Hessen, und irrt nit, was von denjenigen angezogen . . . darumben 
man S*^ Erzb. Gn. das irige nit nemen kann . . . Haben dann 
S*^ E. G. letith in den Wirtshäusern hin und her was ungebürlichs 
geredt, das gehet den handl auch nit an, . . . den armen ge- 
mainen man werden sie damit zu kainer empörung nit bewegen, 
weil derselb allain bei dem seinigen in rueh unbekümmert, unge- 
plagt, mit der robot und Steuer nit überlegt, zu leben und zu 
hausen begert. Darumben dann wol zu merken, damit ime zum 
widrigen mit solchen bedrangnussen nit ursach gegeben werde. 
Von der pfarrer und armen pauersleuth clagen und be- 
schwärungen ist auch unnott vil zu eräfem, es wären aber vil 
und vil supplicationes zu weisen, darinnen sie sich merklicher 
unleidlicher beschwärungen beclagt, darüber nun I. F. D* ains 
und das ander verordnet, aber etwo schlechte volge gehabt. 
Was I. F. D* sonsten auch in gmain von der gehorsam ver- 
meldet, das ist nur zu vil am tag und I. F. D* mügen mit 
guetem grundt sagen, dass ires erachtens ainichen irem vor- 
fordem so vil widerwertigkaiten von iren getreuen unterthonen, 
als ein zeit lang von ir etlichen I. D^ widerfaren, und man mag 
I. F. D* aigentlich glauben, dass solches öfter von ansehenlichen 
stattlichen der landschaft glidem, die I. D^ sonsten nichts zue- 
gethon, mitleidenlich vermeldet und in summa affirmiert worden, 
wie zwischen den getreuen landleuten die heb, freundtschaft 
und das vertrauen seer erloschen, also wären die Sachen auch 
bei ir vilen dahin gelangt, dass sie nichts andern als irem aigen- 
nutz nachti*achteten und sonsten nach I. D* und gemainer land- 
schaft wolfart und aufnemcn wenig oder nit vil frageten. Dar- 
umben sonder zweifei ir vil guete Wissenschaft werden haben, 
inmassen auch I. F. D* mit warhait wol schreiben können, dass 
sy ain zeither allain mit der landschaft officiem und etlichen 
andern mit schreiben und disputiern die hend vol zu thuen 
gehabt, des nun von alters nit her komen, sondern I. F. D* 
künten in alten registraturen und sonsten clärlich weisen, das 
man die regierenden, herrn und landtsf\irsten änderst gehalten 
und etwo nur in gemainen landtagen flir diesen oder jenen mit 
höchster beschaidenheit gebeten. Aber dass man also on unter- 
lass an I. D* verfam oder hallt sy selbs, dort anfUngUch wie 
ain zeit herumbgeschehen, mit gedrohungen und andern scharfen 
anzugen gesetzt, das wird sich nit befinden, und darumben so 



105 



Terblelbl et noch billich. Man soll auch diseß sambt dem 
iungsten zu väterlicher wamung von L D* annemen, weil es 
L F. D* ie verner zu gedulden nit wüsten und solches umb so 
Til meer, nachdem I. F. ü* gewiss sein, dass es E. E, L, selbs 
zuwider. Und daruiubfo weder Ungern noeh anderer nationen 
kundschaft oder jiuski>nft nit unnöten, dann L F. 1)* selbs am 
negsten lauter vermeldet . . . dass sich E. E. L. noch bisher 
bei I. F. D* . . , rühmlich erzaigt . , . 

Deren dann alhie aufgestöhen predicanten und ieres pre- 
digen halben ist 1. D^ venier vil oder wenig zu melden nit 
|emaintf sondern 1. F. D* laasen es bei demienigen, so hievor 
t, verbleiben. Wie sie dann auch in der angezognen con- 
llcnz genuegsambheh verstanden worden und es ye nur sein 
mueös, da88 die von gott turgesetzte obrigkait das echwert in 
der hand behalte . . , Der anzug von denjenigen, die L D* im 
land gedidden oder nit gedulden sollen, ist auf genuegsamc 
Verursachung erfolgt und da man L D* wie billich darmit 
erechonet, beten I. F. D^ die sachen auch nit geandet. ^ 

Belangend dann die Sahiburgiseh handlung^ so anno 48 
rgangen sein solle, wie L K, M' K E. L, darunter in gn. be- 
velch gehabt, also sein es auch L F. D* aller gebiir nach zu 
thuen bisher begierig gewest und noch. Dass aber I. M', da es 
die notturfft erfordert ains und das ander nit geandet, das 
kundten L F. D*, da es ftlrgegeben, nit gesteen, sonder wal 
darbringen^ das I, M* etwo umb ains und das ander gezürnet^ 
auch gegen leuten, die in gemainen versambhingen schlechte 
Sachen geredet, mit sondern Ungnaden bewegt worden^ also dass 
E. E. L. zu thun genug gehabt, bis siee wieder zu gnaden bei 
L M* gebracht I. F. D* geben da oben E. E. L. selbst kundschafte 
dass 3168 fSir ire getreue frome gehorsame unterthanen halten, 
ran mag iedermann h D^ halben zufriden sein. Was aber 
^r oder iener aines solchen wie fürgeben von disem oder 
Dnem berichtiget, steet ime bevor, gegen denselben an ge- 
barenden enden und orten sein notturfft furzunemen. Darauf 
rellen L F. D* die gebiir und billiehait mit ernst handien lassen, 
ifie sie dann auch gottlob wol wissen, wem sie im raten volgen 
oder nit volgen sollen und gar nit zweiflen, E. E, L. werde sieh 



' MuH da^t hier deutlich die Nachwirkung der ,KratÄer*-Aiigeleg:eT!!]eUet^ 
die den MonArchen aufs Tic täte erbitterten. 



106 



■i 



bei L F. D^ und derselben geliebten nachkomeii allenthalben 
und zu allen zeiten wie ehrlichen redlichen leiiten und frommen 
unterthanen wol ansteet, verhalteiij und sein göttliche güete 
baide L F. D* und gemaine landtschaft vor dem drohenden ver- 
derben noch lenger mildiglich behüeten. 

Betröffend dann die resolution, so L F. D* von wegen übimg 
irer catoüschen cristlichen religion genommen und sich nemb- 
lich dabin crclärty das allain diese Ib in allen iron, auch derselben 
religionsverwanten statten, markten, herrschaften^ dOrfern und 
flecken gehalten und exerciert werden solle, sein I. F. D' ge- 
stenndig, dass sie zu solcher resolution ftii-nemblich ir ge- 
wissen gednmgen, angesehen, dass sy lauter befunden, da sie 
die Sachen lenger in ietzigen standt Hessen, dass sie in gar 
kurzer zeit umb ir von gott erthailte religion durchaus komen, 
Solches aber zu ewigen zeiten weder gegen seiner göttlichen 
güete noch der weit verantworten wurden können, dann über 
das mau I, F. D' und iren religionsverwandten in vermainter 
craft der pacification schier allenthalben im lande die leben- 
scbaft und verscchung der pharren zu entziehen sich nnter- 
standen, so hat man auch undcrni schein der angemassten 
vogteien hin und her L F, D^ cristHche religion abgethon und 
sich über solches im ganzen lande zu greiflieher schmellerung 
und austilgung solcher L F. D* 
kirchen zu pauen, sondern auch 

mer der vermainten predicanten hend auflegung^ ganzer un- 
versiteten oder gemainer schneien fundation, item viler profes- 
Boren und Stipendiaten erhaltung under standen und sich sonsten 
viler anderer solcher Sachen so vilfaltiglieh angemasst, dass es 
I. F. D* mit ruebigem gewissen ie nit vemer gedulden, sondern 
sich aus nott irer cristlichen cutholi sehen reUgion auch mehrers 
annemen müessen, Sie betten dann gottes zorn, wie auch irer 
geisthchen und weltlichen obrigkait ungnad auf sich laden und 
der unglückselligist mensch sein wollen^ der auf erden zu fin- ^J 
den. Solches hat I. F. D* ftimemblicb zu der genomnen reso-^f 
lution gedrungen und weil es der etwo erfolgten vergleichung ^ 
stracks zuwder, man auch ie nit in abred stellen kann, das 
vermög derselben one das L F. D* auch derselben religionsver- 
wandten in derselben stetten, markten, herrschaften, dörfem und 
flecken der religion gänzliche disposition^ ausser was I. F, D* 
etlicher orth wegen zu Fruckh nachgesehen gehabt^ vorbe- 



c ristlich er religion nit allain 
consistoria, Superintendenten, 



4 




107 



ImIt&D und sonderlicb lauter bedingt und betädiget, das man 

I. F. D' religionaverwandtc bei iren wolhergebracliten rechten 
und gerechtigkeiten in alleweg bleiben lassen und inen daran 
nichts durchaus entziehen oder schmelleniy weniger I, F. D^ re- 
ligion flirsetzlich ausreuien, unterdrucken, sie verdammeUj lestem 
oder schelten, sondern L F. D*, derselben verwandte bei der- 
selben gänzlich unbetrüebt lassen, voraus aber L D* und inen ire 
uQterthanen und religionsverwandte, nit abpracticiem sollen: so 
hoffen L F. D* zu gott und allen treuherzigen pidcrsleuten, dass 
man I. F. D^ solcher irer genommen resolution halben nichts 
durchaus mit bUIichait und fiieg nachreden, sondern raenniglich 
bekennen Tviierdet, dass L D* irem eristJichen gewissen und ambt 
nach den Sachen nit anders thuen könden, und was imer danen- 
her fUr , beschwärungen disem oder ienem zuaten möchten, dass 
06 derselb I. F. D' nit, sondern allain denienigen billig zue- 
messen solle, die sich der oherzält, noch andrer mehr sachen 
anbedächüich untei^tanden, so der erfolgten vergleichung 
zuwider , , . L F. D' wollen sich zu allen iren getreuen unter- 
thaoen unzweifenlich vereechen, sie werden es bei solcher gött- 
lichen natürlichen gleichait bleiben lassen und . , , mit gedachter 
L D* resolution zufriden sein. 

I. F. D* wollen an seinen orth bleiben lassen, was von 
anfang her der Augspurgischen Confession halben in disen 
landen filrgeloffen und was sieh ir etliche derwegen mit irem 
und der irem schlechten nutz angemasst, so wissen sich I. F. D* 
genedjgist wol zu erinnern^ was weilend ir herr vatter hoch- 
U^bUchister gedaehtiius von ainer zu der andern zeit darunter 
statuiert, aber dass I. M* auf gethane fuesöfaal oder »onsten in 
disem land solcher confession exercitium in kiri-hen und schneien 
zuegelaasen, also auch den vogten solcher confession zuegethan 
verwilliget, dass sie neben der gemain die kirchen mit taug- 
tichen lehrem versehen mögen, wie auch sonateu menniglich im 
lande von landsleuten, burgern und pauren, welche sich zu 
solcher confession bekenndt, darwider nit bezwungen oder ge- 
nötiget, dessen ktmnden sich I. F. Ü' nit entsinnen, sonder es 
vil merr in vil weeg darümenlich, dass L M* solche con- 
sion oder derselben freys exercitium den n. ö. landen mit- 
einander bis in ir grueben beständiglieh gewägert, und was hie 
oder anderswo darwider attentiert, dasselb alles unbewusst I. M* 
und wider iren ,au8trucklichen willen beschechen seye, der- 




108 



halben man dann irer mit got ruhenden K. M* mit solchen tür- 
^eben btUich verschonen und sich der sacben beschaffenhait 
merers erköndigen sollen* Wie dann sonderhch auch die ge- 
nerale so L M* beileifig im 56**^ iar ausgeen lassen, darumben 
anssnsechen und darinnen nicht anders zu befinden als dass 
L M^ derselben disposition, so wider die conrmunion und(er) 
baiderlai gstalt gewest, Buspendiert und in demselbeo ainigen 
artiel den landen ir underthenigs hoches pitten, so vil an ir ge- 
west, aus sondera gnaden nachgesehen, 

Darumben, wie man sich ditsfals geirt, also konden L F. D* 
auch darthueUj daös I. K. M* iren getreuen underthanen durch 
offne generali verbotten, gehen Witte nberge und anderer der- 
gleichen ort ire kindcr auf die ler yai schicken, I. F, D* haben 
zwar ain oder zween predicanten gefunden^ welche mehren 
thails auf dem landthaus geprediget imd sonder zweifl wid' 
I. ÄP wissen und willen aufgehalten worden: so ist nit weniger, 
dass I. D* in der erbhuldigung gemainer landachaft zuegesagt, 
sie bei iren wolherge brachten frcyheiten» rechten, gewonnheiten 
gencdigist zu schützen und darwider nit beschwären ze lassei 
dass man aber solches auf die gedachten zween predicanti 
in 9peüie deuten soll, das wird villeicht nit zu erheben sein, 
wie sie, wie vermeldet, wider I. M* wissen und willen aufge- 
halten und also nit wo! hergebracht worden. Doch gesetzt 
dass der widrige verstandt billigkait, so wurde dennaht nieh 
anders daraus volgen oder zu erzwingen sein, dann dass L F. D^ 
denienigen, 80 es begern, ain oder zween solcher predicanten 
billieh gestatten und inen dieselben fiirnemblich auf dem landt* 
haus pi-^^digen mögen. Weil nun solches L F, D^ alberait schon 
nachgeBeheUj so kann man 1. D* ain anders nit zuemuetten* 
sondern die Sachen bleibeii biilich darbei, und L D' halten das- 
ienig, was sie, wie obsteet, geredet und zuegesagt. 

Die iiTunge, so sich etwo in der zeit I. D* der vogthe' 
halben auch der statt imd markten wegen zuegetragen, seil 
L F. D' wie auch alle andere zuwider gewest, aber die der 
vogtheyen halben dahin verlassen, dass den lehensherm, con- 
tirmatorn und vögten allerseits ire recht und gereehtigkaiten in 
alweg bleiben sollen, doch wo sich etwo irrungen zwischen ineu 
ereigneten, wollten J. F. D* vleiss fürwenden, sie in der guete 
mit einander zu vergleichen. Weil man aber daraus gangen 
und ir vil in craft irer vei'mainten vogteien den leheneherrn 



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109 



und confirmatoren ire recht und gerechtigkaiten wider die ver- 
gleichnuss tätlich entzogen nnd iiöurpiert^ so wissen I. F. D* 
Ton ir ditsfalls iüngst f^enomncn resohition auch nit zu weichen* 
^ndern lassen es bei dem austnicklich bleiben, dass sich die 
Bentlichen vogt bei den kirchen irer vogteien nichts anders 
Änmassen als was inen vermog der recht und kaiserlicher po- 
licey gebürtj wie dann I. F, D^ ir selbs bei iren vogtheyen, so 
die ansehenlichisten in- und ausser landts, als über den ertz- 
stifft Saltzburg, über das patriarchthumb Agiern, über die bis 
thamb Tnent und Prixen seyen, nichts anders zueaignen. 

Der stütt halben dtirfen andere leuth nit \nl sorgen, sie 
gehören I. F. D* »ue, die werden sie wol wissen der gebür 
nach zu tractiem; wie aber etwo zu Pruckh alle hand- 
lungen verzaichnet und beschriben worden, das wissen 
L F. D* nit, wiewol man sie hievor überreden wellen, 
das es ir f urgetragen und gewisen. Und ob es wol 
dise maluung gehabt, dass man alles in höchster eng 
mnd gehaimb erbalten solle, wie dessen E. ganze E. L. 
liott*entlich I. D* kundtschaft geben wirdet* voraus weil man 
sieh schon damals besorgt, da die sacken ausbrechen, da sie 
L F. D* und den landen vil zu schaffen geben wurden, aber 
L F. D* konnten auch genuegsamblich darthuen, das die Bachen 
wie mans ©two bescltriben und verzaichnet, gar in Italiam 
hinein, wie auch sonnsten hin iind her io freiubde lande 
kommen und also disfalls auch wider den verlass geliandlet 
worden. Darum ben dann L F. D* dem alten nach widerumb wol 
sehreiben mögen, dass der Sachen jetzige Veränderung I. F, D^ 
gßr nit, sonder nur denienigen zuezuschreiben. die wider die 
ervolgte vergleichung gehandlet und I. F. D* zue schreiben dar- 
%ne gedrungen; und wissen I. F* D* wenig von solcher reso- 
lution die zeit ires lebens zu weichen, als die von herm und 
der riterschaft ir erkente confession zu verlassen. Dann ob- 
frchoD frirgegeben, da ^nenniglieh im fand hemidt und füegs 
ßii lasiien und ainicht^ hoffnung zu L F. Z>' nit tiwr setzen^ 

item fürs andere E, E. L, hock unreckU geschehen, das» 
0ie 0ich bisher über ir rsr^nügen von ivpgtm der ervoltften wer- 
afeichnUMB angegriffen und doch t/eizo derselben widitr entsetzt j 

item, fsum dritten hin furo kain bewilligung mer geschehmt^ 

9nder itirk gemaine Iftndschaft iren freihmfen gemrim in mr- 

halten^ wie e* nunnst^n der almechtig mit inen »ckinken^ aläo auch 



^^ 




110 




zum üierten die grainiizen de« erbfeindts tmd krigsvollu 
halben, dai es solche vernomen, in höchster gefar steheft, 
sich dann gleich falls 

zum filnjften des gemainen manns aufstehendt zum höchsten 
zu besorgen sein werde^ ao wellen doch L F. D* zu gott und 
iren fromen unterthanen lioffen, weil I. F. D* zu der genomnen 
resolution vilfeltiglich gedrungen und gezwungen, sie hetten 
dann wider gott and ir gewissen handien und beschwärten 
ir schuldige hilf nit erzaigen wollen^ sie werden I* F- D*? 
dass sie also aus der nott ein tugent machen miestenj fiir 
entschuldiget halten, und ir vor gott und der weit schuldij 
affection von L F. 1)^ irem natürlichen erbherrn in ainig wei 
nit abwenden, wie inen dann solches dui'chaus nit verantwort* 
lieh sein wurde. E, E. L. hat zwar L F. D* ansehenlich vil ge- 
than, wie es dann L F, D* von inen zu rüemen nit undcrlassen, j 
daus sie aber itzund von L F. D^ setzen und aller irer bewiJ- I 
ligung aiu endt machen aollen, disen wollen sich L F, D* zu 
inen nit versehen. Sic wissen auch unzweifenlich, da achon 
disem oder ienem was solches in sinn kam, dass es doch die 
maißten nit thun, sondern sich der gebür nierera erindem, und^j 
darauf hinfaro sowol als bisher L F. D* niit irem getreuea^l 
hülfen zu erhaltung des geliebten Vaterlands, des cristlichen^ 
glaubens und unser aller freyheit nit verlassen werden, wie inen 
dann auch kain anders gebürt, sie wollten zugleich wider gott< 
gebot die natürlichen und weltlichen recht sonderlieh aber dii 
erbhuldigung handien, darunter sie ain leiblichen aid gcschwom^ 
das sie I. D* hold, treu und gewärtig sein, iren nucz und fro- 
men befUrdem, den schaden bestes Vermögens abwenden wollten, 
welche wort allesarabt nichts anders vermögen als dass E. E. L. 
bei L F. D* naturlichen von gott ftirgesetzten obrigkait, leib, 
guet und bluet, so oft von nötten, aufsetzen und sich nichts auf 
der weit davon abhalten lassen wolle. Den verstandt hat E. E. L. 
solchen worten selbst öfter gegeben in dem, dass sie gegen 
I. D* geredet und geschriben, dass sie als frome unterthanen 
bei L D* leib, guct und pluet aufzusetzen begierig. Dem wirdet 
sie nun sonder^ allen zweifl wirklich nachsetzen und sich nichtB 
auf erden daran in-en lassen, zumal weil inen unverborgen, dass 
die not kain gesetz habe und dass sie so wenig als ander leut 
ire freyheiten darunter übertragen. Wie dann I. F. D* dar- 
thuen könteUj dass erst weüendt kayser Fridrich nur wider die 



■n,~ 




111 



Hangern im lande grösaere steuern als die jetzigen sein für 
sich selbs abgefordert und es doch wider E. E. L. nit gewest, 
weil sie sich irer schuldigkait gegen S, K, M' erinnert und bei 
derselben, als die getreuen underthanen handien wollen. Da 
sie nun solches wider ire miteristen gethan^ was wäre nit wider 
den erbfeindt geschehen? Welches aber L F. D^ nit darumben 
fürgeben, das sie ein solchen process gegen gemainer landt- 
scbaft furzuoemen gedachten; nain, mit nüchten, sonder I. i\ D^ 
sein mer dan gewis, dass es solche weg nimmermer crräehen 
tmd aufs wenigst die maisten herrn und landtleüt sich ditsfals 
bei I. D* der schuldigen gebür in allweg erweisen, auch sich 
die wenigem daran nit irren lassen, weil dieselben letztlich zu 
beschutzung des vatterlandts, wo sie änderst drin bleiben wollen^ 
woU zu bringen sein wurden. Und darumben so wollen sich 
L F. D* zu gmainer landtschaft solches anzugs kaineswegs 
sondern vil mer endlich versehen, dass sie sich ditsfalls hinfiiro 
so wol als bishero der gebllr erweisen imd die Sachen zu kainer 
zerritlichkait und unordenung kernen lassen^ die letzlich nur dem 
gemainen wesen verderblichen schaden und nachtail bringen 
worden und solches sonderlich aus dem bedenken, so man des 
erbfeindta und gränitzvolks halben hat, dann sich daselbaten 
her ia nichts guets zu versehen, wann man die bewilligungen 
einBtelien und die sachen zu der andeitendcn Weiterung kumen 
lassen sollte. 

Des gemainen manns halben besorgen sich L F, D^ 
von der religionssachen wegen nichts, dann I. F. D* 
aigentlich wissen, dass demselben die eindringenden 
neuerungen merersthails zuwider, und »es dem armen 
man fürnemblich darumb zu thuen ist, das er etwo von 
tr yilln mit dem Steuer, rüstgelt und anderm, das ain 
seither bei etlichen aufkomen, item mit den ewigen 
roboten, mit den Verehrungen, sterbreehten, grossen 
tibermässigen strafen und dergleichen zum höchsten 
beschwert wird. 

Solches mc^chte in ainist wie hievor ain aufstand verur- 
^Sachen und darumben so solle man in der gemain und sonder- 
hait darauf bedacht sein, damit es eingestöllt^ der arm man 
etwo leidlicher tractiert und noch lenger in der schuldigen ge- 
borsamb erhalten werde. Das raten I, F. D' gemainer land- 
sebuft treulich und wollen auch selbs in alweg vätterlich darauf 




112 



bedacht s(?in, wie dann L F. D' allenthalben und überaü nichi 
anders suechen oder vor ir haben, des sie mit gott bezeugen, 
dann dass sie in iren getreuen landen die gmain rueh erhalten 
und aUen unfrid oder Weiterung, deren sich sonsten, da die 
biiber geschwebte beechwärangen allerseits nit hin und bei- 
gelegt, ser zu besorgen gewest, verhiieten und vorkommen 
raugen. Daran dann ia I. F. 1> fürnembÜch nur irer getreue^ 
lande hlilfen bedürftig und sich auf fremde nit sonders zu v€ 
lassen, umb aber L F, D* nur so vil mit irer väterlichen fiir" 
sehung und bemüehung erhalten, dasa sie sich von denselben 
frembden ainiches Überfalls und dergleichen nit zu befahrenr 
so sollen sie daran gar nichts erwinden lassen, wie auch inen- 
niglich im lande, so vil es immer sein kan, I. F. D^ damnder 
alle mögliche hilf gern erweisen und ein schlechtes nit ansehen, 
welches sich I. F* D* zu den oftgedachten von herrn und ritter- 
Schaft dits landts umb so vil mer ungezweifenlich getrosten, 
weil sie L F, D' genomnen resolution nach in irem gewissen 
kaineswegs beschwert sondern so frei sein als ainiches herrn 
oder filrsten in der ganzen cristenhait unterthonnen sein mögen. 

Was man den geistlichen bisher liebs und guets gethan» 
dessen allen ist ir standt woll wert und solches inen ie und 
allemal von iillen fi'omen eristen begegnet, wie 1. D* wisse 
die weltlichen iro auch in ville weg nit wenig genossen, un 
derohalbeUj so wird es one zweifei noch hinfüro verbleiben. 

Was aber L F. D' zu der genomnen resolution und er- 
ledigung der baiderseits ain zeit herurab geschwebten schäd- 
lichen beschwärungen verursacht, das ist schon oben etÜchm^ 
vermeldet und I. F. D* zu gott hoffen, dass durch solchem L L_^ 
erledigung der Sachen räthlich geholfen, man auch hin furo ü^ 
vil mercr ruh und freund tschaft; gegen einander leben, zuin^ ^ 
aber dem erbfeind desto fruchtbarlichern widerstandt thue ' 
Wen also ain jeder des seinigen geniessen würd mögen, ^=^ 
lassen es I. F. I>* nochmalen und für alle zeit bei solcher 
nomnen resolution und erledigung bewenden, der genzliche 
ho&ung, weil man sich doch bisher allenthalben zu ieder g""^ 
legenhait erclärt, das man dem Calvinismo und Flacci^^ 
nismo zuwider es werde bei solcher erclärung verbleibe^^ 
und sich nieraandts untersteen, weder Flaccianische noch Ca—- -^ 
vinische pre die ante n aufzuhalten, dann I. F. I>* ain solch ea de^^ 
gemainen wesen zu gueten gar nit zu gedulden wUssteu^ w»^* 




ia dieselben nichts anders als aufwiglung, aufruer, imgehorsaiu, 
widerspenigkait und pliictver^i^ssen suechen und procuriern. 

I, F, D* sein auch oben zur genile^en verstanden^ dass sie 
zu der genomnen resolution und erledignug ir g wissen getribeii, 
weil I. F. Ü* dasselb also besch Wärter umb die ganze weltj ge- 
schweigen dise oder iene zergengHi-he unverdiente nachred nit 
zu erhalten wüssten* L F. D^ haben die sachen nit plötz- 
lich ftirgenomen sonder ein guete zeit herumb mit 
allen umbstenden zum stattlich löten erwogen und dar- 
auf in gottö n am eil suluhe resolution gethon, wie sie's 
dann bei verHerung irer seelen seligkait umbzugeen nit ge- 
wüst. Und so nun die von herru luid ritterschaft solches ver- 
nemeUj sie auch ie und allemal selbs fürgegeben und noch, dass 
sie sich in irem gewissen auch bei gleicher verlierung irer 
Seelen seligkait nit beschwären laaseD konten, darwider sie auch 
Ton L F. D* nit bekumert werden^ wie gebuerete inen dann in 
ainige weeg L F. D^ in irem gwissen zu beschwären oder zu 
bedrangen? Das wäre wider alle vcmunft, und sonderlich iene 
unsers herrn und seligmachers lehr, was ir wollt das euch die 
menschen thuen sollenj dasselb thuet ineo hinwieder. Des sich 
also I. F. D* zu allen iren getreuen unterthanen genzlich und 
an allen zweifei ietzo und hinfüro versechen und ge trösten, 
wie auch gegen den benachbarten solche correspondenz an^ 
stellen wüllen, dass sich I. F. D^ und ire lande vil meer irer 
getreuen hilf und bcistands in derselben widerwertigkaiten als 
ainiehes übls oder gefähr zu getrosten haben sollen. 

Anlangend dann L F, D* beschechne Verordnung, wer 
denen kirchen was entzogen, dass er dasselb bei I. D* straf 
inner zwaien monatten wider zu geben schuldig sein solle, mit 
solcher Verordnung haben L F. D^ die gwakätigen, niuetwilligen, 
unrechtlicheii spolia und entziehung gemaint, wie auch noch; 
und weil sich dann solches niemandtä mit billigkait zu be- 
schwärn, so lassen es L F, I>* nochinab darbei verbleiben und 
mainen es desselben gleichen mit dun andern landleuten, weil 
vennllg irer habenden landshandvest niemands des seinigen mit 
gwalt one recht entsetzt werden solle. 

Wann nun ab solchem allem lauter zu sehen, dass I. F. D^ 
weder E. E. L. noch iemands andern im lande wider gemaine 
freyhaiten und das recht zu beschwären bedacht, sondern vil- 
mer vätterlich dahin trachten und gedenken, damit sy mennig- 

f «Alts. II. Abtb. Ud L. 8 



114 

lieh darbei handthaben und vor aller vergweltigung schützen ^ 
und schürmen, wie dann oft gedachte I. F. D* resolution flir- — 
nembhch aus solchen grundt^ dass nembUch iederman das seinig -^ 
gelassen und wider recht nit entzogen wurde, erfolgt, 1. F. D* -=^ 

auch derselben cristlichem gewissen, wie villen andern ver- 

nunftigen Ursachen nach, den Sachen änderst nit thuen konnten, ,^ , 
sondern darzue gedrungen werden, sie aber doch dermassen ^-i 
bestöllt, das man allerseits gegen gott und der weit im gewissen .^m 

und sonsten frey one alle sorg sein kann, so lassen es dem- 

nach I. F. D* nochmals bei solcher irer genomnen resolution,^ m, 
Satzung und erclärung genzlich verbleiben . . . 

Decretum per archiducem 18. Decembris anno 80. 
Wolfganng Schrannz d. P. Wanntzl. 

51. 

Der Angehörigen A. C. ,Anbringen' auf die l. f. Erklärung voii^ «i 
18. December: Unerimesene Anschuldigung, dass dem Clerus sein em ^ e 
Rechte entzogen werden. Unwahr seien die Anschuldigungen wegu^ ^i 
des Grazer Stiftes. Der Bauernstand tvird durch die Herrtm • h 
nicht gedrückt, weil diese hiedurch sich selbst schädigen imirden^ -^pi. 

Die vielen Rdigionsbeschiverden der letzten Zeit sind leider be '^ 

gründet, zumeist durch fremde unruhige Leute verschuldet. I. D^^^ZD* 
sa^e, sie sei aus Gewissensnoth zum Erlasse der Resolution ge — "^^ 
nöthigt gewesen: Gewissenssache ist es, der Landschaft das Ver — ^^" 

sprochene zu halten. Beschwerden über deti Nuntius. Die Pa -^ 

dfication betrifft auch Kärnten und Krain, daher muss der^sr^f 
Handel dahin gemeldet iverden. Stand der kirchlichen Ding^^^^^ 
vor 1564. Die Erbhuldigung und Pacification ist nicht auf^^^^^t 
einen oder zwei Prädicanten, auf Kirchenbauten etc., sondem^P'^^^ 
auf die ganze A. C. geschlossen. Man prakticiere Niemanden^ 
von seiner Canfession ab. Inhalt der Pacißcatiotien von 1572^ 
und 1578. Zusagen der gelieimen Räthe. Unmöglichkeit der 
Stände, die Pacification preiszugebeyi. Bitte, die Landschaft da- 
bei verbleiben zu lassen. Graz im Lafidta^e, 1580 December 2L 

(L.-A., L.-H., St.-A. Innsbruck, Sötzinger wie oben.) 

Der F. D* . . .^ erclärung in der religionssachen hat E. E. L. 
der A. C. zugethan . . . vemumen, und weil wir dise erclärung 




^ Die aus^lassenen WOrter betrefifen nur Formeln u. dgl., nichts Wesentliches. 



i 



115 



eben m solchen laut und inlmlt, wie die erst gestellte resolntion 
befunden, haben wir unserer höchsten unvermeidlichen notturfft 
nach abermals nit uinbgelien künen, in iinterthenigkeit und ge- 
horsamist 7Ai repliciereUj sonderlieli weil uns so starke auflagen, 
deren wir keineswegs geständig, und da es zu ordenhcher prob 
kumen, sich in griindt bei weiten \nl änderst befinden wurde, zue- 
gemuetet, und bedanken uns anfangs unterthenigistj dass I. F. D* 
gn. vermelden^ sie habe iro ir lebtüg nie in sinn genomen, 
wider E. E, L. freyhaiten und reeht zu handien, auch niemanden 
unverhört geurthailt oder gerieht, und wollen uns auch gehor- 
samist getrösten, es werde an itzo in diser vorstehunden reli- 
gionssachen wirklich beschehen. 

Es sagen nun die herrn Ordinarien herr erzbtschove zu 
Salzburg etc, was sie immer wollen, so ist es doch nit recht, 
in genere und per pausch E. E. . . , L. so odiose haimblieh zu 
verunglimpfen und (dass) dardurch E. E. L. von irer wolher- 
gebrachten cristliehen religion . . . gedrungen und die . . . crist- 
liche ruhe und ainigkait ... an itzo so unversehens . . . uinb- 
gestossen und also . . . durch solches neues statuiern das ganze 
gebltiett im menschen umbkert solle werden, und sagen noch- 
malen , . . sie thun E. E. L. - . . vor gott und der weit ganz un- 
recht, dass man inen ir ganz iurisdiction irer lehenschaft und 
vogthey entzogen» und obgleich wol einer, zwen oder drej et wo 
irer habunden iuB, gerechtigkait, altem herkommen oder selbs 
aigenen oder seiner vereitern Stiftung nach bei den pharm irer 
vogthey und lechenschaft ichtes beschwärhehes attentiert , , ., 
so ist doch guet recht und cristliche obrigkait im land, das 
die beschwilrten dits orts . . . der Ordnung nach klagen künnen. 
Wer ist doch noch bis dato furkumen, der sich mit fueg dits orts 
besehwärt, das im ungleichs recht widerfarn? Es sind die geist- 
lichen dermassen in der neuen landsrechts reformation bedacht, 
dass sie vor andern im rechten befördert, und da es nit be* 
schäche, kan doch solches dem gericht mit ernst auferlegt 
werden. Aber solche bisher erhaltene Ordnung und wissent- 
liche landtsfreyhait aufzuheben und das ganze wesen in neue 
Veränderung zu bringen^ dieienigeUj so etwo in specie be- 
schuldigt wcrdeUj nit anzuhören, ir instanz zu nemen und als- 
bald auf aines thails anbringen, zu statuiren . . *, das ist un- 
widerspreehenlich wider des lands freyhaiten, darb ei L F. D* 
uns gu. band tauhaben und zu beschützen schuldig: also sind 

8» 





116 

vil und vil der gehorsamisten landletit, welche weder pharren 
noch vogteyen und lechenschaften haben und inen umb solches 
gar nichts bewtlst: die künen dises stritts . . . nit entgelten. 

Dass sie aber daneben auch vermelden, da man die herm 
prelaten und geistlichen mit den ihren . . . oppugniem . . . und 
bedrangen solle, wie solches mit £. E. L. hieigen stift bisher 
beschehen, welches inen zu gedulden nit mügHch: das ist ein 
neue und hievor von inen ein unverhörte beschwärung, und weil 
sie so odiose bei I. F. D' solches anziehen ... so müessen wir 
dits orts I. F. D* lautern bericht geben: 

Erstlich, dass sie ire ansechenliche gaben anziehen, die sie 
zu diser stift geben sollen, in dem irren sie sich gar weit, dann 
sie in widerspil vil eines andern uberwiseu werden. Es sind bei 
allen einncmers raittungen aus ihrem mitl personen verbanden, 
da inen in specie furgetragen wird, wohin ire . . . anlagen hin- 
geraicht werden, und sie sollen irer selbs vil mer I. F. D* dits 
orts billich verschonen: Man hat gottlob von ehrhcher fromen 
landleüt sonderwarer Stiftung und contribution, dass man solche 
ausgaben ganz wol zu erstatten . . . und wann nur eben die 
herm prelaten ... ire steuern . . . ordenKch erlegen und E. E. L. 
in so merkUchen schaden durch langen aufzug nit einfUren 
solten, so thäten sie am rechtisten und mögen £. E. L. dise 
geringe capein und schuel nit vergunen, welche doch 
. . . nur von der . . . landtleute Stiftung . . . wirdt underhalten, 
so man inen entgegen ir herrlichs stattlichs einkumen, welches 
auch merei*sthails nur von unsern lieben voreitern geschenkt 
. . ., thuet vergunnen . . . 

So wird weder Salzburg noch iemandts anderer sagen 
ktinneu, das dise E. E. L. stift S" F. G. lechenschaft oder vog- 
they sei, ... vil weniger S. F. G. die pharr Grätz oder einkomen 
dardurch entzogen. Und hetten ir vil nit geringe beschwärung, 
dass man zuwider der alten Stiftung auf neue orden 
solche hauptpfarren thuet transferiern, aber von ge- 
maines frides wegen lässt maus geschechen . . ., wie es ein 
jeder vor gott in seinem gewissen kan verantworten, verhoffent- 
Uch, sie werden uns auch ain merers nit zuemuetten. Dann 
ein ieder für sich selbs muess seines glaubens . . . rechenschaft 
geben . . . Wann sie sich nur nit understüendcn, uns zu . . . 
underdrucken . . . sonder Hessen es bei cristlichen gleichen ver- 
stand, wie man bisher in guetem vertrauen bei einander ge- 



in 



also verbleiben, sind sie vor unser stift wol sicher, daae 
derselben kainer nach iren herrlißhkaiten, liocheo stiften, grossen 
cinkuminen und namen trachten werde, vil weniger gie zu 
unterdrucken understeeii^ und wir muessen gleiuli eben von 
inen oft und vilnials sachen und antastungen anhürn, deren sie 
von uns bisher erlassen sein worden, und tragen gern geduld 
von gemainen friden wögen. 

Was auch wegen des gemainen maus aufstand durch una 
hievor angezogen worden, das ist von des besten wegen zur 
Warnung iingcdeutet, dann man allerlay sebwierigkait an vilcn 
orten maess anhören^ dass aber darbei die grossen steuern . . . 
item übermässige robot zur ursaeh werden vermeldet, hat E. E. L 
zwar hievor zu raermaln die grossen anlagen klagt, dass die- 
selbigen ie zu gross und in die Icng nit zu erschwingen sein, 
der robot und ubermass halben, waiss sich ein jeder eristheher 
^^Jandtman gegen seinen armen uiiderfain^n der gebiir nach also 
^VEti verhalten, das gwiss kainer vorhanden oder doch gar ein 
■ tinmensch sein mueste, * der sich dits orts beschwärn wolte, 
^^^idann es ein yeder nur ime selbs zu schaden thilte. 
^" Wann ainer ainst die armen leuth ins verderben bringt, 

I so ist er selbs ain verdorbner landman^ wie dann auch ainem 
I jeden underthon, der ditsorts bedrangt wirdet, bevorsteht, 
^H deine besch warungen bey der merern obrigkait anzubringen, 
^VWas aber sonst in andere weg den armen leuten fm* be- 
schwarungen zuestehn, ist E, F. D' zu an dermalen gehorsamist 
angebracht . . , 

L F, D* vermelden ven-er gn. wegen des gehorsams, dass 
atnichen iren vorfarn ^o vil widerwärtigkaiten von iren getreuen 
unterthonen als ain zeit lang von ir etlichen widerfarn und dass 
die Heb, freundschaft und vertrauen verloschen, ir vil suechen 
anders nichts ab iren eignen nutz und fragen nit vil nach ge- 
ainer bindscfaaft wolfart, ist uns gleichwol von ainieher wider- 
-wärtigkait nichts bewüst, und was kann auch ein gehorsamister 
lundtmann oder der landschaft ofticier L F. Ü* für widerwitrtig- 
kalt erzaigen, allain da es ia laider dabin komen, duss vil und 
vil und hievor unerhört e besch warung und bedrangnus wider 
die freyhait und altes herkomen fürgenommen, welches ia nie- 
jnatidts andern als L F. D' muess clagt werden, aber hievor 



* Smctn^er: ,iiiue8te* ausg-estrifben. 



118 

solches nit gewesen, derwegen desto weniger beschwanmgen 
gehen hoff gebracht und iederman bei den seinigen mit ruhe ge- 
lassen worden. Man hat bisheer gottlob in gueter freundschaft^ lieb 
und treu, auch christUchem verstandt bei einander gelebt und 
treulich zu dem gemainen wesen gesetzt, aber bei solchen band- 
lungen, wie es die fremden nationen und unruebige leuth gern 
haben und anspinnen weiten, wurde es laider ia gar bald über 
und über gehen, dass kain trauen und glauben bei kainem men- 
schen mor zu finden, und wurde ain ieder sechen, was er zu 
schaffen het, Uess alles stehen und liegen, wie es sonst immer der 
allmechtige gott schickt. 

Der alten Salzburgischen handlungen anzug ist durch uns 
der mainung beschechen, das I. F. D* gn. warnemen solle, wie 
so gar gn. . . . kaiser Ferdinaudus mit den geh. landtleuthen 
umbgangen und ehe I. M' ichtes statuiert, E. E. L. darüber 
notdtirftiglich angehört und sind I. M* bevelch und schreiben 
dar und teulsch, lassen sich auch nit hin und wider auf un- 
gleichen verstandt deuten, wie dann auch der frume kaiser 
iederzeit mit derselben getreuen landtschaften iji allen furge- 
fallenen handlungen guet deutsch schriftHch oder mündlich 
handien und alle ambiguiteten hindann gesetzt, so kan man 
desto eher zu ordenlichen beschluss und abhandlung der Sachen 
komen . . . 

Und endUch den hauptpunct und I. F. D* iUngst über- 
gebne resolution betreffend, darbey I. F. D' nochmalen zu ver- 
harren gedenken, geben wir verer ganz unterthenigist und ge- 
horsamist zu vememen: 

ErstKch, dass I. F. D* zu solcher resolution gwissens halber 
gedrungen, sol I. F. D* ir vil mer ein gwissen machen, wann 
sie derselben getreue landschaft dasienig, so inen in der erb- 
huldigung zuegesagt, hernach in der religionspacification 
mit so vil hochen 1. f. worten und contestationen versprochen, 
solches alles steiff zu halten und uns zum höchsten gn. ver- 
mant, kain misstrauen in I. F. D' person und wort zu stellen, 
anitzo durch dise resolution hinwegnemen und aufheben weite 
lassen, so doch bei aller weit billich und recht ist, dass man 
auch den feinden trauen und glauben halten solle, inmassen 
kaiser Carl . . . gethan, dass er ungeacht der geistlichen starkes 
begem den doctor Luther auf den reichstag zu Wurmbs als 
einem haeretico, wie sie es fllrgeben, das kais. gelait nit zu 



119 



halteo^ alles bei seits gestellt und seiner kaiserlichen zusagiing 
oit umLstehen wellen, was wollen dan I. F. D* uns als derselben 
so ganz gehorsamisten laiulschaft» welche ssii fridens- und un- 
frideDS2eiten bei L F. D^ mit ircn leib, guet und bluet da steht 
und mit der hilf gottes eten solle,, und will auch disen nuncio 
und andern, welche mit so scharfen bedroungen der wider- 
wärtigen und dem haus Osterreich, ia der ganzen teutschen 
nAtion all ir lebenlang aufsässigen frembden nationen herflir- 
komen und durch seine pcrsuasionen I. F. D* unsern fromcn 
herrn und landtis furo ton dahin zwingen und dringen, dass die 
xaegesagtc und veraprocline paeification aufgebebt, 
dermassen stark genueg begegnen wollen, dass sie sambt disen 
widerwärtigen und feindlichen nach harn und frembden wäli- 
schen nation erfarn sollen, dass mit der hülf gottes I. F. D* flir 
solchen unbillichen bedroungen ganz wol versichert sollen wer- 
deoj wie wir* dann gehorsamist bitten, disen nuntio 
nit zu gestatten, beschwerlichere Verbitterung anzu- 
richten. Dann wie L V. D' gn. in derselben sehrift vermel- 
den^ was euch die menschen thuen, das inen wieder zngerüegt 
werden solle, da einer ans tcutsuhem hmdt zu inen dergestalt 
komen, ir ungelegen haiten, da es merers von nütten, zu refor- 
miem, er gar ein seltsame abfertigung bekomen, als solten dise 
leuth auch bedacht sein, tranquillum statum in disen so gefUr- 
lieben orten, da wir kain stund vor des erbfeindts gwalt ver- 
sichert sein, aller möglich kait nach zu erlialten und nit noch 
mer mit feuer und stro lierzulaufen, dann allweil er mit offnen 
bedroungen sich wegen der benachbarten lässt vcrnemen: so 
mttesten wir uns auch auf derselbigen der gebUr nach richten 
und zu L F, 1>* und des geUebten vatterlands notwendigen de- 
fen»iön fiirsehung thun; ist doch laider augenscheinlich zu spuren^ 
wafl doch diser nnncius sambt den Salzburgischeu commis- 
Barien für ain noruhe und im ganzen landt nin solche unerhörte 
verw^irrung anzurichten gedenkeUj alle statuta, erbhuldigung, 
wol ftufgerichte pacificationes zu poden zu werfen, die er- 
haltene eristliche ainigkait, welche allain das ainige mitl ge- 
wesen, dass dise gehorsamiste L F. D* lande vor allen iren 
veinden in vilen und mancherlay zugestandenen widerwertig- 
kaiten bis auf gegcnwlirtige zeit mit gottes hlllf unzertrennt 



* Du ^aaie Bklt Ist in i^perrter Schrift gecicbTiebe». 



120 

und aufrecht gestanden, anitzo alles miteinander so blötzlich 
über ain häufen werfen und sowol dem gemainen man zu be- 
schwärlieher ^ unruhe erwecken als den erbfeind selbs alle ge- 
wünschte vorti und gelegenhait in die band geben wollen, 
sonderlich aber weil dise religions vergleich ung nit dises 
landt allain sondern die andern als Kärnten und Crain inhalt 
der Pruckerischen vergleichung angehet, wir inen solches als- 
baldt auch communiciem müessen. 

I. F. D* haben sich selbs gn. erfreydt und gott dank ge- 
sagt, dass es zu solcher verainigung komen ist und wegen der 
lande darüber ervolgte so treuherzige unerschwingliche grosse 
gaben und bewilligung änderst nichts gewünscht, dann das 
I. F. D* ainist gelegenhait bekommen möchte, dass sie ire ge- 
treuen landschaften mit väterlichen gnaden bedenken und irer 
in künftigen bewilligungen, damit sie sich erquicken und er- 
holen, verschonen künten, anietzo da nur etwas weniges gesagt 
wird von Persuanischen sieg, wiewol der pascha von Ofen wenig 
darnach fragt, so kümen alspaldt solche leuth, welche das ganze 
laHdt gleich under ainst in erschreckliche greuliche Verwüstung 
einzuflieren gedenken, da man in unterthenigkait verhoflRte, ein 
labung und erquickung bei den stäten, immervverunden aus- 
gaben zu haben, also gar nichts werden wir bei disen so merk- 
lichen unerschwinglichen bewilligung der beschechnen Vertrö- 
stung nach bedacht und alle reden und zuesagung so gar fUr 
gemaine wort gehalten, das wir uns gleich nichts mer darein 
schücken künnen, es ist ie unwidersprechlich das ausser gott 
niemandts über unser seel zu gebieten, sintemal wir in zeit- 
lichen unsern gehorsam überflüssig bekennen und im werk 
erzaigen. 

Also hat kaiser Ferdinandus uns allergnedigist in unsern 
gewissen sambt unserer religion, cristlichen exercitiis mit ruh 
und unbetrüebt gelassen, und wird kain mensch auf erden 
änderst sagen künnen, dann dass wir und unser voreltem guet 
über vierzig iar unser aigene schneien alhie öffentlich gehalten, 
darzue menniglich edl und unedl ire kinder on alle einstellung 
frey hineingehen lassen, darbei iederzeit eine guete anzal schael- 
personen und mit merem uncosten als an ietzo underhalten; es 
sind vil iar vor I. F. D* eintretung in derselben 1. f. regierung drey 



^ Hier endet die gesperrte Schrift. 



121 



IE 



Prediger unserer confession zuegethao alliie durch E. E, L. er- 
halten worden, dise alle haben in der stift gepredigt^ 
die hl. sacramenta administrirtj im landthaus haben 
Bie auch bisweilen gepredigt, sonderlich da man in 
der stifft gepaut hat, und ist solches wider I. M^ wissen 
und willen kaineswegs beschehen, dann I. M^ stattliche 
commissarioB aneh geistliche verordnet, welche E. E. L. wegen 
herm Balthasers stark zugesprochen^ da er das exercitinm re- 
Hgionis ofifenlich in der ^tifiFl gehalten, aber nach eingemimmnen 
gehorsamisten be rieht, so wol E. E. L. als der commissarien 
»ell)9 ist es unverwört zuegelassen bis auf gegenwürtige zeit, 
d ob gleichwol general ausgangen, der communion und der 
nahen ausser lands Verschickung halber gen Wittenberg, 
ißt doch solches wegen erfolgten gehorsamisten berichtfi 
und der lande beach wärung nit volzogen und sein dt die 
landtkinder edl und unedl ausser ainicher wirklichen ein- 
stellung gehen Wittenberg und andern orthen geschickt. Wo- 
her kan doch immer folgen, dass E. E. L. gleich anyetzo über 
alles, das I. F. D* also gefunden, dariiber die erbhuldigung an- 
genumen, zu fordrist und anfangs selbs mit leiblichen cid alle 
suchen in dem stand, wie sie es gefunden, gn. bleiben zu lassen, 
snegesagt^ nit mit rue darbei gelassen solte werden, was auch 
sonst hernach dits oris hin und wider bis zu der aufge- 
richten pacification gesehriben, geredt, verzaichnet alhie 
und zu Prnckh, das ist aUes I. F. D' ordenlich fürgebracht 
sich selbst . . . vätterlieb dessen llberflfissig wissen zu erinern. 
Und weil ie dits orts das gewissen so stark angezogen 
^vird, warumben es nit zur zeit der erbhuldigung und der auf- 
g^erichten pacification dergestalt beacheehen, als niüesten wir 
an ietzo darumben in unserm gewissen so hoch perturbirt wer- 
den, weil die Äugspurgisehen confession uns sambt allen exer- 
tiis zuegela8sr*n und I. F. I>* dieselb nit angenuraen, haben 
doch I. F. 1>* ir gewissen mit starker contestation gnugsam 
beniebigt, dasa sie durchaus unser religion nit sein, sonder bei 
derselben alten römisch en eatolischen religion, darinnen sie ge* 
tauft imd erzogen, bis an derselben end bestand iglich zu bleiben 
öffentlich zu mermallen angezogen. Und wie L F. D^ bei der- 
dben mit guetem gewissen, also wir auch bei diser confession 
it hilf gottes zu bleiben vermeldet, ist doch noch kain mensch 
rknmen, der anders sagen wird künnen, dann dass I. F. D^ 




122 

bestendiglich darbei bis auf dato verbarn, wie kan nun an ietzo 
I. F. D* ein ruebiges gewissen suechen in dem, dass man uns 
bei der gethonen erbhuldigung und lauttem puechstaben der 
aufgerichten paeification nit bleiben und so vil tausent 
Seelen in irem gewissen besehwäm und verwirren lassen weite? 
I. F. D*, die welle solches gn. und vätterlich erwegen, da es 
in höchster warhait vor gott und der ganzen cristenhait nit 
recht sein kann, es sage nuncius und alle Ordinarien, was sie 
wellen, so ist doch das die pur lautter warhait, darwider sollen 
sie uns nit zwingen, sonder wir mtiessen mit hilf des allmech- 
tigen darbei bleiben und darüber gedulden, was gott immer 
schickt. 

Es ist die erbhuldigung und religionspacification 
nit auf eins oder zween predicanten, die allein predigen sollen, 
item auf kirchenpau, consistoria, Superintendenten, Universität 
fundirt und gestanden, sondern auf die von villen iaren in disen 
landen erhaltene cristliche Augspurgische confession und den 
gebrauchten exercitiis. Wir haben alhie E. E. L. erkaufte stift- 
kirchen, welche weder den von Salzburg noch andern zugehörigi 
etwas gebessert, aber weder consistoria, Superintendenten und 
dergleichen nichts sondern arme predigcr in gleicher gestalt 
als zuvor iederzeit gewesen, gehalten, und noch; und das es 
an ietzo mit besserer Ordnung und aufsieht wegen der Calvi- 
nischen und Flaccianischen beschieht, das man dieselbigen, so 
alheer vocirt, thuet examinieren und mit gewönlichen cere- 
monien zu warer gezeugnus der gmain fiü'stellt, das ist kaim 
consistorium oder im wenigisten den ordinariis der römischen 
kirchen zuegetlion, dits orths ichtes fiirgegriffen. Also haben 
wir kein universitet, sondern zu unserer iugend schuelpersonen, 
welche anitzo fast in der anzall wie hievor gewesen bestellt, 
arme knaben werden aus gemainem almusen unterhalten, 
solches alles wird uns zum ublisten ausgelegt, so wir es doch 
nur in gueter intention und mainung, kainen menschen zu 
ainichen widerdruss also furkert und damit das gelt im landt 
verbleibe; ainiche frembde Sachen werden I. F. D' gewisslich 
nit befinden, deren wir uns angemasst, es sagen und verun- 
ghmpfen bei I. F. D* uns, wer da immer will, so geschiecht uns 
warhaftig öffentlich unrecht. 

Derwegen auch destoweniger I. F. D* sich gottes zom 
oder der geistlichen und weltKchen obrigkait ungnadt auf sich 




123 



ladaDg kan befam, weil es ain yeder in seinem gewissen vor 
gott mae^s verantworten und es die kais M* selbs in derselben 
künigreiehen und landen Behaim, Ungern, Sehlesien und Mär- 
hem, ia vil seltsame secten, welche der waren Augspurgischen 
confession zuwider, gedulden. 

Und ist der getroffenen vergleichung dises unser 
religionsexercitium ira wenigsten nit zuwider, dann was wäre 
miB anders zuegelassen wann wir solches nit betten? und man 
solle dits orts billich des fromen Ganuilielis rath volgen, da 
unser religion nit von gott, so kan es nit bcstandt haben, son- 
dern iDuess TOB sich selbs zu gmndt geen; ist es aber von 
gotty wie wir gänzlich verhoffeo und glauben^ so kann es durch 
kjunes menschen gwalt underdruekt werden. 

Also werden wir ganz unguetlich beschuldigt, wie oben 
gnuegsamb verantwort ist worden, das I. F, D* religionsver- 
wonte sider der religion s vergleichung vor oder her- 
nach im wenigisten bescbwärt, inen ir recht und gerechtigkait 
entzogen oder derselben rebgion fi'irsctzbcb ausgereütt oder 
unterdruckt soHon haben, das aber diejenigen, so unserer re- 
hgion zucgetbannj sich zu L F. D* rebgioo nit begeben^ das ist 
ledera in sein gwissen frey gestellt. Es wirt khain mensch 
unser» wissens verboffentÜch nit sagen künnen, dass er ab- 
practiciert und mit gwalt daher gezogen sey worden. 

Also auch was das schelten und lestern belangt, steeth 
die vergleichung lauter dahin, welche zuwider der pacifi- 
cation bandlen, das dieselbigen zur verdienten straff ge- 
zogeUj aber nit alles zugleich miteinander aufgehebt solle wer- 
den, wie dann solches alles lauter und in specie nach anno 72 
I, F. D' vor der beschlossenen rebgionspHcHieation geborsamist 
jBt fUrgebraeht worden mit disem ausgetruckten Worten: 

Entlieh y wai die untßrthonen antrifft, daBs wir für unser 
armen unU^rthonnen^ die uns der allmächtig got vertraut^ nit 
minder ah für unser weib^ kindi und gesindt die sor^g und Ver- 
antwortung tragen müeueny aber mit nichte d^hin zu verstehen^ 
SS darumben einer oder d^r ander von seiner mainung und 
ligion gedrungen oder gmöftigt solle werden^ d^rwegen so ist 
irbei angehengt^ die sich frey, gutwillig und unbezwungen dar- 
zu€ b^kennen^ und wan nun ainer oder m* r derselben unter- 
thaf^en unserer religion sein^ dass sie ebenfalls in der Versiche- 
rung fo wol als wir selbs verstanden werden. 



124 



Zum andern, dasif diser articl (so lang sie sich der gehür 
liehen heschaidenhait^ tüte in der ersten declaration ^ermtldetA 
verhalten w&rdea) in der erclärung auszulassen^ nit dass man sich\ 
in alweg aller gehilrlichen beschaidenhait U7id schuldigen pßich-^ 
tigen gehör samhs gegen L F. Iß und dersdhen att gehörigen re*| 
ligionsverwanten nit verhaltsn solle j ia es ist vil mer unser 
gehör samisi er will und mainungj welcher solches nit thäte^ dass 
der selbig aller gebur nach ernstlich gestraß werde, 

Damif aber ans denselben obbemelten und ausgelassenen] 
puncten hernach nit disc consequenz gezogen werde^ dass nit umb ^ 
eine jede gar schleckte und geringe ursach einer, er sey geist- 
lich oder wehlicks standts^ etwo in tmverdiejite besrkuldigung} 
gezogen oder gesetzt^ dass einer oder der andere gleich etwas miti 
unbeschaidenhait handlete und derselbig vmi seiner obrigkait 
erster instanz hilliek geMrafft oder gar des dtensts hemüessigi^ 
wttrde, dass darumben das minister tum nnd predigambt nit ein*l 
gestellt oder E, E, L. dessen in geTnain an irer religion eni*y 
gelten soUcj sonderlich aber, dass auch darin gestanden, so vil 
sich /. F, />' gewissens halber ihuen und iwr gott ver- \ 
antworten läset , dass hernach die Veränderung der predi-\ 
cnnten nit auf detiselben weg unser religion zuwider ve7'standeni\ 
werde, * 

Also auch der vogtherrn und pfarrmenig gehorsamist an^ 
langen wegen alten gebrauch 7nit fümemung eines tauglichen 
priesttrs ist die maiiiung auch nitf dass dar durch lemanden 
andern sein recht entzogen oder geTiumen solle werden sondern , 
dass der lecken »her r one waigerung denselben filrgestellten ver^\ 
leicken und conßrmirn welle. 

Darauf L F. D* eiö nirissfallen getragen, dass iDau in 
I F. D^ hoch beteuerte fiirstlirhe wort etwas miisstrauen gesetzt 
mit disem vermeldeu, dass I. F. D^ ires aigtntlichen u^ssens nii j 
verscbnldt und von den gnaden gottes noch kinfilro kains weg» | 
zu verschulden sondern vil mer bedacht sein^ was sie yemandts 
geredt und versprochen^ demselben auch wür klick nackzukomen^^ 
bevor ab dem erhieJen und erclUreny das I, F. U i ängstlich zu- 
vor gegen denen herrn und ritterschaft auf ir ßekenlichs suechen 
und bitten mündtlirh und schriftlich öfter gethan, so fürstlich 



* Ana der PÄCification 

8. 51—62, 
» B. 64. 



von 1572. S. Die steiönr». Retigionüpactficfition, 



125 



und vollkomenlich nachzuheizen^ daroh sie kein billiche be- 
»chwürung niemals haben sollen^ und weil guet abzunemen, dass 
m dtit^elbig nii dermassen eingenumen^ me m L F. JJ* gnedig 
täit^-rUck treulich und ungevärlich gemaint^ so erclären »ich 
1 1\ D^ hiemit verrer und zum übevßusi ganz gnediglich^ da$s 
tk die mu herm und rlUeriftandt sambt Iren weib kindt und 
fti^T^dt und angehürigen religioit»v*'ru'imten nitmandts ausge- 
icht€ßS$en in denselben religionssüchefi wider ir gewissen nit be- 
kuü^merii^ beschwärtn oder vergwöltigen^ sondern inen zugleich 
derben andern^ so L F, /)' religion zngethoUy iederzeit mit landt- 
fürmtlichen genaden entgegen geen^ voraus aber ire predicanien 
•unangt^Jochten und unreriagty also auch ir habunde kircken und 
iekueltrn uneingestellt j dergleichen die vogt sowfd ah die leckens- 
l^^f^ bei iren alten wolhtr gebrachten rechten und gervchtigkaiten 
^nbedrangt lassen w^Uenf alles iefzo und kufiß,iglichf bis man 
'Wl Balcher siHttigen religionssachen halber crii^tlich und frid- 
lieh t>on defi genaden gottfs in gemain vergilt heu teirt hahen^ 
doch mit diser ausgedingteti nambhaß^en conditlon^ da^s her- 
•^**w*ui»iefi sy die von herm und der rittertfchaß L F, D' und 
^*^ ir^e religioniterwofiien hei irer alten caiholißchen religion 
^'^^h Q^ irtm personen^ wolher gebrachten guetfemy rechten und 
S^^^htigkaitenj wie es dann L F, D^ und ire religionsverwante 
W^»i inen und iren angehörigen hinwider tkuen wellen^ unge- 
^^iHchtf unbetrüebtf unangefochten^ unabpracticiert bleiben 
^•en und es einer dem andern als seinem cristlichen mit- 
^**«cf heederseits wol guet und treulich mainen soUcy inmassen 

'*♦* /. F, JJ' sie die iH/n herm und ritterschaft gehorsamblich 
^^^S^^tigi und versprochen ^ diser obsteunden eonditionen ihres- 
*''***^t« auclt nit allain treulich und unwaigerlirb gegen L F. D' 
fJcrselben rtdigionsverwandten nachzusetzen^ sondern auch 
^nigen, so darwider handien und loas fumemen wurdmiy selbs 
*^ Verdienter straff bringen zu htlfen und sieh sonst aller ge- 
/^*'ic/ieTi beschaidenhait und schuldigen pjiirhtigen gehorsambs 

^^llweg zu r er halten und zu erweisen. 

Darauf mügen sich nun die von herrn und der ritterschaft 
^^^f^h verlassen und L F. U* wol trauen^ dass es l, F, D^ inen 
J^'^'ftlich, gnedig, getreulich uwl ujigevärUch halten wollen. De- 
^^'^^^tuin per archiducem 24. Februarg anno 72,^ 






Ans der isteierm. Helig^ioiiBpiicificatiou, S. 54 — 56. 







126 

Darauf E. E. L* ir gehorsamiste antwort geben und die- 
selbig durch die Herrn gehaimen rate, ehe sie I. F. D* tlber- 
antwort, und desto weniger disputiert dürfte werden, in den 
zweyen articlen die unterthonen und vogtheyen betreffendt cor- 
rigiert worden, solche schritt von I. F. D* genedigist angenumen 
und den schluss darauf gemacht den andern Martii anno 72.^ 

Darunter nun auch sie die gehaimen räthe sich bei irer 
Seelen seligkait verlust seelen und leibs verschwom und ver- 
pfendt: da man im wenigisten ainichen zweifei setzen und solches 
nit treulich halten wurde, es soll inen selhs in ir herzen ein- 
gepflanzt nit änderst al(s) wann sie es täglich auf einem täfele 
beschribner vor iren äugen hetten, * 

Was I. F. D* volgundts anno 76 durch derselben com- 
missarien zum landtage abermals gn. zuegesagt, dessen haben 
sie uns mit gn. vorwissen I. F. D* unter irer handschriften ge- 
fertigte urkundt geben, dann letztlich zu Prugg vor allen der- 
selben landten anschenlichen und statlichen ausschuss gleich- 
faUs denen statten und markten so genedigist und landtsftirstlich 
erclärt, unnoth in specie zu erzellen. ' 

Auf alle dise so starke flirgelofFene und beschlossene re- 
ligionstractation I. F. D* zuesagen und hoch beteuerte lands- 
flirstliche wort haben wir uns steuflF und gewiss verlassen, und 
noch, und soll auch solches alles niemandts aus unsem herzen, 
sinn und gedanken herausreissen, er sey hoch oder klain, po- 
tentat, geistlich und weltlich, wie der namen haben mag, 
dann wir zu ainicher verschimpfung I. F. D* so stark becref- 
tigte wort und contestation solches über unser herz nit bringen, 
dass wir gedulden künden, I. F. D* unsem gn. herrn und landts- 
fürsten ditsorts in wenigisten böse nachred anhengen zu lassen, 
derwegen der nuncius oder andere, welche solches attentiren 
und uns in unserm geliebten vatterlandt in solche Verwirrung 
zu bringen sich unterstehen, von iren beginnen zeitlich ab- 
stehen und anderer orten da es fueg und statt haben kan, das- 
selbig fürnemen mügen, wir sind teutsche und in teutschen 
landen geborn und herkumen und wellen mit teutschem 
redlichen und aufrechtem gemüeth, ob gott will, treu- 

^ Die steierm. Religionspacification, S. 59, 60. 
' Worte der geheimen Räthe. 

• Die Vergleichung von 1676 s. in der Steierm. ReligionspacificAtioii, 
S. 62-64. 



127 




lieh bei L F. D' als iinBerm geliebten lierrii und landts- 
fUrsteu stehen. Wir sind in schütz und schennb des hL reichs, 
darbei wir gänzlich bleiben und letztlich zuoi faal der nott^ 
solche der fremden nationen bedrounpm gebnrlich an sie ge- 
Ungen lassen müessen. Was wurde doch nur in ewigkait fiir 
aiii erbärmlichs wesen daraus entsteen, wann wir su liederliche 
leuth sein und von menniglichen dafür gehalten and ausge- 
achrien sollten werden, da wir aus solchen wolbecreftigten erb- 
Lnldigungen und pacificationen sehreiten und geen wurden? 
L F. D* selbs als unser gn, herr und landtsfürst von uns weniger 
als nichts halten und zu ewigen Zeiten billich nichts vertrauen 
solle. Wir haben ob gott will nnsers thails zu solcher ver* 
Änderung im wenigisten kain ursach geben und was uns dits 
ortlis mit frembder auflag zuegemessen werden will, das wirt 
sich ob gott will im gegenspill vil änderst befinden. Dann wir 
haben geburliche straff gegen denen, so es versehuldt, inhalt 
der pacifieat i on furgenumen, wie man aber uns auch tibi 
aaaketzert und allerlay öffentlich zu verstehen gibt^ neben dem 
dass unsere religionsverwante verächtlich gehalten, das diese!- 
bigen durch des babst neuen fundt auch zu kaincm dienst 
schier gebraucht wellen werden, das mliessen wir dem lieben gott 
velhen, aber unser herz hottnung und gehorsamistes vertrauen, 
haben wir nach gott zu L F. D* al^ unserm fromen crist- 
hen gnedigislen herrn und landtsfürsten, wie dann auch die 
Sachen bei uns kain andern verstandt zu ewigen zeitten nit 
,n gewinnen dann dass wir in demselben gehorsamisten ver- 
tuen auf beseheclme so starke Vertrustung und zuesagen die 
zeit unsers lebens bleiben und verharren und darwider in we- 
nigisten nichts furnemen noch handien wellen. 

Neben dem dass alle und yede bewiUigungen, welche zum 
thail wol mit starken ansehenlichen summen gelts gelaist und 
noch zum thail gelaist solle werden, gleiclifalJs die jetzigen mit 
diser austmckten condilion beschehen sein^ auf das wir wie bis- 
her inhalt der reliijionHpaciJicatwn nt ruke U7id unhetrüeht ge- 
loMMen; sollte es nun ein ander weg geraichen^ so wurde solches 
alles als eine conditionirte sach eingestellt, das ganze wesen in 
unerhörte Veränderung kumen und gleich under ainst das end- 
lich verderben zu banden stossen und mit gwalt herflirbrechen. 
Was E. E, L. in der erbhuldiguug auch sonst treuherzig 
:dt, zuegesagt und geschriben, das wellen die ob gott will 




128 

als erliche getreue landtleuth pidermanisch halten^ I. F. D* treu- 
lich beistehn^ mit leib guet und pluet, darf wenig auslegens, 
die that hat es bisher wilrklich erzaigt, alda zu allen und jeden 
fbrfallenden feindsnötten solche frembe nationen nit, sondern 
wir, die gehorsamisten landleut, mit leib und guet zuvor ieder- 
zeit vorhanden gewest und noch. Dass aber darbei kaiser Frid- 
rich angezogen wirt, dass er wider die Ungern grössere steuern 
als die an ietzo angeschlagen und abgefordert, das wird sich 
vil änderst befinden, dann I. M* hochselligister gedechtnus 
E. E. L. bei iren wolhergebrachten freyhaiten so wol als 
andere herm und ländsfürsten erhalten. Was wollte man auch 
von solchen grossen steuern wider die Ungern anziehen, so doch 
kaiser Fridrich im selben krieg maistes thails nit im landt ge- 
wesen und die aus Steyr selbs die feindt aus dem landt und 
von den abdrungenen schlossern abgetriben und die schadlos- 
brieff ein anders mit sich bringen? Auch die meiste htüff, so 
I. M* bewilligt, das ist wider derselben bruedern herzog Al- 
brechten beschechen. 

Wie dann auch der frome kaiser Maximilianus der erste 
hochseUigister gedechtnus in denen gewaltigen zügen, so er 
wider die Venediger und andere gethon, umb gar geringe 
summa gelts gegen den ietzigen bewilligungen solche schadlos- 
verschreibung gegeben, darin er das alles die ganze zeit 
S' M' regierung mit allen gnaden zu erkennen zuegesagt und 
wurklich gehalten. 

E. E. L. ist wider alle anlagen hochbefreit und wann 
sie zur zeit der noth mit iren leib als ehrlichen ritterlichen 
leüthen wol ansteht, sich ins feld ausrüsten und mit iren lands- 
fürsten zu rettung des Vaterlands sich in anzug begeben, strecken 
sie leib, guet und bluet daran, aber darneben solche purden und 
anlagen wie bisher auch zu laisten, das ist vast unmilglich; 
über solche öflFentliche landtsfreyhaiten wirt kain noth noch 
ichtcs anders flirtragen, vil weniger künen die aus Steyer wider 
iren willen zur gelt be willigung gedrungen (werden), wann sie 
nur als erKche ritterliche leUth zur zeit feindsnott irem herm 
und landsfürsten zuesetzen; was aber von inen für hülfen und 
anlagen begert, das hat allezeit durch offene landtäg in ver- 
samblung der allgeraainen landtschaft beschehen müessen und 
solches mit guetem willen bei inen erhalten worden, sie haben 
unter inen die anschleg gemacht, gericht, und durch ire ver- 






ordente alle gelt- und krigsBacben, haBdlcn und verrichten lassen, 
und ausser allgemainen versamblung der ganzen landtscliaft hat 
ainich begern, gross oder klaine bewilligung, Äuwider der fi'ay- 
haltten nit statt, welches allain auf das flirgelegte kaiser Frid- 
richs exempl zu gehorsamistem bericht wird angezogen, 

. Und weil der Türckh an der handt, wir one das ime vast 
mitten im rächen und in merkliche grosse schulden bis über 
die obren stecken, die ausständt ganz schwärhch eingebracht^ 
die statt und milrkt ire anlag nit laisten, dass man one das, wann 
man zur bewilhgung greifen wird, die sachen bei diser elissersten 
gefar auf andere gelegenhait, mitl und weg villeicht anstellen 
wirt mdeasen, dem aüen nach so bitten I, F. D* wir nachmals 
gmnz unterthenigist und gehorsamist, die weilen dise religions- 
Sachen bei der ainst verglichenen und abgehandleten pacifi- 
cation gnedigist und vättertich bleiben und beruehen lassen, in 
erwegungj dass wir aus allen hie vor erzelten erlie blichen Ur- 
sachen und bedenken zu erhaltung I. F. D* 1. f. reputation und 
gaeten leinmundt uns kainswegs davon nit dringen lassen und 
in ainiche neue erclärung mit nichte eingehn, vil weniger wir 
darauf fuesscn künnen, sintemal wir one das gcnuegsamblich 
befreyt sein, dass wir auf unsern gründen kirchen pauen 
mugen, zu den kirchen gehören prediger, die den gottes- 
dienst verrichten mügen. Wie künnen wir uns dann in die 
heüsser einspörren lassen und uns Kum höchsten und beschwär- 
liehisten, als ob wir die ublisten menschen auf erden und unser 
eristliche religion, welche aus den prophetischen und apostoli- 
hen Schriften und der alten väter lehr wol fundiert, nit ver- 
tbaidigen k unten, bedrangen sollen lassen? Welches in diaen 
landen nie erhört, und wir uns ie lenger ie weniger auf wider- 
wärtige Schriften und erclärung gar nichts zu ven4chten wissen, 
auch unser datum anders nit setzen wollen als dass wir mit 
gott, der die höchste warhait ist, nochmalen bezeugen und pro- 
t€istiern solemniter und gehorsam ist, dass wir aus oft ange- 
sogner erbhuldigung und I. f. worten und starken zuesagen 
zu verschimpfung und verklainerung L F. D* L f. reputation 
kaineswegs uns dringen oder ichtes beschwärliches auflegen 
laasen künnen; sondern wir verharren und bleiben gänzlich 
und besten diglich bei dem, so wir lange zeit vor I. F. D* L f. 
regiening offenlich mit guetem wissen kaiser Ferdiuantli er- 
lialten und wolhergebracht, und bitten ganz gehorsam ist I. F. D* 

r«ftte>. U, Ablh. ßd. L 9 



130 

welle denen unruebigen lellthen^ welche L F. D* dahin dringen 
und nötigen wellen^ so vil nit einräumen, dass sj durch ire rat- 
sch leg lau dt und leuth in eusseristes und geschwindes verderben 
setzen und den erbfei ndt et wo vorti und gelegenhait in die 
hendt geben^ welches gar baldt beschecheu möchte, darob 
L F. D^ sambt uns allen das herzenlaid vor äugen sehen 
wurden; der allmechtig gott der welle es gnediglich verhüeten 
Uüd I. F, D* frommes, cristlich und landtsfürstHeh herz also re- 
gieren, dass wir ainist mit freyden zu den rathschlegen greifen 
mtlgen, wie I. F. D* sarabt uns und unsern geliebten vatter- 
landtj w^eib und kind^ hab und guet noch lenger in gueter ruhe 
und sicherhait vor aller vergwältigung des erbfeindts nach 
gnedigeu willen gottes verbleiben mügen. Darneben bitten wir 
auch unterthenigist, E* F, D^ die wellen diae unsere gehorsam- 
biste schnft in allen ar ticin mit h f. gnaden vernierki-n und wie 
wir es treuherisig und fridliebcnt unterthenigist gemaint^ in 
kainen andern verstandt ziechen und deuten lassen. L F, D* 
wir uns iiientdien in unterthenigkait bevelehendt. 

Grätz im landtag den 21, Deeember anno im 80^'^. 

L F. D* unterthenig- und gehorsamiste 

E. E. L, des herÄOgthunibs Steyr, 
der Augspurgischcn confession zngethon. 



52. 

Die Landschaft in Steif^rmark A, C. an deji gffmmen Roth 
Kohend: Hf^fiige Besek wer d f Schrift^ dass man mit den Mit- 
gliedfrn der Landschaft wie mit Kindern umgehen ^u können 
glaube, denen man leere Versprechungen maehe. Sie könnten sieh 
nkht Karthnusern gleich in ihre Wohnungen cinsjterren lassen 
und ron ihrmt Exereitinm nieht weichen. Er, als Zeugr- alhr 
Vtrhandlungen, wisse j wie sich die Dinge vm'halten, und habe 
sich mit hohen Worten für die richtige Einhaltung der BewiUi' 
gungen verbirgt. In diesetn Sinne wolle er jetzt ihätig sein, 
Gras:, UfSO Deeember 22. 
(L.-A., L,-H. Gedruckt äuh S(*tzinger, wie oben.) 

Wie schmerzlich uns an ietzo dise vorstehendt religions- ' 
lumdlung und neue unerhörte und unverdiente erclUruug für- 



4 




131 



kotneD, das können wir gott dein aümechtigen nicht genueg 
c]ag:en, und wer kein wunder, da es also durbei verbleiben, 
dass inanichem ehrlichen mann das herz aus dem leib vor 
Behmerzen spnwgcn solle. Wir haben unser nott und wol fun- 
dierte, erhebh'ehe, genueg^sambc Ursachen in der ersten und 
jetzigen unser schriften an tag gegeben und protestiem vor 
gott und der erbam weit, dass wir iinsers theils aus altem dem, 
so uns trenher^fiig mit starken und hohen conteBtationen zuge- 
^^Mgt, nit schreiten wülJen, dann wir greiflich spüern, dass man 
^^^it uns als kindern umbgehen will^ darinnen wir I. F. D* 
I ainicfae schuldt nicht zuemessen können. I. F. D* praetendiern 
^hM jetzo zur starken motiva ihr gewissen, und dass sie darzue 
^Hfedrungen werden, die paciiieation aufzuheben, sagen doch da- 
neben, man woll uns noch xwen prediger lassen, die uns pre- 
digen sollen alhie zu Grätz, auf dem gey, in unsern häusern 
auch aim jeden prediger zuclassen, doch dass sie kein exer- 
citiura religionis sonst gebrauchen und wir uns wie die cart- 
beliser einsperren^ unser undertbonen und glaubcnsgenossen 
von uns Verstössen sollen, welches gar wider die Vernunft 
und unser gewissen ist. Und wie nun ains mit dem ge- 
wissen angezogen, also bat es disB orts eben diese mainung^ 
so uns doch unsere landtsfreibeit mit erbauung der kircbcn auf 
imseren gründen bei weitem ein oi ehrers und anders zulässt, 
und kUnnen derwegen aus unser , . . religion und offnen exer- 
citiis kainewegs weicheUj es gehe wie es gott immer schickt, 
und wollen in solchem fall, ehe wir unser m gn, herrn und 1. f. 
so schimpflich und verklainerlieh nachreden lassen, dass man 
xuis dasjenig, so treuHch, aufrecht, tcutsch, K flh'stlicb znegesagt 
tind versprochen, nicht halten solle, alles das darüber gedulden, 
was uns der hebe gott zuschicken mucbte, 

Dieweil aber der herr dieBom allem . . . beigewohnt . . . 
wie wir dann des herrn handscbriften correcturn in unseni ban- 
den haben, Ir herr, Euresthails Euch bev Eurer sef^len 
seligkait, verpfendung leib, guet und bluet versprochen 
und mit disen Worten znegesagt, das Ihr Kuresthaih^ es 
kamvie^ wohin es icfille^ für kaimr^ könig, hahst u. dgLj ver- 
antworUn helfmi wollet^ und hei L F, Z)' alhs nebei% unser auf- 
mtzen^ und dardurch uns in so hohe unerschwingÜche ausgaben 
eingelassen, dieselbigen wiirklich gclaist und das übrig noch 
geh. zu iaisten schuldig, also wollen wir den herrn . . . biemit 



132 

freundlich gebeten und ermant haben, der herr wöUe der- 
selben treuen . . . beyständt in solchen nötten wttrklich er- 
zaigen, I. F. D* geh. zuesprechen oder zueschreiben und rer- 
manen, dass uns dasjenige so uns treulich zuegesagt^ wttrklich 
gehalten . . . werde . . . Orätz im landtag den 22. Decem- 
ber 1580. 

N. E. E. L. 
in Steyer, der A. C. zuegethan. 

53. 

Die Stände, so der Augsburgischen Canfession eugethan, an dm 
geheimen Roth Georg KhevenhüUer: erinnern ihn seiner Zusagen 
in Betreff der von dem Erzherzoge gemachten Bewilligungen. 
Er möge nun für seine Worte einstehen, Graz, 1580 Deeember 22. 

(L.-A., L.-H. Gedruckt aus S^tzinger, wie oben.) 

Wolgebomer herr .... Der herr wirdet sich ungezweiflet 
zu erinnern wissen, wasmassen an yetzo.I. F. D* die ganze 
religionspaciiication derselben hohe und I. f. contestationes in 
schreckliche verenderung thuen steUen, und mit flirwendung 
etlicher Ursachen, deren wir uns fUr gott und der weit unschuldig 
wissen, sonderlich aber I. F. D* gewissens bedrangnuss so hoch 
anziehen und ursach schöpfen, alle vorige handlung aufzu- 
heben . . . 

Dieweil dann der herr bei allen diesen verghchnen hand- 
lungen selbst gewesen, dieselbigen mit seinem trewen rath zum 
besten helfen dirigiern und uns I. F. D* 1. f. treues und väter- 
liches gemtith wol eingebildet . . ., dass wir ainich mistrauen in 
I. F. D* . . . wort nit setzen sollen, es auch durch den herm 
selbst . . . gewiss gemacht und dardurch in solchen contesta- 
tioncn und worten vertrauen: Ir seihst^ da es aine andere 
mainung gewinnen wirdty darzu es, so gott will, zu ewigen Zeiten 
nit komen sollte, weder von disem noch jenem nichts halten 
(würdet), aber Ir kennt ,..I,F,D* frommes, teutsches aufrechtes, 
christlich und l, f gemüeth, was er redt, das wirdt I. F. JD' ge- 
wisslich halten., darumben wollet Ir leib, seel, hob und guet ver- 
pf enden und verlieren: Diese und dergleichen vil mehr con- 
testationes haben uns bewegt, unser vertrauen in I. F. D* und 
derselben gehaimben räthc zu stellen und haben darüber unsem 



183 

schweiss bidermannisch dargestreckt und so hohe starke be- 
willigung alberait gelaistet und eingangen. Ob nun das alles 
den fürgeloffenen handlungen gemäss gehandelt wirdt, das wollen 
wir Euch als einem ehrlichen, aufrechten I. F. D* gehaimben rath 
und biedersmann zu erkennen geben und können auch nit 
unterlassen, Euch hiemit zu ersuechen, Ir wollet denen Sachen 
und beschehnen zusagungen wUrklich nachkommen, I. F. D^ 
dessen, und was die ganze tractation mit mehrerm geben, geh. 
erinnern und alles dahin dirigirn helfen, damit Ir für Ew. person 
hernach durch solche unhaltung nit in mehrere verweiterung ein- 
rinnen und das ganze land für verderblichen schaden hüten 
werdet . . . 

Datum Grätz im landtag 22. Decembris anno 80. 

N. E. E. L. 
in Steyr, der Augs. Confession zuegethan. 



54. 

Der Ereherzog an die beiden Stände von Herren- und Ritter- 
schaß: Er könne aus Gewissenssaclien van seitwr Resolution 
nicht abgehen und sollte er darüber alles ZeitlicJie, ja selbst das 
Leben verlieren, 1580 December 28, 

(L.-A., L.-H., St-A. Innsbruck, Sötzinger, wie oben.) 

Die F. D* . . . haben deren von herm und ritterschaft 
. . . anbringen derselben confession halben nachten nach lengs 
verstanden und nachdem sie sich ic und allemal bei I. F. D^ 
. . . wie fromen . . . underthonnen gebürt, verhalten, so mugen 
sie I. F. D* sicherlich darumben trauen, da I. F. D' inen will- 
faren könten, dass sie es kaineswegs underlassen, sondern mit 
freuden . . . thuen weiten. Weil aber ... I. F. D* gar nit 
zweiflen, dass sie es bei verlierung irer seligkait und one schwäre 
belaidigung seiner göttl. M* nit thuen mögen ... so lassen es 
I. F. D* nachmallen und für alle zeit bei iungster und voriger 
irer resolution . . . verbleiben und ersuchen . . . gedachte von 
herm und der ritterschaft . . . begerend, dass sie vorige und dise 
I. D* entliche erclärung umstendiglich erwogen, sich darauf zur 
rue begeben und I. F. D* verrer darwider nichts zuemuetten 



134 

wollten, weil I. F. D* weiter zu geen nit wissen, da sie 
halt alles zeitliehen, ia des lebens entraten sollten, wie 
dann I. D* sie selbs des verstandts und erberkait erkennen, da 
sie erfaren, dass I. D' diser oder iener ursach willen, wie die 
immer zu nennen, flirsetzlich und wissentlich, wider gott und 
ir gewissen gehandlet, dass sie solches nit guet heissen, sondern 
zum ublisten auslegen und improbiren wurden, darumben und 
weil I. F. D* sie sambt iren weib, kindt und gesindt in irem 
gewissen frey, unbetrliebt lassen, so wollen sie sich ... zu inen 
versehen, dass sie I. F. D' gleichfalls wider ir cristlichen ge- 
wissen zu beschwären nit bcgern, sondern . . . danken werden, 
dass I. F. D* des religionsfridens und was man immer etwo da- 
wider sagen möchte, unverhindert, . . . gestatten, dass sie die 
herrn und landleuth, so alhie hausen werden, auf dem Iand^ 
haus wie auch die andern auf dem lande . . . ire religion 
yeben und exerciern mögen, welches noch bis auf die heutige 
stundt kain flirst des reichs sein underthonen gestattet, sondern 
sie seiner religion sein oder aintweder vermüg des religions- 
fridens das landt räumen oder aber Nicodemos abgeben müessen, 
wie sich solches L F. D* nit allain in die von herrn und der 
ritterschaft selbs sondern auch in alle reichsstände gezogen 
haben und schliesslich zu gott hoffen wollen, dass jedermann 
I. D' mainung bilHchen und gern bekennen würdet, dass sie an 
disem I. F. D* . . . gn. nachsehen benüegig sein ... zu der 
landtags proposition greifen und dieselb . . . abhandlen wolle, 
wie es die gcmain notturfft erfordert . . . 

Decretum per archiducem 23. Decembris anno 80. 
Wolfganng Schrannz, Doctor. P. Wannzl. 



55. 

Bericht für den Kaiser über das Vorgehen Erzherzog Karls in 
kirchlichen Angehgenheiten. Da die aUgenieine Reformatiofi im 
gegenwärtigen Augenblick nicht möglich sei, so habe der Erz- 
herzog, um die Ueliquien der katholischen Kirchs, zu retten, in 
Gemässheit der Münchner Beschlüsse die Reforfnation in Städten 
und Märkten begonnen, darüber aber den heftigsten Wider- 
stand der Herren und Ritter erfahren. Hilfe des Kaisers, 



135 

zunächst in dir Fomi einer Zuschrift an die Stände, ist er- 
toünscht. 1580, nach dem 23, December, 

(H.- H.- u. St.-A. Steierm. XV.) 

Ser"'" archidux Carolas post bonain cum suis consiliariis 
consultationem plane iudicat non solum reliquias, quae super- 
snnt catholicae religionis, sed neque potestatem auctoritatemque 
suam ad provincias sibi subiectas gubernandas necessariam vix 
posse diutius in tanta religionis varietate conservari. 

Hinc S. Ser*" agnoseit divino et humano se iure teneri 
ad omnia tentanda, ut religionem catholicam ab haereticis de- 
formatam et oppressain in pristinum suum statum vindicet auc- 
toritatemque suam iam omnino labefactatam recuperet. 

Quamvis autem optandum esset, ut haereticorum 
pravitas a principe penitus exterminaretur, quia tamen 
id ab eo hoc tempore fieri non potest, restat, ut ea tan tum 
urgeamus, quae faciliora sunt et que cum principibus consultata 
sunt et praecipue cum maiestate caesarea, que modum in hoc 
negotio tam apertum praescripsit, ut errari vix possit modo et 
Ser**" sicuti pie aggressa est, ita strenue pergat. 

Et quamvis princeps in concessionibus de religione per- 
rexerit sub certis conditionibus, prout verba coucessionum satis 
indicant, quia tamen ipsi praedietas conditiones non servarant, 
certum est, principem nullo iure teneri ad sua promissa ser- 
vanda. Tamen sua Celsitudo accepto Caesaris consilio secun- 
diim eiusdem consilium genuinam suarum concessionum decla- 
rationem fecit, nihil omnino revocando. 

Verum cum princeps eam subditis suis declarationem pro- 
mulgasset, noluerunt illam recipere, cum tamen iura velint, 
ut unusquisque sit suorum verborum interpres, et quamvis 
S. Ser*" nullam in tali declaratione de nobilibus et 
baronibus raentionem fecerit, sed tantum de civibus et 
popularibus, tamen nobiles sumpserunt patrocinium ipsorum sub 
hoc praetextu, quod, sicut in contributionibus sunt coniuncti, 
ita in religione nolunt separari. Addiderunt etiam principem 
consensisse illis ea omnia, quae nobilibus concessit in quatuor 
civitatibus. Et ad hoc confirmandum adducunt verba principis 
in concessionis decreto contenta, videlicet: Possunt esse tuti 
cives et populäres, me quemadmodum hactenus propter religio- 



136 

nem ipsoa in conscientia nulla molestia affeciy ita posthac ne 
capillum a capite illorum ablaturum. 

Hinc est, ut cum princeps nunc Lutheranum exercitium 
illis inhibeat, dicunt, sibi non modo molestiam inferri^ sed ne- 
que promissa servari. Contra vero respondet princeps reser- 
vasse sibi omnium civitatum dispositionem circa religionem et 
aperte mandavisse, ut in omnibus suis civitatibus nulla alia 
religio nee publice nee privatim exerceretur quam catholica 
Romana, et tantum civibus et popularibus promisisse se non 
compulsurum illos ad exercitium catholicum usurpandum, hae- 
reticum tamen illis prohibuisse. 

Interiüi tamen isti non parent decreto, et princeps 
timet, ne si ad parendum cogere velit, a contributionibus de- 
sistant et populus Graecensis contumaciter aliquid moliatur. 
Proinde dubium relinquitur, num princeps absque periculo possit 
decreti executionem tentare. Sed quoniam Status ecclesia- 
sticus, quod ad eontributiones altinet, nobiles barones et civi- 
tates omnes longo supcrat et paratissimus sua contributione vel 
nobilibus recusantibus pios principis conatus iuvare, nihil est^ 
quod princeps in decreti executione timeat, praesertim cum iam 
nobiles et barones comitia absolverint et contribuerint. Quod 
vero ad civitatem Graeeensem attinet, quo in statu sit, quam 
munitam et validam arcem ibi S. Ser^ habeat, nemo ignorat, 
ut proinde nullum in executione periculum inesse videatur. Et 
licet ingenium humanum de futuris nihil certe statuere possit, 
cum tamen sua Celsitudo iustissimam causam habeat atque adeo 
in Dei providentia confidere debeat, consultius S. Ser*^ videtur, 
ut a periculo, in quo nunc versatur, manifeste se eripiat. 

Sunt autem magnopere animadvertenda verba a principe 
nuper et oretenus et scriptis nobilibus omnibus aperte 
prolata se malle vitam et statum amittere quam de- 
cretum publicatum revocare. Nam si retrocederet et ex- 
equenda non curaret, que promulgavit, omnem auctoritatem 
existimationemque apud subditos amitteret. Cum igitur ex una 
parte certum sit, fore ut, si conatibus haereticorum non ob- 
sistatur, potestas principis temporalis et religio catholica extre- 
mum exitium adeat, ex alia vero parte, cum S. Ser**" in illa 
sublevanda raaximum sc periculum subire existimet, merito ad 
eum confugit, qui non solum caput est suae familiae verum 
etiam universae cristianae reipublicae temporale. 



137 

Erit igitur opus dignum S. M^*; ut principem sibi devinc- 
tissimum procuret esse et consilio iuvare^ ut, quod coepit feli- 
citer, perficiat. Et primo videtur mature considerandum, an 
S. Ser*~ aliqua ex parte vel omnino revocet decreto concessiones 
factas. Qua in re videretur expediens^ ut conficeretur scriptum 
nomine S. M^" principis subditis promulgandum aut a commis- 
sarüs delegatis aut ea forma^ quae M^^ S. commodior esse vi- 
debitnr. 

Praeterea si necessitas ita postulaverit eos monere^ quod 
si non paruerint decreto et minati fuerint se nolle contribuere^ 
Imperium^ cui non aequum videtur, ut finium securitas pendeat 
ex differentiis et litibus, quae inter Ser^™ S. et illos quotidie 
oriontur, nihil omnino datur si nolint ipsi, quod iustum est, con- 
tribuere; hoc si factum fuerit, spes est fore, ut ipsi acquiescant 
et quando id quod Dens avertat, non contingeret, tunc ulterius 
deliberari poterit, quo casu S. Ser*" non consilio solum sed et 
ope et auxilio ita prospexit in praesenti et recepit in posterum 
se quotiescunque opus fuerit omnibus S. Ser^ rebus affuturam, 
ut non temere sperandum yideatur, quin eum quem optamus 
exJtum sit negotium habiturum. ^ 

(Ohne Adresse und Datum. In dorso: £.) 

56. 

Die Herren und Landleute von Steiermark an die in Graz an- 
wesenden salzburgischen Commissäre : sprechen Urnen den sciuirf'sten 
Tctdd aus, dass sie die F, D^ dahin yZwingen und dringen*, dass 
die der Landschaß gegebenen feierlichen Zusicherungen ihr wieder 
entzogen werden. Graz, 1580 December 24. 

(Cop., L.-A., L.-H., Sötzinger, fol. 231b.) 

Wir geben euch zu vernemen, dass wir laider . . . lauter 
warnehmen, sehen und spüren, wie ir als des herrn erzbischove 

^ Die Datierung ergibt sich aus den Worten der Erklärung des Erzherzogs 
vom 23. December: ,weil I. F. D^ weiter zu geen nit wissen, da sie halt 
alles zeitlichen, ja des lebens entrathen solten', auf welche diese Schrift 
Bezug nimmt. Der Kaiser gieng auf diese Wünsche des Erzherzogs ein; 
er hielt es ,candido et clementi animo' den ständischen ,oratores* vor: 
fSicut ipsis provincialibus in eorum solo et dictis quatuor civitatibus pro 
se ac suis dictae eorum religionis exercitium missum facere ac relin- 



138 

zu Salzburg gesandte alhie bei I. F. D* . . . uns mit allerlei be- 
sebwärungen und auflagen eines und das ander ganz unver- 
dienter^ un verschul dter Sachen einbilden und aines thails alles 
dahin dirigiem und befürdem, I. F. D* . . . dahin zwingen und 
dringen thut, dass I. F. D* weder erbhuldigung, gethanen leib- 
lichen aydt, vil weniger ainiche religionspacification nicht halten 
solle, unser stifFtkirchen und schulen alhie, welche wir lange 
zeit und viel iahr . . . erhalten, aufzuheben, hilf, rath und that 
gebet, dessen wir uns zu euch keineswegs versehen, vil weniger 
umb das erzstift Salzburg jemals verdient zu haben hoffen. 
Und wiewol wir unser und des handls höchsten notturfft nach 
ansehen und betrachten allerlei erschreckHche Veränderung, des 
gemainen manns aufstand und des erbfeinds gewaltig ftlr- 
brechen, so aus discn . . . beschwärungen gewisslichen ervolgen, 
und solches zu erhaltung gueter ruhe, ainigkait und Verhütung 
verderblichen undergangs dises landts sowol des anrainenden 
erzstift Salzburg treuherzig anzaigen, flehen, warnen und bitten, 
so will doch laider solches wegen euer und des nuncii so starken 
dringen etwo wenig bedacht werden: 

können derowegen nit underlassen, euch hiemit solches 
gloichermassen zu erinnern, dass wir unser höchsten notturfft 
nach nicht mügen umbgehen, I. F. G. nach Salzburg solches 
zu berichten und was bisher ditsorts . . . filrgebracht und durch 
uns gebeten worden, auch zu conimunicieni und zu protestiern, 
weil es, gott waiss, ohne alle unser schuldt beschicht, dass uns 
unser kirchen alhie, darüber weder Salzburg noch kein mensch 
niemalen ichtes zu schaffen gehabt, sondern es ist unser eigen 
erkauft und vil lange iahr ruebig possedirt und durch prae- 
scription erhaltenes guett imd dem von Salzburg mit keiner 
Jurisdiction im wenigisten nicht underworffen, mit solchem ge- 
walt durch euch eines theils entzogen, alle privilegia, erbhul- 
digung, statuta und pacta rescindirt und aufgehöbt wöUen wer- 
den, dass wir uns vor gott und der weit alles zuestehenden 
schaden und nachtel und des ganzen landts verderben ent- 



quere, ita etiam civibus Graeceusibus tam([uam suis patrimouialibus sub- 
ditis vigore dictae oxpressae conditionis ac praeservationis ipsonim pro- 
vincialium religionis oxercitii participationem ob intolerabilem Uli amplius 
conscientiae suae remorsum inhibore, ita tamon ut illis etiam S. Ser^^ 
promittoret, se eos de reliquo in conscientiis eorum non gravaturam 
esse . . .* (H.- H.- u. St.-A. Steierm. XV.) 



189 

schuldigen, euch curesthails und dem crzstift Salzburg zu der- 
selben Verantwortung aufladen wollen, und weil wir daneben 
Inhalt unser . . . freyheiten in schütz und schirmb des R. 11. 
sein, solches alsbald den ständen des reichs clagen müssen, dass 
wir so ganz unverschuldter Sachen durch Salzburg ihrestheils in 
dieses verderben und endtlichen undergang landt und leuth fallen 
und kommen müssen; und da auch der erbfeind einbrechen 
oder andere ungelegenheiten entstunden und Salzburg so woll 
als der ganzen Teutschen nation unwiderbringhchen schaden 
zueftigen wurde, I. F. G. und das ganze erzstiflft solches alles 
vor Gott und der ganzen Christenheit zu verantworten werden 
wissen, und haben auch albereit unser notturfft und protestation 
I. F. G. durch aignen curier zueschicken und euch dessen ein 
wissen zu haben hieniit glcichermassen zu erinnern nicht under- 
lassen wollen. Grätz im landtag den 24. Decembris 1580. 

N. die herm und landlcuth des hörzogtumbs 
Stcyr, der A. C. zuegcthan. * 



57. 

Die Herren und Landleute an den Erzbischof von Salzbim) : wie 
Nr. 56y doch mit twch schärferer Ausführung. 1580 Decetnhcr M. 

(Cop., L.-A., L.-H., Sötzinger, fol. 231b.) 

. . . Nichts desto minder so understehcn sich E. F. G. ge- 
sandten alhie sambt derselben gehörigen diöccsanern, bischoven 
zu Gurk und Seccau sambt den bäbstischen nuntio I. F. D' . . . 
dahin zu dringen . . . (wie oben).^ 



58. 

Schreiben an d^m Nuntius zu Graz: wie Nr. 5(1, Graz, 1580 

December 24. 

(Cop., L.-A., L.-H., Sötzinger, fol. 231 b.) 

» Die Commissäre antworten darauf am 26. December: sie hätten nicht 
mehr gethan, als sie im Befehl haben und was sie vor Gott und ihren 
Fürsten verantworten können. 

* Der Erzbischof antwortet am 4. Januar, s. unten. 



140 



59. 



Die Herren und Landleute A, C. in Steiermark an die aus 
Kärnten und Krain : Schicken ihnen, xcas bisher in der leidigen 
Beligionsfrage eingefallen ; nicht als ob sie ihren frommen Herrn 
beschuldige^i, Sie beschuldigen nur Jene, die ihn ,dringefi und 
zicingen*. Kraft der Brucker Pacification theüe man ihnen das 
mit. Sie werden sich zu GemüUie fuhren, ob sie zu wenig oder 
zu viel getJian, 1580 December 24. ^ 

60. 

Die Stände A. C. in Steiermark an die von Oesterreich unter 
und ob der Enns: theihm ihnen mit, in welchen schweren 2fe- 
ligi^mshündeln sie wegen des starken Urgierens des Nuntius und 
der salzburgischen Gesafidten stehen. Beide dringen unaufhör- 
lich in den Landesfürsten, dass der Zustand beseitigt werde, unc 
er seit Ferdinand I. bestand. 1580 December 24. * 



61. 

Die Landschaft von Steiermark, der A. C. verwandt, an den Fürst- 
bischof von Scckaii und die geheimen Käthe: Bitte, sich in der 
schwierigen Religionsangelegenheit für sie bei der F. D' zu ver- 
wenden. Graz, 1580 December 26. 

(Cop., Statth.-A. Innsbruck.) 

Hochwierdigcr flirst . . . E. F. G. vnd den heim sind 
vnscr willige vnd fretindtliche dienst jederzeit berait zuvor. 
Vnd geben hiemit zu vernemen, dass wir laider mit schmerz 
verstehen müessen vnd anhören, wie wir so gar in vnsern 
hochnottwendigen anbringen, vnd denen beschwärungen, so an- 
yetzo bei gegenwiertigem landtag so ganz vnverdient vnd vn- 
versehuldter Sachen wider vns fürgenomen, so schlecht gehört 
vnd vnser, gott weiss, treue bedenken obenhin angesehen, vnd 
nit zue gemüet gefüert wellen werden. Wer nun an diesem 



^ Die Krainer danken am 7. Januar für die Mittheilung. Am 8. Febniar 
intercedieren sie. Die Kärntner intercedioren am 10. Januar. 

' Die von Oesterreich unter der Enns antworten am 15. Januar, die ob 
der Enns erst am 17. Februar. 



141 



allen schuldig, ist vns zimlicherraassen in I. F. D* schrifteB ent- 
deckt; diejenigen aber, welche etwo sonst kain namen haben^ 
vnd doch nit die wenigisten sein, welche sogar anyetzo zum 
verderben helfen vnd ratten, den wirt gott der allmechtig zn 
seiner zeit auch zu erkennen geben» wie unguetlich vnd gross 
irnrecht vns anjetzo in diesem allen beschiecht. Nun klinen 
wir ye VBserer höchsten notturft nach nit mnbgehen^ E. F. 0, 
Yjid euch zu erkennen zu geben, was doch solches immer bey 
hoch vnd nieder standts, geisilichen vnd weltHchen, ftir ein be- 
denken haben wirt, dass uns sogar wider gethone erbhuldigung, 
^atda vns mit laiblichen aidt zuegesagt worden ist, vns bei allem 
. dem^ wie es I. F. D*^ zu antrettung derselben landtsPiirstlichen 
regierang geftmden, bleiben zu lassen, hernach durch solche starke 
eontestationes, welche L F. D^ aus ihrem f. raundt offt vnd offt 
versprochen vnd zuegesagt worden, bei dem Pruckherischen 
Allgemeinen landtag stark wiederliollet, wie es E, F. G. vnd 
euch samcnttich vnd sonderlich woll bewüsst, anjetzo alles mit- 
[• einander vrabgestossen vnd aufgebebt solte werden, do doch 
allen rechten nach auch den feinden trauen vnd glauben zu 
halten. Wir wellen anjetzo geschwcigen, was die damals ge- 
wessne vnd zum theil noch gcgenwiei'tige berm gehaimen räthe^ 
herr Khevenhiiller freyhcrr etc. vud herr Khobenzl etc. für ir 
personen selbst milndlich versprochen vnd theils sich ver- 
schworen vfid bei verlast seelen, leibs, haab vnd guets 
vermeldetj das man sicherlich glauben solle, man darf alda 
ainich misstrauen nit gedenken, an yetzo dise ehrhche L F. D* 
so ansehenliclie wolverdiente herrn vnd gehaimen räthe nit 
allein schimpf vnd spott, sondern auch höchste gefahr des Ver- 
sprechens, vnd verantwortang alles zuestehe vnd verderbliclien 
Schadens gesetzt aolten werden, dann wir, gott weiss, dorttber 
vn» so wehe getban vnd auf das eysserist angegriffen, damit 
'wir nur auch in ansehung diser so starken contestationen bei 
der rehgionspacification gelassen sollen werden. Inmassen wir 
es ementen herrn Khevenhiiller sowoll herrn Khobenzl absonder- 
lich ein jeden seiner gethonen rede vnd Kuesagens erindert, 
daneben nit unde Hassen, auch anderen, itera I* F. D^ landen, 
welche es inhalt des Pruckherischen landtags vergleichung thuet 
bertieren. zu communicieren, wie dann dem hen-n erzbischove 
zu Salzburg auch zuegcschnben vnd ^oleniter protestirt, im fall 
ainicher schaden nachtl vntl verderben sowoll des erbfeinds^ als 




142 

etwo in ander weeg auss allen disen besehwärlichen handlungen 
ervolgen wurde, dass solches bei I. F. G. vnd dem erzstift Salz- 
burg vnd seinen angehörigen vnd in diser Sachen verwandten 
unersuecht nit gelassen solle werden. Sonderlich aber, weil wir 
im schuz vnd scherm des R. R. vnd auss solchen vnerhörten 
vnd vnversehnen handlungen noch mit frembden nationen das 
land bedrangt vnd beschwärt solle werden (wiewoll wir laider 
an disem erbfeind nur gar zu vil plags haben), auf dass, do es 
ye zum verderben gerathen solle, vnd nit allein wir, sondern 
sie als benachbarte wegen des fürbrechenden erbfeinds vn- 
widerbringlichen schaden gewartundt sein müessten, vns vnsers- 
theils ainiche schuld nit zuegemessen werde, aigentlichen be- 
richt vnd grün dt des handls überschiken müessen, welches wir 
aber vil lieber vmbgehen vnd noch zu gott hoflFen, vnd I. F. D* 
vns gehorsamist getrösten, sie werde sich eines bessern be- 
denken vnd dise hoch wichtige vnd weit mit sich ziehende 
Sachen mit landtsfürstlichen gnaden besser als etwo diejenigen 
gnedigist erwegen, die von hoflFenden titl vnd grossen herligkeit 
erlangung wegen bei dem summo pontifici zu höchsten ver- 
derben I. F. D* vnd derselben landen ihre ratschleg dahin 
richten, dass sie dits vnd jenes verriebt vnd gethan, gott gebe 
wie vnd was es immer für ein aussgang gewinnen möchte. 
Wir wissen zwar ganz woll, dass alle diejenigen, welche dits 
orths wegen erhaltung vnserer christlichen religion, darüber 
vns so vil contestationes beschehen sein, treuherzig I. F D* so- 
woll derselben gehorsamisten landen zu guetem rathen, als bald 
fUr reb eilen vnd in ander weg übel aussgcrüefft müessen wer- 
den. Aber gott wird zu seiner zeit richten vnd vil ehrliche 
vnd verstendige hoch vnd niders Stands personen werden den- 
noch erkennen, dass vns offenlich vor gott vnd der weit vn- 
recht beschiecht, vnd bitten derwegcn E. F. G. vnd die herm 
dienstlich vnd freundlich, sie wellen die Sachen ihrem bei- 
wohnenden verstand nach woll vnd zum bessern erwegen, vnd 
alles dahin befiirdern, auf dass wir wider die erbhuldigimg, 
darauf ervolgte religionspacitication auch so starke contesta- 
tiones vnd zuesagen nit gedrungen, sondern unbetrüebt darbei 
gelassen werden, dann wir darauss nit allein gewissens, sondern 
zu erhaltung I. F. D* vnsers gnedigisten herrens und landts- 
flirstens landtsfürstliche reputation kaines wegs schreitten vnd 
vns auf andere vnd frembde weg, welche doch nit minder als 



143 

eben dise so hoch contestirte I. F. D* gewissen zuwider sein 
möchten^ gar nit bringen oder füeren lassen künnen, sondern 
halten vns I. F. D* anist gethonen erbhuldigung vnd aufge- 
richten religionspaeifieationen bis zu einer allgemainen christ- 
lichen religionsvergleichung, wie solches vnser pacification lautter 
mit sich bringt. Solches alles^ zu dem es billieh beschiecht, ver- 
diennen wir yederzeit, vmb E. F. Q-. vnd die herm samentlich 
vnd sonderlich^ denselben wir vns hieneben dienstlich bevelhend. 
Datum Qrätz im landtag den 26. December im 80. 

Ein Er. La. des herzogthumbs Steyr, der 
Augspurgischen confession verwandte. 

62. 

Anitoort und Bitte der Landschaft auf die jüngste Erklärung 
der F, Z)'; Man schreie die Angehörigen der A. C, f (äschlich als 
Aufrührer aus, während sie nach Christi Lehren doch ein^r jeden 
Obrigkeit unterthan seien. Klagest, dass sie zu l. f. Aemtern nicht 
befordert werden. Die F. D' berufe sich auf ihr christliches Oe- 
wissen, als ob sie zwr Zeit der Pa^fication nicht auch schon ein 
solches besessen hätte. Auch Karl V. und Ferdinand I, giengen 
Religiofispacificationen ein. Das Land Steier hat seine Frei- 
heiten, die der Fürst bei seiner Huldigung beschwr/rt. Zu ihnetv 
geh^irt auch die Religion. Die l. f. Versprechungen sind zu Imlten. 
Beispiel Wladislaws von Ungarn. Bitte, hei der Pacification ge- 
lassen zu werden. Graz, im Landtag 1580 December 31. 

(L.-A., L.-II., Sötzinger, wie oben.) ^ 

Der F. D' . . . antwort in religioussachen haben wir . . . 
in underthenigkait vernumen und ist gar schmerzlich anzu- 
hören, dass I. F. D' . . . ein anders zu thuen nit wissen, wo doch 
die göttliche M' sein heiliges wort im widcrspil anders zeugt 
und lauter sagt: Geht dem kaiser . . . Wir haben als gehor- 
samiste landleuth und underthonon nier als unsre lieben vor- 
öltern mit darstreckung leib, guets und bluets iemalen gethon 
. . . das andre, so wir gott dem almechtigen und keinem men- 
schen auf erden zu laisten schuldig, als der allain über unsre 
selln und das gwissen zu disponiren hat, wie der prophet 
Abacuc vermeldet, der gerechte viuess seines glauhens lebeUj 
darin will man uns und allen unsern religionsverwannten durch 



144 

menschensatzung zuwider dem elaren wort gottes mass and Ord- 
nung geben, unser gewissen binden und gott dem alhnechtigen 
das seinig zu geben verpieten. 

I. F. D* wird stark von unsem Widersachern eingebildet, 
wie dann diso und dergleichen erclärungen anders nichts mit 
sich bringen als ob unser cristlich religion und confession ein 
verdambte ketzerey sey, welche aufruer, ungehorsamb und der- 
gleichen übls mehr mit sich thuet ziehen^ so wir doch den 
wahren, einigen und ewigen gott in dreyer göttlichen under- 
schiedlichen personen mit der ganzen christenhait anbetten^ das 
heilige und seligmachunde wort gottes, wie das im alten und 
neuen testament in denen haubtsprachen begriffen, mit allen 
cristen bekennen, annemen und ehren, die articl unsers crist-« 
liehen glaubens sambt den wahren gottesdienst daraus nemen 
und erweisen, die hochwürdigen sacramenta . . . one menschen- 
zuesatz . . . steuff halten und daneben in glaubenssachen alle 
menschensatzung bei seite stellen . . . 

Dass sie uns auch für aufruerer ausrüefen, so bezeugen 
wir vor gott und unserm cristlichen gewissen, dass uns in dem 
öffentlich und wissentlich gwalt und unrecht beschiecht, dann 
wir der waren A. C. . . . zuegethan sein . . ., daraus wir dann 
auch uns zu erlernen haben, dass wir aller und ieder auch 
bösen flirgesetzten obrigkait geschweigendt unsem cristlichen 
frommen herrn und landtsfürsten in aUem zeitlichen bis in tot 
getreu, gewärtig und gehorsamb sein sollen und es gern thuen 
wollen. 

Wir wi8|y3n daneben ganz woU, dass uns unser gegenthail 
für ketzer ausschreien, denen weder trauen und glauben und 
kain zuesagen nit gehalten solle werden, aber sie können aus 
grundt göttlicher schrift uns gottlob kaines irrthumbs über- 
weisen . . . Do es zur . . . prob ainst kumen solte, ... so wurden 
I. F. D* . . . clarer als die helle sonne im himel steht, mit der 
hilf gottes befinden, dass sie uns ganz ungüetlichen beschuldigen 
und sie vil mehr eben dieselbigen sein, welche änderst nichts 
dann aufruer zuzerichten gedenken, bem constitutas respublicas 
und provincias, welche iederzeit bei iren cristlichen frumen 
herrn und landtfdrsten und allen derselben hochlöblichen vor- 
faren . . . beständig erfunden worden, ganz und gar umbzu- 
kehren und niderzuwerfen, uns ... an ietzo in solchen uncrist- 
lichen . . . verdacht bei I. F. D' zu bringen sich unterstehen, 



Üb 



das uns frembde nationen auf den hals gezogen, ssu höchsten 
und fiirnerabisten ämtern zuwider der gn. beschechnen Ver- 
tröstung gebraucht, unsere religionsverwante ausgeschlossen 
mtiessen werden . . . Darin wir L F. D' als unserm gn. herrn 
niemallen ainiche schult zuegemessen sondern disen unriiebigen 
frembden leuthen und orden, welche iresthails nichts, wir aber 
weib und kindt, hab und guet, und unser liebes vatterland zu 
verHeren haben, an dem nit genueg, sondern uns noch umb 
unser seel darzue zu bringen sich uederstehen. Oott wirt sich 
unser erbarmen und unser gebet ainst erhören, 

Hiebci daun des Ludovici des zwelften dises namens 
kiinigs in Frankeureich exempl wo] zu merken, welcher denen 
cardinaln und andern so die Meriudülanos (sie) in Aquitania 
der religion halben zum ergsten haben eingebildet und ire ab- 
^santen, welche am küniglichen hoff sich zu verantworten er- 
schienen, mit Ungnaden abzuschaffen und sie nit anzuhören 
sondern mit executiou stracks zu verfam begert, geantwort 
hat: Wann er auch den Türkvn oder den teufel melhst verfülgen 
Mollte^ 90 wolt er »ie doch zuvor hören; wie dann berüerte Me- 
rmdolani nach genuegsambüeh angehörten bericht und der 
Sachen vleissiger nachforschung sie durch den konig selbst fiir 
bessere Christen, dann die^ so zu vervolgung gerathen, erkeundt 
und beruerabt sein worden. 

Es ist daneben auch schmerzlich anzuhören, das L F. !> 
in diser unversechenen und plötzlichen resolution das gewissen 
so stark anziehen, als ob I. F. D^ hie vor, da sie die erbhuldigung 
anfgenumen und mit leiblichen aidt E. E. L. bey iren freyheiten 
alten gewonhaiten und löblichen gebreuchen wie sie es gefunden 
bleiben zu lassen gn, versprochen und hernach mit starken h f. 
Worten die religionspacifieation contestiort und zuegesagt, 
nit auch ain cri&tlich gewissen gehabt sollten haben und erst 
an itzo diser neue orden und alhie anwesunde widerwertige 
leuth ein solches gwissen erdacht und gefunden, zue entlichem 
verderben und Untergang diaer cristhchen lande, also müessen 
die cristlichen katser hocldöblichister gedächtnuss Carolus und 
Ferdinandus auch kain gewissen gehabt haben, do sie mit den 
stünden des hl. reichs in cristliche religionspacificationen ein- 
jatigen, dise confession inen freyxuegehissen, dasa sy neben der 
nolischcn römischen religion, doch alle andere secttjn ausge- 
schlossen, in gleicher nie, unbetrllebt und unbekomniert gelassen, 




146 

dieselbig wird noch heutigen tags inhalt der reichsconstitution 
also frey und offen exerciert und des frommen Gamalielis rath 
nachgesetzt und man also gottes almacht walten thuet lassen. 
Nun sind wir auch in schütz und schermb des hl. reichs and 
hat mit disem landt Steyr gegen anderer ftirsten und potentaten 
fürstenthumben und landen vil ein andere mainung, dann man 
dereU; welche mit solchen ansehenlichen freyhaiten begabt, 
wenig wird finden, alda ein icder herr und landtfürst, ehe man 
die erbhuldigung laisten thuet, einen leiblichen aidt zu gott 
muess schwören, das landt bei iren freyhaiten erhaltenen ge- 
wonhaiten und gebreuchen bleiben zu lassen und darwider 
nichts fürzunemen; darunter nun dises landt inhalt derselben 
freyhaiten, wie gemelt im schütz und schermb des reichs be- 
griffen, derwegen auch billich bei denen general Constitutionen, 
dessen sich die reichstände betragen, gelassen sollen werden. 

Und tregt nichts ftir, dass I. F. D* gn. vermelden, dass 
kain flirst des reichs solches seinen unterthonen gestattet, dann 
gewisslich kain fürst und potentat in der ganzen christenhait 
nit zu finden, welcher seinen landleUthen, die mit so ansehen- 
lichen freyhaiten begabt sein, mit leiblichen aidt und hernach 
mit so starken 1. f. werten und contestationen ichtes zuegesagt 
und versprochen und es nit gehalten solte haben. 

Inmassen dann das exempl V 1 a d i s 1 a i künigs in Ungern 
auch wol zu betrachten, welcher auf des cardinalen Juliani, 
so von babst Eugenio geschickt, anhetzung und eintreibung 
dem Türken den frid, welchen er mit iurament zu halten zue- 
gesagt, gebrochen, hernach durch den erbfeind in derselben 
Schlacht sambt dem anhetzer dem Juliane und andern ansehen- 
lichen vom adl und besten ritterschaft auf der walstatt jämmer- 
lich umbkomen ist und eben mit diser victori den fuess erstes 
mals in die cron Ungern gesetzt, dessen die ganze cristenhait 
noch entgelten und billich bewainen muess. Dergleichen exempl 
vil in historiis zu finden. 

I. F. D* die werden gn. ingedenk sein, wie stark E. E. L. 
verschinen iaren umb die schriftliche und verfertigte assecu- 
ratio n in religionssachen gehorsamist angehalten. Wie gn. 
und vUtterlich E. E. L. von solchen begem abgehalten ist wor- 
den. Man sol doch nur kain zweifl und mistrauen in I. F. D* 
1. f. wort setzen. Was wolte auch dits orts für ein verstandt 
imer ervolgen? 



Weil I. F. D* ir gewissen so stark anzüechen, das sie al- 
'liie unser exercitium bei hl E. L. aigentlimnhlieh possedierten 
stiiFtkirchen einzustellen gedenken und doch daneben gn. ver- 
melden, dass sie uns in unsern gewisnen frey und uubetrftebt 
an, uDser religion auf dem landbaus und einem ieden in 
seinen schlossern und wonung zu cxerciem und zu üben zu- 
liLSsen: wir kilnnen ie die sachenj waiss gott im himel^ nit yer- 
stehn^ dass wir bei dem, so unser aigen, so wol das landthauB 
ist, in craft der erbhnldigung und hernach so starken ervolgten 
contestationen nit gelassen und doch im landthaus eben das- 
ienigr so in der kirchen zuegeben will werden; wolten dann 
l. F, D* des plossen orts halber, so doch in substmtia der vorigen 
concession nach unsers gehorsambisten ver stand ts nichts be- 
oomen, die gethonen erbhuldigung und religionspacifica- 
tiones und darüber ervolgte contestationes zu grundt stossen 
lüsaen^ das wäre zum höchsten zu beclagen. Do aber das ge- 
wissen ein andern und etwa solchen verstandt bat, das dise 
ieizige, sowot die erste religionsvergleicbung eines und das 
andere wider L F. D* gewissen und bierinnen weder erbhul- 
digungy pacta, religiooapacificationen und 1. t contestationes 
nichts fürtragen und gelten sollen^ so müeste daraus volgen, 
dBSS 80 oft von Rom oder andern orten L F. D* ein gewissen 
gemacht werden und allerlei betroungen oder Vertröstungen von 
frombden nationen beschechen wolten, nit allain die ganze re- 
ligion und derselben exereitium aufgebebt sondern wir auch 
entlich gar von unser bab und guet getriben ans unsern lieben 
vatterlandt veriagt werden oder Nicodemos geben mtlesten; 
darfur uns der allmechtig gütige got gn. bebüeten wolle. Dann 
es ob gott wiU mit disem landt Stcyr vil ein andere mainung 
(wie oben angezogen) hat, und wäre schmerzlieh anzuhören, vib 
mehr zu sehen, das geliebte vatterlandt, derowegen wir und 
unsere voreitern all unser vermllgen, leib, guet und pluet bis- 
her ausgesetzt, so unverschultcr Sachen, da wir anders nichts 
als paciiä et promissü gestanden, und zu verschimpfung I. F. D* 
als unsers gn. herrn und laodtsfürsten 1. f. wort und contesta- 
tiones, daraus zu schreitten nit wissen, zu verlassen und das- 
selbig frembden leuthen und nationen einräumen mtteston, wie 
es dann auch vil ei'schreckÜchcr wäre umb des zeitlichen und 
Tergänglichen willen unsern licrrn Cnstum zu verhuigncn und 
sich des ewigen zu begeben. 

10* 



148 

Wir raaineD es gott waiss aufrecht und rathen treulich zur 
zeit, do man noch allem unglück und droenden verderben zeit- 
lich kann fürkhumen, ehe etwa hernach die reue zu spat er- 
volgen und wir weder mit rath noch in ander weg wie gern 
wir es thätten, nit mer helfen werden künnen, unterthenigist 
bittundt, solches alles mit gn. und vätterlichen gemüeth auch 
treuherzig zu vermerken. 

Dieweil dann die gewissen der menschen anders nit ab 
durch das wort gottes bezwungen^ ein ieder landtmann und 
menniglich im landt, welcher in allem zeitlichen seinen schul- 
digen gehorsamb laistet und des widrigen mit recht nit über- 
zeugt noch überwunden ist, bei den seinigen in gueter rue und 
sicherhait und also ieder menig bei des landts freyhaiten, ge- 
wonhaiten und gebreuchen in craft der erbhuldigung billich ge- 
lassen sollen werden und es an ime selbst recht cristlich und 
löblich ist, was ainst mit 1. f. werten und hohen contestationen 
und betheuerten werten zuegesagt und versprochen ist, aller 
cristlichen kayser, fiirsten und potentaten exempl nach, dass es 
billich gehalten, darbey dann auch gn. und wol zu erwegen, 
dass mit unsem unterthonen als unsem aigenen leuthen nie- 
mandts anderer als wir zu schaffen und doch kainen menschen 
darunter wider sein gewissen betrangen künen, dieselbigen aber 
darunter unserer religion zugethone so wenig als andere diser 
cristlichen confession verwandte in gewissenssachen inhalt re- 
ligionspacification nit künnen ausgeschlossen werden, 
zu dem allerlay beschwärliche und besorgunde üble handlung 
und des gemainen manns empörung wie dan hievor mit merem 
angedeutet hoch zu besorgen, der erbfein dt mit seiner gewalt 
ia andere benachbarte und dem löblichen haus Osterreich in 
tott feindselige nachbarn fürbrechen und ire vortl zu I. F. D* 
und derselben getreue lande verderben suechen wurden, auch 
under der gemain ganz beschwärliche und schmerzUche wortt 
angehört müessen werden, dass man lieber unter des türken 
Servitut als des Romani pontißcis bedrangnus sein wolte, dar- 
aus ia laider, got erbarme es, in die long nichts guetes kan 
erfolgen, ob wir gleich flir unser personen als gehorsamiste, ob 
gott will, jederzeit erfunden sollen werden. 

Dem allen nach so ist an I. F. D* unsem gn. und fromen 
herrn und landtfursten unser durch gottes bamiherzigkait und 
des iüngsten gerichts willen mit unterthenigisten fuessfall ganz 



140 



gehorsainistes flcchen, seuffzen und bitten, die wellen gn. an- 
seeben und erwegen derselben leiblichen aifltj unser ^ehorsa- 
Biiste erbhuldigung, die L f. contestationes und hoch beteuerte 
wort und cristlieh zaesagen, unser treue, geiiorsamb, under- 
tbenigkait, unser und unserer lieben voreitern dargeetreckten 
leib, guett und bluett, darbei wir dann mit hilf des allrneeh- 
tigen auch hinfüro als die gchorsamisten erfunden suUen werden 
und uns wider obgezogene religionspacifieationj dar- 
aus wir mit guetem gewissen zu ewigen zelten kaineswegs 
schreiten und davon zu erlialtung L F. D^ L f. wort, conte- 
stationes und zuesagen mit nichte dringen lassen küncn, nichtfl 
besehwärliebs auflegen oder andern solches zu tluieu gestatten, 
soodem uns gn. und vätterlicli unbetrüebt darbei verbleiben 
lASsen, auf dass wir mit gott und bisher erhaltener mehe und 
cristlichen friden nnsern schuldigen gehorsamb I, F, D* als 
unserm gn. herrn und landtsftlrsten und dem allmechtigen gott 
auch mit guetem gewissen den pHiehtigen gehorsamb und also 
der weltliehen obrigk^^it, was ihr ist und dem almechtigen gott 
nach dem beveleh Cristy auch das seynige leisten mügen; dar- 
bei I, F, D' von dem alhuecbügen gott gewisslich reichen segen, 
wolfart and aufnemen, do sie solches alles wie sie geredt und 
suegesagt gn. halten, erlangen und bekommen werden, und wir 
es sambt unsern nachkommen, so lange dises land vor des erb- 
feindts gewalt und tiranuey aufrecht wird erhalten, in allen 
unterthenigisten gehorsamb ungespart leib, guets und pluets zu 
verdienen ganz gehorsamist und berait erfunden sollen werden, 
1. F. D* wdr uns hieneben in unterthenigkait bevelchendt, 
Graz im landtag den 31. Decembris anno im 80***". 

I. F. D* unterthenigist und gehorsam! ste 

E* E, L. des herzogthumbs Steyr der 
Augspurgischen confession zuegethon. 

JSotzinger fährt fort: 

Zum fussfahl erschinen hernach geschribene herrn und 
landleuth: 

Gabriel freyherr von Teuffenbach, landsverwalter in Steyr, 
Wilhelm Roltal, Wilhelbm Gäller, Hanss Stadler, Dietrich von 
Wildenstainy Polycarpus Stttrch, L von Teuffcnpcchj Christoff 
von Mindurff, Coliuan Frunnerj Carl von Herberstorff, Christoph 
idicr, Christoph Holzapfel^ Adam von Leugheimb^ Matthess 



150 

Amman, Rottal, Weissenegger, Wilhelbm von Rattmanstorff, 
Sigm. Friderich v. Herberstain, Wilhelm v. Gera, A. v. Metnitz^ 
landsvicedomb in Steyr, Jacob v. Stainach, Servaty von Teuffen- 
pach, Michael Rindtsmaul, Liechtenberg, Andre Praonfalk, To- 
bias von Mosheimb, Matthes von Khainach, Christoph von Teuffen- 
paeh, Jacob Zäch ritter, David von Lenghaimb, Christoph Praun- 
falkh, Hektor v. Trüebeneckh, Victor Weltzer, Philipp Trftxl. 

63. 

Frste Rede des Landniarschulls Hmis Friedrich Hoffmann bei 

der Ucberreichung der Landtagsschriften am 31. December 1580. 

(L.-A., L.-H., Sötzinger, wie oben.) 

Die Rede Hofmanns — in ausserordentlich wirksamer Weise 
vorgetragen — machte, wie man dem Berichte der salzburgischen 
Commissäre vom 5. Januar 1581 entnimmt, einen grossen Ein- 
druck. Sie enthält in der Hauptsache jene Motive, die in der 
von ihm llberreichten Landtagsschrift sich finden. Die Rede 
wurde übrigens, wie sie gehalten wurde, aufgezeichnet: ,Den 
29 (sie) hab ich Hans Hofman ohngefährlich mit diesen werten 
gesprochen. Welches ich zur gcdilchtnuss auf der landleut be- 
gehren gleich darauf aufs papier gebracht, damit es a male- 
volis nit anders ausgelegt oder gestempelt werde.' Bei den 
Schlussworten fielen alle Anwesenden auf die Kniee, was den 
Erzherzog ,hoch erschrocken' machte. S. darüber die nächste 
Nummer und den Bericht der salzburgischcn Commissäre an 
den Erzherzog. 

64. 

Ein Schreiben an ,ainem herrn nach Ciagenf urth*: Bericht über 
die Vorgänge im steirischen Landtage. Kirchliche Zustäfide in 
Graz. Ueberreichung der Bittschrift und Bede des Landmar- 
schalls Hans Friedrich Hoffnmnn. FussfaU der Landschaß vor 
dem Erzherzoge. Zurückweisung der Bürgerschuß. Ankunß 
der Herzogin Maximiliana von Bayern. Ihr Frotestantetihass. 
1581 JantAar Anfang. 

(Sötzinger, fol. 160b— 161b.) 

Der alhieige landtag zu Grätz ist bei der schweren re- 
ligionstractation noch nicht geschlossen. Man ist auch nicht 



151 

willens, vor erledigung derselben und anderer beschwerartikl 
zu der proposition zu greiffen, aber ungeacht viler bedroung 
und bevelch, dass man alhie nur zween predicanten halten, 
auch nur allein auf dem landhaus und in der landleuth gschlösser 
den landleuthen, ihren weib, kindt und gsindt, aber nit den 
underthanen ausser päegung ainicherley pfarrlichen recht pre- 
digen, sonst aber alhie und in allen statt- und markten die 
evangelischen predigten gar eingestelt sein sollen, helt man 
die täglichen predigten und religions- auch schulexerci- 
tium gottlob bis dato öffentlich in der kirchen, welche 
E. L. mit allen lehen und rechten aigenthumbUchen ist, dazu 
gemeiniglichen bei 5000 personen, eyfrigen burger und andere 
komen, noch wie vor; der allmächtige gott wolle es gn. unge- 
hindert erhalten und allen widerwertigen anschlag hindern 
Amen Amen. 

Und damit man bei dieser confession und exercitio un- 
betrUebt gelassen werde, so ist vermög des nun lang und noch 
bey, auch seit kaiser Ferdinanden erhaltnem gebrauch auch 
I. F. D* selbst öfterm zuesagen, religionspacification und ge- 
thonen hohen contestationen von grosser anzal der landleuth 
Augsburgerischer confession (gleichwol sonsten über jRlnf der 
landleuth Römischer reUgion im landtag nicht sein) mit die- 
mütigem fuessfall am letzten iüngsten Decembris neben statt- 
licher und wol fundierter ausführung, was I. F. D* und dem 
lande für nachtheil und schaden aus solcher turbation ervolgen 
wurde und weil man mit der benachbarten fürsten und potcn- 
taten krieg und ins land einfllllen den landleuten bcdroen thuet, 
man auf die gegendefension auch gedenken müßte, schriftliches 
und mündliches underth. bitten beschehen, I. F. D* sein ob dem 
unversehenen fuessfall hoch erschrocken, haben die landleuth 
alspalt und zum oftermal aufstehen haisscn oder I. F. D* woltcn 
davon gehen, inmassen sy dann zu der camerthür getreten und 
gesagt: Ich bin nicht Gott, dass Ir mich anbeten sollet: Ne- 
scitis quid petatis. 

Nach verrichtem der landleuth anbringen haben I. F. D' 
kurz beschlossen und angezaigt, sy wollen die schrift übersehen 
und beantworten. Der burgerschaft abgesandte seindt mit in 
die bürg gangen, aber in das zimmer nit gelassen worden, dass 
sie also bei dem fussfall nit sein können. Bis dato hat man 
noch kain antwort: die Sachen sieht ainem verwirrten bösen 



152 

wesen gleich. Darzu des bapsts Nuncius, welcher zuvor in 
Frankreich und Niderlandt etliche bluttbadt erstiften helfen, 
sambt seinen verwahnten treulichen rathen thuet. Dagegen die 
landleuth eintrechtig und standhaft von der erkannten rainen 
evangelischen lehr nit zu weichen willens, es gehe gleich dar- 
über, wies der liebe gott schicken werde. 

Die burgerschaft haben die landleuth gebeten, sy von 
inen nicht absondern zu lassen. Menniglich ist übel zufriden, 
dass sich des babsts bottschaft austruckenlich vor E. L. abge- 
sandten vememen lassen: diser handl zu ausrottung der 
evangelischen confession seye noch vor etlichen iaren 
und sonderlich vor zweien iahren ins werk zu richten 
beratschlagt worden und wenn man von solcher lehr nicht 
abstehen würdt, so werden die Venediger und andere die ersten 
sein, so diese landt mit krieg verfolgen werden. Dieses bilden 
auch die Bäbstischen nit ein, dann es möchte über sie aus- 
gehen. Der allmächtige gott behüete vor allem übel und 
gebe seinen hl. sogen Amen. In secula seculorum. 

Diese tag soll die herzogin aus Baym Maximilian a, 
welche die religion, wie diese ir Schwester nur mit dem schwerdt 
unvernünftig regieren will, anhero komen und ein zeit alhie 
verbleiben. 

65. 

Die Landscluift der A. C. an den Erzherzog: An der Ver- 
längerung der Landtagslmndlungen trage sie keine Schuld, son- 
dern die, auf deren Anstiften ihr die Bewilligungen entzogen 
werden sollen, die man ihr auf kirchlichem Gebiete früher ge- 
macht höbe, Graz, 1581 Januar 3. 

(L.-A., L.-H., Statth-A. Innsbruck, Sötzinger.) 

Durchleuchtigister ertzherzog, gnedigist^r fürst und herr. 
Es haben uns unser angestern zu E. F. D* begerter und hinauf- 
geordneter ausschuss ftirgebracht, dass E. F. D* die landtags- 
proposition für banden zu nemen und zu berathschlagen uns 
gnedigist vermanen lassen, mit vermelden, dass man nun sechs 
Wochen alhier bei einander und ainiche bewilligung nit gethan : 
geben wir gehorsamist zu vememen, dass uns ia nit wenig be- 
schwerUch flirfelt, dass zu disem landtag ein so beschwarlicher 



16S 



incident \mi unversechene wider so starkes {Urätlichcs zuesagen 
und bescbechene erbhuldigung ganz unverdiente resolution in 
religioasaachen erfolgt ist, dessen wir uns gehorsamist nit ver- 
secbeD, dannehere auch solche verlcngening notwendiglich vcr- 
ursaebt werden, daran wb- aber unscrsthaiJs ainiche schnldt nit 
tragen, sondern billich denen, so daran schuldig und in unsern 
hievor übergebnen Schriften gehorsaraist angezogen und gnueg- 
samb angedeutet worden, solches alles zuzemessen ist und 
ans dann über unser gehorsamistcs schriftlich s und milndtlichs 
ia durch unterthanxgisten gcthanen fuessfaalj tiecheUj seutfzen 
uud bitten bis auf dato kain gewisser oder tröstlicher beschaidt, 
dass wir bei unserer erbhuldigung, religionspacif icatio n 
und L f. hoch contestiiie wort gelassen sollen werden, bishero 
Dit ervolgt ist. Dem allen nach so bitten wir noch malen ganz 
geborsamist E. F. D^, die wellen solche unser unterthanigkait, 
gehorsamb und treue mit landtsfurstliclien gnaden gn, er wegen 
und unsern dieraiietigcn fuessfall vatterlicli beher/Jgen und zu 
gemüet Heren, wie auch die andern angebracht beschwärarticl 
gn. erledigen, auf dass wir als E. F. D* getreue und gehorsa- 
miste landleuth untertlmnen und in woner in landt der erist- 
lichen Augspurgiscben confession zuegethon in allem gehorsam 
warnemen und erkennen kllnen, dass E. F. 1)^ derselben gne- 
digistes, milden reichs, fridJiebendes, väterlichs gemüett ungeacht 
unserer und unseres geliebten vatterlandts widerwertigen miss- 
gilnner und höchsten erb- auch aTigcmassten feinden nugebtir- 
licbs, unaufhorlichs anhalten von uns nit abgewendet haben und 
also in gueter ruehc und sicherhait wye bisher bey einander 
vei'bleiben mligen. 

Also wellen wir auch nach empfangenen gnedigisten be- 
schaidt uns auf die begerten articl in der proposition, was sich 
immer nach gelegen hait der zeit gefärlichen vorsteunden leiiff und 
ftirbrecbunden, ia vor der thüre steunden erbfeindts gwalt und 
rtnsers vermügens thuen wirt lassen, gehorsamblich reden und 
ratsclüagen, darbei auch sonderlich E. F. D* gnedigist erwegen 
! welle, dass sich solche hochwichtige Sachen und bewilligung, wie 
ein ^it her alles mit r e c i p r o c a c o n d i t i o n e der gelial- 
lenen religionspacificAtion beschechen und bewilligt worden, in- 
lialt E, E. L, 80 ansochenlichcn freyhaiten nit treiben und not- 
tigen lassen sondern sy mücaseo mit guetem willen erlangt und 
kain mensch in disen landt zuwider der wissentlichen freyhalt 



154 

zu den gaben nit benöttigt kiinen werden. Darunter aber den- 
noch E. E. L. in gemain und sonders, wan es darzae kumbt 
und sy gnedigist beschaidt erlangt haben, sich der gehorsamen 
gebür nach, als vill mtiglich, treulich unterreden und des ge- 
liebten vaterlandts vorsteunden verderben fürzukumben höchstes 
angelegenes vleiss betrachten werden. E. F. D* wir uns hieneben 
in underthenigkait bevelchendt. 

Grätz den 3. Januarii anno 81. 

E. F. D* unterthenige und gehorsambe 

E. E. L. an ietzo alhie versamblet. 

66. 

Der Erzbischof Hans Jakob von Salzburg an die Stände der 

Ä, C. in Steiermark: Widerlegung ihrer Zuschrift vom 24. Ih- 

cember 1560. Salzburg, 1561 Januar 4. 

(L.-A., Sötzinger, wie oben.) 

Zweifel, ob es die Majorität des Landtags ist, die das 
Schriftstück beschlossen hat. So lange der Christenglaube in 
Steiermark besteht, ist die Seelsorgc und geistliche Jurisdiction 
daselbst Salzburg zugekommen. Erst durch die neuen Secten 
wurde diese geschmälert und gar unterdrückt. Damit dies auf 
gegenwärtigem Landtage nicht in noch ausgedehnterem Masse 
geschehe, habe er seine Gesandten zu Erzherzog Karl abge- 
sendet, damit S. L. nicht allein beim katholischen Glauben ver- 
harre, sondern diesem auch wieder die so vielfach geschmälerte 
Jurisdiction einräume. Eure Stiftskirche aufzurichten, hattet 
Ihr kein Recht. Nicht einen Tyrannen, wie sie fälschlich sagen, 
mache er aus S' L., sondern begehre nur sein Recht. Ihre 
unbedächtige, verletzende und ehrenrührige Protestation müsse 
er mit dem Bemerken zurückweisen, dass er sie an den Kaiser 
gelangen lassen werde. 

Am 13. Januar ertheilte der Erzherzog der Landschaft 
für ihr heftiges Schreiben einen Verweis, wogegen sie sich am 
14. Januar in einem ausführlichen Schriftstücke vertheidigte 
und am 1. Februar die oben angeführten Motive des Erz- 
bischofs zu widerlegen versuchte. Die schroflFen Worte der 
Landschaft gegenüber dem Erzbischofe machten am kaiser- 



155 



liehen Hofe in Pra^^ (s, Nr. 55) uud ebenso in MUiichon (ß. Nr. 75) 
eineo schlechten Eindrut^k. Ja selbst die Verorchinten von Kärnten 
geben am lU, Januar (s. unten Jan. 10) die Erklärung ab: /lie 
Protcatation gegen den Erzbischof von Salzburg hutte etwas 
gemildert werden könnend 



67, 

Meinung der F. D' auf die Bitte rftr Landschaft Ä. C vom 
31, Deceniher: Weki den Vorwurf (ks Worthruvhcs mn steh ab. 
Hält an seiner Itesolution fesL Er ziehe mit niehttm hei Bc-- 
seUung der Aemter Fremde vor. Sein Verhallen gegen die beiden 
Stände sei durehaus correet. 15S1 Janimr 4, 



{L.-Äm L,-H,t Statth^-A. Immbnvck, wie oben*) 



!^ Die F. D* . . , haben N. deren von herrn und rittersrljaft 

. , . antwort und bith auf L F. D* inen itingst gethone erclärung, 
wie weit sie inen solcher confession exercitiuin zu gestatten 
wissen und bedacht scycn^ vorgestern empfangen und derselben 
bibalt wie auch dasienig, das sie gegen I. F. D^ darneben mUndt- 
lich vermelden lassen^ nach lengs angehört und verstanden. 

Was nun erstlich dasscib mllndliche vermelden antrifl't, 
wie wol es in mer wog ausgelegt und verstanden werden 
möchte iedoch weil I. F. D^ K E. L. sament und sonderlieh mit 
gnaden vorder genaigt^ so wollen es L F, D^ zum besten deuten 
und gar nit glauben, E, E. L. willen und mainuug gewcst oder 
noch sein, dass man I, F, D* des nit haltens so vilfeltigheh be- 
zeicben soltej w^eil I. F. D*^ gar woll leiden mögen, das man ir 
dasjenige, des iro versprochen und geredt worden, statt gehalten 
und nit mer dann überflüssige tirsaeh gegeben hette, irer und 
,^rselben verwonnten schantz auch warzunemen und sich still- 
hweigend oder mit verner gedult nit gar einthuen zu lassen; 
welches sonders zweyfel I. D^ niemandts rechtsiniger nnbillichen 
ndern hofeulieh rechts geben wirdet. Sovil dann ir schrift- 
lich anbringen und erstlich L D^ gwissen belangt, was L I> 
iilngst inen ditsfalls anzaigen lassen, dasselb ist I. D* rechter 
lernst. Es wissen sich auch nachmalen der Sachen gelegenhait 
ach I. F. D* urab die ganz weit das wenigiste nit davon zu 
legeben, und darumben wie nunmer I. F. D^ mit fueg nichts 
arwider zuezumuetten, also wird man auch billich I. D' an 



156 

des kaisers statt dasjenige so im gebilrt, das ist, die schuldige 
gehorsamb laisten und sich dann gottes allmechtigen gebür 
halben an demienigen dankbarUch ersettigen und benüegen 
lassen^ des I. D* denen von herrn und der ritterschaft aus 
vätterlicher, angebomer güete und cristlichen mitleiden gne- 
digist nachgesehen, das ist, dass sie ir erkenntQ religion nit 
verlaugnen dürften sonder irem gewissen nach bekennen^ item 
auf dem landthaus und iren heiisern am lande wtirklich exer- 
ciern und üben mügen, also dass sy in irem gwissen nit ge- 
bunden, weniger inen verboten, gott dem herm das seinig zu 
geben, wie sy sich in iren schrifFten one fueg beclagen. 

I. F. D* sein bisheer gottlob der beschaidenhait gewest 
und noch, das sy fräffentlich oder ausser ires tragenden ambts 
niemandts geurthailet oder verdamet, und wie nun solches von 
iederman zu wünschen, also wissen sich auch I. D* gnedigist 
wol zu erindern, was sie disem oder ienem von iren getreuen, 
fromen underthonen glauben oder nit glauben sollen, wie dann 
auch I. D* an irer bestendigen trew, gehorsamb und guet- 
wiiligkait gar nit zweifFelt, voraus weil I. D* auch nie änderst 
bedacht gewest und noch nit sein, dan sie allenthalben in gnä- 
digen, vätterlichen guetem bevelch zu haben und sie in nichts 
durchaus wider die gebür und billichait zu beschwären, in- 
massen sich dann I. D^ nit zu erindern, dass sie inen aus ainichen 
verdacht zu den flirnembisten oder wenigisten ämbtem wider 
die beschechnen Vertröstungen frembde nationen fUrgezogen 
oder jemandts dises und ienes ambts von der religion wegen 
entsetzt: derhalben so hett man I. F. D* mit solchen unver- 
dienten anzügen wol verschonen mögen. 

Was man dann weiter von I. F. D* cristenlichen gwissen, 
wie es nemblich zur zeit der erbhuldigung, auch hernach in 
den flirgeloflfnen religionshandlungen beschaflFen gewest oder 
jetzo sein mog, meldet, obwol I. D* aller gelegenhait nach in 
der gleichen niemandts als gott allain und irer cristenlichen 
obrigkait rechenschaft zu geben schuldig, so sagen sie doch 
mit warhait darzue, dass sie erstlich in der erbhuldigung ir 
gwissen in religionssachen nit beschwärt und E. E. L. auf ir 
derwegen beschechens bitten allain so vil versprochen, dass sie 
sich darunder als ein milder cristenlicher herr und landtsfbrst 
zu erzaigen urbiettig wären, wie dann auch die notl des ayds, 
den I. D* der landschaft gethan, von der religion nichts meldet, 



157 



^^■onder allain scvil mit bringet, finss I. D* die gantz lancttschafty 
^^e erben und nachkommen bey allen den rechten freyhaiten 
and giieten gewonhaiton, ah des von alters herkom«?n ist, ilem 
alle die rechten, wie die L D* voHadem brieff beweisen, in all- 
weeg statt halten, aueh die landschaft gäntzlich darbei bleiben 
lassen, darzue dieselben brief mit iren briefen bestäten und 
vemewem wollen ungeferlich, ob nun die oft gedacht confession 
von alter herkommen oder (Hc) sie L D* brief beweisen^ und 
ob sie mit fueg eingefiert worden oder nit, das ist in vorigen 
Schriften ausgefiert und I. D* wollen sich hiemit darauf re- 
feriert haben. 

In den volgenden religionshantUungen aber ist es nit one, 
dass I. D* irem gwissen ein zimblich purden aufgeladen. Es ist 
aber alle» von den besten wegen und nemblich darumben ge- 
ibecben^ dass L D* verhofFt, man wurde die saehen bei den 
olgten vergleich ungen bleiben lassen. Weil man aber in vil 
weeg daraus gangen, wie I, D* auch in den vorigen schrifften 
nach lengs vemomen, und also L D^ nier dan überflüssige ur- 
sach gegeben, ir und irer religionsverw^onten notturfft auch fiir- 
zunemen und sieh nit gar einthuen zu lassen^ so kan L 1)^ under 
ainichen schein nit verwisen werden, dass sie ir gwissen weiter 
nit beschwärn, sonder wie sie bei irer seien sehgkait zu thnen 
schuldig, ir catholische ci^istenliche religion aufrecht, item die 
ordinarios und geisthchen bei allen iren rechten, freyhaiten und 
giieten gewonhaiten als das von alter herkommen und L D* 
vorfaren brief ausweisen, L D* inen aueli in der erbhnldigung 
in gegenwurt der weltlichen one alle ir ein- oder widerredt 
leiblich geschworn und zuegesagt erhalten und also demselben 
iren zuesagen aiu benüegen thucn \v Ollen. 

Weillent kaiser Carln und Ferdinanden hOchlübltchister 
gedächtnusscn lässt man billieh in dem herrn ruchen und dient 
ir im reich aufgerichter religion friden so gar nichts zu diser 
Sachen vertedigung, dass auch ir F. D^ demselben als ein reichs- 
ftirst gegen denen von herrn und der ritterschaft dermassen 
anstellen, dass sy vermog desselben weder allhier noch im lande 
ir confession exerciem mochten^ sondern ir ruehe haben und 
L D* religion aouemen oder das land räumen mUessen; darmit 
aber I. D' iro gnedigist verschonen und sich in Sachen mit 
der darunder genomnen resolution und erclärung milder erzaigen 
als es noch bisher ainicher anderer reichsfürst gethan, ange- 



158 

Sechen dass kainer zu nennen oder zu finden^ der in seinem 
lande oder in seiner haubtstatt wissentlich ainiche andere als 
die reiigion, darzue er sich bekennt, öffentlich gestattet und 
zuegelassen, ob sich nun die von herrn und ritterschaft dits 
flirstenthumbs wider I. D* hierinnen was zu beclagen, das urtl 
und iudicier ain ieder rechtsiniger und der die affect bey seidts 
stellen will. 

Der assecuration in solchen religionssachen hat es nit be- 
dllrfft, dann über dass sy zwischen den herm und underthonen 
nindert gebräuchig, da man aus den vergleichungen nit ge- 
gangen, so wären I. D* auch darbei bliben und heten sich 
weder ir cristenlichen religion undergangs oder ausraittung noch 
auch der geisthchen und Ordinarien recht und gerechtigkaiten 
undertruckung und usurpierung besorgen, weniger ir derowegen 
ain gwissen nemben durfFen; sondern die Sachen betten in dem- 
selben standt allerseits bis .auf ain allgemaine vergleichung wol 
bleiben mögen. 

Dass I. D* denen von herm und der ritterschaft in der 
Stift alhie oftgedachter irer religion exercitium zuezulassen nit 
wissen und doch im landthaus und auf iren schlossern und 
heisem am landt zue gestatten urbittig, das ist guet zu ver- 
stehn. Und beschicht nemblich neben andern Ursachen auch 
darumben, das dieselb kirchen nit zu solchen exercitio ge- 
stifftet, und derhalben so bleibt es darbey billich bei dem alten 
in der erbhuldigung bestettigten herkomen, auch der frommen 
Stifter gottsälliger mainung und Verordnung, darwider weder 
iren erben noch iemandt andern zu handien gebürt, voraus 
weil man dem ordinario sein darüber habende geistliche Juris- 
diction auch mit der that one recht und wider das alt her- 
kommen und sein freyhaiten genommen und usurpiert. 

Der fürsorg, das I. D* von ainer zur andern zeit ein 
anderes gewissen von Rom oder anderen orten gemacht, auch 
also leicht nit allain die ganz Augspurgisch confession sambt 
derselben exercicio abermals aufgebebt, sondern auch diejenigen, 
so derselben confession zugethon, gar von irer haab und guet, 
wie dann lestHch aus den heben vaterlandt veriagt werden 
oder Nicodemos ausgeben müessen, hat es gar nit bedürfft, 
sonder so lang man bei I. F. D* gnedigisten resolution er- 
clärung und Verordnung verbleiben, solang darf man sich nichts 
durchaus solches befahren oder besorgen, sonder I. F. D* wollen 



159 






die herrD und von der ritterschafft liei solcher irer resolutioo 
von den gnaden gottes Lestäncliglich erhallten und sie dawider 
im wenigisten nicht beschwüren» wie dann solches wieder L F. D* 
noch iemands ander ainiehe ursach haben, weil L F» D* und 
iren religionsverwanten ire freyhaiten recht und gereehtigkaiten, 
wie von alters herkomen und der erbhuldigung nach verhleiben 
und sie sich neben 1. D* derselben religion ausreittung nit be- 
sorgen dlirften, sonder inen denen von herrn und der ritter- 
schaft ir beruebigiing menniglich wol gönnen, zumal weil solches 
dem ganzen lande und E. E. L. mit einander zu rachrer wol- 
fart, sicherhait, vertrauen und aufnemen geraiehen, wan nemb- 
lich also, vennog der erbhuldigung auch sonsten der gebür 
nach ainem jeden das seinig gelassen^ und wie L D^ und ire 
verwonte ire cristenliche caüiolische religion desselben gleichen 
auch die von hen^n und der ritterschaft ir erkennte und be- 
kennte confession in dem landthaus alhie und daussen am lande^ 
in iren schlossern und heussem one sorg, frey und unbetrüebt 

(xerciem und jcben werden khonnen, da sonsten L F, D* ain 
zeit herum b unz ellige vi\ elagen und b es ch wärungen beeder- 
seits derwegen einkooimen und I. F. D* etwo wider iren willen 
aus erhaischenden 1. f. ambt mit disem und jenen zllrnen, auch 
alsdan mit den veror deuten und andern nit one ir merkliche 
verclainerung von sachcn disputiern und etwo was darunder 
von gnaden wegen und aus bewegliehen Ursachen nachseehen 
müessen, des sie billich mit allem ernst an den sollen. Wann 
nun I, F. D^ mit der höchsten warhait bezeugen mögen, dass 
dem allen nit änderst, sondern im grün dt also seje, I. F. D* 
auch zu gott hoffeUj dass sie dise cristenliche lande hinfUro so 
wol als bishero vor dem an rainenden verderben und allen un- 
glückseligen zuestandt mildiclich verhlieten werde, welches 
L D* die tag ires lebens angespart leibs und guets zum ti-eu- 
lichen procuriern und befürdern, zumal aber E. E. L. dasjenige 
so sie iro in der erbhuldigung geredet und zuegesagt, bis auf 

,en letzten athera nit allain selbs flirstlich imd ungeferlich 
Tialten. sondern auch ire gelieliten erben * daliin ziehen und 
weisen, das sie inen nach der eren gottes nichts mehrers als dise 
irer F, D', wie auch der andern getreue landtschaften zeitliche 
und ewige wolfart angelegen und woll bevolhen sein lassen, 80 
wellen L F. D* hiemit in gottes s^naden diser hRssigcn dispu- 
tation nunmer ain endt gemacht und sich küi^zlich allerdings 



160 

in die vorigen schrifften gezogen haben^ gnediglich ernstlich 
bevelchendt und begerend, weil je I. D* bei verlierung der 
göttlichen gnaden den Sachen änderst nit zu thuen wissen, dass 
die von herm und der ritterschaft solches gleichfalls thuen, 
I. D^ in Sachen genomne, milde, gnadenreiche, unvermeidenliche 
resolution mit unterthenigem dank annemen und damit als 
frome gehorsame unterthanen nach gelegenhait zufriden sein, 
auch darauf ein ganze ersame landschaft zu beratschlagung 
der landtagsproposition tröstUch greifen, und I. D* one weitter 
verziehen gefällige wilfkrige antwort erfolgen lassen wollen. 
Das alles begern I. F. D^ umb sie in allen gnaden zu ver- 
kennen und zu bedenken. 

Decretum per archiducem 4. Januarii anno 81. 

Wolfffang Schrantz, Doctor. P. Wantzl« 

68. 

Schreiben der Salzburg isehen Commissäre an den Erzhischof über 
den Fortgang des Landtags und insbesondere über den jüngst ge- 
thanen Fussfail der Herren und Landleute, Graz, 1581 Januar 5. 

(Cop., Statth.-A., Innsbruck, wie Nr. 46.) 

Genedigister herr. Was den process des landtags angeet, 
haben E. F. G. wir hievor zuegeschickt, unsers verhoflFens, 
E. F. G. Werdens empfangen und vernommen haben. Also steet 
es noch mit endlicher resolution und bschaid, auf der confes- 
sionistischen landleuth vilfeltiges anhalten, innen; sy die land- 
herrn sambt den landleüthcn, von den statten imd markten 
sein den letzten nechstverschines iars und monats alhie in die 
burgg komen, für I. D* begert, aber nur die vom herrnstandt 
und ritterschaflft furgelassen und die von stetten und markten 
abgeschafft worden. 

Die landherrn haben den fuessfall gethon. I. D* inen 
zuegesprochen, sy sollen aufsteen, er sey nit gott, dass sy ine 
anbetten solten. Als sie aber knieendt bliben, hat er erzherzog 
sy nach einander haissen aufsteen und gesagt: Nescitis quid 
petatis.^ Do sy aber nichts desto weniger verharret, haben 
I. D* davon geen wellen. 



^ S. oben die MUnchner Conferenzen; dentelbe Satz: Ne»cit%a quid petaiU, 



161 

In dem herr Hannss Friderich Hofman aufgestanden und 
I. D^ (He) gehalten. Alsbald haben sich auch die andern auf- 
gericht und ir bitt wegen der reUgion widerumb repetirt und 
ir notturfft durch gemelten Hofman weiter furbringen lassen. 
Aber I. D* haben sy ohne antwort sonder auf bedacht ab- 
schaiden und den andern diss widerumb für sich mit sambt 
den vom burgerstandt ervordem lassen sy ernstlich vermohnt, 
dass sy alsbald ohn lengers verschieben zu den articuln der 
proposition greiffen und dieselbige expedieren. Es haben auch 
L D^ die herrn praelaten, so auf die weinachtfeiertag haimb- 
zogen, per Rev""" Seccoviensem widerumb beruefFen lassen. 
Also gewarten wir noch^ was die Verrichtung mit dem landtag 
und I. D^ antwort auf den beschehnen fuessfall sein wirdet. 
Es ist auch denen vom stattrath alhie die scharwacht ze 
Sterken bevolhen worden. Wie dann beschehen. Diss alles 
haben E. F. G. auf dissmall wir berichten sollen. Datum 
Grätz den 5. Januarii anno 81. 

69. 

Die in Laibach versammelten (16) Herren und Landleute an 
die Stände vofi Steiermark: Danken für alle ihnen am 24. De- 
cember mitgetheiüen Religionsschriften. Bereitiviüigkeit zu einer 
Intercession. Lob der Haltung der steirischen Stände. Nur mit 
der Verweigerung der Bewüligwng sei man nicht einverstanden, 
Laibach, 1581 Januar 6. 

(Orig., L.-A., Rel. Krain.) 

. . . Allain da in der herrn übergebnen letzten schriflft von 
einstellung irer bewilligung anregung geschieht, wäre unsers 
wolmainenden erachtens rathsamer gewest, dasselbig auszu- 
lassen, dann die herren selbs vernünftiglich zu erwägen, dass 
die bewiUigungen, sonderUch so auf das granitzwesen ge- 
schehen, ohne gefahr des landts nit still stehn können, sich 
auch benebens aus gottes wort sich christHch zu erinnern, ob 
man gleichwol ja gott mer als den menschen gehorsamen 
muess, also auch gott geben, was ime gebürt, dass man doch 
auch gleichfalls dem kaiser und der obrigkait, was ir gebürt, 
geben und von wegen einstellung des exercitii reUgionis noch 
auch ainicher anderer Ursachen willen ir das zeitliches als guet, 

Fontes. II. Abth. Bd.L. 11 



162 

golt und dergleichen dienstbarkeiten nit entziehen sonder alles 
willig und gern, ja auch leib und leben flir sy darstrecken^ 
da auch etwo ein ungüetig und scharfFe obrigkait fUrgesetzt 
(dessen wir uns doch bis dato über I. F. D* als ainen frommeu 
sanftmüetigen milden fUrstcn nit zu beschwären), dass man der- 
selben in allen zeitlichen dingen schuldigen gehorsam laisten 
und sich gegen ir mit aller demuth verhalten solle. Derwegen 
unser getreue guetachten und vermanen, die herm wollten bei 
angedeiiter einstöllung beharrlich nit bleiben sondern ir be- 
willigung mitler zeit nit weniger als zuvor guetwillig raichen. 
Welches zu erlin derung I. F. D* gemüets verhoflFentlich nit mi- 
dienstlich sein wurde . . . Da aber weiter nichts als I. F. D* sich 
alberait erclärt zu erhalten, so muess es gedultiglichen getragen, 
mit dem herzen geglaubt, mit dem mundt bekennt, auch ehen- 
der haab und guet, auch alles zeitlichs verlassen, als von der 
waren religion abzutreten und das übrig dem allmechtigen gott 
... bis auf sein verrere gn. und vätterliche Verordnung haimb- 
gestellt und bevolhen werden . . . Laybach den 6. tag Januarii 
anno im 81*®** . . . 



70. 

Antivort der Landschaft auf dk Zuschrift vom 4. Januar: Wieder- 
holmig der Bitte um Belassung der Padfication, Erklärung des 
Nuntius, wesJialh nmn ihnen die Zugeständnisse nicht machen 
könne. Das Recht der Landschaft, ihre von ihnen erbaute Kirche 
und Schule zu "benutzen. Erimwrwng an die Zusagen von 1576 
tind 1578. Heftige Aeusserungen ivider ihre ,unruhigen^ Gegner 
— die Jesuiten. Hiniveis auf das Gutachten Dr. Sdd^s. Graz, 
im Landtage 1581 Januar 7. 

(L.-A., L -H., 8tatth.-A. Innsbruck, wie oben.) 

Der F. D* . . . den 4. Januari uns übergebne . . . erclärung 
in religionssachen . . . haben wir . . . vernumen und unser . . . 
notturffit nach verrer anzubringen nit künnen underlassen: 

Was erstlich belangt das mündlich vermelden, so durch 
herrn Hans Fridrichen HofFman freyherrn, landtsmarschalch in 
Steyr neben unsern underthenigisten fuessfaal beschechen ist, das 
alles werden E. F. D^ änderst nit, dann wie wir es treuherzig 
gemaint und herr landtmarschalch aus unserm mundt solches 



163 

alles geredt hat, gn. vermerken und sonderlich dass wegen 
haltung trauen und glaubens und gethonen landtsfurstlichen 
zaesagungy E. F. D^ so vilfaltig und stark ermant und gehor- 
samist erinnert worden, das ist unser höchsten und unver- 
meidenlichen notturfFt nach beschechen, und wir bezeugen noch 
mit gotty dass uns ganz unguetlich zuegemessen wird, dass wir 
unsersthails dasienig, so E. F. D^ versprochen, nit gehalten selten 
haben. Wir haben uns aufs eüsserist angegriffen, in merklichen 
Schuldenlast eingesteckt und ser wehe gethon, nur dass wir 
E. F. D* dasienig, so wir zuegesagt halten mügen, ein merk- 
liche summa gelts in die 800.000 gülden bezalt und so arme 
auch geringe personen wir in gemain und sonders sein, also 
wok kainer der ganzen weit reichthumb nit nemen, dass iemandts 
von inen reden Hesse, was einer zuegesagt und redt und es 
nit halten solte, und was wegen E. E. L. prediger ditsorts für- 
geworfen, das ist alles hievor mit guetem grundt abgelaint; und 
kann derselben ungebür, da eine zu spüren, gar bald gewendet 
werden, wie es dan alberaith de faeto beschechen. Wir haben 
nichts anders gebetten, dann allain uns in specie zu erinndem, 
wann, wer, wo dits orths ichtes zuwider der pacification ge- 
handlet, wir weiten gebürlichs einsehen und wendung fllr- 
nemen, aber da ist bis dato nichts fUrkomen, allain blosse be- 
schuldigung, deren wir kaineswegs geständig und im wenigisten 
ans nit schuldig wissen. Es hat aber der bäbbstliche Nuncius 
alhie vor wenig tagen unsern ausschuss, welchen wir mit ainer 
schriftlichen ermanung zu imc geschickt, lauter angezaigt, war- 
umben er solches von uns nit annemen küntc, sey das die 
ursach, dann er kan uns nit helfen, er sey nit allain des 
babbsts sondern auch anderer künig, fürsten und potentaten 
gesannter alhie, es sey vor etlich iarn dises alles also be- 
schlossen und stehet allain an ietzo in executione. E. F. D* 
werden von andern darzue gezwungen und gedrungen, uns 
darüber gewamet; wie kan nur an ietzo pretendirt werden, wir 
sein dessen ursacher: Ist ainer oder mer, welcher darwider 
gehandlet, so vermag die religionsvergleichung, dass er ge- 
strafft solle werden und soll dcrwegen in gemain unser reli- 
gionsexercitium und ministerium nit aufgebebt werden; wann 
es dann bei E. F. D* und andern vor etlich iaren also be- 
schlossen ist, dass uns nichts gehalten solle werden, war- 
umben ist es uns nit damals frey, offen und auff guet teütsch 

II* 



164 



&ngezaigt worden und man anSetzo erst urBacht^fntendiren wil, 
deren wir mit niditc geständig sein? 

Wann es auch mit disera aus^ericht wäre, dasa uns alles 
das, so uns an ietKo zu ablainung unserer hie vor und itingst 
ubergebncn schriftco wird türfxiwfu'fen^ widerlegen selten, so 
kiinten wir es ganz wol mit erheblichen und wol fundierten 
Ursachen fiirkem, wir wellen aber auf ditsmal änderst nichU 
gehorsamist und verrer anbringen, dann allain nocbraalen 
E. F. D* und derselben gehaimcn räthcn gnedigist zu erwegen 
und mit merern zu erkhcnnen geben, ob uns nit vor gott 
und der ganzen eristcnhait ganz ungilctlicii und unrecht be- 
sehieeht und ob wir nit wider die erldiuldigung und E. F. D* 
getlianen leiblichen aidt zum höchsten beschwärt werden. 
E. F. D* die sprechen selbs gnedigist mündlich und lassen es 
also schreiben, das?» der almeclitig gott diese! big rlaftir gnedig- 
lieh beschützen und bewaren welle, dass isie wider die erb- 
huldigung nichts gethan und fürgenumen, auch hint\iro dar- 
wider nichts zu thuen gedenken und ainen jeden bey i^einen 
rechten und gerechtigkaiten unbetrüebt bleiben lassen wellen, 
entgegen, so ist das wissentlich und oflfcnbarj dass dise einer 
E, L, erkaufte stiflkirehen :?ambt aller zuegehorung denen von 
Eggenperg aigentliumldicii pleno iure zngehürig gewesen, sie 
habens in kraft E. E. L. freyhaiten, dass ein tedvv auf seinen 
eigentluun blichen gründen kirehen pauen mag, auf iren aigen- 
thumbhehen grundt anfangs erpaut, die leehcnselinft vogthey 
und des ganzen Wesens bey diser stift dirigierung ist bey inen 
gestanden, da haben weder E, F, D^ hochlöbliche vorfaren, vil 
weniger herr crzbisehuve zu Salzburg, Seccaw und kain mensch 
auf erden mit diser stift nichts zu verleichen, zu eonlirnnrn oder 
ichtes 2U schaffen und zu handien gehabt Das recht haben 
sy ieder zeit \''on hingen iaren als auf iren aigenthumUichen 
guet ersessen und erhalten und darin noch bei kaiser Ferdi- 
nand i Zeiten unserer confessiun ziigethaue prciliger das reli- 
gionsexercitium wirkheh geübt und vor etlich iaren solches ir 
aigenthunibiiches recht E. E. L. übergeben, wir dasselbig nun 
vil iar innen gehabt^ von neuem das ganze gepey erhebt, ein 
kirehen und . sehuel gepaut und auf kain andere fundation 
solches angestellt dann dass wir unser religion exercitium ohne 
menniglichö irrung, bedrangnus oder gezwang auf E, F. D* gn. 
und 1. f. zuesag üben mügen; an ietzo da uns kain Ordinarius 




165 

mit erbarn und aufrechten tili darumben ichtes kan zuesjireohfn 

ne alle dag, verlior, unberc^chtirnt, allaio mit grossen gwalt uii« 

'Äas unsrige de facto wider reclit wil entzogen werden, da wir 

doch niennigliclien zu recht und ehren steen wellen, wanmiben 

llen wir dann von dem unsrigen durch soIcIjo fretnbdc weeg 

zuwider der erbhutdigung betrangt werden? Haben wir dann 

nit eben das recht und den aidt, welchen E. h\ D* den or- 

dinarüs sowol der ganzen landtschaft in gemain und sonder« 

in der erbhuldigung geschworen, meniglich hey iren lechen- 

Schäften und vogteyen und ein J€».den bey seinen rechten bleiben 

zu lassen? Was haben wir doch immer bey unBern so treu 

berzigen unerschwingliclien gaben verdient, dass wir ao gar kain 

echt nit haben solten? Ist dan K F. I)^ aidt dahingestellt^ 

sie den ordiDariia von iren lechensclraften und rogteyen 

ichts entziehen sollen lassen, uns entgegen unsere lechenschaft 

"^nd vogteyen one recht mit gwaU hinwegnemen zn lassen g^ 

denken? Was will doch nur immer mit solcher contrarieiet 

geschlossen werden? Wo bleibt gleiches recht einem tlmil ia 

wol dem andern, dem armen als dem reichen? 

E- F, D* vermeiden verrer gu., dass die notl des aidts^ 
welchen E. F. D* E, E. L, getbon^ von der reUgion käme mcl- 
img tbaet Wissen doch E. F. D' ganz gn., dass ausser da* 
llen sich vor der erbhuldigung E. E. L. geborsamist offlsnt- 
so dtser cristlichen confession bekennt hat, mit laotenn 
unterthemigisteni vermelden, dass sie non vil iar bey kaiier 
Ferdinaadi bochL ged. zelten anbetrüebt darbei gelassen sein 
worden: alda ist ims aimdie widerwärtige antwort von & F. I> 
nit ervolgty sotidem nur mit ganz gru erbieten ans entgeges 
gaages imd weQ wir b^nelte sBKre refigicm vil hmgß mr xn- 
vir VW £ F. D* L 1 regiemng mit gnetem MGehco gebrMdb 
mid gewwikait etliailea imd uns dartber aowel den sadem 
Atä der wüt gedbtt ist werden, m kau ea ta n ieixe kmm 



effttheiie 



''•• *te*"P^»f *•" 



tfwfji aber der aUi Imer ak mtk htwg^ «tti Kei ansem 
rteKt^a. frAvhAitea mad gsetei» few^sbailen i^n er 




166 

halten, so kann man ie nit mit solchem gwalt ausserordent- 
lichen rechtens zuwider der erbhuldigung mit solchen ge- 
schwinden übereylenden resolutionen vil weniger also bald de 
facto fUrgehn. 

Also kUnen E. F. D* derselben 1. f. wort und contestationes 
mit guetem gewissen vor gott und der ganzen cristenhait änderst 
nit detitten als wie solches mit teütschen, claren Worten furge- 
bracht worden. £. F. D' habens zu vil malen aus derselben 
fürstlichen mundt oft widerholet, was derselben gehaimen räthe 
in E. F. D* namen mit uns gehandlet und die notl der paci- 
fication mit sich bringt, das alles ist derselben gn. willen und 
maynung, sie wellen solches alles fürstlich halten, darumben 
sollen E. F. D* wir gehorsamist vertrauen, hernach mit aigner 
handt zum landtag anno 76 derselben zum thail gehaimen 
räthen und commissarien geschriben und solches 1. f. zusagen 
widerholet, uns dessen unter iren handschriften abschriften an- 
gehenndigt zu Pruckh bei dem allgemainen derselben lande 
gehaltenen landtag mit disen werten vor der ganzen versamb- 
lung sowol in gegenwürt E. F. D* gehaimen räthen, hoch con- 
testieret, dass E, F, Z)' derselben getreuen landschafften ange- 
hörige kirchen und schuellen sambt dem exercitio zu Graiz, zu 
Judenburgy Clagenfurdt und Laibach uneingestellt verbleiben 
wellen lassen^ und wie sy auch denen von statten und markten 
bisher wegen der religion kain härl nit krümbt, also sollen eie 
ganz sicher sein, dass es hin furo auch nit beschechen solle; ^ 
die notl der vergleichung ist nit auf ainen oder etliche, welche 
diser religion gewesen, und unbezwungen dieselbig annemen, 
gesteh. 

Die herrn gehaimen räthe haben bey irer seien säligkait 
versprochen, dass es gewislich gehalten solle werden, man welle 
doch nur kain mistrauen in E. F. D' so hoch contestierte wort 
setzen. Solches alles, was E. F. D* so treuherzig und fürstlich 
geredt und zuegesagt, wird bey uns vil mer und höcher geacht 
und für gwisser gehalten, so lang E. F. D* von gott dem al- 
mechtigen das leben und 1. f. regierung haben als wann mit 
vil sigln briefF aufgericht wären. 

E. F. D* als unserm gn. herrn und landtsfursten geben 
wir in diser so widerwertigen an iezo ervolgten religions- 



' S. die Pacification, S. 91. Das Citat ist nicht wortgetreu. 



167 

erclärung ainiche schult nit, dann wir aigentlich und ganz wol 
wissen, dass E. F. D* nit minder als derselben hochlöblichen von 
teätschen milden und sanflmüetigen geblUett herkomenen lieben 
Voreltern ein abscheuch ob solcher erschrecklichen widerwertig- 
kait tragen, aber denen unruebigen wider gott und alle crist- 
liche billigkait strebunden personen, welche auf trauen und 
glauben, aidt und zuesagen, wenig oder nichts halten^ die vil- 
fettigen exempl des nit haltunden zuesagens und darauf er- 
Yolgte erschreckliche faal nichts bewegen,* den geb es gott 
in irem gwissen zu erkennen, wie gar unrecht sie daran 
thuen, das sie sogar von irem unzimblichen begunnen und im- 
portunitet nit aufhöm, cristliche frome obrigkait E. F. D^ unsem 
gn. hochgeliebten herrn und landtfursten wider uns zu in- 
flammim, landt und leüth ins eusseriste verderben zu fieren 
and darbey aus höchster Verbitterung ires gemüths nit bedenken, 
dass letzlich viller tausent cristen schmerzlich seufzen und pater 
notteTy welchen das heilige göttliche wort gottes und unser ainiger 
Salvator mit schmerzen entzogen und der lauf des hl. evangelii 
gespört wil werden, den beschwärlichen zorn und straff des 
allmechtigen gottes mit gwalt erwecken und auf den hals 
laden und E. F. D^ dero ainst ein lebendiges würmbl in dero 
gwissen erwecken möchten, welches nit allain grossen und un- 
widerbringlichen unfaal bey disen onedas kumerlichen zeiten 
dem ganzen löblichen haus Österreich desto eher verursachen 
sondern auch der weitberüembte und hochgelobte guete namen, 
welchen E. F. D* rliemblich erhalten, unverletzt nit bleiben 
würde. 

Dann das E. F. D* wider alle obangezogene 1. f. contesta- 
tiones und zuesagen durch solche gwaltig unversechene auf- 
hebung und einstellung des hl. göttlichen worts und unserer 
cristlichen religion den Sachen bessern rath zu schaffen ge- 
denken und darbei schliessen wollen, das unser religion nit 
recht oder kainen grundt in der hl. schrift dess alten und neuen 
testaments auch der alten väter reinen lehr nit haben solle, 
das ist kainer billigkait vil weniger der abgehandleten religions- 
▼ergleichung gemäss, dann solches alles muess nit allain nach 
aines thails mainung also fUr unrecht erkannt und gehalten 
werden, sondern die cristliche liebe und billigkait erfordert, 
dass der ander thail auch nottürftiglich gehört werde, darzue 
gehören unpartheyische richter, nit diejenigen, welche unsere 



168 



höchsten feindtj anclägerj iudices und executores sein wellea, 
derwegen so haben E. F. D* in der vergliehnen religioiispaci' 
fication lauter gnedigist lassen einiueren, dass meniglich im 
landt, welche uubezwungen und unbetrangt diser oder jener re- 
ligion sein oder sein wellen, bey seiner religion unbetr liebt und 
unhekommert gelassen sollen werden, bis zu einer allgemaiuen 
einhelligen vergleichung» darbey es dan E. F. D* ungezweiflet 
gn. bleiben und uns darwider nit betrangen vil weniger wider 
uns mit unverdientem gwalt iehtes handien und Airnemen wer- 
den lassen. E. F, D* die wellen solches alles was wir aus 
höchst gedrungener noth an ietzu gehorsannst vermelden, gn. 
nit dahin deiiten oder vermerken, dass wir E. F, D* person dits 
orts im wenigisten beschuldigen, sondern wir nriiessen es denen, 
welche dises iammers und volgunden zerritthgkait ursacher und 
derwegen alheer kliunien sein^ dass sie alle pacta und 1. f, starke 
eontestationes mit irem rath rescindiren wellen, lauter zu ver- 
steen geben, wie das factum an ime aelbs ist und dass sie 
E, F. D' als ehrlichen pidersleuten wol ansteet, vil nier zu 
haltung der erbhuldigung und I. f. starken eontestationen als 
iehtes denselben zuwider fürzun einen verraanen und anhaken, 
darbey auch erkennen sollen, das ee mit disem gehorsambisten 
landts Steyr vil ain andre mainnng als mit anderen Fürsten- 
thumben und provinzen hat, wie dann solches hie vor weit- 
letlffiger ausgefiiert Es ist ie ein teder cristlicher frumer herr 
und landtflirst, darfor E. F, D* von anfang derselben 1. f, re- 
gierang bis auf gegenwürtige stundt und die ganze zeit unsers 
lebens geehret und gerüembt und noch, alles dasienig, was er 
ainst mit 1. f worten geredf, treidich zuegesagt, stark contestiert, 
derselben getreue landtschaft zu mermahlen hochvermantj kain 
misti'auen in derselben so starke zuesagung zu stellen, vor gott 
und der ganzen cristenhait zu halten schuldig^ vil mer E. F, D* 
als unser gn. herr und landtsfürst» zu dessen wolfart. imd 
aufnemen in recognitione pacti et obligatae fidei wir uns so 
stark und vast ubers vermügen angegriffen, unsersthails alles 
treulich erbar und aufrecht gehalten, unser leib, guet und bluet 
zu allen fUrfallunden feindsnOten bey des gewaltigen erbfeindts 
80 gar herzue genachenten und vor der thttr anstossenden 
gwalta als E. F. D^ gehorsamiste landtleüth und underthonen 
darstrecken dt uns zuegesagler und versprochner massen alles 
1. f. halten und darwider nit beschwärn solle lassen. 



169 



Ee hat der fromme gottseilige kaiBer Ferdinandus hoch- 
löblichister gedechtniiBs rlnrch die zu seioor zeit gewesene bäbbst 
starke bcdroung und fulraina aussteen müessen, dass er nit allent- 
halben inen zu gefallen gehandlet und ungeacbt, dass er mit so 
starken hochen contestationibus und pactis allß E. F, D' gegen 
den gehorsamisten landen nit verbunden gewesen, iedoch auf 
den nur durch etliche der lande ausschilss gethonen unter- 
thenigisten fuessfall sich ganz vittterlich und mildreieh erzaigt 
nnd nit alles über ain hautfen werfen und zu poden stossen 
wellen, seine gehaimc und ansehenliche räthe^ welche nichts 
desto minder guete catolici gewesen^ als D, Söldt sel< sich 
heftig widerlegt und wegen der K. M^ ein starke defension 
Schriften und consilium wider den pontiticem Rom, gestelt/ 
welches alles wol zu finden und zu lesen ist. 

Die weil wir dann anitzo anders nichts bitten, dann dass 
uns ebenermassen als andern ordinariis und den geistliehen 
unser ius und gereehtigkait und das unsrig wider die erb- 
huldigung E, F. D* 1, f. wort und zuesagung wider recht de 
facto unverdienter nit genummen solle werden, L F. D* selbs 
gn. vermelden, dass sie solches nit thuen wellen und wir bey 
verhist unserer seilen seligkait mit guetem gwissen ietzt hin- 
ftlran und in ewigkait bey allem dem^ so wir ainst bekennt^ bis 
zu ainer allgemainen cristliehen verglaicimngj alda dise Sachen 
mit Ordnung gehört, disputirt und ventilirt müessen werden, zu 
verhangen genzlich entschlossen und von der ainst beschlossnen 
zuegesagten contestirten religionspacification und von unsern 
rechten mit guetem gwissen nit weichen ktinnen, sondern halten 
ims E. F- L>* gn. und vätterlichen zuesagens und kain ander 
resolution demselben zuwider, quia serael placuit, nichts gelten 
noch fürtragen kann oder mag, und im fall iemandts, er sey 
wer er welle, de facto ichtes bey unserer kirchen und schnell 
attentiern wirt oder durch was titi und sehein ainiche ab- 
achaffung unserer prediger und schnei personen beschechen 
solle, wir als die gehorsamisten, die wir E, F. D* zuesagung, 
1. f. wort und contestationes vor äugen haben, uns derselben 



^ Welches Gutachten HehVn hier gemeint i^t? Ob jenes, da« sich im 
Cod. 7587 der Wiener Hofbibliothek findet, odor da,"^ im Cod. 8211, 
,Conmlium pro imiierÄlore FerdinÄntlo contra jiapaiii'. Wahrscheinlich 
das letEtere 8. aber Bftitr%e atur Kunde .str^it^rm. Geschicbtsquellen 
27, 19>i und 200. 8, daraber auch Ranke, iJeutstjh© Geschichte V, 302. 



170 

getrösten * solches kaines wegs zuegeben noch gestatten künnen, 
bis dass der allmechtig gott inhalt unserer religionspacifi- 
cation ainst die allgemaine cristliche verglaichung mit gn. 
schicken werde, unterthenigist verhoffen, weil wir uns änderst 
nichts als steüfFhaltung E. F. D* 1. f. zuesagung und Worten ge- 
trösten, dieselbig aus unsem herzen durch widerwertige und 
unsers gegenthails und Widersacher verursachten und practi- 
cierten declarationen, mit nichte herausreissen lassen ktUmen, 
E. F. D* die werden uns derwegen ainichen ungehorsamb gn. 
nit zuemessen, sondern vil mer darumben loben, dass wir unser»- 
thails pactis et promissis steen, uns davon nit bringen lassen 
und dardurch E. F. D^ selbs 1. f. hochait reputation aller mttg- 
ligkait zu erhalten gänzlich bedacht sein. 

Dem allen nach so bitten E. F. D* wir nochmalen umb 
das iUngste gericht und gottes barmbherzigkait willen^ die 
wellen dits orts unsem unterthenigisten gehorsamb nit auf andere 
weeg, dan wie wir es treuherzig und gehorsamist wol mainen^ 
gn. vermerken lassen, unser unschult warnemen und zu gemüet 
füren, die volgunde erschreckliche zerritligkait des ganzen wesens 
mit 1. f. äugen ansehen, sich von derselben 1. f. milde und 
guetigkait durch dise verbitterte und E. F. D' sambt derselben 
ganz gehorsamisten und getreuen landen nichts guets günnenden 
widerwertigen personen, denen weder die gemaine wolfart noch 
ichtes anders allain verderblicher Untergang der lande zum 
höchsten angelegen ist, nit abfüren lassen, sondern vil mer 
unserer lieben voreitern und unser cristlichs bestendigs gemüet 
gegen E. F. D* und derselben geliebten erben und nachkommen 
gn. beherzigen und uns bey der mit zeitigem rath nit zu ainer 
sondern zu unterschiedlichen zeiteu verglichenen bestättigten 
und mit 1. f. Worten confirmirten religion spacification un- 
betrüebt gn. und vätterlich verbleiben lassen, uns ausser orden- 
lichen rechten, das unserig mit gwalt wider die erbhuldigung 
nit entziehen lassen, wir wellen menniglichen zu recht und 
eren besteen, uns mit ordenlichen rechten entschaiden lassen, 
wie dann auch, wann E. F. D* solche erbhuldigung, pacta, L f. 
wort, daran uns im wenigsten nit zweifelt, gn. und 1. f. halten 
werden, den Ion von dem almechtigen mit guetem gwissen 



• Am Bande: Nota bene. Acli gott erhalt die redlichen Steyrer bi« an 
ir endt also standthaft und alle frombe Christen. 



171 

g^'^slich zu erwarten haben und bei der ganzen cristenhait 
^^'^igen ruem erlangen und im widrigen faal ein böses gwissen 
^**^<3 alles Unglück wie solches hievor durch exempl und der 
6^>izen weit vilfeltige histori zu beweisen, verderblicher unter- 
6^ng landt und leuth notwendiglich ervolgen müessen. E. F. D* 
4\e wollen dameben der ganzen landschaft, deren so unserer 
<^ristlichen religion zuegethan unterthenigisten durch uns be- 
schechnen fuessfaal, erzaigten gehorsamb und treu tiefer als wir 
es noch bis dato gehorsamist befunden und spüren mugen, zu 
gemüet füren, denselben nit für ain gemaine sach oder ein ge- 
ringes sondern für den höchsten gehorsamb gnedigist und vätter- 
lich vermerken, derselben getreue landschaft zuwider solchen 
unterthenigisten gehorsamb und E. F. D* ainist beschechne 1. f. 
zuesagung und lautere wort nit dringen noch beschwären lassen. 
Und weil sonderlich dise religionspacification die lande 
Kftmten und Crain, wie obsteeth, auch berüeren thuet, da I. F. D* 
wider solche unser unterthenigkait erhebliche und fundirte ge- 
grQndte ursach nach ainich bedenken haben (dessen wir uns 
doch gehorsamist gar nit versechen), so bitten wir unterthe- 
nigist E. F. D*, die welle widerumben in diser Sachen ein al- 
gemainen der dreyer lande landtag sambentlich oder durch 
ausschuss beschreyben und die Sachen zu merern und zeitigern 
bedacht gn. anstellen lassen und hiezwischen ainiche gwalt- 
thetige handlung oder ainiche Veränderung nit furnemen, dar- 
aus allerley unrath besorgentlich entsteen möchte, darwider wir 
öffentlich bezeugen, das wir urtsersthails daran ainiche schuldt 
und Verantwortung nit tragen, sondern treulich und gehorsamist 
solches wie zuvor hiemit anzezaigt haben wellen, unser unter- 
thenigist flechen, seufzen und bitten mit 1. f. gnaden erhörn, 
auf das wir ainst zu der landtags proposition mit freiden greiffen 
und disem langwierigen landtag ein gewinschtes guetes end 
machen künnen. Solches umb E. F. D* wellen wir samb unsern 
nachkomen mit leib, guet und pluet zu verdienen gehorsamist 
willig imd beflissen sein. E. F. D* wir uns hieneben in unter- 
thenigkait und gehorsamist bevelchendt. 

Graz im landtag den 7. January anno im 81. 

E. F. D* unterthenig- und gehorsamiste 

E. E. L. des herzogthumbs Steyer, 
der Augspurgischen Confession zuegethan. 



172 

71. 

Zweiter ,mündlicher Vortrag an die F. D\ so den 7, Jamairi 
anno 1581 nd)en Uiherreichung der Schriften und E. E. L. g^ 
thanen Fmsfall durch Herrn Hans FriedricJien Hoffman . . 
geredtt und vermeldet worden'. 

(L.-A., L.-H., Statth.-A. Innsbruck, wie oben.) 

Die Rede Hofmann's^ kräftiger noch als die erste, enthsl 
der Hauptsache nach das, was sich in der überreichten Schrif 
findet. Bei den letzten Worten geschah der Fussfall: ,Daraiil 
I. F. D* alsbald der Kammer zugegangen, und da wir nichi 
alsbald aufgestanden, wie sie dann öfters darumben noch ondei 
der thür angehalten, seindt sie letztlichen darvongangen und die 
thür im zorn zuegeschlagen. Die schrift so man beineben über 
antworten wollen, hat man den gehaimben räthen, so da ver 
hüben, zuegestellt und sie aufs höchste vermant und gebetoi 
dass sy zu hinlegung dises misverstandts ihr bestes thuen wollten. 

72. 

,/. F. D* Rede, so mit überantwortung der letzten irer schrifft- 

licJien erclärung, deren datum den 7, January a, 1581 volgendeß 

tags gegen E. E. L. gethan/ 1581 Januar 8. 

(Sötzinger, fol. 642.) 

Wiewol ich mich gänzlich versehen, ir solt an meines 
negsten resolution zufriden gewest sein, dieweil ich aber voc 
meinen geheimben räthen verstanden, dass ir noch bedenker 
darin gehabt, so habe ich mich auf die darzwischen beschechne 
underhandlung einer endtlichen antwort entschlossen, dieweil 
ichs dann gegen euch vätterlich und treulich maine, so versieb 
ich mich doch zu euch, ir werdet alles misstrauen auf ein Seiten 
setzen, und nunmehr zu der landtagsproposition greifen und 
darinnen nicht feyren. Das will ich mit 1. f. gnaden gegen Euch 
jederzeit erkennen und will yederzeit E. gn. herr und landtfürst 
sein und verbleiben. 



173 



/W Prälaienstand au dm ^LandmarücJuilk Hans Friedrich Hoff- 
ww«^' Aufforderung, endlich zu den proponierten Landtftffsanfßc- 
legenhüiivn zu <jeheH. Gra£, 1581 Januar i). 

(Cop., Statth,-A. Innsbruck, wie Nr. 46.) 






Wo Ige borner . . . Dem hen-Q uud aucli den andern lierrn 
und landleuthen, so sich in religionssacheu von uns absündem^ 
igt wol bewist, das wir unsersthfiils zeitlieh und zu mermalen, 
gonderlieh iiuf der F. D* negst beschehnen anmonen dahin ge- 
tteHj dass man die proponirte landtagssaehen zu erhaltung land 
uud leiith beftirdern und zu ort bringen soll, damit wir sament 
von der schwären und langwernden zerung kunien möchtenj 
aber die herrcn ires tails nun in die sibend wocben andere 
Sachen, absonderlich ausser unser täglich berathscidagen und 
wir nit aigens wissen ktlnnen, wann es zu orth oder zu was 
end es kumen wcrd. Welches uns bey dieser schweren und 
langen zerung nit alkin schimpflich, dass der löblich prelalen- 
BtsLuA also abges lindert, vergeh Heb alhie sitzen und verwarten 
soll sonder auch wie uns schmerzHeh fürkumbtj bei der F. D* 
in verdacht kunien, als hessen wir uns die wollfart gemaines 
vatterlandts nit angelegen sein. Derohalben wir uns bey der 
F. D' entschuldigen und uns erclercn mtiessten. Wir bitten 
aber nochmals die herrn, die wellen doch nunmals sambt uns 
zu den proponirten landtagssachen greiflfen^ dem gränitzwesen 
und gemainer wolfart zu guetein . < * Grätz den 9. Januarj 
anno 81. 



74. 

,An die F. D' erzhvrzog Carolen su Österreich, (iehwsanmt an- 
hringen der N. vud N. hischoren vnd prdafeu in Steyr für sich 
vud die ahwesendeu in tnrunden landiug' (lie^chiverde, dass die 
Herren und Landhuie nicht £ur Laiidtagspropositimi greifen,) 

Ohne Datum, 

(9t*tth.-A. IiiTrabriick.) 

Darchleuchtigster , , . Wir haben zu mer mallen vnsers 
tliails in dissem werundcn landtag oft'entlich dahin gerathen^ 
dass man die landtagshandlungen, derwegen wir hieher bo- 



174 

schribcn worden, soll zeitlich zu orth bringen, damit das granitz^ 
wesen gegen dem erbfeindt zu erhaltung land vnd leüt woM 
befurdert, vnd wir von der sehwilren langwerunden zerun^ 
komen vnd zu liauss verrücken mochten; so hat es aber b^ 
denen herm vnd landleuten, so der A. C. anhengig, nit stA^ 
haben wollen, und sie nun in die sibende wochen zu ei— 
haltung ihrer religionsexercitien, wie vns furkombt, embsig be- 
flissen sein, vnd in E. F. D* desswegen stark dringen sollen^ 
entzwischen wir nit mit gerinschetziger verschimpfiing des pre- 
latenstandts abgesündert, in schwären zerungen vnd verab- 
saumung vnser geistlichen vnd weltlichen geschäft zu hau« 
alhie aufzogen werden, vnd dardurch auch bei E. F. D* be- 
sorglich in verdacht komen mochten, als lissen wir vns die ge- 
maine woUfart nit angelegen sein. Wir künen vns aber mit 
vnsem gueten gewissen vor gott vnd auch bei E. F. D* dessen 
woll entschiddigen^ dann vns in warheit nichts liebers, als dass 
ermelte herm vnd landleüt an E. F. D* genedigister erklärong 
alssbald ersettigt, vnd sich zeitlich gehorsamist mit ihrem langen 
repliciren zu ruehe geben, vnd die landtagssachen, sonderlich 
auf E. F. D* genedigist beschchcn emiohnung ihres theils, wie 
wir gesinnet, befuerdert hetten. Weil wir dann gehorsamist 
vermerken, dass E. F. 1)* als cristlich vnd vätterlich auch stand- 
haft in albeg ])edacht, vnsere wahre catholische religion und 
iurisdiction handzehaben, dessen wir uns ganz diemuetigist be- 
danken, so soll E. F. 1)*^ gn. auch kain zweifei tragen, dann 
dass wir ganz gehoreamist, wollgenaigt vnd willig sein, vnsers 
thails nach muglichen dingen vnscr geburliche hilf vnd Steuer 
wider den erbfeindt und zu langwerunden erhaltung land vnd 
leüt darzuegcben vnd den landtag gern zu gewünschtem ende 
helfen belurdern vnd schHessen, auch bei E. F. D' als von gott 
vns gegebnen cristlichcn haubt treulich steen wellen, versehen- 
lich die mergedachte herru vnd landleüt, so sich von vnser 
vralten catolischen religion absondern, werden sich auch keines- 
wegs einer erschwinglichen landtagsbcwilligung in jetztwerun- 
den landtag eussern, sondern sanibt uns hindangesetzt all ander 
afFect, die wolfart gcmaines vatterlands als ritterliche leüt treu- 
lich helfen befürdcrn, wie dann E. F. D' sie genedigist darzne 
wissen zu halten. E. F. D* werden ohne zweifei bei der hand- 
habung der catholischen religion vnd iurisdiction woll erspriess- 
lioh glück vnd gedeien, von gott vnd nit allein von vns vnd 



175 



gemainer landschaftj sonder auch im fall der mcrt-rn ooth von 
vilen christlichen potentateii gueter hiltf jederzeit sieh zue ge- 
trosten haben, vnd wellen auch mit vnscrm andeehtigen omb- 
sigen gebet zu gott vmb E, F. D^ langweninde glückliche re- 
gierung vieissig ruefeii. E, F, D' wir vns zu genaden bevelhen,* 



W 



75. 



Wilhelm Herzog von Ober- und Nwffn-ha^etn an den ErehiBchof 
von SaUhurg: hat die Mitiheilungen der Verhandlungm zwischen 
dem Erzherzog Karl und der Landschaß und auch mündlichen 
Bericht durch dai Gesandfen Ächaz von Thurn erhalten. Klagt, 
dass der Erzhischof schimpßick von Holehen Leuteit angezogett 
werde. Der Erzbischof habe sich dureham gut gehtüten. Von 
mlchen Leuten aber sei nichts Anderes su envarteti, L />' habe 
ihf^n zu Befriedigung ihrt^r iihel inft>rmirt(m Gewissen noch zu 
f ^id gelassen, E. G, werdfm gut tknn, sich im Stifte^ an den 
Gtfmzen vorzusehen und in Steter und KämUm Kmuhchaß zu 
kalien, nam^mtlich im Gehirge gegen Steier, ,Wir wollcfi's auch 
thin. Im Gebirg gegen Steyer sind die Unterthanen zu Neue- 
rungen in EeligioH ohnedies geneigt. So wird E. L. jederzeit 
wissen, was vorgeht und kann dem Uihel zeitUeh hegegnen. Was 
als Kreis- und Bundesobrista' dazu tkun können, wollen wir 
thun . . / Münclien, 1581 Januar 10, 

(Cufi,, HtAttb.-A. Innsbruck, wie Nr. 45.) 




k 



76. 

Die Verordneten von Steiermark an ihre Gesaudtfm am htiser- 
licheti Hofe Fried rieh von Holl^negk und Franz von Neuhaus ; 
Antwortschreiben über die Religion^handlungeu im Landtage. 
Graz, 1581 Januar 10. 



... Und haben Euer christlivh eyferig und ganz treu- 
herzig' sehreihen alles die laidig letzt alliie eingerissen reUgions- 
irrung betretfent mit sonderm trost und freundscliaft naeh lengs 
vernumen. Wie wir uns nun in dem stuck von herzen erfreuen 
und gott dem herrn billiehen dank zu sagen schuldig, dass wir 

* S. unten ans Schreiben 88 vom 17. Janunr, das vurliegende filUt auf den 9. 





•v . ,^ i^i ii .^cin^on so fTuetten sach(en) in allen und ieden punclen, 
..i. .;wivii r uns ouorn treuherzigen rath ertheilt mit £. ganzen 
^< ;;:2U' einhellig ubcrainstiminen und alles dasjcnig. so 
.»V uiiil> Alt niohlen, christlichem getreuen underthanen gebucit 
..'v»rt.t MX die luindt genuinen (darundcr denn auch des durch 
.»X A i'.i^eieuten fucssfalls welcher den letzten tag Decembris 
%K.rt<vhiie> iars ganz diemüettig in grosser anzal der herm 
..iJ !i4:ivlleut lioschohen, nit vergessen): also schmerzt uns hin- 
«» AU'i ,^an£ kümmerlich und von ganzem herzen, das weder 
4 .Ȁ iKH'h das andere bei I. V. D' khain ansehen haben uni 
,lvti auf solchen fuessfall den 4. diss muntlich und sehrift- 
.ivli diseii unverhüfFten bschaid geben hat, dass sy weder* 
\eut. khunftig noch in ewigkait aus ihrer ersten ge- 
iiumenen resolution nit geen oder weichen wolle, d^ 
ir «ueli leib und leben, ja alles was gott I. F. D* immer 
ortliailt, darüber aufgeen und wagen sollte^ welches 
orton^ vermelden uns und menniglich (als die herm wol er 
Hellten khunnen) dermassen inniglich geschmerzt und gekränkt^ 
dass wir nit unbillich auf solche unsers lieben herm und kmd- 
fUrsten erschrückliche red, so wider die erbhuldigung letzliche 
slarke zuesagen und starke contestationes, auch religionspaci- 
lieatioii schriftlich und nuindtlich ervolgt, in cusscriste be- 
truebnus und klainmuettigkcit gerattcn sollen, und da wir den»^ 
i\]Wu Adam ditzfals nachgeben und volgcn, solte uns billich eiis. 
solche betruebnus überfallen, dass die Sachen mcrcrs den al — 
nieehtigen selbs, sein und s<*ines hailsamen worts ehr und des— 
s(^ll)en ausbraittung antriÜY und allain in seinem schütz steet^ 
also haben wir darauf noch zu ainem ubcrfluss, ungeach* 
I. F. 1)' lautter vermclt, mit uns verrcr nichts schriftliches e» 
handien, ein ausfücrlichcs dcmüetigcs libell gestellt, darinnea 
sowol die vorigen eingefuerttcn behellf und ablainung dessen^ 
s») I. D* gegen uns gebraucht, nng(iz«jgen, als dass wir uns hin- 
wider lautter erclärt, dass auch wir verniitls gottlicher gnaden 
jetzt, hinfUran und in ewigkeit von gottcs wort nit weichen 
oder auch aus dem, so I. F. D* uns gn. geschworn und 
versprochen, tringen und treiben und ee darüber veriiern 
und aussteen wollen, was der liebe gott uns zuschicken wirdet 
Besonders aber haben wir fuer gwalt gehorsamist aus der 
ursach gebeten, dass fiier uns kumen, wie I. D* auf der teuff- 
^hen bösen leuth anhetzen Vorhabens seye, E. E. L. stifil- 



177 






Itirehen speiTen au lassen, darzu wir es dann nit gern kumen 
lussen wi}llen. 

Was min der liebe gott auf diese und andere fürgewente 
mit! (dann nit allein dem von Salzburg, welcher durch seine 
gaanten alhie nit die wenigist ursach dises unraths geben, 
E, E. L. stark zuegeschriben, sondern auch dass alles den andern 
landen Khamtten und Crain auch Ob- und Unter Österreich com- 
munieiert und heut dato zum andernmal den fuessfall gethan 
hat) fuer gnad geben wird et, das gibt die zeit, und Schreibens 
Euch hernach wider zue. 

E, E. L, wirdet zwar an emsigen und getreuen eyfer an 
^ir nichts crwinden lassen, aber wie uns noch alle sachen an- 
hen, tragen wir grosse beysorg^ I. D* werde hart zu er* 
waichen sein, und muess nur gott der herr ein unversehens 
mitl und hindernuss schicken^ das er verhoffentlich zu seines 
namens ehr nit uiiderlassen wirdet. Wollten denen hemi wir 
luittlerweil nit verhalten . . . Datum Gratz (den 10,) * Janua- 
rii 81^^» 



77. 



tBie mtzhurffiMhen Cümmissäre an den Ershischof: Stand des 
Jieliffiüns.^trHtes etvisehen tfcw Ersrherzoffe und den Stämhn. 
<rra£, 1581 Januar 10. 
(Cop,, Stfttth.-Ä. Innubnickj wie Nr. 46,) 
Hochwürdigister fürst, gn. herr , . . E. F. G. , . . zu be- 
richten, dass in landtagssachen wegen fUrgefalnen religionsstritt 
zwischen der F. D* und E. E. L. biss dato noch nichts ge- 
schlossen, iecht wenig auch besorglieh, dass noch in acht oder 



■ Daa TAgesdatntn ist mit Tinte übergosnen, aber doch noch emigermasaen 

kenntlich, (Vgl. auch Sötainger» foK 189 ä.) 
^ D&ü Schreiben ist die Antwort aaf ein Schreiben der beiden Abgesandten 
de dato Prag, 1581 Januar 3^ au die Verordneten. Sie betonen darin, 
dftss die siteiriscbe mit der ^jiterreicliidchen Religionssache nicht ver- 
glichen werden kann. In Oeaterrekh hätten Städte und Märkte sich 
^^ üelbat von Herreu und Rittern abgesondert, in Hteiermark, Kärnten 

^H und Krain niemals ; auch i»t das Verbot In Oesterreich gane anders ge- 

^^B artet Es ist hier unverwehrtf in den Kirchen d^s Herren- und Ritler- 

^^1 ilandes auch zunächst bei der HauptfltJidt Wien auf eigenem Grund und 

^^m Boden das Exercitiuin zu halten, und darf es mänuiijlich besuchen. Im 

^^P iassemten Falle wird man aioh au das Reich wenden müuien, 
P FoDtea. IL Abtii. Bd. L. 12 



178 

mehr tagen nicht geschlossen werden möchte. Dan sich hoc^Er 
gedachte I. F. D* endlich dahin resolvirt und erklärt, dass t^ ^ 
in derselbigen landen den confessionisten das predige m 
anderer orten als in iren aignen häusern auf decsa 
landt, zu Grätz aber auf dem landhaus, nicht passieren welleci^ 
wie dann E. F. G. durch derselbigen commissarien in ainera 
und anderm bericht empfangen. Ob nun wol I. F. D* bestän- 
diglich bei erster erklärung verharren, so geben doch die herm 
und landleut bis dato kain anzigung, dass sy I. D^ zu weichen 
gesinnet, fahren also mit täglich predigen in der stifft und 
andern religionsexercitiis immerdar fort, werden gleich jetzo 
I. D* widerumben ain Schriften überantworten, dises fUmemb- 
lichen Inhalts, nachdem die religionspacification sowol Kämdten 
und Crain als das fllrstenthumb Steyr antreffen thuet, I. D^ 
aber bei vorigem beschechnen zuesagen, die Sachen nicht be- 
ruhen lassen welle und sie ausser vorwissen der andern lande 
und also in praeiudicium tertii nichts begeben künnen, dem 
nach bitten sy underth., I. F. D^ welle ein generallandtag aller 
dreyer lande ausschreiben und die resolution in religionssachen 
bis auf derselbigen verschiben. Als vil ich aber etwas vor diser 
zeit, da ich an vertrauten orten auf ainen solchen fUrschlag und 
begern andeUtung gab . . . von vertrauten personen vememen 
mUgen, so ist I. D* dergleichen begern durchaus abzeschlagen 
entschlossen . . . Datum Qrätz den 10. tag Januarii anno 81. 
(Ohne Unterschrift.) 

78. 

Jntercession und Fürhittschreiben^ der Landscliaft Kärnten an 

Erzherzog Karl für E. E. L, in Steier ,umh ahwendung der ein- 

Stellung ihres christlichen minister ii>, Klagen fürt, 1^)81 Januar 10. 

(S($tzinger, fol. 181a— 186a.) 

79. 

Die verordneten Ausschime Kärntens an die geheimen Itäthe: 
Bitte, ihr Bestes zu thun, dass die schädliche Weiterung, die 
oiAS diesem r^euerlichen Vorlwhen folgen ivürde, abgeschnitten 
werde und man wie früher einmüthigen Herzens zusammenhaUen 
Tcönne, Klagefifurt, 1581 Januar 10. 
(SOtzinger, fol. 186 a— 187 a.) 



179 

80. 

J^ Verardnetefi von Kärnten an die Landschaft von Steier: 

^^HätigfAng des Empfanges ihres Schreibens vom 24. December 

1580 sammt den Landtagsschriften. Die Protestation gegen den 

^ebisdiof von Salzburg hätte etwas gemildert werden können. 

^mn nothwendig, werden sie und die Krainer Gesandte nach 

Grraz schicken, Klagenfurt, 1581 Januar 10. 

(Sötzinger, fol. 187 a— 188 b.) 

Postscriptum: Wir haben auch, damit man um so viel 
weniger Verdacht schöpfe und gesehen werde, dass wir frei 
und offen handeln, diese unsere Antwort an Euch den Herrn 
gdieimen Käthen eingeschlossen. 

81. 

Die geheimen Räthe an die Landscluift A. C: Die F, D^ sei 
namentlich wegeft der gegen sie gemachten Anzüge und des Fuss- 
faUs wegen sehr alterirt. Er sei zu einer Willensänderung nicht 
eu bewegen. Sie sollen nun endlich zur Proposition greifen. Graz, 

1581 Januar 11. 

(L.-A., L.-H., Statth.-A. Innsbruck.) 

Wolgebome etc. . . . Den herrn sament und sonderlich zu 
dienen seindt wir ieder zeit wolberaith und haben auf derselben 
uns angestem nach beschechnen fiiesfaal angehendigte und an 
I. F. D* unsem gn. herrn intitulierte Schriften auch darbei und 
hievor den 29. Decembris (sie) beschechnes mündlichs an- 
langen alles das bewiste müeselige religionwesen betreffend t 
nit unterlassen, die angedeute Sachen irer wichtigkait nach höchst- 
ermelter irer F. D* . . . alsbaldt nach lengs höchstes angelegnes 
vleiss gehorsamist anzubringen und darunder unsere officia der- 
inassen zu prestiem, wie E. Gn. und herrn sonders vertrauen 
zu uns steet, es auch die wichtigkait und alle umbständt des 
handls erfordert, aber in warhait I. F. D* gemliet sonderlich 
auf die zween underschidUche gethone fuesfäll und dan wegen 
der schwierigen anzüg, als ob I. F. D* zuwider derselben erb- 
huidigung pacificationen und fürstliche wort gehandlt dermassen 
alterirt und exacerbirt befunden, dass wir es kaim zu anhörung 
obbemelter Schriften gebracht, sondern gleich an dem gestanden, 
dass I. F. D* solche Schriften unabgehörter widerumb zurück 

12* 



180 



geben lassen wellen, mit sonder Vermeidung, weil sy wol er- 
achten k unten, dass eben dasjenige so vor bescheehnen fuess- 
fal ir mWndlich nach längs angebracht worden, in solcher Über- 
raichter Schriften begriffen sein werde, aber dasselb alles durch 
L F. D' in vorigen Schriften grtintlich nnd stütlich abgelaint und 
widerlegt worden, dass es demnach zu gewin und ersparung 
der zeit ainieher ferrern Verantwortung in dem wenigisten nit 
bedürtftig, sondern liessen es auch in dem hauptpnnkt noch- 
mallen und für alle zeit bey irer vorigen gegebnen gn. reso- 
lution allerdings verbleiben^ dass auch nit allain Ew. freundt- 
Bchaft und gnnst von irem verrerm urgieren und cunctiem 
ablassen und nunmer in die schuldige gehorsamb sich be- 
gebe, sondern auch wir unsersthails I. F, D^ in diser lang dis- 
putirten materi nit mer importuniern sollten, das sich aber Ew, 
freundtsehaft und gunst in gedachter iror ilberraichten Schriften 
und andern dahin erclärt, dabey irer ftirgewendten kirchen und 
achuelen mit der spörr und in anderweg de facto was attentiert, 
dass sie es kaineswegs ntt zu begeben noch gestatten k Unten. 
Solche erclärung betten I. F. D* mit etwas entsetzung ver- 
Dumen und nie geraaintj dass E, Gn. und herrn ain solches ge- 
denken, geschweigen I. F. D* schreiben oder inen zuwider irem 
selbs hievor in mer weg beschechnera contestieren in sin nemen 
diirfen, sondern müessen gentzJich prcsupponiern, dtiss solches 
ir etwo aus unbedacht auch unerwegen der ir darauf stennden 
schwären Verantwortung und mit riechenden merklichen gefar 
entfallen sein mochte, uns gn. auferlegend und bevelcheud, an 
Ew, freundschaft und gimst dises entsetzlichen anzugs halben, 
merrere erleuterung schriftlich zu begcrn, und so alsdann aus 
solchem allem immer so vil erscheint, dass über embsige be- 
miehung höchsternennter I. F. D* von irem proposito in disem 
puncto retigionis nit zu bewegen, sondern steüff und vest un- 
geacht aller und ieder beschechnen andeutung darbey zu ver- 
hangen und dann ainiche verrere schnft in diser raatery vou 
Ew. freundschaft und gunst anzunemen mit nichte bedacht sein: 
80 haben dennacht wir derselben nit allain solches alles berichts- 
weis freundtlich anftiegen, sonder dieselben auch hiemit alles 
angelegnen vleiss bittlich anlangen sollen und wellen, dass sie 
auf so starke und unbewegliche I. F. D* genumne gn. resolution 
i>nc lengern umbschwaitf nunmehr zu dem lang gewinschten 
hoch notwendigen werk der landtags proposition unsaumbig 



i 



I 

1 



greifen L F. D* und ir selbs auch des ganzen %mtcrlancls wol- 
fart irem berüembten und in na er weg erza igten eyfer nach 
treuherzig und also bedenken wellen, damit aller und jeder 
missverstandt und schödliche erweiterung gentzlich abgeschniten 
und endich das gemaine wesen in guetem frid und rxie noch 
langer vor allem tb'oenden verderben aufrecht erhalten werden 
uns alle neben erwartung ob angedeütes begerten schriftlichen 
berichts gödicher bewahrung bevelcliend und gegen Ew. gunst 
und freund Schaft freundlich und dienstlich erbietend. 
Datum Gratz den 11. tag Januari anno im SV^^, 

N. F. D* Ertzherzogen Carls 
zu Österreich gehaime räthe. 



82. 

Schreihen cütes UngenamdeH (Seekau ' oder Gurk) an den Ers- 

hischof von Sahburg: Freudige Anerkennung seines eindruekvoHen 

Briefei? an die Landleute in Steier, GrajSj 1581 Januar 12* 

(Cop., Slattb.-A- Innabruck, wie Nr. 46.) 

HDch würdigster . . , E. F. G. sehreiben vom vierten dits 
hab ich in gehorsamb empfangen vnd neben desselben inhalts 
auch dasjenige, was E, F. G. den landtleüten in Steyer der 
Augspurgischen confession znegethan auf ihr anbnngen wider 
zu antwurt zuegeschriben, fürnembhehen dass sie diese sachen 
an die R. K. M^ auch die benachbarten fiirsten gelangen lassen, 
vnd LI)' erzherzog Carln angefuegt, von E. F. G. alheer ab- 
gesandten weitleüfhger vernomenj welches dann hocheroennte 
I. D* zu sonderer freundtschaft vnd nachbarschaft annemen, 
auch der herr nuntius apostolicus vnd die prelaten vnd andere 
treuherzige eatholische cristen ain sondere frelld vnd frolocken 
darob enipfangenj dass sich E. F. G. dermassen, wie sich yetziger 
zeit gelegenhait die nodttlrfft erfordertj so vätterlich genedigist 
vnd eiferig vmb die ehr gottes vnd erhaltung willen seiner 
wahren catholischcn kirchen annemmen, dessen sich dann gegen 
E. F. G. zum höchsten vnd vnterthänigisten zu bedancken vnd 
gewiss zu verhoffen ist, der allmechtig gott werde zu fortsetzung 
dises Werks den seinigen hierzue gnad verleichcn vnd alles zum 
besten richten* Was dann der herr Nuntius, ich vnd andere 



^ Währächelalich ist es der B«nclit des ßischofä von äeckau. 



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treuherzige katholische Christen darunter erspriessliches sein] 
kiinen, würdet (ob gott will) pestes besteodigen Vermögens be-J 
sehehen, darziic E. F, G, comissarien hinfür nit weniger wiej 
bissher dits orts ftlrfallenden beschaffen haiten von mir jederzeiti 
alle vertreüliche crinderung haben, welehca E. F, G. hiemit 
imterthenigist anfliegen sollen, Datum Gmtz den 12, Jannuary 
anno 8L 



83. 

Schreiben rf/r m'^bischöflich sahburgischeH Commmärc an den} 

Erzhwchüf über die Wirkung seines Schreibens an die Landschaft»,^ 

Grüß, 1581 Januar 13, 

(Cop., SUttli.-A. lunsbnick, wie Nr. 46.) 

Genedigister herr. E. F. Q. künnen wir bei disem poten, 

so wir ablaufen lassen, merers nit zuwissen machen^ dann dass 
wir E> F. 6* an die herrn vnd landleütt von der Augspurgischen 
confession alhie gehörig schreiben vnd antwurt herrn Hanns 
Friderich Hofmau als landmarschalhen alsbald vnd L D* das 
irig volgenden morgen in aller frue behendigt. Wir künnden 
nit genueg erBcbreiben^ was E. F. G. mit solchem für ehr vnd 
lob eingelegt, auch frohlocken vnd sterkung gemacht bei I. D* 
nit allein, sonder auch bei dem herrn Nuncio, baidcn herrn bi- 
achoven vnd allen catholischen, denen es biss dato kundi worden, 
wie dann E. F. G» bei negsten vnaern poten vom herrn Nuncia^B 
Gurgkh vnd Seggaw verrers veraemen werden, Herontgegen 
ist wol zu erachten^ dass die andern von der Jandschaft desto 
mer consterniert vnd confimdiert worden, Herr Nuncius hat 
copias begert, transferieren lassen^ scbickts an heut L H* cum 
laude et comrnentatione E. F. G, zue. Es ist solch schreiben 
gar zu rechter zeit et in ipso quidmi temporej quod omnium 
primum e$ty komen, dass es nit rechter vnd zeiüicher beschehen 
klinnden, vnd über das, was I. D* mit den 'ividerspenstigen ernst- 
lich handleu lassen, ist gleich diss schreiben tamquam malletig 
darauf gewesen, Gott verleihe sein genad, dass dise arme ver- 
fuerte leüt ainist zu besserm gemuet vnd verstand bewegeal 
lassen. Datum Grätz den 13. Jannuary anno 81. 



183 



84. 

itUwort dir Landschaft auf das Schreibeti der geJmnieti Rätke: 
Hdrubniss über die Weigerung des Erzherzogs, ihr eutgegenzu- 
ommett. Ahtvehr des Vorwurfes der Ketzerei, Haltung ihrer 
Feinde, Insirnction des Nuntius. Hecht auf ihre Kirche und 
Vertrauen auf dtm Landesfürstmi. Gras, 1581 Januur 13\ 

(L.-A., L -H., Sötzinger, Stätth.-A. Innsbruck.) 

Hochwierdigiater flirst, wolgeborn^ gestreng und hochgelert 
Rüstig und besonder liebe Herrn und freundt. Wir habee Ew. 
. , . mündüich und schriftlich vermelden, so uns durch unsere 
ausschuss referiert und angehendigt ist worden, nach lengs 
abgehört und vernumen und kllnen nit underlassen, unserer 
höchsten und unverraeidlichen notfcurft nach Ew. Gn. und Fr, 
^ hinwieder anzufliegen : 

Erstlich, was dieselbigen ihres getreuen angelegnen vleiss 
und darunder prestierten officien halber vermelden, wolte gott, 
dass es, sowol es unsers thails aufrecht^ treulich und telltsch 
geschieht, wie es der Sachen wichtigkait und mit sich ziehendt 
verderben in allweg erfordert, allenthalben bedacht, so wurde 
der effectus solches besser als bishero wUrklich an tag geben 
und da es sonst unverhofFent übler ausschlagen^ Ew, Gn. und 
Fr. sonderlich ainsthails der Verantwortung nit frey gelassen 
kilnnen werden. 

Dass nun I. F. D^ . . . unser . . . anbringen, darinnen wir 
umb änderst nichts als haltung trauen und glaubens, zuegesagten 
und hoch contestirten religionspacilication, den leiblichen aydt, 
so uns in der erhhiddigung prestiert worden, damit uns ausser 
ordentlichen rechtens das unserig mit gewalt de facto nit ge- 
numen werde, gehorsamist angelangt, zu zwaymalen unsem 
unterthenigisten fucssfall . . . darLIber gethon und dardurch den 
höchsten gehorsam b , , . erzaigt, anderer gestalt von uns nit 
angenumen und solche höchste unterthenigkait änderst nichts 
gewürkt, als dass L F. D* ir L f. vätterlich angesicht von uns 
abgewendt und mit kainera tröstlichen beschaidt nit entgegen 
gangen^ sondern uns kniender verbleiben lassen und noch dar- 
über sich dermassen alteriert . . . solten haben, dass sich auch 
I. F. D^ schwärlich zu abhörung unserer schrifften durch Ew. Gn, 
und Fr. bewegt worden sind, so doch auch geringe Privatpersonen 



^ 



184 



in iren hocLen verbrechimgen clurch fiiessfaal die begTiadiing 
erlangen und wir ausser aolcher fuessfaal hievor iederzeit mit 
1. f. milden gn, in unsem beseliwärliclien obliegen gehört und 
ti'östlichen beseliaidt empfangen haben, das alles mUessen wir 
. . . gott mit schmerzen klagen und sagen , . . dass wir L P. D' 
. . . ainiche schiildt nit zuemessen^ aber wer an so diser ge- 
schwinden . . . alteration schuldig, das ist nun zu mermaien aus- 
gefiert. 

Wir bezeugen noch mit gott . . . dass wir so wol unser 
liebe voreltem I, F, D* . , , als unsere von gott fiirgesetzte crist- 
liche obrigkait erkenen, rüemen und ehren , . , und unsere nach- 
kommen und erben ... zu soleliem gehorsam halten und erziehen 
wellen, in disem allem uns unsere . , . religion im wenigiBten nit 
hinderlich . . . 

Dasa wir aber I. F. D^ ietzige resolution . . . nit annemen 
künen, haben wir hievor unser Ursachen . . . angcbrachtj dass 
wir nemblichen bey verlierung unserer seilen selligkait gott dem 
herm merers dann der ganzen weit zu gehorsamen dimno et 
humano iure bewegt und verbunden sein. 

Und dass wir greiflich spüren und merken müssenj dass 
solche resolution zuwider I. F. D^ uns gethonen zuesagen und 
hoch contesticrte ftirstliche wort in gwissenssachcn niemanden, 
wer der sey, so sich frey und unbezwungen darzu bekennt, zu 
beschwärcn, durch unser ganz wol bewüsten Widersacher und 
widerwcrtige obbemeltc und hievor lioch contesticrte religions- 
pacification mit gewalt abzudringen mit ungleichen presuppo- 
sitia, als ob wir kaeretici wären et cum ham^etieu non communi- 
candum nee iis ßdem datam servandam esse^ ervolgt ist, nun 
künnen dieienigen zu ewigen zeiten fdr ketzer nit gehalten 
noch überwisen werden, die iren cristenlichen glauben und 
gottesdienst auf gottee worth und nit auf menschen leer fun- 
diem, deren religion mit allen cristcn diser Augspurgischen 
confeesion zugethan wir auch sein, dameben auch, dass wir 
änderst ordentlich gehört werden, solche eonfession aus gottes 
wort darzuethuen und der allgemainen vergleichung inhalt pa- 
cification gern erwarten wellen, und wie uns nun mit solcher 
unbilhchen beschiddigung der ketzerey vor gott und der ganzen 
christenhait unguetlich bcschiecht, also fallen die andern zway 
presupposita billich zu bauffcn, dass uns hingegen als erlichen 
aufrechten pidersleuten und I. F. D^ ganz gehorsamisten und 



:« 



A 



185 



I 



getreuen landloitthen und unter tlioneiij die wir ainicher ketzerei 
nit uberwundenj trauen und glauben und so stark contestierte 
religionspacificatiou billich gebalten soJle werden, weil auch 
allen rechten nach den feinden trauen und glauben zu halten 
regulariter war ist und vil unzeliche eventus im widrigen fal 
ungeacht der blswdlen darwider ervolgten absolution war sein 
bezeugen. 

Neben dem sich khaineBwegs wirt befunden^ dass denen 
eatolischen romiseheu erzbisclioffe, bisehoffej prelaten, pfarr- 
herm der andern von der AugBpurgischen confession ver- 
wonten in gemain ichtes beschwärlicbs in praeiudieium irer seil 
und leiby liab und guets, attentiei*t und niissgehandlet worden 
soy und wann aie schon privatim ainer oder mer hierinen ver- 
griffen (nc)f sollten darumben vil tausent mit unter tniekung 
und Vertilgung der cristlichen religion dessen entgelten (oder 
solt dann gar khain recht noch gericht mer im landt vorhanden 
sein)? wie wir dann gar nit befinden^ dass uns unsere hie vor 
in denen u bergebnen mit guetem grünt und erheblichen argu- 
menten ausgefierten Schriften widerlegt worden sein. Entgegen 
so niüessen wir wol mit herzenlaidt anhören, wie es dann der 
efFectus also wiirklich am tag gibt, was unbewüsst E. E. L, au 
frembden orthen zu Rom und anderswo, da man solches prac* 
ticiert hat^ beschlossen ist worden, wir darüber niemalen ge- 
hörty unsere freyhaiten erbhuldigung und so hoch beteuerte 
religionspaeification bei seite gestellt, das alles muess und 
soll de facto unv erhört wider recht one alle vorgebende recht- 
liche erkanutnus execjuirt, uns das iinsrige mit gwait entzogen 
und genumen werden. Das sollen billich Ew. gn. und Fr., 
dass sie die göttliche hiMitia vor äugen haben (wie uns nit 
zweifelt), I. F, D^ treulich wol rathen und das geliebte vater- 
landt, landt und leuth nit ins etlsserste verderben setzen und 
füren wellen helfen, cristlich und höchstes angelegenes vleis 
ganz wol betrachten und zu gemüeth fderen, darbey vernünftig 
erwegen, was dise unftirsehenliehe execution und veränderimg 
fUr beschwärung und turbas excitieiTi werde, da die frembden 
natiouen und andere auch diejenigen L F. D^ diencTj welche 
andere davon abhalten sollen, wie man alberait davon thuet 
sagen^ in scherz und ernst mit schimpflichen gespött und ver- 
lachungen disen und jenen ir ellendt und religion fürtupfen 
wurden, oder wie von fremden orten zum thail aus Jtalia heraus 




186 



Wirt geschriben und solches offenlich am tag und die kindor 
auf der gassen davon rederij dass frembde nationen sich m*s 
landt einschlaiffcn und erschrecklichen iammer anzurichten ge- 
denken und solches alles eben des Nuncii Instruction und be- 
Teioh, so er vom pontißce Romano empfangen haben, sein solle, 
solches also zu practiciem und ins werk zu richten, darzue 
wir dann ienger kaineswcgs stilschweigeny sondern Ew. Gn. und 
Fr, hieniit freundthcher mainung angemeldet wellen haben; daafl 
uns nit verargt kundt werden, da wir auf solche des Nuncii 
betroung zu defendierung unser weyb, kindt, haab und guet 
zu gebürlicher aufsieht zum besten so wir künnen, wider 
solche frembde nationen und perturhatore^ patriae et communis 
tranquillitatis uns flirsechen miiestenj mit gott bezeugendt und 
aollenitcr protestirendt^ dass wir gegen L F. D* mit allem schul- 
digen und Pflichtigen gehorsamb in aller untertheinigkait zu 
ewigen weiten als erliche pidersleuth erfunden und bei L F. D* 
als onsern gn. herrn und landt^fiirsten mit leib und bluet be- 
stendiglich bestehen und verharren sollen und wellen, dann 
wir uns entgegen als gehorsainiste und unterthenigiste landleuth 
und unterthonen zu L F. D' . . . alls guets und ainicher wider- 
wertigkait im wenigisten nit versechen oder getrosten und 
ainichen bösen gedanken wider L F. I)^ in unser herz, sin und 
gemüeth durchaus oit einkomme n künnen lassen^ sollt es aber 
darzue kommen, welches der allmechtig gott gn. verhlicten 
welle, dass durch des Nuncii und anderer pcrsonen uncrist- 
liehen antrib und wider I. F. D^ erbhuldigung und h f, hoch 
contestirte wort, des lands freyhaiten gewonhaiten und gebrauch 
dureh frembde nationen und unserm gegenthail ichtes mit ver- 
messnem gwalt attentiert und fllrgenumen, unser geliebtes vatter- 
landt ins verderben gebracht, die gottlob bisher erhaltene rue 
und cristliche ainigkhait pei*turbirt, wider ti'auen und glauben 
gehandlet wolle werden und wir zur notwendigen und in allen 
göttlichen und natürlichen rechten zuegelassnen defension, zu 
crhaltung I, F, D* I. f. hochait unser geliebtes vatterkndt, weib, 
khindt, hab und guet, wider solche frembde nationen greiflfcn 
müesten, das soll uns von kaineni rechtsinnigen zu ainichem 
ungehorsamb biMich nit zugemessen werden. Wir winschen und 
bitten unsersthails änderst nichts, dann dass wir bei dem unsrigen 
one betrangnus diser frembden w^^llisclien nation oder wider- 
wertige bey der erbhuldigung, pactis promissis, 1. f, zuesagu 




187 



und bey nnserm schulrligen gehorsamb, mit weklietn wir bis- 
her ob gott wil als tre^ tinterthenigiste landlciith imd unter- 
thanen erfunden sein worden und zu e^\4gen zeiten hcy L F. D* 
als geliorsamiste erfunden, mit nie und unbetrüebt gelassen 
mügen werden. 

Dabey dann Ew. Gn. und Fr, ak ansebenliehe L F, D* gc- 
Iiaimen rUtbe das irige und beste wurklich au thun nit iinder- 
lassen sollen^ auch alle schöd liehe erweitterung und mtiessvcr- 
standt und trounden verderben iresthails gänzlieb verhüeten 
helfen oder im widrigen fiml, da ein ander ejfectus sieh erregt^ 
sie weder vor gott noch der weit entschuldigt werden. Was 
nun die begeile erleutterung unserer Schriften anlangt, alda 
wir geschriben: Im faal iemand de facto ichtes bey 
unserer kirchen und schuel attentieren wirt oder 
durch was titl und schein ainiche abschaffung unserer 
prediger und sehuelperaonen befichechen solle, wir 
als die gehorsamisten ^ die wir I. F* D* zuesagung, 
landsftirstliche wort und coutestationes vor äugen 
haben, solches kaineswegs zuegeben noch gestatten 
künen, haben wir uns in allem unaerm raüodJichen und 
schriftlichen ftirbringen genuegsamhlich und mit guetem be- 
dacht ercläit und ist der puechstaben an irae selbs lauter, 
sintemal I. F. D^ unser gn. herr in der erbhuldigung uns mit 
leiblichen aydt geschworeUj uns bey unseren freybaiten löb- 
lichen gewonhaitcn und gebrauchen gn, bleiben und dar wider 
nit beschwärn zu lassen. 

Dise Stift capein ist anfangs durch ainen landtmann in- 
halt der freyhait auf seinen aigenthumblich erkauften grundt 
gepaut und khain mensch auf erden ainich ins und recht 
weder mit lehenscbaft, vogthey und contirmaticin nichts zu 
schaffen gehabt, unser religionsexercitium ist uns vi! iar her 
vor L F. D* L f. regiening alda erhalten worden; p]. E. L. 
hats mit {marem gelt von Seyfridt von Eggcnperg und hernach 
andern personen mer grundtstuck darzue erkauft, die kirchen 
und schuel in kraft der wissentlichen freyhait crpaut, onc men- 
niglichs irrung riiebig possedicrtj L F. I)*^ uns sowol k aiser 
Ferdinandus bisher unbetrüebt darbey gelassen^ religionspaci- 
ücation darüber anfgerieht, hoeh contestirt und austruckcnliehen 
zuegesagt^ E. E. L. darbei gn. verbleiben zu lassen, und weil 
keiner privatperson im landt das seinig wider recht mit gwalt 




188 



entzogen kan werden, I. F. D^ sich nach in iungster überpcbncr 
Schrift wie auch miindlich ganz gn. erelärtj dass sie niemanden 
wider die erbhuldi^ng beschwären und ain jeden bej seinem 
rechte, haab und guet mit ruc verbleiben lassen weHeii, vil- 
mehr E. E, L. selbs diser erbhuidigun^j freyhait und gebur- 
liehen rechtens genuessen und sich betragen solle, so thuet man 
sich gänti^lich darauf verlassen, wir künnen zu verschimpfung 
1. F. D* selbst 1. f. persoa, wort, zuesagen, conteetationen und 
verghehnen religionspaciiication, welches in vergleichung der 
beschwiirarticl lauter vermeldt und E. E. L. dainiber zum über- 
fluBS vergwist werden, ein anders und wtderigs zu beschechen 
nit zuegeben und verwilligen, dann wir in unscrm hertz und 
geraueth ein solches von I. F; D* zu beschechen kaineswegs 
einbilden künen, sondern da was dits orte mit ainichen gwalt, 
und er was schein und tili es welle^ flirgenuraen solte werden, 
das alles beschicht durch dises Nuncii und dergleichen E. E. L. 
widerwertigen personen antrib und vermessenen gwalt, dem- 
selben wir wie obsteet zuezesechen nit wissen, zu gott ver- 
hoffendt, uns solches zu kainem ungehorsamb von kainem men- 
schen nicht zu vermerken, Unsern gn. hcrm und landtsfürsten 
den erkennen wir für uns vor gott cristliche obrigkait, und diser 
unser herr und erblandsl\irst ist von gott eines solchen hoch- 
erleuchten fürstlichen verstandts und teutschen gemüeth, der uns 
nichts beschwärliches wider seine ftirstl. wort und werke zue- 
sagung wird auflegen oder denselben zuwider ichtes staituieren; 
dessen betragen wir uns und bleiben darbey als geh. landlcuth 
und unterthonen, es gehe darüber, wie es der almechtige gott 
immer schickt; das alles wellen wir gehorsarablich erwarten, 
mit aigensinnigen oder verraessnen gwalt nichts flirnemen. Wir 
bitten aber, dass man uns kainen gwalt zuefuege und mit tremb- 
den nationen etwas beschwärlichs und ungewöhnUchs attentiere, 
wie man von des Nuncii und andern bluettürstigen tiimemen 
alberaith wie obsteet stark genueg muess anhOren. Inmassen 
wir dann auch hieneben nit kilnen underlassen, weil auch hievor 
kaiser Maxirailianus hochL ged. dero ansehen liehen gesandten 
zu solclier religionsvergleichung alher verordent und wie wir zu 
mermalen angezogen, wir one das im schütz und schermb de« 
hl* reichs stehen, dass wir alsobald solches alles der R. K. M* 
als dem haubt der cristenhait sambt den Cur- und fairsten zue- 
schreiben müesten und über dise unser verhofcnlich ganz ge- 




189 

rechte Sachen allergn. und gn. beschaidt und antwort erwarten 
wellen. Da es nun Ew. Gu. und Fr. dahin dirigiem künen, 
das wir es zu schienst körnenden reichö- oder ttur- und fiirsten- 
tag flU'keren miigen und mitlerweil wir in gueter rue bei der 
ainst aufgerichteu r e 1 i g i o u s p a c i f i e a t i o n gelassen und de 
facto wider recht gegen uns nichts fürgeimmen werde, so 
wellen wir es ganz gern vernemen; wo aber nit^ dass doch 
(hser stilstandt gehalten werde, bis wir auf solche unsere 
Schriften gebürlichen beschaidt erlangen und wir unsersthails 
hierinneu aiuiche stundt nit verabsäumen wellen, 

^ Nachmalen Ew. Gn. und Fr, ganz dienstlich bittundt etc. , . . 
Öratz im landtag den 13. tag Januari anno im 81. 
E. E. L. des herzogthumbs Steyr 



85. 



^ 



Erzherzog Karl an det^ Ershtschof von Salzfmrg: s^iricM ihm die 
Anerkennunq für seine Anüvort an die Stäfide ans. Er selfM 
gedenke nitM, von neinem Vorhüben m weichen, und hoffe amh 
fürderhin die UntcrstüUung des Erzbisehofs su ßndeth Gras, 
1581 Januar 14. 



{Cop., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 46.) 



. . . Auss E. L. %ms vom vierten dtss gethanen schreiben vnd 
beilagen haben wir nach lengs angehoi-t vnd verstanden^ wie un- 
bescheidenbch vnd drölich E. L. diejenigen von herrn vnd ritter- 
stand^ 30 in dissem vnsenn fUrstenthumb Steyr der Augspurgi- 
schen confession zuegethany des zwischen vns vnd ihnen jetzo 
schwebenden retigionsstrilts wegen, neulicher sseit bei ainem 
aignen curier geschriben vnd was E. L. inen darauf zur ant- 
wort gegeben, sich auch dies orts gegen vns freundt- vnd naeh- 
perlich anerbotten, wie wir vns dann dero wegen gegen E. L. 
hiemit ganz vleissig vnd dienstlich thun bedanken. Sovil nun 
angeregten zwischen vns vnd ernennten der Augspurgi sehen 
confession verwanten landleüten yetzo werenden religionsstritt 
anbetrifft, da sollen E. L. wisseUj dass wir kaines wegs bedacht, 
von VBserm wolbefuegten rechtmässigen vnd billiehen proposito 
im wenigieten zu weichen, sonder zu schuldiger handhab- vnd 
erhaltung vnaers catholischen alleinseligmachenden glauhens in 



190 

allweg steuf und fest darbey zu verharren, da vns nun dar- 
unter was beschwärliches oder widerwärtiges begegnen wurde, 
des wir aber zu dem allmechtigen gar nit verhoffen, so wellen 
wir vns von E. L. als ordinario und dits lands obristen hirten 
aller nachbarlichen miiglichen hilf vnd beistandtfi vnzweifenlich 
getrösten, inmassen sich dann E. L. dessen zu vns hinwider- 
umb, sonderlich aber der begerten guetten correspondenz in 
allweg sollen vnd mügen versehen. Daneben aber wellen wir 
auch in kainen zweifei stellen, weil E. L. obbemelten unsem 
der A. C. zuegethonen landleuten gegebne antwort dermassen 
geschaffen vnd gesteh ist, das sy dieselb änderst nit, dann fllr 
ganz billich vnd rechtmässig werden schätzen vnd verthailen 
könden, es solle vnd werde ihnen solches auch vrsach geben, 
die Sachen der notturfft nach zu gemüeth zu Aieren, vnd sich 
dissfalls aller gebur gäntzlich zu enthalten: Darunder es dann 
an vnsern landsfurstlichen zuethuen auch nichts mangeln noch 
erwinden sollen, welches wir E. L. auf berüertes schreiben zu 
freundlicher antwort nit weiten verhalten, vnd sind dameben 
erbittig vnd willig, E. L. alle annemige dienstwilligkait vnd 
freundschaft jederzeit nach bestem vnserm vermügen zner^ 
weisen. Geben in vnser stat Grätz den vierzehenden Ja- 
nuarii anno im ainvndachzigisten. 

Carolas. 

86. 

Erzherzog Karl an die Herren und LancUetäe: AUe, die auf 
ihrem Simw verharren, mögen sich schriftlich melden. Auch er 
werde sich an den Kaiser wenden, dann sich aber einfach auf 
den Religionsfrieden beziehen. Inzwischeti wolle er seine Re- 
solution einstellen, sie aber mögen endlich zur Proposition greifen. 
1581 Januar 16. 

(L.-A., L.-H., StStzinger, Statth.-A. Innsbruck.) 

Die F. D* . . . haben vorgestert von derselben gehaimen 
räthen wie auch aus der Schriften, so inen die von herm etc. 
. . . angehendigt, nach lengs verstanden, was sie gebeten, I. F. D* 
irentwegen in den religionssachen fürzubringen. 

Ob nun wol I. F. D* ursach genueg gehabt, es blöslichen 
bey denienigen, des inen hievor fUlfeltiglich von I. F. D* dar- 
unter zu beschaidt erfolgt, fUr allezeit bleiben zu lassen, wie 



191 



sie sich dann nichts weniger versechen, als dass sie also be- 
harliefa I, D* saehen xuemuetten sollen, die ir weder vor gott 
noch der weit verantwortlich, iedoch weil I, f\ D* mit irem 
g'wissen aufs höchste bezeugen kimdeu^ das sie inen bisheep 
loit getreuen rechten väterlichen hulden ... zu wilfaren vorder 
begierig gewest und noch seien, die gedachte herrn gehainie 
rlUh auchy I, F. D^ alles unterthänigen vleiss ersuecht und ge- 
betten, dass I, F. D* solche affection gegen inen, denen von 
herrn und der ritterschaft nach lenger erhalten, sonderlich aber 
in diser inen so hoch obliegenden Sachen wUrklich scheinen 
lassen weiten, seiteinahl sie inen zu versteen gegeben, dass sie 
aich derselben wichtigkait nach bisheer darunter nit andci'st 
resolviern niogen^ sonder von mer orthen rlithlichen bedenkeDS 
und anweisens gewärtig waren, so haben dennoch I. F. D^ hie- 
mit, auf dasB man nur nit mit fueg sagen künde, dass I. F, D* 
ir deren von herrn und der ritteracliaft uudertheuigistes Hechen 
and bitten nit hören» weniger andere angezogene Sachen der 
notturft nach bedenken und zu geniüeth füeren wellen^ auch 
damit tbses und ienes verursacht in Sachen volgende resolution 
vätterlicher getreuer wollmainung genomen, alls nemblich^ weil 
aich ie L F. D' noch nit bereden künden^ es ir aller mit ein- 
ander luainung und willen sein, dass man mit I. F. D* iu diser 
8o lautern sachen so vil disputirn und zumal ires vermainteu 
zaesagens so hart vermanen solle^ so begern L F; D* fiir das 
erste, dass sieh dieienigcn, so bisher solcher maimmg gewest 
und noch sein, mit naraen und iren aigen handschriften gegen 
L F. D^ solches erclüren, dann weil I. F, D* vememen, dass sie 
ir notturflPt an I, K. M* und die reichsstende gelangen zu lassen 
Vorhabens, so wurden es I. F. D^ vi! [eicht auch thuen müessen 
and dieselben sonder zweifei, da sie gar zu richtem erbetten^ 
plöshch so vil pronuncicro und erkennen wurden, dass sich 
I. F* D* allain des reHgionsfridens gebrauchen und betragen 
mochten, flLr ains. 

Am andern, weil auch 1, F. D^ inen, wie obvermelt, mit 
gnaden so w^ol genaigt und nit gern iemals was, so immer 
müglich waigern w ölten, so sein L F, D^ zut'riden, m ergedachter 
irer genommen resolution, execution oder volziehung noch zur 
zeit einzustellen. 

Zum dritten, weil sich L F. D' so gn. gegen inen erweisen, 
daBB sie ie aUer Vernunft nach ain merers weder wünscheUi 





noch begem künnden, so ist auch I. F. D^ gn. begem, dass si < 
an diser I. F. D* erclärung gehorsamblich zufiriden sein, dL 
landtagsproposition nur mer alspaldt furhanden nemen un « 
I. F. D* neben den andern stenden mit so willfkriger antwi 
begegnen wölten, wie es die gemain notturft erfordert. Di 
wirt zufordrist inen selbs und dem ganzen vatterlandt zu guetei 
kummen. Und I. F. D^ wellen sich zu inen khains and( 
versechen. 

Decretum per archiducem 16. Januari anno 81. 
Wolfgang Schrannz, doctor. Primus Wannzl. 



87. 

Die salshwrgischen Commissäre an den Erzbischof: über cä^-i 
Haltung der Herren und Landleute; diese wollen sich ihre Kire'Fm^^^ 
und Schule nicht nehmen lassen. Graz, 1581 Januar 17, 

(Cop., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 46.) 

Hochwürdigster etc. Wir sein bericht, dass I. D* E. F. 
besch Wärschrift 13. huius den widerspenstigen landleUten eixa»-- 
schliessen lassen, mit ernstlicher verhöbung vnd ainem guet^^^^ 
starken filtz.^ 

Den 10. diess sein obgemelte von der landtschaft m.^-^" 
vor I. D* erschinen vnd widerumb ain fuessfall gethan, sam.!^* 
einen schriftlichen begeren, aber I. D* sein von ihnen hinweg 
in ain ander zimer gegangen, haben sy auch bis dato verrer« 
nit für sie komen lassen. Also sollen sie den 14. huius vor 
dem camerrath mit ainer schliesKchen antwurt ihres Vorhabens 
fiirkomen sein vnd (als wir im flug also zu roden gehört,) sich 
dahin erclärt haben, dass sie nit gedacht zu rebelliern, künten 
aber vnd wellen in das decret nit bewilligen, sein auch nit 
gedacht, ihnen ihr kirchen, schuel vnd exercitium alhie nemen 
zu lassen. Datum Grätz den 17. Jannuary anno 81. 



» Filz = Verwei«. Schmeller I, Col. 717. 



193 

88. 

Bericht eines Ungenannten an den Erehiscluyf von Salzhu/rg: Lage 

der Dinge heim La^idtage, Die Aussichten sind günstig, falls 

der Er eher zog fest ist, Graz, 1581 Januar 17. 

(Cop., Statth.-A. IniMbnick, wie Nr. 46.) 

HochwUrdigister. Dass vor wenig tagen ich ettlicher meiner 
gescbäft halber verritten, dann dieweil die herm vnd landleUt^ 
80 der A. C. zuegethon, ettliche zeit her nur absonderlich con- 
sultieren^ vnd also in gemain wenig zuesamenkunft gehalten 
werden, hab ich darflir gehalten, ich wurde in vier oder fiinf 
tagen wenig verabsäumen, in bedennken, bevorab dass sich 
^e lerm vnd prelaten, nicht weniger auch an E. F. D* statt 
'<5h selbst, mich zeitlich dahin erklärt, dass im fall die con- 
ressionverwandten wegen abgestellter predig vnd schnellen in 
"^ Stift nichte willigen wellen, dass dennoch wir vnsers theils 
"*^ vertigo bewilligung widerumb zu laisten entschlossen. Es 
«»oen gleich woll die confessionisten widerumb einen fuessfall 
ß^tl^on, vnd hat der herr Hanns Friderich HoflFman zuvor 
^**^r aller begern nach lengst fürgetragen, ist auch von der 
• D* genedigist vnd patienter angehört worden, als es aber 
*Uixi fuessfal kumen, haben sich I. F. D* vmbgekert vnd sein 
^^Veckh gangen, bleiben noch beständig auf ihrer mainung. 
•"^ixtgegen faren die confessionverwandten mit ihren religions- 
^^rcitio imerdar fort, beklagen sich derselbigen vil, dass E. F. G. 
^^ in derselbigen inen gegebnen antwoi'tschreiben für ketzer 
'^^gezogen vnd ausgeruefen haben, wollten, wo es muglich, die 
**^chen dahin dirigiem, dass E. F. G. selbst personlich zu klag 
^nd antwort erscheinen muesten, dieweil aber die ainhundert 
3ar sich noch nicht geendet, erachte ich, sie werden so unbe- 
5unnen nicht sein vnd dergleichen attendiern. Vor ettlichen 
tagen ist ein stainwurf auss der von Lenghaimb hauss auf den 
Duncium apostolicum, da ihr hochwürden zum fenster aussge- 
schauet, beschechen, der stain ist des gewichts, wie ich bericht 
werde, dass wan I. II'*®" troffen worden, villeicht gar au der stat 
bleiben muessen. So haben sich nachent imter liechtzeiten 
ettlich handwerksleüt, als Ihr Ilochw. herr bischov von Ourckh 
von den herm Jesuitten anhaimbs geen wollen, gefunden, unter 
welichen aiuer gesagt, dan ist dtr yfafftn ainer, der vns ver- 

FoufB. II. Abtb. BU. L. 18 



194 

treiben tcill, vnd also zum tollich griffen. Als sich aber des 
herrn bischofs diener herfiir gethon vnd I. H*®° defendieren 
wollen^ haben sie die flucht geben, dass also der gemain pöffl 
etwas muetwillig sich erzaigt. Ich verhoff aber, es werde besser 
werden, als es etwan andere vns ertheiUen, dann ich ver- 
treillichen mit ettlichen flirnemen landleüten causiert vnd aus 
allerlei vmbstande sovil vermerkt, dass wan I. D* also verharen, 
so werden sie eher als sie sich von heriTi prelaten vnd was 
merers der alten catholischen religion anhengig, absondern 
lassen, aus der noth ain tugendt machen vnd der zeit zu- 
gleich mit ihnen bewilligen. Da es aber je zu ainer abson- 
derung kumen sollte, so wollt E. F. G. bevelch nach ich mich 
unterthenigist verhalten, darneben E. F. G. ich mich unterthe- 
nigist bevelchend. Actum Grätz den 17. January anno 81. 

89. 

Bericht (des Bischofs von Seckau) an den Erzbischof von SäU- 

bürg über den kläglichen Stand der Ditige, der Erzherzog habe 

den Ständen nachgegeben, Graz, IfySl Januar 17, 

(Cop., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 45.) 

Hochwürdigister ftlrst etc. E. E. G. comissari haben ohn 
zweifl bishero auf die guet vertreulich correspondentz, so sie 
mit dem herrn bischofvon Gurk, mir und andern gehalten, 
alle verloffen Sachen in diesem währendem landtag der not- 
durfft nach bericht, ich deswegen auch, dass verhinderlich u^ 
Sachen dabei eingeloffen, wenig geschrieben, bevor dass ich 
aus langer erfahrung so viel wahr genummen, dass wenig ge- 
wissheit vor entlicher erklürung sonderlich in religionssachen in 
währendem landtägen ktin geschriben werden. 

Und ob ich wohl wegen der katholischen räth und I. F. D* 
selbs starkes vorhaben, sonderlich propter nuncii apostolici prae- 
sentationem et commissionem nichts solt zweifelt haben, dann 
dass man nun dem gegentheil allen gwalt entzogen und unser 
wahre catholische religion zu allem guetem gesteurt haben 
sollen, wie ich dann für mich und im namen der herrn 
prälaten ain solchen starken anfang zeitlich gemacht, 
dass billig nit verrer, wie bishero, als herr Nuncius ftlrgibt, wir 
mUgen ungüetig zu Rom troduciert worden, als hätten wir 



195 

geistlichen (in dem^ dass wir mit der ritterschaft in allen 
Sachen wider I. F. D* gestanden wären) I. F. D* bewegt, in 
religionssachen, die beschechen concession^ einzugehen, also 
auch nit weniger hernach, so oft ichs ein notdurft sein befanden, 
wider ihr der confessionisten ungestumb anhalten, in der land- 
Stuben, die gebür zu verthädigung unser wahren catholischen 
religion öffentlich vermeldt, und sie abgemonet. 

Neuhcher zeit auch ihnen zugeschrieben und alsbald dar- 
auf mit einem schreiben, wie beede copeien hienebcn ausweisen, 
mit denen prelaten zum landsfUrsten gangen, I. F. D^ mundlich 
getrost und gebeten, steiff ob unser religion und iurisdiction zu 
halten, wie dann I. D^ fast drei yiertl stund lang allein mit mir 
damals von den Sachen geredt, und sich ganz standhaft auf 
unser Seiten erboten. Darauf dann E. F. G. schreiben und 
beantwortung wider der confessionisten unzeitig betroung auch 
erfolgt, und I. F. D* damit fast wol getrost, und gesterkt 
worden, so bin ich sambt den prelaten an gestern zwischen 7 
und 8 uhren aufs landhaus gangen, da wir zwo gantze stund 
steend gegen einander gepredigt und ein theil umb den andern 
zum fünftenmal underred genummen, dann ein theil dem andern 
sein meinung, doch alles freundlich und bescheidenlich, sy durch 
herrn Hans Friedrichen Hofman, die prelaten durch mich an- 
zeigt, und wie ich under andern werten geredt, sy sollten und 
künnten bilUg uns nit fUr übl haben, dass wir die relligion 
verthädigiten, in welcher ihre eitern ohn zweifl wären seKg 
worden, hat htinder mir, wie mir die prelaten sagen, ein land- 
mann gesagt: Ja wohl selig worden, wann sie^ Gott behiiet uns, 
der teufel het gelassen, Lctzlich haben sie zu uns gesagt, sy 
hätten genuegsam verstanden, dass wirs guet vermeinten, hielten 
uns auch nichts fllr übl, sie wollten (ausser der relligion) unser 
guete freund und dienstwillige sein, und haben uns zu mer- 
malen gebeten (auch uns brief flirzeigt, welche herr Kowentzl 
mit eigner band von erzherzogen Carl handschrift ab- 
geschrieben, und vidimiert, darinn I. F. D* anno 76 von Wien 
aus wohl starke zuesag der ritterschaft wegen ihrer religion 
verheisst): wir sollten guete mittler sein und weil sie so hoch- 
beteurte fstl. zuesag von eini jar zum andern betten, künndten 
sie ihr nit so liederlich davon weichen, sy möchten aber leiden, 

* HandHclirift: coufeMioii. 



196 

dass einweder durch ein concilium oder durch guete schidtleut 
die sach erörtert wurd. Ich ihnen geantwort, weil diese be- 
willigung ausser unser wissen und willen geschechen^ so will 
uns nit gebüm^ darin zu mittlen, wir wollten uns aber zu haus 
underreden und gern thuen, was sich thuen liess; sie sollten 
nur alle rebellion (davon sie zuvor stark geredt) verhüeten, 
ohne dies wurden wir vom Türken zu der dritten hand ge- 
nummen werden. Darauf bin ich und die prelaten gestern 
umb 2 uhr zu sein (sie) gangen, unser vormittag geschechen 
red und gegenred zu protocoUiem, dann an heut zu der F. D^ 
oder die herrn cammerräth zu geen. 

Aber leider, unangesehen alles dessen, was man bisher 
gethun, und verhoffentHch bald zu guetem weg knmen war, 
erfordert die F. D* die ritterschaft gestern umb 4 uhr vor sich, 
gibt ihnen ein decret, hauptsachlich dahin gestellt, obwohl I. F. D* 
Vorhabens gewesen, bei ihrer declaradon zu verharren und darob 
zu halten, so hätten doch I. F. D* cammerräth mit intercession 
so vil erhalten, dass I. D^ auf merer zeit die sach well einstellen, 
und lassen verbleiben, und sie sollen nun zu der landtags- 
handlung greifen, und sicherlich zu ruhe sein. 

Also verbleiben sie mit ihren predicanten und exercitio 
in der stift und andern orten, wie zuvor, et posteriora fient 
peiora prioribuSy Uli triumphabunt^ nos ululabimus. 

Aber weil sie dies nachhengen erlangt, und die gUetigkeit 
wir jeder zeit spüren, möchten sie die landleut bald nit ersettigt 
sein, sonder assecurationem pro nunc et semper begem, also 
werden auch die in Kärnten, in ihrem andern negst sun- 
tags angeendem landtag gueten behelf in ihrer religion haben; 
ich hab nun wenig lust vcrrer hie zu bleiben. So ist die 
landtags bewilligung vor langst auf dem weg wie negst ver- 
schienens jar, abgeredt worden. E. fstl. Gd. ich in eil gehor- 
samist berichten, danebens auch in underthenigister gehorsamb 
zu genaden bevelchen wellen. Grätz am 17*®° tag Januarii im 
einundachzigisten jähr. 

90. 

Die Landsclmft an den Erzherzog: Keiner von Allen, die noch 
anwesend sind, werde die mindeste Scheu trageti, sich gntxvüUg$l 
und geiwrsamst zu unterschreiben. Da die Sache aber ein fremdes 



197 



Amsd^en hai, wäre es das BestCj hei aUmt Branche jsu hleihen. 
Die Landschaß hoffe in ihrcfn gan;!^en Vorgdien nichts Unrechtes 
geihau eu hahtm. Die gvschehenv Erfdürung sei noch nicht aus- 
reichend; sie bäte um eine klare Versicherimg ^ dass nichts gegen 
die Pacißeation vorgenommeti werden solle. Gras, 1681 Januar 18, 

(L.-A.» L.-H., Sfllzing-er^ Statth.-A. Innebnick, wie oben,) 

- . . Dasfl E. F. D* derjenigen^ so der mainiing also gewesen 
und noch sein, ercIäruDg linder iren aignen handschriften zu 
übergeben gn. begern, wollen I. F. D* . , . wissen, dass kainer 
unter allen, als vil deren vorhanden und noch täglich ab- und 
3EU reiten, nicht ist^ welicher ainichen scheuch trüge» sieh gut- 
willig und geh. zu underscbreiben. Dieweils ein neues und 
frerabdes ansehen hat und uns in anderweg niöchte ausgelegt 
werden, so bitten E. F. D' wir geliorsambist, die geruehen es 
bey solcheni allem erhaltnen gebrauch gn. bleiben zu lassen. 
Und haben gleichwol unsere mitgHcder alher zu kumben be- 
gert» uns ditsfalls mit inen zu underreden. Dass auch I. F. !)' 
solches . . . anbringen als ein disputation gn. anziehen, ist es in 
böcbster warhait . . . grosse notturft gewesen, I. F, D* lauter 
und dar solches mit notwendiger ausftintng zu entdecken , . . 

Und wann wir auch unsere bchelf: rechte gewonhait, erb- 
holdigung, landtsfreiheiten, gethone zuesagung, L 1", starke wort 
und religionspacification von rechtswegen nit anzuziehen und 
uns damit zu sehilt^en hettenj so müesten wir ja für unbiliiche 
leut ausgeschriem werden, dass wir uns sachcn zu disputiern 
understünden und es mit keinem rechten grund aust\ihren 
khündteu . . , Die weil aVicr gottlob unser Sachen so lauter und 
clar, als die liebe sonn am Himmel ist und widerwertige per- 
sooen sonst mit kainem recht uns nicht zukomben miigen, so 
haben wir ja änderst nit dann Vj, F, D^ urab gottcs willen ge- 
beten, die weUen mit gwalt nichts wider uns fürncmhen lassen 
und unsere habunde recht und religionspacification - . . nicht 
bey seits stellen . . . und gebeten, dass I. F. D* das alles, was 
geredt geschlossen und mit 1. f. wortcn zucgesagl, vestiglich 
halten wollen. Indem verhoffen wir nicht unrecht gethan zu 
haben. Und da uns keine andere reeohition , , ,»di© ganze zeit 
errolgt ist und wir yc nit änderst vermuten können, dann dass 
disem allem zuwider, so hicvor ausgeführt ist . . . uns gwalt 
zuegefUegt wolte werden, darundcr I. F. D* wir auch iederzeit 



198 

geh. für entschuldigt gehalten und noch, allain dem Nuntio und 
andern widerwertigen personen, welche die billigkait und den 
gemainen friden auch wolfarth zu wenig vor äugen haben 
sondern nur auf vermessnen gwalt trutzen und pochen, solches 
zueschreiben müsten; und was können wir doch immer in solchen 
extremis nur anders fürnemen und gedenken dann dass wir 
solches alles der kays. M* und stennden des h. R. R. fürbringen 
müessen, sintemal wir im schütz und schermb des reichs sein? 
Wiewol wir nun bis dato weder der R. K. M* noch ainichen 
chur- oder fUrsten im wenigsten nichts zuegeschriben, sondern 
wir verhoflfen nochmallen ... I. F. D' werde es zu solcher weit- 
leufigkeit nicht kumen und uns bei der reUgionspacification 
bleiben lassen, jedoch weil uns dise jetzt genumne resokitioii 
ganz beschwerlich, eben wie die erste fürfallen thut, indem dk 
execution der ersten resolution nur noch zur zeit eingestellt isl^ 
so wissen wir nit, wie es doch immer damit gemeint wird, 
dann obwol der zuegang zu der Kays. M* und den ständen des 
reichs inhalt unserer freyhaiten uns nit gewaigert kan werden, 
ob es disen verstand etwo hat, das wir solches zu dem vo^ 
stehunden künftigen reichstag anbringen oder ob inhalt unser 
rcligionspacification bis zu allgemeiner ainhelliger vergleichung 
dise execution ist eingestellt worden. Dann da es ein andern 
verstand haben sollt: bis zur zeit, da inhalt des nuncii be- 
droung fremde nationen uns haufenweis auf den hals geladen, 
ins land hereingebracht und man allcrlay vorthail mehr zu 
banden richtet und uns hernach gwalt zuefüegen wollte, so 
würde es gar ein schmerzliche connivierung oder tempori- 
sierung sein. 

Dem allen nach, weil I. F. D* gn. sehen, wie schwerUch 
uns der erbfeindt ohne unterlass zuesetzt . . . wellen (sie) sich 
noch mit gn. . . . tcutschem gemüeth also erclären, auf dass wir 
bey unser religionspacification gelassen werden und alsdann zu 
der landtagsproposition greyffen mügen . . . Graz im landtag den 
18. Januarij anno 1581. 

N. N. E. E. L. 
des herzogthumbs Steycr, der A. C. zuegethan. 

(70 Unterschriften.) 



199 

91. 

Die salßburgischefi Commissäre an den Erehischof von Salzburg: 

theäen ihm den Stand der LandtagsverJ^ndlungen mit. Graz, 

1581 Januar 19. 

(Cop., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 46.) 

Hochwürdigister FUrst. E. F. G. sein unser diemuetigist 
und unterthftnigist gehorsamiste dienst högstes vleiss zuvoran 
bereit; ab uns dieser pot ungefllr zuegestanden und wir ime 
von desswegen, der ine schickt, zu vertrauen geacht, haben 
wir nit unterlassen künden, E. F. G. noch über das negst hinach 
schreiben, deren wir hiemit ein abschrift, I. F. D^ antwurt auf 
der confessionisten begem umb dilation und einstand zu schicken, 
•o dann darinnen verleibt, dass diejenigen, welche bishero, 
wider das decret, also hartneckig angehalten, sich mit namen * 
underschreiben, und ir gemüet mit eigner band testieren sollen. 
Demnach sein wir bericht, dass die hieigen albereit, zu den 
andern aufs land geschickt, mit dem begem, wie obverstanden. 
Datum Graz den 19. Januarii anno 81. 



Die salzhurgischen Commissäre an den Erzbischof von Salzburg: 

titeilen ihm die Sorgen der steirischen Stände und die VerlioltungS' 

massregdn gegen einen feindliclien Einbruch ins Land mit. Graz, 

1581 Januar 19. 

(Cop., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 46.) 

Hochwürdiger in Gott, genediger Herr. Wir sein in er- 
farung kumen, dass die herrn von der landschaft der A. C. 
nach gehabter obgedachter anntwurt ire leuth auf alle umb- 
liegundc gränitzen geschickt, mit bevelch, dass man bei allen 
zöllem und passen guet aufmerken haben wolt, ob sich etwan- 
ein frembt kriegsvolk crzaigen oder ins land zu ziehen sich 
untersteen wollt, dass sie denselbigen aintweders den pass ver- 
wehren, oder da man nit stark genueg^ sie die landschaft also- 
bald avisieren sollen, damit sie der Sachen weiter rath schaffen 
mügen. Also stecken sie in allerlei sorgen, getrauen nit, selten 
auch, wie man sagt, mit der antwurt, auf ir begehrte dilation 
nit zufriden sein, sondern noch mit einem begehren, über das 



200 

anndi*e in I. D* tringen, dardurch zu besorgen, es mecht sich 
das wesen noch, Gott weiss, wie lang aufziehen. Datum Graz 
den 19. Januarii anno 81. 



93. 

Die yLandschaß der A. C. in Steiermark' an die Verordfieten 

von Krain: ,wegen Überschichwng der Schriften, so zwischen L D' 

und E. E. L, in Religionssachen einkommen und dass sie hierüber 

ihr Guthedunken einsenden mögend Graz, 1581 Ja/nua^ 20. 

(Conc, L.-A., Rel. Krain.) 

. . . Nachdem die herren under andern auch melden, dass 
sie nit wissen, ob dise Sachen den herrn aus Kärnten auch an- 
gebracht und was sie darauf berathschlagt und fUrgenumen, 
welchen sy ditsfalls nit gern ftlrgreiffen wollen, darauf berichten 
wir . . ., dass wir gedachten herrn von Kärnten dises alles gleich 
bey dem drometer, so anfangs dorthin geritten communiciert, 
sy auch alberait hierüber beiliegunde ire antwort (A) und für- 
Schrift (B) an die F. D* destwegen gestellt uns ervolgen lassen. 

Und wie wir inen dasienig, so seithero in diser Sachen 
hinc inde sich verloffen, alberaith auch zuegeschickt, als über- 
senden wir ebendasselbe denen herrn hiemit verwarter zu em- 
pfahen. Was auch verrer einkumbt, soll inen ebenfalls zue- 
geordnet werden. 

Daneben aber, als vil den punct der bishero gewögerten 
bewilligung anlangt, darinnen uns etwas unrecht geben werden 
will, berichten wir die herrn, dass wir desselben mererlay und 
ganz wichtige erhebliche Ursachen gehabt, als wir denn in 
keinen zweifei stellen, die herrn solches aus hernach einkuninen 
und yetzt inen uberschickten schrifften solches weitleuffiger wol 
abnemen und verstehen werden mügen . . . 

Und langt also nochmalen hierauf an sy unser bitt, sy 
wollen discs alles nach notturfft . . . erwogen . . . und uns ab- 
dann das offtbemelt guet bcdunkcn freundlich ervolgen lassen 
. . . Gratz im landtag den 20. Januarij anno 81.^ 

Landschafft der A. C. 



* Ist die Antwort auf das Schreiben der Krainer vom 6. Jannar. 



201 

94. 

Rudolf IL an den Erzhischof vofi Salzburg: loht dessen Vor gelten 
den steirischen Ständen gegenüber. Prag, 1581 Januar 21. 

(Cop., Statth.-A. Innabruck, wie Nr. 45.) 

Ruedolph etc. . . . Erwtirdiger . . . Was die Steyrische 
landstendt Augsp. Conf. wegen irer religion jünngst verflossens 
monats Decembris an D. A. gelangt, und D. A. sy hinwider- 
umb beantwurtt, das ist uns wol zuekomen und inhalts verlesen, 
wie wir daraus bemelter stendt gebrauchte scherpffe mit Ver- 
wunderung vermerket, also künnen wir hinwider anders nit be- 
finden, dann dass D. A. disfalls ir ampt gehandlt und in irer 
antwurt nichts vergessen haben. Sonst ist gleichwol bis dahero 
von bemelten stenden nichts an uns gelangt, da es aber künftig 
geschieht, soll uns diser D. A. bericht unvergessen und danebens 
D. A. sambt irem stifft zu k. schütz jederzeit wol bevolhen sein. 
WoUten wir . . . Prag ... 21. Jan. anno im 81 . . . 

Rudolf. 
Ad mand. Sac. Caes. M"' prop. 



V S. Vieheuser d. 



95. 



Der Erzherzog an die Herren und Ritter der A. C; Sie nwgen 

sich beruhigen, dass die F. D* es mit dem Stillstände beivenden 

lasse, bis sie und die Ihrigen ihre Sache an Kaiser und Reieh 

gebracht haben, 1581 Januar 21. 

(L.-A., L.-H., S(ttzinger, IStatth.-A. Innsbruck, wie oben.) 

I. F. D* hat deren von herrn und ritterschaft . . . ihro am 
piintztag übergebne Schriften die religionssachen belangend ver- 
nommen und weil sie hievor aus den flirgewcndten Ursachen 
auf ihr . . . bitten ein stillstandt darunder bewilligt, so lassen 
es I. F. D* nochmalen darbey bleiben. Allein nachdem sie umb 
erleuterung solicher Stillstandsbewilligung verner bitten, so sollen 
sie darauf so vil wissen, I. D* auch darumben trauen, dass sie 
es inen zu sondern gnaden bei solchem verwilligten stillstandt 
solang bleiben lassen weiten, bis sie irem furgebcn nach die 
Sachen an I. K. M* und die reichsstänt gebracht, I. D* sich auch 
auf vorgehende vemere gn. handlung, die sie mit ihnen hin- 



202 

ehistens zu pflegen gedenken, aUer väterlicher gebttr darüber 
erclären werden, doch mit disem lautem bedingen, dass sy und 
die ihren auch nichts nindert attentiren und fbmemen sondern 
gleichfalls alle Sachen bis auf solche I. D^ resolution in ietzigem 
standt bleiben lassen, und da sie darauf die landtagsproposition 
neben den andern von der landschaft fUrnemben, die bewilligung 
zu der gränitzen Versicherung thuen und darmit den gehorsamb, 
den sie so vilfeltig gegen I. D* anziehen, wirklich erweisen. 
Das ist I. F. D* entlicher will und mainung. 

Decretum per archiducem 21. Januarij anno 1581. 
Wolfgang Schranz d. Primus Wannzl. 

96. 

An I. F. D^ geheime Rätlhe: Vorschlag zur Erläuterung des van 

Erzherzog Karl bewiUigteii Stülstatids in der JRdigiofissache. 

Graz im Landtag, 1581 Januar 22, 

(Sötzinger, fol. 201b — 202 a.) 

E. E. L., SO der Augsburgischen Confession zuegethan, 
bittet die gestrige schrift also zu erleutern, 

1. dass erstlich der bewilligte stillstandt dahin ver- 
standen werde, dass sy nämblich bei dem alten standt, virie es 
vor und nach der erbhuldigung, in craft der . . . religionspaci- 
fication . . . bishero gehalten, gelassen werde, dero wegen sy 
dann dieses für das rathsamste mittl . . . gehalten hette, do 
I. F. D' die sach bey der in der allgemeinen religionspacification 
angestellten allgemeinen einhelligen vergleichung, davon 
dann E. E. L. je nicht weichen kann, gänzlich und gn. betten 
bleiben lassen. 

Dass es aber I. F. D* bey dem andern weg — tamquam 
extremum — zur absendung zur K. M* und denen reichsstenden 
berhuen lassen wollen, dafür doch E. E. L. bittet, es zu solcher 
Weitläufigkeit nicht kommen zu lassen, so haben die herrn ge- 
haimben räthe zu bedenken, dass es bis zu des reichs voU- 
stendiger erledigung und vergleichung an einem reichstag zu 
beschehen und nicht blösslich aufs anbringen angestellt müsste 
werden. 

2. Fürs andere, nachdem E. E. L. aus irer religions- 
pacification nicht gehen oder sich in was neues einlassen thuet 



203 

und aber E. F. D* an yetzo in der schrift von ainer femern 
gn. handlung melden^ dass demnach I. F. D^ dieselb handlang 
alsbald im wehrenden landtag und ehe man noch zu der land- 
tagsbewilligung greift, fUrnemen lasse, auf dass E. E. L. wisse, 
wohin doch solche handlung zu verstehen sei, und sie gleich- 
falls ire gesandten benennen, die instruction und gewält ver- 
fassen und berathschlagen künne, welches demnach dem land- 
tag ferner nit mehr beschehen könnte oder möchte. 

3. Fürs dritte, das der anzug (nichts neues zu attentiem) 
also erleutert werde, dass ja E. E. L. wider oftbemelte ire re- 
ligionspacification nichts neues fUmemben wolle, aber doch 
auch von anderen iro derselben pacification zuwider nichts be- 
schwärlichs in keinerley weg zuegemuth werde. 

4. Wie dann auch dasjenig, so die F. D* iro wegen ainer 
resolution aller erst bevorbehelt, ausgelassen werde. 

5. Und letzlich bitt E. E. L. un^b erledigung auch der 
übrigen überraichten beschwerartikel. 

Zu dem allem die herrn gehaimben räth E. E. L. ver- 
trauen nach günstiglich verhelfen sein wellen. Das umb sy zu 
verdienen, gemelte landschaft . . . 

Grätz im landtag den 22. Januarij anno 1581. 

N. E. E. L. der Augsp. Confession zuegethan. 

97. 

Der Bischof van Seckau an den Erzbisciwf von Salzhur g: Weitere 
3Iittheilungen über die Vorgänge in Graz. Die Canfessionisten 
wollen nicht hlos jetzt, sotidern für alle Zeit versichert sein. 
Unzufriedenfieit der Katholischen. Klage, dass man auf den Rath, 
deti Landtag eine Zeit zu vertagen, nicht eingegangen sei. Aus- 
streuungen der Confessionisten tvider den Nuntius, als handle er 
nur den Venetianern und Welschen zu Gute. Sorge über die 
Pläne der Confessionisten wegen einer neuen Assecuration. Graz, 
1681 Januar 28. 
(Cop., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 45.) 

E. F. G. hab ich negst vom 17. diss unter andern 
letzlich geschriben, wie dass erzherzog Carl per dccretum 
seiner ersten erclärung execution diser zeit einzustellen dem 
gegenthail bewilligt. Weil ich aber derselben zeit kein ab- 





204 

abschrift des dccrets hab kiinncn schicken und ich dasselb i: 
vertrauen nacher bekumen, hab ichs dem d. Fückhler mitg 
thailt, der wirds E. F. G. zuordnen. Obwol wir geistliche 
vast darob erschrocken und lieber gesechen^ wann man ye di 
sach hat auf ain zeit wellen einstellen, dass man doch die ni 
exequirung nit also expresse verhaissen hat, damit sy int^ 
spem et metum wäm gestanden, so sein sy die confessionist^ 
doch noch nit daran zufriden gewest sondern wellen jetzt um 
jederzeit von aller execution versichert sein. 

Und ob sy woll vor 8 tagen selbs stark begert, die ex« 
cution so lang einzustellen, bis sy sich beschaidts von K. 
und den reichständen erholeten und die F. D* negst am 21. Ji 
nuarj soliches bewilligt, inhalt der hierin copei, die ich gleicl 
wol imlauter in grosser eil abzweckt, da ichs, allein zu übe 
lesen, in vertrauen bekumen: so wellen sie doch jetzt auch n. 
zufriden sein, unangesecheu, dass I. D* darundter schwäre un- 
uns catholischen widerwärtige puncten mitlaufen lassen, sende 
Uch disen, dass alle sachen bis auf solche I. D* resolution L 
jetzigem standt soll bleiben. Dan weil sie iren standt oder 
ligionsexercitium gar zu hoch und weit ausgespandt, darundte^^ 
den cathoUschen mit den vogteien und andern eingriffen, itei 
neu erpauten kirchen vill entzogen und deswegen gar 
beschwär und clag zu hof hangen : was man nun darwid^ 
wolt fumeraen, werden sie antworten, es blib in jetzige] 
standt und sie möchten sich beschaidts erholen, wann s; 
wollten. Aber sy die confessionisten sein noch nit zufrideim ^ 
besorgen, der beschaidt vom kaiser und den reichsständet::^*- 
möcht auf die im reich religionspacilication gehn: sy wellen^, 
lieber bei der F. D* gethuner zuesag und concession ver— 
pleiben, zu dem besorgen sy auch, wann sy ein dilation ein- 
gingen, I. F. D* mechten sich cntzwischen besser versechea 
wider sy als er jetzt ist. 

Ich hab vor etlichen, da ich ir pertinaciam vermerkt und 
dass I. F. D' mit dem wenigisten nicht versechcn, noch auch 
weder mit K. M' noch mit benachbarten forsten correspondents 
und rath halt, dahin gerathen, I. F. D* sollt discn landtag auf- 
heben und auf ain monat oder 6 wochen erstrecken und uns 
zu hauss lassen, entzwischen der ersten declarationsexecution 
kain meidung thun, weder dass mau solche wöU exequim oder 
nit, item dass I. D* rebus sie stantibus an der Kämder negst 




205 

bewilligung ziifriden sein und kain andern landtag ausschreibeii 
sollt, man wurd doch nit vil über 501)1) fi. merer herauspressen, 
dann sollten beeder landen landtäg unter ain zeit kumen, so 
wurden sie Ätisammen corrcspoodieren und I. D* so vil merer 
trucken kliuen, aber man hat nur wort throungen und nun in 
disen labjrinth kuraen. Gott schicks zum besten, 

Sie die confessionisten haben ain sehr scharpfe schrifFt 
wider den nuntium L F. ü' solche in seereto zu halten ab- 
sonderlich übergeben, die dann mir zu überlesen vertraut wor- 
den, darin sie sich etlicher schreiben, so inen ex Italia von nam- 
haften personen wären zukumen, bertiemen, als practicieret der 
nuncius sarabt seinen anhangen nur den Venedigt^ni und Wel- 
schen Fürsten zu guetem und fueren darin die Venetianer scharf 
ein, Weichermassen sie jederzeit wider Osterreich gewesen und 
warnen I F. Ü* als ganz getreue. Ich siehe noch nit, woe hin- 
aus die sach änderst besorglich geen möcht, als dass man inen 
den confessionisten ires begerns werd letztlich stat thuen. Vib 
leicht ist es bei etlichen dahin vorlangst angesehen worden, 
dann man vast in allen antwortschriften mit verscbrautften clau- 
sulen etwas nachgesehen. So haben sy ausgeschriben denen 
nobilibus absentihus sambt iren gewachsen synen hieher zu 
kumen und sein ohnedies bey 40 vom adl alhie* Ist zu be- 
sorgen, sie werden sambt denen ans KilrnJten auf ein neue 
assecuration irer religion trißgen und müchtcns noch lang 
treiben mit 1. D'. Grätz am 23. Januarii ira 8L iar. 



Anlangen drs ErshfTTOfß an tUe Prälaten um Vermittlung hei 
den Lnndleutnt. Weitere Vorgänge, Die Cotift^sim^isten driftgen 

durch. 



Post scripta: 

Genedigister ftlrst und lierr. Die F. D* haben nechst am 
20. dies, unib 4 uhr abents mein und die prillaten vor sich und 
ihre camerräth begert, und uns dahin weisen wellen, wir sollen 
uns bei den 1 an dienten der A. C. für uns selbs anmelden, und 
sie auf guete mitl weisen. Ich geantwortt, sie nemen kein mitl 
an, 80 ihrer religion zuwider, so wüll uns nit gebaren, sie auf 
mitl zu weisen, die unser religion zuwider, doch auf L D* gnä- 
digste meinnng, Avollten ich und die prälsten, deren gleicijwohl 



I 



206 

nur zween waren, darauf gedacht sein, was hierinnen zu thuen, 
darauf wurd uns der confessionisten replicschrift, so sie vom 
19. dies I. D* übergeben, zuegestellt, uns darinn umb rath zu 
ersehen. 

Ich unser guetbeduncken in eill, alls mit signo A zu 
sehen, verfasst und am 21. tag Januarii dem herm canzler, 
fruer tagzeit zuegestellt, uns aber nichts unterechrieben, dann 
so haben I. F. D^ eodem nachmittag einer ganzen landschaft 
geen hof ein stund geben und mit kurzen werten I. D* schrift- 
lich antwort, den confessionisten zuegestellt und bevolchen, wir 
sollten all zugleich aufs landhaus geen und nun zum landtag 
greifen. 

Im herabgeen spricht der Hofmann zu mir, die Schrift 
lautet allein auf sie. Sie miiessen sich allein darüber berat- 
schlagen. Ich geantwortt, I. D* hätten uns all aufs landhaus ver- 
schafft, darauf Hess er mir die Schriften auf der gassen. Ich 
gesagt, sie dörfften sich nit vil darüber berathschlagen, allein, 
wie sie I. D* wollten deswegen danksagen, dann sie hätten, 
was sie begehrten, spricht der Hofman: Ich hätt wahrlich die 
pursch längst zum weg bracht, wann es an des Nuncii be- 
troung mit den Venedigern und Wälschen fiirsten war gewesen, 
und Er, Hofman, wendt sich auf der gassen gegen allen land- 
Icuten und spricht, weil es nun spat, so wollt' er auf den man- 
tag die berathschlagung einstellen; damit hat er mich und die 
prälaten von inen bracht; aber sy sein darnach alsbald zu- 
sammen in das landhaus gangen und die empfanngen schrift 
berathschlagt. Datum ut in literis, 23. Januarii anno 81. 



Einlage zu dem Schreiben vom 23. Januar: Fortsetzung A. 
(Gutachten des Prälatenstandes über die weiteren Verhandlungen 

am Landtage.) 

Wir haben denjenigen herrn und landleut, so die A. C. 
verfechten, vom 19. dits ubergebne replicschrift mit einander 
durchsechen und dann vleiss(!) nachgedacht, durch was mit] und 
weg irem weitläufigen difficulticrn möcht diser zeit, ausser 
mehrer und langen unser waren catholischen religion nach- 
theiligem zusechen, abgeholfen und sie das gränitzwesen vor 
die band zu nemen bewegt werden. 



207 

Weill dann sie verharrlich und mehrer dann zu vil sich 
auf der F. D* fUrstlich so mündlich so schriflFÜich zusagen fun- 
dieren, und darwider zur zeit nichts vermeinen einzugeen, dass 
sie sonder ir habende schein so für gewiss anziehen, dass sie 
auch verhoffen, der reichsstand iudicium und entschied dar- 
wider nit sein werden, und die F. D* nit vermeinen, dieser 
aeit mit ihnen verrer diese sach über bishero verloffne beant- 
Wertung zu tractiern, sonder allein blöslich aus allerlei gueten 
bedenken dahin sehen, wie diser span an nachtheil des grenitz- 
wesens möcht auf ein kurze zeit eingestellt oder prorogiert 
werden: 

so khünen wir ihn auf kein mitl noch weg gedenken, mit 
deuen wir bei ihnen den landleuten mit fueg und frucht möchten 
ftbrkhumen, und sie bereden, von irem vorhaben abzusteen. 
Dami was wir zuvor 'pro parte principis et nostre religionis 
bishero mit ihnen vilmals geredt, argumentiert und gebetten, 
sie allweg der fUrstlichen zuesag inheriert und sich nichts dar- 
wider bewegen lassen, also haben sie uns negst mantag ange- 
sprochen, nit dass wir bei und mit ihnen sonder bei der F. D* 
die sach irem begehrn zuc guetem sollen helfen mittin, denen 
wir aber uns geeüssert; weil sie aber damals selbs uns zu ver- 
steen gaben, ob ihr wichtiger religionshandel möcht eintweder 
auf ein concilium oder auf entschied gueter unparteiischer er- 
famer leut gestellt werden, und- sie diese zween weg nun bei 
der F. D* selbs schriftlich einbracht, I. F. D* auch sich darauf 
genedigist erklärt, der K. M* und der reichsstand entschied nit 
zu Wägern. 

So war unser einfältig bedunken, obwohl wir nichts höchers 
begehrn, als dass unser wäre catholische religion und iuris- 
diction purr gehandhabt werd, wie dies I. F. D* in der erb- 
huldigung uns stark zugesagt, und ohne diss aus cristlichem 
fursthchem gewissen schuldig sein, doch weil I. F. D* die Wich- 
tigkeit der Sachen aus gewisser Ursachen bis zur zeit gedenkt 
zu verschieben, so möcht vielleicht nit aus dem weg sein, dass 
I. F. D* auf ermelter herrn und landleut selbst gehorsamist an- 
langen simpliciter die Sachen verschob und einstellet, bis sie 
sich bescheids von K. M* und reichsstiinden erholleten, welches 
one zweifl inner drei monaten mehrer oder weniger gesehechcn 
kunt, und wurd; also hätten sie der clausel bis zur zeit ein 
erläuterung. 



208 

Doch versehenlich, sie werden ihres theils sammt ihren 
predicanten ainiges unfiiegs sich nit gebrauchen, bevor aber in 
allweg dass sie entzwischen das gränitzwesen wie bishero in 
gueter Ordnung hielten, wie sie dann dies wol thuen künden, 
allweil sie ein starke summa von der reichshüf neulich em- 
pfangen, auch die fertige bewilügung nun erst von tag zu tag 
erlegt und bezahlt wurd werden, dann sie vernünftig selbs zue 
gedenken, da sie das gränitzwesen diser zeit wollten stecken 
lassen, welches I. D* keineswegs sich zue inen versechen, dass 
I. F. D* muessten sich dessen annehmen und auf weg gedacht 
sein, wie es erhalten wurd; und in allweg soUten sie die ge- 
danken fallen lassen, dass sie sich (ausser des Türken) einiger 
feindücher that dieser zeit zu befarn, auch niemand hierin ver- 
dächtlich halten, wann nun I. F. D* auf dergleichen declaration 
oder wie I. F. D* besser im rath befunden, geen und sich re- 
solviern wurden, so kunnen wir alsdann uns bei ihnen den 
herni und landleuten anmelden und allerlei persuasion solches 
einzugehen fürbringen, und die sach zue befurdem, sie bitten 
und ermonnen. 

98. 

Die Landschaft A, C. an den Erzherzog: Beim ersten Anhören 
des jüngsten Decrdes (vom 21. d, M.) hübe man sieh der frohen 
Hoffnung hingeben dürfen, es werde der leidige Missverstand bei- 
gelegt werden. Nachdem man aber diese Schrift ein zweites und 
drittes Mal vorgenommen, ersehe man, dass der Landsdhafl da- 
mit weder geholfen noch einige ,Vergeunssung^ zu Theü würde. 
Indem sie frühere Motive wicderlwlt, bittet sie, dass der ganze 
Streit bis zu einer künftigen einJwlligen Vergleichung auf sich 
beruhe. Sollte das nicht zu erreichen sein, so soll die Land- 
schaft, bis sie ihre Sache an Kaüer und Reich gei)ra€ht habe, 
bei ihreyi in der Erbhuldigung und der Pa^iification erlangten 
Bewilligungen verbleiben. Was van einem künftigen Handel ge- 
sagt werde, nehme mun unter der Beditigung an, dass die Re- 
ligionspacificatian duselbst keine nndrige Auslegung erfahre. Der 
Handel müsste sofort und eJie noch die Beunlligung gescJifke, an 
die Hand genommen werden. Graz, 1580 Januar 24.^ 

(L.-A., L.-H., Sötzinger, Stattli.-A. Innsbruck, wie oben.) 

* Das Stück lieort nocli im Origrinal vor und ist von 66 Mitgliedern de» 
Landtag&s unterzeichnet. 



209 

99. 

,F. D' endliche und gn, erleiiterung/ Graz, 1581 Januar 20, 

(Einstellung des Decrets vom 10. December 1580 bis auf einen 

nädisten Landtag und bis sie sich bei I. M Raths erholt.) 

(L.-A., L.-H., Sötzinger, Statth.-A. Innsbruck, wie oben.) 

. . . WiewoU ... I. F. D* darfUi' gehalten^ dass man iren 
gn. willen und mainung aus berüerter irer negsten schrifften 
gnuegsamblich vernemen mögen, jedoch weil die von herm 
und der ritterschaft I. F. D* so unterth. umb derselben mehrem 
Terstandt und erleuterung bitten, so haben I. D* ihnen solchts 
auch nicht waigern sondern hiemit lauter und rund zu er- 
kennen geben wollen: Nachdem I. F. D' ihnen hievor auf ihr 
beschehen underthenig bitten der bald anfangs in gedachten 
religionssachen genommenen resolutionseinstellung, wie in I. D* 
schrifften zu sehen, bewilligt, so sollen sie I. F. D* darumb 
trauen und glauben, dass sie I. F. D^ wider solche ihr 
bewilligung und einstellung ihrer resolution in ainig 
weeg weder selbs beschwären noch solches andern 
leuthen zu thun g^estatten, sondjern es bey solcher 
ihrer bewilligung und einstellung gänzlich beruhen 
lassen wollen, bis auf ainen gemainen landtag, also 
und dergestalt, dass sie hiezwischcn so woll als I. F. D* 
den Bachen weitter nachgedenken, sich darunder bey 
I. K. M* oder wo es ihnen gelegen oder gefellig, mehrern 
raths erhellen und dann zwischen I. D* und ihnen auf 
dem negst körnenden landtag von saclicn weiter also 
gn. und milde handlung gepflogen werden, darob sie 
verhoffentlich kain billiche clag haben sollen. Und 
weil sy nun mit solcher erleuterung und vcrgwissung, so wol 
vor I. F. D* als andern mehr den überflüssig allenthalben ver- 
sichert und sich ainicher beschwärung oder vemeuerung nicht 
besorgen dürffen, doch dass sie sambt dem ihrigen auch alle 
Sachen in dem vorigen standt bleiben lassen und gegen I. F. D* 
oder derselben religionsverwondten desselben gleichen wider 
ihr zuesagen nichts flirncmben, so versehen sich demnach 
I. F. D* ganz gn., sy werden sich hierauf der schuldigen 
gebür für sich selbs weisen. An diser I. F. D* so gn. 
aufrechten erclärung und vcrgwissung unterth zu- 

FoDtes. n. Abth. Bd. L. 14 



210 

friden sein und nunmehr zu der landtagsproposition greiffen, 
auch dieselb sobaldt mllglieh zu orth bringen lassen^ weil 
solches die unverraeidenlich Vaterlands notturflFt erfordert, I. D* 
auch die andern beschwärungen ohne ferner einstellen ftlr 
banden nemen und sich darunder mit gnaden entschliessen 
wollen. 

Decretum per archiducem 26. Januarii anno 1581. 

Wolfgang Schranz, doctor. P. Wantzl. 

100. 

Hans Kohenzl an Hoffmann: Er hohe das Seinige treulich ge- 
thmi. Die Lamlschaft möge es etwa mit dem (Hof-)Marschall 
versuchen. ImTostscriptum:Vermittlxmgsi^orschlagKohenzVs. Das 
nngrfocJdene Decret soll stillschweigend unausgeßhrt hleilßen. 1581 
Januar nach dem 28, 

(Orig., L.-A , Reform.-A., Allgem.) 

W(olgeborner), gunstiger herr. Ich hab, weiss gott, das 
meinig treulich gethan und weiss im weitter nit zu thuen, der 
allmechtig schick es alles nach seinem gn. willen, und weil ich 
das glück nit gehabt, dass wir was richten mögen, so ver- 
suechs der herr mit dem herrn marschalk oder der andern 
herrn rätte ainem. Sodann will ich gern weiter helfen und 
ratten, was ich immer wird können. Aber also lass ich immer 
die Sachen gentzlich bey dem, so geschehen, pleiben und thu's 
sonsten dem herrn zu diensten bevelhen. 

E. L. (sie). 

d. 

H. Kh. 
Postscripta : 

Ich gestee, dass ich praecedentia nachten alsbald des 
herrn dreger zu mir komen, etwas aus unmuet geschriben. 
Sidcr hab ich mich aber colligiert und volgends dem herrn nit 
verhalten sollen, da es den herrn annemblich war, woUt ich 
mich eisserlich befleissen, volgenden weg in richtigkeit zu 
bringen, darzue ich dann den herrn allerhand Ursachen halben 
für irer mer als zu meiner ainigen verschreibung riete, als 
nemblich, dass die herrn geheime rätt mit einander den herrn 
ain solche recognition gäben, wie volgt: 



211 

Wir, I. F. D* unsers gn. heim gehaime rätte zu end dises 
mit eigen hauden underschriben bekennen offenlich bei unsern 
würden und eren, als sich zwischen I. F. D* und denen von 
herm und der ritterschafilt diss ftirstenthumbs Steyer unsern 
lieben freundlichen herm des decrets halben, so I. F. D* vom 
10. December negsthin in den religionsachen ergeen lassen, 
etwas missverstandt und irrung erzeigt, dieselb auch je lenger 
je weiter einreissen, umb dass I. F. D* von demselben irem de- 
cret nit weichen, sy aber I. F. D* beharlich und bestendig 
gebetten, inen wider die etwo in Sachen erfolgte vergleichungen 
nichts zuezumueten, derwegen dann der granizen versehung 
und alle andere gemaine landtagssachen nit fürgenomen werden, 
sondern zu des vatterlands merklicher gfar bestecken wollen, 
dass wir darauf unserm tragenden ambt nach den Sachen bey 
I. F. D* und sonsten zu helfen und zu steiern nit underlassen 
sondern wie I. F. D* vor diser zeit auf irer deren von herm 
und der ritterschaft freundtlich vleissig bitten in underthenigkeit 
dahin vermögt, dass sy gedachts decrets execution eingestellt 
und sich im negsten gemainen landtag verner gn. vätterlicher 
handlung in Sachen mit gnaden erbotten, also haben wir inen 
auch zum Uberfluss und aus getreuer christlicher wollmainung 
mit I. F. D* gn. vorwissen, willen und ausdrücklicher be- 
willigung, wie eben vermeldt, bei unsern eern und wirden in- 
sonderheit zuegesagt und versprochen: erstlich dass sy I. F. D* 
bey solcher einstellung und Suspension gewisslich pleiben lassen, 
darwider in ainig weeg weder flii' sich selbs noch durch 
andere bekommern, betrangen oder beschwären, wie auch in 
der gedachten vorhabenden handlung sich aller gn. vätterlichen 
gebuer, darob sy unseres gentzlichen erachtens kein billiche 
clag haben sollen, gegen inen erweisen werden. 

Und zum andern, dass wir I. F. D* aigentlich zu kainem 
andern ratten, sondern uns unter sollicher handlung ftlr unser 
person dermassen erweisen wollen, darob ein ganze E. L. sy 
die von herm und der ritterschaflft wie auch meniglich sehen, 
abnemen und im werkh spüern solle, dass wir uns allenthalben 
nach der eeren gottes nichts mer dan I. F. D* unsers gn. herrn, 
des gemainen vatterlandes und zumall ir deren von herrn und 
der ritterschaft ewige und zeitliche wollfart zum hosten ange- 
legen sein lassen. Das sagen und versprechen wir inen genz- 
lich zu, getreulich und ungeferlich. Grätz. 

14* 



212 

Vennaint mein gonstiger Herr, dasa den Sachen auf ein 
seilen wecg zu lielfen, so lass er michs wissen. Wo nit, alle 
Sachen gott und der zeit bevolhen. 

E. L. 

d. 

H. Kh(obenzl). 

(Ohne Datum.) 

I. F. D* ratt herrn Hanss Fridrichen Hofman freyhenm 

meinem gn. herrn. 

(Siegel Abgefallen.) 



101. 

Hans Kohenzl von Prossegg an den Landmarscholl Hans Fried- 
rich Hoff mann: Dringendes Ersuchen, die Landscliaft möge tnü 
des Erzherzogs letzter Erklärung zufrieden sein und endlich zur 
Proposition greifen. 1581 Januar 27 (oder 28), 

(Orig., L.-A., Relig.-Reform., Allgem.) 

Wolgeborner freyherr, gonstiger herr. Nachdem ich för- 
sorg getragen, dass ich villeicht den herrn, wie ich mirs für- 
genommen gehabt, im haus nit erwischen, sonder der herr 
schon in der versanibhing sein wurde, hab ich mich mit disem 
zedl gefasst machen und solchen dem herrn in gedachten fall 
zuesclücken wollen. Dem herrn sambt dem herrn landsver- 
weser, den hen*n verordenten und andern herrn, die ihnen des 
vatterlandes wolfart insonders angelegen sein lassen, aus aigner 
treuer bewcgnuss aufs höchst und dienstlichist bittend und ver- 
manend, die jetzigen Sachen dahin zu richten, damit man mit 
I. V, D' jüngsten erclärung zufriden sei und nunmer zu der 
landtagsproposition greiffe, dann sonsten mögen mir die herrn 
vor gott glauben, dass man I. F. D* mit dem widrigen zum 
höchsten betrieben und dennocht meines aigentlichen Wissens 
nichts merers erhalten wird, da halt I. F. D* alles steen und 
gott walten lassen müssen. 

Darumben und weil ich je von den hen^n sament und 
sonderlich aigentlich waiss, wie sy an I. F. D* ain frommen 
gottsäligen herrn haben, dass sy auch desselben gleichen 
I. F. D* herzlich lieben und iro mit wissen und willen nit gern 
ainiche widerweii;igkeit oder belaidigung zuefiegeten, so bitt 



213 

und verman ich die herrn aus treuem guetem herzen hiemit 
in der besten form als es imer sein mag, dass die herrn nuemer 
zuelenden^ I. F. D* mit verrerm suechen und begern verschonen 
und in summa nit ctwo so vil auf diss oder jenes als darauf 
sehen und bedacht sein wollen, damit I. F. D* die väterliche 
affection, so sy zu dem herrn und ganzer gemainer landschaflFt 
tragen nit allain in ainig abnemen komen, sonder vilmer dar- 
mit gegen uns allen waxen und ir also herwiderumb gemaines 
vatterlands wollfart und fromen je lenger je mer und heisser 
angelegen sein lassen werden, wie auch desto mer ursach 
haben, den herrn in vorsteender handlung mit desto spüer- 
lichem gnaden und senflftmüetigkeit entgegen zu geen. 

Der alknechtig gott, so der herzen erkenner ist, waiss es, 
dass ichs mit den herrn zum treulichisten maine; derhalben so 
will (ich) hoflfen, die herrn werden es auch nit änderst ver- 
steen sondern dise meine getreue vermanung der notturfiit nach 
zu gemüet fiern und sich darauf dermassen zu weisen, damit 
wir uns baiderseits darob erfreyen und I. D* selbs sagen und 
bekennen möge, dass man ir, wie man vor gott schuldig ist, 
dannocht nachgegeben, I. F. D' allenthalben in billichem respect 
gehabt und an ainicher schiddigkeit nichts durchaus erwinden 
lassen. Das wird den herrn bey menniglich ruemblich, wie 
auch, als war mir gott helfF, der Sachen yoitzo und hin furo vill 
fiirstendiger und sonsten den herrn in allweg gegen seiner got- 
lichen majestet und der weit verantwortlich sein. Darumben 
so will ich mich zu den herrn pro communi patriae salute ac 
incolumitate kaines andern versehen. Da aber je dessen un- 
verhindert die herrn ir notturfFt sein vermainetcn, I. F. D* noch 
was in Sachen zu bitten, so ratt ich treulich, dass es die herrn 
in der antwort auf die landtagsproposition thüen, damit nur 
I. F. D* bei guetem willen erhalten werden und iro nit etwo 
gedanken machen, die baiderseits nit guet wären. Der herr 
thüe sambt den andern herrn sein bestes darunder. Ain ganze 
E. L. wird dem herrn darumben dankbar sein, wie ich dann 
warlich darfür halte, dass die herrn jetziger zeit dem Vater- 
land kain grössern dienst thuen möchten. 



E. L. (sie), 
Praesent. d. 28. tag januarii 81. 



d. 

H. Kh. 



214 

102. 

Der Erzbischof von Salzburg an den Erzherzog Ferdinand: Mit- 
theüung aller Schriften, die ihm in der steirischen Sache von 
Graz, Frag und Münclien zugekommen. Salzburg, 1581 Januar 27, 

(Orig., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 45.) 

Durchleuchtiger . . . E. L. freundlich schreiben vom 12. 
diss gegen wllrtigen monats haben wir bei vnserm rat Dr. Bal- 
thasar Hofinger woll empfangen vnd daneben sein münd- 
liche relation, aus welcher wir E. L. freund-nachbarlich vnd 
gar wilfarig erbieten, auf sein gethan mUndlichs werben ver- 
standen, zu s(mderm freund- vnd dienstlichen gefallen angehört, 
thuen vns des alles gegen E. L. freund-nachbarlich vnd dienst- 
lich bedanken, vnd solle vns E. L. auf alle zuetrag vnd noth- 
ftül, darvor vns der almechtig gott gn. behuetten welle, hin- 
widerumb auch zu jederzeit vnserm vermugen nach wilfarig 
vnd berait finden. 

Und damit E. L.. derselben begem nach ain wissen haben, 
was vns von dem durchleuchtigen auch hochgebomen fiirsten 
. . . herm Carolen, erzherzogen zu Osterreich vnd herm Wil- 
helmen pfalzgraven bei Rhein, herzogen in Obern vnd Nidem 
Baym auf vnsere gethone schreiben fiir antwortt ervolgt, so 
schicken wir E. L. von denselben schreiben vnd dann auch, 
was vns seiderher von vnsern raten, so wir zu Gratz haben, 
vnd andern orthen zuekomen, hiemit copias. Was vns dann 
auch von der R. K. M* vnserm allergenedigisten herm auch 
erzherzog Ernsten zu Osterreich Lieb für antworten vnd auch 
sonsten von andern orthen mer, disses beschwärlichen handeis 
halben, weiters einkomen wirdet, das wellen wir E. L. zu 
jederzeit freund-nachbarlich vnd vertreulich communiciren. 

Welten wir E. L. auf obangeregt derselben schreiben nit 

pergen vnd sein derselben zu allem freund-nachbarlichem vnd 

dienstlichen willen jederzeit wolge wegen. Datum in vnser statt 

Salczburg den 27. January anno 81. 

(eigeuhäudig) : 

Hanss Jacob, 

ertzbischove zu Salzburg. 

(Siegel aufgedrückt) 



215 

103. 

Der Erzhischofvon Salzburg (an den UerzogWühelm von Baiern[?]), 
iheiU ihm die letzten Nachrichten aus Steiermark mit, Salzburg, 

1581 Januar 27. 

(Orig., 8tatth.-A. Innsbruck, wie Nr. 45.) 

Durchleuchtiger Fürst, besonder lieber herr und freundt; 
unser freundlich dienst und was wir liebs und guets vermugen, 
zuvor. E. L. werden ohne zweifei dasjenige, so uns aus Steyr 
in der bewisten Sachen zuekummen, und wir E. L. vorgestrigs 
tags zuegeschickt, empfangen haben; dieweil uns dann heutigs 
tags abermals durch die unserigen etwas wenigs übersendt 
worden, so haben wir nit unterlassen sollen, unserm beschechnen 
zuesagen nach E. L. solches auch zu communicieren, als es 
dann forthin nit weniger beschehen solle, dann E. L. zu freund-, 
nachtberlichen und dienstlichen willen sein wir jeder zeit wol- 
genaigt. Datum in unser stat Salzburg, den 27. Januarii ao. 81. 

(eigenhändig) : 

Hans Jacob, 

erzbischove zu Salzburg. 

104. 

Erzherzog Karl an Erzherzog Ferdinand: dankt für die Mit- 
theilungen aus Salzburg, lieber den Verlauf des Streites mit den 
Ständen werde er nächstens sehreiben. Graz, 1581 Januar 30. 

(Orig., 8tatth.-A. Innsbruck, wie Nr. 45.) 

Durchleichtiger . . . Wir haben E. L. schreiben, darinnen 
sy uns desjenigen, was ihro der hoch würdig fürst unser be- 
sonder lieber herr und freund herr Johann Jacob, erzbischove 
zu Salzburg wider die von herrn und ritterstand, so in disem 
flirstenthumb Steyer der Augsp. Conf. zuegethan, ires S. L. ge- 
thonen drolichen Schreibens halben geschriben und Euer S^ L. 
darauf zur antwort gegeben erindert und berichtet, vom 12. dis 
woll emphangen und seines inhalts freundtlich verstanden. In- 
massen wir uns nun gegen E. L. umb solche communicier- und 
erinderung ganz brüederlich und vleissig thuen bedanken, also 
sollen und wollen wb auch nit underlassen, die zwischen uns 
und gedachten confessionistischen herrn und ritterstand bisher für- 



216 

geloffne handlung E. L. in kürz völlig zuezusehicken. Wolltens 
zwar stracks in anfang gethon haben, da wir gewiss! oder ver- 
maint hetten, dass sieh die sach so lang verziehen soUte, der 
gentzlichen ungezweifelten zueversicht, E. L. uns solchen Ver- 
zug änderst nit dan im besten deuten und vermerken werden, 
dann wir jederzeit in disen und in allen andern fällen unsere 
gemainen löbl. hauss Osterreich wolfart und der catholischen 
wahren religionserhaltung betröffend mit E. L. guete vertreu- 
liche correspondenz zu halten und zu gebrauchen gedenken. 
Die wir hiemit etc. . . . Geben in unser statt Grätz den 30. Ja- 
nuarii anno im 81*®°. 

E. L. 

(eigenhändig) : 

getreuer und guetwilliger brueder 
Carolus. 

In dorso: Dem . . . Ferdinanden erzherzogen . . . Inss- 
pruckh. Cito, citissime, cito. 

(Siegel aufgedrückt.) 

105. 

Antwort der Herren und Landlente A. C in Krain, so viel ihrer 
in Laihach versammelt sind, an die sfeirische Landschaft auf 
deren Schreiben vom 20. Januar: ihrem Wunsclie entsprechendy 
sollen die eingelaufenen Rdigionsschriften nächsten Manta^ (6, Fe- 
hruar) einem Ausschusse ihrer Glauhensgenossen vorgetragen und 
diese AngeUgenheiten reiflich erwogen werden. Laibach, 1581 

Januar Sl. ^ 

(Orig., L.-A., Rel. Krain.) 

106. 

Erzherzog Karl befiehlt die Einstellung seines Decretes vom 10. De- 

cember 1580. Li Religianssaclien habe Alles in dem Stande zu 

bleiben, wie es vor diesem Decrete gewesen, 1581 Februar 3. 

(Orig. und in 4 Copien im L.-A., Ref., Allgem. Angel. Findet sich auch in 
den L.-A., L.-H., Sötzinger u. A. Gedruckt Loserth, Religionspacification, 

S. 98, 99.) 

^ Ein in der Sache ziemlich gleiches Schreiben Hegt auch vom 28. Januar 
vor. Ebenda. 



217 

Von der F. D* unsers gn. herm wegen derselben geh. 
landtschaffiby der A. C. zuegethon, hiemit anzuzeigen, dass 
I. F. D* ir der landschaft underthenigistes flehen und bitten 
mit 1. f. gnaden angesehen, nemlieh also, obwoU I. F. D* in 
yetzt wehrendem landtag den zehenden December anno acht- 
zigisten ain deeret ausgeen und bemelter landschaft anhendigen 
lassen, darinnen sich I. F. D* erelären, wie mans hinfuro in re- 
ligions- und andern in bemeltem deeret angezognen Sachen 
halten solle: so wellen doch I. F. D* aus allerlay hochwichtigen 
Ursachen bemelts deeret hiemit gn. einstellen und alles wesen 
in dem standt, wie es vor dato ermelts decrets gewesen, gn. 
noch verbleiben lassen, treulich und ungeferlichen. Das soll 
man sich zu I. F. D* geh. versehen und derselben darumben 
trawen und glauben. 

Decretum per archiducem 3. Februarii anno 81. 

Wolfg. Schrannz, doctor. P. Wantzl. 

In Sötzinger findet sich das Deeret ein zweites Mal mit 
der Datierung vom 1. Februar, wohl als dem Tage der Her- 
stellung des Conceptes. Dazu vgl. die beiden wichtigen Schreiben 
des Hofmarschalls Ambros von Thum an den Landmarschall 
Hans Friedrich Hoffraann vom 1. und 2. Februar. Gedruckt 
Pacification, S. 99 — 101. Eine Abordnung nahm dies Deeret 
in Empfang: ,Darllbcr hat E. E. L. durch derselben marschali- 
chen herm Hanns Friedrichen Hoffman frciherrn geh. ge- 
beten, dieweil die übergebne schrift kurz, I. F. D* wolle ihnen 
gn. ein abtreten verwilligen, welches beschehen und als E. E. L. 
die schrift dem zuvor verglichnen concept gemäss befunden, 
ist sie wiederumb fUr I. F. D* komen und wolgedachter herr 
marschalk ungevärlich gemeldet:' 

107. 
Dankrede des Landmarschalls Hans Friedrich Hoffmann, 

(Sötziuger, fol. 642 b — 643 a.) 

Durchleuchtigister erzherzog, genedigister herr und landts- 
fllrst. E. E. L. dieses ires geh. fürstenthumbs Steyr, die sich 
zu der A. C. bekennen, haben zuvor oftermals schriftlich und 
mündtlich mit gott bezeugend ausgefürt, damit sie es dann 



218 

jetzt abermals bestätigen, dass ainmal in dieser langwierigen 
und ganz beschwärlichen tractation nichts anders gesucht, ge- 
wünscht oder begehrt worden, dann wie zwischen E. F. D* . . . 
und derselben . . . landschaft beständiger gueter . . . verstandt 
gepflanzt, auch zeitliche und ewige wolfart langwierig erhalten 
werden möchte. In dem allen, was bishero ftii^eloffen, ist 
E. F. D* niemalen schuldt gegeben, oder ainicher verdacht auf 
sie geworfen worden. Dass man aber andere des landts und 
E. F. D* selbst widerwertige hierinnen verdacht oder beschul- 
digt, dessen hat man warlichen hochwichtige Ursachen gehabt 
Da wir nunmehr durch die gnaden des allmächtigen und E. F. D* 
milde zu dieser nähent gelangt, dass ainmal derselben über- 
raichte . . . letzte . . . erclärung keinen andern verstandt kan 
haben, sonderlich auf derselben gehalmen räthe und jetzt 
schlüsslichen herrn hofmarschalks in jüngster underhandlung 
beschehene erleüterung, dann wir unser gehorsamistes bitten 
jederzeit gestanden, nämblich dass menniglich und alle die, so 
under dem titul E. E. L. der A. C. zuegethan, begriffen, in 
ihrem gewissen unbetrüebt verbleiben und sich dem almäch- 
tigen gott, von grund unseres herzens, dann E. F. D* . . . .» 
bittundt, E. F. D* wollen sich fürbass auf keines ainigen men- 
schen widerwärtiges anbringen wider derselben getreuen land- 
schaft bewegen lassen. 

Und wie nun unserestheils alles misstrauen E. F. D* be- 
gehren nach gänzlich bei seits gestellt und wir uns zu E. F. D* 
. . . gemüeth nur des besten allzeit versehen und getrösten thun, 
also bitten wir dieselbe gar underthenigist, sie wollen uns unser 
öfFteres . . . anhalten ... zu keiner ungnad oder in wider- 
wertigen verstandt vermerken, allweil solches, gott waiss, unsere 
und unserer mitverwandten, an deren statt wir da sein, höchste 
und unumbgängliche gewissensnotturfFt erfordert, so wol wir 
auch hiedurch allerlay gemaines Vaterlandes mehr besorgende 
nachthailigkeiten billich verhüten sollen. 

Im zeitlichen wollen wir, wie verhofFenhch bisher jeder- 
zeit . . . beschechen, . . . dermassen . . . uns erweisen, darbey 
E. F. D* . . . erfahren sollen, dass wirs nicht in werten allein, 
sondern im werk und der that zu erzeigen begierig, also auch 



* Genau copiert; es scheint aber im Texte Sötzinger's ein Theil ausge- 
fallen zu sein, weshalb die ganze Stelle keinen rechten Sinn gibt. 



219 

zur berathschlagung der proponirten articel geh. und eheist 
greifen, darander auch E. F. D* ermahnung, wie es zwar des 
landts notturfft erfordert, nach mUglichkeit die fürsehung be- 
denken, dass in allweg E. F. D* im werk sptirn, dass uns ernst 
sey, ob es sich aber umb etlich wenig tag verweilen wurde, 
werden E. F. D* solches änderst nicht vermerken, dann dass 
jetzt ohne das die zeit ungelegen, darzue im prelatenstandt 
unsers wissens keiner hier ist und dann auch vil landleuth von 
wegen ihrer acta zum rechten verraiset, und doch viel daran 
gelegen, dass ein stattliche anzahl bey der berathschlagung 
sey. Es soll aber darunder durchaus kein zeit verabsaumbt 
werden. Damit thuet sich E. E. L. E. F. D* gehorsambister 
vieiss bevelchen. 

108. 
Antwort des Erzherzogs, 

(Sötzinger, fol. 642 b — 643 a.) 

Darauf I. F. D* vermeldet: 

Was mein mainung, das habt ihr schriftlich und mündt- 
lich verstanden und vemomben. Darbey lass ichs allerdings 
bleiben und höre gern, dass ihr alles misstrauen auf ein Seiten 
setzen thuet, wie es auch solches misstrauens nicht bedarf, dann 
ichs aus vätteriichen und treulichen maine, und wollet nunmehr 
zur proposition greiffen, ie eher ie besser, und darinnen nichts 
versaumben. Und obschon die prelaten nicht vorhanden sein, 
so werden sy doch, alsbald die nur vernomen, dass man zur 
Sachen thuen will, sich wiederumb hieb er verfügen. 

109. 

Die Ueherreichung der letzten Schrift an den Erzherzog. Am- 
schluss der Bürger vom Empfmige. 

Hierüber ist zu vermerken, dass als herr landtmarschalk 
die erkanndte letzte schrift in gemein fiirgebracht und E. L. 
iro die gefallen lassen, auch dahin geschlossen, dass zur bestilti- 
gung des grundts, dass hierunder die burgerschaft sowol als 
die herm und landleuth begriflFen, sie die burgerschaft mit zur 
überantwortung gehen sollten, allweiFs sonderlichen in kleiner 



220 

anzahl vorhanden^ nemblichen damals ausser deren von GriUz 
keiner als einer von Radkcrsburg gegenwärtig, deme nur zween 
von Grätz adjungiert sollten werden, und weil deren aUenthalben 
nur drey, I. F. D* dessen weniger beschwär tragen möchten, 
doch dass es dem herm hofmarschalk früher communiciert 
werde, welches durch herrn landmarschalk beschehen. Aber 
er hat sich dessen ohne beschaidnembung von I. F. D* nit 
understehen wollen. Darauf alsdann (er) herm Hoffmann nach- 
volgende brieflein mit aigner handt geschriben. ^ 

110. 

Erzlierzog Karl an den Magistrat von Graz: Strengstes Verbd, 
die katJwlische Geistlidikeit zu verspotten. Graz, 1581 Februar 9, 

(H. H. u. Staats-A. Steierm., Faac. XIX.) 

Von der F. D* dem burgermeister, richter und rath alhie 
anzuzaigen, es kome für, wie es auch die tägliche erfarung 
mitbringt, was gestalt das gemain volk von pueben, knechten 
und andern die catholischen priester und ordensleuth, wann sie 
in der statt iren geschafften nachgehen, spöttlich antasten, auf 
sy wischlen und verspotten und solches ye lenger ye mehr 
überhand neraen solle. Dieweil aber solche ungebur keines- 
wegs zu gedulden oder zuezusehen, sondern mit hohem ernst 
abzustellen und darmit andere besorgen dt gefar zu verhüeten, 
so scye demnach irer der regierung ganz ernstUcher bevelch 
hiemit, dass er, burgerraaister, richter und rath, die angezogne 
ungebür dcrmassen ernstlich abstellen und hin und wider in 
der Stadt ir vleissig aufsehen auf dergleichen fräffler und per- 
sonen, die der obgemclten priesterschafft so spöttlich zuesetzen 
und verschimpfen, notwendigUch verordnen, und im fall hierauf 
ainer oder mehr betretten oder erfragt werden, die dieser ver- 



^ Da e« der Erzlierzog* schwer verwunden hätte, wären auch Bürger bei 
der Abordnung gewesen, die ihm die Schrift überreichte, so sachte es 
der Hofmarschall Ambros von Thurn zu verhindern, indem er zu diesem 
Zwecke zwei dringende Abmahnungsschreiben an den Landmarschall 
schrieb. (Gedruckt in meiner Ausgabe der steierm. Religionspacification, 
S. 99 — 101): ,Man möchte doch dem Erzherzoge , den Nachstreich* lassen, 
sonst könnt's goh'n wie mit dem Kratzer. Hätten die Herren ihn selbst 
hinweg gethan, wär^ nichts daraus geworden/ Die Landschaft Hess sich 
dies gesagt sein. 



221 

Ordnung zuwider handlen^ sj an den pranger stellen^ daselbst 
mit ruetten ausstraichcn und darzue aller I. F. D^ erblande zu 
ewigen zeiten verwisen, auch nach gelegeuheit ihrer verprechung 
mit mehrer ernstlicher straflF gegen inen verfaren lassen; und 
sy von Gratz soUen die Sachen innen und ausser der Stadt 
also bestötten und publicieren, damit dessen menniglich erindert 
werde und sich hernach niemandts der unwissenhait zu be- 
clagen habe. Und wie sy ains und des andern fUrnemben, 
verordnen imd publiciern werden, dann desselben die regierung 
fllrderlich berichten. Actum Graz, den 9. Februarii anno 81. 

111. 

Die steirische Landscliaft A, C. an die von Krain: Mittheilung, 
,t€i€ das Rdxgionswesen cUhie steht und eu was glücklichem Weg 
es durch sondere Schickung Gottes gedielten^ Graz, 15S1 Fe- 
bruar 13.^ 

(Conc, L.-A., Rel. Krain.) 

112. 

Erzherzog Karl an Erzherzog Ferdinand: sendet ihm aUe zwischen 
ihm und den steiriscJien Ständen im gegenwärtigen Landtage ge- 
wechselten Schriften, Graz, 1681 Februar 14. 

(Orig., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 45.) 

Durchleuchtiger . . . Nachdem die zwischen uns imd denen 
vom herm und ritterstand, sich in disem unserm fiirstenthumb 
Steyer zu der Augsp. Couf. b.ekcnnend, in jetzigem landtag für- 
geloffne handlung nunmehr zum beschluss khumen, so haben 
wir unsem jüngst beschehnen erbieten nach nit underlassen 
sollen noch wollen, E. L. die ganze action ordenlich auf ein- 
ander, von N° 14 bis auf 22 inclusive gerichtet, hiemit bei disem 
aignen curier zu uberschicken, damit E. L. dieselb nit allein zu 
ihrer gelegenheit ersehen, sondern uns auch darunder ircn ge- 
trewen brüederiichen ratt und guetbedunken (da wir E. L. etwo 
künfftig darumben anlangen und ersuechen würden) desto besser 
erthaillen und widerfharen lassen mügen, inmassen wir uns 



* In demselben Sinne ist ancli an die anderen benachbarten Land.scbaften 
g««chrieben wordeir. 



222 

dann dessen zu E. L brüederlich und unzweifenlich versehen 
und bleiben . . . Geben in unser stat Grätz den 14. Februari 
anno im Hl. 

E. L. 

(eigenhündig): 

getrewer und guetwilliger brueder 

Carolus. 

In dorao: Dem durchl. . . . Ferdinanden . . . Innsbruck. 

Cito, cito. 

(Siegel aufgedrückt.) 



113. 

Die im Hofthaiding versamiiielten Herrn und Latuüeute van 
Krain an die Herren der Ä. C. in Steiermark: bestätigen den 
Empfatig ihres Schreibens vom 4, d., wonach aus besonderer 
Schickung Gottes und dem durch Hans Friedrich Hoffmann er- 
zeigten Eifer u)id Fleiss die Sache dahin gediehen, dass die 
F. /)' alles in dcfn Stand vor dem 10. December 1580 verbleiben 
lasse. Herzliclie Glückwünsche, naclibarlicher Dank für Be- 
mühung und treue Correspondenz. Laibach, 1581 Februar 15. 
(L.-A., L.-A., Orig. 10 Siegel aufgedrückt.) 

114. 

Der Erzbischof von Salzburg an Erzherzog Ferdinand: Mit- 
thidlung der in Steiermark vorgefallenen beschwerli^lien Ver- 
handlungen. Salzburg, 1581 Februar 17. 

(Cop., Statth.-A. Innsbruck, wie Nr. 45. Siegel aufgedrückt) 

Durchleichtiger . . . Was uns von der R. K. M* . . . in der 
. . . Steyrisehen be seh wärli eben handlung ... für gn. antwurtt 
ervolgt, das haben wir E. L. unserm . . . erpieten nach . . . com- 
municiern wellen. Von erzherzogen Ernsten L. ist uns auf dato 
noch nichts zuekommen, da aber solches beschicht, so soll es 
E. L. auch unverhalten beleiben. Dann E. L. allen freundt- und 
nachbarlichen auch dienstlichen willen zu erweisen sein wir 
jederzeit vorders wolgewegen. 

Datum . . . Saltzburg den 17. Februarii anno 81. 

(eigenhändig) : 
Hanss Jacob^ erzbischove zu Salzburg. 



223 

115. 

Breve Gregors XIIL an Erzherzog Ferdinand: Gibt seiner Freude 
darüber Ausdruck, dass Erzherzog Karl jüngstens für die katho- 
lische Religion wichtige Verordnutigen erlassen, zählt die von 
Ketzern drohenden Gefahren auf, mahnt Ferdinand, dem Bruder 
beizustehen, und hofft, der Kaiser und alle katholischen Fürsten 
Deutschlands werden ihm ebenfalls in seinen Nöthen beistehen. 
Born, St, Peter, 1581 Februar 18, 

(StAtth.-A. Innsbruck. Beilage zum Schreiben Erzherzog Karls an Ferdinand 
vom Jahre 1681 März 16. Wie Nr. 45.) 

Gregorius papa XIII. Dilecte fili nobilis vir salutem et 

apostolicam benedictionem. Quanta cum laude tum semper antea 

tum proxime in communi conventu versatus fuerit dilectus filius 

C a r o 1 u s archidux Austriae frater tuus, quid pro catholica re- 

ligione decreverit, non dubitamus et perspectum habere te et 

summopere laetari, tum propter perpetuam vestrae domus in- 

clytae laudem in hac ipsa religione tuenda, tum quod caput est 

propter Dei gloriam. Quanta autem cum perfidia haeretici eins 

decreti causa ab eo sint abalienati recusentque ei obtemperare 

et antiqua tributa persolvere accepisse te et indignari ac dolere 

tum fratris tum Dei ipsius causa, certum habemus. Quid enim 

indignius est, quam hostes Christi, qui summi beneficii loco du- 

cere deberent, suam perversitatem a catholicis principibus suis 

in locis perferri, tamen audere seditionem facere suoque exemplo 

caeteros sui similes commovere et conari, ut aut catholicam re- 

ligionem universa Germania ejiciant aut suis principibus frenum 

iBJiciant eosque deserant, prodant, quia videant ipsius religionis 

res Ulis curae esse? Si haec ita tolerantur, actum est de vestra 

omnium salute deque orthodoxae fidei cultu in Germania olim 

huic ipsi fidei addictissima, postea satan^e ministrorum fraude 

abducta, nunc autem eorundem factionibus oppressa et ne sese 

possit erigere suavissimamque veritatis lucem aspicere atque 

ad catholicam ecclesiam matrem suam redire prohibita; vides 

quo spectent perditissimorum bominum consilia, quantum peri- 

culum catholicis principibus immineat, quantum cathoUcae re- 

ligioni exitium comparetur. Frangenda est perfidorum audacia 

neque committendum, ut videatur deesse animus catholicis 

principibus ad suam dignitatem atque ad catholicam religionem 

taendam. Id fiet, si nobilitas tua praeclaram Dei gloriae in- 



224 

serviendi facultatem fuerit amplexa tanto studio et zelo, quan- 
tum causa ipsa flagitat tuaque pietas spectatissima poUicetor. 
Neque vero haec eo scribimus, ut nobilitatem tuam hortemur, 
ut velis auxilio esse fratri araantissirao in tarn gravi tamque 
communi periculo sed nihil iam diu audivimus indignius. Hor- 
tati etiam sumus et rogavimus carissimum filium nostnim Ro- 
dulphum Romanorum iraperatorem electum caeterosque prin- 
cipes catholicos, ad quos scripsimus^ ut omnibus auxiliis Carolum 
iuvent noquc eunctentur tarn perniciosum incendium extinguere. 
Hos etiam omnia nostra Caroli necessitatibus obtnlimus, ut 
autcm speramus neminem catholicorum Germaniae principum 
defuturum, sie nihil longius habemus quam dum id factum esse 
audiamus. 

Datum Romae apud sanctum Petrum sub anulo piscatoris 
die XVIII. Februarii 1581 pontificatus nostri anno nono. 

Änt. Buccapadulius. 

In dorso: Sig. cum. anul. pisc. Dilecto filio, nobili viro 
Ferdinande, archiduci Austriae. 

(Perg., Orig.) 

116. 

Der Jemitenprovincial von Steiermark Heinrich Blyssem an 
P. Büelem: ühr die Vorgänge in den kirchlichen Angelegen- 
heifen Steiermarks. Kein Friede, sondern ein Waffenstillstand 
sei geschlossen. Ersetzung der Protestanten in den Aemtem durch 
Katholiken. Massregeln für die Zucht d/ts Clerus. Eitle Sieges- 
freude der Stände. Eifer des Erzherzogs für die katholische 
Sache. Graz, 1581 3färz 14. 

^H. H. u. St.-A. Stoierm.) 

Ex Hteris meis 12. Febr. isthuc datis potuit R. V. satis 
intelligere, quomodo Stiriaca comitia satis feliciter absolvi ne- 
quiverint, nisi executionis intervenerit suspensio, qua sane mani- 
festae seditionis pericula gravioraque tam ecclesiastici quam 
pohtici Status damna, quae praesentissima cernebantur prae fo- 
ribus, caverentur et archidux rebus suis sicut modo facit rectias 
consulere posset. Hoc igitur indutianim tempore praeter occol- 
tissima quaedam antidota, quae parantur quidem sed litteris 



mandari tuto non possunt, nonnulla sunt domestic-a sed noii con- 
temnenda remedia, qiiae curandis bis vuhieribus arohidux Ili""^ 
dominl nuntii et aliorurn inductus consilio diligeDter et indies 
mdhibere satagit. Ex ilJis aliquot orJine receiisebo. Vacat iam 

|in Stiria supremi capitaneatus officium, qiiod post principem in 

fprovincia siipremum est, quando qiiidem ille capitaneiis loeum 

^principis gerit et ceteris omiiibuü provincialibua praeest. Et 
qaamvis bactenus illi capitanei fiierint haeretici et nunc domini 
provinciales niultum laljorant, ut iuxta raoreni antiquum unus ex 
ipsis eligatur, nihil tauien id curat archidux, qui plane consti- 
tuit sancteque R. D. nuneio promisit, se capitaoeuni velle cm- 
thoHcum constituere; qiiod et propediern ereditar facturus. De- 
lüde generalem dedit commissionem d. marsc hallo, qui iam auli- 
cis praeesty ne deineeps ullum haereticum sed cathoUcoB dun- 
taxat ofGciis aulieis praeticiat et Lutheranoa qui modo sunt 
paulatim eliminarc studeat; tum ipsemct archidux per se et alios 
pro maioribus uftieiis et dignitatibus oftieiales et consiliarioü 
cathobeos diligentissime quaerit. Supremus curiae magister antea 
fuerat bacreticua sed eo dimisso catbobcum iam habet prae 
maaibus. Camerae procurator erat Lutheranus, sed in eins lucum 
catholicum iam sufÜciet Ad excelsum regimen aliquot iam 

Lc^tholicoB discedentibus Lutheranis promovit, plures adbibiturus 
cathobeos, donec reginien totum quoad eius fieri poterit catho- 
licum evadat. Medicum catbobcum nuper adinisit, sicut et 

Ijtlios afficiales plures, et cum nois possit modo satis multos et 
idoneoä viros pro suis eonsiliis reperire, decrevit aliquot in- 
signiores iuvenes qui literalia studia iam absolverunt in iuridiea 
E^altate per aliquot annos fovere^ donec cum doetoratus gradu 

IsiifKcientem doctrinam et experienciam consequuti possint hiis 
»rovinciis servire atque prodesse. Insuper ad instantiam R. D. 
nuncü apostobci decrevit iam omnibus provinciarum praektis 

Let parochis scribere, ut iuxta concilii Trideutini praescriptum 
luisquam pro sua facultiite foveat alumnos in hoc pontiticio 
ßminario, quod bac ratione multum ad barum provinciarum 

futilitatem crescet. Et quoniam inter ipsum archiducem et ordi- 
»rios ecclesiasticos hactenus circa iuriödictionem ecclesiasticam 
»▼es quaedani difticultates et quasi simultates fuerant, quod 
ille Ordinarius negbgentiae, hi vicissini illum praesumptionis ar- 
guerent, quac res boiium rebgionis statum vel successum multum 
:kpedivity tandom id cfFectum est, ut archidux amotis eiuömodi 



986 



difficLiltatibus eupiat integro cum dominis ordinarÜB seeundujn 
equiim et bonum reconeiliari et umformiter cum illis sicuti oportet 
sentirc ac bonura ecclesiasticum promqvere, Unde iam ex sua 
parte consensit, ut iam ipse et ordinarii constituant utrimque 
certos commissarios viros pioe et doctos, qui coram 111™** d. nun- 
cio apostolico difficultates praedictas discutiant atque ventÜent, 
ut utraque pars iura vel officia sua probe cognoscat ac 111"" 
d, nunrius causam totam vel componat vel si opus fuerit ad 
pontiiicem maximum tamquam ad supremum in terris iudicem 
referat* ad extremum nee iJlud hoc loco dissimulandum est, 
quod nimirum postqitam exequutiouis dilatio petentibus dominis 
provincialibus concessa fuit, eo modo quo fuit alias significatum 
nee viderentiir illi confusi vel humiliati, falso persuaserunt civibus 
et plebiculae rem ipsomm esse salvam seque plus iam impetrasse 
quam habuissent autea ipsonimque concessiones iam esse con- 
firmatas nichilque iam periculi superesse etc. Quae quidem 
omuia aliaque plura licet falsissima acripserunt quoquc Viennam^ 
Pragam, Bavariara et ad varia loca^ ut sie passim Lutherani 
quasi nescio quam victoriani adeptj triumphaverint, catholieos 
irriserint, adeo ut non solum multi catholici viri gravea sed et 
plerique proceres et magnates in Austria et Ba varia per eius- 
modi falsissimos populi barbari nmiores in hunc errorem inducti 
fuerintj quasi Carolus archidux decretum auum revocasset et 
retrocessisset et haereticos in sua perfidia confirmasset, cum tarnen 
archidux et cius consiliarii sint io hiis omnibus innocentissimi, 
hinc ill"*^^* d, nuncius ap. archiducem Austriae Ernestum et du- 
cem Bavariae Guilieloiimi per literas de rerum gestarum veri* 
täte diligenter informavit, quod et ego facere debui, tam in 
urbem quam ad alia collegia et ad amicos nostros scribendo. 
Satis hinc archidux affligitur, quod hinc mundo quidquid agat 
satisfacere nequeat Ante comitia habebatur a plerisque 
catholicis non zelosus sed pusillanimis^ frigidus et quasi 
suspectus, an haberet animum aut voluntatem haereses 
extirpandi. Ut autem animis hominum suspicionem tarn sim- 
stram eximeret, decretum illud Ueet non omni ex parte perfec- 
tum pro reformationis tamcn initio sufficiens publica- 
Vit, divinae gratiae confisue^ quod provinciales essent obtempera- 
turi. Verum cum res aliter accidisset, ut nimirum illi potius omniii 
perdere quam obedirc vellent et archidux impetum ipsomni 
eonprimere non posset, concessit illis quatemcunque diiationem 




227 

exequutionis. Quod tarn urgente necessitate quam consilionim 
saorum compulsus unanimi consilio fecit. Et tarnen hanc ob rem 
▼nlgi calumnias evitare non polest. Haec ad cautelam significare 
Yolui, ut si forte tarn iniqui rumores et ad vos usque pervenirent, 
noverit R. V., quid sit de Ulis sentiendum. Grietii (sie) 14. Mar- 
tii 1581. 

R. P.V. filius in Christo 

Henricus Blyssemius. 

In dar so: Ex" literarum P. provincialis Austriae ad R. F. 
Buelem de rebus Stiriacis. 



117. 

Erehergog Karl an Erzherzog Ferdinand: theiU ihm seine Ab- 
sicht mit, demnächst einen Gesandten an ihn zu senden^ um 
wegen der Beantwortung des Breves sich mit ihm zu besprechen, 
Graz 1581, März 16. 

(Orig., Statth.-A. Innsbruck, ^ie Nr. 45.) 

Durchleuchtiger . . . Nachdem wir in erfharung khuraen, 
wasmassen die B. H* von unsertwegen in dem bewUsten religion- 
wesen E. L. an yetzo durch ain breve zu ersuechen, wir auch 
zn derselben ohne das ainen aignen vertrauten gesandten dero- 
wegen in kürz abzufertigen Vorhabens, demnach und da- 
mit hierinnen desto gewarsamer gegangen, so gesinnen wir an 
E. L. hiemit ganz freundKch, die beantwortung ermeltes brevis 
80 lang zu differiren, bis gedachter unser abgesandter zu E. L. 
ankumen und derselben gestaltsam aller Sachen auch unser not- 
turfft nach lengs angebracht haben wirdet. Das seind . . . Geben 
in unser stat Grätz den 16. tag Martij anno im 81. 

E. L. 

(eigenh.) 

getrewer und guetwilliger brueder 
Carolus. 

In dorso: Dem durchl. . . . Ferdinanden erzherzogen . . . 
Cito, cito, cito, p. 5. Aprilis anno 81. 

(Ort fehlt. Siegel aufgedrückt. Breve liegt bei; s. oben Nr. 11 ö.) 

16» 



228 

118. 

Erledigung der ,Beschwärartikd' in Rdigianssachen durch Ers- 
l^zog Karl, 1581 April 21. 

(Orig., L.-A. Ref. Allg. Angel) 

Von der F. D* . . . N. E. E. L. in Steyr zu berathschlagung 
der bewUsten proponierten articel verordentem ausschuss auf ire 
sambt und neben der andern lande abgesandten in religions- 
sachen eingebrachte underschidliehe besch wärungen anzuzaigen: 
Wiewol sieh I. F. D* solcher beschwarungen nit versehen, in 
erwegung, dass die jetzige Zusammenkunft allein von beruerter 
proponierter articl Rirderlichen abhandlung und vergleichung 
wegen geschehen, jedoch so haben I. F. D* angeregte beschwar 
nach lengs angehört und verstanden, sich auch darauf nach- 
volgenden besehaids resolviert und entschlossen: 

NämbUchen fUrs erste, was die ausgangne offene bevelch, 
dass man die catholischen nit antasten soll, belangt, da ist gleich- 
wol nit weniger, dass dieselben auf I. F. D* n. ö. regierung be- 
schehene vorgeunde andeutung und Verordnung, aber aus be- 
weglichen gnuegsamen Ursachen auf die vilfeltige clagen, so 
derjenigen halben, welche die catholischen priester und ordens- 
personen auf freyer gassen und sonsten angetastet, nirkomen, 
durch die von Gratz erfolget, wie sich dann auch solche bevelch 
allein auf die geistlichen erstrecken, und weil I. F. D* nie flir- 
khumen, dass ernennter E. E. L. angehörigen ichtes dergleichen 
begegnet oder zuegefuegt worden wäre, so erachten I. F. D* 
unnott zu sein, berüerte offne bevelch gebottner massen ver- 
ändern zu lassen, doch da I. F. D' künftig von iro E. E. L. 
oder den irigeu aine oder die ander dergleichen beschwar in 
specie fUrkhumen wirdet, so wollen sie sich alsdann der gebür 
ferrer gn. entschlicssen und darwider mit nottwendiger einsehung 
also erweisen, darwider man sich ftieglicher weis zu beschwären 
nit ursach haben solle. 

Zum andern die wider den herrn bischoven zu Seggaw, 
als der die von Radkerspurg in der A. C. exercitio bedrangen 
soll, fürgebrachte beschwärung betreffend, weil der pfarren da- 
selbst zu Radkerspurg lehenschaft ime herrn bischoven zue- 
gehörig, so hat E. E. L. nit fiieg oder ursach, sich dits orts 
wider ine zu beschwären oder ime ainiche mass oder Ordnung 



2m 

BU geben, zumal weil I. F, 1)' iru aiirli Hie dispositlon des reli- 
gionwcsons in iren stetten imd markten je und allezeit lautter 
vorbehalten. 

Inmassen sich dann am dritten L F, I> nit zu erindern 
wissen, d^ss sie der vogteien halben jemalen ychtes unf liegliches 
bevoichen oder verordnet betten, cbi aber von einem oder dem 
andern in specic ainiche besehwär fiirkhumen wirdct, so solle 
es alsdann I, F. D* thails an gebürender einsehung gleichfals 
nit crwinden, 

Schliesslieh und zum vierten ist I. F. D' dasjenige trembd 
tXirkhumenj was obbemelter E. E. L. aussehuss^ wider L B. H' 
nuoeium und den erzbriester alda in Steyer besehwärweis an- 
|j^ebraL"ht haben, angesehen, dass dieselben in iren angehörigen 
geistlichen bandlungen zu reprehendirn oder zu verhindern nit 
gebürt^ eonder er herr nuncius und erzbriester wissen sich in 
demjenigen, so inen ambts halten zuestehet, der gebür nach zu 
verhahcn. Derohalben E. E. L. sieh dessen hinfüro gänzhch 
uiassen und L F, D^ zu anden nit ursach geben solle. Und seiod 
sonsten raelirbeniehcn verordenten ausschuss sambt iren princi- 
palen mit l. f. gnaden wolgeoaigt. 

Dccretum per archiducem 21. Aprihs anno Hl, 

P. Wannzh 

119. 

lutian Erzli^jrzofß Karh in der Änffeleffenhdi der Jcrainiscfum 
Melufhnshe.'ichwerden. GraZy 1581 April 21. 

(Cop., L.-A., ReL KrÄin.) 

Die F. 1> , . . haben dasjenige gleich wolP nach lengs an- 
gehört . , * Weil aber sohch beschwär fiirnemblieh die burgcr- 
Bchaft betreffen, so betten L F. D* derselben zu E. E. L. gar 
nit vcrsebenj in erwegung dcoss L F, D* iro die disposition des 
religionswesens in iren stetten und markten wie wissentlich je 



* Der Aii09cbuBs, voa dem hier die RMe ht, hatte die Aufgabe, die Ver- 
Uaiidliuigeti wegen UeberuAlime der l. f. Scliiildenljujt eu Endo zu filhren. 
S. ♦Die dldiritiche Küligioiiapaciiicatiaii*, S. 1^6— üy. 

* Die Copie ist scbon gekürzt An die steirlsehe Landschaft übersendet 
wrirdsn. 




230 



und allezeit vorbehalten darbey sie es dann nochmaloD also 
verbleiben lassen . . , 

Was dann insonderheit weillendt hen-n Hannsen von Aners- 
pergs und Barttmeen Poschens angezogene ver widerte bestäti- 
gung belangt, weil sich sonderlich der Posch im leben von der 
catholischen kirchen gemainschaft enthalten, so het ime die 
scpiiltur daselbs auch wol gewaigerfe mügen werden. Nachdem 
aber nichts desto weniger ermelter von Anersperg im Parfotten 
chloster zu Laybach nnd der Posch ausserhalb der statt bei 
S, Peter, alda die rechte pfarrkirchen ist, begraben worden, so 
wäre billicher gewesen, I. F. D^ mit dieser besch wärung zu ver- 
schonen als sy damit zu behölligen . . . 

Decretum per archiduceiu 21. Aprilis anno 81. 

P. Wanzt; 



120, 

Er^hereog Karl an die in Gras anwesettdefi Mrnttwrischen Gt^ 

sanditm: die Besch wer de^mnJde in Religi4)nssachen seien eriedigi. 
Die Landsdmfl hat dah/r nicJd Ursache^ skh dieser Sachen weiter 
noch anzunehmen, SoUte der Bischof von Gurk zu ferneren Be- 
sdiieerden Änlass geben^ so werde er sich ihren Bitten nicht ver- 
schliessen. (Graz)^ 1581 A^wil 21, 

(L.-Ä., L.'A. 1581, CopO 



121. 



i 



Die Verordnetüfv von Steiermark an den Hofniarsehatt Ambras 
Freiherrn von Thurn: iihcr die anifeUickefi Schmühungen der 
Prädicanien gegeth Fapst und Jesuiten. Graz, 1581 Jtdi 21. 

(Conc^ K-A.f Reform. Bescbw.) 



I 



Wolgcborner, insimders günstiger herr hoffmarschalk. Auf 
dass ir uns kurz verschiner tagen von I, F, D* wegen stark zue- 

gesprochen, als sollte bey nnsern kirchen durch K E. L. praedi- 
kanten ungeblirliche Schmähung des babsts und Jesuiter zuwider 
der pacüieation beschehen sein, deren wir uns aber weder fiir 
uns selbst noch auch in ander weg in gehaltener erkiindigung fl 
in erinnerung kommen mügen, haben auch den herm schrill- 
lieh ermant, der herr wolle uns die Sachen schrifftlich, wie es 



A 



231 



etwa geredt sein solle und es L F, D* fürgebraeht, zuekomraen 
lassen. Solchs aber bis dato nii beschebeD. Nun wollen wir, 
gott waiss, für unser personen und im namen E. E. L, wissent- 
lich unverantwortliche ungebtlrliche handlung nit gern gestatten. 
Ungcaeht dass unser gegen thail die Jesuiter auch andere mehr 
dergleichen Privatpersonen sehr schmählieh und lästerlich von 
unser christlichen religion reden und uns zum ublisten ver- 
ketzern und verdammen^ welches gott der almechtig zu seiner 
»eit wol wirdt urteln. Daneben aber so kilmpt uns doch ganz 
schmerzlich ftir, und was zeihen sich doch solche unruebige 
heimliche felir aazünder, dass sie mit uneriindtlichen fÜrgeben 
für I. F. D* kommen und sagen darffen, dass bey der jüngst 
gehaltenen comedien Susanne, welches allain wegen der jugent 
exercitii angestelt, die nonnen^ so in proscenio fürkommen ^ 
I, F. D' schilt und wappen getragen solten haben. Wir sagens 
lait rainem gewissen und sollte es daran stehn, dass wir's bei 
unsenn leiblichen aidt bekennen müssen, dass es durch aus 
nit istj dann wir so nahen t dar bey gewesen, dass wir aigent- 
lic'h aller personen anlag und das geringste darbei ganz wol 
gesehen haben. So sind vil hundert personen auch darhoi ge- 
uresen^ die es gesebeUj und wir haben auch heimlich nachfrag 
gehalten, ob etwa dieselbigcn verborgener weiss dergleichen 
Sachen in banden oder in bussen versteckter gehabt, schweren 
sie hoch und teuer, dass inen solches nie in ir hertz und sinn, 
geschweigen in ihr hendt kommen sey, ausserdem dass sie vier 
Äipfelhüttl mit schelln aufgetragen und solches auch unwissend 
des rectoris und anderer personen gethan. Darin sie ja als 
narren ganz unweißlich gehandlet, aber es geschieht dennoch 
in andern spectacln etwa dergleichen mehr, aunderlich so sollen 
die Jesuiter wenig zuvor auch wie sie sagen in einer comedi 
die schuelpersonen bei unserer schuel zu ihrer Verachtung mit 
ihren claidungen auch abcontrafeet mit rutten lassen schlahen, 
aber es ist halt kinder- und narrenwerk und nit wert, dass man 
davon ichtes sagen solle. 

Wir bitten aber hieneben den herm ganz dienstlich, er 
wolle doch bey L F. D* anhalten^ dass sy dieselbigcn personen, 
die mit solcher verraessenheit etwas fürbringen und alles für 
gewiss anzeigen j namhaft macheUj damit doch ainst zu ordent- 
hcher ausfüerung und gewissen prob die Sachen gedeyen und 
L F. D' gn. warnemen klindte, ob dem gewiss also oder nit. 



Befindt sichs bei ordenliclier ausfilenmg des handelsj dass man 
alsdann gegen den verprcchcrn ernstlich andern zum exempl 
verfaren und im fall der anzai^er mit ungrundt fürkhomen wäre» 
gegen ine mit gleich massiger sti^aff furgehcn mtige, sonst ist des 
heiniliehen zusagens und anclagcns, gott gebe dem sey also 
oder Ulf, so vil und one mass, das warlich zu erparraen, dass 
Bolehe leut weder L F. D^ noch icmandts andern auch ihrer 
selbst nit verschonen sundern nur dahin geuaigt sein, ungUick, 
unriie und Widerwärtigkeit anzurichten. Wir mainen e^ gott 
waiss treuherzig und ohne alle gefahr wol und guett. Und ist 
uns auch nichts liebers, dann dass allenthalben und menniglich 
zu ruhe wäre, und wirdt ine der Lerr seines tbails, zu dem wir 
im nainen E. E. L, ein guetes vertrauen stellen, gantz woJ zu 
thiien wissetty uns daneben dienstlich bevelchendt* Gratz den 
21. Juiij anno 81. 

Verordente 

An herrn hofmarsehalck I. F, D* 

gehaimen rath. 



I 



122. 

ErMherjsog Karl an Erziierzog Ferdinand: bittet, ihm dos 

sagte Gtituchten in negoiio rdi{fmm um so gewisser mid eher r« 

ühersetiden, als dw Abhält um] des Lavdimjes von Steiermark bc 

vorsieht. Graz^ I5öl Sc^Hrnnber 18, 

(Orig,, 8tatth.-A. Innabruck, wie Nr. 45.) 

123. 

Mirähersög Karl au Ferdifmnd: semhd ihm die nach seinen Wün- 
schen gebesserte Inslrndion zurück und hiiiet um die Absendut^ 
von Commissären uml Eäilicn, Gras, 15öl September M 
(Origk, ebeudji.) 



124. 

'zherBog Ferdinand an Erzherzog Karl: Bmrfheilung der 
Religiomangelegenheiten in Steit^mark im Landtage üO» 
1580—1581, Innsbruck, 1581 November 25. 
(Concept, SutttK-A. Innsbnick, wie Nr. 46.) 




233 

Durchleuclitiger . . . Nachdcme uns durch E. L. noch den 
14. Februarij dis äu end streichenden iars die handhinp^j was 
sich zwischen E. L. und denen vom herrn und rittcTstand in 
. . . Steyr . . , Augsb. Conf. . . . im jurig-st yai üratz i^adialttien 
landtag der religionssachen halben verloffen, neben diesem 
bruederlifhen vermelden übersendet worden, damit wir dieselb 
nit allein zu unserer Gelegenheit ersehen yimdern E. L. iiueh 
dariinder unsern getreuen rath nnd ja^uetbedunken . . . mittaiJen 
meehten, . . . haben wir darauf alle ubcrschiekte sehriften nach 
lengs abgehört und erstlich daraus so vil befunden, dass E. L. 
sieh gleich wol ganz eifrig . . . der christliehen sachen angenonien 
nnd dasjenige gethan, was zu widere rholung und erbaltuug un- 
serer alten wahren catholischcn religion und ausreutimg der 
eingerissenen newen veriuerischen seetcn furstcndig und dienst- 
lich sein mngcn, dass aber hergegen sieh die stend in allen 
iren schrifften ganz ungehorsam^ widerwärtig, auch trutzig^ hals- 
Btarrigj ja dermassen erzaigt, dass sy die Sachen entlich dahin 
gebracht, dass E. L, letztlieh von irer anfangs gethanen er- 
clerung und publicierten deeret widerumben gewichen, dasselbig 
eingestellt und alles wesen in dem stand, wie es vor dato ermelts 
decrets gewesen, verbleiben zu lassen bewilligt, mit dieser bc- 
schliesslichen verkündung dass man sich dessen zu K L. geh, 
versehen und derselben darumben glauben und trauen solle. 

Nun tragen wir gar keinen zweiti * , . dass E. L. zu sol- 
cher einsteliung , , . hochlich verursacht und gleichsam gezwungen 
and gedrungen worden, umb so vil iner wir dann mit E. L. . . . 
mitleiden . . . haben . , - 

Wir befinden aber die Sachen je lenger je beschwerlicher 
und im grundt warlich dermassen geschaifen, dass wir hier- 
innen nit wenig ansteen, dann E. L. selbs vernunftigbch wol 
zu erachten, dass disen leuten durch angeregt nachsehen und 
bewilligte einsteliung des angeregten [iublicierten decrets aller- 
erst noch ein merer herz gemacht . . ,, derwegen rathsamer ge- 
west, K L, heten sieh vor der hievor im verschinen 79. iar 
angedeuten zusamenkunft und weiterer berathschlagung des 
religionswesens halben gegen inen den landstenden gar nichts 
vernemen oder in ainiche disputation eingelassen. Weil es aber 
je besehehen imd dises alles hierunder flirgegangenj haben wir 
gleichwol der Sachen alles angelegnen fleiss nachgedacht, aber 
über uuiser E. L. . . , zuvor mitgethailte , . . bedenken . . . den 





234 



1 1 . Jan. anno 78 und 5. Nov. des 79 iars wissen wir je nit^ 

was doch hier weiter zu Ümn sein möchte, dann wir uns erst- 
Hell wenig hoffnüng machen, dass bei inen den landstenden 
durch ainiche guetliche handlang oder vermaniing . . . was frueht* 
bars anszorichten. Wolle man dann hierinnen auf ainen gewalt 
bedacht sein, werden E. L. am pesten wissen, wie man in ainem 
und andern darzite befasst und dass auch umb viler hochbe- 
denklieher wichtiger Ursachen willen sonderlich aber des an 
der band gesessnen erbfemds halben^ derselb weg an die band 
ZVL nemen beschwerlich, nit weniger gefarlich und one sondere 
gedrungene not nit ratsam, wie dann auch nit wenig fürsorg 
zu tragen, beruerte landstend möchten etwo seidher die Sachen 
auch weiter gelangen lassen und villcicht anderer orten in ge- 
haim ainen verstand gemacht haben, daraus leichtlieh ain grosse 
zerruttlichait und schedliche Weiterung auch unwiderbringliche 
nachtl und schaden ervolgen m echte. 

Wie wir aber hievon brilederlich vermeldet, dass wir in 
albeg rätlich und von nöten zu sein erachten, in diser Sachen 
mit vorwissen und rath der R. K. M* uniers gn. freundlichen 
lieben herrn und vettern zu handien, also halten wir dasselbig 
nochmals flir ganz notwendig. Gleichfalls schliessen wir auch 
dahin und vermainten, es mechte nochmals nit schaden, die zu- 
samuienschickung etlicher vertrauter catholischer räthe in das 
werkh zu stellen und solche handlung notwendig berath schlagen 
zu lassen; darunder wir uns dann . . . aller bruedcrlichen gcbür 
gern crzaigen wollen . . . Geben Ynspruk den 25. Novembris 
anno 81. 



4 



125. 

ErMhwMog Karl au Erghcrsog Ferdimmd: dankl für das Gut- 
nrhim mm 25. November, ,das alhieige Sectische rdigimwesen 
hrirülfnutj Er werde sich dtmach richten. Graz, 1581 De- 

vamher l(i 
(Orig, SUtth -Ä. Innsbrack, wie Nr 45.) 



' Zu ilüv AcUmrmluy IV (Nr. 43-125) «. ,Naclitr%lii*bfA B<?merkiiii^ii* im 
ÄwliÄiiiBf, Dort giiitl lUo Nnmen der LAiiflüigT!siiiitt,^liLHler im Einzelnen v«*r- 
inorkt 



835 



V. 



Die Legation de» Biächofs Christopli von Ourk iiacli 
Rom 1581.' 



k 



126. 

Instruction für dim Gurker Bisehof Ckristaph von Sjmnr hej^ütj- 
lieh seino' Sendung an Papst Gregor XI IL Ershar£Off Karl 
verlangt ausgi^ige Hilft' im Kampfe gegen seine ßedischen^ Unter- 
thanen, Graß, 1581 Mars 18. 



(L,-A., Reform. Benclite an den Papst) 



Instnietion auf den er würdigen flirsten iinsern geliaimben 
ratt, stattli altern unser n. Ö, lande und lieben andächtigen Chri- 
stoph Andreeo bischoff zu Gurgg, was er von unaerntwegen bcy 
der B. H* anzubriDgen und zu verrichten. 

Erstlieh solle er sich mit ehister mligÜchkeit nach ver- 
riehter andacht bei unser lieben frauen zu Loreto (dahin er zu. 
ziehen Vorhabens) unter dem schein und flirgeben von danoen 
den herrn cardinalen von Trient seinen pluetsverwandten zu 
besuchen, hinein gehn Rom verfliegen, zu seiner ankunft sich 
stracks bey ime herm cardinalen von Trient alBö auoh dem 
herrn Conmense (tdc) * anmelden, neben anhengiing bcilignnder 
credenzsehreiben mit Ä. B. und Vermeidung unsers freundlichen 
gruBS auch anerbictung unserer willfdrigen dienst und was sich 
ganst ditzfalls gebürt und von nöten ist^ und dann hierauf sich 
alsbaldt urab ein audientz bei der B. H* bewerben, auch nach 
erl angung derselben und Verrichtung der gebtirlichen und ge- 
breuchigen ceremonialien L H* in unserm naraen so vil anzeigen: 

Nachdem wir je und allezeit zu seiner H* ein sonder hohes 
suhnliches vertrauen getragen und noch, auch derselben väter- 
liche wolmainende naigung, so sich nit allain gG^en uns und 
nnsern landen, sondern auch gegen der gan/.en teutsclien uation 
eifrig triegen, bishero in mer weg wirklieh und erspriesslieh 
empftmden, dass wir demnach nit urabgehen sollen, sondern für 




Zu den folgenden Aetenstücken vgl. Loäerth, Geschichte der Heformfitiun 
Uüd Gegeoref^jrmatiou iti IiiirorOsttirroich, S. 361 — ;Hj9, 
lat der Ciirdinal vfjii Como, Tolwmeo Giüli» ßtaÄtüäüLTütär unter Flu» V. 
UDd Gregor XIIL, b. Nuntiaturberichte III, 1, XXIII, XXIX; den Bei- 
fUhrt er von iieiner Vaterstadt. 



23B 



irfft gehalten, S. H^ di 



rtigkc 



teitenj so 

uns in dem rtiligionswesen je lenger je mer sfiuestienden, darum* 
l)en zu cominunicieni, auf dass sy uns in demselben allen gueten 
füi-stendigen vätterliclien ratf, liülf und tatt wirklich erthailcn 
mögen, mit sonderm vernern vermelden, S. H* hetten nun von 
viHeu iarri hero guette erfarung, wie sieli crstlirh zne antretung 
weillendt kaiser Carls V. unsers geliebten Herrn vetters hocfe. 
löbL gedäelitniis kaiserlichen regierung in teutsch landen mani- 
cherlay kctzcreycn und irrthumben in unser hl. christHcheii 
glauben und religion zucgetragen, weliche sieh nachmals in an- 
dere künigreich und lande als Engelland, Frankreich und Nide^ 
landt auch erstreckt, darinnen wir uns mit gnaden des all- 
meelitigen also verhalten, dass wir weder durch forcht noch 
lieb von der hi. ealliolischen religion und dem Komischen stuell 
abweichen, uns auch ditzfalls nit selbst rümen sondern hierin 
die crkenntnnss des allmechtigen und L H* selbst residierenden 
Nuntium^ alhie zeugnuss geben hissen wollen. Und dieweii in 
80 vill iaren hero eollicher irrthumben kein rechte Wendung b©^' 
scheben, haben sich zwar dieselben flir und fUr also gemert 
und gehellft, dass in ganzer teutscher nation nit viü fürsten, 
stett oder andere heupter der beriierten khetzereyen unbefleckt 
seyen. Daraus aucli erfolgt ist, dass die abgefallnen ire ver- 
füeiische inihumben und leren nit allein mit dem echwert der 
rebellion und gewalt zu schützen, sonder auch gedenken mit 
hilff und beystaudt anderer abgefallenen den rest der alten 
christglaubigen in iren vert\\rischen glauben zu dringen oder 
gar von iren landen und leuten zu vertreiben, ja sich eender 
sambt weib und kind auch allen den irigen under die viechi- 
sche grausam be Servitut und dienstbarkeit des Tllrkhens zn be- 
geben, weder under dem s Hessen ioch der frumben christlichen 
catholischcn öbrigkeit regieren zu lassen, wie dann vill frischÄ 
exempl vor äugen, auch an ime selbst gewiss ist, dass die pämb 
dises giffts andere friicht nit pringen miigen. Also obwoU der 
Türch als ein erbfcindt christliches namens in wenigen iaren 
merklichen und unüberwindlichen schaden gemainer Christenheit 
zuegefüegt, dass doch dcrselb an ehristlielien glauben und der 
Seelen hail nit so weit geraicht oder schaden gethan als diao 
weitgreifendc ketzereyen, weliehe nit allain ganze teutsche na- 



* MAliw«i'iiia. 



I 



mnir in m 




?37 



tion sondern auch schier die gaiise und ende, der üliristenheit 
durchkrochen, dass nahendt alle rhristliehe potentaten aller na- 
tionen und gezirks dieses greulichen ^iffts spüeren und em- 
pfinden. Weliches zwar wir als ein cliristlicher catholischer ftlrst 
und diemuetiger söhn L H^ und des Römischen stuels nit dar- 
umb anzeigten, daas disea alles S. H^ als ainem gemainen wa- 
chenden vatter und hierten der ganzen Christenheit verporgen 
sein sollte, sonder allain daramb, dass wii' als ein gehorsamer 
sehne in den allergrösten nötten 8, H^ als den glietigisteu vatter 
umb nottwendige zeittliche hülf und ratte anrikfften und als 
christlicher filrst und gehorsamber söhne uuser ampt und was 
uns hierin gebilrt nit underliessen. Dann was insonderheit uns 
die zeit unserer regicrung in disen imsern erbfürstcnthiirahen 
und landen von unsern selbstaignen khetzerischen widerspän- 
nigen unterthonen bevorab denen landtleuten weltliches Stands 
in mar weeg von ainer zeil zu der andern sonderlich in jungst 
alhie gehaltnem lantag begegnet, auch in was gefärlichen 
terminis die Sachen noch derzeit sowol der aurainenden eisser- 
liehen erbfeinde des Tlirkhcn als der inlendischen ketzerischen 
feind halben schwebend seye^ das hetten L H^ von ime unsern 
^kesandten, als der es selbst wol erfarn, auch zum tharl den 
suchen selbst bei ge wo nt, nach lengs grlintÜcli zu vcrnemben; 
wie dann auch er unser abgesandter in albeg bedacht sein solle 
L H* von einem und dem andern auch wie alles wesen ditsfalls 
vermüg einschluss (hiemit mit C) im grünt gcschatten, nottwen- 
dige und ausfürliche miindtliche relation zu thuen, bevorab wie 
wir nach absterben weilandt kaisers Ferdinandi . . . ainen schwä- 
ren und fast mierträgÜchpu schuldenlastj neben dem auch einen 
gewaltigen anrainenden feindt den Türken anererbt^ item junger 
zeit die re^erung diser unserer lande angetretten, darinnen auch 
das giflFt solicher ketzereycn zimblicherniassen alberait einge- 
wurzlet befunden, also dass wir umb soliger mt^-rkhchcr unge- 
legenhait willen nit allain sollichen scliüdliehen khetzcreyen (wie 
gern und begierig wir es sunst unserm christlichen eifer nach 
gethan) der notturfft nach nit steuern oder wehren sondern uns 
khaumb durch all unser imd des K. R. liilf und zuethucn von 
Seins des erbfeindts tyrannischen beginnen und t'Qrbrechen allain 
defensive die zeit henunb qualitcr t*^iliter retten künnen und 
mügen, dahero dann gevolgt, dass wir bey so schwUren obligen 
und vor äugen schwebunder grossen gefUr des benachbarten 




sM 






TUrkenR ziiiuall auf ir der khetzer so starkes und ungestiembes 
droliches anhalteD meii die zeit herumb allerlay iaconvetiienüft 
(gleichwöl mit unsers christlichen gemüets sondern betriebnasa) 
indidgiern, conniviern und zueseheu nillessen; weil aber die e^' 
perientz und erfarenheit sonderlich aber die jungst fürgelotF»e 
landtagsaction bishero mer dann zu viU an tag gegeben, wofciin 
ir intent gericht, dass es inen nit blösslieh urab die freysC-^V 
lung irer vermeinten religion und gewissen», sondern auch m^ xd 
villeieht tarnemblich umb die freyetöllung des gehorsarabs, »^ 
sy irer vor gott gesalzten ordenlichen obrigkeit in politisch^^^^ 
und zeitlichen zu laisten schuldig und also zugleich iimb <^^i^,^^ 
extirpation und ausreutung des göttlichen und welthchen ^^gfi^M 
horsambs zu thuen seye, sich auch ainicher remission, tnil-^^^' 
riing oder bösserung zumal rebus et difßt^iltatihn^ sie stanti^^^^ 
zue inen mit nichte, aber wol dises im widrigen, dass sy dur' "^' 
ir halsstarriges lUrbrechen in einem und dem andern dem 
aus machen, crimtm laesae maiestatu dimncui et humanae ^^ 

cuiriern und endlich an statt des Catholicismi den Machome ^s- 

muni oder Paganismum und anstatt des schuldigen weltlicl^^*cn 
ge horsambs tyrannidem et Servitut em perpetuani venirsacI^^B^D 
und anrichten werden, dass demnach wir unserm christlich^weii 
eyfer und tragunden 1. f, ambt nach soUichem ubi und droun^^^B^n 
verderben in all müglich weeg zu steuern ja fllr nottwendi^^srer 
als die defension oder offension wider den erbfeindt furzunen^^^ö 
vermainten, in bedacht dass ein jeder flirsichtiger und vleissi^^^tT 
hausvatter in zuelmgunder feuersgefär und prunst ftlrnembI::Scli 
und am allerersten gedenkt^ sein haus zu bewarn, darnach ^^Kt^ 
mainer rettung xu verhelfen, dahin zu verstehen, dass uns o«Jer 
gemainer chrislenhait nichts oder wenig geholfen, da derTu^rt 
gleich an der griinitzen oder sunst gar vertriben und mittel» ifl 
disen unsern erbfllrstenthumben und landen oder der christ^fl- 
heit mittlerweyll ein Erger Türkey erwächst^ oder wie man »i^b 
verhoffen müge, dass der aUmechtig gott der Christenheit sig 
wider den Türken verleihen werde, so dieselb cliristenheit w 
ir selbe zertrennt und vill derselben nit mer Christen sonder 
under dem christlichen namen vor gott erger dann die Ttirkeo 
selbst sein, wie dann dises und dergleichen I. H* mit mererm 
ganz gnedigist und vätterlich zu erwegen, aber darneben aucb 
dises tlirnemblich zu bedenken betten^ dass wir für unser per- 
Süu und aus unserm gelingen vermugen allain one und ausser 



239 

L H* stattlicher hilff und ziiethuen, bevor ab weil wir uns auf 
unserer befreunten und benacbbarten frembrleo bilfen weiiifi: 
oder gar nicht zu verJaesen, zu solÜchem christlichem füruembon 
vill zu schwach und ganz unvermügig wären, satzten derlialben 
in keinen zweifei, inraasscn I. H' diss heilsambe wcrkh durch 
herausschickung ires fürtreffiiehen allhic residierenden Nuncii 
und vätterlichen mildreichen ancrbietung alberait angefangen, 
dass sy es auch mit gnaden des allmechtigeu noch hinfUro mit 
starker wirkhcher hÜfflaistung continuieren und zu dem ge- 
wünschten ende bestes vleiss werde dirigirn helfen, auch als 
ain getreuer gueter hirt sein leib und seel für seine anbevolch- 
nen schäfBein setzen und vor allem andern dahin beflissen sein 
und sich bearwaiten, damit der ungenüt roekh Christi nit zer- 
trennt oder gethailtj vil weniger diss schedhche feuer vicinam 
Italiam und I. H^ aigne landt und leut berüere, sondern mit 
ebistem getempft und gemainer chnstenheit droendes verderben 
so vill müghch zeitlich und weil man noch leschen kann^ ver- 
httetet werde, mit sonderm diemütigen bittliehen anlangen, dass 
h H* in erwegung diss alles, auch weill es ir aigne Sachen, uns 
zu fortsetzung unsers christhchcn Vorhabens ein stattliche hiltf 
von gelt so woll zu schütz- und fUrsehung der gränitzen auf den 
fall, da daselbst dureh unserer widerspännigen ungehorsamen 
underthonen rebellion und halsstarrigkcit ainicher mangl er- 
scheinen wolte als zu dempf- und ausraitung der eingerissnen 
khetzereyen alspalt viitterlich und gn. ertbaillen wolten, die dann 
auch iederzeit mit 1. H* Nuncii vor wissen und guetaehten allain 
dAselbet hin, aber sunst in ander weeg in dem wenigisten nicht 
angewendet, darbey auch die höchste gspilrigkeit gehraucht 
werden solle, dagegen L H* auch dessen für unser person vcr* 
gwist sein wollen, dass wir neben sollicher L H* vättorhchen 
naigUDg und milden hilfraichung auch das unser, so vill wir 
im leib, guett und hhiet vermligen, gern und unerschrocken 
aufsetzen und uns ob gott will von L H* und der christlicbeu 
religion weder Schwert^ triebsall, tod und alles ungefell nit ab- 
wenden lassen wollen, der tröstlichen hoffnung und zuversieht, 
weil dises cautta Dei^ dass sein göttliche allmacht auch mit irer 
starken hilff nit aussen bleiben, sondern dieselb zu lob, eher 
und preis seines göttlichen narabens reichlich mitthailon und 
alles zu guetem gewünschten ende dirigirn und bringen helfen 
werde. Wie wir dann im widrigen fall und do uns gebetner- 




240 

massen nit geholfen, vor gott und I. H* bezeugt haben wollen^ 
dass wir in dem allen das unsrig und alles das, so uns als christ- 
lichen fiirsten und I. H* gehorsamem söhne zuestehet sowol mit 
erinnerung I. H. ambts als in ander weeg gethon und an uns 
ditzfalls nichts erwinden haben lassen. Wo auch ainicher nach- 
thail entstehen, dass wir uns entschuldigen und villeicht von un- 
serer Sünden wegen neben andern von gott gestraft werden sollen. 

Ob sich nun I. H* hierauflF der hilflaistung (in massen wir 
unzweiflig verhoflFen) vätterlich anerbietten, doch zuvor die spe- 
cification, d. i. wie vill man derselben bedürftig, begem wurde, 
solle ehegedachter unser gesandter sovill vermelden, dass uns 
zwar sonderlich jetziger zeit nit wol wissent sein mttge, was 
oder wie vill zu disem vorhabunden werk wir bedürftig sein 
werden, weil ganz ungewiss, wie sich etwo kunfitig, da man 
zu der scherflF greiffen müeste, unsere widerspenstige Sectische 
underthonen anlassen, ob sy sich stracks hierauf der gebür 
nach weisen und in den schuldigem gehorsam widerumb be- 
geben oder aber noch halsstarrig darin verharren und ehender 
alle extrema leiden und überstehen werden wollen. Doch und 
wie dem allen vermainten wir, dass jetzt im anfang zu anord- 
nung und bestellung der hievor berathschlagten praeparatorien * 
und dergleichen nottwendigen requisiten, so in alweg voranher- 
gehen müessen, andere fiierfallende nott in die 100.000 cronen 
bedürftig sein werden. In dem übrigen und was man ferrer 
im fall der nott sowol wider die rebellischen als zu beschützung 
der gränitzen bedürftig sein, würde die zeit gelegenheit und 
ungelegenheit mit sich bringen, was man in einem und dem 
andern noch bedürftig sein werde, und uns ditsfalls benügen, 
dass I. H. auch selbigenfalls uns gar nicht stecken lassen son- 
dern auf alle fürfallende nott mit beharrlicher hilf und gäbiger 
handt durch derselben Nuntium alhie gefasst sein wurden. 

Nachdem auch nicht zu zweifeln, dass I. H* oder die herm 
cardinäUn, denen dise Sachen communiciert wirdet, in unsem 
abgesandten umb allerlay gelegenhaiten zumal wie das gränitz- 
wesen in ainem und dem andern geschaflfen, befragen werden, 
SO hat demnach er abgesandter einen auszug oder verfass hie- 
bei mit D. zu empfahen und daraus sich so vill zu erclären, 
was er auf ein und das ander zu antworten und zu berichten. 

» S. Nr. 11, S. 39 



241 



Tn allbeg aber wolle er auch dahin bedacht und beflissen 
sein, damit dise Sachen in höchster gebaimb tractiert und ge- 
haltCDj auch so vil mügHch befürdertj er auch nach beschechner 
oder erlangter bewilligung, ob es gleich I. H' also begera wurde, 
lenger daselbst 2U Rom nit aufgehalten werde. 

Wann nun bemeUer unser gesandter solliches alles dem 
go. vertrauen nach, so wir in sein person stöllen, obsteunder 
massen verrichtet, solle er stracks und zum fürderlichisten bey 
uns erscheinen und uns aller seiner Verrichtung ausflierliche 
relation mit seinem angehengten ratt und guetbedunken in 
BchrifFten thuen und aooderUch dahin beflissen sein^ damit er 
uns bey jeder zucsteundeu gclegenhait voranher seiner hand- 
lung summatim berichte, verstcntiigc und in sumraa in diser 
hochwichtigen filrtrefflichen Sachen dermassen vleiss furwende 
und ankere^ wie es die höchste inivermmdenliche notturß't er- 
vordert. Solliches seindt wir gegen irao und seinem löblichen 
stifft mit sondern L f. gnaden jederzeit zu erkennen und zu be- 
denken woUgenaigt, und es besehiclit daran unser gn. willen 
und gefellige mainung. Geben in unser statt Grata den 18. tag 
Martij im 1581, 

Am äusseren Rande: Instruction pro Qurgg. 



127. 

Schreilfen Ershersog Karh an Papst Gregor XIIL: die Stände 
Steicrmarks hätten nicht bewogen frerdeH iönnenf sich dmi erz- 
heriogliciien Becreie wegen Einstellung ihres öffmtlkhrn Gottcs- 
sies ansuheqticmeHf sondern verweigern die BetiuUigungeu^ sö- 
film 08 nicht surnchjezogm würde. Er sei hei dem Stande der 
Bikge' genöiJiigi, es zu suspendiren ; für stnne Person hieihe er 
ein treuer Sohn der Kirche. (Graz, ohne Datum,) 

(L.-A., Ref, Scbr^iböii an den Pnpst.) 

Beatissime patcr. Qu am vis S. V. a nuntio suo huc ad me 
destinato procul dubio iaui dudum edocta fuerit, quam infeliciter 
et inprospere actio illa contra hos meos provinciales in negoeio 
religionis per nos instituta nobis successeritj nilfilominus tamen 
et ego de eo ad S. V. has meas volui dare htteras^ quibus hre- 
viter ac humiliter ei signiiicarem, nos nihil omnino intenüitum 
reliquisse^ quod eos quoquo modo co commovere potuisset, ut 

reutet. U.Abth, ßd. L. 16 



242 

decreto meo eis in dicto negocio religionis promolgato acquie- 
vissent et in eo exequendo debitam mihi obedientiain praestitis- 
sent, sed adeo ad id adduci non potuerunt, ut discretis verbis 
afiirmare non erubuerint se potius omnia extrema passuros quam 
a sua confessione et eins solito exercitio vel satam ungaem 
discessoros, se quidem mihi de cetero dicto et facto obedientes 
futuros, si tamen quispiam armis illos aggredi et a dicta eoram 
confessione vi cogere praesumpserit se non commissuros quin 
eum vi repcUant ac rebus suis, quoad eins maxime facere po- 
terunt; provideant, et quoniam ea de re sollicitos iam eos esse 
oporteret nihil se amplius ad tutanda confinia contra Turcas 
contributuros sed eos id negocii mihi ac illis qui talis mei pro- 
mulgati decreti autores essent omnimodo relicturos et nolle se 
unquam culpam de eo habere minus qualemcunque reddere, 
etiamsi confinia ipsa in manus hostis devenire deberent Qua 
eorum significatione adeo et meum et meorum consiliariorum 
omnium animum afflixerunt ac perturbarunt, ut nihil supra. 
Et quamvis multotiens commonefacti fuerint, ut sententiam mu- 
tare et cum pro eorum dcbito obedientes mihi esse, tum dictas 
collectas ad tuenda confinia ulterius concedere vellent, in eorum 
tamen proposito constanter permansenint, donec ego dicti mei 
decreti executionem suspenderem et simul illis promitterem, me 
in presentiarum rem ipsam in medio relicturura, quod quidem 
usque adeo illubenter et invidus feci, ut dictis meis consiliariis, 
prout id dictus S*'^ V. nuncius paulo post ex ipsis intellexit^ li- 
quide affirmaverim, si quo alio modo rei mederi posse, 
mihi demonstrarent, paratum me esse, salutaribus eorum 
consiliis obsequi, si mihi mca, coniugis, liberorumque vita et 
omnia alia profundenda essent. Verum cum pro herum tempo- 
rum calamitate et maxime vicini hostis Turcae potentia ac per- 
fidia ut de caesaris valetudine, de rebus Galhae, inferioris Ger- 
maniae et multis aliis quae singulatim enumerari possent, si 
S*' V. iam antea non constarent, taceam, nobis aliud tutius ac 
melius non occurreret, dicto medio suspensionis unanimiter ad- 
stipulati sumus, in Deuni 0. M. ac S^" V. firmam fiduciam 
habentes suam divinam maiestatem unacum S'^ V. nos excusatos 
habituram; si «quidem secus facere non potuimus, nisi ipsimet 
tale incendium domi nostrac incendcre voluissemus, quod absque 
ulla dilatatioue miseras has provincias penitus depopulaturum ac 
consumpturum fuisset^ prout et ego singillatim mihi polliceor 



843 

V. eo non obstante, eundem plane illiim aiiimiim «^rga nie 
äeinceps conscrvatnrara esse, quo nie hactenus paterne ac be- 
Digne amplexata est. Nam ego econtra eidera S^* promitlo ac 
spondeo me iina cuoi coniuge ac liberis meis sacrosancte nostrae 
eatholicae reljg:iom ad aras usque firniiter assessurum. Item in- 
crementum et propa|ifationem eins oninibus eonatibus sine ulla 
exceptione ing^enue iiigiter prüciiratorum et ut sunimatim dicjim 
A S'** V. et huius abiiae apostolicae sedis obedientia obseryantia 
fide ac cidtu in acternum non discessurum. De qua quidem 
mea dedaracione ac prooiissione cum Ü^ V, certissiina securis- 
simaque esse poterit, tum tantum (f) de sua erga me iani satis 
mihi explorata paterna bonevolentia depromere et adiunctum 
scriptum, quod huius uegocii sericm verbosius continet, commodo 
soo benigne percipere ac mihi postea gratiosam suam mentem 
quod me amplius facere voluerit desuper significare dignabitur. 
Nam 81 S. V. plane persuatjum babebit, neminem esse, qui ei 
me magis in omnibus morem gerere paternisque eins monitia 
pro omni possibilitate acquiescere et obsequi desiderat; non fal- 
latur eins . . . omni potentem* Deum miserieordeni orans, tit mihi 
ad id praestandum vires elargiri et S*' V. (miiiium siiorum pio- 
mm votorum optatum exitum eoncedere eaque simul ad multos 
annos ecciesiae snae sanctae florentem conservare ac tueri velit. 
Datae. 



128. 

Denkschrift an dm Pajh^t über dir in Bezutj auf dte Gegen - 
refürmation in Inner Österreich einsuschkujenden Wefje. (Katholi- 
scher Hofsidat. Einversiümhiks mit Sahhurg und Äfpiileja, Je- 
fuUmmUegien in St. Veit, Laihtrh und GorB. KathMi^che Schtdeth 
Hebung der kirchlichm DiscipUnJ 15S1, 

(L.-A., Reform. Bericht« an den Puprt. H.- H.- n. St.-A. Steierm, XV.) 

Quod S, D- M, Ser'""''* archiducem Carolum eiusque iideles 
Jos tarn paternis ocnlis aspicere et specialem ouncinm virum 
tanta prudentia pietate ac generis nobilitatc ^ preditum ad S. Ser**^" 
deputare dignatus fuerit, qui consilio et auxilio suo ita ei praesto 



*■ Vor omniputeiitem ist swelfellos ein Wort atugefallen, etwa non fnllatur 

Sanctitas eins. 
^ Lieber die Tornehme Abatammutig' Malaspma's a. oben Nr 40, 8. Ö6. 



244 



esfiet^ ut S- Ser**" profli^atas ijim dudum in suis provinciis r«B 

religionia denuo competcnter erigere et tarn recte consütuerei 
posset, ut ei in futurum de eo et ergfa Deum 0. M. et versuil 
S. S*^** ac alios catliolieos prineipesi omnes tranqnilla conscientia' 
et qiiieto pacatoque animo esse liceret, sane S***^ S. eapropter 
Stinctitati illiiis nihil non debet et Dierito oranibus vitae suae 
diebus oninem openuii dabit, ut 8*' illi»i8 animi sui perpetuam ^ 
gratitndinem per omnem occasionera, quoad eins maxime facereJ 
poteritj omnibiii^ in rebus quam li(piidissime d<^claret ac con*i 
testetur^ id quod iam in eo laudabiliter ac pic faetum esse nemo] 
negaverit, quüd S. Ser'*" ob tarn paternara ac dementem S*^| 
ciud admonitionem lieentiani illam seu tollerantiam, quae iamf 
a raultis annis in bis provinciis circa rebgionera ingruerat et n' 
S- S** volente nolente aliquo modo approbata ftierat post dicti 
Rev™* domint nuncii adventum compescere ac restringere non 
dubitaverit, a Deo nibü magis desiderans ae petens quam utj 
totnm negotium in cum statum reistituere potuisset^ inrj 
quo ante qninqnagiota et centum annos fuit, sed quaniami 
a miiltis et niaximi qnideiu tnomonti causis racionibusque S, Ser*** 
in 60 preter oninem expectationem iiupedita ac veluü alacriter , 
currens in medio eursu pedem sistere et pium animi sui decre*l 
tum suspeudere coacta fuerit, id licet procul dubio S. D"^ N.| 
per d(ietinn) d(ominum) nuncium iam signifieatum sit. nihilo- 
miniiB tarnen hoc breri iicripto iterum hnmiUime significare operej 
pretium erit, ut vel 8*** 8, serenissininra archiducem obsequen- 
tissimura et obedientisHimum eins fibum deinceps et ipsa ex- 
cusat um habeat et apud alioe eathobcus principes, si opus erit^j 
paternc excuset vcl ei benigne significet, quod eum arapUusi 
facere veUt: ut ei sicnt onmibuö animi sui scnsibus desiderat in 
CO (luoque morem gererc et satisfacere possit, omni dubio vacuus 
S. S**"* in hoc proinde ac in aUis omnibus cum praepotentts Dei,| 
CUJUS in terris viearium gerit vohmtatcm usquequaque conven- 
turam et a S. Ser*<* nihil esse postulaturamj quod operae effec-j 
tuique tradi non possit. 

In primis igitur seien dum est^ Sepmom archiducem de sub-i 
ditorum suorum obedientia et erga se affectu tantum sibi semper 
polHcJtum esse, ut nullatenus dubitavcrit illos sibi In omnibus 
dicto factoquö morigeroB futuroa et nullo unquam tempore com- 
missuros, ut uUum S. Ser**" legitim um mandatum ab eis rite non 
exequcretur Bed quam in eo Ser^'"* S. spes fefellerit, id inde > 




SMß 



^blinde patet quod in his comitiis S. Ser*** ab eis neque preci- 
bas neque miiiis obtinere potuit, ut coUectas eas, que iam a 
sexaginta annis vel amplius ad protcgenda confinia contra Tiireaa 
ab* eis continue subniinistiata fuerunt, ainpbus S. 8^^ vel podus 
sibimet ac comnmni patriae concederent, sed eas plaoe negarent^ 
et DonnuUi ex eis adeo ab omni pietate ac equitate aversi fue- 
runt, ut audientes Ser^^^ S. dccretum contra dietam bcentiani ac 
toUcrantiam in negocio religionis promulgatum, non erubuerint 
in publico consessu afiirinare asseverarequc malle sc Turcicam 
servilutem* ac tyraiinidciu subire quam tali ö. Ser^'* decreto ad- 
atipiilari, Turcara illis quoad bona temporalia fortasse infensiorem 
ac duriorera dominum futurum sed in conscientia illos liberos 
relicturum ac Dei institutione magis verendos et cavendot> esse 
eos qui animam quam eos qui corpus interficerent 

Deinde Ser*^' S. exploratum est, quamvis alie eius provincio 
cum quibus tale 8. Ser''" decrotura communicaverant eoö amice 
et sedulo exortate sint, ut S. Ser^* alia re quam precibus et 
supplicationibus non resisterent^ ac adversarentur, nihilominua 
tarnen illos tandem condusisse, si preces ae öupplieationes locum 
Bon habuerint se pro Interesse communis religionis et iis stipu- 
laticuiboB, que inter jpaos factae fuerunt tueadis, illis amplius 
non defuturoa sed pocius cum illis omnia facturos quam a con- 
fessione eorum vel lalum unguem discessuros. 

Insuper S"^ S* non a lc\^bu.s aut feribus (sie) pro certo 
affirmatum fiiit, civitates quasdam et praecipue hanc Graecensem 
cum ipsis provincialibiis ita sesc deiunxisse (sie), ut se invicem 
in negotio retigionis ad aras usque proteeturi ac defensuri essen t. 

De vicinis Austriacis hoc et S. Ser'^ certo constat, supra- 
dictum eius de er et um sie vix publicari potuisse quam illis per 
uaujn ex sectariis provincie insinuatum et per eos in oppido 
quodam Viennae propinquo desuper deliberatura tiindem secre- 
tarium ipsum cum ingontibus praemissia remissum finsse. 

De Ungaris, Bobeniis et aliis proximioribus populis nihil 
quidem adbuc eerti expiseari potuit, non est tarnen anibigendum 
eos esse sibi invicem in ciuaeunque necessitato minime defuturoa^ 



' Das Ut nicht wahr. liier wiirdo der Erxherzog ganz farecU borielitet. 
Wir Isennen ilie ©inzelnen Stadicti der Verhaiidlmigron im Landtag. Von 
keinem Mitglied Ist eio Wort gefallen, das m gedeutet werden konnt<^, 

* S. die »Schreiben der Kanituer ciiid Kmlnef in den tmten folgenden Num- 

, sierti der «iebenton Gruppe. 



246 

pracsertim cum spectatum sit nonnullos ex illis qualicunque sua 
opo Gallie et Germanie inferioris Ugonottis praesto fuisse. 

Praesidia in confiniis posita procol dubio etiam in omnem 
eventum illis adhaecerent, quandoquidem ipsi eis hactenoB sti- 
pendia eorum curarunt, ubi etiam quotidie existente pecunia non 
contemnendae copiae eonscribi possent; cum illic param iam 
fidci ac pietatis remanserit. 

Plebs et populus bona ex parte vel diversae religio- 
nis imbutus est opinionc vel dictis perpetuis collectis ac 
exactionibus contra Turcas ita exaustuS; ut maxime plebs ipsa 
iam aliquotiens conata sit in libertatem ac immunitatem sese 
vendicarc omnemque potestatem seu dominium radicitus exstir- 
pare, quemadmodum surgcnte imperio dominorum caesanim 
Caroli V. et Ferdinandi cum intervcntione plus quam centam 
et viginti quinque millium hominum factum fuit. De popnlo sab 
quo cives et oppidani sunt intelligendi, illud ipsum quoque est 
timendum, nam ii plerumque omnes adversa religione 
infecti sunt et adeo dicta de causa similiter ogeni et pauperes^ 
ut multi ex ipsis nihil magis in votis habeant quam rem eo 
adduci, ut ex seditionibus ac rapinis paupertati suae consulere 
possent. Uudc facile est diiudicare quam ii qui in separatione 
ac divisione plebis seu populi a nobilibus quoad coUectas prae- 
standas multum confidunt, ballucincntur, cum plebem ita afflic- 
tam a iugo nobilium libcrarc proinde esset ac siquis aliquos 
feros ursos domi suae catenis allegatos iis desolveret et sie eis 
potestatem faeeret libere per domum grassandi et omnia in ea* 
dcpopulandi, maxirae cum in superiori Styria et praesertim apud 
auri, forri et salis fodinas a viginti et plus annis passim ca- 
tholica religio abrogata et in locum eins adversa inducta fuit, 
in qua plebs illa adeo collura iam adduxit, ut quodvis pocius 
sufferret quamvi a tali eorum religione dimoveretur. 

De ecclesiasticis merito nihil hie dicendum esset, cum 
domino suo stent et cadant ac filii tot pudcnda eins magis ab- 
scondere quam revelare debebant, sed liceat 8. Ser*^ patema 
venia hie etiam aliquantulum de eis dicere, ad cum praesertim 
finem, ut S**® S. de competenti remcdio eorum plagis gratiose 
providere et S Ser**" tanto magis excusatam habere possit, quod 
sibi in illis aut eorum adiutorio parum pracsidii collocatum esse 
existimat. Nam et ipsi ob dictas perpetuas exacciones ac con- 
tributiones et signanter ob divenditam quartam partem eorum 



247 

redditiiam ita param iam possunt, ut aerf^ alieno tantum non 
abruantur. Deinde proh dolor omnes fere päucissimig demptis 
nxores vel conciibinas et liberos aliint, quorum c omni od ig ac 
felicitatibus ita incumbiint iit morientea raro aut nunquam fero 
▼el mininium haereclitatis successoribus suis exceptis ingeiitibiis 
debitis reliiiquaiit, irlque praecipue ea de causa qaod vivcntes 
«{iridquid ex eorum proventibiis corradere possunt id oranc dictis 
eoram axoribus, coocubinis ac libcris tribuunt, vineas, domus, 
fundos et eiuömodi dam illis ementes ac donantcs; quamobrem 
qui nndtura sibi de corum aiixiliis maxime temporibus nubilis 
polliceretar, is procul dubio toto caelo erraret. 

Ad baec de S. Ser** quoque aliquot dicerc conveiiitr ea 
quidem a divo eius genitore f. r. arapb'ssimum et regalc qua^^i 
Patrimonium accepit, sed aere alieno quod M. S. C. pro tweiida 
adversiira Turcas Christian State coutrahere. coacta fuit nimioque 
gravatuui. 

Praeterea S. Ser*®" ipÄammet cum anno loHÜ tum nuper 
praeterito 1578 contra eosdem Tureas ingentom pecuniam im- 
pcndere oportuit» ut de aliis raagnis quibusdam oxpensis, quae 
in aliquot negociis preteriri non potuc^runt, nulla Hat nientio, 
et vel bac »atis superque eonstet, iam etsi S. Ser^ hoc vel illud 
tentarc vellet ac desiderarct, quod id tarnen ob dictum alienum 
aes nee quicquam praestare possct. 

Dg consanguiners ac gcntüibus suis nihil opus eat hie di- 
Cure, cum ipsimet satts negocii dorai habeant et haec tempora 
talia sint ut quisque vix siia curaret^ tantum abest, ut ahenis 
opem ferre possit. Sed quorsum baecV I^^o nimirura ut sanetur, 
D. N. meridiana luce clariua videat ac edoceatur, etiamsi S. 
Ser*** iam diu nv statim a principio sui regiminis sacrosanetani 
no8tram ortliodoxam religionem a triginta vel quadraginta annis 
iam oppugnataui in pristinum statum vel armata manu restituere 
ae viudicare voluisset, et ctiam num* vellet, quod id tarnen dif- 
ficiUime lacere potuisset, difrteihus hodic possot, cum eo nervo 
qui maxime ad id requiritur, destituatur et adversa religio iam 
tantum invahiitj ut ampliua absque totali exterminio barum pro- 
vinciarum extirpari non possit, Si S, Ser**' sohim cum suis 8ul>- 
ditifl et unius quidom vel alterius provincie agenduni foret, spos 
esftet quod illi fortasse tandera aliqiio modo ad officium reduci 



* Wohl «tiU; nttno. 



248 

posBcnt. Sed quoniam eertum est; si S. Ser^ hanc vel illam 
provinciam ea de re adoriri vellet, quod non solum reliquas omnes 
verum etiam vicinas quoque tarn suas quam alienas una cum 
militibus in confiniis existentibus adversas haberet, unde dubio 
procul tale incendium excitaretur, quod postea neque S. Ser*** 
neque aliorum opera commodo extingui posset, vel si quispiam 
eo non obstante eius exterminium seu suppressionem supremo 
conatu omnino teutare vellet, proclivius eos ad tantam despera- 
tionem adigeret, ut sicut iam affirmare non erubuerint magis in 
christiani nostri nominis hereditarii hostis servitutem ao protec- 
tionem sponte sese conicerent, quam ad sanctae matris ecclesiae 
gremium reverterentur. Ideo videndum ac summe nobis conan- 
dum est; ut tale immincns malum, quoad eius fieri poterit^ prae- 
caveatur, ne spe huius vel illius exigui lucri tota nostra sub- 
stantia quae adhue copiosissima est depereat ac pessundetur. 

Qui harum provinciarum periti non sunt; dicant fortasse 
provincialium non esse tantam potentiam et opes^ ut ei qui eos 
armis compescere veilet diu resistere possent. Deinde S. Sanct^, 
M**° C. et alios catholicos principes tam piam et sanctam ex- 
peditionem sua ope liberaliter et egregie adiuturos, ita eos quo- 
que qui adhuc catholici sunt et maxime ecclesiasticos S. Ser*" 
non defuturos, insuper et Deum 0. M. causae suae praesto fu- 
turum. Sed ad ea omnia ita breviter et rationabiliter respon- 
detur: Negari non posse multos provinciales non abundare divi- 
tiis; sed tamen ipsismet afßrmantibus Omnibus in Universum 
iirmiter decretum esse vitam, sanguinem et omnia fortunae bona 
potius profundere quam a religione sua vel latum unguem dis- 
cedcre, quod procul dubio tam zelose facturi essent, quam id 
hactenus ii, qui in Gallia et Germania inferiori a fide catholica 
discesserant, indefesse fecerunt. Quantum vero opum auri et 
argcnti, si ita usus postularet, conferri possent, id illi facile 
diiudicare poterunt, qui in ipsorum domibus versati sunt, cum 
magnus sit eorum numerus, qui substantiam suam pro triginta, 
quinquaginta, sexaginta, octuaginta (sie), nonaginta, centum, 
biscentum et forte tercentum millibus florcnorum non venderent 

De oppidanis seu civibus illud quoque af&rmari potest, 
esse quidem magnam apud eos paupertatem, sed tamen multos 
ditissimos et illos cum nobilibus nihil non tentare posse, maxime 
cum fruges omnes, vinum vel frumentum in castris et oppidis 
habeant et miseros villicos quolibet anno ea in re ita misere 



840 



tractent^ ut statim post autiimimm panein in oppidis^ eivitattl^uB 
et eastris ab eis reemere et ob id multi quasi faine perire co- 
gantur. 

g^pTon» arehidux habet quidem hinein de in provinciis quam 
pinrima propria castra et oppida ac civitiites ferc omnes sed 
sicut castra ipsa pleraque iure hypotheeali a nobilibus possiden- 
lur^ ita et oppida et civitates in manibus ipsonim civium sunt; 
si quidem S, Ser*** nulluni praesidium in eis habet. Ad hoc et 
illud notanduin esse^ multa nobihum ipaorum castra, que non- 
nisi sumrao Labore et diuturna obsidione eis adirai possent, quo 
res absque dubio tantum temporis, aeris ac sanguinis si ad bel- 
lum deveniretur consumeret, quantum fortasse pauci nunc cre- 
dunt, et maxime ii, qui rerura GalJicarum et (lermaniae inferioris 
nullam notitiam habent^ ubi ingentes thesauri hactenus absumpti 
sunt et non solum param aut nihil profectum, sed etiani res eo 
deducte, ut quam plurimi cathotici summa neeessitate conatricti 
in castra haeretieorum eoncesserunt et non solum religio catho- 
Uca passim extirpata sed etiam regia autoritas ac Imperium 
plane abrogatum et omnia ita misere ac calamitose proHigata 
sint, ut parietes, montcs et campi ipsi vastati id dcplorare vi- 
deantur, cum tarnen negari nun possit, si Ser'"^* rex catholicus 
solummodo Gandavensem conventionera ratam firmamque 
habuisset, quam paulo ante Johannes Austriacus luramento 
suo confirmaverat, quod et catholica noatra religio maiori ex 
parte et autoritas sua regia salva sartaquc tecütque permausissct, 
et cum tempore pro labore ac stutlio omnia in pristinum st a tum 
reetitui potuissent, 

Quod ipsum apud nos quoquc bene animadvertendum est 
et summe providendum, ne in his provinciis res in eundem 
statum identidem adducantur. Qui tanto ealamitosior et exitia- 
bUior procul dubio toret^ quanto certius et indubitaotius est 
Ser"*" archiduci statim non solum cum subditis suis sed etiam 
aliig et praesertim vicinis Tureis^ qui per quinquaginta fere Ger- 
mantca milliaria seu leguas Ö. Ser'*^^ circumdant negocium fu- 
turum ipsosque talem oceasionem non neglccturos sed acturum 
(»ic) irrui*tionem in has miseras et alias iara suae praedae ex- 
positas provincias facturos ac pedem in eis ita tixuros, ut postea 
nullius potentia eici ac exturbari posset, et sie tandera non solum 
de omni religione et Christi domini nostri fidc sed etiam de 
S. Ser^ ac omnium fideiium suorum subditorum, qui numerum 



250 

quingentorum millium animarum sine dubio excedunt salute 
libcrtateque ita actum esset, ut postea vicinis Italiae ac Ger- 
maniae populis absque uUa dilatione illud ipsum periculam im- 
mineret, maxime cum credi non possit fore quempiam qui Ser^ 
archiduci cum suis subditis bellum gerenti ad tutanda contra 
Turcas confinia, in quae ordinarie et etiam tempore indutiaram 
quingenta fere annua millia ilorenorum computatis computandis 
impendantur, per eos annos, quibus S. Ser** cum subditis nego- 
cium esset, largiretur ac suppeditaret. Quamvis ex iis quae 
superius dicta sunt, facile colligi possit S** S. tale solum sub- 
sidium contra "Turcas non suffecturum sed ei etiam sumptus 
in bellum civile subrainistrandi vel S. Ser** statim succumben- 
dum esset. 

An autem S. D. N. solus, nam de aliis principibus nihil 
opus est dicere, cum illi omncs suis commodis solummodo in- 
cumbunt, tantum aeris S. Ser** debitis temporibus per aliquot 
annos transmittere posset, id sanctitati illius quam optime constat 

De imperatore ac rege Hispaniac quid ea in parte S. Ser** 
sperandum omncs vel mediocri iudicio ac cognitione renim prae- 
diti iudicare possunt. 

Quare qui Ser™° archiduci consuleret ut sie rebus omnibus 
non benc constitutis et plus quam assecuratis vel minimum belli 
saepedictis suis subditis moveret, is certe autor illi esset, ut se 
una cum conjuge, liberis, fidelibus, subditis, avitis provinciis et 
omni in eis vigcnte adhuc fide religioneqne tam oatholica quam 
adversa in summura et exitiabile discrimcn conicerct. Nam etsi 
S. Ser**^ a catholicis suis subditis eeclesiasticis et secularibus 
non parum opis, dum res suae felices et sccundao essent, sibi 
poUiccri et in primis in Dei (). M. adiutorio non parum confiderc 
posset, quoniam tamen superius demonstratum est, quod a ru- 
sticis et oppidanis per omnem occasionem verendum sit, ita et 
quod ecclcsiastici ipsi prestare possint et veri iudicia Dei abissus 
multa ac miseri mortales an amorc vel odio digni sint nesciant, 
ideo profecto non potest esse S. S*' consultum, ut per se et abs- 
que S"*^ D. N. nee non Caes. M''* ac aliorum suorum consan- 
guineorum ulteriori consilio in hoc tam magni momenti negotio 
quicquam adhuc statuat vel aggrediatur, quod tales scintillas 
dare, unde maxime flagrans et cuncta late rapiens incendium 
exoriri posset, praesertim cum Ser"^ archiduci omnino sperare 
licet S. D. N. intellecta rerum facie Ser*«°^ eins pocius collauda- 



S5i 



■ tiiram quam ei vitio versnram esse, quod 8. Ser*^ picntissiird 
^H sui patris vestigiis inambiilans, consultius ac melius esse iudica- 
" verit in provinciis suis iiobilibus ipeiß plerisqur. a iuventute 
confessione sua Augastana imbutis eiusdem exercitium in suis 
fundis et quahior solucn eivitatibus conniverc et in aliis omnibus 
oppidis, civitatibug, castris, villis ac^ locis ad sü et suae profes- 
sionis consortcs pertieentibus reli^ionis nostrae usum ipsisnict 
confessionistis id approbantibus et ratiticantibus praeservasse et 
sie veluti in magnis inccudiis tit unaiii alque alteram civitatis 
domum vel plures etiam diruere et oa ro ioi^cmdii cursum sistere 
pocius quam dictis duabus vcl tribus domibus parcere et eas 
postea cum omnibus atiis eontiguis in praedam et voraginem 
incendii conccdere. 

Tali consilio d. d. caesar Carolus V. et predictus Ferdi- 

Fnandus p. m, in promulganda constitutione de utraque religione 
in iniperio tolerauda usi sunt, ita ipsi etiam ad mortem usque 
haereditariis suis subditis ob religione m parum aut nihil mo- 
lestiao intulerunt, firmiter in Deum sperantes suam divinam 
maiestatem tempore oportuno ipsammct ei rei remedium adhibi- 
turutn. 
Divus imperator Maximilianus IL abgliscentera licentiara 
in eiusmodi religionrs rebus paulo am plins progressus est et 
Austriaeis nobilibus dissertis verbis eorum confessionis exercitium 
publice concessit, quo d. Ferdinandus nunquara adduci potuit, 
sed sicut ipsum Maximilianum dira necessitas et tcmporum ini- 
qujtas ad talera coneessioncm nolontem adegerit, itaque S. M^ 
Ser'**" archiduci ea do re adco preiudicavit, ut S. Ser*** magna 
animi sui cum molestia, timore atque tremore eaacta fnerit, pro- 
vincialibus suis ea in parte tantum quoqne indidgere, qtiantum 
superius dictum est, et licet a priucipio tali indulgentia seu tole- 
rantia non contentabantur sed summa anirai contentione postn- 
labant, ut eonun confcssio in omnibus provineiis et ])er omnia 
admitteretnr publicarcturque, c contra cathoiiea nostra et sacro- 
saneta religio plane abrogaretur, S. Ser*" tarnen id eis tunc et 
postea omni tempore constantissime ncgavit et ut summatim 
dicatur religiouis ipsius dispositionem in omnibus eivitatibus 
demptis dictis quatuorj item in omnibus suis ac suorum con- 
sortum oppidiSy castris, villis ac aliis loci» expresae sibi rosorva* 
Vit, prout in hodiemum usque diem illic solummodo talis nostra 
cathoiiea religio publice exercetur et civibus seu oppidanis ipsia 



253 



S» Ser^ aliud nuoqtiam coucessit vel pramisit, nisi quod eoa" 
relip^ionis ergo missos faccre ac neque igni neque gladio eos 
persequi vclJet, ita tarnen ut in eonim oppidis ac civitatibns 
quoad publicum religionis exercitium nihil attentarent sed S. Ser** ] 
ac eiSj quibus corapetit eins djspositio^ per omnia intacta illibata- 
que permaneretj sicut etiam vigore talis reservationiö in aliquot 
eivitatibus ac locis praecipds per S. Ser**" religio nostra cä- 
tholica veluti a postlimto restituta et ibi adversae professiouis 
publicum exercitium omnino sublatum ac inhibitum fuit, ita 
ut binc 8- S''® pia snnctaque intentio satis probabiliter defendi 
comprobarique possit. Quod si tauien Ser"'"* archidux ea re 
quodpiam contra Deuni et suam sanctitatem peccaverit, prout 
se proh dolor niniiiique peccasse iiigcnue et aperte fatetur et de 
eo summa penitcntia ac eordis compunctione afficitur: 111"*™* D.N. 
pro ea autoritate qua summa in tcrris ex Dei delegationc. fun- 
gitur, Ser*^ S, ex intimis praecordiis id peteoti benigne venum- 
dare sua paterna absolutione Ser**" eins pie eonsolari et simul 
ei vol Untätern ae meutern eorum quae S. S^*^ Ser^"^ eius dein- 
ceps laeere oporterc autlmmaverit per primam commoditatom 
preseribere^ in eo tarnen omnia praefata diligenter et accurate 
perpendere dignabilur. Nani si S. Ser** hoc vel illud faeiendum 
imponeret et sua Ser^ media ea ac ratioues, quibus id exe- 
cucioni mandari deberet» in promptu non haberet, Sua Ser*"" et ' 
omnea pii procul dubio ipsimet iudicarent consultias ac melius 
fore rem omneiu iu pristino statu ad utteriorem Dei misericordis 
dispositionem relinquere et aliquot dumus potius quam totam 
civitatem Dei flagranti incondio consumendam eoncedere ac de | 
reliquo omnibos anirai sen&ibus in eam cogitationem incumbere 
ut correptae lam ab incendio domus aquarum potius sulfusione 
ex unius aut alteriua parictis protractione a tali conflagratione 
proserveutur et postea iterum iu stattim pristinum restaurentur, 
quam pcrtmaci indignatione ac de illis nullo adhibendo remedio 
animi iudoccione extreutis flaoimis ac cineribus deserantur. 

Quae tarnen omnia non erant eo accipienda et interpre- 
tanda, quasi S, Ser^ in mcdendo grassanti malo nulluni laborem, 
Dullam curam sollicitudinemque ampliuö sascipere sed omnino 
tempori relinquere ac Dei omnipotentis emendationem iuxU 
Gamalielis eonsilium expeetarc deberet, Nam id uullus pius ac 
S. Ser*" fidel is consuiero illi sah^a consciontia posset sed potiu» 
S. Ser*^ ac eius omoibus iidelibus summopere conandum ae eni* 



253 



tendum est^ ut dicto grassanti malo omnia possibilia remedia 
adhibeantur et nuUia unquam temporibus vere de eia dici posset 
eos servos nequam fiiisse et talentis suis alia multa superlucrari 
pütuisse modo voliiissent et propria Bua evanida gloriac Dei 
aeternae non praetalissent. 

Quid igitiir Ser*^ S. pofissiine faciundum? Si quispiani 
mortalium reperitur, qui ei auperioribus difticidtatibus non ob- 
stantibus eaa vias ac racioneB demonstrabit. quibus saepedictam 
nostratn catbolicam relig;ionem non soluio in bac verum etiam 
in aliis suis provinciis omnibns in pristinani statiim reatituere 
ac teraeritatem eoruin, qui sibi liactcnus in eo adversi fiiünmt, 
r€»primore potent, quocunque modo id fiat^ Öer^ 8. omnino tene- 
bitur, tales vias ac rationes ingredi, qnantumvis illt niaximo in- 
commodo ac labori cederent, cum iuxta ovangebcani doctrinam 
bomini nihil prosit etiamsi totura oiundum etc, Qiiod certe 
fieret, ei S. S'"* dietae nostrae religioni eathoHcae restitutioncni 
ac propagationem iis vel illis suis desideriis postponeret 

Si vero talium dtftieultatum ac impedimentornm gratia et 
S. D. N, et omnes alii pii et tideles eins Ser^** consiliarii satiiis 
et consultius esse eensercnt, earbooes pocius super eapita ipso- 
nim adversariorum ponendos et iisdem eos tamdiii demulcendos 
esse, donec nonnuUi sattem si non omnes ex eis ad se reversi, 
dolis diaboli ac ministronim eius cognitis, iis valedicerent et ad 
S- mati*is ecelesiae greiiiiuni iiltro reverterentur, fortasse in- 
frascripta media maxime ex re essent ac tantura augmenti com- 
raodique ei adferrent quantum multi maxime quibns Gcrmanonim 
animi paenitiiB haud innotiierunt, non crcdorent. Nam hoc iam 
satis superque exploratum est, Germanos ad quodvis pocius 
placabiiiter et mansiiete quam ulla vi aut inetu induci posse, 
presertim si videant sincere cum eis agi ac nifül aliud quam 
eomm commodum et omoUimentum prae oculis baberi. 

Hoc ita sincere et simpllci oeulo praesupposito Ser""* ar- 
chiduci consuUissiraum erit rem omnem in eo statu quo nunc 
est pubHcae tranquillitatis causa tantisper relinquere, donec co- 
mitia Austriacaj que iam ad Domini eam Reminiscere (19. Fe- 
bruar) indicta fuemnt, pcragantur. Nam cum neraini dubium 
Austriacos et hosco S. Ser^^" subditos unius animi et cordis 

omniaque sna consilia sibi invicem communicare, sedulo est 
nobis elaborandum, no simul et sein et cum ambobus nobis sit 
negotium, cum eo casu de victoria longe minus nobis poUieeri 




254 



posaemus et econtra sperare Bobis liceat, si Austriaci ad boiias 
et tolerabiles conditiones addaceiitur, lios nostros quoque am- 
pims nobis coneessuros et S. Her'^ morigeros fiitiiros. Quod certe 
non facerent, si ipsos Austriacos a partibus suis habereut et eos 
suo aroliiduci ibidem adversos ac inobedientes esse scirent. 

Interea posset 8. Ser^** stitlura negotii cum S. S*", cum 
C. M** ac aliis eibi conüdentibus eommuuicare et postea eoruni 
consLliu ac voto id desuper deceroere, quod maxime expe- 
diens esset. 

Sicut et 8. Ser*" interea dUigenter passim observare pos^et 
onmia ea, quae eontra siiperiora conventa quoquo modo ab ad- 
ver sariis iunovarentur, idqiie propterea, ut fiituram traetationem 
eo praetextii tauto magis excusare et omneni eulpam soliim in 
ipsis reicere valeret 

Sed baec exigui sunt momenti. Et nunc ad praestanttora 
devoniamiis, inter quae illud S, S^' maxinie curandum erit, ut 
quod iam pie faeit in futurum tarnen adhue ardontius ac ilagran- 
tius faciat, ut nimiruiu ex familia sua, quoad eins fieri potent^ 
eos qui uostrae religioni eatholicae non sunt addicti, suceessive 
eliminet et iu primis umnia offieia solummodo eatholicis etiarn 
minus babiiibuSj cum minima tarnen adversariorum offensione 
concredat, Nam ea re in plebe ac popuiu niullnm aedificabit 
ac proficiet, cum ii ut plurimum ad prineipis ac suorum mores 
aese componere soieant et euccessu temporis multls nobilibus 
itideni ad rcligioncm nostram catholicam accedendi causam 
dabit. Ne eos perpetuo aubcis et aliis officiis, quae ad S. Ser*** 
[»rovisionera spectant, carcre oporteat, sicut ei S. Ser*** iam ex- 
perientia edocta est, quibus raagis tidere possit. Deinde S. Ser** 
et omnibiis aliis, quibus harum partium Salus et ineokmiitas tarn 
in spiritualibus fpuun temporalibus curae esse debet, summe 
enitendum erit, ut ditlercntie ille, quae inter S. Ser**"* ac pov. 
dominos dominos ordinarios, domiimm archiepiscopum Salzpur- 
gensem ac dominum patriarehani vigent^ e medio tollantur et 
omnia quantocius amicabiliter inter eos componantur. Nam quan- 
tum semper religio nostra catholica in bona ac sincera spintualis 
ac temporalis potestatis eoiitidencia et uecessitudine praesidii 
habuerit et quantum econtra ex simultatibus ac contentionibus 
coriim damui ac detrimenti iugitcr acceperit, id omoibus satis 
patet, qui vel primoribus labiis lectionem historicam delibarunt 
et propterea nihil opus est, id liic ampUus ebieidare. 




255 



) 



Ad haec S. D. N. ac Ser*"** archidux rein optimam face- 
t, si in Bingidis reliquis S, Ser*^' provineiis singola coUegia 
societaüs Jesu erigereutj nt exeiripli gratia in Cliarinthia ad 
S. Vituin, civitate oliiii metropoli uniimy Labaeii aliud, et Goritiac 
tertium^ quod quidem iiicomparabilein fruetum religioni catlio- 
licae propagandae brevi adferret et tarn facile praestitu esset 
quam quod faoillime. Nam ad S. Vitum habetur parruchia satiß 
optima, quae ipsi societati assignari et süuul ah aliquot monaste- 
riis et aliis beneficüs tantum deputarij ut alumiii eius omnia 
necessaria habere et miseris seholaribus uon paruai impartire 
possent, Labaci vero et üoritiae habentur duo monasteria Frau- 
ciscanonira, quonim alterum Labacense vidölicet iamamul- 
tisaaoiä est desertuEi, ilJa pariter societati dari et illis do 
necessario %detu cum iucorporatione aliquot beueficiorum sün- 
plieium provideri posset Quare profecto tantum et quidem siue 
omni strepitu ac periculo in vinea domini prüliceretur, ut intl'a 
paucos annos omtiis populus in omnibus eivitatibus oppidis ac 
aliis lüüiß catholicam nostrain religiouem protiteretur et nobiles 
tandem nolenles volentea identidem confessionem suani desere- 
rcnt et ad eeeleaie eommuiiioiiem sese eonferrent; quod alias 
non faeerent, bi totms mmidi arma in ipsos distriugcrentiir. 
Nam sicut sensui cüiumurii patet et in priniitiva ceclesia ac bis 
superioribuö annis iu Gerniania, (iaÜia et Flandria videbatur 
clare, Lanc vel iUam religio nem i'ruBtra armis oppugnari; ita 
etiam procnl <lubio lieret, ut ex einsmödi eollegiis brevi tot viri 
docti ac probatae vitae prodirenl, ut ii non solum in temporali- 
bas omnibus parroehiis, moDasteriis ac aliis eeclesiasticis bene- 
tieiiB magno tVuctu ac cmDhunento deiuceps praeesse, sed etiam 
parrocbianos suos statini ad gremium ecclesiae reducere et, quod 
«lunme a Deo expetendnm est, ordiiiarii ipsi medio eornni im- 
purum clericurum concnbinatum ae uxoratum penitus extirpare 
et omnia in pristinum ecclesie Üei sanetae »tatura redintegrare 
poüaent. Quod alias iiüu tieret, etüi omnes illi qui a eatholica 
relig'ione bis in partibns desciverunt iterum ad eam reverterentur. 
iam modemiB parrochis ac sacerdotibus qui extra dictae 
locietatiB scholas literis operam dederuut adeo pcrsuasum 
est sese uxoribue vel eoneubinig carere non posee ut plerique 
omne, benefieia sim, imino öacerdothim i|]>sum pocins quam suas 
mulierculas derelietnri esse videantur. Unde quoque ratio nabiliter 
eoncludi poteal^ etiamsi eonfesbionisttie ipsi hodierna die parro^ 



856 



chias iUas quas usurpanmt ordinariis restituere vellent, quod 

eiusmodi parrochiis de hoiiestis sacerdotibus provndere non pos-1 
Beut, cum rarissiwia avis bis in terris sit saeerdos, qui uxoren 
yel ooncubinam non habeat. Quid autem sancti canones de 
eiusniüdi statuant^ id per se notum est 

Hcliolae civitatum et oppidornm comrauniter itidem soluml 
catholieiB rectoribus eommitteudae essent^ quod S. Ser*~ ita piej 
deinceps procurarc poterit, sicnit hactenuö indesinenter procu-J 
ravit Nato cuni mm piarnm intersit sie vel sie a teneris un- 
guiculis iuventutcni assuefieri, de eo certe superioribuö tempori- 
bus ii quibus id incumbebat maiorem ctiram ac solicitudinem 
habere debebant. 

Si postea Rev°^' domini ordinarii coUegia siia catliedralia] 
iuxta sacros canonea reformarent et pnstinc vitae ac morum I 
sanctimonia apud eos revivisceret, diei non potest, quantum idl 
adiumenti hnic nogocio eonfcrret. 

InBuper etiam consultisBiinum csset^ ut illis ipsiB ordiBariis 
S, Her^ tau tum facultatia coneedcret, nt monasteria omnia cuius-J 
cunque religionis in luis partibus existentia quotiescunque illis' 
necesaarium esse videretur \iöitare ac ea iuxta sacros cananes 
reformare possent, Quod eo laudabilius ac salubrius esset, poste^-d 
quain aliquot ex dictis monasteriis inulta millia subditonim ha- 
bent, qui omnes a praelatin ipsis et eorum conventibus tamquam 
a capitibos suis sania vel infirmis depeudent Praeterea certo 
affirmtiri potest Rev*^'" dorainos ordiiiarios olini suos vicarios, 
officiales, archidiaconos et cousistoria aliquot in locis qui refor- 
mando clero et vindicaudae publicae niorum bonestatt atque 
adeo etiam retincndae et propagandae nostrae religioni cathn* 
licae perpetuo incumbebant, nunc vero eius rei vix vestigia ap- 
parent^ et propterea miraudum non est quod omnis fere disei-j 
plina ecclesiastica extincta et paucissimac vigiliae ßuper gregeni 
domini in esse sint. Itaque si S*^ 8. priötinum nitorem ea i» [ 
parte deBideret^ efficiat apud d. d. ordinarios, ut officio suo abs* 
que omni dilatacioue satisfaciant. Nam donec id factum noiiJ 
fuerit^ tantisper etiam paruui aut nichil nobis de ulla eraendatione 
rerum poUiceri poterimua. Hoc uuico gladio bis in partibujs 
stantibus rebus uti snpradictum est, intra exiguum tempus plas 
proficeremuß quam si decem millia gladiatorum et totidem s< 
petariorum condiiceremns et obvios quoque nostros adversarioal 
in religione mandaremus- 




257 



^ 



Quare his omnibus ita rite eonsfitutis et observatis spe- 
randuni omnino est religionem nostram catholicam tale incre- 
mentum brevi habituram, ut pristinuni statuni plane assecuta 
esse omnibus videbitur, et ita fortasse nihil opus erit maxime 
hie turbiJentiasimis teraporibus plures turbas excitare sed potius 
opcrara dare ac eniti, nt aurea illa secuta in has partes rediici 
innis diffidentia aiiimoiniuij quae inm ab antiquo tempore in 
imos hominum irrepsit, funditus cveUi ac res omnes eo dirigi 
possin t ut primum gloria Dei, religionis eatholieae restitntione 
propagarij postea eonatiis Ttireici niianimiter retundi et sie pa- 
tria ipsa dulcissima abs cor um tyranoide ulterios sub Christi 
domini trophaeo conservari possit. Ita tarnen ut Ser'^^* dominus 
archidux etiam tilterius progrediatur, et raaxirae si rem C. M^' 
in Austria bene successisse viderit ac ea media nactus fuerit, 
quibus S, Ser*" illud ipsum vel ampliuß etiam tuto et sine peri- 
cuJo maioriß damni tentare potcrit, in eo nihil plane a se desi- 
derari patiatui^^ sed pocius omnia possibilia ita macte virtuti 
pietatique praestet, ut in primis S, S**" deinde omnes homines 
liquido intelligent^ nihil sibi honore et gloria Dei cathelieaeque 
nostrae religionis instauratione antiquius fiiisse et futurum eem- 
per. Laue Deo. 

BelL XU dem Schreibea ErKlierisog Knrls nu deti Fapsi. 



129. 

des Gemndtcn BiscJtüfs Chrisiöph von Gurk an defi Papst 
über die politische Lfige Innerösterreichs. 1581 April 3(h 

(L.*A., Ref. Berichte an den Papst.) 

L* officio di padre e pastore universale, che per disposi- 
tione d' Iddio tiene S. S** ricerea, che il Ser"*** arciduca Carlo 
vengi h, esporle il stato miserabilc delle provintic sue, poiche 
il danno^ che potria seguire^ k commune al ehristianesmo, et 
per 1b rovina, che impende alla religione eatholica, et per il 
pericolo piu evidente del adito, che si puo dare alla tirannide 
del Turco; lo invita aneho h ricorrer' k S* S** !a somma boni- 
gnita e patemo affetto, col quäle ha sempre abbracciato S. A**. 
Onde confida, che in questo importante caso habbia non solo 
«eeondo il solito suo prudentcmente k considerare, quanto per 

FoaU«. 11 Abth. Bä.h. 17 




258 

parte di S. A" le sara esposto, ma ancho a pigliar risolutione 
corrcspondente al bisogno. 

Lasciü Ferdinande imper'® f. r. questi stati a S. Ä** gra- 
vati in estremo de debiti, esposti per longo tratto de confini al 
Turco, et infetti d' heresie, trei contrapesi gravissimi et a quali 
le forze di S. A** difficilmente possono con debita proportione 
correspondere. Ma il tempo ha dato a conoscere^ che Y ultimo 
era quelle, che di gran longa avanzava li altri, poiche delli doi 
prinii si sono li provinciali infetti valuti siempre V accrescia- 
mento di questo. Onde in tutte le diete vi sono State sempre 
gravi discordie et oppositioni et sempre hanno cercato la lor 
parte. 

Et andando V audamento de provinciali heretici alla total 
sopressione della religione catholica et esterminio del stato ec- 
clesiastico non ha potuto S. A^ et per le ammonitione seriöse 
e paterne di S. S** et per debito di conscienza far meno che 
pensar' h opporsi a questi dissegni tanto perniciosi et tender' k 
restringere la licenza troppo allargata k preiudicio della santa 
fede catholica. Ma essende il carrico della spesa de confini 
esposti k Turchi, k S. A" insoportabile ritirandosi da quella li 
provinciali infetti et ricusando ostinatamente ogni Sorte di con- 
tributione, ogni volta che la liberta e licenza della religione, 
che pretendono, sia loro ristretta et trovandosi S. A" essausta 
totalmente et senza modo veruno per V eccessivi debiti, ha tro- 
vato cvidcntemente, che movendosi da se, ne ha il modo di 
superare V inobedicnza loro, ne mantenere V autorita sua, ne meno 
sa come diffendere li confini da loro abbandonati; onde non vi 
essendo altra preparatione espone a risico e pericolo la persona 
sua et le reliquie della religione catholica, et insierac fe perico- 
loso, che si dia adito a Turchi confinanti di occupare diverse 
piazze importanti alla commune diffesa del christianismo. 

Ne vedendo S. A'-^ che possi sperare grande aiuto da prin- 
cipi vicini, overo parenti, ne potendo il stato ecclesiastico et 
quei pocchi de catholici che restano nelle provintie sue molto, 
e sforzata esporre a S. S** il pericolo, nel quäle si trova di pre- 
sente, sapendo che la vi harrk quella consideratione, che il bi- 
sogno in se riceva: onde ha dato ordine k monsignore vescovo 
di Gurg, che rappresentc k S. S**, quanto ultimamente e passato 
per r occasione del decreto fatto da S. A" a beneticio della 
religione cath^ e V intoppi e duri incontri, che S. A" olti-a ogni 



259 

siio creclcre ha trovati. Et se bene sa, ohe monsfgnore Nontio 
havera di cio dato minuto raguaglio, ha pero S. A^* voluto nan 
solo dar V istesso conto, ina insierac intendere, quel che S. S** 
giudica, che S, A** debba far piu oltre, essendo egli risolutis- 
öimo di non maacar' k quanto quella iadicark essere con- 
veniente al dehito suo, ogni volüi, che siano le cose indriciate 
81, che posse con probabile sicurezza moversi et attender' ah 
V essecutione, dt qiianto ha gia intimato per »oi decreti alli stati 
di Stiria, sapendo bene, che S. S*" iudicliera convenrrsi, che 
senza speranza di fruttuosa essccutioiie pongi tuLto il stato di 
quelle provintic k rischio d^ una totale rovina, Et perche forse 
parerk k S. S^% che la suspensione deir esäeciitione del decreto 
fatto hahbi preiudicato al fine, che se non poteva sperare, over' in 
altra manera difficoltata V essecutione, devc S. S**" considerare 
paternamcnte, che V ostinata resietenza de provinciah e stata 
molto maggiore di quello, che secondo V ordiimrio e consueto 
andamento si poteva presumerc, et ritrovandosi S, A^""* du tuto 
sproyista, vedendo Ü pericolo delli eonfini abbandonati et della 
sua persona istessa h stata sforzata h ralentar* V instanza del- 
r easecutione^ si pero che tra tanto non tia manc^to a luostrare 
constante e risokta perseveraoza in quello, che per la conserva- 
tione della religione catholiea ha determinato, ne vi e tra ca- 
tbolici over heretici, chi non sapia^ che S. A*"* pretende voler 
easere^ secondo il dover^ obedita; ondf^ se S. S*"* giudicheraj che 
na servitto d' Iddio V andar arditaraente avanti^ preparato il 
modo, col quäle si possa essegnire^ S. A*-'* si offerisce prontissima 
di esporre la persona, et quanto Iddiu gli ha conccöso pur hi 
redatlioiie della fcde catliohca et conservatione di quella, 
Quando ancbo parese bene, che a questi tenipi si vada con 
ma^ior riguardo, o che le difficolta si iudicassero superiori al 
rimedio e modo, che di presente si possa soministrare, si of- 
ferisce S. A** in ogni evento all' istessa prontezza e perseveranza, 
stipplicaiido 8. B"** a perstiadersi di eerto, che 1' aniino suo e 
intieramente rivolto al benetieio della religione 1* indriccio della 
quale in tutto dipeudendo dalla priidenza di 8. S**, spera, che 
per ogni via, che da lei sarä approbata, sia per arrivarc a 
bono et desiderato tine. Et i>ercbc questi suoi provinciah 
sediciosi stano eon uiolt' ombra et sospetto^ supplica S» S** 



* k lent&r in 



n* 



260 

che queste cose siano communicate con pochi et quantoprima 
espedite. ' 

130. 

Zweites Memorandum des Bischofs von Gurk über die Haltung 

Erzherzog Karls im Landtage vom December 1580 bis Februar 

1581; erstattet in Rom am 27, April 1581. 

(L.-A., Ref. Berichte an den Papst) 

Parerä forse ä molti, che il Ser"® arciduca Carlo habbia 
fatto grand' errore nel ralentare V essecutione del decreto ulti- 
inamente fatto sopra V essercitio della religione a suoi provin- 
ciali di Stiria. kW incontro dubita S. A", che non si considerino 
da tutti r impedimenti e pericoli impendenti secondo il proprio 
et vero stato deir essere di quella provincia et sue reale cir- 
constanze, et dubita anchora, che sia tenuto il poter suo assai 
maggiore di quel clie in verita si trova. Et quanto a se e sfor- 
zato confessare, che le forze sono molto deboli, ogni volta, che 
la provintia retira la inano; onde havendo da venire contra de 
provinciali istessi a essecutione straordinaria, bisogna che poco 
si fondi in forza, che dependi dalli stati istessi di detta pro- 
vincia. 

Hora li provinciali infetti di gran longa superiori alli altri 
si in numero e seguito^ come in potenza, fatte le prirae lor di- 
mande per la mitigatione di quel decreto con molta sommissione 
e humilta, vedendo che non erano ponto essauditi, roto il freno 
della modestia venero a protesti e dechiaratione di voler' a ogni 
modo loro possibile defFendersi e mantenersi nella liberta con- 
cessa, over tolerata, o, da loro sin' hora pratticata, con il che 
venivano apertamente a intimar a S. A*% che V essecutione ha- 
veva essere di forza, poiche dechiaravano la resistenza. Ne 
essende S. A** preparata a cio, et essendo 1* oppositione mag- 
giore d' ogni rimedio o provisione, che per alhora potesse farsi 
da S. A" e stata sforzata differire V essecutione et guardarsi 
intorno se puo trovar modo di esseguirla. Et vedendo, che si 
sono dechiarati forse oltra la credenza de molti cosi risoluta- 
mente, per non cascar in maggior errore e bisognato pensare 
a quel che po S. A** e ancho a quelle che possono questi pro- 
vinciali istessi. 



* In dorao: Prima, die Secunda 8. unten Nr. 130. 



2R1 



Et prima il st^to eavairrisco, quäle pf!r ia inaggior parte 
b infetto, h molto potente essen do in iiii ean V occasioDe de 
tempi passati eollata lu facolta delH altri staii nel spfitio de tanti 
anni di gnerra o conliniio suspftto di quella. 

Che essendo in lor mano le armi et la ditfesa de eoufiiiij 
"qiif^Uo che da prelati, eittadiiii et ph?be e stato eontribuito in 
buona parte h reentrato nelle lor borse: et essendo per concea- 
sione apostoliea venduüi la fpiarta parte de beni ecclesiastici h 
venuta aneho quella in lor niano. Oride V un stato e decreseiuto 
notabilmente e rahro crosciiito- cosi aneho per le spesse earestie 
e continue contributioiu suno si essauste Ic eitta et la plobe, 
che li loro beni in gran parte rcst^no obligati al st^ito eavu- 
leriscoj oiide in spceio li eontadini, quali in parte hanno et di 
gia havevano molte pin possessioni e terre, aono liora in tntto 
inpegnate alla nobilta, il resto ha le poßsesaioni du\hi nobiltu 
istessä et h pena hanno racolto il grano, che bisogna lo portino 
alle roehe et castella di quella e di la poi lo reeavino a prezzo 
eccessivo per loro sostentamento; di qua nasehe, che il paese 
per forza dipende nelF universale Jalla nobilta, qtialo sparsa 
per tutto eon roeche forti et hen proviste e spesse^ tiene il freno 
alli altri stati et prineipalraente aUe citta, qnali cavano le vitto- 
vaglie dal eootado soitoi)osto et obnoxio alla oobdta. Di pin iiel 
paese di Stiria sono le minere di ferro, per V occasiunc de quali 
sono a migliara ehe lo cavano et lavorano liomini seduti nella 
religionö uniti insiemc in gran nunaero e gente pronta al ferro, 
de quali ogni pieola oeeasi^me ehe si rapresentasse, si po temere 
molto et qnesti faeilissimaniente dalla nobilta si possono solevarOy 
81 per la conformita della religione eome per »1 coinodo clie 
sentono da qtiesta nobilta per il gnadagno ehe ne cavano et 
per le vittovaglie che da loro hanno, AI ehe si aggiongc che 
esaendo molt' anni^ che qnesti minerali sono sedutti, li piu tor- 
bidr et andaci predicantt hanno il lor refugio tra quella gente, 
ove facU eosa saria loro moverti a seditione ß tumulto. 

Vi sono li confini esposti al Turcho, ove la maggior parte 
di prcsidiarii dependono da detta nobilta, essendo o del istesso 
stato, Oj assoldati da loro, et a suo eeno sono non solo per ab- 
bandonare H presidii, nia per rivolger V armi, ove da quella 
fossero invitalL Di piu essendo li contadini in gi'andissinio nu- 
mero ge ben non fiuni stato della provintia per se, essendo pero 
in moltitüdine grandissima et per la eontinuatione delle steure 



262 

e contribatioDi oppressi et grayati sommamentey et per cio moho 
mal content], ogni volta^ che si lerasse la nobilta e da teaiere. 
che coD speranza di escuter' il giogo si solevaasero, come pk 
del 24 fecero con menor' occasione et tentomo di fiir k confini 
di Croatia gia 7 over 8 anni sono, et la conformita ddla religiooe 
et la liberta che bi propone da seditiosi predicanti al sicmo li 
anirebbe alla peggior parte et tanto piu ogni moto de «mtadini 
saria da tcmere hora, essendo piu essercitati e ancho pia pro- 
visti d' armi che gia erano. 

A qualo si aggionge, che haveodo S. A"^ trei staUi piinci- 
pali, il ducato di Carinthia, Stiria et Camiola tatli sono net 
r ifttesso termine, tutti patiscono Y istesse consideratioiii, onde se 
uno si movesse e da temere che tutti si moveriano et almeno 
non po S. A^ sperare che uno sia per aiutare coDtro V ahro. 

£ ancho da considerare, che questi paesi sono moHo pri- 
vilegiati e liberi et in specie il stato della nobilta, et la gioatitia 
e ragione ordinaria viene a esser in mano de proTinciali: Et 
se bene vi h il regimento supremo tribunale, il qoale dipende 
da 8. A^ pero ancho in quello hanno questi nobili gran parte, 
ne e facile il mettere mano sopra baroni e potenti. Che se si 
tralasciasse V ordine consueto, subito pensariano, che fossero 
violate le liberta del paese et li loro privilegii et qaesto alte- 
raria non solo li off(;si ma tutta la nobilta e 4 paese istesso cosi 
catholici come heretici. Et di qui nasce ehe S. A** non po venir 
a certe subite essecutioni contro uno, o un altro, che per la 
novita del fatto subito si causarebbe moto, quando si facesse 
per cause non comprese nelli ordini communi, o per via non 
ordinaria, la quäl essendo in mano de lor stessi, li rende securi 
d' ogni simil cssecutione. 

Vengono ancho in occasione di diete o di simili affarri 
publici in grosso numero et molto ben armati, e tra di loro sono 
scmpre congionti et coniurati e la citta in specie di Graz in 
tutto li collegata con questa nobilta infetta, ovo ancho hanno la 
casa del paese publica in lor potere con gran copia d' armi e 
da docento pezzi d' artegliaria. Ove quando sono uniti per la 
loro moltitudine armata saria difficile far cssecutione che potesse 
spaventare li altri, ne capi d* importanza vi vengono, se non 
con simil occasione di radunanza; quando poi sono fori ha- 
vendo per tutto il paese sparse le lor röche proviste per U piu 
d' ogni Sorte d' armi c d' artegliaria, non hanno che temere per 



263 




onto d' esseeutione che dependi Sa forza menora die di 
formato. 

Öi che se S, A** non e venuta. a cssecutionc del decreto, 
eredo che poßäi molto ben esser' iscusata, poiche vi cODCOrrono 
tante considerationi et e probabilissimo diibio^ che fossc per 
poter^ essere vano ogiii sforzo ordinario. 

Ma si potria dirc, perche dooque venir a questo decreto? 
Non voglio di&putar liora se S* A** ha pccuato, o no, in farlo, 
Ben dico che e stata piii e piii volle per parte di S. S** ad- 
monita Bopra le declaratioDi fatte in favore pretenso deHi stati 
confessionisti et 6 stiita ricercata di revocarlc et j^li n' e stato 

ito sempre consoieiiza, sopra di che ha aneho havuto brevi 
i aspri et quasi corarainatorü^ si ehe sc bene S. A"^ addu- 
ceva molte diffieolta, nandimeno sono sempre State con esortarla 
k venir' al latto, senza il quäle pareva che si havessero le dif- 
ticolta per imaginarie, non essen tiaH et insieme si veniva k of- 
fcrirli ainto in easo di resistenza et di bisogno, di piu T occa- 
eione islessa et I* importunita de provineiaÜ itifctti ha estorto 
quasi per forza questo decreto, ehe andando in pubiieo con- 
vento lor a via di valersi delte dochiarationi prctense k pro- 

udieio novo et nutabile delhi reÜgione uathoUca, volendo che 
«i reabibtasse aUa predica un blasfemo et seditioso predieante 
con negar altrimentc le eontributioni in tutto. Et essendo con- 
tinae querelie de prelati di si>C88ö occupationi nove de parro- 
chiali et ahre ehiese falte hora da uno, hora da un altro here- 
iico, con notabile seduttionc di molte anime et per la molta in- 
stansa che ne faceva il nontio di Ö, ö** non ha potuto S. A** 
far di meno, che opponersi con dechiaratione del 8iio aninio per 
via di questo decreto^ ehe altriniente si sariano con nove esten* 
fiioni e pratiche non solo impossessati delle deehiaratiorii pre- 
iudieiali« ma liaveriano insieme gravenieute offeso la parte ea- 
tholica con novi preiudicij e violenze come manifestameiile Consta 
per quello eh' t passato avauti a questo decreto di S. A** la 
quäl ancho dceretaudo cosa eosi giu-sta et in niuiia parte con- 
traria aUa pace dclla religione et a quauto si prattiea per tntto 
r imperio circa la Uberta delle eonseienzej anei moderandö il 
rigore, che gli h perniosso dalle Constitution! d' imperio, non 
dovea di ragione pensare^ ehe foascro li siioi sudditi per dechia- 
■arsi tanlo contumaci e apertamentu inobedienti, aiicho con 
minaceiare rarmi. Onde veduto tanto ardire conaiderati h peri- 




264 

coli tochi coDstando massimamente a S. A" che gia dalle parole 
81 veniva per lor parte a preparationi del fatto non ha pero ne 
revocato il decreto ne mitigato, ma solo si fe ristretta; k con- 
siderare se trova modo con il quäle possi con qualche sicuresza 
venir alla debita essecutione. 

Che non ostante le preghiere e minaccie di questi provin- 
ciali S. A" e stata salda nel protegere il stato ecclesiastieo per 
diffesa del quäle fe venuta a questo decreto. Et il stato eccle- 
siastieo per il favore di tal decreto si fe unito vivamente et con 
molto ardire si mette alla diffesa di quanto esso decreto gli da 
et si oppone piu arditamente a preiudicii che la parte adversa 
attenta. Onde non in tutto si po dire sospessa la sua essecntione 
poiche in vero h stato fatto per V occasione d' opporsi a quelle 
che di novo si voleva per li provinciali occupare, che quanto 
al rimanente non si venendo all' essecutione hoggi non si leva 
che non si possa venirvi dimane. 

Hora m6 si ha a vedere se questo negotio si deve spingere 
piu oltra o lasciarlo a beneficio del tempo. S. A" che vede che 
questi provinciali veramente caminano sotto pretesto della liberta 
della loro conscienza k total distruttione della religione catholica 
considera che cio con il tempo facilmente li po succedere, ve- 
dendo il progresso grande che il male fa di continuo, vede 
ancho per conscquenza che impende pericolo air estintione del 
stato ecclesiastieo, percio giudica esser suo debito Y opporvisi 
per quanto mai ^ in suo potere : ma ben conosce, che quel non 
basta a simil impresa. 

Et esseudo il pericolo et il dano che soprasta commune 
ha iudicata convenirsi esporlo k S. S^ imprima come k padre 
e pastor universale et capo di Santa chiesa in terra ha ancho 
dato conto di cio alla M** deir imperatore, al Ser"® arciduca 
Ferdinande et al duca di Bavera come a principi parenti et 
vicini et ancho interessati andandovi molto della superiorita, 
poiche questa Uberta, che pretendono li provinciali et il modo 
con il quäle la vogliono, da V ultimo crelo al principato. 

Se parerk mö che sia necessario metter freno a questa 
hcönza e interrompere cosi dannoso corso, quäle per la natura 
del male camina di continuo k quel suo fine con molta faciUta 
Vedute queste difficolta universali, che si cavano dalla cognitione 
del stato di quella provintia et sue circonstanzc vi si pensi k 
rimedio proporcionato, considerando che S. A** si trova totalmente 



265 



esausta e anclio tVi jrresente avilupaüi in grossissimo debito la- 
sciato dalla glo. me, di Ferdinando imi*c5ratore. 

Clie qiiando S. A^ possi spcrarc aiuto ooiTespondente al 
bisognOj offerisce se, et quanto tiene prontissimo per esporre il 
tntto a ogni sorte di pcricolo per diffesa deir anlica S^* fedc 
Cath^, con ferma speranza di potere con l'aiuto d' Iddio se Don 
sara abbandonata non solo raettere freno a questa straboche- 
vole liceaza^ ma poter' ancho dar tal indriccio ai t!orso del stato 
di quelle provintie, die si possa sperarc notabil accreßi-imento 
della religione catholica. 

Et per esponer ancho il modo, con il quäle si possa piu 
8icura0ieiite et con mcnor strepito venir a eapo dl quanto si 
po desiderare in qucsto, si giudiea che vi vorriano doi sorte 
d*aiutt, uno presente et che presto si mettesse in effetto, e V altro 
preparato per il bisogno^ inipero che e raanifesto^ che per smii- 
plice obedienza o riconoscimento del giusto non verrano questi 
provinciali a tolerare 1' essecutione di questo decreto, ne si po 
qiii tender' k divisione^ overo k essecutione successive et parti- 
colari j>er queUo ch' h stato tocho et per la natura del govemo 
di quelle prorintie, il quäl in questo ponto iion si po cosi di 
subito mutare; onde le diligenze che possono dipendere dalla 
bona rnente di S. A" e da indriccio di governo et trattamcnti 
fe riniedio longo et debole et dal quäle poco al fine si po sperare. 

Percio vi voria per prima il modo di poter cavare un 
presidio fidato e catholico quäl bastasse per freno della citta di 
(Iraz et sicurezza della persona di Ö. A**, con il qualc ei po- 
tesse ancho assieurare da conventi ordinarii de provinciali che 
havTito cio per qualche mesi si potria con boni e proiiortionati 
modi dividere li provinciali et rafrenar' il lor corso ordinario 
et insieme metter' in essercitio il decreto fatto da S. A**, Onde 
in effetto si riduriano eon le cssecutioni continuate air obedienza^ 
overo sariano sforzati a scoprirsi affatto, et h da sporare che 
vedcndo lor la giustitia della causa di S, A**, quando conosces- 
&ero, che pur ^ forzn venir* k un line, fossero per appigliarsi 
se non tutti, alraeno per la matrgior parte all* obedienza, il ehe 
me non seguisse, bisognarebbe^ che vi fosse preparato bon aiuto^ 
31 per diffesa de contini esposti a Turchi et Martelosi^ come 
per ridurre k viva forza all' obedienza quei che fossero re bellt, 
quali sc ben veniasero a quest^ ultima ostinatione, non difficil- 
mente si ridurriano sotto il gioggo. Ch' e pur verisimile^ che 



206 



molti, il stato de quali fe hovMßftB' voiTcaiio esporlo 3i pericolo 
et nmtationt^j et es4>endo it atefü'iffcclesiastico et quelli che re- 
stano catholici et quelli ancho ehe. per virtii politicÄ vorrano 
csscr fideli al suo prindpe, aiutati da miiior forzc, faeilmcnte 
potrano concorrendovi il favor divino, supcrar' uiia parte del- 
r istertsa provintia scparata da Iddio e dal suo prineipc. 

Di questo secondo aiiito bisog'naria che S. A" liaTesse 
Ulm eortezza, che ahriinentCj quaiido si niovessc solo con la pro- 
visioiie priraa et per mala sorte oon baatasse, saria graud* errore 
il cedere fatta simil scoperta; e bene da pensare, che ße li pro- 
vinciali iiitenderano, che vi sia boo fondamento di questo se- 
condo aiato, che il primo hahhja da bastare. Et perche S. Ä"* 
vedcj che non po haver piu ferina spcranza che in S. S**^ prega 
e supplica humilmeiite S. B"** ad abbracciar paternamente questo 
pensiero^ poiche vi va la sahite di tante anime e la conserva- 
tione del stato ecclesiastico, non solo di quelle provintie, ma 
d' altre anchora, che dalF essempio di questo dipende. 

Questo ha spinto S. A** per esoneratione ancho di sua 
conscienza k espoiTc sinceramentc il bisogno ü pericolo^ V essere 
e stato di quelle provintie et insierae 1' occasiono preseate e hi 
speranza che si po haver di Tneglioramcnto^ vedendo che se si 
ncgligesse hora questo negotio manchara la speranza in tutto 
di hon indriccio e conveniente rimedio havendosi per Y espe- 
rienza del passato conosciuto pur troppo che faeilmente si vanno 
estingucndo in quelle parti le reliquio de catholici, ne con le 
ordinarie facolta o modo h Bperanza di poterlc sostenero o con- 
servare creacendo sempre V audacia de provinciaU infetti et es- 
sende intenti a ogni oceasionej a qualc se non si poue fretiOj 
r autorita di S. A** si perde affatto e per )a necessita vieu ri- 
dotta k strcngersi con pacienza a soffrire eon amara tolerana^ 
il progresso delF heresie et il male che ne dipende. 

Non si volc qui esagerare il pericolo, nel quäle si pone 
r Italia per la viciüaBza de quci stati et per il eommercio con- 
ti nuo ehe hanno tnsieme, sapenrlosi di gia pur troppo che in 
Friuli vi fe del male, per esser parti che toceano V infetto. Ma 
non si po gia dissimulare il pericolo piu evidente deirAustria 
et altri stati liereditarii, quali hanno correepondenza con questi, 
ove ne si potrk solevare la parte eatholiea efficacemente, ne 
forse ra teuere longameute le relif[uie in piedi con il fatto et 
essempio di queste provincie. 



267 



E ancho da teTBere» che molti principi secondo la pni- 
tienza del raondo piu cauti andarano, coTisidcrando il successo 
di questo negotio e da Y evento In misurerano forse von poco 
fnitto della religioiie eatholtca se vederano questo principe et 
il suo zelo in ocehio de S. S**, dell' imperatore e tanti amici c 
parenü oppresso e siiperato da siioit upposilione. 

Et sapeado questi proviiieiali ehi^ S. A** e stata piu volle 
per brevi et per nontii ripresa delle toleratiKo passate et cssor- 
tata e amooita con raolta severita al rimedio, sc vedessero ehe 
il ne^otio restassc fcruio a questo intoppo, pi^lieraiio piu animo 
et ardirc et si riderano di S. A** et di S. S** insieme, ove al- 
r ineontro so conoscerano, che S. A** non e abbandonata et ehe 
lI decreto fe levato^ ne la voloata di andar' avaati alla diffi-sa et 
eonservatiQue della religioiie eatliolica in poiito inlepidita o buii- 
ouita^ sarano sfor^ati di pensar al caso loro et forse non saranu 
molti 11 quali siaiio per piaeere in uoa causa tanto iniqua e eon- 
gionta eon iinputatiouc di rebpilione li consigli o risolutioni te- 
merarie et pericoloBc, Et per eonsequenza ei potra sperare bun 
esito di questo pericoloso negotio con raolta laude et gloria di 
S. 8** et eon infmito bencKcio della religieue eatliolit-a, liaveudo 
piaciuto alla bonta d' Iddio con mirabile providenza a questi 
tempi tanto pencologi ncl pontificato di S. 8*" darci in quella 
parte una congiontiira de princqu, da quali si possi sperare ogni 
gn^an frutto di pieta et religione, tra quali essendo Ö. A** di zelo 
a niua inferiore, deve meritamente esscrc abbraciata con pa- 
teraa cura et sollicitudine flalla bontji di S, B*'^ in questo caso 
tanto dif Keile et di cosi imporluiite eonsequenza, 

in viarg.: Secoiida. 



131. 



Papst Gretjor XIIL bnmthricldigt Erzherzog Karl von Steier- 
mfirkj dass er dessrn GfmmUen Biscküf von irurk cinpfanfjeH 
und angehört habe, umJ sichert ihm alle Unierstützunff sn, Hom, 

1581 Mai 9, 



(Gedr. in den Steiemi, Gesdi -Bl L 74.) 



268 

132. 

Relation des Bischofs Christoph von Gurk über seine Sendung 
nach Rom. Erstattet am 20, Juli 1581. 

(L.-A., Ref. Berichte an den Papst. Beil. zur Instruction vom 18. März.) 

Primo. Havendo il vescovo di Qurg esposto a Mona" Hl"* 
Car. Madruzio la causa della sua venuta subito S. S. IH"" pas- 
sali alcuni pocchi giorni hebbe audienza da S. S** exponendo 
S. S. Ill°* la causa della venuta dil vescovo di Gurg a S. S**, 
la quäl intendendo la importanza del negotio hebbe il supra- 
detto vescovo audienza alH 20 di April, et dopo haver esse 
fatto li debiti compimenti^ fu presentata la prima scrittura a Sua 
Santita. 

Secundo. Parendo che nostro signore giudicasse, che per 
la ralentatione der essecution del decreto fossero causate le dif- 
ficolta, che si propongono nella prima scrittura, dubitandosi^ che 
S. A" non havesse grand animo, ne intendendosi qui minuta- 
mente le differentie de statti di queste provincie, ma facendo 
argumenti di quelle, che si vedde praticar continuamente da 
principi d' Italia con loro subditi, fu necessarissimo presentar la 
seconda scrittura alli 27 di April al Mons" 111"*® Card, di Como, 
che la prcsentasse et la consultasse con S. S** havendone prima 
diffusamente dato conto Mons^® 111°*® Card. Madruzio a S. S** et 
air 111"® S™ Card, di Com (sic)^ il simile fu fatto et exposto lon- 
gamente dal vescovo di Gurg. 

Ultimo. Vedendo S. S** il statte di queste provincie dif- 
ferente da quelle che si giudicava, et che poco si poteva sperar 
dar imperador et dalli altri principi trovandosi similmente S. S** 
molto impHcata circa la diffesa d'Avignonc et stände le cose 
di Francia in essere che quclla provincia corre ogni giorno a 
maggior risico: Venne S. S^ in resolution per adesse et per 
benefitio et salute de tanto anime di concorrer et mantenir una 
guardia di 400 fanti per spatio de doi anni con la meta della 
spesa, cento de quali fussero posti nel castel et trecento nella 
citta di Graz, piacendogli molto che se faccia li praeparatorii 
secondo la consoltation di principi fatta in Baviera, acio 
se potesse metter in essecution molte cose bone et sante, se- 
condo essa consultation con magior rcputation et secureza 
di S. A'* et delli suoi fideli eatholici. 



269 



Et percbe si haveva inteso da vescovo di Gurg, che S. A** 
nun poteva per U debili vcchi, gia esposti nella pripia scrit- 
tura, concorrer con S. S^"* in pagar della giiardiay S. S^'* si con- 
teiita di esser egli il primo per aicun tempo di mantenir essa 
guardia sperando che doppo S» A** haver experto la bona mente 
di S. S^, anclio esso come zeloso et pio principe farebbe il de- 
bito per la parte sua. 

Et se per sorte il trattamento acoprira magior iniquita et 
inobedienza et forsi expressa rebeUioDe, nostro signore promette 
non mancar con qucllo che potra per sua parte in reprimor 
r iusolenzia dclli inobedienti, öi come piu ditiusaiuente ha fatto 
»eriver a Mons. Rev^** noutio Sperando pero apresto che mai 
si habbia da vcnir a questo estrenio o se pnx occurresse un tal 
c«so, che con I' aiuto et V assistentia de gli principi parenti et 
vicini si habbia d' extinguere tal fuoco con poca faticha et 



Con questo pero che prima si habbia al extremo gia detto, 
81 faccia un consiglio de prencipi parenti et vicini, \i quali o 
presentialmente over per lor tidati zelosi et sinceri catholici 
vengono di aiutar et assister in tal occorrenza a S. A^* et che 
in CID S. A^* usa ogni diligenza acio habbi qnesti principi as- 
sistenti. Questo si ha voluto distintaniente explicare^ acio S, A*" 
veddi il modo che si ha tenuto, il quäl ae desidera bonamente," 
come e statto giüdato da sincera afletione cosi sia ancho di 
sodisfattione di 8. Alteza. 

Christoforo vescovo di Gui*go.* 



■ foiiii.meiiie iu ms. 

* Am Um«rhlag€: La relatione di monsigpior veacovo di Gurgg. Aili 20. Jiilij 
1681 hab der F, D^ ich diso rektion g-ethon und fllrgelesen. Darauf »y 
1^ £|t erbietten v-u gelioraametii dank angeinLimben» mit Hondern ver- 
melden, daas aj alle.« tlmen wiUlen^ wa-<$ iro münHcliUib iiiügüelif allain 
weUl da« Tirol iscb und Bairiscb orfordtvrt guetbe dünken noch iiit ein- 
kumbeii, dfins sy dusselbcn also erwarten und iiaeli geliig-enheit *?ines 
ntid dos andern sich dann in «aclien aller g-ebilr nat-h m woll mit bicdiör- 
beriefdtig 6rtxher%og Ferdinand i oder de» von Bairn peraon oder derselben 
cathuliflclien rätt al» in andern weeg dermaßsen aller gebür nach ent- 
scliliessen» darob man verhoffuntlirb zufriden sein solL Dieser Zusats 
rHbrt nnzwoifeibaft Ton Cbristopb v. SpanrV eigener Hand her. Die Ko- 
laliiin selbst iat von anderer Hand geschrieben. Angehet'ttit iat «och ein 
Zettel: Item, \xt eyldcopn^ (»iv) Salisburgenula adimat provincialibiut die 
zebnt (f)^ ((uia hoc itlos valdo dvbilitabit. +4«* Rafule untftt: H. Juli 1&81, 



270 

Beilagen zu Nr. 132. 

1. 

n vescovo di Gurgo nelle lettere sue di Decembre 23 et 
26 di Gennaro riceva tre cose per il Ser™® arciduca Carlo et 
una per la chiesa 8ua di Gurgo. 

1. Che N. S^® si degni con la benedittione sua santa as- 
solvere Y arciduca sc nelle cose concesse a suoi sudditi in ma- 
teria di religione fosse incorso in qualche censura^ havendo 
S. AI" mostrati pentimento di quel fatto e dati principii di emen- 
darlo con volonta di proseguire con V aiuto del signore. Per 
cio ha havuta V assolutione da confessore et riceva quesf aitra 
per maggiore tranquillita di sua conscienza. 

2 ^j cW essendosi li sudditi suoi neir ultima dieta dichiarati 
con insolenza importabile di non yoler contribuire o pensare ad 
alcuna difesa contra il Turco^ se non e permessa loro la liberta 
della religione. Et havendo animo S. AI" di farsi ubbidire con 
ogni mezzo possibile et preparare in tal modo la strada alla 
restauratione della fede catholica, saria espediente, que S. 8^ 
animasse quel prencipe a seguire si santo proponimento dechia- 
rando insieme quäl aiuto fosse per darli in caso di bisogno 
accio* sopra quelle si facesse severe fundamento. 

3°. Che per questa cosa et per altre occorrenze di quelle 
provintie chora fluttuano et vanno riconossendo gl' errori S. AI" 
crede che saria di gran servitio alla chiesa di dio che in Graz 
resedesse per qualche tempo un Nontio ordinario dal quäle S. 
B°® potesse anco essere meglio avisata dello stato di quei paesi.^ 

(Ohne Datum. H.- H.- u. St.-A. Wien, Steierm. XV.) 

2. 

Memorial. 

S. S^ se contenta alla santa imprcssa et bona mente, che 
debbe haver S. AI" in defender la religion chatolica di agiunger 
diece mila scudi apresso li quindeci milia gia destinati in Ve- 



• Ms.: alio. 

* Schon das obige Datum berechtigt zu Zweifeln, ob die da erw&hnten 
Dinge mit der Legation 1581 und nicht vielmehr in eine andere Zeit 
gehören. 



271 

nezia, che qnesta summa servira in aiutar S. alteza. Et se con- 
tenta S. S. per la guardia della pei*soiia di S. Al^^ come anchora 
per la forteza et della citta di Graz di mantenir quatrocenti 
fanti over soldati per doi mesi, et dopo finiti li doi mesi la mitta 
di esti soldati, et oecorendo in evidentissimo periculo per de- 
fender S. AI** la santa religion chatolica, non sara abondonata 
a S. S**, ma pro posse aiutata facendo anchora S. AI** quel che 
puo et quelle che e obligato da far, et S. S** exortera li principi 
christiani come e S. M** del imperador, arciduca Ferdinande, 
r arcivescovo el il eigner duca di Baviera di assister S. AI** 
in defender cosi la religion come anchora Y autorita sua. 

(Ohne Datum. H.- H.- u. St.-A.Wien, Steierm. XV.) 

VI. 

Der Kampf gegen den Protestantismns in Städten und 

MSrkten. Entziehung des Exercitiums der A. C. in der 

Stiftskirehe zu Graz. Die Anfänge der Bekatholisirung 

in Hof- und RegierungsSmtern. ^ 

133. 

Erasmas von Saurau an die Verordneten von Steiermark: Ant- 
wort auf des Herrn HofmarschaUs (Ämbros von Thurn) über- 
schicktes Schreiben. Berichtet, man möge (hei den Prädicanten?) 
alle Unhescheidenheit abthun. Bei Hof gehe man Dr. Hornberger 
Schuld, dass er, weil er nicht predigen dürfe, Alles in Verwirrung 
hringen tvoUe, Neuerungen erdenke, Disputate erwecke und an 
der Uneinigkeit eine Freude Jiahe. . . . Lauheck, 1581 Juli 15. 

(Orig., L.-A., Prot. Act 1581.) 

134. 

Hans Friedrich Hoffmann an den Flrzherzog: Wiederholte Bitte, 
ihn in seinem bisher ruhig ausgeübten und laut der Pacification 
zustehenden Rechte der Besetzung der Pfarre Pols zu lassen. 
Jetzt nehme sie der Propst von Bottenmann in Anspruch, lasse 



* Vgl. zu dieser Gnippe Losertli, Geschichte der Reformation und Gegen- 
reformation in InneriJnterreich, 8. 369—393. 



272 

sich mit trotzigen Warten vernehmen und menge sieh in die 
Commissionsverhandlutigen ein. Von den Commissären benehmen 
sich einige sehr unbescheiden. Bitte, seine bisherigen Dienste 
und die seines Hauses in Betracht zu eichen. Wdfsberg, 1581 

Juli 30. 

(Orig., L.-A., Ref. 1581.) 

135. 

Erzherzog Karl an den Vicedom Sigmund van Hausruck: Er habe 
erfahren, dass er im Werk sei, in Windischgrätz Prädicanten 
einzuführen. Befehl, dies sofort aufzugeben, da er sich in Städten 
und Märkten in Religionssaclien die Disposition vorbehalten. Graz, 

1581 August 3. 

(Cop., L.-A., Ref. 1681.) 

136. 

Die Verordneten von Steiermark an Etzlierzog Karl: Fürbitte 
für Hans Friedrich Hoffmann in Angelegenheiten seiner Be- 
schwerden, betreffend die Pfarre Pols, die er und die Seinigen 
bisher ,ruhig possedirt haben'. Das Vorgehen gegen ihn sei gegen 
die Erbhuldigung und die Religionspacificatiün. Graz, 1581 

August 30. 

(Conc, L.-A., Ref. 1581.) 

137. 

Erzherzog Karl an Hans Friedrich Hoffmann: Es sei bisher im 
Lande nicht gebrmichlich geivesen, Einefn oder dem Anderen, der 
,vor die Regierung erfordert wird', dw Ursache hievon anzuzeige^n, 
vielmehr könne jeder immediate, auch die Grundobrigkeit hierum 
ersucht iverden. Er nwge demnach mwerzüglich der geschehenen 
Weisung nachkommen und seinen LandgerichtsvenvaUer zu Offen- 
bürg beauftragcfi, Anton Gabler und Gowssen nach Graz zu 
verschaffen. Graz, 1581 Septemher 4. 

(Cop., L.-A., Ref. 1581.) 
Derselbe Befehl geht am gleichen Tage an Hans RaucheDberger. 



273 



138. 



Bürgermeister, Bichter und Bath und ,die ganze Stadtmenig' 
von St. Veit in Kärnten an Erzherzog Karl: der Landesvitzthum 
habe ihnen jüngstens mündlich vorgebracht, dass sie auf l, f, Be- 
fehl ihre Prädicantefi entfernen sollen, Bitte, sie hei ihren bis- 
herigen Bechten und kirchlichen Freilteiteti zu lassen. St, Veit, 
1582 Februar 28, 

(Cop., L.-A., L..A. 1682.) 

. . . Nun sollen E. F. D* wir underth. anzubringen nicht 
eriassen, dass noch vor etlich und zwanzig^ nahendzu dreissig 
iaren alhie zu S. Veit die meiste unsere abgeleibte vorfordem, 
auch wir, die reformirte religion angenomen, und wiewol die 
Stadt und burgerschaft anfenglichs und bei lebzeiten kaiser 
Ferdinanden . . . deswegen angefochten, so ist doch durch in- 
tercession kaiser Maximilians des andern damals kunigen zu 
Behemb . . . die Sachen dahin vermittelt worden, dass I. K. M* 
nit allain, wie wir dessen jetzo im gebrauch sein, auf unser 
costen unser aigne predicanten ohne entgelt der pfarr einkom- 
mens zu underhalten und das exercitium religionis zu treiben 
allergn. indulgiert, sondern I. E. M* haben auch den wesenden 
pfarrer allhie Christophen Wiser sei., welcher der Augsburg. 
Conf. verwondt, in dem pfarrhof bei der conferirten pfarr zu 
bleiben verordnet, welcher auch dabei auf höchstgedachter K. W. 
intercession unbetrüebt bis an sein endt also verbliben. Und da 
nun die pfarr ledig worden, auch nach ime Wiser gleichwol 
ein katholischer priester vor disem pfarrer, Lindpaumer genannt, 
verordent worden, dem wir auch wie dem jetzigen in seiner 
kirchen und gotsdienst kain sperr, irrung oder hindernus zue- 
geftlegt, hat doch, wie zuvor baide I. R. K. M* als auch I. F. D* 
bisher bei dem exercitio religionis reformatae gelassen. . . . 

Da wir also kainer gefärlichen neuerung uns jemals ange- 
masst, so haben wir auch ainichen Sectischen und in der Prug- 
gerischen religionstractation rejicirten predicanten nie aufge- 
nommen. . . . 

Und wissen uns wol zu erindem, dass in etlichen land- 
tagen F. D* alles ernsts furtragen lassen, obgleich wol dieselb 
niemand wider sein gewissen zu dringen vermainten, so wollten 
sie doch ainiche neuerung in religion ssachen flirzunemen ver- 
boten haben. . . . Nun haben wir uns ain icher vcrenderung nie 

Fontes. IL Abth. Bd. L. Ib 



274 

gebraucht. . . . Da uns jetzt durch den herrn vitzdom flirgehalten 
worden, dass E. F. D* die disposition in religionssachen in den 
general Pruggerischen landtag vorbehalten, wie dann wir auch 
dabei unsere gesandten gehabt und uns dessen was gehandelt 
wol zu erindern, so haben y^iv solches nicht anders, sondern 
wo bishero kain verenderung in stetten und markten geschehen, 
dieselb ohne E. F. D* concession noch nicht beschehen solle, ver- 
standen. . . . Und so dann angeregtermassen wir uns ainicher 
neuerung der religion vil weniger Sectischen glaubens nicht be- 
wist . . . wollen wir uns getrösten, E. F. D* werden uns bei dem 
exercitio religionis unbetrüebt verbleiben lassen. . . . Datum 
S* Veit in Kherndten den letzten Februarij des 82*«" iars.* 
E. F. D* . . . 

139. 

Die Religionsangelegenheiten im Märdandtag 1562. ResoluHan 
Ereherzog Karls in Religionssachen an die zwei Stände der 
Herren und Ritterschaft: das Religionsexercitium wolle er ihnen 
im Sinne der früheren Bewilligungen auch fiirderhin belcLSsen, 
wieivohl er aus beweglichen Ursachen sich lediglich auf den Reichs- 
religionsfrieden beziehen könnte^ im Uebrigen dürfe in Städten 
und Märkten nur die katholische Confesßion geübt werden. In 
Graz und Judenburg dürfm nur Herren und Ritter die Kirche 
A. C. besuchen, den Katholiken darf ,in Lehenschaften^ kein Ein- 
trag geschehen. Graz, 1582 März 9. 

(L.-A. mehrfach vorhanden; L.H. 32, 154, 35 als Beilage, endlich in S($tzinger, 

fol. 643 b — 648 b.) 

Von der F. D* . . . den zwayen ständen von herm und 
ritterschaft diss furtenthumbs Steyr . . . anzuzaigen, sie betten 

' Am 22. März legen die Bürger ihre Baschwerde den Verordneten Kim- 
tens und den im Hoftliaiding versammelten Herren vor, da ein an die 
F. D* abgesandter Bürgersmann keinen günstigen Bescheid erlangen 
konnte. Tags darauf richteten die Verordneten und ihre Genossen im 
Hofthaiding eine umfangreiche Beschwerdeschrift an den Erzherzog (beide 
Stücke in L.-A., L.-A., Cop.) und verständigten (25, März) auch Steier- 
mark davon. Ueber die Gegenreformation in Kärnten s. Hermann, Hand- 
buch der Gesch. Kärntens, II, 86. Dazu Lebinger, Gesch. der Reformation 
und Gegenreformation in Klagenfurt, II. Die Gegenreformation, eine 
Schrift, die sich für diese Zeit auf die Landtags- und Ausschussprotokolle 
der Landschaft bezieht. Zur Gegenreformation in St. Veit s. S. 5. 



275 



sich zweifelsohne zu erinnern, auch solches im werk also über- 
flüssig gespurt und vernnmen, worinnen L F. D* gedachten zwayen 
stennden also auch E. E. L. in graain als derselben von gott 
anbevolhenen, getreuen, gehebten nndertlianen mit h f. gnaden 
willfahren auch derselben wolfart und bestes immer beftirdem 
künten, dass sy dasselb die ganze zeit irer regieruiig, wie auch 
noch in allen j^iniblichen und erheblichen dingen ganz vätterlich 
mit sonderer treuherziger aflFection und naigung zu erwaisen 
genaigt, zumal aber solches in dem bewilsten negocio religionis 
erstlich anno 72 und hernach anno 78 in denen dazumal er- 
folgten mildreiehen toleranzen und nachsehen ganz gn. scheinen 
lassen^ in dem, dass L F. D^ inen, den zwayen ständen, auf ir 
»o starkes flehentliches bittliches bcgero und anhalten allain zu 
beruhigung ires angezognen gwissens und dass hiedurch aller 
mJssverstandt hingelegt, auch merrer frid, ruh und ainigkait hinc 
inde gepflanzt» bcynebene auch I. F. D^ der schuldig gehorsamb 
in politischen bevorab und vor allen dingen die darstreckung 
leib, guetß und bluets wider dem erbfeindt auf die so stracke 
beschechne geh. erbieten gelaietet werden solte, das exercitium 
irer bekannten religion der A. C, doch auf gewisse mass und 
weiss, so gn, indulgirt und nachgesehen, ungeacht dass I. F. D* 
als herr uud Inndtsfürst vermtig des R. R. religinnsfriedens wol 
aines anderen befuegt gewest und hierdurch iro ain schwäre 
Verantwortung vor gott und der weit aufgeladen, umb dass die 
verantwoitung L D* underthanen iro von gott dem allniechtigi^n an- 
bevolhen, auch die B. H* als L D* cath. religion und der ganzen 
christenhait fbrgcsetztes höclistes haubt auf erden, zugleich auch 
die R. K. M* als das welthche sambt allen andern catholischen 
ftirsten und potcntaten so wol denen auslendischcn als benach- 
barten und anrainunden, deren stattliclien hilflaistung man sich 
auch sonst zu iUrfallender feindsnoth wider den Türken nicht 
wenig zu getrösten gehabt^ ja alle reichsstende in gemain nit 
wenig oftendirt, also dass allain von dess wegen I. F. D^ durch 
»charffe brevia und droungen^ auch aigene nuncios und in ander 
weeg allerlai von disem und jenem ort biahero anhören und 
gleichsam ad syndicatum stehen müssen und noch^ mit sonderer 
gefaeter suspicion und impreasion, als ob I, F. D^ auch für ire 
per&on in der catholischen religion nicht aufrecht noch lettig 
jiondern von derselben abgefallen und gar umb das zeitlieh 
ijrmoaiace verkauft betten » alda goschweigent, wie hoch und 



276 

rast aacfa der erst und f&membste eexstliche stand dkes landts 
■ welchem dann L F. D' nit weniger als denen andern, st bey 
ihren freiheiten alten herkommen, rechten and Gerechtigkeiten 
handzohaben geschworen > exacerbirt worden« mit ebenmlssiger 
ftargewendter lamentation nnd clag. als ob I. D* inen hiedorch 
ire wol hergebrachte iura and Ubertatem ecclesiasticaun in mer 
weg violirt and infringirt betten, daraas dann ja sv« die zween 
stännd hie obvermelt aach sonst menniglich woU and greifflich 
abznnemen. wie vätterlich nnd sogar gn. es I. F. D* mit inen 
bifthero gemaint betten, alles in der entlichen Zuversicht and 
hofFhang, dass der effectas and das end hie obgedeat gewisslich 
volgen, fridy roh and ainigkait gepflanzt, sy die zween stSnd 
sambt iren religionsverwandten in denen praescriptis terminis 
verbleiben and ir lieb trea und gehorsamb gegen I. D* mit 
merem scheinen, aach dieselb dargegen arsach haben sollen, 
inen and irer posteritet noch merere gnad za erweisen. 

Weil aber zuwider dem allem I. F. D* aus teglicher er- 
&mng so vil furkumen, dass nit allain die dazumal auf fertige 
Suspension und einstellung I. D^ gn. decrets veibofite ainigkait 
und abschneidung schödliches missverstands nicht erfolgen son- 
dem I. D* und iren religionsverwandten das ainig negst ver- 
loffne iar herumb mer widerdriesS; eingriff, abbruch, hon und 
flirsetzlicher ungehorsam b als etwo die ganz vorige zeit widei^ 
faren und begegnet, und in summa alles im widerspil unter dem 
schein und deckhl angeregter toleranz zu noch mehrem imruhe, 
missverstand und perturbation, ja einer so merklichen erweite- 
rung geraichen will, dass wo nit alsbalt notwendige ein- und 
ftlrsehung gethan, die drimmer noch weiter springen und endt- 
lich ein weitgreifendes, unauslöschliches feuer daraus entstehen 
möchte, in sonderm bedacht, dass auch neben der A. C. der 
Flacianismus, Calvinismus u. dgl. schödliche ketzereien an mehr 
orten des landts einreissen und über band nemen wollen: dass 
dem allem nach I. F. D* als ein getreuer sorgfeltiger vatter des 
vatterlandts, dem auch nach gott nichts höheres dann die wol- 
farth seiner anbevolchnen underthanen angelegen, lenger nit 
umbgehn sollen, denen Sachen mit sonderm fleiss und eyfer 
nachzusinnen und endlich nach stattlicher erwog- und berath- 
schlagung aller Sachen, auch derselben umbständ, ermelten 
zwayen ständen hierait so vil gn. mainung anzudeyten, ob sy wol 
aus den liieob angefürten und andern erheblichen Ursachen 



277 



mehr dann zu vill befuegt wären, vilbemelte inen aus sondern 
gnaden ertheOten toleranzen^ zumal auch dass sy dieselben be- 
dingtcrmassen in der eng nicht gehalten sondern neben ein- 
tüengung frenibder Interpretation und auslegnng inner und ausser 
landts spargiert tind also in mehr weg selhs daraus gangen und 
darwider exorbitirtj gänzlich zu eassirn und aufzuheben und 
sich blösslich absoluta potestate des hicob angedeuten aUge- 
mainen reichsreligionfridens sowol als ander chur- und ftlrsten 
des reichs zu gebrauchen, bejnebens auch ir cliristliehes ge- 
wissen nit weniger als sy, die stilnd, das ihrige anzuziehen 
und mit mehrerm Yor äugen zu haben, sich auch nichts davon 
abhalten zu lassen, jedoch damit sy, von herrenstand und ritter- 
schaft, mit mehrerm sehen und spüren mügen^ dass L F. D^ inen 
ain weg als den andern mit sondern gnaden genaigt, auch 
sonst menniglich^ fl\r die es gelangen möchte, abzunehmen, 
wie es L D* hievor yederzeit ditsfalU aigentlich ge- 
rn aint und noch maint^ so seien sy zwar nochmalen nit be- 
dacht, inen dergleichen was zuzumuetcn sondern allain so vil 
hiemit gn. mainung anzudeuten, wie sie sich hievor allain aus 
gnaden und der sondern gn. affection^ so sie zu ihnen tragen, 
zu angeregter toleranz und mifdreiehen nachsehen bewegen 
lassen, also Hessen sie es nochmalen darbei als ainer gewissen 
regl und richtschnur gn. verbleiben, mit angeheffter sonderbarer 
lautem ereläning, dass in allen I. F. 1> auch derselben re- 
ligionsverwandten haubt- und andern Städten, markten, herr- 
Schäften, schlossern, dörft'ern und flecken, kain ausgenommen, 
allain die alt catholische römische rcligion cxerciert und gey^bt 
und auch darwider von der andern rcligion verwandten in aini- 
chen schain, wie der auch zu erdenken, nichts attentiert noch 
filrgenumen werde, beynebens aber denen herni und land- 
leuthen gedachter zwayer stand sambt derselben weih kind ge- 
sindt und angehörigen, so sich frey und guctwillig zu irer 
religion begeben, imgcwöhrt sein, ir bekente religion der A. C. 
allain alhie in der statt Grätz in der stitl't und dann zu Juden- 
hurg in der Mertenskirchen, also aucb die andern in dem landt 
w^ohnenden herm und landleute sambt den ieren hieob vermeldt 
m iren schlossern , heüsern und unwndersp rech lieh ange- 
■^Wörigen kirchen durch praedikanten angeregter A. C. zu 
exerciem und zu geben, damebens aber andere als die hieob- 
vermelten inen angehörige personen in ainich weeg darzn nit 



278 

zu raizen oder da sy für sich selbs wider I. D* verbott kämen 
und betretten wurden, sich derselben anzunehmen. 

Also auch und verrer, dass weder I. F. D* noch dero re- 
ligionverwonthen in derselben lehenschaften in ainich weeg 
sonderlich underm schein der vogteien kain eintrag, wie ain 
zeithero erfolgt, bescheche, sondern einem jeden sein ius und 
gerechtigkait als von alter herkomen, gelossen, auch do etwo 
sonst derowegen andere irrungen oder beschwärungen von ainem 
dem andern oder dritten theil fürkomben, dass I. F. D* dieselben 
mit bester beschaidenhait und glimpfen zu guetlicher freundt- 
licher vergleichimg und hinlegung weisen, auch darunder 
neben iren nachgesetzten obrigkaiten selbst alle guete für- 
wendung erzaigen und, wo solches nit verfahen wurde, alsdann 
die Sachen fürs recht, wie sich gebüert, beschaiden und weisen 
lassen. 

Beschliesslich, dass man der religion halben gegen ein- 
ander nindert noch ichtes unfreundtlichs fürnemen, sonder in 
bruederlicher freundtsehaft einander lieb und guets gönnen und 
mit I. F. D* jedermann sich dahin bemühen solle, damit man 
das geliebte vatterlandt noch leugcr vor des Türken tyranney, 
auch andern verderben verhüetten und man also allenthalben 
dermassen hausen, mit einander heben und legen, wie es frommer 
christlicher obrigkait und getreuen gehorsamen underthonen ge- 
bürt und wol anstehet, versehendlich, weil I. F. D* mit voriger 
und yetziger gn. erclärung so vil und mehr gethan, als von 
ainichen stand des reichs der andern religion jemalen beschehen, 
und inen, denen zwayen stenden hie obgedacht, au ihrem haben- 
den exercitio religionis durch solliche notwendigs gn. erleütterung 
nichts benumben, sonnder sy damit nur mehrers beruebigt und 
versichert, dass sy es mit sollichem dankbarlichen, aufrechten 
gemüett, wie es I. F. D* iresthails gegen inen gn. maynen, geh. 
amplectiern und annemen, auch an I. D* weiter disfalls nichts 
begern werden, bevorab weil auch I. D* ambts und gewissens 
halben ain mehrers zu thuen nit gebueren will, inmassen dann 
auch I. F. D* also dabey steifF und vest zu verharren und sich 
daran durch ainichs repliciern oder cunctiern in dem wenigisten 
nicht abwendig machen zu lassen endlich und gn. entschlossen. 
Und sy wollten es also zu schli esslicher erclärung ires gemtiets 
inen, den zwayen stennden hieobvermeldt, sich darnach desto 
aigenlicher zu richten habent gn. maynung nit verhalten, denen 



279 



8T beynebens mit I. f. gnaden jederzeit wolgcnaigt sein und ver- 
bleiben. 

Decretom per archiducem P. Martij 1582.* 

Wolfgang Schranz d. 

140, 

Auf der F. D* an yetso übergebne reUgionserclärung E, E, L, in 

Sf^er der Ä,C. zugeihan mHlerthmigkte imiwori und gehorsam- 

bisitr bcricht, Gnu, im LitmUaff, lf*S2 März 1:S, 

(L,-A, L.-H, Uli»! 8ötj5mger, fol. 64Sb -6ö3b.) 

Durchleuchtigmter. . . , Wir liaben vorgestern den 10. Martij 
E. F. D' gn. mlindliehes %^e(*ioeIdeD, df\rinnen E, F. D* sieh 
gleichwoll ganz vHtterlich und mit I. f. gnaden erzaigt, aber her- 
nach uns auch ein Schrift^ darauf sich E. F. D* gelendet, iiber- 
geben lassen, die wir glciehermassen in undertheoigkcit em- 
pfangen, nach lengs angehdrt und aus alledem so raündt- und 
schriftlieh gn, augexogenj so vd verstanden, dass E. F, D' aber- 
mals in religioiissacheu neue erclärungen uüd resoluüonen ftir- 
zunemben gedenken, welches uns desto mehr ganz frembd, ver- 
wunderlieh und betrüblich fürkoraoieu, dass hicvor alberait dise 
religionshandlung und traetation nicht ainst sondern zu mehr- 
mallen dureli vütaltige schwäre darunter flirgeloftho handlung 
mit 1. f. Worten und sehriÖ'ten, auch darunter gebrauchten hohen 
contestatiunen allerdings abgeliandclt und zu orth verglichen^ 
an yetzo aber solches alles nur fUr toleranzen, nachsehen und 
Suspension geacht und in der ubergebnen schriflFt angezogen 
und ge nennet worden, so ist doch niemalen gegen uns hie vor 
ako geraaint, viel weniger wir es also verstanden und ange- 



* Di^f Lnndtjiif war .tui 4. März /usammeiigetroton. Von diesem Tag^e ist 
ein ^Disciirs' datirt, in welchem die schreckliche L«ge de» Lande» dar- 
Ifelep^t wird. Der Rnicker Vertraf? bat^e es mit Srliuldeu iilierhäuft. Die 
Reiclishllfü sej nicht ausjjriebtg, vod der päpstlicbeii Hilfe nicht das Min- 
deaie ^koiumen. ÖUidtu und Märkte küunau bei dem zerrütteten ReU- 
g^ioQg reimen! nichts mehr leisten: die La^steu steigen, die Ausstände 
werden immer grosser, die Commerzien lieg^en darnieder» die Ungarn 
teiitten nichts, und an den Polakeii bnbe man einen schlechten Nachbarn* 
Da« ReiigionHwesen k^lnrie nur durch eine General seuitani in eukunft ge- 
bensert werden» wie es die in Brück war, die viele Früchte getragdtJ hat. 
Im Relig^ioneweBen seien alte drei Länder eri^ yerbunden. 



280 

nomben, sondern E. E. L. der A. C. zugethan, ausser der herm 
bischove und prelaten, haben auch ferten, da auf wissentliche 
und offenbare angedeute etlicher widerwärtigen personen laidigen 
und unzaitigen antrib und flirbrechen unversehenliche Verände- 
rungen in religionssachen fiirgenommen wollen werden, E. F. D* 
solches alles gehorsamblich nach lengs und mit mehrerm in 
etlichen unterschidlichen Schriften und gethanen fussfall in allem 
gehorsamb ausgeführt, wie sich der ganze religionsstatus in 
disem E. F. D* lande im grünt thuet halten, wie es E. E. L. 
nun lange iahr her vor E. F. D* gn. eintretung und annembung 
derselben 1. f. ambt und regierung noch bei kaiser Ferdinandi 
. . . zelten aus sonderer gnad des allmechtigen gottes gehabt 
und erhalten, wir, sowol die burgerschafft, nunmehr mehrers- 
theils darin geboren, getauft, erwachsen, erlernet und under- 
wisen sein, E. F. D* die erbhuldigung samentlich mit einander 
auf solches alles gethan, wie es weitleufftig in den fiirgeloffenen 
landtagsschriften, also auch in dem Pruggcrischen allgemainen 
der dreier lande Steyer, Kärndten und Crain gehaltenen uni- 
versal-, sonderlich aber wie gemelt in dem 80 järigen landtag 
stark ausgeführt, was E. F. D* darunter sich yederzeit mit 1. 1. 
Worten und hohen contestationen erclärt, unnott, solches alles 
an yetzo in specie wieder nach lengs zu erzehlen. Sollte es 
nun auyetzo abermals diesen verstandt gewinnen, dass man der 
hievor wol und christlich abgehandelten und verglichenen reli- 
gionspacification eine andere erchirung geben und der pur, 
lauter buchstaben E. E. L. zu merklicher grosser beschwärung, 
wie es etwo dieselbigen E. E. L. ganz widerwertigen personen, 
welche von frembden orten alher geschickt oder etwo künftig 
kommen möchten, wolgefcllt, jetzt also zu einer andern zeit 
wieder anders ausgelegt und gedeutet, das wäre doch ein 
schmerzlich, cläglich und erbärmlich ding. Was es auch end- 
lich für ain ansehen bei menniglieh haben wurde, das wollen 
E. F. D* gn. und vätterlich wol erwegen, dann was an yetzo 
abermals in der ubergebnen schrift mit starkem anzug ange- 
deutet, dass E. F. D* nemblich auf so starkes, flehentliches, 
bittliches begeren und anhalten allein zu beruebigung unserer 
gewissen und dass hindurch aller missvcrstandt hingelegt, meh- 
rere ruhe und ainigkait hinc inde gepflanzet, I. F. D' der schul- 
dig gehorsamb in politischen, bevorab und vor allen dingen die 
darstreckung leib, guets und bluets wider dem erbfeindt auf 



281 



das beBchechen gn. erbieten gelaistet solle werden, das exer- 
citium unserer bekennten christlichen religion der A, C, doch 
auf gewisse mass und weise, in dul giert mchrers iohalts der v^ol- 
^unden pünct und wortt: 

das alles und was diss orts noch mit mehrerm angezogen, 
haben E. F, D' in der jüngsten fürgeloffnen religionshandlung 
alles nach lengs gleichermassen ungezogen und fÜrhringen lassen. 
Wir haben aber E. F. D* auf alle und jede uns zugemutho be- 
geh wärung und aufflagen unser underth. und gn. sehriften neben 
gebürl icher ablainung und nottwendiger Verantwortung auch 
gehorsam bist und äu niclninaleiä übergeben, av eich es wir an 
yetzo nach lengs zu widerholen, ungeacht es unser grosse und 
unverraeidenliehe notturfft <'rfordei1:, zu Verhütung mehrer weitr 
leutigkait und disputat gern umbgehen, aber uns gehorsam Wich 
von ktlrz wegen darein referirt wellen haben, underth. bitlundt, 
E. F. D* die w^«)llen solches nochmalen gn. zu gemüeth fllhren 
und alle weitleuffigkeit darunter verhüten lassen, wie uns dann 
damals in vil iveg ganz ungütlich i*esehehen, also soll sich an 
yetzo gleichermassen im werk die Sachen ob gott will anders 
beHnden als wir vUvo durch unsere widerwärtige und iniss- 
gonner bei E. F. D* ganz unverdient und ohne schuldt ange- 
geben worden, dann uns flirs erste gottlob von solcher unainig- 
kait und schüdlicheri missverstutidts in religiorisachen, welche 
seithero ervolgt sein solle, nielits bewusst, es wollen dann E. K L. 
in jüngstem Inudtag geh. fllrgebrachte bescbwärungen, dass man 
etlichen landleuten bei ihren pfarren, da sie lehens oder vogt- 
herrn seien, allerlai beschwerliche und scharpfe bevelch zuge- 
schickt und sie dardurch aus ihrer nun vil iahr her erhaltenen 
possession ausser recht zu entsetzen willens, flahin gedeutet 
werden, dass es wider die religionspacification gehandlet sey, 
verhoffenthch aber bei E. F. D* keinen solchen verstand t nicht 
haben werde, dann es gar ein seltsames anselien gewinnen, da 
E. E. L. solche und dergleichen beselnvärung E. F. D* als herm 
und landtßft^rsten geb. nicht ilirbringen und umb gn. Wendung 
und abstcllung nicht anhalten dürfte, oder da ea beschechen, 
solches alspaldt für die höchste widerwinligkait angezogen solte 
werdeU; bringt doch solches die religionspacification hinter mit 
Üeby daa« welcher thail dits oi'ts beschwürt wirdt, dass der- 
selbig sein beschwilrung mit Ordnung fürzubringen und alsdann 
die Parteien entw^cder güeth'ch vergleichen oder zum ordenliehen 




282 

rechten gewiesen selten werden. Vil weniger wissen wir uns 
ainicher der angezogenen aufflagen schuldig oder nur zu er- 
innern, dass diss jetzt verlofFene iar herumb I. F. D* und der- 
selben religionsverwandten mehr widerdriss, eingriflF, abbruch, 
hon und fürsetzlicher ungehorsamb, als etwo die ganze vorige 
zeit widerfahren und begegnet^ und dass alle Sachen unsers 
thails zu solcher angezogener unruh, missverstandt und pertur- 
bation und einer so merklichen erweiterung geraichen weite, 
daraus ein unablöschliches feuer entstehen möchte. Wer ist doch 
yemallen hievor, sowol dits verflossene iar flirkommen, der diser 
auflagen in specie beschuldigt oder solche perturbation, hon und 
spott zuwider der religionspacification angerichtet, und da es 
beschehen, auch solches zu ordenlicher verhör gebracht, dass 
E. F. D* nachgesetzte obrigkait den schuldigen nicht ernstlich 
gestraft sollte haben? Das widerspil aber, dass sich deren kaines 
unsers geh. erachtens und wissens gottlob nicht zuegetragen 
und dass alles bisher in solcher christlicher ainigkait und ruhe 
gegeneinander erhalten ist worden, einer mit dem andern christ- 
lich und brüederlich geduld tragen und dass dergleichen Un- 
ruhe wie etwo anderer orten gottlob nicht beschechen, das 
möchte villeicht disen personen unsern widerwertigen, welche 
E. F. D* dises also einbilden und uns also verhasst zu machen 
gedenken, im herzen laid sein. Aber alleweil solches mit leben- 
digen exempeln, wie sich gebUrt und recht ist, nicht demon- 
strirt wirdt: bitten wir in underthenigkeit E. F. D*, die wollen 
disem allem gn. keinen glauben setzen, sondern die Sachen zu 
ordenlichem austrag, wie sich gebürt, gn. kommen lassen, dar- 
bei aber vilmehr gn. abnemen, zu was unruh, schedlicher per- 
turbation und endtlichen Untergang E. F. D' landen solche leuth 
alles zu bringen gedenken. 

Dass auch neben der A. C. der Flacianismus, Calvinismus 
und dergleichen schreckliche ketzereien an mehreren orten des 
lands, das wirdt sich gn. herr und landfürst in warhait gar nit 
befinden: dann wir von aufang diser unserer bekennten 
religion hero solche und dergleichen secten unsers 
Wissens nit gespüert, auch bei dem Pruckerischen landtag 
solche christliche Ordnung in disen E. F. D* landen zu erfindung 
und erforschung solcher schädlichen secten berathschlagt und 
fllrgenomben worden, dass solche leuth gewisslich in disen lan- 
den khainen platz noch underschlaif nicht finden, neben dem 



383 



die rechte richtschnur, dardurch solche scctirer erkennt und 
£U ordenjicher prob gebracht werden^ die ist, uns und unsere 
kirchen- ond Bchueldiener, ßowo! auch im ganzen R. R. Teutscher 
nation bey allen chur- und fürsten fiueh andern Htenden der 
A. C. zngethan, approbiert mid angenomben, und wird darauf 
examen solcher verdächtigen personen, wo man die kan er- 
fragen, die sich under dem schein der A. C. vertbädigen wollen, 
ernstlich furgcnombeii und gehalten, und da wir aueli solchen 
leuthen zu schwach wären, wollten wir gn. nicht underhißsen, 
bejr E. F, D^ urab 1. f. hülfFen aozurucffen. 

Dass auch allweg im anfang der landtäge je lenger je 
naehr hässige roligionestritt erweckt und eingemengt und dar- 
durch die bcrathiing der landtagspropositionen verhnidcrt und 
zurückgestellt, und es in gemainen bewillignngen abbruch und 
sperr und gemaioes verderben mit siel» ziehen will, darinn wer- 
den Hei E. F. D* wir gleichermassen unbillich beschuldigt, dann 
da je so starke und gewaltige handlung zuwider der ainst ver- 
glich nen religioiisjiacilication au8(scr) ordenlichen rechtenö wider 
uns in gemain und sonders fürgenomben oder sonst in andern 
weg den geb. landlenthen wider deiö landts wissentliebc frey- 
heiten» gebrauch und gewonhaiten besehwilrliches zitegeftiegt 
will werden, so ist je kain ander raittl nicht vorhanden, dann 
dass dieselbigen beschwärten parte leu zu E, F. D*- als herrn 
und landtsfiirsten geh, fliehen müssen, und da ir auf ihr nnderth, 
flehen und bitten kain ausncbtung will erfolgen^ dannenhero 
sie umb gn. intercession und furschrifTt bei E. E. L. oder der- 
selben verordneten j wie es jederzeit nocli bt^i kaiscr Maxirai- 
liani L und kaiser Ferdinand i xeiten hoch!, ged. besehen, an- 
halten. 

Wie kann doch yemalcn solches der billigkait nach übel 
ausgelegt werden? Ja, wann es nicht beschäcbe und man andern 
abweeg suechen und billiehen rechtens sich nit betragen wollte^ 
so betten I. F, D* vilmehr ursacb, solches gn. zu anden und 
E, E. L, mit Ungnaden zu verweisen* 

Dass aber die gemaineu bewitligungen dardurch gesperrt 
doUen werden, hat es dits orts auch seine gemessne weg und 
absatz; dan da je wider die ainst vergliehue und abgehandelte 
religionspacification sogar fttrsctzliche, widerwärtige handlung 
fUrgenommen werden, dardurch ein alJgemaine beschwärnng 
besorgend und endliches verderben des lands erfolgen sollte, 



SM 



da können E. F. D^ gn. annemen, das nit allain die rorstehan* 
den bewillignngen stecken bleiben sondern auch dasjenige was 
hievor mit solchen conditionen bewilliget, widerumben einge- 
stellt mlissen werden, wii-wol m gottlob bisher zu solchem be- 
schwerlichen weg noch nicht kommen, underthenigist verhof- 
fcndtj es hinfi^ro vil weniger darzu ^erathen werden. 

Wann aber «iiich in landütgen geh. be willigungen* be- 
schechen und man alles dasjenige thuet, so immer möglich und 
erschwinglich ist, darbey auch des lands noth und höchstes ob- 
ligen mit schmerzen und guetem grundt ausgeführt und die 
wissentliehe noth, auch die unerschwinglichen ausgaben, nn- 
zalung der ausständt, grosser Schuldenlast neben verlierung 
trauen und glaubens gar ad oculum deraonstrirt wirdt, so will 
man denselben auch keinen glauben setzen und solches kain 
ansehen haben, sondern alsbaldt der ungehorsarab fiirgeworfen 
nverden, als ob man den erbieten, nemblieh darstreckung leib. 
guets und bluets kain genüegen thuet, so wir doch bisher ohne 
mm zu melden bey diesen schweren iaren mehr als unsere 
lieben voreitern jeraalen gethan, ja mehr als wir erschwingen 
können und die raügliclikait kann ertragen, gelu laisten. Wer 
kombt auch von frembdeu orten alher, wann etwo stttndtUeh 
das aufpott ergehen sollte, der mit leib, guet und bluet wider 
den erbfeindt sich so geh, und beharrlich widersetzen und er- 
zaigen und unser geliebtes vatterhmdt sambt dei^selben gränitzen 
mit stündlicher erwartung des aufpotts und haltung steter rü 
stung thuet defendieren? Es habens unsere lieben voreltem so- 
vil immer müglich treulich gethan, nicht minder es von uns auch 
aller müglichkait nach beschicht und so lang wir mit der hilff 
gottes aufrecht bleiben, bescheben solle, zu unmügliehen dingen 
aber kann und soll billich niemandt gezwungen werden, 

Dass aber E. F. D* auf dise ganz beschwärliche induction^ 
unserer widerwärtigen bei E. F, D* unftiegliche wider uns he- 
scliehenc beschuldigung und auflagen, die sich aber wie hier 
oben angezogen bei uns unsers thails in gemain und sonders, 
So der A. C. zugethau^ verhoffentlich nicht erfinden sollen, ein 
Bolchc neue und der vorigen religionspacification widerwärtige 
erclarnng filrnemeii wollen, da verhoifen wir zu gott und E, F. D* 
ganz gehorsaraist, dass wir es weder verschuldt und deren keines^ 
so wider uns angezogen, dadurch wir aiLs der pur läutern be- 
dingten pacification geschritten weder mit frembder intcrpreta- 



4 



tion oder verbottenen spargierung dessen, so in der eng gehalten 
sollte werdeo, mit nicht en geständig sein, ausser dessen so wir 
mit vor wissen E. F. D* im verloflenen laodtag den andern mi- 
»em religionsverwandten, denen benaelibartcn landen, weil es 
sie gleichermassen thuet angehen und in halt Proggerisehen land- 
tags ain land dem andern als ein gemein obÜgende such solches 
zu coramunicieren schiddig, umb rath imd guetbedunkcn auch 
intercession angebracht neben überschicknug derlandtagsschriften, 
wie dann E. F. D* uns selbsten letztlich zu der K. K. M* den 
reich sstiln den oder wo es uns gefiillig, gn. gewiesen. 

Und wie wollten wir doch auch dessen immer zukommen, 
wann die Sachen ainst mit hilf des alhnechtigen zu gewünschten 
christlichen endtund endtlicher pacification gerathen und kommen V 
E. E. L. sieh darauf one alles verrer nachgedenken treulich 
angevärlich und ganz geh. thuet verlassen, alles gethan, so 
immer müghch und erschwinglich, wider die pacification im 
wenigisten wissenthch und fürsetzlich aus solcher vermessenhait, 
wie et wo die beschwärlichen unserer widerwärtigen bei E. F. D* 
anbringen geschaffen sein möchten, gehandlet, dass so oft nit 
und alsbalt solche wol befestigte und mit landsfürstlichen wortten 
bestätigte pacificationem aufgebebt oder auf andere weeg als 
es der ganze process des handeis und der pur lautere buch- 
stabeo mit sich bringt, verändert und erclärt solle werden, und 
weil dann E. F. D' zu mehrmalen gethane gn. erclärung in 
diser religionssachen didiin stehet, dass menniglieh im landt der 
sich guetmllig unbezwungen und ungedrungen zu diser oder 
jener religion erkennt, unbetrUbt und unbekommert darbei ge- 
laasen solle werden, solches auch noch bei kaiaer Ferdinandi . , . 
zelten also gehalten und niemandts ini landt in seinem gc wissen, 
welches auch jeder flir sich selbst gegen den allmeclitigen gott 
und kein anderer an seiner statt zu versprechen hat, bedrangt 
und benüthigt oder ichtcs beschwärliches gegen jemanden dits 
orts nit tVirgenommen ist worden, darneben aucli alle andere 
umbstandtj so bey dieser religionspacification zu betracliten und 
zu erleuttern von nütten gewesen, nunmehr hie vor zu alh*rseits 
contentiernng und billichen benilegen beschcchcn, da auch yc- 
mandt ftirsetzlich unsers thails wider solche pacification handelt 
und derstdbig dessen wie recht ist überwiesen wirdt, sein ge- 
bürliche straff gedulden muss und dem bosehwärten thail der 
zuegang zu E, F. D' in all weeg bevorstehet, so ist demnach an 



E. F. D* unser . . . bitten, E. F. D* ditsorts neue veränderang 
und erclärung in solcher ainst abgehandelten und verglichenen 
religionspacification gn. nicht fümemen, dann wie es zu erhal- 
tung E. F. D* selbst 1. f. hochait und reputation denselben hie- 
vor zu mehrmallen beschechen, hohen contestationen und er- 
clärungen zuwider, kein andere annemben können, sondern 
bleiben mit hilf des allmechtigen darbey beständiglich, underth. 
verhoffend, E. F. D*, die werde zu Verhütung schädlicher ein- 
reissender erweitterung und missverstand ts solches alles ihres 
thails gn. und vätterlich verhüeten helfen, die beschwärliche 
zeit, des grausamen erbfeinds gewalt und dass es die höchste 
notturfft erfordert einigkeit zu pflanzen und zu erhalten mit 
gnaden erwegen, sonderhch aber ganz vätterlich zu gemüet 
führen, was aber auf des nagst gehaltenen landtags schluss und 
E. F. D* gn. erclärung gewesen, wie hoch auch solches zu halten 
und E. F. D* darumben geh. zu vertrawen, abermals angedeutet 
ist worden, wie dann desselben abschriffit hieneben ausser aini- 
chen bedingnus der jetzt beschwärlichen obangezogenen tole- 
ranzen und Suspension gn. zu sehen N'** 1. 

Was auch letztlich für merkliche beschwärung daraus er- 
volgen wurde, da denjenigen, wer die nun immer sein, in Städten 
markten und auf dem gey, die sich bisher zu unserer christ- 
lichen religion ungezwungen und ungedrangt bekennt, die un- 
sere glaubensgonossen sindt und die religionspacification sowol 
die conditionen, mit welchen die bewilligung wegen der schulden- 
bezahlung limitirt, lauter und unausgeschlossen begreifft, an yetzo 
durch angedeüte decreta oder dergleichen verbott abgesondert, 
ihnen dasjenig, so sy bisher unverwörth und vil lange iar her 
gehabt, von unserer kirchen und religions exercitiis auch schne- 
ien ausgeschlossen selten werden, deren wir uns dann für gott 
als unsern christlichen mitgliedern und glaubensverwandten 
billich anzunemen schuldig erkennen, und sy derwegen selbst 
embsigcs vleiss wie noch darumben angehalten und für solche 
sonderung geh. thuen bitten und also den Sachen gewisslich zu 
Verhüttung allerley unraths nicht anders geholfen mag werden, 
dann dass E. F. D* gn. und vätterlich ainiche neuerung zuwider 
der ainst verglichenen religionspacification nicht fürnemen son- 
dern menniglich den hochcontestirten zusagen nach in seinem 
christlichen gewissen unbedrangt und unbezwungen verbleiben 
lassen wollen. Wie dann E. F. D* über die hievor beschlossene 



287 

religionspacificatioii auch bei dem Pruggerischen landtag denen 
von Stätten und markten mit disen 1. f. worten in aller dreier 
lande und deren von statten und markten ausschuss 
gegenwurtt lautter vermelt hat: also will ich die burger . . .* 
Daran erzaigen E. F. D* ain christliches gott wolgefelliges 
werk, helfen auch dardurch die gemaine wolfarth, ruhe und 
ainigkait ihresthails gn. zu halten und alle schädliche erweite- 
rang und missverstandt zu verhüeten, damit wir noch lenger 
nach dem willen des allmechtigen in gueter ruhe vor des erb- 
feindts gewalt und tyranney erhalten, mit einträchtigem ge- 
müeth zusammensetzen und solches alles umb E. F. D* wir 
samet und sonderlich auch unsere posteritet nach lengs mit 
underthenigistem schuldigen gehorsamb zu verdienen ursach 
haben, auch solches willig und geh. gern thun sollen und wollen. 
E. F. D* wir hierüber in underthenigkait uns geh. yederzeit be- 
velhendt. Graz im landtag den 12. Martij anno 1582. 

E. E. L. in Steyr der A. C. zugethan. 

141. 

Der F. D' verrer gn, erleüterung auf der zwayer stände von 

herrn- und ritterstandt des herzogthunibs Sieger A. C. jüngst be- 

schechnes anbringen in religionssachen. Graz, 1582 März 14. 

(L.-A., L.-A., L.-H. und Sötzinger, fol. 653 b — 65.0b.) 
(Im Auszuge.) 

... Es wissen sich I. F. D*, so sie ihnen, denen von statt 
und markten, des angezogenen gewissens halben hievor ver- 
tröst . . . wol zu erindern, dass aber . . . jederzeit . . . iro die 
disposition vollständig und austrukkenlich vorbehalten worden, 
das kann nicht allein nicht widersprochen sondern aus den 
landtagsacten . . . erwiesen werden, wie dann ... zu Prugg anno 
78 . . . diese lautere flirsehung beschehen, dass sy, die statt und 
markt, ... in religione von ihnen den zwayen ständen . . . gänz- 
lich abgesondert und gegen inen die religionsdisposition in einem 
weg als den andern . . . vorbehalten sein solle, mit diesem aus- 
gedrucken zuesatz und vermelden, dass durch sie, die von stett 
und markt, ainicher frembder prädicant der cath. religion zu- 

^ Aus der Bnicker Pacification, S. 90. 



288 



wider nicht eingeftlhrt noch atifgestellt solle werden^ dann sol- 
ches L F. D* ilinen keineswegs gestatten noch zuesehen ktlnden. 
Weil dann solchem unwidcrsprechlieh und im grundt also auch 
ermelte zweeu atändt . , . solches dazumal mit geh. danksagung 
angenorabcn^ in ictziger declaration auch demselben nichts zu- 
wider statuiert . . , wirdet m bleibt es alleis bilhchkait nach noch* 
malen darbey und kann L F. I>^ solches zu ainicher beschwär- 
lieben neuerung oder bedrangnuss der gewissen natt ainiehen 
fueg nicht aufgeladen oder gedeutet werden. . . .^ 

Papst Gregor XIIL befmchrichtigt Ershergog Karl von der Set^- 

duHii des Cardinais Madruszo an dtm Kaiser und aneJi £U ihm, 

letzteres natncntUck, um ihn su uHterstiHßen, seine gesunkene L f, 

Gewalt wieder ^u heben. Rom, 1582 Mars 15,* 

(Gedr. Steierni. Ge»cb.-BL I, 74,) 



143. 

Die (20) Vertreter von 19 Städten^ und Markten in Stetermarh 
an die beiden Stande vorn Herren- nnd Rittfr stand: geliorsatnes 
Anlungen. Bitte um Fürsprache hei Erzher sog Karl, dass sie 
in Religionssachcn vom Htrretx- und Ritterstand nicht getrennt 
werden (jmisentirt 15S2 März 17), 

(Orig., L,-A., Ref., Äll^. Angel 1581 — 1584,) 

Wolgeborn . . , Wir ^vollen in deren anjetzo abermallen 
vorstehnnden und einfallunden religionshandlungen gar in keinen 



' Dai Stück liietet mir in d^m, was über die Bmcker VerliREflluog^ri ije- 
HJ*pt wird, einigöfl Neue; aber dieses ist nicbt saebgemü'HS, S. ineiucn 
AiifsiÄtÄt Eine Fälscbimg" des Vicekanstißrs Wol%an|j^ Schraii». Mittb. de» 
Inst, für 5sterr. Gescbk-htslomchuiig, XVIII. Bd., S. 358. Im Uebrigen 
wird iit der ZuacbrifL dtia Lnndesfiirßteü noch ausgeführt: nicbt Wankel- 
mutb oder unzeitiger liatb balie ihn vorKUgeben bewogen oder dAM etwa 
frülieren Tractjitinnen gegenüber etwas Neue» ge«chaflfen wäre. 

• S. dazn Nwiitiaturbe riebt« III| 2, 397, 449. Biographiscbe Notizen iibi»r 
den Cardinal ebenda S. 375, U«her die oben ang^edcntete Sendimg ebenda 
y. 378/379. Am 14—16. Juni verweilte er in MUnchen und traf bier 
mit Herzog Wilhelm Ton Baieru und Erzherzog Karl, sowie mit dem in 
Steiertuark beglaubigten Nuntius MalaÄpina zusÄmmeu. 

' Vurdernbui'g und Eisenerz sind dareb einen Gesandten vertreten. 



289 



zweifei stellen, dann E. G. und H, tragen entliches gliediges 
und günstiges wissen, wölcherniassen hievor sowol der F, D* 
unaerm gn. herrn und landtfürsten als E. G. und 11. . , . sclirift- 
lich und ralindtüch wir haLen angebracht, wie dass noch vor 
vill und langen besonderlichen aber im 41 auch 42**" iaren da- 
raalen durch unsere gehebte vorfordern und eitern in diacr 
Sachen verordnete gwalttrager Simon Arbaiter, derselben zeit 
gewesten bürgermaister alhic zu Gratz^ Christophen Dauchei* 
richter zu Priigg an der Mucr nntl Colnian Holzman stattriehter 
zu Marchburg, Michaeln Einpacher auch burger maistcr zu Gratz 
und Ulrichen Kurtzen richter zu Radkherspurg und als dann 
hernach im f»6'*" iar damalen . . , kayser Ferdinanden , . , an- 
geregter religion halben zu Wien . . » ein fiiessfa!! beschechen 
ist, neben E. G. und H. und derselben löblichen vorfordern 
siliger wir uns yederzeit zu der A. C undertli. und geh, be- 
kennt und erclärt haben» 

Es haben auch nit allain hocblöbL und säL gedachte 
K. K, M' sowol als L F. D^ unser gn, herr und landtsftlrst die 
die flirw ordne iaren bei E. G* und H, in religionssachen ohn 
absonderlich ganz vätterlich . . . uns bleiben lassen, sondern 
I, F, D* haben noch zu disem allen im jüngst gehaltnen universah 
landtag zu Prugg an der Muer, wie dann auch geraatnigkli- 
liehen in allen andern fürlotinen landtilgen, so I. F. D* die zeit 
iro hoehL n. ö. regierung gehalten und in beruerten religions- 
sachen was flVr ist gefallen, uns sowol als deren stetten und 
mUrkten in L F, D* furatenthumben und landen Khärnthen und 
Crain auf unser und derselben . . . flehen und bitten neben E. G, 
imd H. nit abgesondert sondern ganz gn. und vritterlich beleihen 
lassen und ohngevärlich mit disen werten gn. und vätterlich 
ans vertrüöt und versprochen haben^ dass L F. D^ uns in un- 
serm gewissen nit wollten beschwaren noch betrüeben^ 
inmassen dann L F. T)^ die zeit L hoch!, regierung solches ganz 
gn. erzaigt und uns nit ain harl betten khrUmbt und solches 
hinfliro auch nit thuen wollen, wie dann in einem sowol als 
dem andern dises alles obangeregte und hievor fUflolfne hind- 
tagshandlungen und einkombne acta solches mit mehrer m und 
nach lengs vermllgen und ausweisen. 

Demnach wir nun aber anyetzo in gegenwärtigem und 
noch wehrunden landtag nit ohne besonder höchster betrüeb- 
nuss und beschmerzung uusers gwissens nun zum andermall 

foDt«f. U.khih. Bd. L. 19 



290 



haben angehört und verstanden^ dass hochstgedaelite F. D* tot- 
Habens sein^ von E. G. und H* in niehrberüerten religionssachen 
uns abzusondern, demselben aber Iwzukonien und E. G. und H. 
wie dann auch derselben bochlöbl. vorfordern und eitern (als 
vermclt) uns zugleich in religions als politischen und prophan- 
sachen neben inen ohn absonderlichen yederzeit . . . haben be- 
leiben lassen^ wir auch darunder das unserig sovÜ uns immer j 
mliglich und erschwingMch ist gewest in ein und andern weeg 
. . . gclaist und vobogen haben, so ist demnach an K G. und 
H, unser, so vil deren zu obangeregter A, C. wir uns ercli&rt 
und bekent haben, hiemit nochmalen unser ganz gehorsamb , . . 
flehen und bitten, die wollen uns als dero geringest und sehwe- 
ehest erarmte mitglidt von iro ditsorts auch noch nit absündem 
sondern hierunder bei höchstermelter L F. D' mit intercession 
und bittlichem anlangen sovil unser anraassen, auf dass L F. D* 
mit uns auch ainiche abslinderung nit ftirnemen sondern uns 
als E. E L. vierten standt, inmassen yhc und alle wegen hievor j 
. . . beschechen, neben E. G, und H. uns noch gen. und vätter- 
lich wollten beleiben lassen. Das wollen umb dieselben ganz 
gehorsamblicli und höchst dienstlichs vieiss wir yederzeit zu ^ 
verdienen geflissen sein. 

E. G. und n. 

geh. auch aondci^s dienstgeflissne N» deren 
von atetten und markten abgcsante, sovil 
derselben vorhanden und zu ehebestirabter 
, , A. Cl freywillig sich haben erclärt: 



ala (1.) in deren von Graz 
n ara e n (eigenhän dig) : 
M. Straaperger, 
Michel Pen% 
Andre Wolf. 

(2.) in namen der von Rad- 
kerspurg Thoman Le- 
pusch. 

(3,) Derer von Mar ch bürg ab- 
gesandter Se. Wagner» 

(4.) Derer von Fllrstenfeld 
abgesandter Christoph Ha- 
gen. 



(5.) Derer von Vo i t s b e rg ab- 
gesandter Matheus Rusler. 

(6.) Brugg abgesandter Phi- 
lipp Zeller für sich selbst. 

(7,) Im namen der von Leo- 
ben Michael Mayr. I 

(8.) Der von Judenwurg ab- 
gesandter Hanss Messner. 

(9.) Dervon Rottenmannab- 
gesandter Jacob Purgwe^ j 
ger. 

(10.) Ich Veit Reitter hab mit ^ 
sonderm vieiss, weil ich 



291 



(IL) 
12.) 



^12.) 
(13,) 



das ßchreiben nit erlerntj 
erpetten Jacoben Purg- 
weger, dass er sich an- 
stat mein in namen der 
von Schlädniing unter- 
schriben hat. 
Deren von Aussee ab- 
gesandter Veit Haslinger. 
Im namen derer von 
Franleitten Anndrc 
Jäger. 

Deren von Vo r d e ii b e r g 
und Eisenerz abgesand- 



ter H. Bobdist Heber. 

(14.) Der von Neumarkt ab- 
gesandter FöUipp Welser. 

(16.) Der von Wiidan abge- 
sandter Andre Marchart. 

(IG.) Der von Obdach abge- 
sandter mein eigen hand- 
geschrifft Adam Fall. 

(17.) Deren von der Mau dt 
abgesandter Adam Grlili. 

(18.) Im namen deren von 
C h i n t w e r gCaspar Waid- 
hiner. 



144. 

tus der Sdiriß der sieirisefim Lamhelmß A, C. auf das 
Schreiben des Erzhersngs vom 14. Mär£. Graz, ir>82 Mars 17, 

(L.-A., L.'A,, U-M., JSatzinger, fnt. OBöU — GfiRii,) 

. . E. F, D' vermelden, dass die jetzige neue erchlrung 

allain nott halber zu absehncidung schädlicher erweitteriing und 

niissverstandts und nicht wankchnOtiger weis beschehen; wann 

das widerspiel nusern widerwertigen, die E, F. 1)' wider der- 

*lben geh. landtschaft solches einbilden, und menniglichen nit 

lautter und hell künde ad oculum demonstrirt werden, so 

lette es ctlichermassen einen schein: aber E. F. D* die erfalirens 

^tind Sehens selbst gn., dass sy gottlob eine ganz underthenigiste 

und gehorsamiste landschaft haben, welche in allen müglichen 

^4lingen sich jederzeit ganz geh. erzaigt, ain solche ainigkait im 

{ganzen landt zwischen diesen beeden undterschidlielien religions- 

rerwandten in gemain sich befindt, dass sieh darob auch nit 

[Weniger zu verwundern und erfreuen. Man hanfh?lt und wan- 

ielt vertreulich mit einander, man ist in berathscldagung des 

dainen wesens und des geliebten vatterlandts notturften ein- 

llriLchtig bey einander, alleweil es bei der hie vor mit zeitigem 

Irath und vielen iaren Vorbetrachtung und starken darunter für- 

geloffenen handlungcn beschlossenen und hochcontestieiten reli- 

ijponspacitication thuet bleiben und dass menniglich im landt, so 

jfiich zu dieser oder jener religion unbenotiget kliert, un verfolgt 

|and uubedrangt in seinem gewissen wirdt gelassen. 

19* 



292 



Wann aber solche neue erclänmgen unnottwendiger ding 
flirgenomben und solches allain zu solchem vorljehalt, dardurchJ 
etwa unsere mitglieder in statt und uiärkten oder auf dem gay! 
. . . betrüebt und von ihrer erkennten relin^ion mit |!^walt oder! 
durch beschwilrhchc decreta und aufflagcu abgehalten und ge-j 
drungen wollten werden, das wird in warhait gn, herr und 
landtsfiirst ein schlechte ainigkeit geberen, ja vil mehr aUe 
schädliclie erweiterung, misstrauen» Uneinigkeit und grosse per- 
turhation der statt und markt, verderblichen ab fall irer hantie- 
rung und in summa des ganzen landts verderben verursachen. 
Wir wollen denen von statten und milrkten cammerguets an 
yetzo nicht fechten, dann es E, E. L. hie vor zu mehrmalen geh. 
angebracht, aber diae drei stünde K. E, L. der prelatenstandt, 
herrn- und ritteratand in diaem landt Steyer gehalten und noch 1 
und der hurgerhche standt; die haben eine landhandvest und 
betragen sich die bürger sowol als die landleut der allgemeinen 
landsfrei heit, sie haben auch zugleich die erbhuldigung neben ' 
den andern geh. landleuten gethan und in allen denselben un- 
abgesondert yederzelt verbliben. Sie sind in allen und jeden 
religioDsbeschwärungeu noeli anno 1541 und ln42j item d6 bey 
den gethonen fussfälleUj wie auch an yetzo in allen landtügen 
füHt nur der meiste stritt ihrenthalbcn gewesen, . . . Der vor- . 
behalt der reiigionsdisposition in stildten und markten benehme | 
der rehgionspacification gar nichts, dann sy ohne diese in stättl 
und markten kainen priester oder pfarrhcrrn nit bestellen son- 
dem in ander weg durch die lehons- und vogtherrn dieselben 
bestellt werden, wie dann nirgends in keiner Stadt und markt 
unsers Wissens dann E. F. D' kathol. religion in den pfair- 
kirchen auch sonst gebraucht und gehalten wirdt, und hat E. E, L. 
allein zu Grätz und Judenburg ihre bestellte prediger und Seel- 
sorger und eüiche Hecken, die es nun lange iar her noch bey 
kaiser Ferdinand Zeiten und noch also erhalten, und ist doch 
yederaeit meuuiglichen im landt: burgeru und baucrn unverwehrt 
frey zugelassen, dass sie bei unserer und obbemelter kirchen den 
zuegang und die religionsexercitia gleich sowol als wir gebraucht 
haben, und ist also gar niemand ts in seinem gewissen beachwärt 
oder ichtca beschwärlichs wider sie derwegen fllrgenomben wor- 
den, darbei es noch billich soll verbleiben, und kann zuwider der 
hie vor mit L f. Worten und contestation beerilftigten religionspaci- 
tieation ainieh sönderung dita orts bey uns gar kain statt babea^ 




293 

Und vveill dann die Sachen also beschaffen^ dass wir . , , 
kainer neuen ercläriing im wenigsten nit bedürftig, dann 
"^wir uns yetzo und für alle zeit derselben abgehandelten reli- 
gionspaciücation, welche E. F* D^ . , . treulich^ ungevärlich 
zu halten . . » zugesagt . . . uns getrösten, dass wir uns ainiche 
andere declaration in unser herz und gemücth nicht einbilden 
lassen^ vil weniger ein andere , . , annemen können^ dann uns 
solches von jeder menniglich zu allerlay verschioipfung und 
übler naehredt gewisslicli ausgelegt und gedeUt wurde, als ob 
wir solche wankelmüthigc leuth wären, denen man schier alle 
iar ein neues machen müsste . , , darfür wolle uns gott behlieten, 
und uns zu ewigen zciten kein anderes in unser herz und sinn 
nit kommen lassen, dass wir zu verschimpfung und Verkleine- 
rung E. F. D^ 1. f, person, wort und schrifften . . . kein benüegen 
betten. . . . Bei solcher ainst beschlossnen religionspacification, 
bei allem dem, wie die religionshandlungen mit claren buch- 
staben mit sich bringen, wie es auc!» mm lange iar her vor 
E. F. D* angenommenen l f. regierung in disem geh. landt ge- 
wesen und gehalten worden, dass nemlich menniglich im landt 
die geh. herrn und 1 and leuth und all ire ange hörige under- 
tlianen auf dem gey auch in stildtcn und markten, alle burger 
niemandts ausgeschlossen, welche sich frey guetwillig unge- 
zwungen und ungedrungen zu der catholischen römischen kirchen 
oder zu unserer Äugsburgischen christlichen confession begeben, 
erkennen und bekennen, dass dieselben unbekümmert und un- 
betrilebt in irem gewissen gelassen werden, welches auch bei 
dem H. R, K. Teutscher nation gleichermassen wird gehalten, 
dass dise zwo religionen und kein andere bis zu einer allge- 
mainen christlichen und einhelligen vergleich ung bey einander 
in gueter ruh, fridt und Sicherheit neben einander bleiben und 
geduldet werden sollen, bei solchem allem, wie obsteht ver- 
harren und bleiben wir mit hilf des allmächtigen beständiglich, 
können uns auch darwider nicht beschwüren noch betrangen 
lassen oder ein andere ercMrung annehmen, dann da es be- 
schabe, so begäben wir uns E. F. D^ gn. zuesagen' . . , Grätz 
im landtag den 17. Martij anno 1582. 



^ Das Actenstilük scliUesst mit dein Andeuten^ die Stünde mUssten in Ge- 
mlLasheit de« Bmcker VertrageAj die gaiise Angelegenheit den beiden be- 
nacbb&rten Ländern mtithoilen und si<^b an Külser und Reich wenden, 
in deren Schutz nud 8ciiirm sie stünden. 



294 

145. 

Aus L F. ly encUicliem Beschluss auf der Herrn und Ritter 
übcrgebne Schrift. Graz, 1582 März 18. 

(L.-A., L.-H., SOtzinger, fol. 658 b — 659 b.) 

. . . Da die von herni und ritterschaft auf irer wider- 
spännigkeit beharren und ir vermainte beschwarung ... an die 
K. M^ . . . und die reichsständt gelangen zu lassen gedächten, 
wiewol solches inen hoffentlich niemants billichen, wie es dann 
auch T. F. D*, doch sonsten des löbl. haus Osterreich freyheiten 
in anderweg hiemit unvergreiflich, nit abschlagen, aber daneben 
ausdruckenlich und zierlich bedingt haben, woferr I. K. M* und 
die reichsständo I. F. D*, wie sie zu gott hoffen, recht geben 
und hergegen ir der herm und der ritterschaft anmassen un- 
bülichen werden, dass I. F. D^ alsdann mit der straff, so im 
rechten wider der underthanen widerspenstigkait ausgedruckt, 
ernstlich verfahren und sonderlich im selben fall sich ftLrbasshin 
gegen inen in den reUgionssachen durchaus dem religionsfnden 
gemäss verhalten. . . . 

Decretum per archiducem 18. Martij anno 1582. 

Wolfgang Schranz d. P. Wanzl. 

146. 

Die Landschaft der Steiermark A. C, an die geheimen Räthe: 

Bitte, d(mi Erzherzog treidich zu ratJien, damit diese beschwer- 

liehe, dem Land verderbliehe Widerwärtigkeit beigelegt werde. 

Graz, 1582 März 20. 

(Ebenda.) 

147. 

Aus der Landtagssitziing vom 18. März. Stimmung der Geist- 

lichJceit. 

(L.-A., L.-A.) 

(Bischof von) Seccau: hclt T. D* für ain frommen aufrich- 
tigen flirsten; der werde sich weder nuncium apostolicum oder 
andere icht bereden lassen, hatt zu Prukh geschworen, bei diser 
religion zu bleiben und wolle gern, dass jeder selig wurde. Regis 



295 



cor in manu Dei est Er wird wider gott nicht halten. Sei guet 
evangelisch, will bei dem rechten verstandt genesen und ster- 
ben. Was der apostel (und) heiligen anslegung gemäss ist* 

148. 

der Eingabe dir JxmdscMß A. (7/ an Erzherzog Karl in 

Rdtgiommigdeijenheiten voin 23, März 158^.^ 

(L,-A., L.-IL, SöUiager, fol. G62a — 667 a.) 

. , . und ißt demnach nochmalen umb gottea und seiner 
irmherzigkeit willen an E, F. D^ unser bitten, die wollen auch 
lie fertigen zu zweienmalen beschehue demuetigiste fusstaü gn. 
Imnd vätterlicb erwägen, die starken und unbeweglichen argu- 
menten und bedenken» die in dieser Sachen demnach wol zu ge- 
mtleth zu fiihrcü sein und dass E. E, L. zu diser jetzigen neuen 
erclärung kain ursach im wenigisten nicht geben, was auch 
idaninder füir achwäre und dem ganzen land verderbliche in- 
"convenientia daraus orvolgen möchten und derwegen mf^nnig- 
iich im landt inhalt der gn. und 1. f. gewissen Vertröstung und 
zuesagung wie oben und zu mehrmalen gemelt unbeti-liebt und 
unangefochten wegen unserer religion bleiben lassen. Dardurch 
werden die beschwerliche disputat auch alle andere weittläufüg- 
keit irrung und misstrauen im landt verbüetet und alles bisher 
in seiner erhaltnen gucten ruhe Ordnung und vertreulichen gueten 
verstandt zu wolfarth des lands erhalten werden, dann wir noch- 
malen mit gott bezeugen, dass wir mit guetem gewissen und 
zu Verkleinerung E. F. D^ L f person und wortt aus allen denen 
hievor mit guetem bedacht und zeitigem rath gegebnen reso- 



^ E« Üeeaeti Hieb noch viele InteraHsante Sl^tleu auB deu Latidtag^roden 
»ii«heben. Leider bieten die Acteo mir Fragmente* Die Reden der ein- 
xeLnen Mitglieder des LAndtag-es «iiul vom 8ecretär uitr in der Weise 
wie oben durch eiiizehie Scb]A^wc»rt4j markirtt die es ihm wobt möglich 
macbteD^ die g^anze Rede ^u^ammou zustellen. Heute ist dies nur zum 
Tbeit iiocb m^glich^ weil ao Tiete Zwischenglieder fehlen. Im GanKen 
bt wabrziinehmeUf dasa in allen die LAndesfreiheiteu betreSfeDdeii Fragen 
die Prftlsten tu dieser Zeit mit den andereu drei Ständeu eusammeu- 
j^tehent was in einer Frage, die wie die Angelegenheit de» ijecretärK 
Ilire^b so stark in das KirL-hliche übergreift, immerhiu bemerkenswertb ist, 

* Die lauge Eingiibe bietet zusammeufadfiend djus was sich schon in frü- 
Leren ActeuBtü^keu findet« 



lutionen tmd mit hochcontestirten religionspacificationen nicht 
gern daraus oil schreiten oder ein andere und neue resoliition 
nicht annemen können und letztlieh disera ganz beschwerlichen 
disputitt einen gn. schluss und ende machen lassen. Grätz den 
23. Martij anno 1582. 

Landschaft der A. C. zuegethan. 



149, 

BeftM Erzherzog Karls an den Bürgermeister ^ Richter und R€iih 
von Graz, ^drs Stifts der Landleuf und ihres Eelißionsexercitiums \ 
mnssiß m gehen und sokhcs auch hei der Bürgerschaft päth^Uch | 
abzmt^lhm. Im Uchrigen gcdenlce er wed^r sie noch jemanden von j 
der Bürgirschaft in seinem Getinssefi mi hmckweren\ Gtom^ 1582 \ 

April 23. 

(L.-A., Ref, Graz und Stltzinger, fi>l 208 a, b und <579&, b,) 

Von der F. D* . , . wegen N* hurgerinaister, richter und 
rath alhie anzuzaigenr Sie werden sich zu erindem wissen, 
dass I F, D^ ihro in derselben statten, markten und andern 
aigenth umblichen heiTsehaften ye und allemal allain ihrer christ* 
liehen catholischen allgemainen religiondisposition und exercitiura 
ausdrucklich vorbehalten^ one was I. D* denen von herm und 
der ritterschaft in dieser hanbtstatt Grätz und zu Judenburg 
oben aus eüichen beweglichen Ursachen für sich und ihre an^^H 
gehörige nachgesehen. ^B 

Wann dann I. F. D' solches in crafft des hL reichs con» 
stitutionen und Ordnung mehr dann ganz wolbefuegt und sich 
auch desselben nunmehr irer gewissens notturfft nach zu ge- 
brauchen in alweg bedacht^ so hetten es L D^ ihnen hieniit gn. 
eröffnen und daneben alles sondern ernsts bey den pflichten, 
damit sie I, D^ zuegethonj gebieten und mandiem wellen ^ das» 
nun hinfliro nicht allain sy N. burgermeisterj richter und rath 
sambt ihren angehörigen der landleuth stifft und ihres habenden 
religionsexercitii durchau8 müessig gehen sondern auch solches 
bei der andern burgerschaft und ihren angehörigen gänzlich 
abstellen j als lieb ainem jedem sey^ L D* ungnad und straff zu 
vermeiden* Doch crcltiren sich I. F. D^ hieneben so vil, dass 
sy sonsten sie, von der burgerschafft und ihre ange- 
hörige, in ihrem gewissen zu beschwären nit gedenken. 




297 

ider sieh aller! f. väterlichen sanftmuetigkait gegen ihnen erweisen 
wollen. Das ist L D* endlicher willen und ernstliche mainung, 

Decretum per arcliiducem 23, Äprilis 1582. 

Primus WanzL 
150, 

^Scharfes Becrd I. F. IM an die Verordnefcfi' : Die F. D^ Iiahe 
fH>n dim Hoß'riegmiihen vornommen, was hei der heute anffe- 
sieUtefi Berat hschlagting, teie das Kriefjswesen heuer anmiordmm 
nnd das Bauffcld ausjsutheäefi sei, mitßefheiU wurdcj dass näm- 
lich, wofern L J/ mit der Persecutiou forlfahre^ die Verordnete^i 
weder Saugeld, noeh sonst etwas Anderes auf die Grenzen dar- 
ffugehen wüssteti, sondern Alles nach Inhalt df^ letzten Landta/fS' 
^erhamBunffen einstellen würden. Die F. ly Jmhe das mit Be- 
fremden vernommeth, da doch die BeieiUifjutigen ymieondiiionit^t* 
geschehen und die Notklmje der (Trennen hehwni sei. Dies Unter- 
fangen i$if wie es trea(m Unierthanen gebührt, hei Seite £u stellen. 
Die Verordneten mögen wiesen ^ dass die F. D^ von der Son- 
derung der Märkte und Städte nicht zu weichen gedenke 
und sollte auch das ganze Land darüber ins Verderben 
ffcrathen, ja sie wäre gezwungen, noch weiter mi gehtm und 
einen ettcaigen Sehaden des Lattdes an deti Verordneten einmi- 
hrimjen, Graz^ 1582 Aprü 27. 
(Cop., L.-A., Beform. 1682.) 



151. 

Bürgernleister, Richter und Rath von (^az bitten in tiefster 
Demtäh um Abst'eüung des Befehls vom 23. April, Graz, 158U 

April 27. 
(Cop., L.-A,, Hof. Graa uud SöUinper, fol, 670b — 68U.) 

Üurchleuchligister. . . J E. F. D* . . . wir anzubringen nit 
urabgehen können, dass wir . . . gar in keinen zweifel stellen, 
dann dass E. F. D* hierunder alich . . . wissen haben, welcher- 
inasscn und noch vor viel langen iahren, besonderlich aber im 
1541 iahr, damalcn nicht allain durch unsere sondern auch der 



' Im Eitjgjtug wird der Inliült rle*j Decrett} nochraals anje^eg'oheii. Ivh hnhe 
üben all©» Forniolhnfte, Ploimastieclie und J!?LdbHtver.Hiäijdlk-lio liiiiwöfc- 
gelassen, D»» Stück würde Hon^t um mohr .il» dtts Dijppch« llio^er. 



298 



andern 31 süidt und mUrkt E. F. D' herzogthumbs Steyr, wel- 
che ye allwegen neben anderen ständen daselbst alle und yede 
angefallene anlagen und mitleiden ihresthails . . , tragen, unsere 
geliebte vorfordern und eitern und dieser saehen derselben 
Zeiten verordnete bevelchbaber und gewalttrager als Simon 
Arbaiter, fjewesteo burgcrmaister zu Grätz, Christophen 
Taucher, richter zu Brugg a, d* M., Michaelen Einpaeher, 
auch ge Westen burgeruiaister alhie, Ulrich Kurtzen, richter 
zu Radkci-aburg, und als hernach im 1556 iahr^ damalen . . . 
Ferdinanden . , , durch ehebertierte stitndt . . . ihres reUgions- 
exercitü (halben) haben zu Wien . . . einen fussfall gethan^ 
neben ihnen und derselben löhhchen vorfordern . . , wir uns 
jederzeit zu bestimbten exercitio angeregter A, C. . . . erkennt 
und bekennt haben: es haben auch nit allein . . . K. M* die zeit 
ihres lebens, sowoU als E. F, D* die flirwordne iaren ... in an- 
geregten religions Sachen von elieboraelten zwayen löblichen 
ständen der herrn und ritterschaft an , . , uns lassen bleiben, 
sondern K F. D^ haben noch zu disem bevor aber im jüngst 
gehaltnen imiYcrsallandtag zu Pruckh a. d. M. negst verschineß 
1578 iars, wie dann sonnst en gemeiniglich in ieden und allen 
verflossenen landtägcn . . , so , . , in rcligionssachen was einge- 
fallen ist,, sowoll uns als obgedachte 31, wie dann auch deren 
statt und markt in . , , Cärnten und Crain auf derselben iind 
unser anlangen und bitten neben mehr bemelten ständen deren 
von herrn und ritterschaft von dem exercitio ihrer religion der 
A. C. nit ahain nit abgesöndertj sondern neben ihnen . , . bleiben 
lassen, auch noch darüber . . . betheuert und versprochen haben, 
dass E. F, D* ims in unserm gewissen nicht weiten beschwÄren 
noch betrieben lassen, inmassen dann dieselben solches bis an- 
hero gn. erzaigt und uns angeregtes exercitium der A, C nicht 
ein härle betten krümbt und solches hinfuro nit thuen woUten, 
wie dann dieses alles angeregte und hievor verloffene iandtaga- 
handlungen und einkonine acta mit mehrerm vermögen und 
ausweisen. 

Sodann an yotzo K F. D^ uns . . . gebieten, dass nun hin- 
für an nicht allain wir sanibt den unörigen der herrn und land- 
leuth stiflt und ihres habenden religionsexercitii durchaus muessig 
gehen, sondern auch solches bei der andern burgerschaft und 
Iren angehdrigen sollen abstellcnj haben E. F* D^ zu crwegen, wie 
höchst betrübt . . . soiches immer uns fürkommen und iaUan thue. 



4 



4 




299 



Demnach nun aber daninter ie iinwfclerspreclilich und 
offenbar^ dass niclit allein wir sambt den unsrigen aueh dio 
ander burgerscliaft und ire angcbörigcn allesaoibt und sonder 
lieh ausser etlicher gar wenig ... zu angeregtem . . . exerdtio 
. . - uns erkennt und bekennt haben, maistenthails auch sambt 
unsem ins höchst betrüebteti armen woib und k indem darinnen 
peborcn, gctaufft und erzogen worden sein und deren sacra- 
menta . . . uns haben gebraucht, auch nun bishero in die 50 iar 
darbey , . . sein gelassen worden, so ist derhalben an E. F. D^ 
unser . . . flehen und bitten, die wollen nit allain obangeregtc 
u. dgL bevelch gegen uns . . , widerumb ab- und einstellen, son- 
dern un8 auch die unsrigcn und uns undergebnc burgerschaft 
und deren angehörigen . , . von ehemcnnten zwajen ständen 
• . . habenden religionsexercitiuni nicht absondern. . . . 
E. F. D^ undcrlh. und gehorsamiste 

N. burgermaister richter und rath sambt 

ihren angehörigen, auch die andre burger* 

Schaft und die ihrigen bey der statt Grata 

37. April anuo 1582. 

153. 

Mfghersog Karl schlägt unter Zurmkweismuj der v&rfjehriuhten 

Motive die Bitte der Bürgersvhaß von Gras um Emstellung des 

Decrets f)0*H 23. April ab. Graz, 1582 Äprü 38, 

(L.-A., Ref. Graat und Sötssingrer, foJ. 208b — 209 b. Gtiiinickt ia Hiirter, Kaiser 
Ferdijiiuid U,, I, 638—640, aber mit unriiibtiger Datiruu^.) 

153. 

Bikrgermeisier ^ Ekhtcr und Rath ron Gru:r au StatihaUf^, 

Kander, ReffimmtS' und Kammtytratiw: Bitte um Intercesnym, 

auf dass dns heschwerliiiie Tkcret vorn 23, April zurilckgesogmi 

werde, (Ohne Datum.) 

(Sötaiiiger, toi 6Ö1 b ~6l*3b.) 
Moüve wie m dor Eingabe vom Ü7. April. 

154. 

Knker^off Karl erklärt rmchnmls, er habe dir auf dem Ltfudtatj 
ttmcMoBHcnii BewdUfjung pure, umonditioni/i anfft^nommen, und 
d(Ui sei tmin zu leinten schiddig. Sollte aus dem Vorgehet^ der 



i 



300 



Verordnetefi dem Vaterland ein Scftadet^ erwachsen, &a tragen sie 

sdhst die Veraniworiang. Es habe umsotfiehr hei seiner früheren 
Erkliirung m verhleibett, weil sie oder ihre Vcrttandten die mit 
der Biirgerscitaß vörijenmnniene Absonderumf nichts angelU, GroM, 

1582 April 28. 
(Cop., L.*A,, R<jf, 1582.) 

155. 

Antwort der Verordnetm auf das Beeret vom 27, Aprü 1582: 
Geld sei keines Porhunden. Die Ahsonderung der Bürgerschaft 
bringe noch grossere Zerridimtg ht^tor. Vom Lamltag hätten sie 
Befehl, wenn den namentlit^h angeführimi Beschwerdepunkten 
nieht ahgehölfen wilrdej solUe keine Bewilligung des Latides ge- 
leistet werden. L D* werde dies den Verordnetefi nicht nacJitragetif 
jmmal die Landleute schon ohnedies mit Bezahlung der Steuern 
an sich haWm, die Bürgerschaft aber gar niehts erlegt. Die Vor- 
würfe des Landesfiirsten treffen die Verordneten umsomehrf als 
sie nur ihre PflieM erfidli hätten und ohtiedies nur auf langes 
Bitten der Landleute im Dienst geblieheti seien. Sie häten^ su 
bedefiken, dass sie ja für ihre Person nichts Anderem könnten, 
als das in sie gesetzte Vertrauen der Lnndschaß su rechtfertigen; 
am besten wäre es, die Sache auf den nächsten Landtag zu ver~ 
schiebefi od^yr einen hesondcrmi Landtag zu berufen und hier die 
Sache zu ordnm. Graz, 1582 April 28, 
(Cop., I/,-A., Bef. 1582.) 



156. 

Michael Sirassherger ^ Bürgcrtneister, Melchior Heizer ^ Stadt- j 
richtet, und Martin Pangrtlsser, Stadt Schreiber ^ an die nieder- ] 
österrekhische B*:gieruug: widerrufen ihre Zusage, sich der Stißs- 
kirche zu euDiaUen. Graz, 1582 Mai 5. 

(Cop., U-A., Kef. Graz und Stitainger, fol 684», b.) 

E. O. können wir . . . anzubringen nit umbgehen, ob wir 
wol den 5. tag dits monats May . . . mit mündtlichen gepöegten 
handlungen liabeii orclärt, dass (wir) . . . bey . . . unser bekenn- 
ten und erkennten rcligion der A, 0. verharren auch bestehen 
und verbleiben wollen^ es schicke darunder der liebe goU dise 
Bachen mit uns nach seinem i^öttlichen willen und gefallen, wie 
er immer wöUe, $o sein wir derbalben über unser eusserst flehen 



301 



und bitten, damit E, G. uns bei diesem imserm angeregtem de 
mütigisten erclären, bis wir neben andern iinsern religions ver- 
wandten I. F. 1> mit midertlu fussfilllou umb gn. milderung und 
aufhebung angeregter derselben scharfen bevelch, erweichen 
möehten, nicht wollen statt haben, dahin bewegt worden, rbxsR; 
wir aus Schwachheit, unbedacht, tmfllrschHcher eyll betriieb- 
liehen seh recken und anderer vor äugen stehimder u n gelegen - 
heiten willen E. G. mit mundt und hand haben zuegesagt, ehe- 
berührter hcrrn und landleuth stifftkirchen aihie zu Grätz uns 
zu enthalten, demnach wir nun aber darüber der gebilr nach 
der Sachen mit mehrerra nnd was tieffer nachgedenken, so be- 
finden wir, dass wir damit äu vil gehandelt haben und solichs 
aus eusserister betHiebnusa und belaidigung nnsers gewissens 
nicht laisteu noch halten können, und derowegen wir dann da- 
hero gross verursaclit werden, discn durch uns ans sehwachhait 
auch nnhedacht betrubnnss schrecken und ander vor äugen 
schwebunden ungeleganheitcn halben begangenen irrsaal, E. O. 
hiemit schriftlichen und mit höchster bctrübnuss anzubringen 
nnd unser unbedllcbtig xuesagen zu widcmifeny dieselben durch 
gott und das leydeo Jesu Christi . . , bittundtj uns hieriiinen mit 
Ungnaden und anders nichts zuznmuthen, dann dass es allain 
zu heruehung und bcfridigung unsers gewissens, welclies wir 
dann umb eheberliertes unsers begangnen irrsals willen ganz 
anraebig imd gar miteinander zum höchsten bekümmert und 
betrilebt sein befunden, besehchcn thuc^ undertli. geh. hoffnung, 
E. O. werden in ansehen nach cndhcher vorstehunder . . . Ver- 
tröstung, dass dieselben (i. e, L F. D') weder uns noch yemant 
andern an seinem gewissen nicht wollen beschwäreu lasserij 
ilber dies unser diemüetigist anbringen uns ferrer bescljwärliches 
nichts auferlegen. Deren wir dann in diesem unsern eusseristen 
seufzen auch flehen und bitten umb der barmherzigkeit gottes 
und seines ainigen sohnes unsers erlösers und heylands Jesu 
Chnsti willen E. G. in underth, dcmuth uns bevelcheu thun. 



Actum Grätz den iX Mai a« 1582.* 



E. a etc. 



Micliael Strassberger^ 

Melchior Hölzer, 

Martin PangrÜsser, 



^ Die CopEe im L.-A.« Hef. Üraz hat keine Dntimiig^. 



157, 

Abermaliger Befehl der nieäerasterreichischm Begierung an rft>l 

Bürgerschaft, sich an den Inhalt des l. f. Decrets su kehren unä \ 

den GöUesdiensi im Stift m meiden, Gra£, 15S2 Mai 7^ 

(SötÄin^r, foL 086,) 

Denen %'on Grätz zuezustellen. 

Von der F. D^ denen von Grätz anzuzeigen, sie haben 
sicli zu erindern, was ihnen ermelte F. D' kürzlich vor der- 
selben verrücken von wegen der lanrlleuth stifft und reh'gions- 
exereitij alliier auferlegt, was aueh die regierung auf L F. D* 
beveleh, ihnen jlingsüich auf ilii' persönlich erscheinen derwegen 
flirgchalten. Uiber solches aber kumht ietztgemelter regierung 
für, wie nichts weniger am gestrigen sonntag etliche aus ihrem 
üiittl und der andern burgerschaft auch aus der gemain, die 
stuft und das religionsexercitium daselbst beauecht haben. Dem- 
mich wollen die regierung sy von Grätz bey iliren bürgerlichen 
pflicliten und aydt, damit sy I. F. D* zuegethan sein^ hiemit 
ernstlich vermant und ihnen eingebunden haben, angezogner j 
I, F, IJ* beschechncn auferlegen , . , Vollziehung zu thun und ' 
I. F, D^ ernstlicher einseimng nit ursach zu geben. Actum Grätz j 
den 7. Maij anno 1582. 



158. 

Die Ilrgitmng an den Biirgermf'iS^trr, Richter und SfadtschreiJn^ 
jpu Gra.^: An (fordern ng^ ihrem GelSbnii^s roni 5. Mai narhstt-l 
kommet}. Crraz, 1B82 Mai 7. 
{CojK, L.-A.. Ref. Graz uüd Sut»jng€r, fo!. 684b — C85a.) 

Von der F, D^ . . . N. burgemiaister^ richter und statt-] 
Schreiber alhie zu Griltz auf ihr angestern ubeiTaichte suppU- 
cation anzuzeigen, weil sie supplicantcn das angliben wegen 
enthaltung der stiftkirchen alhie auf höchstermelte L F, D* gu, 
bevelch den 5. dits vor iro der regierung aufgehabten bedacht 
gethan, auch solches L D^ alber ait zucgeschriben worden, dass 
demnach iro der regierung ichtes darwider fiirzuneiuben mit 
nichten gebären will^ sondern lassen es bey solchem beschech* 
nen angliben allerdings verbleibenj wie auch ernstlicher bevelch 
hiemit ist^ dass die äupplicunteu solches ir bescheehnes angilben 




wol zu gemiith fuhren und denselben die schuldige und wtirk- 
licbe volkiehuDg laisten.* Actum Qrätz den 7. Maij tumo 1582. 



159. 

Bürgermeisier, Richter und Raih der Stadt Graz an die nied^- 
asterreieJiische Eegürunrf: AntwoH auf die Zuschrift vom 7, Mai, 
Sie können »ich des Exerciüums ihrer Meligion nicht begehen. 
In Beitiichmi Dingen wollefi nie aÜtm Be fehle ti nuehkmnmen. Gra^, 

1682 Mai 9. 

{SötKinger, foL 685a — 6S6fi.) 

Dass E. G. uns abermal en anzeigen ^ wie wir uns zu er- 
innern^ was höchst gedachte F. D* kürzHch vor dei'selben ver- 
rücken von wegen der landlenth stifft und religionsexercitüim 
alhie uns auferlegt, was auch E, G, auf unser pereönlieh er- 
scheinen derwegen fUrgehalteu und über solches aber E, G. 
fürkumbt etc. (>. Nr. 157 vom 7, Mai), 

hierauf nun E. 0. , . . wir sambi den unserigen auch un- 
sere undergebene burgerschaft und den ihrigen, welchen wir 
abermalen K G. bevelch und decret ftlrgehalten und verlesen 
haben, anbringen . . . dass auch nicht an, dann da^a an be- 
nieltem neehsten sonntag (6. Mai) etUche unsers mittels und 
der andern burgerschaft auch aus der gemain berüerte stifit 
und religionsexercitium in cbeangezogener stifffe besuecht haben. 
Eö tragen aber darunder entgegen E. G. . « , wissen, dass gegen 
I. F. D* , . . sowol auch E. 6. wir . , . uns erclärt haben, dass 
wir angeregter der herm und landlenth stifft und deren reli- 
^onsübungen uns ausser eusserister und besehmerzhcher be- 
trüebnuss unserer gewissen nit kOnnen noch sollen begeben 
sondern vermitthing göttlicher gnaden die zeit unsera leben 
darbey wollen verharren und bleiben, inraasaen dann E, G. 

IlvheH auch JLingstliehen unser auch der unsrigcn und unser 
* llnrauf antworten dir* drei GenaTinten» «le könnten slcli nipht erinnern^ 
,i1ajw wir obberiierl durch uns bescheben aiig^Kibeii anf Amieheii sokbon 
bedacht getbon soüica haben, sondern . . . durch E. 0, so ril verniüU, 
dÄÄü» wir «na ein uuderrod und bedacht wolten nemen, welcho« aber 
durch uns uirbt geschehen^ soiiflfim nlhMti aus schvvnchbeit unver^phen- 
Hcher t*il auch nubedacht und betrüblichen schreckon . . » ist nnderlaafieu 
worden . / ^Ebenda. Die Antwort ist uudntirt.) 



304 



undergebncn bargerschaft und der ihrigen übergebnen scbriften 
mit mehrerm und nach leiigs gn. haben vernomen und ver- 
standen. Und daher wir dann nach goU dem allraechtigen zu j 
L F. D* wie dann auch zu E. G, und aonnsten menniglich , 
gehorsamister lioffnung sein, es werde hierinnen in gn. und 
vätterlicher bcwcgung, dass wir auch die unsrigen und unser 
undergebne hurgerschaft und die ihrigen zu ... L F. D* die 1 
zeit unsers und ihres lebens . . , urbietig sein^ leib, ehr, gutt 
und blut auch bis auf das cusseriste vermögen zuezusetzen, 
neben dem dass L F, D^ uns . , , haben zuegesagt, uns auch 
und die unsrigen wie dann unser und ergebne burgersehaft und 
die ihrigen in dero gewissen nit zu beschwärenj uns werde 
weder in einem noeli in dem andern ainieher ungeharsamb, vil 
weniger, dass wir unser pHicht tmd aydt hierin was zuwider 
aollen handlen, gn, nieht zuegemuth noch weiter was beaehwär- 
lichea auferlegt. In diesem allem wir dann (es schicke der al- 
mechtige, barmherzige,, getreue, liebe gott nunmehr die sAeh] 
nach seinem gn. und vatterh'chen willen, wie er immer wolle)] 
E, G. mit aller cliristlichön deuiuth wir underth. uns bevelcheu] 
thun. Actum Grata den 9. Maj a" 15H2. 

N. burgermaister etc. 

IGO. 

Die Regierung au Bürgermeister, Eiehicr und Rath von Gra^: 
,Die regiermig Itisse es hey L F. jy heschehnen Perordnung iiiid 
der regiiTung dar über hesehehnefi auferhgen mhlnhen, Dersdhen 
SöUen die ron Gra^ . , . nachkommen^ damit andtre einsehung wiij 
not WfrdeJ (hraz, 1582 Mai 10. 

(C«p , L.-A., R&f, Graz und Sützioger, fol. 686*0 



161. 

Die Regierung an Mirhnd Strassherger^ Bfirgermeister, Mda 
Hölzer f Studtriehkr, und 3Iartin Pangriiesser, Stadtschreihert^ 
Auf ihr Ansuchen wird ihnen hetnerMj sie lasse es bei der An- 
ordnung I. F, jy und ihrmi darüber gesehdienen Angelobniss ver^ j 
bldben; dem sollen sie gehorsam nachkommen. Gras, 1582 

Mai 10, 

(Ebenda.) 



30Ö 



162. 

(Homherger'^) Antwort auf eine Frage des auf erlegten Eides 
wegen. 1582 Mai Kl 
(Origr., L.-A., Ref. Graz.) 

Es ist eiD stadty dariri wonen zweyerlcy volckh iioter 
einem fursteo, und seint auch zweyerley religion darin: die 
Bäbstische und der A. C. verwante. Das eine volk ist vom 
herm- und ritterstandt, welche ihr eigen recht, freyheit und 
landhaus oder gerii'lit haben, doch dem fursten nach beaondern 
bediogungen und vergleichungen verpflichtet sein. Das ander 
volckli seint die hurgcr^ welche auch ihr besonder recht und 
rathhaus oder gerichthaus haben, doch aber dem fursten etwas 
herter verpflichtet sein. 

Nun ist der fürst Bäbstischer religion und wolt wol gern, 
dass alle seine underthauen hoch und nider stiiudts derselbigeu 
religion mit ihm wären, aber die vom herrn- und ritterstand i 
seint fast alle der A» C. und haben mit der zeit erhalten, dass 
sie mit F. D^ be willigung ein eygcn kirch in der etat angenchl, 
predicanten und schuct darzue bestellt und angericht, von denen 
sie irer religion nach versorgt werden. 

Die burger haben allgemacbsam vernommen, dass solche 
lehre die rechte ev. warheit ist und seint nach und nach darzue 
kommen und sich mit Verwerfung der ßäbstisehen lehr der ge- 
rn elt^n A. C, ganz und gar ergeben. Als nu solche der burger 
glaube und bckautnus durch viel iar eingewurzelt und bestet- 
tiget, hat entlicli der fürst, als ers äu wenden unmuglich geacht, 
den burgern verheisseUj sie in ihrem gewissen nicht zu betrueben 
noch jemaudts zu seiner religion zu zwingen, nur dam ihn und 
die so willig mit ilim der Babstischen religion anh engig sein, 
niemandt irre oder hindere. 

Da nun solche vergleich ung ein lange zeit also gehalten 
und gueter fride blieben ist, wird unversehens durch die Je- 
suiter und Bäbstischen Legaicns rath und verhetzen ein ende- 
rung, also dass der fürst den burgern der landschaft kirchen 
und welcjie der A, C. sein zu meiden verheut und burgermeister, 
richter und rath solches mandat zu exequiren mit grossem ernst 
auferlegt. 

Wiewol nun nicht allein die audern burger, sondern auch 
ermelte burgermeister^ richter und rath sich lange gewegert 



Föntet, n. Abtli. Bd. L. 



SO 



306 

und in gottesfurcht mit aller bescheidenheit irer mit solchem 
mandat, dem sie one Verletzung ires gewissens nit zu gehorchen 
wissen, zu verschonen gebeten, jedoch seint burgermaister, rich- 
ter und statschreiber entlieh mit schrecken auch mit glatten 
Worten, als wolt man ire gewissen nit beschweren, da- 
hin gebracht, dass sie mit handt und mundt der hohen regie- 
rung anstatt des fursten angelobet haben, sie wollen dem be- 
velch nachkommen. 

Balt aber hernach als dieselbigen ire gewissen unruig und 
sehr betruebt funden, haben sie ire zusage durch ein schreiben, 
deswegen der hohen regierung übergeben, gentzlich widerruefen, 
welchen widerruef aber die gemelt regierung nit hat gelten 
lassen wollen. 

Da nun die hohe regierung solches vermerkt, haben sie 
ein andern weg mit den übrigen rathherrn und bürgern vor- 
genommen. Sie fordern einen nach dem andern oder ie über 
zwen oder drey nicht auf einmal: denen legen sie einen aidt 
auf, dass sie niemandt einigerweise offenbaren wollen, was mit 
inen gehandelt worden sey oder was sie von ihn(en) gefragt 
werden, dass sie das keinem menschen anzeigen wollen. 

Das bekümmert nu etliche fromme herzen, darumb sie 
bey mir umb rath angesuecht, ob sie ainen solchen aidt ohii 
Verletzung ires gewissens thun können. 

Darauf antworte ich nu aufs einfeltigste, weil sie gewiss 
sein, dass die hohe regierung nichts anders suecht dann wie 
sie die burger vom rechten glauben und bekantnus abgefurt 
werden mugen, so will sich geburen, dass die burger vorsichtig 
und weissHch gehen, damit sie in irem gewissen ungefangen 
bleiben. . . . 

Nu wer ie das ein unvorsichtig, unbedächtig schweren, 
da er noch nicht weiss, was man ihn der religion halben fragen 
und mit ihm handien wurde und sich gleich wol solches nie- 
mandt zu entdecken verpflichten solt, so doch etwa die ehre 
gottes und die liebe des nechsten erfordern möcht, dass er alles 
offenbarete, denn was man von seinem glauben bekennet ftr 
den Widersachern, das soll man gott zun ehren iederman öffent- 
lich kundt thun. ... Es möcht auch einer sich volgendts be- 
kümmern, ob er in allem recht geantwortet oder möcht diu:*ch 
furcht und unverstandt geirret haben, dass er dann verstendiger 



307 

und gottseliger leuth rath und trost bedarf, das durch wäre 
buesse gebessert mocht werden, was dissfals versehen were. 

So aber der aydt erst nach der frag und handlung auf- 
erlegt wurde, wer's sovil desto grosser sunde, dass einer schweren 
sollt, das er ohn Verwundung seines gewissens nicht halten kont, 
aus jetzt erzelten Ursachen, denn wer mehr verschweret dann 
ihm gebuert oder muglich ist zu halten, der sundigt zwiefach, 
erstlich dass er ein gottlosen aidt thuet, darnach dass er den- 
selben in's werk richtet. . . . 

Da aber die hohe regierung für übel und in Ungnaden 
wolt aufnehmen, dass man ihr nicht glauben und trauen wolt, 
dass sie keinem sein gewissen beschweren wolt, muss man da- 
gegen antworten: in gewissen- und religionssachen muss man 
nur auf gottes wort merken . . ., ehe man sich des Schweigens 
oder aussagens verpflichtet. 

Wenn ich diesen und dergleichen Ursachen nachdenke, 
kann ich nicht anders dann dass ich ganz treulich widerrathe, 
dass sich niemandt einen solchen aidt zu thun bereden lasse . . . 

Appendix. Post scripta. Zufellige erinnerung. 

Als ich das vorige geschrieben hatte, wirdt mir angezeigt, 
wie listig und mancherlay form der aidt von einem so, vom 
andern anders, erfordert werde, und sonderlich soll diese form 
gebraucht worden sein: Von wegen unsers G. F. und H. legen 
wir dir ein aidt auf, dass du auf alle und eine jegliche frage 
uns antwortest, wie du darauf deines wissens dich erinnern 
kannst, dass sichs also oder also drum halte oder du also oder 
also davon gehört oder vermuetest und haltest. 

Wenn dann der aidt gethan ist und auf die furgehaltene 
frag geantwortet, so fordern sie dann von ihm, dass er bey 
desselben gethancn aidtspflicht niemandts sagen wolle, wie man 
mit ihm gehandelt habe. 

Hierauf will ich nu gerathen haben, dass sich keiner ein 
solchen aidt zu thun bereden lasse, sondern schlecht antworte: 
er wölte vermug der pflicht, damit er gott und seiner obrigkeit 
zuegethan und verbunden sey, in allem sich also erzeigen, dass 
ers für gott, der hl. kirchen und aller erbarn redlichen leuten 
auf erden verantworten müge. 

Denn es ist ein blinder aidt und wirdt von denen auf- 
erlegt, die nichts anders dann die Unterdrückung der waren 

20» 



308 

religion und derselbigen aufrichtige bekenner allerley weise und 
masse suchen. So möcht nu leichtlich geschehen, dass sie sich 
frembder sunden theilhaftig machen. . . . Scriptum 10. May 1582. 

In dorso: D. Hombergers guettbedunken der von Grätz 
geschwomen aidts willen. 

163. 

Die Regierung an den Bürgermeister: Befehl, sammt dem ganzen 
Raih, mit Richter und Stadtschreiber ,anheuV um 7 Uhr Vor- 
mittags vor der Regierung zu erscheinen^. Graz, 1582 Mai 21. 

(Sötzin^r, fol. 686 b.) 

Was die regierung denen von Graz den 21. tag May anno 
1582 mündtlich fürgehalten haben: 

In der ersten fürforderung : 

Wir sollen sambtlich angeloben, dass wir uns E. E. L. 
stiflftkirchen und derselben religions exercitium enthalten wollen. 
In der andern: 

Wir sollen angeloben, dass wir doch zum wenigisten bis 
auf I. F. D' ferrer resolution uns dessen enthalten wollen. 
In der dritten: 

Sy wollen unser ungehorsamb und widerspennigkeit I. F. D* 
anbringen und darüber erwarten was dieselben verrer bevelchen, 
denn zu sorgen, es werde uns dan die reu zu spat kamen. 

Mittler weil aber legen sie uns auf bei peen 1000 duca- 
ten, die ein jeder aus seinem aigen gutt, ohne Verletzung des 
gemainen gutts bezahlen solle, dass wir uns berüerter stiflft- 
kirchen enthalten sollen. Actum ut supra. 

164. 
Verbot aller Zusammenkünfte der Städter, Graz, 1582 Mai 21. 

(Sötzinger, fol. 686 b — 687 a.) 

Von der F. D* . . . n. ö. regierung der burgerschaffl, richter 
und rath alhie zu Grätz zu bevelchen, dass sie hinfUran keine 
gemeine Zusammenkunft der burgerschaflTt alhie ausser der F. D* 
oder derselben regierung vorwissen fUrnemen oder halten, son- 
dern woferr es künftig die notturfFt erfordern wurde, eine ge- 
maine Zusammenkunft der burger zu halten, solches zuvor an 



809 

I. F. D* oder die regierung gelangen und derselben beschaidts 
erwarten. Actum Grätz den 21. tag May anno 1582. 



165. 

Bürgermeister, Richter und Roth van Graz bitten unter Bezug-- 
nähme auf ihre früheren Eingaben um eine Fürschrift an den 
Erzherzog, dass die ihnen auferlegten unerhörten Peenfälle auf- 
gehoben werden. Graz, 1582 Mai 23. 

(Sötzinger, fol. 687 a — 688 ä.) 

... So ist demnach an E. F. G. und G. unser . . . flehen 
und bitten^ die angeregte und unerhörte peenfall gegen uns und 
den unsrigen . . . einzustellen und aufzuheben, und da wir durch 
anregung unsers gewissens gott im himmel mit kirchgang und 
predighören auch andern religionsübungen schuldigen gehorsam 
laisten . . . müessen und zu underlassen uns unmüglich ist, dass 
E. F. G. und G. uns solches zu keinem trutz, hochmuth oder 
ungehorsamb nit zuerechnen wollen, vil weniger ainichen peen- 
fall dardurch verwirkt zu haben verhoflFen: also und demnach 
E. F. G. und G. wir hievor in ainer unser ubergebnen schrift 
an hochgedachte I. F. D* uns eine fllrschrift mitzutheilen geh. 
haben gebeten, dieselb uns aber mündlich ist abgeschlagen 
worden, und wir je nach gott ... zu andern niemants als . . . 
zu höchstermelter F. D' und E. F. G. und G. . . . unser . . . zue- 
flucht haben, so ist daher an E. F. G. und G. nochmalen unser 
. . . bitten, die wollen . . . angeregte fiirschrift gn. uns bewil- 
ligen. . . . 

Actum Grätz den 23. tag May anno 1582. 

N. burgermaister, richtcr und rath sambt 

ihrer angehörigen burgerschaft und ihrigen 

bei der statt Grätz. 



166. 

Die Regierung weist die voranstehende Bitte ab. Graz, 1582 

Mai 23. 

(Sötzinger, fol. 088 a.) 



SlO 

167. 

Bürgermeister, Richter und Rath von Graz an die Verordneten 
und die anderen Herren und Landleute, so viel jetzt in Graz 
versammelt sind: Ersuchen um Fürbittschreiben an die F. D* 
einer- und die Regierung andererseits, damit diese scharfen Be- 
fehle und unerhörten PeetifäUe eingestellt werden. Ohne Datum, 

(Sötzinger, fol. 6«8a — 690a.) 
Motive wie in der Bittschrift vom 27. April. 

168. 

Gh. Praunfalk an die übrigen Vorordneten: sich wegen der Ver- 
folgung der Bürgerschaft sofort nach Gras eu verfügen. GrcUf 

1582 Mai 25. 

(L.A., Reform. Graz.) 

169. 

Die Regierung an die Kammerräthe: Befehl, die Kanzlei- und 
Kammerbediensteten für den 25. Mai um 9 Uhr Morgens vor- 
zuladen. Graz, 1582 Mai 25. 

Am tag Urbani, welches war der 25. May anno 1582, war 
den canzleyverwandten bey hoff, der regierung und cammer- 
canzley, auch der buchhalterey daselbst, von der hochl. n. ö. re- 
gierung ain stund auf 9 uhr morgens für sy zu erscheinen be- 
stimbt und lautet solches von woii; zu wort hernach: 

Decret von der regierung. 
Von der F. D' unsers gn. herrn n. ö. regierung den herm 
n. ö. camracrräthcn anzuzeigen: Nachdem yetztgemelte regierung 
von I. F. D* in bevelch haben, die secretarien, buchhalteroffi- 
eiern und canzleyverwandten bey iro der cammer für sy di® 
regierung zu erfordern, Sachen halben, wie sie vernemben wer- 
den, so ist gedachter regierung begehren, dass sy herrn caminer- 
räth bey gedachten secretarien, buchhalter officiern und canzley- 
verwandten niemandts ausgenummen noch heut umb 9 uhr vor- 
mittag für die regierung zu erscheinen, Verordnung thun wollen. 
Actum Graz den 25. May anno 1582. 

(Sötzing^or, fol. 6G7a.) 



311 



17CX 



Darauf der herrn camnierräthe rathschlag: 

L F. D' secretarieii^ buchhalter-ofiiciera und canzleyver- 
wandttju Äiiessust eilen, die werden dieser Verordnung nachzu- 
kumraen wissen. 

Wie nun dieses auferlegen die n. ö. cammer, canzlej und 
buchhalterey vernumen, haben sy sich auf die bestimbte stundt 
zu der . . . reg^ierung . . , ge&toHt und under ilirem dorthin gehen 
auch etliche hofcanzley verwanten, so vom herrn hofvicecans^ler 
dahin beschiden gewest, gefunden. Zu den auch volgendts die 
von der regime ntscanzley kumen und sy also samentlich aui' 
vorhergehende besehe ebne gchorsarabe ansaguug eingelassen. 



(Befehl au dio Kant&Iei- und Kammerbeamtea, »sich der Stiftskirche »u ent- 

lmlteii\) 

Diesen nach ao ist der nirhalt beschehen, daas sy eowoU 
die gegenwärtigen als auch abwesenden sambt ihren weib, kindt 
und gesind bey ihren pfliehteny damit sy L F, D* zugcthau seien, 
sieh der stifftkirehcn allldc und allen derselbcu zucgethanen 
religionsexercitien enthalten sollen; und das seye L F, D^ gn. 
willen und meinung. 

Nach vernembung dieses fürhaUs haben die anwesenden 
canzley verwandten geantwortt: sy betten denselben . . . ver- 
standen, wie aber die Sachen ein sehr grosse wichtigkait ob ir 
ti-age, also bitten sy auch , . . dass man ihnen solchen fdrhalt, 
damit sich jedweder, weil es sein Seligkeit tintreif*:-, desto statt- 
licher darüber bedenken künde, schrifftlich crvolgen lassen wolte. 

Darüber sein sy abgeschafft und da sy wider herein- 
gelassen, ihnen sovil angezaigt worden, ir begehren hctte nicht 
statt, sondern sy betten den ftirhalt verstanden , darbey lässt 
man es bleiben. Da aber die canzleyyerwandten denselben 
nicht recht verstanden, wolte man ihnen solchen nochmals ver- 
lesen. Auf dieses haben sy mit aller bcsehaidenhcit geantwortt^ 
sy betten die Substanz solches fürhalts leyder genuegsarab ver- 
standen und hüben als sy zum andernmal abgetreten gebeten, 
man wolle ihnen doch bis auf morgen dilatioo geben, da wollen 
sy die Sachen ihren mitverwandten, weil etliche nicht vorhanden, 
communicieren, sich darüber berathen und volgendcn morgens 
ir gehoröambe ercläruug schritftlicli Übergeben, Aber uuange- 



t 



3id 



sehen dises . . . bittens ist ihnen rler bedacht auch ah geschlagen 1 
und die enthaltiing der kircheii aberraal repetiert worden. Daruin, , 
sy, die canzley verwandten^ weder den fürhah schrifl'tlich er- 
langen noch die gebetone dilation erhalten köndteny ist voii< 
ihnen ihr einliellige erelärung nachvolgender gestalt geschehen: 



171. 

Die Kammer- und Kandeiverwandten an die niederösterrei4Jiisch0 i 
li^ierung: Sie könnten sich der Exercitien ihrer Religian ^im\ 

der äStifV nicht heijehen, ihre Instruction weise darüber nichts] 
aus. Ohne Sümle ividfr Gott konnten nie dem Befehl nicht nach* 
kommefi. Sollte man damit niehi zufrieden sein, so kündigen sie 
ihre Dienste auf und bitten nur, ihre lange Dienstzeit nicht un»\ 
beritcksichiigt zu fansetK Ohne Datum (15*S^ Mai 26). 



Wiewol wir geh. verhotft^ E. F. D* (sie) und Gi 



dl 



. wurü 
uns die auf morgen frue gebotene dilation mit gnaden bewillig 
haben, auf welche zeit wir unsere geh. erelärung übergeben J 
wollten, weil es aber bei E. F. G. und G. ye nicht statt habenJ 
will, aondem sy bey dem uns beschehenen auferlegen verharren,] 
so haben wir uns demnach sament- und sonderhch . . . dahiiil 
entschlossen^ nemblich dass uns bey unseren pflichten, damit 
L F. D^ wir zuegethan sein, auferlegt ^\i3fdet, ans mit &ambt 
unsern weib und kind, auch gesindt der stifftkirchen und der- 
selben rehgionsexereitien zu enthalten, solches klinten wir bey^ 
uns nicht befinden, wir haben uns zwar unserer I. F. D* ge-^ 
laisten underth. pflichten geh. wol zu erinnern, befinden aberj 
aus denselben und sonderlieh wir, die von der cammer, di« 
dannenher instruirt gar nit sein, dass unser pflicht ichtes solcljesj 
verrntjchte^ dass wir derselben nach diesem auferlegen nachzu- 
kommen schuldig sein sollten. Was uns sonsten unsere pflichlenl 
auferlegt und wir inhalt derselben %x\ thuen schuldig gewest,] 
dem seien wir bishero mit unserm getreuen embsigen, »--rbarnl 
und vleissigen ilienen dcrmassen nachkommen, darob verhoffent-1 
lieh die F. L>^ unser gn. herr und die uns ftirgesetzte obrigkeitenl 
gnedigist und gnerlig wol zufrJden gewest sein werden^ woltenl 
auch imdcrtb. änderst nichts wünschen^ als dass wir gleichfalbl 
hiniuran I. F. D^ zu dero gn, gefallen dienen kundten. Daninter 
wir allen ensseripten mUgliehen gehorsamb mit aufsetznng leibsJ 
guts und bluets gern erweisen wollten. Aber dieses auferlegen] 




313 



finden wir ie also beschwärlich sein^ dass wir denselbigen nit 
gehorsamen k linden, dann wir sundigten wider gott, nochmals 
wder unser gewissen und endtlieh wider unsern nechsten und 
erclären uns demnach hiemit seme! pro seniper geh, dahin, im 
fall L F. D* bey dem uns beschechnen fürhalt zti verharren gn. 
gedenken (des wir doch geh. nicht verhoffeu), dass wir der- 
selben unsere pflichten hierait gehorsambist aufgekündet haben 
wollen < 

Nachdem aber under uns neun, zehen und siebzehen iahr 
gedient, auch darunter ihre leih ausgemergelt, die beste zeit 
verzehrt, alles in hoffming dessen zu seiner zeit von L F. D* 
gn. ergötzung zu empfahen, so zweifelt uns geh. nicht, du es 
so weit käme, I, F. D' wurden derselben augebornen mihreichen 
ßanftmüetigkeit nach yed wedern nach gelegenheit seines vor* 
dtensts, inmassen ny dann bishero ihre getreue diener nicht un- 
helohnt gelassen, mit gn. abfertigung zu bedenken, bitten auch 
darauf^ E. F. G. und G, wollten bei I. F. D* uns, da es so weit 
gelangte, in solhchem gn, commando halten, damit einer und 
der andere nicht also bloss mit weih und kindt abgefertigt, son- 
dern nach gelegenheit jedes verdiensts mit gn. bedacht werde. 
Und thuen E, Fl G, und G. uns gehorsambs vleiss bovelchen. 

Auf dieses ist uns von der regierung cinicher beschaidt 
oder antwort nicht ervolgt, sonden) sein also widemmb abge- 
zogen, allein dass wir unsere oamen verzeichneter übergeben 
müssen. 

Hernach ist dieser process dem herrn Cobenzl, herrn Geor- 
gen Khevenhüller und lierrn Hannssen Khiss^I nach München 
überschickt worden mif disem volgendcn raissiv: 



172. 

Die Kandei' und Kammerverwandien an Herrn Köhetid: nidU'ft 
ihm pheii vorgekommeneH Si'lnnrrzlirhf'n Process in J^fMtjhmstingo 
legenheiien mit und empfehlm uch seiner Verwendung, Graz, 

1582 3fai 26. 
(SOtKiDger, foL 6ÖSb — 669a0 

Hochwürdiger, , . . Was uns von der hochl. n. Ö. regierung 
filr ein unversehenhelier, schmerzlicher fürhalt bescheheu und 
wir darauf beantwortt, das haben E <t. aus neben li*'gendt*r 



SU 



beechreibung zu yernemben, welche derselben wir hiemit daivl 

umben geh. ziiesenden wollen, damit av des furgeloflfeaeaj 
schmerzlichen proeees ein g-n. wissen tmben, auch I. F. D* , 
wo von nöthen fürbrin^en. Wir bezeugen mit gott, dass wirJ 
bisher mit unsern diensten änderst nichts, als I. F. D* nutz und 
frummen gesucht und hotten der halben in omnem eventum 
desselben als getreue diene r viel racbrera mit gn. helfen khiin- 
den» darurabeö wir dann dieselbe hiemit geh, gebetten und ihro 
uns alles fleiss bevelhen haben wollen. Datum Griltz den 26» May 
anno 1582. 

Fast dises inhaltSj doch mit etwas Veränderung der peti* 
tion ist herrn KhevenhUller und Khissl cregelinben worden. 



17;i 

Erzherzog Karl an den LandpsvfTu:alirr, Kammerrath und Vct' 
ordnetf: von Steiermark: BefM, die UnffrhUhr drs L Pradkauten 
dem Pfarrer von Strassffam/ gegenüber aljzusteüefi. 3Iünch(m, 

1582 liai 28. 
(Oiig., L.-A., Ro fori 11. Strassgang'.) 

Carl . . , Edlen . . . Wasmassen sich Mattlies Tuncklj pfarrer 
zu Strassgang des eintrags halben, so ime durch E. E, L. predi- i 
canten allda in seinen pfan*lichen rechten beschieeht, vor unser ^| 
beschwärt und uns daneben umb unser gn. wendung angelangt ^ 
und gebetten, das habt Ir ob hierinlicgender seiner supplication 
mit mererm zu vernemen. Ist demnach unser gn. bcvelch an 
Euchj dass Ir bei ermelten E. E. L. predicanten solche ungebüer 
ohne Verzug abstellen und darob sein wollet, damit der suppli- 
cant disfalls zu weiterer beschwur noch wir zu anderer ein- 
sehung nit verursacht w^erden. An dem . . . München den 28. May 
anno 82.* 



Carolus. 



Ad mandatum domini archiduciö proprium 
R WanzL 



* Die Eingabe Tuiikl*8 fldo, 24. April lieg-t hei. Damiieh ^unterstühen sieb 
die Stiftäprädi<!iiiit«nS seine Pfarrkiiidor in die Stift zu zieheD^ iliuen die 
Sacramente zu reichen. Auch kommc^u aie in die Behausung seiner Pfarr- 
kinder, theilen ihnen t\^ dio Sncmmente an» n. s. w. Darauf heriehtete 
llombürgei- ivui l>, Juni an dlo Verordaeteu: Im ieUteu Winter »eien die 



^^^^^^^ 315 

174. 

THe in GraM versammelten Landimie an den Erjsherzog: Be- 
schweren sich über die der Bürgerschaß in Graz jsugefügten Be- 
drängnisse, Der Familie Hoff mann sei die Pfarre Pols tviilcr' 
rechtlich und gegen die ReUgionspacißeution enixogen worden , in 
Gras verübe man mit den Prädicanten miähwiUige Händel Bitte, 
der Verunrrting ein Ende zu machen. Gras^ 1582 Juni 1, 

rC&öteinger, foL 690 b- 694a.) 
175. 

Die in Gras versammelten Herren uml Landleufe an die nieder- 
österreiehische Eegierung: In defusellmi Sinne. (}ra£, lo82 Juni 2. 



I 



176. 

Erzherzog Karl an Bürgermeister, Richter und Math der Stadt 
Graz: Abermaliger Befehlj von ihrer Widerspenstigkeit ahzustehett 
und den Erlasset^ ernstlich nachmkommen. lliinchen, 1582 Juni ii, 

(Cop., L.'A., Ref. Graz and Sötzin^er, foL 607 n, b.) 

Carl . . . Ersam , . . Naclidem wir venionimen, dass ihr 
ausser dem burgerraaistei\ nohter und stattschr<?iber die stifft 
ein wcee^ als den andern besucht und al^o unser derwegen bey 
euch bescbehen verbott in Verachtung stellen sollen^ betten wir 
uns solches umb so viel weniger zu euch versehen^ weil wir 
euch lauter zu verstehen goben^ dass wir euch sonst en in 
euern gewissen zu besch wären iiit gedenken; darumbcn 
wie wir nun von dir burgerniaister, richter und stattscbreiber 
0ur uns laistende gehorsamb mit gnaden von eueh aufuemenj 



^ 



Prldicanteu Egen und Stamler xii Krauken in AJgeri^dorf, Lidelsdoif^ 
Tobel n, a. O, goholt worden» Ob diese xur Pfarre StraMagAng gehören, 
yfi»M er nicht. Wer um die BacrAraente ersnche, zn dem müsiie man 
p-ehen. Iit die Stiftskirche werden aach Kinder von an^wärtfl znr Taufe 
uiul Ci>iiiiiiunjon gebracht. Er böschwert Bwh^ daaa der Pfarrer von Strans- 
^ang ihn und seine Ctd legen sectisrhe Prädicanlen nenne. Die Land- 
schaft mii^ti nicht vorgessen» deswegen eine Besehwerde einsKugehon. In 
dienern Sinne wurde noch an demBc^lben Tage eine Bcschwerde-ichrift an 
ieianj^ und an den Erxherzfig ansj^earbeitet. 



sie 



also vermerken wir auch von euch den andern scheinende un- 

gehorsamb und veräehtiichkeit unserer gebott ssu sondern un- 
gnädigen migfallen. Und ob wir wo! ursach Letten, ohne ferner 
einstellen mit der wo! verdienten straff gegen euch zu verfahren, 
jedoch 80 haben wir euch hie mit nochmalen zum überfluss mit 
gnaden warnen, vermanen und alles sondern ernsts gebieten 
wollen, dass ihr euch der schuldigen gebür o^iehrers erinnern, 
von solcher euer unbefuegten sträfflich widerspitnnigkeit ab- 
stehen, unseni beschehen auferlegen, wie frommen gehorsamen 
underthanen gebüert, würklich nachkummen und uns zu anderer 
emstheher einsehung, damit wir je euer gn, gern versehonneton, 
nicht ursach geben, sondern euch 8ambt den curigen darvor 
verhiieten, bevor aber unser rcgierung in dem und allem andern, 
dass sie euch von unsertwegen fürhalten wirdt gleich als uns 
selbst volgen wolle. Daran beschicht . . . Datum München den 
2. Juni 1582. 



Carolus. 



Ad mandatum domini archiducis proprium. 
R Wannzl. 



177. 

Htuis Kohmid au ätc Kanzlei- und Kamnu-rver wandten in Grajs: 
Theilt ihnen sein herzliches Mitleiden über das Vorgefallene mit. 
Leider sei er nicht in der Lage, etwas für sie su thun. Die F. 1/ 
rersehe sich umsomehr ihres Gehorsams, als man nicht daran 
denke j sie von ihrer Confesi^iou lu dringen. Miinchen, 1582 Juni 3, 

(SötKlnger, foL 669 ä - 670 a.) 

Edler, vester. Ich hah euer^ auch der andern canzley- 
verwandten^ schreiben empfangen und alles seines inhalts ver- 
standen. Bezeug erstlich mit der höchsten warb ei t, dass ich 
euch allcnsambt liebs uud guets günne, auch in allen cuern 
obligen alle milgUchc hilff und beflirdcrung zu erweisen vorder 
begierig bin, aber in diesem cuern zuestandt kann ich wenig 
oder gar nicht thuen, dan was L F. D^ iro einest in dergleichen 
fumemen, darwider will weder mir noch yemandts andern viel 
zu reden oder thun gebiiren; wiewol ir mir sicherlich ghiuben 
möcht, dass ich solches unverhindert euer zum besten gedacht 
und L F. D* mehr zu angeborncr guete uud sanftmüetigkeit als 




317 

zu einicher schärfe gerathen, gleich wol wenig damit ausgericht, 
.sondern L F. D* wollen sieh zu euch allen der gehorsam b umb 
so vil mehr versehen, weil sy nicht bedacht, euch von eurer 
confession zu dringen oder euch diöcn oder jenen glauben fllr- 
zuschreiben sondern allein so viel begehren^ dass es L F. D* 
zu underth. gehorsamb die stifftkirehen nicht besuecht. Weil 
dem dann je also, dass ir an solche stift nicht gebunden, wie 
dann hin und her vil fnxmer gottseeliger Christen zu finden, 
welche die stifftkirelien zu Grätz nie gesehen, geschw eigen be- 
suecht oder noch besuechen und doch so woU allesambt selig 
au werden verhoffen: so vermahne ich euch sambt den andern 
^anz freundtlicli und wolnieinentüeh» dass ir der sachen umb- 
ständt nacli notturfft erwegen und euch dann darunter erweisen 
wollet, damit es I. F. D* gnad und hulden erhalten moget, vor- 
aus, weil es meines unzweifenlicheu erachtens, unverletzt eures 
gewissens^ wol sein kan^ das rath ich euch von treuem herzen 
und waiss gott, dass ichs selbst thät, da ich an eurer statt wäre, 
zum wenigißten auf ein Zeitlang, dann ich niirs wol zu verant- 
Worten geti'auto, weil uns te der obrigkeit gehorsamb so hoch 
gebotten, Aber Mes zu eurem gefallen und bedenken gestellt. 
Damit gott bevolhen. Datum München den 3, Junij anno 1582, 

H. Kliobenzl 



Wollet diss mein sclireiben mit den andern auch com- 
municiem,* 

178, 

Ersihermy Karl an die in Graz versammelten Herren und Land- 
leuie, Änttv&rt auf ihr Amuchen vom 1. Juni. In mnen Afi- 
inttngen betreffend die Studie und Märkte gestatte er Niemutj- 
Eingriffe, Wie er Herren und Ltmdleut^ hei dem lasse, leas 
er ihnen Mugesagi, so mögen auek sie ihm keine l'rsacJie gehm, 
^^^^inge voreunehmen, die ihnen ungelegen kämen. Die Angelegen- 
^^fiien der Pfarre Pols betreffen eine Privatsache.^ gehen sie also 
^^ichts an. Die angebliehr Irrung zwischen ihm und ihnen an 
^■IßH jetst angehenden Eeiehslag ^u bringen, sei nieht gerade noth- 
^^j^ndigj doch hübe er nichts dagegen ^ wenn die von ihm fest- 



^ 



' Das Schreiben war an Hans Georg- Kandelberger adresBirt, wie man ddii 
einleitenden Worten der Antwort entnimniL 




318 

gesieUten Bfdingungf^i emgehälteii werden. 

Juni 8. 



DacJum , 1*^83 \ 



(8(Hziuger, foU »"^97 b — 6i»Sb mid L,-A.^ Kefonij. Graz. lii 8iit«ingRr mit dem 
falschen Datqm 6, Jnni.) 



Antwort der Kammerheamien an Hans Kohend: JJnmöfßi€hkeii\[ 

dem L f, Befehl wegm EnthaUumj vam Exereitinm dnr A. C. 

nai:^iSukomfmm. Motive dafilr. Es liege dann eine und -ncarj 

sehr arge Gemssensbeschweruttg. Gras^ 1582 Juni 11. 

(Sötainper, foL 669 b — 1>7 J a, ) 

. . . Das8 wir diesem auferlegen nach kommen sollen, das 
künden wir gn. herr ye i?inmal in unserem gewissen nit finden. 
Dann wie wir dise lehr für die hintere und rechte lehr halten,] 
darinneii wir mehrestheila geboren^ getauft, erzogen und bisheral 
uns (zu) derselben gehalten, die sacrameota daselbst empfangen, 
unsere kindcr taufen lassen und den gottesdienst besiuecht, also 
finden wir nicht, dass wir uns von solcher einmal bekannten, 
gott sei lob, erkannten warheit begeben, gott auf die seiteii] 
stellen und uns auf einen andern weg wider unser gewissen] 
weisen lassen sollen. Also auch kUnden wir in unserer etnfalt] 
nicht ermessen, dass ainiche enthaltung der kirehen auf kursej 
oder lange zeit ohne verh;tzung unsers gewissens besehehen 
müge, dann \\\v sein aus gottes bevelch und wort sehuldig, 
dasselbe täglich zu neben und unsre obren darvor nicht «u 
verstopfen, und lieber gottj wer wollte solches thuu. Weil wir 
aber übernächtige menschen und kein stund des todts ver- 
sichert sein, Vit weniger aber und gar nit kündten wir ohne j 
Verletzung unsers gewissens befinden, dass wir unsere weib, I 
kindt und gesindt von solcher lehr und predig abhalten selten,^ 
welche mehrer stheils auch in dieser lehr geboren und erzogen 
sein^ auch etliche unter uns solche dienstpotten haben, die ihr 
leben lang in kein bäbstisehe kireh kämmen. Sollen wir sy 
nun yetzo von irer religion abführen^ das wurde gewiss das 
gewissen nit allein verletzt, sondern gar wol zu boden gedruckt 
heiseem Es muss ja ein yeder zu seiner zeit vor dem richter 
stuel Jesu Christi recbenschaft geben und, wie man im gem&in 
Sprichwort sagt, sein sack selbst gen mllhl tragen. 



319 



Auf dise stift oder den stoinliaufen sein wir gn. herr zwar 
nicht gebunden, aber auf das wort und lehr^ so darinnen ge- 
pr€*digt wirdet, wrdl; dasselbe sein wir bey verlust unsrer ß